Keine Angst vor dem Tod ❤

  • Meine Mama hatte die Rasselatmung (hört sich an als würde man im Schlaf Gurgeln da die Leute die Spucke nicht mehr selbstständig schlucken) und leicht blaue Finger und Füße sowie Ohren.

    Dann saß ich bei ihr gegen 11 Uhr und erzählte ihr dass die Sonne draußen scheint und was ein wunderschönes Wetter wir haben, dass ich sie über alles liebe und froh bin dass Sie meine Mama ist und um 11:11 Uhr habe ich auf die Uhr geguckt und habe gesehen dass Sie atmet (ganz normal) und habe Mama dabei angeguckt und einen Kuss gegeben und dann habe ich gesehen dass sie nicht mehr ausatmet und dann habe ich ihre Hand weiter gehalten, hatte die Tür noch aufgemacht kurz davor und das Fenster aufgemacht zum Lüften weil so wunderschönes Wetter war und um 11:17 Uhr habe ich dann beim Palliativteam angerufen und gefragt ob jemand kommen könnte,dass die Mama seitdem nicht mehr atmet ich auch keinen Puls spüre und ob die halt mal gucken können ob sie wirklich tot ist, dass sie super friedlich eingeschlafen ist und die kamen dann gleich mit dem Arzt und der hat dann den Tod bestätigt.


    Ich selbst hätte nicht gedacht das es so friedlich geht denn Tiere als Beispiel zucken ja noch mal extrem. Mama hat nicht mal dolle Luft geholt. Sie hat wie jeder geatmet und dann nicht ausgeatmet.

  • Vielen Dank, Kim(Mama von vier) , für diesen Thread.

    Ich glaube, die Angst gilt möglicherweise weniger dem Tod selbst, als dem Sterbeprozess. Wenn es einem peu a peu immer schlechter geht.

    Womöglich doch Schmerzen hat, und Angst, und lausig schläft, tagsüber gerädert ist...

    Bei Deiner Mama war das Glück, dass Ihr alle "aus dem Gröbsten" raus seid, und schön selbstständig und fit.

    So dass sie ihr Schicksal annehmen konnte.

    Nicht jeder kann das, wenn sich der Tod viel zu früh oder wie auch immer zu früh am Horizont zeigt.

    Wenn man einfach noch nicht sterben WILL, wenn es einem (noch?) viel zu schwer fällt, alles zurückzulassen und sich auf dem Weg in Richtung Regenbogenbrücke zu begeben.

    Es ist und bleibt so eine miese, fiese, hinterhältige Sch... Erkrankung...


    Vielleicht kannst Du noch etwas erzählen über die verschiedenen Schmerzmedikamente?

    Deine Mama hatte ja wieder aufgehört, beim ersten Mal mit der Pumpe, und wieder andere Schmerzmittel probiert, da das mit der Pumpe nicht so praktisch war und sie zu sehr eingeschränkt war, und sie wollte glaube ich auch nicht so schläfrig sein, sprach ja sogar noch, dass das beim Autofahren hinderlich sein könnte, wo ich etwas geschluckt hatte, mit dem Autofahren, aber sie wollte glaube ich einfach noch die theoretische Möglichkeit haben.

    Bekam sie auch etwas angslösendes?


    Nur als Anregung, entscheide Du, und, wie immer, keine Eile!


    Vielen Dank und viele Grüße, gistela

    Am schönsten ist es für mich zwischen den Wurzeln meines "Wunderbaums", mit Blick in die Krone.

    Auch der Baum ist nicht mehr ganz gesund, so passen wir gut zusammen.

  • Liebe Kim(Mama von vier)

    danke dass du diesen Thread eröffnet hast, denn ich habe doch recht große Angst.

    Deine Mama ist mir in so kurzer Zeit ans Herz gewachsen und sie hat mich so lieb unterstützt, dass mir nach wie vor die Worte fehlen und ich immer wieder heulen muss, wenn ich den Engel anschaue.

    Ich darf mir gar nicht ausmalen, wie es dir gehen muss.

    Es ist so schön, dass du bei ihr warst! Ich habe keine Familie und habe durch deine Posts gelernt, dass ich wohl einmal in ein Hospiz muss, denn allein zu Hause scheint das nicht machbar zu sein, auch wenn man palliativ betreut wird.

    Oder doch? Was meinst du? Kann man das schaffen? Ich will nämlich nicht in ein Hospiz.

    Es beruhigt mich sehr zu hören, dass deine Mama friedlich und schmerzfrei eingeschlafen ist! Ich denke, wenn sie Schmerzen gehabt hätte, hättest du das gemerkt.

    Am Wochenende zuvor: hat du das kommen sehen? Ist das etwas Spezielles passiert?

    Wenn ich dir zu nahe trete, bitte sei mir nicht böse!

    Du musst gar nicht antworten, wenn das zuviel ist.

    Ich verstehe das!

  • Liebe Kim(Mama von vier)


    ich finde es ja unglaublich beachtlich, dass Du Dich hier nochmal zur Verfügung stellst, um diese Antworten zu geben!

    Ein gaaanz herzliches Dankeschön an der Stelle!

    Es ist bewunderswert, dass Du das hier machst und noch viel mehr, dass Du zum Schluss bei Deiner Mama warst und ihr die Hand gehalten hast, als sie eingeschlafen ist! Das war ein großes Geschenk für sie und für Dich sicherlich auch hilfreich, wenn auch sicher sehr schwer!


    Ich hatte auch mit Deiner Mutter hier und auch mal am Telefon/whatsapp Kontakt. Ich fand erstaunlich, wie stark und klar aber auch hilfreich und liebevoll sie war!

    Ehrlich gesagt habe ich mich irgendwann raus genommen, da ich selbst Lungenmetastasen habe und auch wenn ich akzeptiert habe sterben zu müssen, so habe ich doch nach wie vor Angst vor dem WIE. Und dann habe ich aufgehört zu lesen, aus Angst...

    Ich bin so froh, dass sie dann doch so friedlich einschlafen konnte, wie Du es beschreibst!


    Kannst Du mir sagen, wie das in den letzten Tagen/Wochen mit der Atemnot war? Das ist meine größte Sorge dabei...

    Und es würde mich interessieren, wie es deinem Bruder und Vater momentan geht? Ich habe auch einen Sohn mit 15. Und dem gilt meine größte Sorge....


    Wenn Du irgendetwas nicht beantworten willst, verstehe ich das sehr gut!


    Nochmal ein ganz herzliches DANKESCHÖN und eine liebe Umarmung von mir!:hug:


    Ganz liebe Grüße

  • Guten Morgen Debo30 ,

    habe mal gegoogelt, in einer Zeitung für Ärzte habe ich einen Artikel gefunden über die Behandlung von Atemnot bei Tumorpatienten,

    da braucht man keine Angst zu haben, bei guter Palliativ-Versorgung. Dafür gibt es verschiedene effektive Medikamente, Morphium und anderes. Sehr beruhigend, für mich. Und zum Schluss einfach Dämmerschlaf (palliative Sedierung), so war es auch bei einem Bekannten mit Rachenkrebs, der sich nicht mehr hatte operieren lassen sondern den Dingen ihren Lauf gelassen hat.

    Wenn ein Palliativ-Team die Medikamente zu sparsam einsetzt, dann sollte man wohl eine Palliativstation aufsuchen, glaube ich.

    Denn hatte hier im Forum auch schon gelesen, dass eine Verwandte nicht ausreichend Medikamente bekommen hat. Das muss wirklich nicht sein!

    Ich drücke die Daumen, dass bei Dir alles insgesamt soweit ok ist,

    Viele Grüße und alles Gute, gistela

    Am schönsten ist es für mich zwischen den Wurzeln meines "Wunderbaums", mit Blick in die Krone.

    Auch der Baum ist nicht mehr ganz gesund, so passen wir gut zusammen.

  • Kim(Mama von vier) , meine Mutti hatte auch die Rasselatmung, fing so 5, 6 Stunden vor ihrem Tod an. Ich wusste damals nicht was es war, und hatte auch Sorgen … Auch ich war bei meiner Mutti, hab ihre Hand gehalten, ihr immer wieder gesagt dass ich sie liebe, dass wir sie lieben, und dass sie keine Angst haben soll, sich einfach fallen lassen soll. Meine Mutti hatte keinen Krebs und bekam keine Medis außer Tilidin Tropfen (sie vertrug nichts anderes), aber natürlich nicht seit dem Morgen, da sie nichts mehr getrunken hat, ich hab ihr nur immer wieder mit einem Tuch die Lippen benetzt. Sie ging friedlich kurz nach Mitternacht, plötzlich war ihre Atmung anders, da wusste ich das ist das Ende. Sie war sehr gläubig, also habe ich sehr laut und deutlich nahe an ihrem Gesicht das Vaterunser gebetet, und genau beim Amen hörte sie auf zu atmen. Der Notarzt sagte uns später dass Hören der letzte Sinn ist, der noch funktioniert und dass sie mich ganz sicher gehört hat.


    Es ist unglaublich lieb von Dir dass Du uns weiterhin beistehen willst. Danke. :hug::hug::hug:


    Taima , ich glaube vor einer Palliativstation bzw Hospiz musst Du keine Angst haben, da wirst Du gut und liebevoll umsorgt. Eine unserer unvergessenen Foris, Loewenzahn60 , hat aus dem Hospiz geschrieben so lange sie konnte.

  • Liebe Kim(Mama von vier) , vielen Dank für deine Erfahrungen!

    Meine Mutter hatte diese rasselatmung auch. Klingt beängstigend, aber ich konnte nicht rausfinden, ob das irgendwie schmerzhaft war. 😥

    Nein es ist nicht schmerzhaft. Ich habe mich von Buch zu Buch gelesen und mich durch gefragt bei allen die kamen ( palliativ und pflegedienst ). Es hört sich blöd an tut aber nicht weh.

    Was allerdings ein blödes Gefühl ist für die die es haben (wenn sie wach werden, dann haben sie das gefühl zu ersticken) eigentlich vergleichbar mit dir und mir und jedem anderen wenn wir eine Bronchitis haben. Wenn der Schleim uns den Hals runter läuft ist es auch ein blödes Gefühl. Schmerzen sind es aber keine ❤

    Dafür sah meine Mama auch zu (normal) aus

  • Liebe Debo30

    Es war nicht anders wie sonst auch.

    Da ihr ja ein Teil Lunge von der Operation fehlte konnte sie nicht mehr so leben wie davor. Ich meine damit nicht den Enkeln hinterher Sprinten oder Fußball spielen oder die Treppen mal schnell hoch rennen. Also doch Sie konnte es schon aber dann hatte sie Luft Probleme und hat sich ausgeruht und das sauerstoffgerät angemacht. Ansonsten hatte sie bis zum letzten Atemzug keine Probleme. Weist du was ich meine ? Für uns waren das keine Probleme oder Atemnot denn es war ja klar das man mit weniger Lunge etwas weniger machen sollte.


    Bis zu letzt hatte sie nicht einmal (Atemnot) sie hatte 3 Tage bis sie gestorben ist (SIE HAT ABER GESCHLAFEN UND ES NICHT GEMERKT ODER GEFÜHLT) kleinere Atemaussetzer. Also KEINE ATEMNOT sondern minimale zur Stebephase dazugehörige Aussetzer.


    Meine Mama hatte davor auch die meiste Angst. Die kann ich dir aber aus meiner Sicht nehmen. Ich dachte auch das alles wäre schlimmer.


    Wusstet Ihr alle das Mamas Krebs Vererbbar ist?

    Sie hatte eine Special Edion (so sagt meine Tochter dazu) 😅.

    Angst habe ich überhaupt nicht es zu bekommen oder wie auch immer. Denn ich weiß das es nicht schlimm endet und das gibt unendlich viel Kraft und Energie und Hoffnung.



    Meiner Familie geht es gut. Auch meinem Bruder und meiner Schwester. Es ist zwar (komisch) weil Mama fehlt ABER sie schlagen sich verdammt gut. Damit habe ich nicht gerechnet ABER ich bin so froh das es so ist.


    Ich drücke dich ganz dolle und frag alles was du fragen willst und wissen möchtest ❤

  • Liebe Kim(Mama von vier), ich bin neu hier im Forum - habe noch nicht viel gelesen ... meine größte Angst ist, wie das alles meine Mädels (inzwischen 11 und 14) "unbeschadet" überstehen - was ich vielleicht noch für sie tun kann.

    (Liegt bestimmt daran, dass die Mammographie-Ärztin mir vorwarf, ich hätte absolut unverantwortlich meinen Kindern die Kindheit geraubt.)

    Bis vor kurzem habe ich nichts gemerkt - jetzt hatte ich die erste ambulante wöchentliche und leider erfolglose Chemo - Haare weg ... ich weiß nicht, was auf uns zukommen wird und Ärzte antworten immer nur, dass jeder Verlauf anders ist.

  • (Liegt bestimmt daran, dass die Mammographie-Ärztin mir vorwarf, ich hätte absolut unverantwortlich meinen Kindern die Kindheit geraubt.)

    bitte was???

  • Prim72 da ich selbst ja nur Angehörige bin frage ich dich einfach :)

    Was genau hast du ? Und seit wann ?


    Unbeschadet weg kommen... naja also wir alle haben viel gesprochen. Angefangen ich bin die älteste 28 (fast 29) dann mein Bruder mit 27 und meine beiden anderen Geschwister mit 16 (fast 17) und 15Jahren.


    Mama hat uns alles erzählt. Alles erklärt. Viel gezeigt fürs Leben und versucht noch mal die Zeit zu genießen. Mit Lieblingsblumen und Lieblingsessen und den Enkeln und Spiele Abende. Der Tod gehört einfach dazu und das für jeden von uns. Und bei Krebs ist das einzigste (hört sich böse an ich weiß) positive das man noch mal die zeit hat alles zu klären. Wir sind soooooooooo dankbar für diese Zeit. Natürlich mit Tränen und alles sch..... und wieso weshalb warum, dennoch haben wir alles klären können was wir jemals auf der Seele hatten. Wir konnten alles erfragen was wir auf dem Lebensweg noch wissen wollten und Mama hat jeden einem Brief geschrieben mit persönlichen Worten.


    Fühl dich gedrückt, sofern du das magst.

    Liebe Grüße Kim

    Einmal editiert, zuletzt von Charlottaa () aus folgendem Grund: Kraftausdruck gekürzt

  • Vielen Dank für Deine Zeilen, Kim(Mama von vier) , es ist sehr berührend.

    Dir, Deiner Familie, Deinen Geschwistern und dem Vater weiterhin alles Gute!

    Viele Grüße und weiterhin viel Kraft und viele schöne Erinnerungen, gistela

    Am schönsten ist es für mich zwischen den Wurzeln meines "Wunderbaums", mit Blick in die Krone.

    Auch der Baum ist nicht mehr ganz gesund, so passen wir gut zusammen.

  • Vielen, vielen Dank, liebe Kim(Mama von vier), das versuche ich zu fragen - also, was ich als Betroffene (Mama) tun kann für meine Angehörigen. Wie ich es ihnen leichter machen kann ... vor allem dann, wenn ... also ich habe diagnostiziert Knochenmetastasen 12/17 und danach wurde gefunden woher: Brustkrebs. Inzwischen kamen Lebermetastasen dazu und Chemo ... "Mama, Du siehst gruselig aus" ... als die Haare ausfielen. Ich weiß nicht, was auf mich zukommt ... und wie schnell. Schlimm wäre für mich, müssten meine Kinder mich im Hospiz besuchen, statt das Wochenende zu leben. (Jetzt habe ich erfahren, dass es in der Nähe gar kein Hospiz gibt.) Ich denke, ich bin seit ED eine schlechte Mama ... eher eine Oma ... erlaube zu viel ... eigentlich möchte ich wissen, was wäre denn wichtig ... meine Kinder fragen nicht ... geht vielleicht schon zu lange ... wird aber nicht mehr lange gehen ... denke ich zumindest. Bei meiner Freundin ging plötzlich alles ganz schnell ... ihre Chemo hat nicht angeschlagen, wie meine und zwei Monate später war sie tot. Wir haben uns übers Internet kennen gelernt ... ich kenne ihre Familie nicht, kann also ihre Kinder nicht fragen, was ihnen denn rückblickend noch wichtig gewesen wäre, was Mama hätte tun sollen. Darum war ich froh, von Dir und Deinem Angebot zu lesen, nachzufragen, was ich als Betroffene tun kann, damit es nicht so schlimm wird.

  • Liebe Kim(Mama von vier),

    deine Zeilen zu lesen ist sehr ergreifend so wertvoll und für viele von uns geben sie auch Trost und Hoffnung.

    Ich bewundere deine/eure Stärke wie ihr mir dem Verlust eurer geliebten Mama umgeht.

    Sie hat euch viel gelehrt und gut vorbereitet auf ein Leben ohne Mama aber ich glaube, das schafft nicht jeder.


    Ich wünsche euch allen weiterhin viel Kraft und Stärke!

    Sei ganz lieb gegrüßt Mieze66 ❤❤❤

  • Hey Kim, genauso habe ich dich kennenlernen dürfen💪

    Klasse wie du das machst.❤


    Vergesse nicht auch mal an dich zu denken !! 😉


    Liebe Grüße an alle zu Hause👋

    Sabine