Meine Frau beendet die Beziehung nach prophylaktischer Eierstockentfernung

  • Meine Frau hatte Anfang 2019 eine beidseitige Eiertstockentfernung nachdem sie bereits Ende 2018 eine Brustentfernung samt Wiederaufbau hatte.


    Körperlich wurde sie sehr schnell wieder fit aber ihr Verhalten änderte sich grundlegend. Anfangs dachte ich, sie sei launisch aber ich beobachtet einen immer stärker werdenden Egoismus, der zu Konflikten führte. Ihr ging es nur noch um sie. Während ich die Nähe suchte (weil ich auch froh war diese OP gut verliefen), wurde sie abwesend und abweisend bis sie Ende November 2019 auf einmal meinte, dass sie nicht könne und nicht mehr weiss, ob sie diese Beziehung (10 jährige Ehe + 2 Kinder (6 + 9 Jahre)) wolle. Sie machte mir Vorwürfe, dass ich nicht genug für sie da war und kramte Sachen aus der längeren Vergangenheit hervor, um sie mir vorzuwerfen. Ich merkte in den Monaten bis ende 2019 dass sie sich geheimnisvoll verhält. Meiner Meinung nach habe ich sie immer unterstützt und Verständnis entgegengebracht.


    Ich war schockiert und merkte wie ernst sie es meint. Ich begann zu kämpfen und machte alles um sie vom Gegenteil zu überzeugen. Sie sagte aber weiterhin, dass sie es nicht wisse, ob sie das ganze wolle. Sie ließ einfach kein Gespräch zu, dass eine Lösung unseres Problems behandelt hätte. Danach zog sie aus der gemeinsamen Wohnung aus (Mai 2020). Und schlussendlich fand ich heraus, dass sie eine Affäre (die wahrscheinlich schon kurz nach der OP begonnen wurde) mit einem Bekannten (ebenfalls mit Familie) hat. Die Affäre wurde aber angeblich beendet als es aufflog...


    Ich bin erledigt, weil ich ihren Zustand immer auf die Eierstockentfernung bezogen hatte und mir vor der OP eher Sorgen gemacht habe, dass sie an Depression und Lustlosigkeit leiden würde. Aber irgendwie lief das bei ihr anders - Flucht aus der Familie und Affäre!!


    Ich muss sagen, dass wir über all die Monate und auch trotz der sehr schmerzenden Erkenntnis der Affäre wir eine gute Gesprächsbasis behalten haben - auch aus dem Grund, weil ich sie noch immer nicht aufgeben kann (und der Kinder wegen) - ich denke mir einfach dass ihr Verhalten durch diese OP ausgelöst wurde und sie deswegen dieses Verhalten an den Tag legt - und natürlich insgeheim hoffe (nach jetzt schon einem Jahr), dass sie wieder Boden unter den Füßen bekommt. Die Tatsache ist aber, dass sie kein Beziehung mir führen will (manchmal sagt sie auch "jetzt nicht", weil sie nicht weiss was irgendwann Zukunft sein kann). Sei sagte auch dass sie das beste Leben leben will und nicht das Zweitbeste oder ein Leben das "okay" ist...


    Können mir die Frauen hier im Forum eventuell helfen, wie ihr die Sache seht nachdem ihr die selbe Operation erlebt habt? Sind solche Handlungen nachvollziehbar? und wie soll ich mich verhalten? Momentan versuche ich mich zu distanzieren weil es mir nach so langer Zeit einfach zu weh tut und meine Kräfte zu Ende gehen. Verheiratet sind wir noch. Sie sagt eine Scheidung wäre jetzt eine zu große emotionale Sache für sie aber wenn ich es will dass sie sich nicht dagegen stellen wird...


    Es ist einfach alles nur traurig - ich weiss auch nicht ob das wirklich alles zusammenhängt. Zeitlich tut es das auf alle Fälle


    vielen Dank

  • Hallo sansibar .

    Habe gerade Deine Erzählung gelesen. Es tut mir leid, wie es bei Euch gelaufen ist.

    Hatte Deine Frau Brustkrebs und sich dann die Eierstöcke prophylaktisch entfernen lassen?

    Für Aussenstehende ist es schwierig, Eure Situation zu beurteilen. Ob das Verhalten Deiner Frau mit den Operationen zusammenhängt oder mit anderen Dingen, kann wohl nur die selbst beantworten.

    Vielleicht würde es Sinn machen, wenn Ihr beide noch an der Beziehung interessiert seid, eine Eheberatung in Anspruch zu nehmen.

    Allerdings hört es sich für mich so an, als hätte sie sich bereits entschieden.

    Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe für Dich, dass Ihr zu einer klaren Lösung kommt, auch im Interesse der Kinder.

    Alles Liebe, Naticatt

  • Danke für deine Nachfrage.


    Sie hatte beide Operationen prophylaktisch auf Grund dieses Gen-deffekts. Hormontheraphie macht sie keine.


    Sei verweigert leider jegliche Hilfe von außen - sie will nicht in eine Therapie, obwohl sie jemand ist, der selbst in der Vergangenheit Therapien zu den verschiedensten Themen immer schon in Anspruch genommen hat... (und ja wir waren vor 3 1/2 Jahren auch schon mal auf einer Paartheraphie, due uns geholfen hat).


    Ihre Entscheidung ist definitiv fix - ich frag mich nur ob das so bleibt oder auf Grund der Vorgeschichte sich ändern kann wenn sich alles "normalisiert"... Vielleicht interpretiere ich auch einfach zu viel in diese Operationen...

  • Lieber Sansibar,


    wie schon Naticatt schreibt, ist es immer sehr schwer, eine Situation von außen zu beurteilen. Und es ist immer empfehlenswert und eigentlich sogar unerlässlich, auch die zweite Seite zu hören und zu kennen.


    Mein ganz persönliches Bauchgefühl lautet allerdings, dass eure Situation nur sehr bedingt mit dem Brustkrebs und der Eierstockentfernung zu tun hat.
    Vielleicht hat deine Frau so eine Art Midlife Crisis und vielleicht hat die Erkrankung ihrem Bedürfnis nach Veränderung und Anerkennung als Frau nochmals wesentlichen Vorschub geleistet. Doch die Konflikte in eurer Beziehung scheinen tiefere Ursachen zu haben.


    Wenn du ihn möchtest:

    Mein persönlicher Rat an dich (auch wenn es dir sehr schwer fallen wird) wäre gerade eher, dich auf dich selbst zu konzentrieren und zuerst für deine Bedürfnisse zu sorgen und für die deiner Kinder.
    Lasse deine Frau (zunächst) los und sieh zu, dass es dir selbst bald wieder besser geht.
    Vielleicht wirst du auf diesem Wege auch wieder attraktiv für deine Frau?! Sie wird wohl nicht zu jemanden zurückkehren wollen, den sie bemitleidet und dem sie sich in irgendeiner Form verpflichtet fühlt.

    Wenn es dir jedoch gelingen sollte, freundlich und souverän im Umgang mit ihr zu bleiben und dich selbst (wieder) zu eine unabhängigen Persönlichkeit mit positiver Ausstrahlung zu entwickeln - Dann habt ihr vielleicht eine gemeinsame Chance.


    Ich wünsche dir und euch als Familie alles Glück!

  • Lieber Sansibar,

    es tut mir leid, dass sich das Ganze für dich so negativ entwickelt hat. Ich glaube, keine von uns kann dir die genauen Hintergründe für das Verhalten deiner Partnerin nennen, dafür kennen wir die Hintergründe nicht..

    Mir wurden auch die Eierstöcke entfernt und ich muss auch dazu sagen, dass es mein Mann mit mir am Anfang nach der Operation auch nicht leicht hatte. Ich war auch sehr genervt und mit mir selbst beschäftigt und hatte meine Gefühle nicht unter Kontrolle. Ich denke, dass deine Partnerin auch in einem Hormonchaos ist und deshalb teilweise dir gegenüber abweisend war. Aber ich vermute, dass ihr handeln nicht alleine darauf zurückgeführt werden kann. Es gibt viele Menschen, die nach einer Krebsdiagnose an ihrer bestehenden Lebensführung zweifeln und sich hinterfragen, ob das, was sie bis jetzt hatten und die Art wie sie gelebt haben, auch erfüllend für sie war/ ist. Bei dem einen kann es um die Arbeit gehen, bei dem anderen um die Partnerschaft usw. ich glaube, sie muss sich erstmal im Klaren darüber sein, was sie möchte. Bis dahin würde ich mich an deiner Stelle erst einmal um mich selbst und um meine Kinder kümmern. Alles andere musst du auf dich zukommen lassen.
    Wir wünschen dir Alles Gute🍀

  • Lieber sansibar ,


    es gibt vielleicht doch einen gewissen Zusammenhang mit der Erkrankung; Bumblebee hat ihn bereits angesprochen.


    Eine Krebserkrankung konfrontiert viele von uns ganz unmittelbar mit der Endlichkeit unseres Seins. Da deine Frau eine Genmutation hat, dürfte dies insbesondere zu treffen.

    Im Angesicht der Endlichkeit stellt sich manche Betroffene die Frage, wer oder was sie in ihrer verbleibenden Zeit noch in ihrem Leben begleiten soll? Und dann wird aussortiert, klarer und kompromissloser als vielleicht im bisherigen Leben.
    Häufiger trifft es Bekannte oder vermeintliche Freunde, die als zu leicht befunden werden, um noch weiter zum engen Kreis zu gehören.

    Angesichts der scheinbar begrenzten Zeit beschränken wir uns auf das, was uns wert und wirklich wichtig erscheint; der Rest wird quasi entsorgt.


    Dass hierbei nun anscheinend deine Ehe unter die Räder gekommen ist, ist ausgesprochen bedauerlich. Doch vielleicht auch ausgesprochen ehrlich.


    Ich hoffe, unsere Hinweise mögen dir ein wenig helfen, das ganze Geschehen ein wenig ein zu ordnen.


    Alles Gute für dich und deine Familie!

  • Hallo sansibar


    ich stimme obigen zu, versuche dein Leben und das der Kinder attraktiv zu gestalten, damit auch du und deine Kinder vielleicht sogar neues kennen lernen das mit Frau vielleicht nicht ging.


    Die prophylaktische hat sicher etwas damit zu tun, sie hätte diese OP'S nicht gemacht wenn sie nicht da bereits an sich selbst gedacht hätte, und natürlich ändert das den Menschen wenn er mit einem Gendefekt ausgestattet ist, der unter Umständen tödlich sein kann. Sich dann mit den OP's auseinandersetzen, Brüste neu, Eierstöcke raus. Das sind ja auch keine kleinen Eingriffe in die Wohlfühlatmosphäre einer Frau. Und auch keine Eingriffe die man mal so nebenbei macht, das war eine Prozedur die wohl sicher einige Jahre brauchte, von Info bis Überzeugung bis tun.


    Ohne Eierstöcke ist es auch möglich dass deine Frau sich mit weniger Libido rumschlägt.


    Ob das Ganze noch zu reparieren ist, das kann wohl niemand vorhersagen, aber ausgeschlossen ist es sicher nicht.

    Vielleicht muss sie sich erst wieder neu finden...Nur kannst du ihr dabei nicht helfen.

  • Vielen Dank für eure Rückmeldungen!


    Es ist einfach schwierig zu akzeptieren wenn ein solches Ereignis das Familiengefüge auseinander wirft - weil ich doch nur für sie und die Familie da sein will und ich auch versucht habe ihr das zu zeigen und zu vermitteln. Aber es kommt von ihr einfach nur zurück dass sie zu wenige Gefühle für mich hat und sie es nicht halbherzig versuchen will, da wir sonst wieder in paar Monaten dort stehen wo wir jetzt sind... Aber einfach nichts machen und zusehen wie man sich immer weiter entfernt ist schwierig zu akzeptieren... Und dazu das mit der Affäre lässt mich auch zweifeln, ob das alles überhaupt mit den OPs zu tun hat (da ja anscheinend plötzlich mehr Libido Vael ) ... hat man in einer solchen Phase dann überhaupt das Verlangen Neues zu entdecken?- oder gerade deswegen... lauter Fragen


    Auf jeden Fall habe ich gesehen, dass mein Versuch sie zum Reden zu bringen sie immer weiter entfernt hat. Ich erkenne, auch als Selbstschutz, dass ich nun auf mich schauen muss und sie loslassen soll. Natürlich schwingt da auch mit, dass sie eventuell sieht das ich gut alleine zurecht kommen und mit den Kindern auch alles gut mache - und dadurch auch wieder attraktiver für sie werde... Natürlich hätte ich gerne die Zauberformel was eine Frau mit dieser Vorgeschichte und in dieser Situation am liebsten "hören" möchte.


    Mein Eindruck von Ihr ist, dass es ihr auch nicht gut geht und mit den diversen Nebeneffekten der OPs zu kämpfen hat (Schlaflosigkeit... etc) Sie ist auch traurig und das sagt sie mir auch, dass ihr Traum der Ehe und Familie nicht in Erfüllung geht... Muss es ja auch nicht denke ich mir! Eine Ehe ist doch da solche verdammten Lebensphasen durchzustehen - aber dazu braucht es halt zwei... Ich muss sie in Ruhe lassen, mich lösen und versuchen eine gute Gesprächsbasis zu behalten - wer weiss was noch passiert


    Danke euch

  • Hi Sansibar,

    tut mir leid, dass sich alles so entwickelt hat für Dich. Versuch nicht mehr nach Gründen zu suchen, warum es so kam und warum sie so reagierte, denn eine Endlos-Fragen-Schleife verbarrikadiert Dir nur den Blick auf eine neue Zukunft, die Du nun gestalten musst und die sich durchaus auch sehr positiv zeigen kann irgendwann, vorausgesetzt Du lässt es zu. Leicht gesagt, ich weiss... Konzentriere Dich auf Dich selbst, was Dir gut tut, was Du tun möchtest. Ich wünsche Dir viel Kraft Deine Situation jetzt einfach auszuhalten, mit der Zeit wird es Dir besser gehn, ich sprech da aus Erfahrung. Faust in der Tasche ballen, an was Schönes denken und durch. So blöd sich das anhört, am Ende läufts darauf hinaus und irgendwann siehst Du wieder Licht :)

  • Lieber sansibar ,

    Leider gibt es diese „Zauberformel“ nicht, nach so einer Operation wusste ich auch selber nicht, was ich hören möchte. Ich habe auch eine Genmutation, auch ich leide unter Schlaflosigkeit, Gereiztheit und teilweise Stimmungstiefs; durch diese Operation werden einer Frau von Heute auf Morgen wichtige weibliche Hormone entzogen, der Körper, die Gedanken alles spielt verrückt, ohne dass wir es kontrollieren oder beeinflussen können. In dieser Phase schaltet man auf Durchzug, alle Gesprächsversuche prallen an uns ab, weil wir mit uns selbst und unserem Körper beschäftigt sind. Es ist wirklich ein reiner Gefühlschaos, das kann ich dir versichern.
    Manche Paare schweißt so eine Krankheit noch fester zusammen, manche distanzieren sich voneinander, es kommt darauf an, wie das Verhältnis vor dieser ganzen Krankengeschichte war.
    Du bist auf dem richtigen Weg, lass sie erst einmal los, wenn sie wieder zurückkommt, gehört sie für immer dir ( ein Sprichwort :)

    Wünschen dir alles Gute

  • Bin ich echt die Einzige, die das in diesem Forum für Krebskranke als deplatziert empfindet ?

    Für den Betroffenen hier sicher ein Problem, hat aber so gar nichts mit " Angehörige von en Krebs erkrankten " zu tun .

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Nettiquette

  • Quietsche und Elfriede , ihr habt sicher recht, ich lese den Thread auch mit und habe gerade nochmal nachgesehen, ob es um Krebs geht. Irgendwie ja schon, aber doch wohl mehr um die Beziehung, die vielleicht vorher schon nicht zufriedenstellend war.


    sansibar : ich würde dir empfehlen noch in anderen Forum, wo es um solche Beziehungsberatung geht, aktiv zu werden.


    Ich kann dir auch kein "Rezept" geben, wie du mit deiner Frau sprechen kannst. In meinem Fall habe ich eher eine Stütze in meinem Ehemann, der mich berät und begleitet. Die Krebsdiagnose hat uns beide sehr geschockt hat und unser Leben komplett durcheinander geworfen. Ich hatte auch erst den Gedanken, ob unsere Ehe diese Belastung aushält, anscheinend gelingt es uns. Jeder ist anders und verhält sich anders. Ich brauche immer mal wieder viel Ruhe und meine eigene Zeit, ich lerne jetzt mehr an mich zu denken, auch mal die Füße hochzulegen oder wie jetzt hier im Forum zu lesen und zu schreiben. Seit meiner Diagnose schlafe ich lieber in unserem Gästezimmer, da ich nachts öfter wach werde und auch mal zwischendurch ein paar Seiten im Buch lese, um das Kopfkino loszuwerden. Mein Mann ist einverstanden, er akzeptiert meine Entscheidungen, da es ja mehr um mich und weniger um ihn geht.


    Ich wünsche dir alles Gute für deine Familie und Beziehung.

  • Liebe Foris,


    das ist der Strang von sansibar, ihr könnt mit ihm sprechen, aber nicht über ihn. Sonst werden eure Beiträge gelöscht.



    Lieber sansibar ,


    herzlich willkommen bei uns im Forum.

    Wenn du dich zu den Gen-Mutationen informieren/austauschen möchtest findest du hier den passenden Bereich: BRCA

    Für partnerschaftliche Probleme, die nicht mit einer Krebserkrankung zusammenhängen, ist dieses Forum nicht der richtige Ort.


    Alles Gute für dich.

    Viele Grüße

    Ally

  • Hallo Sansibar,

    das tut mir sehr Leid, wo du und deine Frau die letzten Jahre durch musstet.

    Und wie sich eure Beziehung entwickelt hat.

    Es ist interessant, dass die Wahrnehmung deiner Frau bezüglich der Unterstützung deinerseits so von deiner Wahrnehmung abweicht. Vielleicht hat sie sich ein Unterstützungsverhalten erhofft, welches ihr keiner geben kann, weil niemand die Erkrankung verschwinden lassen kann.

    Eine Eheberatung würde ich auch als sinnvoll ansehen, wenn sie aber keine Hilfe von außen annehmen möchte, gestaltet sich das natürlich schwierig. Daher denke ich auch, dass du dich nun primär auf dich konzentrieren solltest, du hast einiges aufzuarbeiten.

  • Danke für eure Rückmeldungen!


    Vielleicht ist mein Anliegen hier wirklich fehl am Platz gewesen aber ich wollte verstehen, ob sich jemanden hier in einer ähnlichen Situation wie meine Frau befindet, um es besser verstehen zu können und eventuell noch einen Zugang empfehlen kann. Ich glaube, wenn man solche Operationen durchgemacht hat, kann sich niemand (und schon gar nicht ein Mann) hineinversetzen... sie ist nun schon seit Ende Juni ausgezogen und von Ihrer Seite gibt es keine Anzeichen, dass sich irgendetwas an ihrer Position relativiert hat.


    Vielen Dank

  • Hallo sansibar


    also ich finde, in einem solchen Forum kann schon auch ein bisschen Platz für Beziehungsprobleme, die mglw. aufgrund der prophylaktischen OPs entstanden sind, sein. Deshalb antworte ich dir als selbst prophylaktisch operierte Frau. Sollte ich hier jemanden den Platz weg nehmen, kann ich gerne wieder in die BRCA-Ecke zurück gehen :)


    Meine Erfahrung ist, dass einem durch den Gendefekt sehr deutlich die Endlichkeit des Lebens vor Augen geführt wird. Man tut alles um trotz des Defekts ein langes und gesundes Leben zu haben. Nach den OPs stand ich da und dachte: "Ich will alles größer, schneller, besser in meinem Leben haben, ich habe so viel auf mich genommen, jetzt will ich mein restliches Leben auch nicht vergeuden." Ich habe sehr viel auf den Prüfstand gestellt, auch meine Beziehung. In dieser Zeit stand mein Mann oft neben mir und hat die Welt nicht mehr verstanden. Zum Glück habe ich beschlossen, dass meine Beziehung auf jeden Fall weiter zu meinem Leben gehören soll. Deine Frau hat sich hier wohl anders entschieden. Ich glaube nicht, dass es eine Kurzschlussreaktion ist und auch nicht, dass es etwas mit Hormonmangel zu tun hat. Ich denke, sie hat sich ihr Leben angesehen und beschlossen, dass sie diese Beziehung so nicht mehr will. Vermutlich war die OP bzw. das Wissen um den Gendefekt der Auslöser, aber sicherlich nicht der Grund. Wenn sie sagt, sie möchte das beste und nicht das zweitbeste Leben, sagt das doch schon sehr viel darüber aus, wie sie eure Beziehung sieht. Bitte entschuldige die klaren Worte, aber ich glaube, deine Frau hat sich das alles sehr gut überlegt und daran wird sich vermutlich auch nicht mehr viel ändert. Und ganz ehrlich, möchtest du denn wirklich ihr zweitbestes Leben sein?? Vielleicht gibt es da draussen ja eine Frau für dich, für die du die erste Wahl bist.


    Ich wünsche euch beiden, dass ihr einen Weg findet, weiter gut miteinander zurechtzukommen, schon wegen der Kinder. Aber vielleicht solltest du dich nach all der Zeit von der Vorstellung lösen, dass deine Frau zu dir zurück kommt.


    Viele liebe Grüße


    Eirene

  • Liebe Eirene ,


    Danke für deine Nachricht, die ich erst jetzt gelesen habe. Schön, einen Erfahrungsbericht zu hören, der eine ähnliche Ausgangssituation hatte.


    Meine Frau ist seit 2 Wochen wieder sehr kontaktfreudig geworden und sucht gemeinsame Aktivitäten mit mir und den Kindern. Die Wochen davor lebte sie sehr sehr zurückgezogen. Wie ich aber auch weiss deswegen, weil ihre Affäre sich nicht für sie entschieden hat, sondern für seine eigene Familie...


    Sie hatte auch ein Kontroll MRT der Brust von der sie mir unter Tränen am Telefon erzählte. Es ist alles ok aber sie meint dass sie jetzt erst beginnt die Operationen zu verarbeiten...


    Ich weiss nicht was ich davon halten sollte, am besten einfach gar nichts. Aber auf einmal so viel Vertrauen... Sieht sie nun, dass sie hier etwas leichtfertig aufgegeben hat? Für eine unrealistische Alternative?


    Aber um ehrlich zu sein, sehe ich es so wie du. Sie ist auf der Suche und da wird sie nicht mehr zurückschauen sondern nur nach vorne - so sehr ich es mir noch immer wünschen würde.


    Weihnachten feiern wir mit unseren Kindern gemeinsamen. Wird sicher sehr emotional.


    Ich versuche einfach auf mich zu schauen und es geht auch schon etwas besser.


    Danke sehr