Lungenkrebs mit Hirnmetastasen

  • toastbrot81 wäre auch ohne die Papiere möglich, schildere den Fall, und schaue was das richtige wäre.


    Je nachdem wie die Rente aussehen würde, wäre das meiner Meinung nach das geschickteste, eine frühzeitige Rente aufgrund Krebserkrankung und somit Schwerbehinderung.



    Problematisch ist nur, dass hier viele Ämter involviert sind, Arbeitsamt, Krankenkasse, Versorgungsamt etc.


    Vielleicht könntest du das deiner Mutter schildern, und somit erreichen,dass ihr zusammen eine Beratung bekommen könnt.

  • Danke Euch!

    unter normalen Umständen könnten wir das alles zusammen machen. Klar.

    Leider ist sie aber durch die Metastase psychisch eben beeinträchtigt. Lehnt alles ab. Sie lässt sich wirklich nichts sagen, nichts. Noch so ruhige Versuche. Nichts. Sie sagt , wir denken alle sie sei "blämbläm" aber sie hat den kompletten Durchblick und ist sich dem, was sie macht, absolut sicher.

    Ich komme mit all dem mehr oder weniger klar, weil es die Krankheit ist. Aber diese Angst um das Versicherungsthema frisst mich seit gestern auf.
    Ich versuche das nochmal mit dem Amtsgericht zu klären, aber ob das eine schnelle Lösung bringt. Mama würde eine Betreuung aber eh ablehnen und da sie sich nicht psychisch untersuchen lässt, gibt es ausser meinen Aussagen keine "Beweise".

  • der Hausärztin hatte ich letztens schon von Warnvorstellungen etc. berichtet. Bei ihr ist aber Mama halt anders.

    Ich werde sie morgen oder übermorgen noch einmal von diesem Thema unterrichten und sie um Rat fragen. Was sie damit macht, weiss ich aber nicht. Sie darf mir ja nichts erzählen wegen Schweigepflicht. sie hat mich das letzte Mal schon nicht zurückgerufen, weil sie vermutlich meine Erzählungen im Patientengespräch nicht nachvollziehen konnte.


    ich liebe meine Mama aber durch diese blöden Metastasen ist sie nun leider psychisch krank. Sprich wir haben einen psychisch kranken Menschen zu Hause und keiner hilft uns, weil sie keine Hilfe will. Das kann doch so nicht sein? Wie soll man denn ohne Hilfe damit klar kommen?

  • hallo toastbrot81 das ist leider genau das, was wir auch hatten. Psychisch krank ohne die Einsicht krank zu sein.


    Frag mal vorerst bei den Ämtern nach wenn dir der Versicherungsschutz hier ein Problem ist. Vlt. ist das alles nicht so dramatisch wie du es dir ausmalst, dass sie den Versicherungsschutz verlieren würde. Wobei wenn sie eh nichts machen lässt, hält sich der 'Schaden' ja auch in Grenzen.. (schwarzer Humor, aber auch realistisch.)


    Das große Problem ist, der Zustand in dem deine Mutter ist, wird sicherlich nicht stabil bleiben da Metas weiter wachsen und weitere Hirnareale betroffen sein können oder werden.


    Probier das mit der Rente, vlt ist deine Mutti da verständnisvoll. Da mit Krebserkrankung automatisch Schwerbehinderung und somit könnte sie früher in Rente.


    Nimm vielleicht auch ein paar Gespräche auf, so dass man 'Beweise' hat.

  • vielen Dank, dass es Euch gibt!


    Ich werde die nächsten 1-2 Tage schauen, was ich rauskriegen und bewirken kann. Muss mich dann wohl selbst nochmal krankgeschrieben lassen :(


    Vael, ja stimmt schon ... wenn sie nix machen lässt,dann eh egal. Aber hey, KV braucht Man schon. Wer weiss, was kommt .,,, Lähmung, Krankenhaus oder Palliativdienst/ Hospitz etc.

    Ich weiss aber, wie Du's gemeint hast :) und das kann ja alles wiederrum super schnell kommen. Die Wesensämderungen haben sich in 2-3 Wochen entwickelt. Ob das jetzt ein Zeichen für sehr schnelles Wachstum ist, k.A. Die Sprachstörungen von vorher sind ja durch Rückgang des Ödems weg.


    Am liebsten wäre mir ein liebevoller Hospizplatz für sie.
    aber will sie ja nicht und noch liegt mir keine Betreuungsvollmacht vor. Wobei sie sich ja auch dann noch dagegen wehren könnte.

  • die Frau von der Krankenkasse war Gott sei Dank sehr hilfsbereit. Aber vermutlich auch deswegen, weil sie letzte Woche mit Mama telefoniert hat und die Verwirrtheit selbst mitbekommen hat und Mama irgendwann einfach aufgelegt hat.

    Jetzt muss ich noch auf Hilfe vom Arbeitsamt hoffen. Denn die schicken nach den 6 Wochen ja die Abmeldung und die braucht die Krankenkasse für die Berechnung. Wenn meine Mama die in die Finger kriegt, wird sie sie mir aber nicht geben.

    Was für ein Alptraum. Da ist es schon schwierig überhaupt mit der Krankheit klar zukommen und dann hat man noch solche Existenzängste und PanikattackeN wegen Krankenversicherungsverlust, weil niemand meiner Mama attestieren kann oder will, dass sie nicht geschäftsfähig ist.

  • Versuche mal beim Hospiz anzurufen und einen Besichtigungstermin zu machen, und verkauf deiner Mama das es betreutes wohnen wäre, so kann man sich das erstmal anschauen. Da die Damen und Herren dort extrem einfühlsam sind und man jederzeit nach ihnen rufen kann, ist das für Patienten wirklich gut. Anschauen..nicht drauf drängen. Nicht Hospiz erwähnen..da sie das sterben verdrängt, hilft da nur betreutes wohnen mit rundum pflege.


    Hast mein Mitgefühl. Bitte achtet auf dich und auf deinen Papa, das nimmt jeden mit.


    Übrigens hilft keine Überredung, da die betroffenen felsenfest von Ihrer Meinung überzeugt sind.

  • Wenn ich das alles hier lese, dann kommt mir das sehr bekannt vor und mir läuft es kalt über den Rücken. Ich kann alles, was Ihr toastbrot81 und Vael erlebt habt, gut nachempfinden.

    Meine Mutter hatte auch Brustkrebs und zwar 2 x innerhalb von 4 Jahren. Vorher hatte sie noch einen Schlaganfall und ich hatte das Gefühl, dass es ab dem Zeitpunkt schon schlechter mit ihr wurde. Bei dem 2. Brustkrebs hatte sie dann auch Hirnmetastasen. Sie hat zwar die Behandlungen alle nicht verweigert, aber sie wurde immer unausstehlicher. Sie war agressiv, immer gegen alle und keiner war angeblich auf ihrer Seite. Ich hatte immer das Gefühl, ich habe einen anderen Menschen vor mir. Ich hab damals mit Geduld alles ertragen und wirklich viel Zeit und Kraft investiert, bis ich dann selbst an meine Grenzen kam und ich ihre Pflege nicht mehr gewährleisten konnte. Ich hatte sie dann in ein Pflegeheim gebracht, beginnend mit einer Tagespflege, aber dann wurde es immer schlimmer. Wir hatten ein Pflegeheim nach dem anderen ausprobiert und sie hatte immer was zu meckern. Und sie wurde immer agressiver. Sie leidete zudem dann auch noch an Demenz und das hat den Umstand noch viel schwieriger gemacht. Im letzten Pflegeheim war es dann soweit, dass sie nur noch bettlägerig war, uns nicht mehr erkannt hat und nur noch an die Decke starte. Ein ganz schlimme Zeit, einen Menschen, den man über alles liebt, so verkümmern zu sehen. Ich fühlte mich hilflos. Bis die Organe dann nicht mehr richtig wollten und sie ins Krankenhaus kam und dort dann auch verstarb.


    Es waren die schlimmsten 5 Jahre meines Lebens. Ich kann Euch Beiden gut verstehen und habe nun keine finanziellen Schwierigkeiten gehabt, aber die Krankenkasse und auch die Hausärzte haben mir sehr geholfen.


    Nun habe ich selbst Brustkrebs und ich fühle mich dementsprechend schlecht, gerade nach den Erfahrungen mit meiner Mutter. Aber ich werde kämpfen und hoffen, dass ich einen anderen Weg als meine Mutter gehen werde.


    Liebe toastbrot81 , ich wünsche Dir sehr viel Kraft, denn die wirst Du brauchen, dass Du alles durchstehst und Du wirst das schaffen, davon bin ich überzeugt. Bleib am Ball und lass nicht nach, die Krankenkasse und Ämter um Unterstützung zu bitten. Nicht aufhören zu fordern, denn manchmal brauchen die Menschen hinter ihren Schreibtischen einfach nur Dampf, um die Sache zu verstehen und dann tätig zu werden.

    Liebe Grüße Kiko

    *** Reichtum ist viel. Zufriedenheit ist mehr. Gesundheit ist alles! Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich trotz des ungebetenen Gastes beschlossen, glücklich zu sein! Denn wie sagte Schiller: Es ist der Geist, der sich den Körper baut ***

  • Vael

    das mit dem Hospiz würde jetzt definitiv noch nicht klappen. Sie ist halt nicht generell "ballaballa". Heute war sie absolut ganz normal.

    Selbst wenn ich das mit betreutem Wohnen sagen würde, würde sie blocken und mich fragen, ob ich sie noch alle hab ...

    Ich merke mir das für einen "besseren" Zeitpunkt aber auf jeden Fall! Danke nochmal.

    Es tut gut in solchen Foren unterwegs zu sein. Danke.

    Kiko

    Ja ist wirklih schlimm sowas. Aber ich schlucke das auch, da ich Weiss, dass es die Krankheit und nicht sie ist. Mehr weh als Beleidigungen mir gegenüber tut mir aber, dass Mama scheinbar wirklich denkt, wir denken schlecht über sie und wollen ihr böses.

    Hospiz oder Pflegeheim würde derzeit halt noch nicht gehen. Zumal wir auch noch keine Pflegestufe haben (für Pflegeheim). Ist beantragt ... aber sollte da mal jemand anrufen (ohne mein wissen) und das Telefoninterview führen, wird sie alles abstreiten.

    Ich fände generell ein Hospiz aber angenehmer.
    habt ihr das mit dem Heim dann gegen den Willen deiner Mama gemacht? Ich hab ja keine Vollmacht (unterschreibt sie mir natürlich nicht).


    Mit Deiner Erkrankung und den Gedanken an Deine Mama tut mir sehr leid. Ich drück Dir ganz doll die Daumen, dass alles gut geht und Du das Mistvieh besiegen kannst.

    Schicke Dir dafür liebe Grüsse und viel Kraft!

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    im Moment bräuchte ich mal jemanden, der bescheinigt, dass die Behördenkram nicjt allein machen darf. Ich versuche morgen die Hausärztin von ihr zu sprechen. Aber die glaubt mir vermutlich nicht, weil sie sich ja in der Praxis ganz normal gibt.

    Aber mit der Frau von der Krankenkasse, die selbst mitbekommen hat, wie Mama drauf ist, hätte ich noch einen anderen "Zeugen".

    Und dann muss ich mal beim Amtsgericht nachfragen. Aber das Ding ist halt, dass man in normalen Gesprächen ihr nichts anmerkt. Das würde ein Gutachten halt auch schwer machen.

  • .....

    Ja ist wirklih schlimm sowas. Aber ich schlucke das auch, da ich Weiss, dass es die Krankheit und nicht sie ist. Mehr weh als Beleidigungen mir gegenüber tut mir aber, dass Mama scheinbar wirklich denkt, wir denken schlecht über sie und wollen ihr böses.

    Hospiz oder Pflegeheim würde derzeit halt noch nicht gehen. Zumal wir auch noch keine Pflegestufe haben (für Pflegeheim). Ist beantragt ... aber sollte da mal jemand anrufen (ohne mein wissen) und das Telefoninterview führen, wird sie alles abstreiten.

    Ich fände generell ein Hospiz aber angenehmer.
    habt ihr das mit dem Heim dann gegen den Willen deiner Mama gemacht? Ich hab ja keine Vollmacht (unterschreibt sie mir natürlich nicht).

    ....

    toastbrot81 also meine Mutter habe ich noch einigermaßen überreden können, zwar hat sie immer rumgebockt, aber ich hatte ihr auch keine andere Wahl gelassen. Aber dann im Heim hat sie immer Halli-Galli gemacht, so dass wir immer wieder wechseln mussten. Und ich kann gut verstehen, dass Du es nicht ertragen kannst, dass sie denkt, dass ihr schlecht über sie denkt und ihr was böses wollt. Das Problem hatte ich auch und die Psychologen haben mir immer gesagt, dass ich mir das nicht zu Herzen nehmen soll, das sei ein ganz normaler Prozess, den meine Mutter gerade durchläuft. Hat mich zwar nicht befriedigt, aber ändern konnte ich es auch nicht.


    Vielen Dank für Deine Wünsche für mich, ich versuche, jetzt für mich stark zu sein.

    *** Reichtum ist viel. Zufriedenheit ist mehr. Gesundheit ist alles! Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich trotz des ungebetenen Gastes beschlossen, glücklich zu sein! Denn wie sagte Schiller: Es ist der Geist, der sich den Körper baut ***

  • Hallo RidingGeli

    Ich weiss :( Dafür müsste sie aber auch zu einem gehen. Das ist ja mein Problem die ganze Zeit. Ausser mal mit der Hausärztin redet sie mit keinem Arzt. Von Hingehen mal ganz abgesehen. Wenn sie einen Termin hätte, wittert sie den Braten und würde nicht hingehen. Selbst wenn ich sie abholeN würde, käme sie nicht mit. ich kann sie ja nicht fesseln und zwingen.

    na ja und die Hausärztin sieht das halt im normalen Gespräch nicht.


    Das ist das besch... an der Sache. Patientenwunsch steht sicherlich nicht zu Unrecht an oberster Stelle, aber in diesem Fall führt es dazu, dass hier eine Existenz gefährdet ist.


    ich hoffe ich kann davon ihre Ärztin überzeugen. Aber das hatte ich vor zwei Wochen schonmal vergebens gehofft.

  • pass auf jeden Fall auf dich und deinen Papa auf, dieser ganze Prozess ist immens kraftraubend.


    Da du deine Mutter eh nicht umstimmen kannst, hake beim Gericht nach wie es da steht von wegen Betreuung. Die Aussage der Ärzte über 3-6 Monate kommt wohl generell hin, sonst würden die das nicht sagen.


    Ein Hospiz ist sicher besser als Pflegeheim, wenn es je zu dem Punkt kommt.


    Stress dich nicht von wegen Krankenversicherung, irgendwie wird das alles schon gehen.

  • Vael

    Ja, das merke ich jetzt nach den paar Wochen schon.


    Hausärztin und ich werden das Thema Betreuung jetzt hoffentlich schnell voran treiben. Blöd nur, dass man beim Betreuungsgericht niemanden telefonisch erreicht.
    ursprünglich wurde ich als Betreuer vom Kliniksozialdienst empfohlen (damals aber auch schon als Eilantrag, bisher ohne Resultat). aber durch das psychische Thema bin ich dem nicht gewachsen. Muss also doch jemand externes sein.

    Das Ganze wird vermutlich auch dazu führen, dass Mama dann erstmal nichts von mir wissen will. Sie ist ja sonst völlig normal.

    bin froh die Plattform hier zu haben. Danke Euch.

  • moin toastbrot81


    als mein Stiefvater in die geschlossene per Notarzt kam, ging das auch nur gegen seinen Willen. Er musste dort sogar festgebunden werden, da er Waschbecken abmontieren wollte und übergriffig war. Er wusste er war eingesperrt und hat sich jeden Tag gewehrt und wollte da wieder raus.


    Für eigene Familie ist das schwer. Meine Mutter war am Ende ihrer Nerven. Nur ist es die eigene Familie die am meisten darunter leidet. Rückwirkend ist es also eher der Schutz der restlichen Familie für die du das tust.


    So traurig das alles ist, es ist ein Sterbeprozess der besonderen Art irgendwie.

  • toastbrot81

    ein schwieriges Thema.

    Bleib bei der Betreuung dran. Von einer "externen" Betreuung rate ich aber ab...das sind Beamte, die nur das Nötigste machen und die individuellen Fälle gar nicht soo kennen. persönlicher Kontakt, gerade zu Coronazeiten, ist null.

    Lass nicht nur dich, sondern eine weitere Person deines Vertrauens als Betreuer eintragen.

    Und dann geht kein Weg an einer Zwangseinweisung vorbei, wenn krankheitsbedingt die Einsicht nicht da ist, sich behandeln zu lassen.

    Aus der Zwangseinweisung heraus lässt sich dann auch eine adäquate Unterbringung finden und organisieren.


    Solange DU die Betreuung hast, hast du dann wenigstens auch Einfluss zB später auf das Heimpersonal, wenn da was nicht so läuft wie es sollte...und das können auch Kleinigkeiten sein.


    Ja es ist psychisch extrem belastend, gerade anfangs, aber lass dir das heft nicht aus der hand nehmen. Nur so kannst du deine mama so begleiten wie sie es tatsächlich braucht und dafür sorgen, dass es ihr den Umständen entsprechend gut geht.

    Ich war ja 2x in Kurzzeitpflege und habe miterlebt, wie es alten Insassen unter Betreuung im Heim so ergeht.

    Beispiel: Insassin braucht ein neues Oberteil, wollte gerne was grünes. Betreuer bestellte aber etwas in Lila, und weil die richtige Größe nicht lieferbar war, eben eine Nummer zu groß....weil es eben um 2€ günstiger war als das, was die (altersverwirrte) Dame gerne gehabt hätte.

    Solche Kleinigkeiten meine ich...und das muss ja nun wirklich nicht sein. Beim Essen ähnlich...die Station hat entscheiden was die Dame zu essen bekam, selbst machbare Wünsche wurden ignoriert (Bestellung war gestern, nein, morgen gibt es kein Ei/dabei hätte ein ANRUF BEI DER HAUSWIRTSCVHAFT GENÜGT ZUR wUNSCHERFÜLLUNG)


    Wenn die Unterbringung erst mal vollzogen ist, wird deine Belastung auch rapide absinken...abgesehen von den ständigen gedanken an die Mutter halt.