Beide Eltern an Krebs verloren und selbst schon an Krebs erkrankt

  • Hallo ihr Lieben,


    nach langer Zeit, möchte ich hier wieder einmal mitschreiben... da mich zur Zeit so sehr der Kummer, die Trauer und so viele Ängste plagen.


    Nur ihr könnt mich verstehen.


    Ich selbst hatte 2014 BK Triple Negativ/ BRCA2/ mit Chemo neoadjuvant und Komplettremission. Danach beidseitige Mastektomie mit Sofortaufbau Silikon.


    2014 starb leider mein Papa an Lungenkrebs. ;(


    2016 bekam auch meine Mama BK / hormonpositiv/ keine Chemo / Bestrahlung und anschließend AHT/ ebenfalls BRCA2


    Vor 5 Wochen kam meine Mama ins KH. Tumor in der Bauchwand, aber keine Zellen von Eierstock oder BK. Dieser war so aggressiv, das sie nun daran verstarb. Ich bin völlig fertig, ich bin leer, zutiefst geschockt und es tut einfach nur höllisch weh! Sie war meine beste Freundin. ;(;(;(


    Zusätzlich tickert nun das Kopfkino. Ich hab Angst, dass dies nun auch mein Schicksal sein wird... ich habe ein Kind und solche Angst, ihm auch so Kummer zu machen. Rückenschmerzen u andere Beschwerden machen es nicht einfacher.


    Gibt es hier Frauen, die evtl. auch schon Mama oder Papa an Krebs verloren haben und selbst betroffen mit den selben Ängsten zu kämpfen haben?


    Ich will meine Mama zurück!!! ||

  • Liebe Andrea37,


    Auch wenn ich meine Eltern nicht verloren habe, muss ich dir nochmal schreiben! Es tut mir echt wahnsinnig leid für dich. Vor allem weil du ein gutes Verhältnis zu deinen Eltern hattest. So las ich es heraus.

    Es gibt keine tröstenden Worte oder Handlungen, die deinen Schmerz kleiner machen können. Das Forum ist aber für dich da, du bist nicht alleine. Wenn du ganz doll traurig bist, ist immer jemand online. Bitte schreibe deinen Schmerz hier auf. Kannst du dir irgendwie professionelle Hilfe holen? Ein Mensch der dich auffängt?

    Ich wünsche dir ganz doll, dass du trotzdem irgendwann wieder glücklich wirst.

    Und Andrea ich glaube fest daran, dass wir uns alle einmal wieder sehen..


    Alles liebe dieser Welt! Ich hoffe, du hast gute Freunde, die dir beistehen.

  • Hallo Andrea,


    och menno, es tut weh, das zu lesen und ja, ich kann dich sooo gut verstehen, dass du sie zurückmöchtest. Sch......



    Mein Papa ist vor 15 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Der war wenigstens mutig, ich bin ne Memme und komm überhaupt nicht klar. Meine armen Kinder, ich weiß gar nicht, wie die das mal verarbeiten sollen, aber ich pack's nicht mehr, dass zu verbergen.

  • Liebe Andrea37


    ich muss dir hier nochmal schreiben. Es zerreisst mir das Herz wenn ich deine Worte lese. Ich kann deinen Schmerz so gut nachempfinden. Auch meine Mama ist meine beste Freundin. Sie ist die beste Freundin und Mama, die man sich nur wünschen kann. Es tut so weh die geliebte Mutter an solch einer Krankheit zu verlieren. Ich fühle so sehr mit dir... ich hoffe, dass der Schmerz irgendwann nachlässt... aber fehlen wird sie ein Leben lang

  • Liebe Andrea37 ,

    es tut mir leid das du beide Eltern so früh verloren hast, dann auch noch beide an Krebs.

    Die Mutter fehlt einem immer sehr.

    Leider kann sie auch niemand ersetzten.

    Ich hoffe dein Kind kann dich von deinem Leid ablenken, denn du wirst von ihm noch gebraucht.

    Vielleicht hast du Verwandte und Freunde die dir helfen können.

    LG Petra

  • Liebe Andrea37 ,


    mein herzlichstes Beileid zu deinem Verlust. Auch ich habe meine geliebten Eltern an den Krebs verloren. Meine Mutti starb an Brustkrebs mit 57 und mein Papa an Darmkrebs mit 62 4 Tage nach meinem 20. Geburtstag. Und ja sie fehlen mir immer noch, obwohl dies alles schon über 30 Jahre her ist. Gedanken, dass es einen genauso ergehen wird, die kann ich dir nachfühlen. Die habe und hatte ich auch schon öfter. Wir dürfen uns aber nicht davon runterziehen lassen. Jeder Mensch ist anders und du wirst noch sehr lange für deine Kinder da sein.


    ich sende dir eine herzlichste:hug:.


    Kalinchen

  • Hallo Andrea37 ,erstmal möchte ich dir sagen,wie leid mir das mit deiner Mama tut.

    Ich kann deine Situation ansatzweise verstehen. Auch ich hab beide Eltern an Krebs verloren. Meine Mama starb 2007,auch bei ihr war nicht ganz klar welcher Krebs es war. Nach der Metastasierung wohl Brustkrebs .

    Mein Vater starb 2015 an Darmkrebs. Ab da hab ich gedacht,auch mich könnte es mit der Familiengeschichte irgendwann treffen und hatte panische Angst und hab auf jede Veränderung geachtet. Leider bin ich dann selbst 2016 an fortgeschrittenem Brustkrebs erkrankt... 2017 wurde bei mir dann BRCA1 festgestellt. Noch heute plagen mich die Ängste und vorallem die Sorgen meines Mannes,der nach wie vor Angst hat,dass ich daran sterben könnte. Wobei ich mitlerweile seit 4 Jahren in Remision bin.

    Das Gefühl der Angst wird wohl immer ein Teil bleiben, aber mit der Zeit wird es einfacher damit zu leben. Denn und das ist ganz wichtig,nicht bei jedem geht diese Krankheit so aus. Das versuche ich mir immer zu sagen. Denn trotz meiner schlechten Prognose, bin ich ohne Rückfall.

    Fühl dich gedrückt

    Einmal editiert, zuletzt von Lieselotte () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt

  • Hallo ihr Lieben,


    danke, dass ihr mein Gefühlschaos nachfühlen könnt. Es ist schön, wenn man Menschen findet, die einen verstehen, gerade, weil sie in der selben Situation sind.


    Ich war 6 Jahre lang stark und hatte gerade wieder Vertrauen in ein Leben mit und nach Krebs bekommen... doch das wurde durch die Erkrankung und den Tod meiner geliebten Mama so stark erschüttert und zerstört. Ich weiß nicht, ob ich meine kleine Welt wieder repariert bekomme. Vor allem ohne meine Mama, meine beste Freundin, meine Lebensberaterin, mein Zu Hause, mein Fels in der Brandung... meine Familie und meine Kindheit.


    Ich denke es wird Zeit brauchen... ich werde es aufbauen, Stein für Stein, vor allem für mein Kind. Und ich hoffe, es wird auch wieder schöne Tage geben? Bestimmt, sie werden eben nur anders schön sein, ohne meine Mama... <3


    Danke und stille Grüße

    Andrea

  • Liebe Andrea37, deine Trauer und Ängste kann ich sehr gut nachempfinden. Vor vier Jahren ist meine kleine heile Welt auch Stück für Stück zusammengebrochen. Im Mai half mein Vater uns noch beim Umzug, fünf Wochen später erhielt der die Diagnose Krebs im Endstadium, und sechs Wochen später war er tot. Ich kann es bis heute nicht so recht fassen, wie der Krebs meinen Vater innerhalb so weniger Wochen dahinraffen konnte. Es war einfach nur schrecklich.

    Gerade mal ein halbes Jahr später bekam meine Mutter ihren Port gelegt für die Chemo wegen CML, die sich fast zwei Jahre hinziehen sollte. Während meine Mutter noch in der Endphase ihrer Chemo war, bekam ich die Diagnose TNBC und musste ihr am Telefon diese Nachricht überbringen. Keine zwei Wochen nach meiner OP kam eines Morgens der Anruf, dass meine Mutter auf der Intensivstation liegt und ihr Leben auf Messers Schneide steht. Ich musste noch am Telefon für oder wider lebensverlängernde Maßahmen entscheiden. Zwar hat meine Mutter den Kampf gewonnen, ist nach drei Monaten Krankenhausaufenthalt aber nur noch ein Schatten ihres früheren Selbst.

    Und nun die latente Bedrohung durch Corona... Irgendwie kommen mir die vergangenen Jahre wie ein Schrecken ohne Ende vor. Doch auch wenn man es nicht für möglich hält, es gibt sie doch noch, die schönen, die hellen Tage. Und auch du wirst sie ganz gewiss wieder erleben! :hug:

  • Liebe Andrea37,

    oh ich verstehe dich soo gut.
    Ich habe fast meine ganze Familie an den Krebs verloren. Zuerst Oma1 an Eierstockkrebs, Tante1 an Darmkrebs, Tante2 an Brustkrebs und Gehirntumor,

    dann meine Mama an Brustkrebs und MS, etliche andere auch noch und gerade im Januar meinen Papa. Ich musste auch entscheiden, ob man ihn einschlafen lässt, er konnte nicht mehr alleine atmen.
    Und nun hat es mich erwischt mit TNBC.
    Mein Mann ist gerade in Rente, wir wollten nach so viel Pech im Leben nun durchstarten, mal irgendwohin reisen.
    Nichts, jetzt bin ich dran. Nichts mit entspannen. Nichts mit endlich nicht mehr an Krankheiten denken.
    Ich habe richtig Angst, dass die Chemo nichts bringt und alles umsonst war. Und ich keine Zeit für schöne Dinge mehr haben werde. Meine Kinder sind zwar schon groß, aber sie werden auch ihren richtigen Vater verlieren, wann wissen wir noch nicht.
    LG Snowflower

    ,

  • liebe Andrea37


    Ich möchte dich als 1. Mal lieb knuddeln.

    Ich habe meinen papa nicht an krebs verloren, aber an einem schweren herzinfakrt am 27.januar 2019. Ich musste seine geräte abatellen u war bis zum ende bei ihm. Ich kann deine trauer und deinen verlust sehr gut nachempfinden. Meine mama lebt noch, aber ich verlor 3 wochen nach meinem papa meine 5 jährige tochter am 15.2.2019 die an ihrer schweren erkrankung verstarb u heute habe/hatte ich selbst eine krebsvorstufe am gebärmutterhals. Im april diesen jahres verstarb der opa meines mannes den ich bis zum schluss pflegte.

    Ich kann mich viell nicht 100% in dich hinein versetzen, da ich 1 elternteil noch habe, aber ich möchte dir mut machen wenn ich darf.

    Beruflich bin ich palliativbegleiterin und trauerbegleiterin. Das tut hier aber nichts zur sache!!!

    Ein verlust tut immer weh. Weiter machen ist oft hart u schwer. Versuche dich an kleinen dingen zu erfreuen. Jeder tag hat mindestens eine sache die schön ist. Die sonne, eine freundin die da ist, ein tolles wort, ein nettes telefonat. Versuche dich, wenn auch schwer, an solchen momenten oder dingen fesrzuhalten.


    Ich wünsche dir alles liebe und das beste dieser welt! Du wirst es schaffen, denn rückblickend hast du schon einiges geschafft

  • Hallo Andrea37 ,

    mein Beileid zu deinem Verlust.

    In meiner Familie ist Krebs auch sehr stark vertreten. Schon in der Großelterngeneration, Tanten, Onkel beiderseits, mein Vater ist 2004 an einem Lebertumor mit Metastasen verstorben. Sie haben ihn nicht gegen den Krebs behandelt. Meine Schwester starb 2014 an Brustkrebs. Meine Mutter erkrankte an Darmkrebs, aber sie hat es überstanden. Ich lebe auch noch und gut. Ich habe Eierstockkrebs überlebt.

    Es ist nicht aussichtslos!

    Ich habe jetzt Angst, noch mal an Krebs zu erkranken, aber ich habe Früherkennungsuntersuchungen und hoffe, dass im Falle dass, es früh genug erkannt wird und wieder geheilt wird.

    Liebe Grüße, kleiner Vogel

  • Liebe Andrea37,


    es tut mir schrecklich leid, dass du so schwere Zeiten durchlebst und manchmal helfen auch die bestgemeinten Worte nichts. Trotzdem, ich hoffe, dieses Forum kann dir ein bißchen Trost spenden.


    Bei mir sind auch beide Eltern an Krebs gestorben - erst meine Mama mit 50 Jahren, wahrscheinlich Brustkrebs (ist schon 30 Jahre her, die Diagnose war damals nicht ganz klar) und dann letztes Jahr mein Vater an Leberkrebs. Und ich selbst hatte 2014 auch eine Brustkrebsdiagnose und habe viele Monate mit Chemo, OPs und Bestrahlung verbracht.


    Ja, es stimmt schon, dass man eine andere Sicht auf Krebserkrankungen der Eltern hat, wenn man selbst betroffen ist. Mir hat es eigentlich mehr Sicherheit gegeben, was jetzt wirklich wichtig ist, solange mein Papa noch da ist. Denn es war klar, eine vernünftige Therapie gab es in dem Stadium und Alter keine mehr. Wir haben noch eine sehr intensive Zeit am Ende seines Lebens miteinander verbracht und die letzten 14 Nächte vor seinem Tod habe ich in seinem Zimmer im Pflegeheim schlafen können. Es hört sich vielleicht merkwürdig an, aber es war für uns beide eine schöne Zeit, wir haben zusammen gelacht und zusammen geweint. Es ist nicht so wichtig, an was du stirbst, sondern wie du gelebt hast und am Ende ist mein Papa ganz friedlich und entspannt eingeschlafen und ich konnte bei ihm sein. Und ja, es tut immer noch weh, dass er nicht mehr da ist.


    Du hast ja auch ein ganz enges Verhältnis zu deiner Mama, natürlich ist es furchtbar für dich, dass sie gehen mußte. Aber du bist und bleibst ihre Tochter und ihr seid ganz eng verbunden, egal ob sie da ist oder nicht. Ganz bestimmt möchte sie für dich noch viele schöne und helle Tage in deinem Leben! Und vielleicht hälst du Ausschau nach kleinen Zeichen, die dir deine Mama schickt? Wenn ich eine Feder finde oder Schmetterlinge sehe, ist es für mich auch heute noch tröstlich und ich freue mich darüber.


    Ich schicke dir eine tröstende Umarmung


    Tonwerk

  • Hallo,

    ich möchte diesen Thread mal wieder nach oben schieben 😊

    Meine Mutter hat mit 21 Jahren und somit 1 Jahr nach meiner Geburt die Diagnose Eierstockkrebs mit einer Prognose von 2 Jahren bekommen-sie hat das überlebt bis dann im Alter von 37 Jahren der Mistk... in Form von BK wieder kam -ich war damals kurz vor dem Abi -das war echt hart -letztendlich ist sie 1996 im Alter von 49 Jahren verstorben - mein Vater erkrankte dann auch an Krebs (Tumor sichtbar am Hals) und liess den erst nicht behandeln- 2002 wurde er dann doch operiert aber da war es für eine kurative Behandlung zu spät -er ist 2004 im Alter von 60 Jahren verstorben.

    Ich habe lange Jahre unbesorgt und unbeschwert mit der Einstellung „ich bekomme den Sch... nicht“ gelebt. 1999 da war ich 33 Jahre alt entdeckte man bei mir einen riesigen Tumor am Eierstock-der wurde amputiert und gut wars -ich habe das Thema verdrängt. Als ich dann 49 wurde bekam ich plötzlich innerlich Panik und der mir vermittelte Glaubenssatz „Krebs ist sowieso nicht heilbar“ fraß auch innerlich in mir. Daraus generierte sich eine Vermeidungshaltung ggü Vorsorgeuntersuchungen. Auch konnte ich 2017 mit der Frage nach einem Gentest so gar nix anfangen.

    Nachher ist man ja immer schlauer, denn jetzt hat es mich auch mit BK erwischt-da die Biopsie auf einen harmlosen Mistk... stark hormonabhängigen hinweist gabes zunächst einen Aromatasehemmer und am 6.5 die Mastektomie (da multizentrischer Befall) - da auch LK auffällig waren, ist die weitere Therapie noch offen (Chemo? Bestrahlungen?) Mittwoch weiß ich mehr.

    Jetzt kochen natürlich die während der Krankheit meiner Eltern entstandenen Sorgen/Ängste wieder hoch inklusive der doppelten Erfahrung des tödlichen Ausgangs.

    Da ist es ein doppelter Kraftakt für die eigene Erkrankung positiv und optimistisch zu bleiben...

    Geht es jemanden ähnlich?

    LG von Claudia

  • Hm, Calimero1965, liebe Namensvetterin Claudia, ich habe auch beide Eltern an Krebs verloren. Meinen Vater mit 48 an Darmkrebs, meine Mutter mit 64, Cup-Syndrom, war dreimal erkrankt bis es einfach nicht mehr ging und sie aufgegeben hat. Als ich dann letztes Jahr die Diagnose bekam war mir klar, daß ich eigentlich immer damit gerechnet habe, es irgendwann zu bekommen, ohne es auszusprechen oder trübsinnig mit dem Gedanken vor mich hinzuleben.


    Ich hab immer gesagt, wenn ich das mal bekomme lass ich nichts machen, genieße mein Leben solang es geht und tschüss. Mal ehrlich, dieser Gedanke kam mir nicht eine Sekunde. Sie hatten ja beide andere Krebsarten, soll nicht heißen, daß es dann für mich eine Garantie ist, aber Brustkrebs ist wirklich gut behandelbar, die Aussichten sind nicht schlecht (auch wenn ich mich von irgendwelchen Statistiken nicht leiten lasse). Ich sehe da irgendwie gar keine Zusammenhang oder vielleicht versuche ich das zu ignorieren. M.E. ist mit dem Wissen das ich jetzt habe nicht jeder Krebs tödlich, wobei ich dennoch sehr sicher bin, daß ich irgendwann an dem Mist sterben werden, nur diesmal sicherlich nicht.


    Du hast allerdings auch weit mehr hinter Dir als ich, was Deine Krankheit betrifft. Daß man da durchaus Parallelen zieht, auch Hoffnungslosigkeit mal kommt, ja, ich glaube, das ist durchaus normal.


    Ich habe auch meine Tiefs, gerade wenn ich andere "glückliche" Familien sehe, wo Menschen in meinem Alter noch beide Eltern bei bester Gesundheit haben, noch nie wirkliche Verluste erlebt haben und ich muß mich schon mein halbes Leben mit Krankheiten (anderer) rumschlagen. Ja das kommt ab und an. Aber das muß man sich auch eingestehen. Allerdings sehe ich es nicht als doppelten Kraftakt so wie Du es beschreibst, irgendwie ist es für mich ein riesiger Unterschied, ob es meine Lieben oder mich selbst betrifft. Ich würde mit Sicherheit ganz anders hier reden würde meinen Mann betreffen. Ich hoffe, daß es mir erspart bleibt, das jemals nochmal durchmachen zu müssen.

    Das Leben ist ein Keks, jeden Tag beissen wir ein Stück davon ab

  • Danke liebe Namensvetterin Claudi209 für deine Sicht auf die Dinge -spannend wie sich Wahrnehmungen und Perspektiven wandeln können -ich würde mal sagen: uns wird nicht langweilig 😊

    Mittlerweile beschäftigst du dich schon mit deiner AHB - echt Wahnsinn was sich in kurzer Zeit in unserem Leben so tut -klar wir hätten uns echt ein anderes Thema aussuchen können-aber u.a du und deine Beiträge zeigen mir auch eine positive Seite der Erkrankung- geänderte Wahrnehmung-sich selbst als Prio 1 zu setzen (Gruß an den Job 😉) und, und, und -das hilft mir gerade ein wenig aus dem „Loch“ -danke dir und etlichen anderen hier im Forum auch dafür 😘

    LG von Claudia

  • Calimero1965: Also ich bin auch komplett davon überzeugt, daß es mir ohne das Forum sehr viel schlechter gehen würde. Man ist damit nicht allein, weder mit dem Krebs noch mit den ganzen damit verbundenen Gefühlen. Letztlich müssen wir natürlich alle allein damit klarkommen, gar keine Frage. Aber sich ein wenig helfen zu lassen, auch von seiner eigenen Überzeugung durchaus abzulassen, das Ganze mal von außen zu betrachten, das hilft schon manchmal.


    Nach wie vor bin ich der Meinung, daß eine positive Grundeinstellung wirklich hilft, genauso wie es hilft auch mal Sch...tage zuzuzlassen und eben nicht immer stark zu sein. Mein Mann hat gesagt, daß ich weicher geworden bin, nach dem Tod meiner Mutter bin ich glaub ich wirklich ein wenig zu einem Ars..loch geworden manchen Dingen gegenüber, radikaler in meiner Meinung. Ist ja nicht immer verkehrt, es ist aber auch nicht immer richtig. Und ebenso glaub ich, daß ein gewisser Pragmatismus dem Ganzen gegenüber ebenso hilft. Man muß da durch, es ist ja bei weitem nicht hoffnungslos und es ist wichtig so zu denken, wenn nicht für mich dann doch für die paar Menschen, denen ich wirklich etwas bedeute. Als die Diagnose kam war mein erster Gedanke mein Mann und daß er es nicht verdient hat, das jetzt durchzumachen.


    Nee, langweilig wird uns echt nicht, da sagst Du was wahres. Die Krankheit ist ein Projekt, das abgearbeitet werden muß. Allerdings habe ich den Vorteil daß es bei mir erst das erste Mal ist und ich eben gar nicht wußte, was alles auf mich zukommt. Was glaubst Du wie oft ich an meine Mutter gedachte habe in den letzten Monaten? Ich dachte, ich wäre nah dabei gewesen, aber Himmel, was hat diese Frau alles mitmachen müssen? Das sind für mich die weitaus schlimmeren Gedanken daran als meine Krankheit und deren Ausgang. Da sitzt man nun da, die rechte Brust minimiert und es geht auch irgendwie. Hätte ich mir echt nicht vorstellen können, wenn mir das jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte.


    Wir können und schaffen sehr sehr viel, wir sind glaub ich weitaus stärker als wir denken. Aber dazu gehört auch mal Schwäche zu zeigen.

    Das Leben ist ein Keks, jeden Tag beissen wir ein Stück davon ab

  • :hug: danke für deine Worte Claudi209

    ja ich musste auch oft an meine Mama denken, die vor über 35 Jahren zig OPs -Chemos -Metas -Wasser in Lunge 😱 tapfer ertragen hat -echt krass -ich habe im Moment nur eine künstlich aufgebaute Brust ohne Brustwarze und kämpfte mit den NW des Aromatasehemmers - hätte auch ich nie gedacht- auch das ändert voller Demut den Blick auf das Schicksal der Eltern -damals hatte ich im Wesentlichen Angst sie zu verlieren- so richtig merken/nachfühlen was sie durchmacht: nicht wirklich X/

    LG von Claudia

  • Liebe Calimero1965


    Es tut mir sehr leid, dass du beide Eltern an Krebs verloren hast. Eltern wollen meist nicht, dass ihre Kinder mitleiden, deshalb hast du wahrscheinlich auch nicht merken können, was deine Mutter durchgemacht hat. (Und deshalb solltest du auch keine Schuldgefühle haben, falls du welche haben solltest.)


    Eltern wollen ihre Kinder behüten und beschützen, egal wie alt sie sind.


    Alles Liebe, Viviane

  • Danke für deine lieben Worte @Viviane1968 -nein Schuldgefühle habe ich nicht -ich habe meine Mama begleitet und gepflegt-es ist nur eine besondere Erfahrung wie sich die Erkrankung nun von der anderen Seite anfühlt.

    LG von Claudia