Wirksamkeit von Tamoxifen - Aktivität des Enzyms CYP2D6 vor der Einnahme testen

  • Ein Problem, das noch hinzu kommt ist, dass bei mir Tam kontraindiziert ist, wegen mehrerer Augenkrankheiten. Oder sagen wir mal so, solange es nur die Linsen betrifft, egal. Die werden sowieso getauscht. Ich habe aber mehrere Augen-OPs hinter und auch noch vor mir. Ok, von sowas stefbe ich nicht. Aber es macht mir Angst und wenn Tam dann noch nichtmal den erhofften Nutzen hat, dann lasse ich es sein und finde einen anderen Weg.

  • -sternle-

    Meine Gynäkologin hat die Empfehlung des Brustzentrums 1:1 umgesetzt und mir jetzt Anastrozol verschrieben und mir eine Überweisung für die Gabe der Bisphosphonate ausgestellt. Zu möglichen Nebenwirkungen meinte sie, dass vermehrt Knochen- und Gelenkschmerzen auftreten können. Da ich regelmäßig Sport mache, hoffe ich das danktz abmildern zu können.

    Sich eine Minute ärgern, schwächt Dein Immunsystem für 4-5 Stunden. Eine Minute Lachen stärkt Dein Immunsystem für 24 Stunden. :)

  • Beides gibt keinerlei Sicherheit bezüglich der therapeutisch ausreichenden Menge zur Verhinderung eines Rezidivs, Neuerlicher Erkrankung oder Metastasierung.

    Nicht jede Patientin braucht sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Und natürlich ist bekannt, dass Rezidive oder Metastasen auch unter ausreichendem Spiegel entstehen können.
    Hatte der Tumor eine fast 100% Tumorempfindlichkeit finde ich dieses Thema SEHR wichtig.


    Es ist nur schon seit mehr als 10 Jahren bekannt, dass bei 5 % der Patientinnen kein ausreichender Spiegel aufgebaut wird.

    Zusätzlich werden immer mehr Frauen mit hormonellem Brustkrebs nicht mit Chemo behandelt. Was, wie ich erfahren musste, in Fällen mit befallenen Lymphknoten zusätzlich noch eine Grauzone ist, bei der sich die Ärzte nicht so einig sind, dass es in den Leitlinien festgelegt ist. Das heisst die Entscheidung wird anhand eines Oncotype Testes der Patientin überlassen. Und ist abhängig von der Meinung des Brustzentrums. Die Chemo bringt übrigens auch nicht für alle eine 100% Sicherheit.


    *Der Test im Blutspiegel kostet je nach Labor läppische 28-36 €.* Und einmalig langt er aus, um zu wissen, dass Tamoxifen verarbeitet wird.

    Allerdings würde ich empfehlen ihn erst nach 4-6 Monaten zu machen. Dann sollte auf alle Fälle ein ausreichender Wirkungsspiegel erreicht sein. Wenn nicht würde ich tunlichst schnell auf Aromatasehemmer mit Zoladex wechseln lassen.


    Der Gentest kostet inzwischen deutlich unter 400 €.

    Ist man ein schlechter Verarbeiter (IM) braucht man den oben genannten Bluttest um zu sehen, ob der Spiegel erreicht wird.

    Ist man ein Nicht-Verarbeiter (PM) wäre ein Wechsel angebracht.

    Der Vorteil wäre, das man 1/2 Jahr vorher Bescheid wüsste und gleich mit der für einen bessereren Variante starten kann.

    Für mich wäre es das wert.


    Dies ist meine Meinung und ich akzeptiere auch andere. Es ist wichtig den Weg zu finden, der einem Sicherheit und Ruhe gibt.

    Aber ganz ehrlich- wenn ich 10 Jahre mal 5% der Patientinnen mit hormonempfindlichen Tumor nehme, habe ich Tränen in den Augen.

    Ich schulde meinen Träumen noch Leben und meinem Leben Träume!

    Wer hat behauptet, dass alte Frauen nicht auf Bäume klettern dürfen? (freie Interpretation von Astrid Lindgrens Ausspruch)

  • Die Erklärung, die mir weitergeholfen hat befindet sich in diesem Thread auf Seite 4 Post #72

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  • Liebe charlotte2020

    Bei mir wäre das dann alle drei Monate das volle Programm. Hornhaut (Pterygium), Netzhaut, Sehnerv, Gesichtsfeld usw.

    Wenn meine Augen sich weiter verschlechtern, war’s das in meinem Beruf.

    Das war mir nicht klar, dass das Risiko für die Augen so hoch ist.


    IBru

    Das sind interessante Details und die Zusammenhänge leuchten mir ein. Es gibt dabei nur einen Haken, denn es gibt keinerlei gesicherte Referenzwerte, ab welchem Endoxifenspiegel Wirksamkeit erreicht ist. Insofern bleibt als einzig sicherer Parameter, dass 20 / Tag das Risiko senken. Aussagen für den Einzelfall sind damit natürlich weiterhin ungültig.

    Was mich noch interessieren würde ist, ob Rückschlüsse auf die Verstoffwechselung von Tam möglich sind im Zusammenhang mit anderen Substanzen, die über CYP2D6 verstoffwechselt werden. Wenn z.B. Opiate nach meiner OP gut eingeklinkt sind, könnte ich vielleicht davon ausgehen, dass auch Tam bei mir gut metabolisiert wird, da selbes Enzym.

  • Pling Es gibt noch keine Festlegung bei dem wirksamen Wert, das ist richtig. Trotzdem gibt es beim Blutbild einen Referenzwert und wenn der unterschritten gewesen wäre oder nur sehr knapp an der unteren Grenze hätte ich sofort gewechselt.

    Zu dem Rückschluss wird es noch keine Antwort geben, da die Forschung an dem Thema noch nicht soweit ist.

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  • Ja, leider IBru. Bis die Forschung soweit ist, bin ich wohl längst auf Anastrozol gewechselt. Schade, dass es keinen Zwischenstand bei der Tamendox-Studie gibt. Ich werde in einem halben Jahr mal den Spiegel bestimmmen lassen.

  • liebe @Pling,

    gut, Deine Recherchen gefunden zu haben. Dein letzter Post ist 2 Mo. her. Hast Du jetzt schon was verändert?

    Ich sollte diesen Enzymtest vllt mal machen: Habe Letrozol nicht vertragen und auch Tamoxifen macht mir Probleme.

    Bin schon wieder kurz davor alles hinzuschmeißen - also die AHT einfach zu lassen. Lebensqualität stell ich mir anders vor.

    Da ist nur noch der Schiss vor nem Rezidiv. Aber eigentlich kann ich das sowieso bekommen, weil das Risiko durch AHT nur zu ein paar Prozenten gemindert wird - nicht erheblich - mein Arzt sprach von 5 von 100 oder so. Wäre dennoch Russisch Roulette, jedenfalls ein wenig.

    Ich bin mir so unsicher.

    Hast Du - oder hat jemand - Ahnung, was stattdessen vllt. noch gut wäre? Hatte meinen Gyn gefragt, ob es noch mehr für mich gäbe als Letrozol oder Tamoxifen, ob vllt was Neues auf dem Markt ist mittlerweile - aber er hat das verneint.

    Viele Grüße, schönen Abend Dir, T

  • Darf ich Dich noch was fragen, liebe Pling ?

    ich hab eben mal bei Wiki...dia geschaut und da steht:

    Das Vorhandensein von Antikörpern gegen CYP2D6 ist, nach Ausschluss einer viralen Hepatitis, das charakteristische Merkmal einer Autoimmunhepatitis vom Typ-2. Diese werden auch als LKM-1 bezeichnet.[13]

    ... und ich hab ne Autoimmunhepatitis. Du scheinst Dich sehr mit dem Thema dieses Enzyms vertraut gemacht zu haben, deshalb meine Frage: Weißt Du zufällig, ob das bedeuten könnte, dass ich mit weniger von diesem Tamoxifen oder gar ohne besser dran wäre?

    Vielleicht hab ich ja deshalb so zu kämpfen mit diesen Präparaten (?)

    Weißt Du mehr darüber? Ich sollte wohl mal meine Ärzte befragen, oder? Bin nämlich echt down davon.


    Ganz liebe Grüße Dir nochmals, T

    Einmal editiert, zuletzt von Lieselotte () aus folgendem Grund: Korrektur

  • Liebe turtle12, es scheint ein kompliziertes Feld zu sein. Interessant ist in dem Zusammenhang der Aufsatzes von Binkhorst et al.,

    Individualization of tamoxifen therapy: Much more than just CYP2D6

    genotyping. Cancer Treatment Reviews 41 (2015) 289–299.
    Leider nicht kostenlos zugänglich.

    Wesentliche Aussage ist, dass die Wirksamkeit von Tamoxifen nicht ausschließlich mit CYP2D6-Verstoffwechselung steht und fällt, sondern, dass mehrere Faktoren wie weitere Enzyme und, Wechselwirkung anderer Medikamente, Lebensstil usw. es bisher unmöglich machen, sicher die Dosis zu individualisieren.

    Empfohlen wird auch in diesem Aufsatz das Therapeutische Drug Monitoring (TDM).
    Also kann es nicht schaden, den Wert bestimmen zu lassen.

    Mir wurde empfohlen, es drei Monate zu nehmen und zu schauen, ob die Nebenwirkungen verschwinden oder in den akzeptablen Bereich rutschen.

    Es gibt übrigens noch andere AI als Letrozol. Manche verhindern besser Fernmetastasen, andere Rezidive. Gibt es auch Untersuchungen zu. Es Kommt sicher auch auf die Tumorbiologie an, ob und was da in Frage kommt

    Zu Deiner Autoimmunkrankheit kann ich leider nichts sagen.

    Ich wünsche Dir, dass es besser wird mit den Nebenwirkungen oder Deine Dosis Sicher angepasst werden kann. Hast Du mal Tamoxifen von einem anderen Hersteller versucht?


    viele Grüße

    Pling

  • Vielen, vielen Dank, liebe @Pling !

    Ich danke Dir wirklich sehr für Deine Antwort und finde hochbeachtlich, wie gut Du Dich informiert hast. Klasse, dass ich an Deinem WIssen teilhaben kann.

    Ich habe Letrozol 1 Jahr lang genommen. Das hat mir irre Knochenschmerzen bereitet, so dass mein Hausarzt meinte, ich solle in eine Rheumaklinik, bevor ich dann mal in den Beipackzettel geschaut habe und meinen Gyn aufgesucht hab, der meinte: sofort absetzen! Es gibt viele Frauen, die das nicht vertragen, wir stellen um auf Tamoxifen. Das nehme ich jetzt erst seit dem 01.03.2021. Ich krieg kaum die Augen auf. Aber ich muss arbeiten - und das konzentriert und auch phasenweise richtig viel! 3 Jahre noch ... und privat möchte ich ja auch nicht nur schlafen :rolleyes:

    Das Blöde an alledem, an allen Antihormon-Medikamenten, ist ja dieser Blindversuch. Niemand kann uns sagen, ob das nun was bringt, ob wir mit oder ohne anders reagieren würden, sich Metastasen bildeten oder nicht. Nur einer weiß, dass es von Vorteil ist: Die Pharmaindustrie, die daran verdient. Eigentlich sträuben sich mir die Haare darüber, mich so vollzustopfen mit Tabletten, ich hab ne irre Abneigung dagegen.

    Hatte ich auch bei der Chemo, die den Tumor um keinen Deut verringert hat und die ich nach 4x EC, 4x Paclitaxel u. 2x duale AK-Blockade abbrechen musst (allergischer Schock während der Infusion in der Gyn-Praxis ...).

    Ich hab mich danach nur ganz langsam erholte, war Nahrung nach max. 4 h auf dem ein oder anderen Wege wieder los u. ultraschwach. so dass ich nur mit Mühe von einem ins andere Zimmer kam! Und auch mit Chemo wird ja unendlich viel Geld gemacht.

    Bin also angewidert von dem allen, ein besserer Ausdruck fällt mir nicht ein.

    Ich weiß nicht, ob ich mir gut tue mit den Tabletten und mir die einwerfen soll.

    Aber ich weiß auch nicht, wo Menschen sitzen, die klar und deutlich und fundiert und ehrlich Stellung nehmen dazu, ohne dran verdienen zu wollen, und Esoteriker will ich auch nicht hören dazu =O

    So, liebe Pling, jetzt hab ich mich ganz schön ausgelassen mit all meinem Frust. Ich weiß gar nicht, wie DU über alles denkst und wie unsere anderen lieben Mitkämpfenden eingestellt sind. Hoffentlich hab ich niemanden schockiert!

    Ich denk nur immer wieder: Wir sind 'schei..e dran' - aus lauter Angst müssen wir im Großen und Ganzen immer auf das bauen, was uns ärztlicherseits erzählt wird - im Akutfall ist das sicher auch okay, z.B. die OP ist essentiell wichtig! - Aber sonst? Wer weiß das???


    Ganz herzliche Grüße!!!

    T

    Einmal editiert, zuletzt von Lieselotte () aus folgendem Grund: kleine Korrektur

  • Hallo Du liebe turtle12,

    ich habe Personen gefunden, die klar und ehrlich Stellung genommen haben. Das war jedoch erst möglich, nachdem ich mich selbst ausführlich zum Thema informiert habe. Meine Frauenärztin ist da sehr interessiert und unterstützend. Die hat aber andere Schwerpunkte. Mein behandelnder Arzt im BZ kennt sich sehr gut bezüglich Nebenwirkungen aus und besonders hilfreich war ein Arzt vom KID, der unterschiedliche Aussagen und Informationen gut einordnen und erklären konnte und sehr informiert war.

    Wenn Du Tamoxifen nimmst, hast Du eine 35% höhere Chance, kein Rezidiv zu bekommen. Natürlich abhängig davon, wie stark hormonabhängig und wie aggressiv Dein Tumor war. Wenn es Dir das Leben komplett zur Hölle macht, musst Du abwägen. Vielleicht ist das aber in Teilen ein generelles Akzeptanzproblem. Ich kenne das auch gut. Wer will schon so eine Krankheit und die ganzen Behandlungen, die einem noch zusätzlich schaden, akzeptieren? Mir fällt es auch immer wieder schwer, es als heilend zu sehen, wenn es mir durch die Therapie schlechter geht, als vorher.

    Mein Arzt im BZ sagt: Nebenwirkungen von Tamoxifen treten nach ca. zwei Wochen auf und die allermeisten verschwinden nach drei Monaten wieder.

    Ich mache Dir einen Vorschlag, liebe turtle12: wir nehmen das Zeug bis zum 15.6. und dann schauen wir, ob mein Arzt richtig lag. Bis dahin versuchen wir, möglichst wenig darüber nachzudenken und nehmen das Tamoxifen wie Smarties jeden Tag.
    Was meinst Du dazu? Wäre das ein Deal?

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag!


    Ganz liebe Grüße

    Pling

  • Hallo zurück, liebe Pling. :)

    Vielen Dank! Für alles, was Du da geschrieben hast.

    Und - ja, ich kann mich auch gut identifizieren mit Deinen Gedanken zur Einstellung ggb. der Krankheit und deren Therapie.

    Darum - meine liebe Pling, gehe ich auch auf Dein Angebot ein :saint::!:

    Wir machen das so: Smarties bis 15.06. und dann Brainstorming ^^

    Das ist ein sehr guter Deal,

    und ich wünsche Dir alles Liebe, einen schönen Rest-Sonntag und einen prima Wochenbeginn :love:


    Bis bald, viele Grüße, T.