Es ist meine Entscheidung

  • hier ist Leni,


    meine Mutter ist vor zwei Jahren an Brustkrebs erkrankt. Ich bin 43Jahre und habe zwei Kinder ein Junge (7) Mädchen (10). Sie hat bis jetzt den krebs überstanden, aber sie hat sich noch nicht damit abgefunden. ....Sie lebt.....Nur reden kann ich nicht mit ihr. Mir fällt es sehr schwer, blocke total ab und habe ständig ein schlechtes Gewissen. Vieleicht auch, weil sie mich ständig daran erinnert, zur Vorsorge zu gehen. Ich möchte es aber selber entscheiden wann ich gehe oder nicht. Ich habe zu meiner Mutter sonst ein gutes Verhältnis. Sie ist immer dagewesen bis heute kümmert sich auch um ihre Enkelkinder nur über dieses Thema .....stillschweigen......von meiner Seite ,.......oder auch deutliche Worte ,...sie soll mich damit zufrieden lassen.


    Wieso bin ich so? Ich liebe meine Mutter und gleichzeitig habe ich Angst.


    LG Leni

  • Liebe Leni,


    Es tut mir sehr leid, dass bisher noch niemand auf Deinen sehr berührenden Beitrag geantwortet hat. Das liegt einfach daran, dass wir im Moment noch in der Testphase sind. Künftig wird das aber anders werden.


    Als meine Mutter an Krebs erkrankte, habe ich mich häufig in einer ganz ähnlichen Situation befunden wie Du. Mit ihr über ihre Erkrankung zu sprechen, ist mir damals sehr schwer gefallen. Der Wunsch Deiner Mutter, dass Du die Früherkennung wahrnimmst ist allerdings sehr verständlich und ja auch für Dich wirklich wichtig. Gibt es einen Grund, weshalb Du das so ablehnst?

  • Hallo Momo,


    vielen Dank für deine liebe Antwort.


    Ich denke,dass Angst eine große Rolle spielt. Ich möchte gerne mit meiner Mutter reden........aber da ist sie----- die Angst. Vieleicht gibt es ja noch mehr


    Angehörige, die das gleiche Problem haben, wenn ja, freue ich mich schon jetzt, von Euch zu hören. Manchmal hilft schon ein kleines "Gespräch".


    Bis bald Leni

  • Liebe Leni,


    mein Vater ist vor elf Jahren an Krebs gestorben. Mit ihm konnte ich erstaunlich gut über seine Erkrankung reden. Das lag vielleicht daran, dass er ein sehr sachlicher Typ war. Jedenfalls hat es mir bei den Gesprächen immer geholfen, ein bisschen Wissen mitzubringen und dann Fragen zu stelle nach dem Motto, wie ist das eigentlich mit... musst Du das auch machen, was sagt denn Dein Arzt dazu usw.


    Diese sachliche Atmosphäre hat auchdazu beigetragen, meine eigenen Ängste in Schach zu halten.


    Ich weiß nicht, ob Dir das hilft. Ich wünsche Dir aber auf jeden Fall, dass Du zu einem guten Umgang mit Deiner Mutter findest, der für Euch beide hilfreich ist.


    Liebe Grüße
    Kassandra

  • Hallo Leni,
    meine beiden Eltern sind an Krebs erkrankt, mein Vater ist inzwischen verstorben. Meine Mutter spricht auch nicht über ihre Erkrankung. Das ist jetzt 4 Jahre her. Da es ein sehr agressiver Krebs war, gehen wir alle davon aus, dass sie nochmal Glück hatte, sonst würde sie heute nicht mehr leben. Ich selbst bin ziemlich zuverlässig, was meine Vorsorge angeht, ich muß eher meine Mutter daran erinnern. Sie geht nur wiederwillig zu Ärzten. Da sie erste Anzeichen von Demenz zeigt, haben meine Geschwister und ich es übernommen, Termine für sie zu vereinbaren und sie zu begleiten.
    Es ist immer schwer, wenn man das Gefühl hat, bevormundet zu werden, egal ob das von Mutter zu Tochter kommt oder umgekehrt. Aber dahinter steht ja die echte Sorge um einen lieben Menschen.

  • Hallo Leni,


    bei mir war es umgekehrt. Ich wollte gerne mit meiner Mutter reden und so viele Informationen wie möglich sammeln um meine eigene Angst du bekämpfen. Aber meine Mutter ist in einer Zeit an Brustkrebs erkrankt und gestorben als ich zwischen 13-16Jahre als war und sie war der Meinung, dass ich das noch nicht verstehe. Ich erinnere mich an eine Situation im Krankenhaus als ihre Freundin vorbei kam, die auch einen OP hinter sich hatte und ihr im Bad ihre Narbe gezeigt hat, damit sie etwas die Angst verliert. Sie hat mir angeboten, dass ich mitkommen kann, aber meine Mutter und meine Oma haben es nicht erlaubt. Somit hab ich nur Bruchstücke mitbekommen und die Angst und Hilflosigkeit ist geblieben. Ich hab auch sonst keine weiblichen Angehörigen mehr. Klar das Thema macht Angst, aber ich denke es ist vielleicht besser darüber zu sprechen als alles in sich reinzufressen.
    Daher bin ich auch froh, dass es dieses Forum gibt, denn in meinem näheren Umfeld habe ich da leider keinen.


    Alles Gute

  • Hallo Leni,
    Als meine Schwiegermutter die Diagnose Brustkrebs bekam, hat sie uns allen erzählt, es wäre gar nichts. Sie hat sowohl Operation als auch Therapie einfach abgelehnt, und das mit Mitte 60. Der Hausarzt traf irgendwann durch Zufall meinen Mann und fragte ihn, wie es ihr denn jetzt ginge und als mein Mann total perplex aussah, rutschte ihm die Diagnose raus. Wir wussten gar nicht, wie wir damit umgehen sollten. Vorsichtige Fragen blockten meine Schwiegereltern sofort ab. Ich wollte ihr sagen, sie müsse zur Chemotherapie, sich operieren lassen etc. Diese Sache stand den Rest ihres Lebens zwischen uns, auch wenn ich gelernt hatte zu akzeptieren, dass jeder seinen eigenen Weg gehen muss.

    Liebe Grüße aus dem wunderschönen Hessenland, heidih57



    Glück liegt nicht darin, dass man tut, was man mag,
    sondern dass man mag, was man tut.
    James Matthew Barrie

  • Hallo Leni,
    Ich denke, es ist etwas Anderes, wenn die eigene Mutter erkrankt. Da bekommt man sicher Angst, dass man die Krankheit in sich trägt. Darüber reden würde helfen die Ängste in den Griff zu kriegen. Aber das kann nicht jeder.
    Liebe Grüße, gerda

  • Liebe Leni,


    es ist sehr schade das du nicht mit deiner Mutter über Krebs reden kannst.
    Ich denke es würde euch Beiden gut tun sich auszusprechen und danach wird diese Krankheit Krebs für dich etwas
    seinen Schrecken, Angst verlieren.
    Würde Euch raten einen Psychoonkologen aufzusuchen. Der kann so ein Gespräch in die richtige Richtung
    lenken.
    Wünsche Euch alles Gute.
    Moni

  • Liebe Leni,


    ich erlebe es mit meinem Sohn, auch wir 2 reden nicht darüber ,,, er fragt nicht, weil er weiß, daß ich ihm, wenn es mir schlecht gehen würde, alles erzähle


    aber, Dir kann ich echt empfehlen, einen Psychologen aufzusuchen, damit Du den damaligen Schock überwindest.


    Hast Du es schon einmal mit Baumrufen versucht ?, ich weiß, daß hört sich total Gagga an, ist es aber nicht, denn wenn Du in den Wald gehst (ich weiß ja nicht wo Du wohnst) such Dir einen Baumaus und schreie ihn an, schrei das aus Dir heraus, was Dich belastet ... und das immer wieder, an mehreren Tagen


    Das befreit

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Einige Zeilenschaltungen herausgenommen für bessere Lesbarkeit. Grüssles Saphira

  • Liebe Ruth,


    Inwieweit Deine Empfehlung mit dem "Baumrufen" in einer hochbelastenden, schwierigen Situation hilfreich ist, möchte ich nicht bewerten. Dir mag eine solche Methode vielleicht helfen. Das mag aber bei weitem nicht für jeden gelten. Für mich klingt Baumrufen jedenfalls ausgesprochen esoterisch.


    Selbstexperimente im psychologischen Bereich sollte man eher vermeiden und sich doch besser für eine von Profis begleitete Maßnahme entscheiden, sei es im Rahmen von Gesprächen oder aber mit Hilfe von Musik oder Kunst.


    In der Seele weiß man manches Mal nicht, was einem dort begegnen mag - und dann ist es sinnvoll, wenn im Zweifel jemand da ist, der einen auffangen kann oder etwas zurechtrückt.


    Grüße


    Saphira

  • Hallo Saphira,


    das war kein esoterischer Hinweis und auch keine psychologische Beratung,


    es ist allgemein bekannt, daß man sich auch einmal frei machen sollte.....


    Ich kann jedem nur empfehlen zu einem Psychiater zu gehen und dort alles aufarbeiten und nicht zu Esoterikern oder zu selbsternannten Heilern zu gehen.


    Gott bewahre