Arbeiten - alte Leistungsfähigkeit?

  • Ihr Lieben,


    Bin seit knapp 4 Woche zurück in der Vollzeit.


    Habt ihr je auch nur annähernd eure alte Leistungsfähigkeit wieder erreicht? Wie lange hat dies gedauert?


    Wisst ihr wie es arbeitsrechtlich mit Behinderung läuft. Welche Leistungsfähigkeit wird von mir erwartet. Muss ich mein altes Pensum irgendwann erreichen? Oder darf es bei Grad 100 durchaus gemächlicher laufen?


    Frage mich das auch im Hinblick auf den Plan meines Chefs mich zusätzlich in das auf allen Ebenen stressigste Team zu stecken.


    Für eine Zeit habe ich jetzt erstmal einen rettenden Hafen erreicht, Vollzeitsarbeitsfähigkeit habe ich nun bewiesen, jetzt darf ich die Resturlaube abbauen...

    Aber das ist ja auch irgendwann vorbei.


    Liebe Grüße

    Caro

  • Caro_caro Ich habe lang geglaubt, ich schaffe alles wieder, wie vor der Erkrankung- aber ich muss mir eingestehen, dass ist nicht so. Ich bin schneller müde und mit Stress oder höhere Belastung komm ich auch nicht mehr so klar.


    Das mit dem Arbeitsleben, Leistung und der Schwerbehinderung - ist nicht einfach, da braucht es viel Verständnis vom Chef und Kollegen. Durch den Ausweis musst du keine Überstunden mehr machen, hast 5 Tage mehr Urlaub und dein Arbeitsplatz kann deiner Behinderung angepasst werden. Du hast nun ein besonderen Kündigungsschutz. Die Arbeits-Leistung wird nicht berücksichtigt 😔

    Wenn dich dein Chef auch noch in ein deutlich stressigeres Team versetzen will, solltest du vielleicht nochmal mit ihm reden, wenn dadurch u.U. die Belastung noch höher wird. Oft ist dem Chef oder den Kollegen nicht bewusst, dass es noch nicht oder nicht mehr so läuft wie vor der Erkrankung, man sieht es uns ja nicht an- deshalb offen reden und mitteilen was geht und was nicht. So wirst du auch bald merken, ob Rücksicht genommen werden möchte.

    Viel Erfolg und Spaß in der Arbeit, es ist auch wieder ein Stück Normalität was damit zurück ist.

    Baybsie

  • Liebe Baybsie ,


    Danke für deine Antwort und sortieren der Begriffe. Hatte es befürchtet, dass am Ende die Leistung gefordert wird.

    Bei mir ist es genau so, wenn es stressig ist, oder der Arbeitstag dann doch 9,5 Std hat, statt 7,5 bin ich fix und alle. Mein Chef will mich zusätzlich in das Team stecken. Mal sehen.

    Schöne Formulierung, ob Rücksicht genommen werden möchte. 👍🥰🥰

  • Caro_caro , ich würde versuchen mit dem Chef zu sprechen, ihm klarmachen dass, je stressiger das Team, desto größer die Gefahr, dass Du nicht durchhältst - und damit wäre dem Team auch nicht gedient.


    Es ist ihm sicher nicht ganz klar, dass Du eine lebensgefährliche Krankheit überstanden hast, und dass die Chemogifte Deinen ganzen Körper schwer gefordert haben, dann noch Bestrahlungen und die AHT ist ja auch nicht ohne ... und den Schwerbehinderungsausweis hast Du ja auch nicht einfach so bekommen.


    Oder hast Du das Gefühl, dass man versucht, Dich loszuwerden ?

    Alles Gute 👍👍👍

  • Hallo Caro_caro ,


    du kannst dir Ratschläge von der Schwerbehindertenvertretung und/oder vom Integrationsfachdienst holen.


    Im Übrigen hat dein AG auch Vorteile, denn du zählst als Schwerbehinderter und er muss weniger Ausgleichsabgabe zahlen.

    Die erste Zeit nach der Wiedereingliederung war Mega anstrengend, ich war froh über meine noch vorhandenen Überstunden und den Urlaub, ich konnte immer mal wieder ein langes Wochenende einschieben.

    Wenn ich meinte, doch länger bleiben zu müssen, hat mein Chef, dafür gesorgt, dass ich gegangen bin. Wenn über längere Zeiträume Überstunden anfielen, wurde ich immer gefragt, ob ich es packe.

  • Liebe Caro_caro


    ich würde es wie RidingGeli schreibt machen, Schwerbehindertenvertretung UND Integrationsfachdienst (IFD) abklappern, ich hatte heute mein BEM-Gespräch, hab den Herrn vom IFD erstmal gleich mitgenommen, so als Blick von außen, mit ihm hatte ich mich auch vorbereitet, was ich ansprechen möchte.


    Natürlich als erstes, dass ich ein Rückkehrer mit eingeschränkter Belastbarkeit bin eben wegen der Akuttherapie, dazu jetzt noch Langzeittherapie , also gleich mal allen klar gemacht, dass ich willig bin, aber meine Leistungsfähigkeit noch Schwankungen unterliegt, die Verbesserung nicht linear verläuft UND wenn Akku leer, dann Akku leer, da geht dann nichts mehr!


    Du kannst jederzeit ein BEM-Gespräch beantragen, noch weiterführen, gerade mit Schwerbehinderung haben wir eine großen Schutz, dazu mal schön von außen den IFD einbinden, der berät dann auch mal gern den Arbeitgeber;)


    Lass Dich bitte nicht irgendwo reindrücken, wo Du jetzt schon Bauchschmerzen bekommst!:hug:


    Liebe Grüße

    Du musst Dir schon selbst Konfetti in Dein Leben pusten. 8) (visual statements)


    Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben. (Alexis Carrel)


    Wer ins kalte Wasser springt, taucht ein in ein Meer voller Möglichkeiten. (finnisches Sprichwort)

  • Liebe KatzenMom 64


    mein Chef ist sozial und führungsmäßig vollkommen taub und blind, Dinge die nicht gehen, oder Menschen die nicht zusammen passen interessieren ihn nicht. Da ist ein Platz dringend zu besetzen, warum er leer ist, interessiert ihn nicht weiter, dass er von mir den geringsten Widerstand zu erwarten hat, ist am ehesten sein Motiv.


    liebe RidingGeli ,

    Der Integrationsfachdie3nst meinte ich könne da wenig gegen machen , mein Chef habe die Freiheit mir Arbeit zu zuweisen, sie müsse allerdings leidensgerecht sein. Nun muss ich rausbekommen, was denn wohl "leidensgerecht" in meinem Fall bedeutet - das werde ich auch unseren Werksarzt fragen, nächste Woche telefoniere ich mich ihm. Dann ggf nochmal den Integrationsfachdienst anrufen.

    Ich glaube, ich habe da echt die A Karte gezogen und muss lernen mich abzugrenzen.


    liebe Lucia0605 ,

    Mein BEM hatte ich ganz am Anfang, da könnte ich noch den Personalchef ansprechen, den Joker habe ich noch, er meinte wenn was wäre solle ich mich an ihn wenden. dieses Arbeitsgebiet ist ein dickes "was wäre".... (aber ob er das Ernst gemeint hat, weiß ich nicht so genau)

    Zu der Zeit ging es erstmal darum, dass ich zeigen musste ich kann wieder arbeiten und dann Vollzeit arbeiten.

    Nun allmählich kommt mein Chef mit der Zusatzaufgabe um die Ecke...


    Liebe Dank Euch, ich werde all die Stellen nochmal anrufen und versuchen es abzuwenden, ansonsten darf ich mich in Gelassenheit üben, und werde lernen die Mobbing Kollegen per Protokoll in die Schranken zu weisen und das Arbeitsvolumen nach erreichen meiner Arbeitszeit am nächsten Tag fortzusetzen.


    Ist halt wirklich die Frage wieviel Leistung sie von mir erwarten dürfen,


    herzlichen Dank Euch und liebe Grüße

    Caro

  • Liebe Caro_caro ,


    Ich habe mein ganzes Berufsleben in der IT verbracht. Ich verstehe nicht, was du mit Leistungsfähigkeit meinst. Das lässt sich nicht so leicht feststellen.

    Mein erster Chef war immer der letzte, der heimginging. Damals gab es noch wenige PCs, er hinterließ immer einen Riesenberg von Papier, und wir durften seine Verschlimmbesserunen mühsam korrigieren.

    Später hatte ich eine Kollegin, die immer 10 Stunden gearbeitet hat und entsprechend viel Gleittage beanspruchte. Sie fühlte sich als Überflieger.

    Ich habe durch meine Erkrankung gelernt, nein zu sagen. Nach der Erkrankung habe ich mich von meinen diversen Ehrenämtern verabschiedet.

    Alles Gute

    Geli

  • Liebe Caro_caro


    ja bitte, zieh alle Register und sprich genau den an, der es Dir angeboten hat!! Wenn ich so lese, was Du beschreibst, läuten bei mir alle Alarmglocken.


    Ich hab mir sogar noch einen Tag vor dem BEM-Gespräch ein Coaching gegönnt, eigentlich nicht, weil ich Sorgen hatte, wie es läuft, sondern um selbst Klarheit zu bekommen, was ich will, ich hab nämlich einige Entscheidungen zu treffen hinsichtlich der Funktion (im Fachbereich und im Gremium, nur Fachbereich, nur Gremium??? dann ab 2021 wieder Vollzeit, das Krankengeld in Teilzeit hat mich arg frustriert und ich verspüre gerade ein grooooßes Sicherheitsbedürfnis eben auch in finanzieller Hinsicht, aber vielleicht überanstrenge ich mich dann?? das alles kann ich jetzt noch gar nicht einschätzen).


    Ja, lass bitte von Dir hören, wie es läuft!:hug:


    Liebe Grüße

    Du musst Dir schon selbst Konfetti in Dein Leben pusten. 8) (visual statements)


    Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben. (Alexis Carrel)


    Wer ins kalte Wasser springt, taucht ein in ein Meer voller Möglichkeiten. (finnisches Sprichwort)

  • Liebe Caro_caro

    ich habe bei meinem BEM gleich mal einige Sachen ausgeschlossen, zu denen in mich in absehbarer Zeit nicht in der Lage fühle, z.B. Geschäftsreisen. Wir haben eine ziemlich gute Schwerbehindertenvertretung in der Firma.


    Vielleicht lässt du dich mal von einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten. Wie Lucia0605 schon geschrieben hat, der IFD berät auch gerne mal Arbeitgeber.

    Auf jeden Fall hat dein Arbeitgeber dir gegenüber (ebenso wie allen anderen gegenüber) eine Fürsorgepflicht.


    Ein BEM Gespräch sollte doch eigentlich dafür da sein, Maßnahmen festzulegen, die dich darin unterstützen, nicht wieder aus zufallen und deine Gesundheit zu erhalten.


    Überstunden würde ich auf jeden Fall mal ablehnen und ein stressiges Team erst recht.

  • Hallo Caro_caro , ich kann dich gut verstehen. Da ist frau wieder im Arbeitsleben und wird nun ausgenutzt bzw. Bedürfnisse werden nicht berücksichtigt. Da wird mir immer ganz schlecht. Bei mir ganz ähnlich: im BEM Gespräch wurde vereinbart, dass ich meine Unterrichtsstunden auf drei Tage verteile und NICHT 7/8. Stunde unterrichte. Dreimal darfst du raten, meine Stunden wurden auf zwei Tage aufgeteilt und im zweiten Halbjahr unterrichte ich auch in der 7. und 8. Stunde😫. Somit hatte ich am - für mich - ersten Schultag am Montag sechs Stunden am Stück in einer Klasse. Einschulung, d.h reden, reden, reden. In einem vollbesetzten Klassenzimmer ohne Mundschutz (nachdem man monatelang Avstand gehalten hat, eine sonderbare Situation). Am Dienstag bekam ich dann noch die Anfrage, ob ich am Mittwoch (gestern) Vertretungsunterricht machen könnte. Ist in der Wiedereingliederung eigentlich nicht erlaubt, aber natürlich konnte ich nicht "Nein" sagen. Ich ärgere mich jetzt still vor mich hin, habe keine Lust zu kämpfen, vor allem, da jede Stundenplanänderung auch Nachteile für liebe Kollegen bedeutet und z.T. tatsächlich nicht möglich sind. Ich weiß auch noch nicht, ob ich meine alte Leistungsfähigkeit wieder habe. Aber noch etwas Positives zum Schluss: es fühlte sich gut an, wieder vor der Klasse zu stehen und im Lehrerzimmer zu sitzen. Wie früher als ich noch "jung" und gesund war;). Ich würde dir also gerne raten, kämpfe💪 für deine Rechte, kann aber selbst nicht mit gutem Beispiel voran gehen🙄.


    Alles Gute, alles Liebe:hug:

  • Hallo Caro_caro ,

    ich habe 9 Monate Wiedereingliederung gemacht. 4 Tage Woche, erst mit 5 dann 6 und dann 7 Stunden pro Tag. Nach ca. einem halben Jahr ist meine Konzentrationsfähigkeit und Leistungsfähigkeit spunghaft angestiegen. Heute arbeite ich wieder 5 Tage die Woche Vollzeit und es macht mir keine Probleme.

    LG Wisky

  • Ach du meine Güte, liebe Caro_caro ,


    Das ist ja mega||


    Also, ich habe ja sofort nach der AHB mit Vollzeit angefangen, unter anderem auch, um gewissen unkollegialen Menschen durch Präsenz das Wasser abzugraben. Ich habe am Anfang erstmal langsam gemacht und Dienstreisen sowie hoch arbeitsreiche Prozesse gut gemeistert. Dazu habe ich eigene Strategien entwickelt, im mit der Arbeit umgehen zu können.


    Mein As im Ärmel ist, mich notfalls krank schreiben zu lassen.


    So viel geschrieben, alles futsch. Sorry. Das mit dem Angrenzen ist sehr wichtig, du musst auf dich aufpassen und die Mängel anderer musst du nicht auffangen.


    Wenn andere verhindern, dass du deine Arbeit gut machst, ist das nicht dein Fehler.


    Ich bin nicht mehr so belastbar wie früher und höre auf, wenn ich merke, ich mache nur noch Quatsch. Dann wird ja alles nur schlimmer. 8 st 5 Tage die Woche ist ok, mehr nicht.


    Pass gut auf dich auf.

    LG Sonnenglanz

  • Sorry, dass ich hier zwischendurch mal ne "doofe" Frage zwischen rein stellen muss. 🤔

    Was hat es mit diesem BEM-Gespräch auf sich?


    Ich begann am Montag, den 31.08. meine Wiedereingliederung.

    Etwa vier Wochen zuvor habe ich mit meinem Gyn zusammen das Wiedereingliederungs-Formular für den ersten Monat ausgefüllt. Dieses sieht vor, dass ich bis zum 30.09. 3,5 Stunden täglich arbeiten werde.

    Diesen Plan habe ich dann an meinen AG gesandt, der es abgesegnet hat und an die KK weitergeleitet hat.


    Für die nächste Stundenerhöhung (75%) werde ich erneut mit meinem Gyn dieses Formular ausfüllen.

    Das dritte Formular wird dann die Zielstundenzahl mit 100% sein.

    Meine Wiedereingliederung möchte ich spätestens zum 25.10. abgeschlossen haben, da da mein Krankengeld ausläuft.

    Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade drauß!;)


    Wenn sich im Leben eine Tür schließt, sollte man sich manchmal lieber HAMMER und NAGEL schnappen und sicherstellen, daß das scheiß Teil auch zu bleibt.8o


    Alles, was man über das Leben lernen kann, ist in drei Worte zu fassen: ES GEHT WEITER!:thumbup: (Friedrich Schiller)

  • Hallo Hanka , dieses BEM (berufliches Eingliederungsmanagement) findet nach längeren Krankheitszeiten mit dem AG statt. Du hast doch sicher neben dem schriftlichen Plan auch mit deiner Chefin geredet, oder? Da geht es z.B. auch darum, welche arbeitserleichternden Maßnahmen man benötigt (also z.B. einen besonderen Stuhl, die Lage der täglichen Arbeitsstunden usw). Das Gespräch wird protokolliert, so dass man die Vereinbarungen schriftlich vorliegen hat (was mir trotzdem nichts genützt hat). So ist also der Idealfall.

  • Ja liebe Hanka , das wäre wirklich der Idealfall.

    Bei meiner Wiedereingliederung 2018 habe ich auch kein BEM Gespräch angeboten bekommen und das, obwohl es sogar eine klare Vereinbarung dazu gibt. Aber das ist eben nur ein schönes Stück Papier, das auf Nachfrage einem Betriebsprüfer gezeigt werden kann. Ist bei meinem AG leider so...


    Außerdem wollte ich dir gerne noch weitergeben, dass mir damals in der AHB dazu geraten wurde, die letzte Stufe der Wiedereingliederung auf jeden Fall mit 1h weniger als du tatsächlich eigentlich arbeitest zu beenden. Das war in meinem Fall auch genau der richtige Tipp, da sich mein AG schön die 8 Wochen kostenlose Arbeit 'gegönnt' hat, aber von einem Zuschuss oder so natürlich nie was hören wollte. Es gibt ja extra so einen Part im Formular, wo angegeben werden kann, ob der AG während der Wiedereingliederung etwas zubezahlt.

    Und diese 1h weniger macht vielleicht auch manchen Kollegen nochmal deutlich,dass du noch immer krank geschrieben und nicht wieder voll da bist.

    Wie gesagt, so hat es die Sozialarbeiterin eigentlich jeder Patientin in der AHB geraten.


    Liebe Grüße

    Ihne

  • mit der Leistungsfähigkeit ist das so eine Sache. Ich glaube, wir haben mit unserer Krankheit auch gelernt, auf unsere Körper zu achten und merken es schneller, wenn wir gestresst sind. Ohne die Erfahrung, schwer krank zu sein, haut man halt alles weg, was noch zu tun ist. Kleine Signale des Körpers werden ignoriert.


    Das fällt uns - aus gutem Grund - sehr viel schwerer. Und so soll es auch sein. und nun ist es an uns, danach auch zu handeln. Ich habe in meiner Coachingpraxis so viele Leute gehabt mit Burnout, die gnadenlos mit ihrem Körper umgegangen sind. Wir müssen für ihn einstehen. Sonst tut es keiner.

  • Liebe Hanka - das BEM Gespräch muss meines Wissens bei Schwerbehinderung immer stattfinden, eine Runde aus Personalchefin, Betriebsrätin, Behindertenbeauftragter, Werksärztin die mit Dir zusammen die Wiedereingleiderung besprechen. Bei mir hat der Hausarzt nur einmal den Bogen ausgefüllt, wohl auch hier ist alles sehr unterschiedlich. Wenn es Probleme gibt stellt dir das Integrationsamt über den Intregrationsfachdienst Beratung zur Seite.


    Ihr Lieben,

    hat gedauert mit meiner Antwort. Hier meine Erkenntnisse.


    Baybsie , KatzenMom 64   RidingGeli , Lucia0605 , Shiva_001 , Teafriend , Sonnenglanz , Alphabet


    Meine Antwort hat gedauert, weil ich mit einem Arbeitsrechtler hinzugezogen habe. Das Integrationsamt blieb unkonkret, mit meinem Werksarzt spreche ich am Dienstag - ich glaube mittlerweile, wenn da kann nur er die Arbeitszuweisung verhindern. Aber der Reihe nach:

    Intregrationsamt geht davon aus, dass ich die Arbeit machen muss, hätte aber Anspruch auf die Leidengerechte Beschäftigung, diese ist aber hauptsächlich über körperliche Einschränkungen definiert. Wenn meine PNP mir Probleme machen würde die Maus zu führen, gäbe es unterstützung ...

    Der Anwalt sagt folgendes, klar können die anderen Anlaufstellen wenig zu dem Thema sagen, weil es letztendlich Arbeitsvertraglich ist. ich schulde meinem Arbeitgeber keine messbare Leistung - hier ist lagen ja meine Ängste. Ich schulde durch den Arbeitsvertrag eine Bereitschaft zur Arbeit über die Vereinbarte Sollarbeitszeit - 7,5 Std tgl. Diese müsse ich unbedingt anwesend sein, auch im Homeoffice und trotz Arbeitszeitautonomie muss ich diese Arbeitszeit erbringen, am besten täglich, mind aber wöchentlich.

    Als zweite muss ich erkennbar versuchen die an mich übergeben Aufgaben zu erledigen, ob ich dies schaffe, erfolgreich, fehlerhaft oder gar nicht ist erstmal egal. Ich muss also nicht wie früher zwei Projekte leiten und nebenbei noch haufenweise Support machen während mein Bürokollege dauernd telefoniert und die Leute rein und raus rennen und mich dann noch mit garstigen Kollegen rumärgern.


    Diese Aussage bruhigt mich ungemein! Sie können mich nicht an dem messen was ich mal geschafft habe, sondern ich muss die Aufgaben angehen und wirklich bemüht sein, sie zu erledigen - also "war stets bemüht" ist die arbeitsrechtliche Mindestanforderung. Somit können sie mich auch nicht in die Teilerwerbsunfähigkeit drücken - was meine Befürchtung war.


    Stress und Belastung seien nicht greifbar und eigentlich mein persönliches Problem, damit würde ich keine juristische Auseinandersetzung gewinnen, könnte argumentativ keine Aufgabe abwenden.

    Wie ihr mir schon geraten habt: sich nicht stressen lassen ist da der Schlüssel - natürlich super schwer für mich, wenn ich ausrechnete ins Stinkerteam der Nation komme...


    Ich setze Hoffnungen auf den Werksarzt, vielleicht sieht er medinzinische Gründe, mit ihm spreche ich am Dienstag.


    KatzenMom 64 , guter Rat, seit Monaten, noch während meiner Krankheit habe ich ihm dauernd gemailt und gesagt, es können nicht sein ernst sein . Vielleicht muss ich wirklich konkreter werden, statt zu sagen, das Team hat schon 3 Leute in den Burnout getrieben, anders rum beginnen. Dies werde ich machen, wenn er wieder davon anfängt.


    RidingGeli , dann bist du ja mit dem Tumult in einer IT Abteilung bestens vertraut. mal sehen ob mein Chef eine fürsorgliche Ader hat. Er ist nicht sehr mutig und bekommt von seinem Vorgesetzten starken Gegenwind den er an uns auslässt...


    Lucia0605 , ja, ich werde berichten, und je nachdem was mein Werksarzt sagt auch den Personaler ansprechen, arbeitsrechtlich kann er da gar nicht eingreifen, kann höchstens argumentieren. Dem WErksarzt fallen vielleicht medizinische Gründe ein die nicht darauf beruhen dass ich mich abgrenzen muss und den Laptop ausschalten. Genau aus dem gleichen finanziellen Grund mag ich auch nicht in die teilweise Erwerbungsfähigkeitsrente. Wenn es nicht anders geht, dann ist es so. Aber finanziell würde gerne ein Polster aufbauen.

    Shiva_001 mein BEM Gespräch war eine Pflichtübung und Telco bei der sich alle sofort gemutet haben (stumm geschlatet haben)und ich mich nur mit unserer Betriebsrätin unterhalten habe. Hatte mit dem Integrationsamt vorher telefoniert, ich sollte deren Berater hinzuziehen, wenn es schwierig wird. bis wurde es gar nichts ... es interessiert schlicht nicht so recht wie ich klar kam.


    Teafriend , himmel, das darf doch alles nicht wahr sein! Warst Du alleine mit der Cheffin als das besprochen wurde? Gibt es BR oder Behindertenvertretung die auf die Einhaltung pochen können. Nachdem sich ein ganzer Bus von Schülern auf Klassenfahrt angesteckt hat, kommen sie vielleicht zur Besinnung, dass Lehrerinnen gefährdet sind! Du gehörst zur Risikogruppe. Den ganzen Tag reden würde mich alle machen. Nach 4 Std Telco kannst du mich schon übern Zaun hängen....


    Sonnenglanz - nach dem Gespräch mit dem Juisten fange ich an Umzudeuten, ich nenne Psychoterror nun Übung sich abzugrenzen ^^ Leider muss ich mit dem neuen Arbeitsgebiet eigentlich einmal die Woche in die oberbayische Provinz fahren, dahin wo es stinkt und kracht. Vielleicht hat Corona diesen Ritus unterbrochen. Oder ich bekomme meinen guten Kollegen dazu diesen Part zu übernehmen wenn ich ihm die Tickets von Hals halte. Mal sehen.

    Und die Stinker im Team könnte ich auf den guten Kollegen routen, redet mit dem, der leitet diese Fachgebiet...

    Ich achte auch drauf dass ich nur Sollzeit mache, sonst heißt es am Ende hat ja auch übertrieben ist selbst schuld.

    Gutes Ass :-)


    Busenwunder , ein Jahr ist schon eine Messlatte, bin ja grad erstmal beim ersten Monat Vollzeit :hug:

    Wisky2868 , meine Eingleiderung war ein Schnelldurchlauf, der sich jetzt etwas rächt, aber mein Krenkengeld war am Ende... Ist wie mit den Haaren, wenn die wieder wie früher wachsen, sind zumindest diese Nebenwirkungen rum.. :love:


    Liebe Dank Euch allen, ich konnte wundervoll meine Gedanken sortieren und eine Einstellung finden dass endlich die Panik vor dem Arbeitsfeld weniger wird...


    :*:*:*:hug::hug::cake::cake:

    Caro

  • Liebe Caro_caro , das ist sehr interessant, ganz wichtig ist, finde ich, dass Du keine messbare Leistung erbringen must ...

    Also nicht X Anzahl Tickets erledigen must pro Tag.

    Mach was möglich ist, jetzt liegt es an Dir, die Sollarbeitszeit nicht zu überschreiten.


    Was das Team betrifft, in das Du gesteckt werden sollst, also wenn da schon 3 (gesunde, fitte) Mitarbeiter in den BurnOut getrieben wurden, da würde ich an Deiner Stelle auch auf den Betriebsarzt hoffen.

    Dein Arbeitgeber hat doch eine Sorgfaltspflicht Dir gegenüber ?


    Alles Gute !!!!!!!!

    LG, Tina