Wie lange wartetet ihr auf OP?

  • Ich habe viele Beiträge hier gelesen und mir fällt ein, dass ganz viele die Diagnose bekommt und werden dann innerhalb von kurzer Zeit operiert.
    Bei mir wurde es in Februar festgestellt (invasive Hormonbedingte MammaCa) und Ende Mai erst operiert. Wir warteten auf die Ergebnisse eines Gentestes (BRCA). Das dauerte einige Wochen. Die Therapie wäre nämlich anders gewesen. Wenn der Gentest positiv wäre, wäre es ein Ablatio gewesen und wenn es negativ, wie in meinem Fall, nicht.


    Mir hat die Wartezeit gut getan. Ich konnte mich darauf einstellen. Ich denke eher der Tendenz ist schnell zu operieren. Einige wachsen auch schneller wurde mir gesagt aber die mit Hormone nicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Thema aus dem Bereich "Allgemein", "Dies & Das" hierher verschoben. Grüssles Saphira

  • ich habe jetzt schon ein paar Mal von diesem Gentest gelesen, auch in der Vorstellungsrunde von Johanna und ein paar anderen Frauen. All die, die einen Gentest hatten sind von der Chemo verschont geblieben. Warum wird dann nicht bei jeder Frau dieser Test gemacht?
    Ich bekomme jetzt erst mal Chemo und werde hinterher erst operiert.
    Liebe Grüße Angela

  • Hallo Angela,
    es gibt verschiedene Gentests die man machen kann für die aber bestimmte Voraussetzungen vorliegen müssen. Leider werden die Tests die ziemlich teuer sind ( bei mir 2498€) nicht von allen Krankenkassen bezahlt, sodass viele Frauen eine unnötige Chemotherapie machen müssen.


    Lg Keinohrhase

  • Sicherlich gibt es keine "Richtwerte", wie lange die Zeit zwischen Diagnosestellung und der Operation von Brustkrebs sein soll. Denn es gibt ja nicht DEN Brustkrebs, sondern unter diesem Oberbegriff ist eigentlich eine ganze Reihe von unterschiedlich gearteten Tumoren zusammengefasst.


    Zumeist wird Brustkrebs übrigens nicht als "Notfall" eingeschätzt. Denn normalerweise sind die Tumore im Laufe von Jahren entstanden und es ist deshalb nicht damit zu rechnen, dass innerhalb von zwei oder drei Wochen eine gravierende Verschlechterung der Gesamtsituation eintritt. Deshalb bleibt nach der Diagnosestellung (d.h. nachdem eine Biopsie histologisch analysiert wurde) und nachdem die Ärzte die Therapievorschläge gemacht haben, genügend Zeit, nachzudenken, sich ausführlich zu informieren, eventuell noch vorhandene Fragen zu klären und ggf. auch eine Zweitmeinung einzuholen. Hier ist es aber immer wichtig, sich mit seinen Ärzten zu besprechen, da sie anhand der vorliegenden Untersuchungsergebnisse beurteilen können, wie rasch oder eben auch weniger rasch die Behandlung begonnen werden muss.


    Bei Dir, Amalie, war diese doch recht lange Wartezeit von ca. drei Monaten nach Einschätzung Deiner Ärzte vertretbar. Bei anderen Patientinnen kann das durchaus anders sein, da ist ein solcher Zeitraum zu lange. Denn das Tumorwachstum ist von verschiedenen Faktoren abhängig, nach denen das Risiko eingeschätzt wird: z.B. die Tumorgröße, das Grading (der Grad der Abweichung der Tumorzellen von "normalen" Zellen, also das, was sich hinter den Bezeichnungen G1, G2, G3 verbirgt), axilärer Lymphknotenbefall, die Teilungsrate der Zellen usw.


    Und teilweise findet die Operation ja auch erst lange nach der Diagnosestellung statt, nämlich dann, wenn vorher eine sog. neoadjuvante Chemotherapie durchgeführt wird.


    Somit ist der Termin der Operation vom "Erscheinungsbild" des Krebses, von den daraus resultierenden medizinischen Notwendigkeiten und nicht zuletzt von der Betroffenen selbst abhängig. Eine konkrete Festlegung ist deshalb nur im engen Kontakt zwischen der Betroffenen und den behandelnden Ärzten möglich.


    Ganz interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch das Informationsblatt des Krebsinformationsdienstes "Diagnose Krebs - wie geht es weiter?, das unter http://www.krebsinformationsdi…uchung/diagnose-krebs.php online abrufbar ist.


    Viele Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Ich hatte ein G2 Herd (hormonpositiv =12). Der sass 4.5 Monate ohne Behandlung/Therapie da. Und sie wussten nicht ob die Lymphknoten befallen waren, denn das kann man ja erst nach der OP feststellen. Aber Thorax, Leber und Knochen wurden sofort untersucht.


    Mir fiel auf , dass der Nuklearmediziner (für Wächterknoten zuständig) sehr überrascht am Op-Vortag war, als er feststellte, dass so lange vergangen war ohne Behandlung.

  • Liebe Amalie,


    fachlich kann ich zu Deiner Wartezeit nur das sagen, was ich schon geschrieben habe. Alles andere wäre wie Kaffeesatzlesen ;) .


    Aber eines weiß ganz genau: mich hätte man in die psychiatrische Klinik einliefern können, wenn ich über eine so lange Zeit mit dem Wissen hätte leben müssen, dass etwas in mir wächst (wenn auch langsam), was da keinesfalls hingehört, und mit dem Nicht-Wissen und dem Kopfkino wegen der weiteren Therapien ...


    So geduldig wie Du hätte ich niemals sein können :) .


    Aber insgesamt solltest Du vielleicht nicht mehr zu sehr über das Gewesene nachdenken, denn das lässt sich ja sowieso nicht mehr ändern. Nach meiner Erfahrung ist es besser, nach vorne zu schauen und den EIGENEN Weg Schritt für Schritt zu gehen!


    Viele Grüße von Flora

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