Tamoxifen - CYP2D6 vor der Einnahme abklären

  • Update: Durch den Gentest kam raus, dass ich Tamoxifen schlecht verstoffwechsle. Der Arzt in der Klinik hat mir einen Wechsel der Therapie angeboten. Wechsel heisst Aromatasehemmer in Kombination mit ovarieller Suppression. (prämenopausal)

    Die Erfahrung ist, dass diese Therapie wegen der oft stärker spürbaren Nebenwirkungen häufiger abgebrochen wird. Für mich die Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Den Krebs möchte ich aber auf keinen Fall zurück, deshalb wird die Entscheidung auf die anderen beiden Möglichkeiten fallen.


    Es fehlen schlichtweg offizielle Empfehlungen. Dieser Artikel ist keine Richtlinie für die Kliniken.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5931215/

    Tamoxifen ist danach lt. FDA (U. S. Food and Drug Administration) bis 40 mg in der USA zugelassen. In Deutschland weiß ich es nicht. Es wird von nur 2 Firmen in höherer Dosis angeboten. Ich verstehe, dass die Ärzte sich an die Richlinien halten und nicht eigenverantwortlich entscheiden. Ein kleines Gschmäckle bleibt in der Frage, ob man hier keine weiteren Gelder in Studien steckt, weil auf anderen Gebieten mehr Geld zu verdienen ist.


    Für mich war der GenTest der richtige Weg. Ich will wissen, woran ich bin. Das Ergebnis IM besagt, dass eine Erhöhung von der Tamoxifendosis vielleicht etwas bringt. Jetzt interessiert mich noch mein tatsächlicher Endoxifenspiegel. Dann werde ich meine Entscheidung treffen.
    Bei all der Diskussion über das Thema sollte man nicht vergessen, dass 70% der Patienten mit dem Medikament auf einen therapeutischen Wirkstoffspiegel kommen.

  • Da ich biologisch/ medizinisch gesehen ein totaler Laie bin, würde mich interessieren was es denn für die Wirksamkeit eines Medikaments bedeutet wenn ich es „schlecht“ verstoffwechsle? Heißt das es dauert länger? Bleibt es dann länger im Körper? Ist dann wirklich die Wirksamkeit nicht gegeben? Brauch ich eine höhere oder niedrigere Dosierung? Hängt die Wirksamkeit eines Medikaments nur davon ab wie ich es verstoffwechsle?
    Es gibt ja z.B. auch Tumore, die auf bestimmte Medikamente/ Chemos nicht reagieren, aber das hat dann doch nichts damit zutun wie ich es verstoffwechsle, oder?

    Bitte nicht falsch verstehen, mir geht es nicht um den Test, auch nicht um Tamoxifen ja/nein.

  • Hallo Erna66 ,


    ähnliche Fragen wie Du sie stellt, hatte ich mal an den KID gerichtet. Die Antwort war, grob zusammengefasst: "Das wissen wir auch nicht, die Zusammenhänge sind nicht klar und eindeutig bekannt." Deshalb rät der KID auch von dem Test auf Verstoffwechslung von Tam ab - es ließe sich aus dem Ergebnis einfach keine klare Handlungsempfehlung ableiten.


    Hilft Dir diese Antwort?

  • Liebe Erna66 ,


    auch wenn gerade bei Brustkrebs enorme Fortschritte in der Behandlung erzielt wurden und werden, scheint es immer noch viele Feder zu geben, wo das Wissen der Mediziner vage ist und man über das Stadium von Annahmen und Hypothesen noch nicht weit hinaus ist.


    Ich nenne Dir ein weiteres Beispiel:

    Es werden stets unsere Rezeptoren für ER und PR bestimmt. Sämtliche antihormonellen Therapien scheinen auf das Östrogen abzuzielen - und was ist mit dem Progesteron? Und was ist mit Frauen, die ER-negativ, aber PR-positiv sind??

    Die Antworten, die ich bislang erhalten habe: Man weiß es nicht genau. Man geht einfach davon aus, dass die Antihormone auch gegen das Progesteron wirksam sind - aber genaue Belege sind derzeit noch nicht verfügbar. PR-positive Frauen erhalten die gleichen, primär gegen das Östrogen gerichteten Medikamente.


    Ich bin keine Medizinerin, doch ich würde Deinen Satz durchaus so unterschreiben ....

    Unser Körper ist einfach unglaublich komplex und noch längst nicht in der gesamten Tiefe seiner Abläufe erforscht.

  • Erna66 ,


    soweit ich weiß, wirkt nicht das Tamoxifen selbst, das ist ein "Prodrug". Es wird erst im Körper zum eigentlichen Wirkstoff umgewandelt (Endoxifen?), und dieser Prozess benötigt ein bestimmtes Enzym glaube ich, das der Körper individuell in bestimmtem Maß besitzt oder nicht. Ohne dieses Enzym kann das Tamoxifen nicht, schlecht oder sehr stark umgewandelt werden. Das ist wohl mit dem Begriff gute oder schlechte Verstoffwechselung gemeint. Es gibt auch die Turboverstoffwechselung, nicht nur die ungenügende ....

    Man geht davon aus, dass es auch eine Wirkung hat, wenn die Umwandlung nur eingeschränkt stattfindet. Absolute Werte gibt es wohl nicht, wie sollte man auch die Wirkung oder Nichtwirkung beweisen. Kann man aber auch googeln, da gibt es recht gute Erklärungen.

    Gruß Tschetan

  • „schlecht“ verstoffwechsle

    Ich bin auch Laie.

    D.h. für meinen Fall aber, dass bei mir lt. Studien ein niedrigerer Endoxifen-Spiegel im Blut aufgebaut wird, als bei den 70% , bei denen es wirkt. Es gibt aber noch keine Richtlinie oder Erkenntnis, wie hoch ein therapeutisch wirksamer Spiegel ist.

  • ob es für andere Medikamente ähnliche Zusammenhänge gibt

    Ich nehme mal an, dass sich deine Frage auf ein bestimmtes Medikament bezieht. Da kann ich auch nur auf das Telefon vom KID verweisen, die mir geduldig jede Frage beantwortet haben. Oder an den "Arzt oder Apotheker"

    Auf Seite 4 #72 in diesem Thread wurde die Möglichkeit der Spiegelmessung erklärt. Unter dem TDM Medizin findet man auch Erklärungen im Internet.

  • was ist mit dem Progesteron?

    Das habe ich mich auch gefragt. Progesteron wird in Zusammenhang mit dem Eisprung produziert. Nach den Wechseljahren gar nicht mehr.

    Es gibt die SOFT und TEXT Studie, die hatten bei zusätzlicher Gabe eines Medikaments was den Eisprung unterdrückt etwas bessere Ergebnisse als nur Tamoxifen. Auf ihr basiert (nehme ich an) die geänderte Therapieempfehlung als Alternative für mich, auch wenn es nicht gesagt wurde.

  • D.h. für meinen Fall aber, dass bei mir lt. Studien ein niedrigerer Endoxifen-Spiegel im Blut aufgebaut wird, als bei den 70% , bei denen es wirkt. Es gibt aber noch keine Richtlinie oder Erkenntnis, wie hoch ein therapeutisch wirksamer Spiegel ist.

    Die Verwirrung ist jetzt komplett. Bevor ich nach dem Gentest die Therapie gewechselt bekomme, habe ich habe in für mich logischer Konsequenz ein TDM machen lassen. Darin wird ein therapeutisch wirksamer Medikamentenspiegel bestätigt.

    Auf diese Möglichkeit wurde in #72 in diesem Thread hingewiesen. Da es ein einfacher Test ist, den die Krankenkasse bezahlt, ist das eine Möglichkeit für so "wunderfizige" Leute wie mich, sich die Verstoffwechselung des Medikamentes betätigen zu lassen. Allerdings frühestens nach 3 Monaten Tabletten Einnahme.

    Ich versteh nicht ganz, warum meine Klinik so ein Aufheben darum gemacht hat. Hätte ich die Info über TDM vorher gehabt, wäre mir viel Aufregung erspart geblieben.

  • Über Informationen zum Endoxifenspiegel würde ich mich freuen. Trotz des positiven Ergebnisses bin ich weiter an dem Thema interessiert. Es ist mir nicht gelungen darüber etwas rauszufinden.

  • Liebe IBru ,


    Ich freue mich für dich das du das Enzym bildest u Tam verstoffwechselst. Das war bei mir auch so, durch 2 Tests bestätigt, einmal sogar für eine Studie der Uniklinik.


    Ich möchte dich u keinen anderen hier verunsichern, aber lass den Test wenn möglich in 2-3 Jahren wiederholen.


    Denn ich habe nach 4 Jahren während der Einnahme von TAM einen BK in der anderen Brust bekommen u man sagte mir dann, das die Wirkung von TAM nach Jahren nachlassen kann.

    Einen hunderproz. Schutz hat man ja sowieso nicht das ist ja bekannt, aber eine Wiederholung des Tests wäre doch noch ein Stückchen mehr Sicherheit. Sollte dabei rauskommen das TAM nicht mehr reicht könnte man vllt auf einen Aromatasehemmer wechseln.


    Alles Liebe

    Mariechen