Katara - Triple Negativ mit 35

  • Hallo zusammen,

    Mitte Februar habe ich einen kleinen Knoten an meiner linken Brust ertastet und bin damit direkt zu meiner Gyn. Viel Beruhigung und Beschwichtigung später erhielt ich das Ergebnis der Stanzbiopsie: Triple Negativ.

    Seitdem steht mein Leben still und auf dem Kopf und gleichzeitig ist alles noch so abstrakt.

    Bisher war ich alleinerziehende Mama, habe letztes Jahr angefangen mein Elternhaus zu renovieren, arbeitete als Buchhändlerin und habe nebenbei studiert. Letztes Jahr habe ich einen tollen Partner gefunden, mit dem ich seitdem eine tolle Beziehung über 600km führe. Für dieses Jahr hatte ich so viel Schönes vor - aber Krebs stand nicht auf meinem Bulls**t Bingo.

    Im Moment macht mir die Aussicht auf die kommenden Monate einfach nur wahnsinnige Angst und es fällt mir schwer positiv zu denken.

    Was hat euch gerade in der ersten Zeit nach der Diagnose mental über Wasser gehalten?

  • Liebe Katara ,

    der Krebs ist ein extrem mieser Verräter. Es tut mir leid, dass es dich nun auch erwischt hat. Du bist noch so jung!

    Die erste Zeit nach der Diagnose ist für uns alle sicherlich die schwierigste gewesen.

    Du fragst, was uns geholfen hat. Ich schreibe dir mal meine meine Bemühungen auf:

    1. Ich habe Unmengen von Steinen in den Rhein geworfen und mit ihnen Herr K. (So nenne ich den Mistkerl, der bereits seit 21 Jahren meinen Körper besetzt hält, aber zum Glück nicht (immer) meine Psyche).

    2. Ich habe sehr viel über Brustkrebs gelesen, online, aber die Überlebensprognosen ganz schnell ignoriert. Denn: Jede von uns ist ein Individuum und somit verläuft die Tumorerkrankung bei jeder von uns anders. Und so gesehen, habe ich schon mehrere Überlebensstatistiken gesprengt.

    3. Ich habe mich ziemlich schnell für eine psychoonkolgische Therapie entschieden um dort über meine Ängste und körperlichen Veränderungen durch OP und Medikation zu sprechen.

    4. Ich habe versucht trotz der Erkrankung zu denken: "Das Glas ist halbvoll" und eben nicht "Das Glas ist halb leer".

    5. Ich habe meine entstehenden Depressionen mit nicht abhängig machenden Antidepressiva behandelt und nehme sie bis heute.

    6. Ich habe immer mit Blick auf die Jahreszeiten gelebt, ganz besonders nach dem extrem aggressiven Angiosarkom. Das heißt ich sagte mir: Jetzt hast du den Frühling erlebt, also wird der Sommer folgen. Ich habe mir also immer gewünscht die nächste Jahreszeit erleben zu dürfen.

    7. Ich habe mich (bei wem auch immer) dafür bedankt, dass ich noch lebe und sozusagen Demut entwickelt.

    8. Ich bin viel spazieren gegangen und habe die Schönheit der Natur wahrgenommen und darüber staunen können.

    9. Heute gehöre ich zu den Frauen mit Metastasen, aber ich gehe weiterhin in mein Sportstudio, ich nehme meine Erschöpfung (Fatigue) an, ruhe mich nachmittags aus, damit ich später wieder fitter bin.

    7. Ich habe in den drei Anschlussheilbehandlung jedes Mal einen Torso aus Speckstein gestaltet, der sozusagen alle körperlichen Veränderungen dokumentierte. Und durch Zeichnungen mit Aquarellfarben habe ich meine Gemütsverfassung wiedergegeben.

    Zuhause habe ich mich dann um eine Kunsttherapie gekümmert.

    8. Als ich körperlich wieder fit war, habe ich wieder gearbeitet. Durch die nachfolgenden Tumorerkrankungen musste ich leider mein Stundenkontingent reduzieren - bis zur Berentung konnte ich leider nur noch auf einer halben Stelle arbeiten.

    Das sind also meine Strategien gewesen. Und ganz wichtig war für mich immer der Austausch in Foren für Krebserkrankte. Speziell der Austausch hier hat mir immer Kraft gegeben.

    Ich wünsche dir, dass du deinen Weg finden wirst. Leider müssen wir akzeptieren, dass unser Leben nie mehr so sein wird, wie vor der Krebserkrankung.

    Einen guten Austausch hier wünscht dir

    Angie

    Angie

  • Hallo Katara, das braucht keiner, schon gar nicht Mitte 30. Ich bekam die Diagnose mit 51 - und habe damals an der Stelle mir Vorbilder genommen: und meine Kollegin lebt immer noch. Gleichzeitig gab es schreckliche Unfälle mit Geisterfahrern und so schräg es klingt, gab mir das Trost. Es kann jeden jederzeit erwischen, ich hatte dann halt ein anderes Programm als meine Kollegen, die sich mit Corona und den Anfängen des Homeoffice rumschlagen mussten. Ich habe mich hier belesen und viele gute Tipps erhalten, Vitamin D in einem schönen Sommer getankt, mich so viel wie möglich bewegt und dann tatsächlich auf die Reha verzichtet, gleichzeitig mit Bestrahlung mit Capecitabin angefangen und wieder im Büro gearbeitet, wie vorher halbtags. AC plus Carbopacli waren weitestgehend erfolgreich, trotz großem Tumor und hohem KI. Ich hoffe weiterhin in zwei Jahren meinen 60., dann das Zehnjährige nach TNBC zu feiern und du wirst es auch gut meistern. Im Rückblick hat mich die Sache auch vor einem Fehler bewahrt, meine Freizeit setze ich jetzt für wichtigeres ein.

    Bei Deinem Programm such Dir das aus, was Dir gut tut, vielleicht bekommst Du auch Hilfe und kannst sie annehmen - aber ich wünsche Dir von Herzen, dass Du genauso gut durchkommst wie ich.

    Liebe Grüße aus der Köln-Bonner Bucht

    Rheini

  • Liebe Katara

    Herzlich willkommen in diesem wunderbaren Forum. Es tut mir leid, dass es dich nun auch erwischt hat. Ich bekam vor knapp 7 Jahren auch die Diagnose TNBC. Von daher kann ich mir gut vorstellen wie du dich gerade fühlst.

    Von einer Sekunde zur anderen steht das eigene Leben Kopf. Die Gefühle fahren Achterbahn und das Gedankenkarussel dreht ein paar extra Runden. Das ging uns allen so. Weinen, Wut, etc. kann auch befreiend sein.

    Ja was hat mich damals mental über Wasser gehalten? Auch wenn es vielleicht für dich crazy klingt: die Erleichterung als ich erfuhr, dass ich zuerst eine Chemotherapie machen muss und nicht gleich operiert werden muss wie es mir mein Gyn am Tag der Diagnose gesagt hatte. Denn davor hatte ich wirklich mega Horror, da ich als Kind mehrere negative Erfahrungen mit OP's und KH gemacht hatte.

    Und natürlich auch dieses tolle Forum hier. Einen Tag nach meiner Diagnose landete ich hier und wurde wirklich gut von vielen Frauen hier aufgefangen. Ich hab mich die kommenden Tage einmal quer durch die Beiträg gelesen. Ab da war in mir sowas von mein Kampfgeist geweckt.

    Ich ließ mich schon während des Stagings krank schreiben, denn mental war ich nicht mehr in der Lage mich an meinen Job zu konzentrieren. Stattdessen nutzte ich die Zeit bis zur ersten Chemo um Kraft mit vielen schönen Erlebnissen zu tanken. So verband ich die Tage der Stagingtermine danach auch immer mit etwas angenehmen.

    Alle meine offenen Fragen rund um Krebs, Therapie, Fachbegriffen und Co. ließ ich mir zudem auch immer wieder telefonisch vom Krebsinformationsdienst erklären. Mein Motto: Was ich einigermaßen verstehe, macht mir weniger Angst.

    In meinen ersten Chemotag ging ich dann mit freudiger Erwartung hinein. Endlich konnte ich aktiv werden und meinem Knilch endlich eins auf die Mütze geben. Die Onko-Schwestern waren sehr nett und erklärten mir jeden Schritt.

    Meine Chemo nannte ich auch gleich mal in Cocktailparty um, denn genau so fühlte ich mich am nächsten Tag nach meiner ersten Chemo🙈. Also warum nicht aus der Not eine Tugend machen😉. So stellte ich mir jedes Mal vor, dass ich meinen Knilch unter den Tisch saufe. Und sollte es mir danach auch noch so schlecht gehen so freute mich die Vorstellung, dass es meinem Knilch sicherlich nur noch schlechter ging. Und genau so sollte es ja sein.

    Diese Ironie behielt ich mir über die ganze Therapiezeit bei. Unter anderem setzte ich mir auch regelmäßig hier Etappenziele, an denen ich mich selber belohnte. Sei es bei der Halbzeit der 4x AC und dem Ende, dem Start der 12x Paclitaxel und Carboplatin-Chemo, dem 1/4, dem Bergfest (6x), dem 3/4 und dem finalen Ende🥳.

    Zudem versuchte ich meinen Alltag so gut es ging normal weiter zu leben. Während den Pacli-Chemos konnte ich sogar wieder ins Fitnessstudio gehen, meine Leidenschaft 🤗.

    Hast du schon mit der Chemotherapie begonnen?

    Meine Erfahrung zeigte mir, dass es ab da ruhiger wird und man einfach seine Termine "abarbeitet". Gegen Ende "durfte" ich mich zudem mit dem OP-Thema auseinander setzen. Du siehst: eigentlich hatte ich keine Zweit groß über mögliche Folgen zu überlegen 🙈🙈🙈.

    Apropo OP: wurde dir eine Testung auf Genmutationen wie z.B. BRCA1 angeboten? Gerade bei TN ist es möglich. Hier habe ich beim "Bullsh***Bingo "hier" geschrien. Deshalb auch meine Auseinandersetzung mit dem OP-Thema.

    Liebe Katara , ich wünsche dir hier einen allzeit guten Austausch und für deine Therapiezeit alles Gute🍀🍀🍀.

    Denk dran: du bist nicht alleine. Die geballte Frauenpower unseres Forums ist hinter dir.

    Liebe Grüße

    Hanka

    Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade drauß!;)

    Wenn sich im Leben eine Tür schließt, sollte man sich manchmal lieber HAMMER und NAGEL schnappen und sicherstellen, daß das Teil auch zu bleibt.8o

    Alles, was man über das Leben lernen kann, ist in drei Worte zu fassen: ES GEHT WEITER!:thumbup: (Friedrich Schiller)

  • Liebe Katara auch ich habe meinen TN im Februar das erstmal ertastet.

    Morgen ist meine 2. Chemo. Ich kann dir daher noch nicht viel erzählen.

    Aber sehr geholfen hat mir u.a. dieses Forum und die lieben Antworten die ich hier bekomme habe. Es ist also gut, das du dich hier angemeldet hast 🙂… und ich wünsche mir für dich das es dir ebenso hilft wie mir 🍀

    Liebe Grüße

  • Verena 7. April 2026 um 08:59

    Hat den Titel des Themas von „Triple Negativ mit 35“ zu „Katara - Triple Negativ mit 35“ geändert.
  • Hallo liebe Katara, ich bin auch an triple negativ erkrankt und inzwischen das 2.jahr nach chemo und OP krebsfrei.

    Hier sind schon echt gute Tipps aufgeschrieben worden. Ich möchte auch betonen, dass dieses Forum mit seinen wunderbaren Menschen hier mir durch harte Zeiten geholfen hat. Immer wieder.

    Was mir auch geholfen hat war der Rat meines ältesten erwachsenen Sohnes, nicht zu versuchen den ganzen vor mir liegenden Berg zu überschauen, sondern ihn Schritt für Schritt zu erklimmen. Du wirst merken, dass man das was gemacht werden muss abarbeitet.

    Ich drücke dir die Daumen und wuensche dir ganz viel Kraft und Unterstützung.

    Liebe Grüße, Oma pe

  • Katara

    Schönen guten morgen liebe Katara, hier habe viele schon ihre Erfahrung und Tipps geschrieben.

    Ich kann deine Angst gut verstehen und immer wenn du niemanden zum Reden hast, schreib es hier herein, hier gibt es immer jemanden der dich dann auffängt, wenn niemand gerade da ist.

    Eine gutes onkologische Team ist wichtig, denn auch sie helfen die immer.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

  • Liebe Katara

    Sei lieb Willkommen hier bei uns im Forum.

    Auch ich hatte ein triple negatives Mammakarzinom G3 mit zwei befallenen Lymphknoten und einem KI67 Wert von 50 % und zwei befallenenLymphknoten .Das ist jetzt 8 Jahre her als ich die Diagnose bekommen habe im Februar 2018 . Ich dachte damals das wars , hatte nur noch Panik und konnte keine klaren Gedanken fassen . Als meine Staiginguntersuchungen durch waren u d keine weiteren Mietnomaden gefunden wurden und mein Onkologe sagte es geht jetzt in Richtung gesund werden wurd ich klar . Ich habe mir realistisch gesagt ich habe lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh. Wer in den Krieg zieht muss auch Kratzer einstecken können. Alles was keine Miete zahlt fliegt raus. . Die Chemotherapie hab ich relativ gut überstanden, es waren nur wenige Tage wo es mir schlecht ging. Ich habe jeden Tag Spaziergänge mit meinen Hunden gemacht und das hat mir die nötige Kondizion gegeben . Klar wollte ich mich auch auf den Boden werfen und heulen und nicht mehr aufstehen und mir ist die Puste und die Kraft ausgegangen . Aber Schritt für Schritt war dann das Ende der Chemotherapie zu sehen . Den Krankenhausaufenthalt fand ich schlimmer da ich mir das Zimmer mit fremden Frauen teilen musste , das war eine wirkliche Herausforderung zur Operation. Ich habe darauf bestande während der brusterhaltenden OP eine Nachresektion zu bekommen für den Fall das die Ränder nicht frei sind oder der Rand nur knapp ist . Ich wollte eigentlich eine Mastektomie weil ich mir gesagt hatte das ich nicht an meiner Brust sondern an meinem Leben hänge . Aber darauf habe die sich im Brustzentrum nicht eingelassen . Meine Lymphknote wurden bis ins Level zwei entfernt . Später hTte ich 28 Bestrahlungen mit jedesmal Boost und ich habe darauf bestanden mir die oberen Lymphabflusswege mit bestrahlen zu lassen. Für ein Quäntchen mehr Sicherheit.

    Ich habe Nebenwirkungen der Krebstherapie aber ich habe mehr gewonnen als ich jeh verloren habe .

    Meinen Port habe ich Willy getauft , mein Freund der mir unter die Haut geht .

    Heute geht es mir wieder gut und ich bin noch krebsfrei , meine Nebenwirkungen gehören zu mir und nerven mich nur an wenigen Tagen

    Es ist zu schaffen, ich möchte dir Mut machen :hug:

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Ein liebes Willkommen, liebe Katara ….tut mir immer sehr leid, dass es auch bereits sehr junge Frauen mit dem oder anderen Mist erwischt!

    Ich wünsche dir alles Gute und einen schönen und hilfreichen Austausch in unserem Forum!

    …kann dir nur sagen, dass ich 2019 den positiven BK hatte, Diagnose kam erst Ende Januar. Generell konnte ich mit mir und meiner Psyche relativ erträglich klar kommen, Chemo, OP und auch meine Medis habe ich recht gut ertragen können😌 nehme schon über 2 Jahre Letrozol.

    Auch du wirst es schaffen✊✊✊🌸

    LG

  • Ich habe auch TNBC, G3, Ki 76.

    Meine Diagnose wurde Ende September=Anfang Oktober gestellt. Am 5.11. hatte ich dann schon die erste Chemo. Erst Pacli und Carbo mit Pempro zusätzlich und jetzt bin ich bei der vorletzten EC. Ich habe meine Chemos bisher nicht gut vertragen und es war auch bereits einmal sehr knapp. Aber uch habe mich entschieden weiter zu machen. Ich will leben. Und das Onkoteam passt gut auf mich auf.

    Bei TN ist ein Gentest sehr wichtig. Das bestimmt die weiteren Therapien zwecks OP und umd Nachsorgetermine. Ich hatte Glück, mein Gentest war unauffällig. Eine Mitstreiterin erging es anders aber auch sie zieht das ganze Programm (Brustabnahme, Entfernung Eierstöcke) durch, hauptsache Leben.

    Viele Frauen kommen gut durch die Chemo, machen Sport und sind nicht so eingeschränkt wie ich. Nur Mut. Bei Fragen immer her damit. Wir schaffen das.

    Eva

    Der Weg daraus, ist der Weg dadurch!

  • Vielen Dank für die lieben Antworten, eure Erfahrungen und die Tipps, die ihr hier geteilt habt! 🥹

    Ich hatte heute den Termin mit meiner Onkologin zur Besprechung der Chemo und der lief anders als erwartet. Begrüßt wurde ich mit "Gott sei Dank haben Sie Ihre Haare noch nicht abgeschnitten und zum Glück haben wir noch keinen Port eingesetzt!!" - Bei der Tumorkonferenz wurde nochmals auf den Befund der Stanzbiopsie geschaut, weil ein Wert für TN außergewöhnlich niedrig scheint. Nun sagen 2 von 3 Pathologen TN und einer sagt, das sei möglicherweise eine Mikroglanduläre Adenose. Die Chemo und die geplante Behandlung ist also nochmal um zwei Wochen verschoben, bis eine Spezialistin für MGA die Probe untersucht hat.

    Wenn ihr mögt, drückt gerne ein paar Daumen für mich, damit aus Schrödingers Brustkrebs in zwei Wochen ein gutartiges, operables Zellklümpchen wird. Wenn ich in meinem Leben einmal Glück haben dürfte, wäre jetzt dieser Moment.

    Jetzt muss ich also erstmal weitere zwei Wochen Bangen und Hoffen überstehen.