Ich erzähle den Kollegen nichts

  • Es wurde Brustkrebs festgestellt in Februar.


    Ich beschloß sofort, dass ich meinen Kollegen (die meisten aus Frauen bestehend) nichts davon erzählen würde.
    Es gibt zwei Gründe dafür. Ich glaube nicht, dass die Kolleginnen ein positiven Einfluss auf mich haben würden (im Gegenteil) und zweitens möchte ich nicht für ewig als sozusagen gestempelt werden - den Kunden und die ganze Brache gegenüber sein.


    Ich glaube diese Entscheidung war richtig und ich bin froh, dass ich sie durchgezogen habe.


    In der Abteilung in dem ich arbeite ist es so, dass wenn jemand krank ist, wird in der regel immer gesagt, was man hat und in der Abwesenheit von den jenigen Kollege wird dann offen und tiefghenst darüber gesprochen. Es sind ins besondere zwei Personen, die für diese Lästerei zuständig sind. Dies habe ich jahrelang mitgekriegt, selber nicht teigenommen. Es gab vor einigen Jahren ein Beispiel, das Bände spricht. Der Chef war drei Wochen krank und wollte nicht sagen, was er hatte. Das Sekretariat hat Monatelang an die Diagnose spekuliert. Man dachten zuletzt er wäre psyhisch krank aber davor dachte man er hätte was mit der Prostata. Ein männliche kollege hat sogar gemeint "Er soll einfach sagen, was er hat und damit ist es erledigt, eher als diese Geheimnis" (!). Wenn man nicht sagen will was man hat (was ich mehrmals geschwiegen habe), sagen Sie "Sie ist ja selbst Schuld. Wenn sie nicht darüber reden will, ist es schlimmer für sie selbst. Denn man muss darüber reden." oder man wird vorgeworfen krank zu machen und sie warfen mir mal vor "was hast du in der ganze Zeit gemacht" (das war wegen einer Fraktur). Aber man sieht von den Beispielen, dass sie immer von sich selbst ausgehen. Sie denken, dass man so reagie wie sie und, dass man die gleiche Bedürfnisse, wie sie hat. Das ist nicht so. Ich kann sehr gut trennen und brauche nicht an die Arbeit zu sagen, was ich habe. Es hat mir sehr gut getan sogar. Es ist gut, dass sie es nicht wussten, denn bestimmt hätten sie den Kunden gegenüber nicht stillhalten können und wer weiss, wenn man künftig Kunden begegnet, was er denkt (hat sie Protese? man sieht es ihr nicht an?) und bla bla. Das wollte ich mir sparen. Ich bin froh, dass ich dieses Benehmensmuster schon im Vorfeld erkannt habe und die Entscheidung früh getroffen so wenig wie möglich über irgendeine Krankgrund zu sagen.


    Ich habe ein sehr starken Glauben an Gott, das mir überragend geholfen hat. Das hat mir gereicht, so dass ich nicht das Bedürfnis nich hatte, Leuten darüber zu erzählen.


    Wie sehen es andere? Haben andere dieselbe Erfahrungen mit neugierigen Arbeitskollegen gemacht? Gibt es gute Antworte, wenn man merkt, dass sie "bohren"?

  • Liebe Amalie,
    ich möchte dich herzlich willkommen heißen. Wir teilen die Diagnose (bei mir 6/13 und 12/13, also beidseitig) - und auch die eine oder andere Entscheidung....
    Ich bin Lehrerin, seit fast 28 Jahren an einer Schule. Meine Kollegen wissen allerdings alle Bescheid, und ich erhielt sagenhafte Unterstützung in vielerlei Form, es berichteten auch Kollegen von ihren Frauen, die auch an BK erkrankt waren, was niemand vorher wusste, ich erhielt die Angebote, mich mit ihnen in Verbindung zu setzen. Fragen wurden sehr behutsam gestellt, sachlich interessiert und mitfühlend.
    Aber die Schüler wissen es bis heute nicht, trotz vieler Fragen - da gingen mir ähnliche Gedanken durch den Kopf wie dir - ich wollte auch nicht, dass die alles wissen, mich auf etwas reduzieren, gucken o.ä. Und dass sie es nach fast einem Jahr nicht wissen, zeigt, dass meine Kollegen auch "dicht" gehalten haben und ich mich auf sie verlassen kann.


    Ich denke, diese Entscheidung, wer es erfährt und wer nicht, muss jeder für sich selbst treffen. Unsere Krankheit ist ja nichts, was uns zu Aussätzigen macht - aber in bestimmten Situationen muss man entscheiden, was man preisgibt und wem. Bei dir klingt es so, als wenn du dich entschieden hast, aus ganz bestimmten Gründen, die du gut abgewägt hast. Oder lese ich da doch einen leichten Zweifel? Auf jeden Fall beschäftigt dich die Frage.


    Fühle dich hier gut aufgehoben und lass mich dich :hug:
    Anne

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    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • liebe Amalie,


    ich kann gut verstehen, was dich zu deiner Entscheidung gebracht hat. Deine Beobachtungen kann ich teilen. Gottlob haben nicht alle Frauen solch ein Kolleg/innnen Umfeld. Viele erfahren in dieser Zeit Achtsamkeit und Wertschätzung.
    Wie du berichtest, ist es an deinem Platz anders. Dein Selbstschutz ist aktiv und es ist dir wohl gelungen, dort geschützt zu bleiben.
    Wenn du dich gerne austauschen möchtest ohne Gefahr zu laufen, irgendwelche blöden Stempel zu erhalten, dann bist du hier richtig.
    Wir alle haben am eigenen Leib erlebt wie und was es bedeutet, Krebs zu haben. Oder Angehöriger von einer/m Krebspatientin/en zu sein. Das ist eine harte Schule. Und doch, auch hier lernt man Mitschüler kennen, sozusagen. Viele haben das gleiche Schicksal, und die gleichen Sorgen und Ängste.


    Fühl dich frei, hier einen Platz für dich zu nehmen, und sei herzlich willkommen.


    liebe Grüße von
    phönix

  • Hallo Amalie,
    herzlich willkommen auch von mir hier in unserem Forum.
    Jeder muss für sich selbst entscheiden wie er/Frau mit der Diagnose umgeht. Zuerst muss man wohl selbst schau'n wie man das verarbeitet. Natürlich ist es Dein Recht es nicht zu erzählen. Viele wissen auch nicht wie sie mit uns umgehen sollen...
    Ich wünsche Dir für Deinen Weg alles Gute und freu mich auf den Austausch mit Dir
    Viele Grüße
    Lisa

  • Danke dass du die Erfahrungen teiltest.Schön, dass die Kollegen gut reagieren. Das ist wahrscheinlich auch meistens der Fall.
    Das kann ich von meinem Arbeitsplatz nicht behaupten. Es wird viel geplaudert, wenn jemand krank ist und es wird so getan, als würde man sich Sorgen machen, aber es wird jede Einzelheit über die Krankheit (in der Abwesenheit von dem kranken Kollegen) rausdiskutiert Wirklich jede Detail.


    Ich habe keine Zweifel. Aber es ist immer schwierig professionell zu bleiben, wenn es immer wieder und erneut versucht wird zu "bohren". Ich finde es nicht leicht immer wieder sagen zu müssen, dass ich nicht über der Grund des Krankseins reden will. Es wird nicht respektiert und es wird spekuliert. Es ärgert einem, dass sie jetzt doof spekulieren. Aber da kann ich ja auch nichts dagegen machen.


    Wg der Diagnose: Vielleicht schreibe ich einen separaten Beitrag dazu. Bei mir war der Befund nicht tastbar, nicht bei Ultraschall sichtbar und kaum auf dem Mammo nachweisbar. Ohne über Jahren vergleich-Mammografie wäre es zu diesem Zeitpunkt nicht entdeckt worden, und ohn. Da bin ich ziemlich dankbar, dass die Technik so entwickelt ist. Vor 15 Jahren hätte man es auch gar nicht entdeckt.

  • Ich möchte Dich hier im Forum herzlich willkommen heissen und Dir einen regen Austausch wünschen.Ja ich glaube das
    ist manchmal nicht so leicht mit den Kollegen. Da muss man wirklich achtgeben wem man was und wie erzählt. Ich
    hatte da Glück denn meine Kollegen sind alle vom Fach( arbeite im Krankenhaus). Trotzdem hatte ich immer etwas Angst,
    dass da Mitleid und oder dummes Gerede aufkam, und wollte auch erst garnichts sagen. Um eventuelles Gerede und Mut
    massungen zu vermeiden sagte ich es dann doch. Ich dachte auch : die werden das sowieso erfahren. Aber zu meiner
    Überraschung haben die alle ganz toll reagiert , waren verständnisvoll, haben Anteil genommen und mich jede auf ihre
    Weise unterstützt.


    Ich kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschliessen. Das muss jeder für sich entscheiden. Du hast für Deine
    Entscheidung Deine Gründe, die ich auch verstehen kann.


    Ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen weiteren Weg
    und noch einen schönen Abend
    LG alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

  • Liebe Amalie,


    ganz herzlich willkommen bei uns im Forum. Ich hoffe, du fühlst dich wohl hier. Ich wünsche dir einen regen Austausch.
    Mit deinem Arbeitskollegen-Thema hast du ja schon gleich eine interessante Diskussion in Gang gesetzt. Und so soll es sein, du kannst hier deine Fragen stellen und dir deine Probleme von der Seele schreiben. Es ist immer jemand da, mit hilfreichen Tipps oder zum Trösten und Auffangen.


    Viele Grüße
    Ally

  • Es tut mir sehr Leid, wenn du meine Antwort nicht so verstanden hast, wie ich sie gemeint hatte.
    Ich kann deine Entscheidung voll und ganz nachvollziehen, meine geht ja teilweise in die selbe Richtung - auch wenn die Gründe unterschiedlich sind.
    Ich denke, du kannst deine Kollegen/innen so gut einschätzen wie ich meine auch.
    Auch das Problem mit den Spekulationen ist mir bekannt (Burnout? Herzinfarkt? Schlaganfall? - Es muss ja wichtigen Grund haben, wenn man monatelang ausfällt.....)
    Das Problem, das sich auch mir stellt, immer wieder: Wenn ich nichts sage und mich bedeckt halte - öffne ich damit den Raum für Spekulationen - die mir persönlich teilweise noch unangenehmer sind als der Fakt, dass ich an BK erkrankt bin. Ich habe dafür auch noch keine Lösung gefunden - mich, wie du auch, nur für eine momentane Lösung, die ich aushalten kann, entschieden.
    Ich wünsche dir, dass du d e i n e n Weg findest, der ist natürlich auch abhängig von d e i n e r Umgebeung und d e i n e n Bedürfnissen.
    Lieben Gruß, Anne

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    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • @ Sonnenblümchen
    Ich empfand deine Anwort gut und konstruktiv. Die andere Antworte auch. Es hat mich gefreut überhaupt Antworte zu bekommen. Danke dafür!


    Nächste Woche werde ich anfangen (nach der OP) wieder zu arbeiten. Daher mein Posting jetzt. Ich werde nicht monatelang ausfallen und habe vor zu arbeiten.
    Sei es denn die Therapie werde ich nicht gut vertragen. Dies ist Bestrahlung. Ich werde keine Chemo bekommen. Es ist ein G2.


    Bei den Kollegen finde ich es so: es soll egal sein, was jemand hat. Man sollte immer Verständnis zeigen. Und der Chef sollte sicherstellen, dass sie nicht teure Arbeitszeit mit Spekulationen verschwenden. Das hatte ich schon vor der Diagnose so empfunden. Wenn ich jetzt betroffen bin so in dieser Art, sehe ich es noch deutlicher so.

  • Ich habe wieder angefangen zu arbeiten. Ich war nur zwei Wochen weg. So lief es:


    "Was hattest du den?, war es wieder was mit dem Unterleib?" (dies hatte ich mal und sie fanden es heraus)


    "Ich möchte nicht darüber reden." Dann war einmal still und dann kam die Waffen (ich wusste es. Ich kenne die Dame ja seit jahrzehnten)


    "Wir haben für dich die ganze Arbeit gemacht. Die eine Sache war ein halber Tag"
    "Du hättest aber auf wichtige Emails antworten können"
    "Du bist immer krank, wenn du vom Urlaub zurück kommst" (weil ich 4 Tage Urlaub davor hatte.


    Dieses Verhalten spricht Bände finde ich. Ich glaube sie würden anders reagieren, wenn sie die Diagnose kannten. Weil irgendwie trifft es den anderen, wenn sie denken "es könnte ich sein". Aber auf professionelle Ebene soll es kein Unterschied sein, ob man von Krebs oder Pneumonie oder eine Fraktur hat, finde ich. Kollegen sollen professionell reagieren. So mein Experiement hat also mehr oder weniger bewiesen, was ich dachte und ich bin froh mit der Entscheidung.

  • du bist nur 2 Wochen krankgeschrieben gewesen?
    Darf ich fragen was du machst? Gefällt dir deine Arbeit oder hast du Angst um sie wenn du länger ausfällst?
    Ich habe das Gefühl das dir das ganze seelisch nicht unbedingt gut tut mit diesen Problemen (und Kollegen). Wenn ich zu indiskret bin verzeih bitte, dann antworte einfach nicht oder vielleicht per PN.
    Viele liebe Grüße Angela

  • Ja ich will nicht, dass es ausfällt, daher habe ich nach der OP nur zwei Wochen genommen und nichts davor.


    Danke für die nette Worte.


    Mir hat dieses Verhalten von diesen Kollegen immer gestört und ich habe mich immer darüber aufgeregt (auch wenn andere krank sind und sie darüber reden :-) So ich bin eigentlich nicht aufgeregter als sonst. Es war nur eine Chance Erfahrungen mit anderen hier zu teilen. Wer weiß, vielleicht kommt jemand eines Tages und hat ein ähnliches Problem. Vielleicht will sie (oder sogar er) sich auch zweimal überlegen bevor er die Kollegen was erzählt.


    Ich betreue Kunden und sie sollen unbedingt davon erfahren. So eine Diagnose würde man nicht innerhalb des Unternehmens behalten können ist meine Schätzung. Ja ich mag meine Arbeit und auch viele Kollegen (ausser diese "Trio")

  • dann überleg dir eine Strategie wie du mit diesen unangenehmen Menschen um gehst. Vielleicht kannst du dir da auch profesionelle Hilfe holen. Ich hatte da mal ein interessantes Gespräch mit meiner Heilpraktikerin. Ich versuche Worte von solchen Menschen ungespeichert an mir vorbei ziehen zu lassen. Das klingt nicht so einfach, aber ich glaube da kann man dran arbeiten .Ich versuche mich so gut es eben geht von solchen Menschen fern zu halten. Die sind einfach nicht zufrieden mit ihrem Leben. Sie tun dir und deiner Seele nicht gut und ziehen einen nur runter.
    Aber wenn du mit anderen Kollegen gut auskommst gibt es ja schon mal einen Lichtblick.
    Liebe Grüße Angela

  • Danke Angelina. Das ist ein wirklich guter Rat. Ich kann diese Strategie gebrauchen.


    Die hartnäckige Dame an der Arbeit ist übrigens sonst eine sehr nette Person, die gerne Leute helfen will und immer Zeit für andere hat. Sie denkt sicherlich, dass ich ihre Hilfe ablehne, in dem Moment wenn ich nicht sagen will, was ich habe. Sie nimmt es persönlich. Sie besucht selber oft kranke Verwandte (in der Arbeitszeit) im Krankenhaus und erzählt dann, wie sie der und der geholfen hat. (Und sie erzählt dann auch sehr detailliert, was der jenige hat).


    Ich versuche dann auch auf die positiven Seiten von ihr und ihren "Mitgeschworenen" zu konzentrieren. Das hilft auch.

  • Liebe Amalie


    übernimm Dich nicht!


    Ich habe auch bis zur OP gearbeitet, kam aus dem Krankenhaus und war fit wie immer. Mir fehlte nix. Ich konnte alles machen wie vorher. Es gab noch mal eine kleine Komplikation und ich durfte wieder "einrücken" - war nicht schlimm. Dadurch verschob sich aber der Start der Strahlentherapie immer weiter nach hinten.
    Als es damit losging, habe ich mir den spätesten Termin geben lassen und trotzdem musste ich früher Feierabend machen. Sonst hätte ich es ja nicht schaffen können. Die Strahlen haben mich dann aber doch eine ganze Menge Kondition gekostet. Ich muss Dir sagen, ich war schon froh, dass ich auch mal "durchhängen" durfte. Meine Kollegin, mit der ich das Büro teile, weiß über ALLES ganz genau Bescheid. Sie ist verschwiegen und spricht nicht mit den anderen drüber.


    Ich arbeite in einer großen Firma - viele Kollegen haben mein Fehlen nicht einmal bemerkt. Die aus meinem näheren Umkreis kennen die Diagnose - aber sonst spreche ich mit denen da nicht drüber. Das geht wirklich keinen was an - da muss ich Dir Recht geben. Die Diagnose - Krebs - schockt die Menschen. Wenn Du sagst, Du HATTEST Krebs, möchtest aber nicht drüber reden welchen und über Therapien und dergleichen - dann hören die Spekulationen auf.


    Krebs gehabt zu haben ist kein Makel und absolut keine Schande. Hast Du denn den Schwerbehindertenschein nicht beantragt? Willst Du auf die Woche zusätzlichen Urlaub verzichten? Du hast dadurch einen größeren Kündigungsschutz.


    Schade, wenn Du Dich mit so vielen unangenehmen Dingen beschäftigen musst. Wir haben doch schon mehr als genug mit uns zu tun!!


    Fühl Dich ganz lieb gedrückt von
    Greta :hug:

  • Liebe Amalie,
    hab lange überlegt was ich auf Deine Zeilen schreiben soll. Kann Dich sehr gut verstehen! Auch ich wollte lange nicht darüber reden, wollte nicht mal mehr ans Telefon. Hab dann gehört " Du hast Dich aber verändert..., Du bist aber komisch geworden..., oder sogar, Du bist aber nicht mehr nett....
    Ich brauchte Zeit für mich, um erst einmal mit mir selbst klar zu kommen.
    Inzwischen hab ich gelernt, auch dank diesem Forum hier, mich von Menschen die mir nicht gut tun fern zu halten und auch mal ganz klar zu sagen 'ich möchte darüber nicht reden'. Viele akzeptieren es, denen bin ich sehr dankbar! Die anderen..., die tun mir nicht gut...
    Ich wünsche Dir von Herzen dass auch Du einen Weg findest " auf dem Du Dich wohl fühlst"
    Liebe Grüße
    Lisa

  • Irgendwie stört mich das Verhalten meinen Kollegen immer noch. Ich wollte es mal loswerden :-)
    Als ich zurückkam hat meine Vertretung mich mehr oder weniger angegriffen. Sie war ziemlich aggressiv und hat mir gesagt Sachen wie
    "ich habe meine eigene Arbeit nicht hingekriegt. Ich wollte mich auf die Verträge konzentrieren aber musste dann plötzlich für dich alles machen. Du musst es von meiner Seite sehen. Setzt dich mal in meiner Situation".


    Wenn sie wüsste, was sie sagt. Ich versuche innerlich zu verzeihen. Es ist aber so schwer!
    Sie wissen nicht was ich habe. Auch nicht, dass ich im Krankenhaus lag. Es sollte aber egal sein! ich will keine Empathie durch eine gewisse Krankheit erzeugen. Wenn jemand krank ist, dann ist es egal ob es Grippe, Erkältung, Aids, MS oder Krebs ist. Man akzeptiert einfach eine AU so wie man auch selbst es will, wenn man krank ist. Wenn diese Dame irgendwie krankgemeldet ist (egal für was), wird jemand die Arbeit auch übernehmen. Ich spüre, dass sie denken, dass ich krank feiere. Das habe ich übrigens nie gemacht. Aber den Gedanken hat sie wohl, weil ich nichts sagen will.

    Vor drei Jahren habe ich von einer Geschäftsreise in Kanada mal für einen Kollegen einspringen müssen. Das war ungünstig, aber das war die Entscheidung vom Chef, nicht von meinem Kollegen. Niemals würde ich ihm was vorwerfen.


    Mein Mann hat mir recht gegeben (er kennt diese Kollegen), dass nichts zu sagen, ist das allerbeste. Sonst kann ich sicher sein, dass es verbreitet wird, so dass ich jahrelang immer Fragen von den Kunden und Externen zum Thema Brustkrebs beantworten muss. Die Kollegen werden es denen sagen, dass ich Brustkrebs habe/hatte. Wer will schon das in die Zukunft, wenn man schon längst geheilt ist?
    Hätte ich wo anders gearbeitet und sogar in einer anderer Abteilung wäre dies weniger ein Problem gewesen. Ich kenne das nämlich anders von anderen Arbeitgeber.


    Ich glaube, dass ich mit der Krankheit besser auseinander komme als mit diesem Thema komischerweise.