Endometriumkarzinom bei meiner Mutter (71)

  • Hallo, ich bin nicht selbst betroffen sondern meine Mutter. Ich hoffe man kann mir hier helfen.
    Meine Mutter 71 ohne großartige gesundheitliche Probleme bekam vor einigen Wochen eine leichte Blutung. Sie reagierte sofort und hat am nächsten tag ihren FA aufgesucht. Diese untersuchte sie und veranlasste eine Ausschabung. Diese wurde eine Woche später gemacht. Gefunden wurde eine 1,5 cm aufgebaute Gebärmutter und ein nektrotischer Polyp mit suspekter gefäßzeichnung welcher bei Berührung zerfallend war. Ansonsten war augenscheinlich laut Bericht äußerlich alles normal.
    Man hat dann eine histologische Befundung gemacht. Das Ergebnis kam nun eine Woche später.

    Dies war leider ein Schock für uns. Der Verdacht eines Karzinoms hat sic bestätigt.
    Gefunden wurde eine P53 Mutation, G3 und L1Cam positiv.
    Dies wurde vom Krankenhaus der nächsten Uniklinik gemeldet die sich nun innerhalb von 7 Tagen melden sollen zur weiteren Behandlung. Wir fragen uns nun was genau bedeutet dieser Befund ? Ist es hoffnungslos? Sie hat keine Symptome bemerkt außer die Blutung. Sagte jedoch heute sie hat vermutet das das Ergebnis Krebs sein wird. Ob Metastasen vorhanden sind können wir noch nicht sagen. Der Arzt sagte heute das das histologische Ergebnis ihn verwundert. Und sagte weiter das sie operiert werden soll und man sicherheitshalber lymphknoten mit entfernt.

  • Hallo liebe Meffy


    herzlich willkommen hier auch wenn es kein schöner Anlass ist.

    Bei einem Endometriumkarzinom gehört es zum Standard den TP53 und L1cam zu testen.
    Dieser ist wichtig für die Klassifikation des Tumors und die Einschätzung der Prognose.

    Die Mutation TP53 ist leider ein ungünstiger Marker, da solche Tumore hochgradig aggressiv sind und es häufiger zu Rezidiven kommt.

    Der L1Cam ist dann positiv, wenn mehr als 10% davon gefunden wurden. Ist dieser nun positiv ist das leider auch ein ungünstiger Marker da dieser ein höheres Risiko für Fernmetastasen hat.

    Es tut mir leid, dass ich dir leider zu diesen beiden Markern nichts positives sagen kann.
    Ich kenne mich sehr gut mit den Markern, Therapien etc. zum Endometriumkarzinom aus da ich selbst betroffen bin, mit dem Unterschied das bei mir beide Marker negativ waren.

    Was auf jeden Fall jetzt auf deine Mutter zukommt ist eine große OP mit Entfernung der Gebärmutter und Eierstöcke.
    Während der Op werden die Wächterlymphknoten entnommen und sofort während der OP nach Metastasen untersucht.
    Sollten diese befallen sein, wird großzügig ausgeräumt. Das bedeutet viele viele Lymphknoten im Becken bis paraaortal werden sicherheitshalber entnommen, da man nicht weiß ob sich die Metastasen in weitere Lymphknoten ausgebreitet haben.

    Falls keine Lymphknoten befallen sind, bin ich mir sehr sicher wird deine Mutter um eine Bestrahlung nicht drum herum kommen sowie um die Chemo. Da leider der Tumor ungünstige Marker beinhaltet und somit ein Rezidiv hoch ist wird bestimmt auch eine Chemo gemacht damit ein Rückfall minimiert wird.

    Wenn alles entnommen wurde wird auch nochmal durch die Immunhistochemie und Molekularpathologie weitere Merkmale untersucht wie die Hormonrezeptoren ER & PR, HER2 Status, Ki-67, L-Status und V-Status.

    Gab es denn schon ein CT? Dieses sollte vom Becken, Abdomen und Thorax gemacht werden.


    Wenn du auf mein Profil klickst, kannst du gerne nachlesen wie bei mir der Ablauf war.

    Ob es Hoffnung gibt? Natürlich gibt es die. Mittlerweile gibt es ergänzend zur Chemo auch eine Immuntherapie die sehr gut hilft, wenn der Tumor bestimmte Marker aufweist.

    Melde dich gerne hier wenn du weitere Fragen hast und ich drück euch erst mal die Daumen das ihr schnell einen OP-Termin bekommt.

    • Offizieller Beitrag

    Liebe Meffy ,

    zunächst begrüße ich Dich recht herzlich bei uns im Forum.

    Ich kann gut nachvollziehen, dass Du Dich um Deine Mutter sorgst. Eine Krebsdiagnose betrifft immer alle: die Betroffene genauso wie die Familie drumherum. Und ich finde es gut, dass Du Infos dazu sammeln möchtest. Fundierte fachliche Informationen findest Du z.B. beim Krebsinformationsdienst, s. Gebärmutterkörperkrebs, Symptome, Früherkennung, Therapie | DKFZ - Krebsinformationsdienst . Du kannst Dich auch telefonisch dorthin wenden. An der kostenfreien Hotline erklären Dir Ärztinnen und Ärzte in laienverständlicher Sprache Befunde und andere Fragen, die Du jetzt vielleicht hast. Die Kontaktdaten findest Du unter So erreichen Sie uns: Kontakt zum Krebsinformationsdienst | DKFZ - Krebsinformationsdienst .

    Wenn ich es richtig verstanden hat, wird die Weiterbehandlung Deine Mutter an einer Uniklinik stattfinden. Diese ist dann sicher ein zertifiziertes "Gynäkologisches Krebszentrum". Das ist gut. Denn dort verfügen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte über viel Erfahrung bei der Behandlung eines Endometriumkarzinoms. Und wichtig: die Weiterüberweisung dorthin ist nicht gleichbedeutend mit "hoffnungsloser Lage", sondern sie bedeutet vielmehr, dass die Ärztinnen und Ärzte an solchen Zentren viel Erfahrung mit der Behandlung dieser Krebsart habe. Deine Mutter ist dort in guten Händen , was die notwendige Planung von Therapien angeht.

    Und noch eine Bitte an Dich, auch wenn es vielleicht schwer fällt: Warte zunächst einmal ab, was sich beim Termin in der Uniklinik ergibt. Und falls dort noch weitere Untersuchungen angeordnet werden, ist es auch wichtig, was sich daraus ergibt. Denn erst danach kann eine konkrete Aussage dazu erfolgen, welche Therapien bei Deiner Mutter angezeigt und notwendig sind.

    Zur Vorbereitung auf den Termin in der Uniklinik kann ich Dir noch die Info-Karte von uns, also der Frauenselbsthilfe Krebs ans Herz legen, die Du auf unserer Homepage unter Infokarten - Medien - Frauenselbsthilfe Krebs findest.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier - und dass hoffentlich bald klar ist, wie es bei Deiner Mutter weitergehen wird.

    Herzliche Grüße
    Magali

  • Danke liebe Magali für den Hinweis auf ein zertifiziertes Gynäkologisches Zentrum. Das ist mir heute Nacht eingefallen das ich es nicht erwähnt habe und wollte es heute Morgen noch ergänzen.
    Denn das ist wirklich äußerst wichtig.

    Denn dort liebe Meffy kennen sich die Ärzte mit der Krankheit bestens aus und vor allem wissen sie genau wie operiert werden soll. Denn ein Operateur mit viel Erfahrung in diesem Bereich ermöglicht eher eine R0. Denn eine R0, also alles wurde im gesunden entfernt ist äußerst wichtig für den weiteren Verlauf nach der OP.
    Erst wenn alles entfernt und nochmal untersucht wurde kann das Stadium und die Therapie ermittelt werden.

    Ja das ist wirklich erstmal ein Schock, vor allem wenn man vorher nie Beschwerden hatte und gleich bei der ersten Blutung schnell reagiert.

    Ich wünsche euch alles Gute für diesen Weg und melde dich jederzeit hier.

  • Sie war auch jährlich beim Frauenarzt zur Kontrolle etc. deshalb verstehen wir das alle gerade überhaupt nicht. Wir wollen dieses Jahr im August heiraten meine Mama hatte sich auch schon so auf diese Hochzeit gefreut. Wir fragen uns ob sie die überhaupt noch erleben wird.
    Momentan sehen wir alles schwarz und gehen vom allerschlimmsten aus.

  • Liebe Meffy


    diese Gedanken und Ängste sind vollkommen verständlich. Man ist wie gelähmt.
    Gewissheit wird erst die OP bringen und dann wird die Therapie geplant.

    Selber war ich auch jährlich zur Kontrolle und doch war der Krebs ohne echte Anzeichen da.

    Da deine Mutter jährlich zur Kontrolle war ist die Chance da das sich der Tumor nur lokal befindet. Durch die Ausschabung wurde bereits der größte Teil des Tumors entfernt.

    Hat sich denn schon die Klinik gemeldet?

  • Ne bisher gab es keinen Anruf der Klinik. Der letzte Kontrolltermin bei ihr war 50 Wochen her als sie mit den Symptomen zum Arzt ist. Sie hat auch bei der blutung einen Tag später den Arzt aufgesucht . Also nicht gewartet.

  • Frage an die Experten. Warum hat man bei der Ausschabung nur den einen Polypen gesehen ? Und ansonsten alles weitere wie Gebärmutterhals und restliche Gebärmutter als alterstypisch unauffällig beschrieben? Für mich als Laie macht das so gar keinen Sinn. Sie hat ja auch sonst außer der blutung keinerlei Symptome das ist doch komisch oder ?
    die Klinik ist ein Krebszentrum soweit ich es sehen konnte. Wie wird ihr allgemein Zustand sein nach der Operation und nachfolgend während der Chemo? Ich hoffe sie wird wieder die alte. Spricht diese Art Krebs denn gut auf chemo an oder ist es so das er schnell resistent wird ?

  • Sorry wenn ich vllt nerve da ich immer wieder schreibe. Blume78 die Uniklinik hat sich gemeldet. Am 02.03. hat sie den Termin zur Besprechung über das weitere Vorgehen.
    Kommt mir das nur spät vor oder ist es normal? Nicht das er bis dahin noch extremer wächst.

    • Offizieller Beitrag

    Liebe Meffy ,

    ich verstehe Deine Verunsicherung, Deine vielen Fragen und den Wunsch, dass alles jetzt doch bitte ganz schnell gehen und die Behandlung beginnen möge.

    Genau das haben viele von uns Betroffenen nach der Diagnose auch erlebt. Eine Wartezeit von ca. zwei Wochen erscheint dabei endlos lang, die Gedanken fahren Achterbahn, man hofft das Beste und stellt sich das Schlimmste vor. Doch Krebs ist zumeist kein "Notfall", muss in einem überschaubaren Zeitraum, aber nicht sofort und umgehend behandelt werden. Deshalb gehe ich auch davon aus, dass der Termin am 2.03. die Prognose für Deine Mutter nicht verschlechtern wird.

    Und noch ein kleiner Hinweis: wir hier sind keine Ärzte, sondern "nur" Laien (wenn auch viele von uns inzwischen einiges an Wissen über ihre Erkrankung haben). Wir tauschen uns hier zu unseren Erfahrungen auf unserem Weg durch die Erkrankung aus. Für Fragen, wie das Ansprechen auf eine Chemo oder Resistenzen u.ä. können Dir Ärzte und Ärztinnen kompetentere Antworten als wir geben.

    Im Moment - und das habe ich ja auch schon weiter oben geschrieben - müsst Ihr leider Geduld (das ist mein persönliches Unwort ;)) haben bis alle Fakten auf dem Tisch liegen, also u.a. die Größe und Ausdehnung des Tumors bekannt sind. Denn davon wird die Behandlung abhängen, also ob es z.B. eine Chemo geben wird, eine Bestrahlung nötig ist usw.

    Ich möchte Dir aktuell vielleicht ein paar Tipps an die Hand geben:
    - Besprich mit Deiner Mutter, ob sie damit einverstanden ist, dass Du sie am 2.03. zum Gespräch begleitest.
    - Wenn sie einverstanden ist, dann höre gut zu, was der Arzt zu sagen hat, denn vier Ohren hören mehr als zwei. Und achte dabei darauf, dass Ihr gut und verständlich erklärt bekommt, was unternommen werden soll und aus welchem Grund.
    - Versuche Dich und Deine Mutter in der Zeit bis zum Termin abzulenken. Geht miteinander oder mit Freundinnen shoppen, Kaffeetrinken oder schaut zusammen schöne Filme an - irgendetwas, was Euch ablenkt. So könnt Ihr zeitweise das Gedankenkarussell stoppen und schöne Momente erleben.
    - Schreibe Dir Deine Fragen auf, wenn sie Dir in den Kopf kommen. Was aufgeschrieben ist, kannst Du erst einmal zur Seite legen bis der richtige Zeitpunkt für Antworten gekommen ist.
    - Und ganz wichtig: Frage Deine Mutter, was sie sich jetzt von Dir wünscht und wie Du sie unterstützen kannst. Denn es ist wichtig, dass derjenige der erkrankt ist, seinen eigenen Weg finden und gehen darf.

    Ich wünsche Dir Geduld und ganz viele Momente der Ablenkung vom Gedankenkarussell.

    Herzliche Grüße
    Magali

  • Wenn wir so eine Schockdiagnose erhalten wollen wir am liebsten noch am selben Tag operiert werden damit alles entfernt wird.
    In der Praxis ist das leider nun nicht möglich.
    Der Termin in zwei Wochen wird die Prognose deiner Mutter keinesfalls verschlechtern. Bzw das sind ja weniger als zwei Wochen. Mir wurde gesagt nach der Ausschabung reicht die OP in 2-6 Wochen.
    Es gibt Studien die zeigen, dass eine Verzögerung von bis zu 8 Wochen keinen Einfluss auf das Überleben hat.

    Gebärmutterkrebs ist im Ultraschall nicht so einfach zu erkennen. Meist kann erst eine histologische Untersuchung Klarheit bringen.
    Bei mir haben drei Ärzte im Ultraschall einen harmlosen Polypen gesehen und als der Befund da war, war es alles andere als harmlos.

    Zur OP kann ich dir sagen das ich recht schnell fit war.
    Versuch nicht so weit voraus zu denken.
    Ein Schritt nach dem anderen jetzt.
    Ihr habt sicherlich einige Fragen, notiert die euch für den 02.03. Dann kommt die OP und dann heißt es meistens eh nochmal warten auf die Ergebnisse. Sobald alle Befunde da sind kann die Therapie besprochen werden. Der Körper muss sich nach der OP auch erstmal erholen bis wenn nötig eine Therapie beginnt.



    Ach ja, und du nervst nicht. Deine Reaktion und Sorgen sind vollkommen normal.
    Dein Kopf spielt jetzt verrückt und ist in einem Ausnahmezustand. Du hast natürlich viele Fragen die kannst du natürlich hier alle stellen. Aber medizinisch spezifische Fragen können dir nur die Ärzte beantworten.

    Einmal editiert, zuletzt von Magali (20. Februar 2026 um 09:17) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Blume78 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich frage mich nachdem ich viel über Google und diverse KI Modelle über diese Art Krebs gelesen habe. Ob es überhaupt Sinn macht sich durch die OP und Chemo zu quälen wenn die Chancen auf dauerhafte Heilung durch G3, p53 und L1Cam kaum möglich ist. Weil jetzt geht es ihr aktuell gut. Sie hat keinerlei Beschwerden außer halt du Diagnose die ihr natürlich zu schaffen macht. Ich stelle mir die Frage wenn sie operiert wird wie lange ihre Genesung dauert und wie ihr weiteres Leben dann verläuft. Es macht ja keinen Sinn sich vllt für wenige Monate durch die Therapie zu quälen wenn die Aussicht auf Erfolg nicht da ist bzw man dann nach kurzer Zeit ein rezidiv bekommt welches man dann evtl. nicht behandeln kann.

    Es sind Spekulationen das weiß ich aber es sind Gedanken. Ich gehe nachdem was ich alles gelesen habe das es vllt schon metastasen gibt.
    Vor 3 Jahren habe ich innerhalb von 10 Monaten meine Schwiegermutter an Bauchspeicheldrüsen Krebs verloren. Diese 10 Monate waren mit der Chemo wahrlich keine schöne Zeit. Sie hatte da einfach keine Chance und keine Lebensqualität.

  • Ich habe eine Frau getroffen die keinen Magen hat. Krebs, OP und Prognose: 5 Jahren höchstens. Sind schon 25 vergangen. Es kann keiner wissen wie es wird und was einen erwartet. Auch hier im Forum kann man solche Geschichten nachlesen. Die Ärzte werden euch bestimmt auf Anfrage sagen, was ist wenn... Dann kann deine Mutter entscheiden.

  • Hallo Meffy ,


    ich bin Betroffene mit einem metastasiertem Brustkrebs, am Anfang der Metadiagnose stand nicht fest, wie viel Zeit mir bleibt. Für mich war klar, ich starte die Behandlung. Meinen Söhnen habe ich erklärt, dass ich bestimme, wohin und wie lange die Reise geht. Ich habe die Metadiagnose im April 2024 bekommen, mit der Therapie geht es mir gut. Die Metas sind stabil, was kommt weiß keiner. Prognosen sind Zahlen, den Mensch dahinter sieht man nicht. Im Übrigen habe ich einen Herzstillstand 2018 mit längerem Klinikaufenthalt überlebt, da war ich 65, hetzt bin ich 73. Ich lebe gerne und möchte noch einiges erleben. Einiges was mir mein Sohn gesagt hat, habe ich seiner eigenen Angst und Unsicherheit um mich zugeschrieben.
    Deine Mutter ist betroffen, sie wird ihren Weg gehen, den die Kinder und Angehörigen begleiten, was die Behandlung betrifft, sollten sie sich zurückhalten. Google & Co sind keine Ärzte, und manches was im Netz steht ist veraltet. Wichtig wäre, dass deine Mutter an einem spezialisiertem gynäkologischem Krebszentrum behandelt wird, auch wenn es nicht die Klinik um die Ecke ist.