Wirksamkeit von Tamoxifen - Aktivität des Enzyms CYP2D6 vor der Einnahme testen

  • Liebe Nicki1982 , da ich eine gute Freundin habe, die unter Tamoxifen auch weiterhin ihre Periode hat, kann ich Dir nur weitergeben, dass er gesagt hat, dass die Wirkung von Tamoxifen nicht davon abhängt, ob man seine Periode hat oder nicht. Manche Frauen haben sie, manche nicht, da Tamoxifen ja nicht die Östrogenbildung verhindert, sondern nur die Andockung an Tumorgewebe.

    Ich würde mir an Deiner Stelle mal eine Zweitmeinung holen.

  • Nicki1982

    Vor ein paar Wochen stand ich vor genau der selben Frage. (siehe weiter oben) Mein Bustzentrum gab mir die Empfehlung auf Aromatasehemmer in Kombination mit ovarieller Suppression (prämenopausal). (siehe SOFT und Text Studie)

    Von der Verdopplung der Dosis wurde wegen Nebenwirkungen abgeraten. Achtung: Tamoxifen Verdopplung heisst nicht automatisch Wirkstoffsteigerung. Wenn man es nicht verarbeiten kann...

    Was für ein Test wurde gemacht? Hormonstatus? Tamoxifen unterdrückt nicht die Östrogenproduktion, sondern besetzt die Andockstellen. Es ist soviel ich weiß auch keine sichere Verhütung einer Schwangerschaft...

    Der Wirkstoffspiegel vom Endprodukt Endoxifen kann frühestens nach 3 Monaten getestet werden.

    Und die Aromatasehemmer Therapie wird häufiger wegen Nebenwirkungen abgebrochen. Wenn sie dafür wirkt, würde ich es mir trotzdem überlegen.

    Überprüf die Informationen nochmal in aller Ruhe und frag evt. nochmal im Brustzentrum. Das Thema ist leider noch eine Grauzone.

  • Hallo IBru

    Ja es wurde der Hormonsatus gemacht. Für meinen Gyn ist es ganz selbstverständlich die Dosis zu verdoppeln.

    Ich habe wirklich Angst vor den Nebenwirkungen und auch das ich ein Rezidiv bekomme wenn es nicht wirken sollte.

    Was ist eine ovarielle Suppression genau, das weiss ich gar nicht.

    Ich werde mir einen Termin im Brustzentrum holen und das dort besprechen.

    Ich habe eigentlich vor im Februar wieder arbeiten zu gehen. Ich arbeite in der Pflege und da brauch ich keine heftigen Nebenwirkungen. Jetzt habe ich Angst das ich das nicht schaffe.

  • Nicki1982

    du bist ja noch lange vor den Wechseljahren. Natürlich hast du eine Östrogenproduktion. Deshalb wäre meine erste Frage wozu die Prüfung vom Hormonstatus dienen soll. Falls die Ärzte entscheiden auf Aromatasehemmer zu wechseln, ist empfohlen, zusätzlich den Eisprung zu unterdrücken. Suppression = Unterdrückung. Mir wurde erst gesagt, dass man keine Alternative hätte, was ja nicht stimmt.
    Tamoxifen muss wirklich regelmäßig, täglich und konsequent eingenommen werden. Die Wirkung baut sich erst nach mehreren Monaten auf und kann nur durch die regelmässige Einnahme gehalten werden.

    Obwohl ich (vor der Einnahme getestet!) als schlechter Verstoffwechsle (IM) gelte, hat die Wirkstoffspiegelmessung (TDM) ergeben, dass ich bei normaler Einnahme trotzdem einen Wirkstoffspiegel von Endoxifen aufbaue! Das ist der eigentliche Wirkstoff.

    Hab bitte keine Angst, lass dich von dem ersten Test nicht verunsichern.

    Die zweite Frage wäre dann nach dem Wirkstoffspiegeltest, wenn du über die letzten Monate konsequent in der Einnahme warst, könnte man jetzt prüfen. Die Erklärung von dem Test, den die Krankenkasse bezahlt findest du im Internet und im Forum, wenn du mit dem Kürzel suchst.

    Das ist leider so unbekannt, dass selbst meine Praxis, bei der ich zur Nachsorge bin, sich erst im Labor erkundigen musste. :)

  • Tamoxifen und Knochenschmerzen

    Anfang Januar hatte ich höllische Knochenschmerzen, die mit dem Einnehmen eines Schmerzmittels (Dic..) begannen und beim Absetzen endeten. Dannach noch für mehrer Wochen Muskelschmerzen. Der Orthopäde wusste damit nichts anzufangen.

    Bei mir eine verminderte Aktivität des Gens festgestellt. Beim Informieren bin ich über das Thema der Familie Cytochrome P450 (CYP) gestoßen. Das ist gewissermaßen die Obergruppe des CYP2D6 und für die Aufnahme von sehr vielen Medikamenten verantwortlich.

    Dic... wird glaube ich an der gleichen Stelle verarbeitet wie mein Blutdrucksenker...

    Mein Verdacht ist, dass es zuviel "des guten war" und sich der überschüssige Wirkstoff im Körper anreicherte, anstatt ausgeschieden zu werden. Ein Gastroenterologe hat mir bestätigt, dass es so sein könnte.

    Mir wird langsam klar, warum Cortisonspritzen bei mir keine sofortige Wirkung zeigten, ich Metmizol nicht vertragen habe etc.

    Hat jemand ähnliche Beobachtungen gemacht oder weiß an wen man sich mit einer solchen Fragestellung wenden kann?

    Am Ende geht es mir darum, dass Tamoxifen seine volle Wirkung entfaltet und ich mir keinen Leberschaden einhandle, wenn ich etwas gegen Entzündungen nehme.

  • Hallo zusammen,


    hat jemand von euch den Tamoxifen Test machen lassen? Wer führt den durch? Weder mein Hausarzt noch mein Gynokologe haben da Erfahrung damit.


    Hat jemand von euch den Test von der Krankenkasse erstattet bekommen? Wenn ja, mit welcher Begründung?


    Ich möchte den Test unbedingt machen lassen und nach Möglichkeit nicht selbst bezahlen müssen. ;)


    Liebe Grüße

    Elke

  • garbanza

    Die Krankenkasse bezahlt den Test nicht. Aber falls Unsicherheit besteht, ob das Medikament wirkt, kann man während der Einnahme den Endoxifenspiegel im Blut messen lassen. Das wurde bei mir bezahlt.

    Ich habe auf meinen Wunsch hin und meine Kosten, den Gentest bei meinem Hausarzt machen lassen. Mit meinem heutigen Wissen, würde ich das nicht mehr.

    Wichtig ist für mich, dass ich genügend Wirkstoff im Blut habe. Das lasse ich in Zukunft weiter regelmässig messen.

    Ich schulde meinen Träumen noch Leben und meinem Leben Träume!

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  • IBru ,


    vielen Dank.


    Meine Anfrage sah so aus, als könnte ich nicht lesen. ;)


    Ich hatte einen neuen Thread eröffnet, und meine Frage wurde verschoben (was auch gut ist).


    Jetzt habe ich alles gelesen, vielen herzlichen Dank für die Infos!!!


    Der Gentest ist wohl nicht das Gelbe vom Ei. Für mich stellt sich jetzt nur noch eine Frage:


    Kann man bei einer dreimonatigen Einnahme von Tamoxifen dauerhafte Schäden davontragen? Oder gehen die Nebenwirkungen beim Absetzen alle wieder zurück?


    Ein Medikamentenschaden reicht mir, ich bin schon gefloxt... :rolleyes:


    Liebe Grüße

    Elke

  • Ich habe bereits den CYP 2D6 Gentest gemacht und für mich sichergestellt, dass ich Tam überhaupt verstoffwechseln kann. Ich habe im Netz allerdings auch von der Endoxifen- Spiegelbestimmung gelesen und gehört. Hat jemand Erfahrungen mit dieser Untersuchung?

    Das ist ein ganz schwieriges Thema. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Arzt eine andere Dosierung des Medikamentes verschreibt als wie empfohlen. Bei #72 in diesem Thread bin ich zum ersten Mal TDM gestoßen.


    Bei mir wurde die Spiegelbestimmung vom Frauenarzt gemacht. Die MTA´s haben das Labor angerufen und siehe da es war als Kassenleistung möglich. Jetzt wollte ich sie nochmal haben und keiner meiner Ärzte ist bereit nochmal danach zu schauen.

    Ich empfinde es als Körperverletzung, dass das nicht routinemässig bei jeder Patientin gemacht wird.


    Mir gegenüber wurde erst behauptet, dass bei Hormonsensitivem Tumor keine andere Nachbehandlung möglich ist, was nicht stimmt. Wie sich herausstellte gibt es die Aromatasehemmer mit zusätzlicher Ovulation Suppression. Die scheint aber stärker mit Nebenwirkungen behaftet zu sein. Dazu gibt es bisher nur Studien (Soft und Text), aber ich glaube noch keine Empfehlung.


    Ich habe keine Studie gefunden , die von der Reduzierung des Medikamentes spricht. Momentan laufen nur welche, in denen geschaut wird, ob das Endoxifen auf anderem Weg zugeführt werden kann. Das ist die Tamendox Studie.

  • ...Tam verstoffwechselst. Das war bei mir auch so, durch 2 Tests bestätigt, einmal sogar für eine Studie der Uniklinik.


    Ich möchte dich u keinen anderen hier verunsichern, aber lass den Test wenn möglich in 2-3 Jahren wiederholen.


    Denn ich habe nach 4 Jahren während der Einnahme von TAM einen BK in der anderen Brust bekommen u man sagte mir dann, das die Wirkung von TAM nach Jahren nachlassen kann.

    Einen hunderproz. Schutz hat man ja sowieso nicht das ist ja bekannt, aber eine Wiederholung des Tests wäre doch noch ein Stückchen mehr Sicherheit. Sollte dabei rauskommen das TAM nicht mehr reicht könnte man vllt auf einen Aromatasehemmer wechseln....

    In dem Zusammenhang möchte ich auf die Erfahrung von Mariechen54 aufmerksam machen. #95 in diesem Thread

  • https://www.imd-berlin.de/fach…erapie-mit-tamoxifen.html


    Tamoxifen wird nicht nur über CYP2D6 verarbeitet, sondern auch über CYP3A4.

    Über dieses letztere Enzym laufen ganz viele Medikamente.

    Jetzt wird das ganze schlüssig. Mal sehen, ob ich einen der Ärzte für das Thema begeistern kann, damit mir geholfen wird.

    Hallo IBru, da Du ja schon einige Erfahrungen mit dem Medikament hast, kannst Du mir vielleicht weiterhelfen. Ich hatte einige Wochen nach der Chemotherapie diesen Genotypisierungstest. ( Die Ärztin sagte, mindestens 1 Monat muss eingehalten werden, dann prüft man die Gene auf Chemoschäden, erst dann ist der Test aussagekräftig) Der Test ergab eine gute Verstoffwechselung, trotzdem bekam ich Letrozol. Wegen steigender Östradiol-Werte unter Letrozol nun Umstellung auf Tamoxifen.Derzeit wird im Stoffwechsellabor ein ganzes Hormonscreening durchgeführt. Welche Medikamente meinst Du, die über dieses Enzym verstoffwechselt werden? Antwort gern auch als PN.

  • Toyota

    Leider bin ich nicht aus dem medizinischen Bereich und habe nur "gefährliches Halbwissen" aus dem Internet. Ich kann da nicht weiterhelfen. Ist aber mit einer kleinen Suche vom CYP zu finden. Ein Hormonscreening wurde bei mir leider nicht gemacht.

    Ich kann nur für mich sprechen. Bei mir hat es Nebenwirkungen gegeben, als ich ein stark dosiertes Schmerzmittel nehmen sollte.

    Wie ich dann schlussendlich festgestellt habe kann es mit meinem Blutdrucksenker Wechselwirkungen geben.

    Das habe ich hier rausgefunden

    https://www.apotheken-umschau.…ente/Wechselwirkungscheck

    Lieber wäre es mir gewesen, die Ärzte, die es mir verordnet haben, hätten das gewusst...

    Jetzt nehme ich es, wenn ich es brauche in großem Abstand zum Blutdrucksenker und nicht mehr die volle Dosis. Seit dem vertrage ich es wieder. Mit den anderen Themen bin ich leider noch nicht weitergekommen.

    Das hat aber nichts mit deiner Umstellung auf Tamoxifen zu tun.

    Hast du keinen Ovulationshemmer zum Letrozol bekommen? Ich dachte, dass wäre in unserem Alter Pflicht...

    Vermutlich schaut man jetzt, ob du schon durch die Wechseljahre bist.

  • Liebe IBru

    danke für den Tip mit den Wechselwirkungen.Ich habe den Rechner gleich ausprobiert.Zum Glück KEINE Wechselwirkungen zwischen Tamoxifen und MetoHex Succ ( Metopr.) bei meinem Präparat. Das hatte aber auch das Genlabor schon recherchiert,das den Genotyp-Test gemacht hat.Das Herzzentrum und mein Chemo-Team hatten es bestätigt.

    Ich lasse trotzdem 6-7 Stunden Zeit zwischen den Medis...


    Dafür weiss ich jetzt,warum früher meine Eisentabletten nicht gewirkt haben...Wechselwirkung mit Säureblocker,daher reduzierte Wirksamkeit der Eisentabletten. Frau lernt nie aus !


    Ovulationshemmer sind in unserem Alter zwar Pflicht, aber ich hatte eine beidseitige Adnexektomie...daher geht man davon aus, das man nach Eierstockentfernung "postmenopausal" ist, auch wenn ich zur Operation noch "prämenopausal" war.

    Ich stelle mal die Hypothese auf, das durch die Eierstock-OP eine Östrogen-Dominanz entstanden ist. Das kläre ich derzeit noch in der Endokrinologie ab und die Klinik hat auch noch mal die Hormone bestimmt, ...nun heisst es aufs Ergebnis warten...natürlich mit Angst...Angst,das der Östrogenspiegel nicht sinkt ( wird er vermutlich unter Tamoxifen nicht)

    Naja und Verunsicherung durch andere Einflüsse.Ich hab gelesen,wer Tamoxifen einnimmt,soll in stockdunklen Räumen schlafen, wegen dem Melatonin nachts,schon kleine Lichtschimmer können diesen Kreislauf beeinflussen und die Wirksamkeit von Tamoxifen herabsetzen.

    Ich lese mich da jetzt erst rein.


    Was die Aromatasehemmer betrifft: Ich bin schon schockiert, das die Hormonwerte nicht standartisiert nachgemessen werden, damit man auf Veränderungen reagieren kann wie jetzt bei mir. Das sollte in die Nachsorge gehören. Aber scheinbar gibt es nicht mal Richtwerte,wie der Spiegel unter Letrozol ausfallen sollte.Und es gibt auch keine Vergleichsdaten mit anderen Patientinnen,weil es ja nicht vorgesehen ist, die Spiegel zu kontrollieren.


    Ich hab an den KID geschrieben und angefragt, sie meinten,es gab nur 1 oder 2 Studien, die aber nicht richtungsweisend sind.

    Da war ne Gruppe postmenopausal, dann eine Gruppe postmenopausal mit Tam und ne dritte Gruppe postmenopausal mit Aromatasehemmer. Die Ärzte vom KID meinten, in der Gruppe postmenopausaler Frauen mit Aromatasehemmer war die "Streubreite " am höchsten, das heisst die Werte gehen am weitesten auseinander....daher keine Standartisierung der Untersuchung.


    Es gibt wohl auch kaum Frauen,die unter Aromatasehemmer die Östrogenwerte nachmessen lassen.Ich hatte nen Thread dazu eröffnet,aber kaum jemand antwortet.

  • In

    Was die Aromatasehemmer betrifft: Ich bin schon schockiert, das die Hormonwerte nicht standartisiert nachgemessen werden

    Genau das wurde in einem der neuen Y.utu.e Beiträge von dem einen Krebskongress empfohlen. Es dort hieß es bei Tamoxifen sei das nicht ganz so wichtig (weil ja die Rezeptoren blockiert werden). Mich würde es aber trotzdem interessieren.

    In deinem Fall wir man ja weiter schauen. Gut, dass man es überhaupt festgestellt hat.

    daher geht man davon aus, das man nach Eierstockentfernung "postmenopausal" ist,

    das macht Sinn... ^^

    Ich hab gelesen,wer Tamoxifen einnimmt,soll in stockdunklen Räumen schlafen, wegen dem Melatonin nachts,schon kleine Lichtschimmer können diesen Kreislauf beeinflussen und die Wirksamkeit von Tamoxifen herabsetzen.

    Das habe ich auch gelesen. Leider wohne ich mitten in der Stadt mit alten Fensterläden, neben einem hellerleuchteteten öffentlichen Gebäude. I'll do my very best... Dunkel macht sowieso Sinn.

  • Das mit dem im Dunkeln schlafen ist doch ein Rattenexperiment von 2014. Und an Zellhaufen hat man es getestet.

    Man weiß doch noch gar nicht, ob das auf den Menschen übertragbar ist.

    Ich habe gesucht, aber keine neuere Studie dazu gefunden.

  • Milli , ja Du hast Recht...es war ein Rattenexperiment mit hormonrezeptor-positiven BK -Zellen aus dem Jahr 2014. Diese Studie hat der Krebsinformationsdienst ( Deutsches Krebsforschungszentrum-Helmholtz-Gemeinschaft) ins Netz gestellt. Ich finde auch nur dieses eine Experiment.Da heisst es auch im Text"Ergebnisse aus der Grundlagenforschung können nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen werden.....und weiter..."Nach Ansicht des Autors weisen die Ergebnisse indirekt darauf hin, das es von Vorteil sein könnte, Tamoxifen am Abend einzunehmen und die Nacht in Dunkelheit zu verbringen..@ SanniKa..allerdings steht im Beipackzettel keine bevorzugte Uhrzeit drin und auch die Ärzte schlagen keine bevorzugte Uhrzeit vor.Ich nehme es eigentlich immer früh und war etwas verunsichert, als ich das auf der Seite vom KID las. Seitdem schlafe ich mit runtergezogenen Rolläden und hab die Glastür im Schlafzimmer gegen eine Holztür getauscht.Ich bin sehr ängstlich.