Metastasen in der Lunge nach extraskelletalem Chondrosarkom

  • Liebe Indy2017 , das hab ich meine Onkologin auch gefragt. Sie meinte die Strahlung in einem Flugzeug wäre stärker. Ob das alles so stimmt, wer weiß das schon. Fakt ist, dass Kontrollen stattfinden müssen.
    LG Jojo

  • Liebe Indy2017 ,


    nach meiner Sarkomentdeckung (Gebärmutter) fiel beim Lungen-CT eine kleine Stelle auf, die beobachtet werden sollte. Da hatte ich das 1. Kontroll-CT nach 3 Monaten, dann nach 6 Monaten und dann jährlich und das immer noch. Die Stelle scheint nur Narbengewebe zu sein o.ä. , aber die jährlichen Lungen-CTs gehören bei mir zur Nachsorge. Ich hatte auch mal nach "nur" röntgen gefragt, aber mein Arzt meinte, das wäre zu ungenau und wenn da doch was Suspektes wäre, müßte ich doch ins CT und das wäre dann letztendlich doppelte Strahlenbelastung!

    Wat mut, dat mut, sagen wir im Norden und die CT-Kontrolle ist einfach wichtig und die Strahlenbelastung das kleinere Übel!


    Liebe Grüße

    Wölfin :hug:

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Die natürliche Strahlenbelastung in Deutschland beträgt etwa 2.1 mSv, und durchschnittlich kommen 2.0 mSv durch zivilisatorische Effekte (primär Medizin) hinzu.

    Die effektive Dosis bei einem Interkontinentalflug kann bis zu 0.1mSv betragen. Die effektive Dosis einer Thorax-Röntgenaufnahme liegt bei 0.2mSv, eines Thorax-CT bei bis zu 10mSv:
    -> 1 Thorax-Röntgenaufnahme ~ 2 Interkontinentalflüge
    -> 1 Thorax-CT ~ 100 Interkontinentalflüge

    Das zusätzliche Lebenszeitrisiko, durch ionisierende Strahlung an Krebs zu versterben liegt bei etwa 5%/Sv.
    -> +0.0005% pro Interkontinentalflug
    -> +0.001% pro Thorax-Röntgenaufnahme
    -> +0.05% pro Thorax-CT

    Also keine _unnötigen_ Untersuchungen durchführen (aber ein paar brauchen wir bei unserer Krankheit leider schon!) - sowie nach Möglichkeit gesund leben, nicht rauchen etc. (das bringt statistisch gesehen noch viel mehr!)..

  • Oh Artea , dann hab ich ja doch falsche Infos von meiner Onkologin 🤔. Ich soll 5 Jahre lang 2 x MRT und bevorzugt 2 x CT im einem Jahr untersucht werden, danach jährlich 1 x MRT und 1 x CT. Da hab ich ja noch einiges vor mir.

  • (Ich fürchte,) Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Erkrankungen rezidivieren oder streuen ist (auch bei sehr guter Prognose) immernoch höher, als die Gefahr, die von diesen wenigen Zusatzuntersuchungen ausgeht.
    Deswegen lieber die Diagnostik und Nachsorge akzeptieren, als Veränderungen zu spät zu erkennen!

    Wünsche euch alles Gute!

  • Liebe Artea ,


    danke für deine Info, auch wenn ich die Strahlenbelastung des Lungen-CTs recht heftig finde, ist wahrscheinlich bei den anderen Organ-CTs ähnlich und das PET-CT ist sicher noch eine Nummer, oder? Was mich aber noch interessieren würde: Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei der Mammographie?


    Aber du hast sicher recht, eine gesunde Lebensweise ist ausschlaggebender für eine gesunde Zukunft :) und gewisse Untersuchungen unterstützen das, trotz Strahlen ;)...


    Liebe Grüße und dir alles Gute,

    Wölfin :hug:

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    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Liebe Jojo2019

    Ja, deine Ärztin hat dich falsch informiert. Die Grundaussage meines Sarkomzentrums ist, möglichst CTs im Abstand weniger 3 Mo zu vermeiden. Artea , danke für die umfassende Aufklärung, ich lasse mir ebenfalls due MilliSievert mS geben meiner LungenCTs, bei mir sind es 8mS.


    Grenzwert für Piloten pro Jahr 20mS.


    LG, Viviane

  • Liebe Jojo2019   Wölfin   Artea

    Die Strahlenbelastung bei Mammographie ist 0.2-0.3 mSv. CTs sind deshalb so hoch, weil es ein Rundumröntgen ist. Da mein Sarkom strahleninduziert war, hat mein Sarkomzentrum entschieden nur die Lunge mit CT anzusehen in der Nachsorge und Abdomen per MRT. So wie ich es verstanden habe, kann man die Lunge am besten sehen mit CT.

    LG, Viviane

  • Hi Wölfin  
    Analoge Mammografie schlug mit etwa 2.5mSv effektiver Dosis zu Buche. Die aktuelle digitale Mammographie kommt mit nur 10% dieser Strahlung aus. (wie Viviane1968 schrieb!)

    CT Abdomen 20mSv effektive Dosis @_@ und CT Schädel 2mSv effektive Dosis (hierbei jeweils rotes Knochenmark relevant).

    PET alleine liegt anscheinend bei etwa 7mSv (substanzabhängig, hier 18FDG), zzgl. evtl. begleitender CT (teilweise in reduzierter Intensität, je nach benötigtem Detailgrad).

    Eine Skelettszintigraphie bringt wohl 3-5mSv effektive Dosis mit sich.

    Bei MRT (wenn man, wie in unserem Fall, nach Tumoren sucht) hat man i.a. das (nicht radioaktive) Konstrastmittel zu verdauen, auch nicht gesund (insbes. bei nierengeschädigten Patienten kann es zu Nebenwirkungen kommen).


    Womit ich mich noch nicht im Detail befasst habe, sind die langfristigen Wirkungen der Zytostatika auf das blutbildende System:
    https://www.aerzteblatt.de/nac…itfolge-der-Chemotherapie
    https://ashpublications.org/bl…apy-related-acute-myeloid
    Hiernach durchschnittlich ca. 5x höheres Risiko für Leukämien als die Restbevölkerung.
    In den letzten Jahren scheinen die Chemotherapeutika allerdings verträglicher (beim Brustkrebs Cyclophosphamid vs. das frühere Melphalan) geworden zu sein... die Effekte von Platinderivaten sind aber derzeit noch nicht bekannt... und das Erkrankungsalter spielt auch eine Rolle. @_@

  • Hi Artea ,


    danke, für deine interessanten Infos! Ich nehme mal an, dass du auch beruflich nicht ganz fern von solchen oder so ähnlichen Infos bist, bzw. durch deinen Beruf fit bist, dir solche Infos gut zu beschaffen ;). Aber egal, ich bin durch dein Wissen schlauer geworden. -

    Ich dachte auch bislang es gibt kein Lungen-MRT, noch nie gehört, aber laut Google schon. Dieses MRT kann wohl gestört werden durch den Herzschlag und wird wohl hauptsächlich bei Schwangeren und Kindern angewendet. Aber es kann ja nicht schaden, beim nächsten geplanten Lungen-CT, mal nach einem Lungen-MRT zu fragen :), optimal wäre es wohl, wenn man es im Wechsel mit dem CT bekommen könnte.


    Ansonsten spare ich ein paar Strahlen, weil ich nicht fliege, weil ich Flugangst habe ;).


    Liebe Grüße

    Wölfin:hug:

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Hallo Artea , man merkt dass Du wissenschaftliche Mitarbeiterin bist ...

    Ich bekomme ca alle 3 bis 3 1/2 Monate CT Thorax, Abdomen, Becken (KM nur intravenös), also mir hat man mal gesagt, von den Ohren bis ca Mitte Oberschenkel. Muss ich dann die mSv addieren ?
    Schädel/Orbital MRT bekomme ich zusätzlich alle knapp 4 Monate ...

  • Wölfin , KatzenMom 64  

    Ja :D, aufgrund persönlicher Betroffenheit habe ich kürzlich meine alten Biophysik-Unterlagen durchgearbeitet... und mich anschließend ein bißchen (aber noch nicht viel) im Netz etwas weiter belesen bzw. updated (bzw. bin noch dabei)...
    (Als Optionen für die zukünftige Karriere - wenn ich das hier überlebe - stehen 'Rocket Science' oder medzinische Physik recht weit oben. ;) letzteres hat aus aktuellem Anlass nun wieder an Relevanz gewonnen, und lieber würde ich für jemand anderes die Bestrahlungsplanung machen, als umgekehrt... ;) )


    Sooo. was die Dosis durch ionisierende Strahlung angeht:

    - Gray (Gy) ist die _Energiedosis_, also die vom Körper absorbierte Energie (pro kg).
    -> Bei der therapeutischen Bestrahlung wird i.a. die Energiedosis in Gy angegeben.

    - Sievert (Sv) ist die _Äquivalentdosis_, hier wird die unterschiedliche biologische Wirkung verschiedener Strahlenarten einbezogen.

    - Bei der Effektiven Dosis (auch Sv) wird die Äquivalentdosis auf die Dosis einer homogenen Ganzkörperbestrahlung umgerechnet.
    -> Dies sind die Werte (allerdings sehr grob abgeschätzt), die man i.a. für die Strahlenbelastung durch diagnostische Untersuchungen ansetzt (Und welche das statistische Risiko für Zweitmalignome als Langzeitfolgen bedingt.)


    Prinzipiell ist die Effektive Dosis mehrerer Untersuchungen (sowie anderer Effekte) aufzuaddieren - aber wenn sie zeitgleich durchgeführt werden und die untersuchten Regionen überlappen, ist die gesamte Effektive Dosis durch diese Kombinationsuntersuchung sicherlich etwas geringer!


    MRT kannst Du prinzipiell von jeder Körperregion machen (ruhig liegen hilft allerdings)... aber ich bin kein Experte dafür, welches bildgebende Verfahren für welche Körperregion und Problematik das sinnvollste ist...

  • Liebe Artea


    Vielen Dank, eine kurze Ergänzung zur Äquivalentdosis, die -wie du schon sagst- ebenfalls in Sievert gemessen wird. :


    In der Äquivalentdosis werden die Unterschiede der einzelnen Strahlungsarten (Röntgenstrahlung, Alphastrahlung, usw..) berücksichtigt.

    Damit allein kann man jedoch noch nicht sagen, wie sich ionisierende Strahlung auf biologisches Gewebe auswirkt. Wird ein Mensch einer schwachen radioaktiven Strahlung ausgesetzt, so werden Gewebezellen mit unterschiedlichem Aufbau bestrahlt, zum Beispiel Leberzellen, Darmzellen, Zellen der Schilddrüse, usw. . Der unterschiedliche Aufbau der Zellen bedingt eine unterschiedliche Strahlungsempfindlichkeit.


    Dies wird bei der Definition der effektiven Äquivalentdosis berücksichtigt. Hierzu werden die Äquivalentdosen der einzelnen

    Organe mit einem Faktor gewichtet. Die effektive Äquivalentdosis ergibt sich dann als Summe über die gewichteten Äquivalentdosen.

    Ist eine einzelne Person einer (schwachen) Ganzkörperbestrahlung ausgesetzt, so kann man mit der effektiven Äquivalentdosis die

    gesamte Strahlengefährdung beurteilen.


    LG, Viviane

  • Hallo ihr Lieben,

    mein Mann hat die OP heute soweit gut überstanden. Das Ganze hat über 6 Stunden gedauert und ich bin vor Nervosität fast umgekommen. Aber als ich dann erfahren habe, dass 87 Metastasen aus einem Lungenflügel entfernt wurden, war mir die lange Zeit klar. Ich bin bald vom Stuhl gefallen, als mein Mann mir das gesagt hat. Es war die Rede von wesentlich mehr als 12, na ja 87 sind ja auch wesentlich mehr. Weitere Details erfahren wir dann morgen.

    Liebe Grüße Michaela🤔❣

  • Liebe Indy2017

    Ja, es sind viele Metas, aber ich habe im Laufe meiner Erkrankung gelernt, weniger an Zahlen zu hängen als daran, wie es einem wirklich geht und immer die positiven Veränderungen als Schritte zu sehen. Ich wünsche deinem Mann gute Erholung von der langen OP und hoffe, dass es psychisch passt, denn wenn es im Kopf nicht stimmt, dann geht oft gar nichts mehr, auch wenn es einem objektiv gesehen körperlich ganz gut geht.

    Alles Liebe,Viviane

  • Liebe Viviane1968 , ja die Psyche ist sehr wichtig. Ich hoffe, dass sich die Lunge gut erholt, da er immer irgendwas zu tun haben muss, Handwerker eben. Wenn er das nicht mehr könnte, wäre das schon schlimm für ihn. Er hat nachdem das Sarkom entfernt wurde schon einige muskuläre Probleme und das ärgert ihn dann auch, dass er in einigen Situationen nicht so kann, wie er möchte. Ich hoffe ganz fest, dass es gut geht und die Lungenfunktion wieder relativ normal wird. Der 2. Lungenflügel wird ja auch noch gemacht, wer weiß wie viel da sitzen.

    Lieben Dank für deine Worte.

    LG Michaela 😘

  • Schönen Tag Indy2017 ,

    kaum zu glauben, mit den Metastasen!

    Ich drücke die Daumen, dass Dein Mann schnell wieder zu Kräften kommt, und dann die 2. OP wieder gut packt, und danach wieder gut werkeln kann.

    Wann ist denn die 2. OP? Bleibt er weiterhin im Krankenhaus bis dahin?

    Auch für Dich viel Kraft und Zuversicht, ist ja auch für Dich alles andere als leicht!

    Gute Besserung, und alles Gute,

    Viele Grüße, gistela

    Am schönsten ist es für mich zwischen den Wurzeln meines "Wunderbaums", mit Blick in die Krone.

    Auch der Baum ist nicht mehr ganz gesund, so passen wir gut zusammen.