Eierstöcke entfernen nach Brustkrebs, kann man damit gut leben?

  • Hallo,


    ich neu dabei! ;)


    Ich bin 43 Jahre und hatte vor 7 Jahren hormonabhängigen Brustkrebs, rechte Brust wurde entfernt, 1 Lymphknoten befallen, Chemo, 2 Jahre Zoladex und 5 Jahre Tamoxifen.


    Bin noch nicht in der Menopause.


    Jetzt haben mir mein Onkologe und meine Gynäkologin wieder ans Herz gelegt, doch die Eierstöcke zu entfernen.


    Bin sehr am hadern, weil ja nicht nur die mächtigen Hitzewallungen und die Schlafstörungen wieder kommen (und für wie lange?), sondern ja noch so einiges anderes auf mich zu kommt. Der Gynäkologe im Krankenhaus hat mir vor ca. einem Jahr dringend, von der Entfernung abgeraten.


    Ich bräuchte bitte dringend Erfahrungen und Meinungen von Frauen zwischen 40 und 50 Jahren, die die Eierstöcke entnommen bekommen haben und wie es danach ist?


    Ist das Leben noch "lebenswert"?


    Was kann man gegen die "Begleiterscheinungen" tun? ?(


    Vielen lieben Dank für Eure Infos.


    Liebe Grüße


    Flecki43

  • Hallo Flecki,


    ich habe zwar keine Erfahrung mit der Entfernung der Eierstöcke, aber ich habe darüber auch
    schon nachgedacht. Mein Gyn sagte mir es sei nicht notwendig und der Arzt bei der Strahlen-
    klinik sagte mir ich sollte mir darüber Gedanken machen. Ja, wie soll man sich da entscheiden,
    wenn der eine "Ja" sagt und der andere "Nein".


    Auch mein Tumor war hormonabhängig (80 % Hormonrezeptoren). Brusterhaltende Op September
    2013, 6/15 Lymphknoten befallen, 12 x Chemo, 36 x Bestrahlung, anschließend 10 Jahre Tamoxifen
    (was ich aber abgelehnt habe). Seit der Chemo habe ich mit Hitzewallungen und Knochenschmerzen zu kämpfen.


    Ich habe jetzt am 14.07. wieder einen Termin beim Gyn, mal sehen, was der so sagt. Eigentlich möchte ich
    nicht schon wieder eine Op.


    LG
    Gartenfee

  • Hallo Gartenfee,


    bei mir ist es so, dass der Onkologe und die Gynäkologin mir schon vor 2 Jahren dringend geraten haben, die Eierstöcke zu entnehmen oder noch 5 weitere Jahre die Tamoxifen zu nehmen. Habe mich dagegen entschieden , weil durch die Tamoxifen sich die Gebärmutterschleimhaut sehr hoch aufgenaut hat, immer wieder Zysten kamen und Ausschabungen nötig waren. Der Professor hat mir von der Eierstockentfernung abgeraten, da viele wichtige Dinge in den Eierstöcken produziert werden! Ich habe mächtige Angst vor den Hitzewallungen, den Schlafstörungen und Depressionen, muss ja nicht, aber kann!


    Hast Du gar kein Tamoxifen genommen?? Auch keine 5 Jahre?


    Die Knochenschmerzen nach der Chemo, habe ich gut mit Yoga und walken in den griff bekommen. Es wird wieder besser!! Dauert alles seine Zeit!! :-)


    Gruss


    Flecki43

  • Hallo Flecki,


    also ich bin 37 und habe mir letztes Jahr die Eierstöcke rausnehmen lassen und mir persönlich geht es sehr gut.
    Gleichzeitig nehme ich noch Tamoxifen. Was ich jedoch bedauere, ist, dass ich nicht allerspätestens nach der 4. Chemo aufgehört hab, sondern erst nach der 5, aber ich wusste eben nicht, dass es nach der 5. bei mir so schlimm werden würde.



    LG
    Magnolia

  • Hallo Flecki,


    ich bin 38 und ich habe mir im März diesen Jahres die Eierstöcke entfernen lassen. Ich hatte auch große Angst was da wohl
    auf mich zukommen würde. Meine größte Angst waren diese viel beschriebenen Hitzewallungen. Aber ich muss sagen, es
    geht mir viel besser als ich dachte. Natürlich habe ich ab und zu mal Hitzewallungen, auch täglich. Aber sie sind nicht
    so schlimm wie ich es mir vorgestellt habe. Ansonsten kann ich keine großen Veränderungen feststellen. Seit 3 Wochen
    nehme ich nun auch noch einen Aromatasehemmer, aber bis jetzt toi toi toi, davon merke ich bis jetzt gar nichts.
    Natürlich muss es jede für sich selber entscheiden, aber ich würde es immer wieder so machen, ich bereue es nicht.


    Alles Liebe für dich und das du für dich den richtigen Weg findest. Wenn du noch Fragen hast melde dich gerne per PN!


    Lg Helly...

  • Hallo Flecki,


    zu deiner Frage bzgl. Tam möchte ich dir gerne antworten. Nein, ich habe nicht mit Tam angefangen.
    Wie du sicher gelesen hast, bin ich erst im September 2013 operiert worden. Deshalb erübrigt sich
    auch deine Frage, ob ich es nicht schon 5 Jahre genommen habe. Ich habe es so für mich entschieden
    und hoffe, damit die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Wie schon gesagt, Garantie kann
    dir keiner geben, auch nicht, wenn du Tam nimmst.


    LG
    Gartenfee :)

  • Hallo Flecki,


    ich bin 49 Jahre alt und habe mir meinen verbliebenen Eierstock zusammen mit dem Tumor, der auch Hormonpositiv war, entnehmen lassen. Meine Ärzte,
    Gyn. und Onko haben mir nicht abgeraten. Sie meinten es ist in Ordnung, die eierstöcke entnehmen zu lassen, da die Östrogenbildung zurück geht.


    Nach der Entfernung des Eierstocks, hatte ich keine weiteren Problem wie Hitzewallungen etc. Davor hatte ich Hitzewalungen. Bereut habe ich es nicht.
    Leider kann die die Entscheidung niemand abnehmen. In dieser Situation muss man so viel nachdenken, all das gesagt aufnehmen und verarbeiten.
    Ich wünsche dir viel Kraft für die kommenden Wochen.


    Ich würde mich auf jeden Fall wieder so entscheiden.


    Fühle dich gedrückt und geknuddelt. :hug:


    Licht und Liebe
    Petra

  • hallo
    ich habe ovarkrebs gehabt ,2013. mir wurden alle weiblichen organe entfernt. die wechseljahre hatte ich schon.
    mit der narbe kann ich gut leben. da ich schon vorher brustkrebs hatte bin ich schon sehr lange in den wechseljahren.
    es kann 10 -12 jahre dauern ,die wechseljahre.
    aber wenn du so einen neuen krebs verhinderst, so könnte es auf lange sicht sinnvoll.
    das ist nur eine meinung,denn ich hatte einen genabhängigen brusttumor und lies die verbliebene brust abnehmen.
    dem arzt nach ist so das rezidivrisiko auf wenige prozent gesunken.
    ich bin seit heute hier.

  • Liebe Flecki,
    schön , dass Du da bist fühl Dich herzlich aufgenommen in unserer Runde ^^ .
    Wie Du siehst hast Du auch schon einige - ganz verschiedene - Antworten und Erfahrungen bekommen. Vielleicht helfen sie Dir ja Deine eigenen Fürs und Wieders im Kopf und im Herzen gegeneinander abzuwägen. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du eine Entscheidung für Dich finden wirst hinter der Du richtig stehst und mit der Du dann gut Leben kannst.
    Wenn Du magst stöbere einfach noch weiter in unserem Forum herum und schreib munter mit :) . Dein Yoga und Walking Tipp wird sicherlich für einige sehr hilfreich sein. Hier ist es ein Geben und nehmen bei uns, schön, dass Du Dich so gut eingefunden hast.


    Und hey, 7 Jahre, dass ist ja schon ein schönes Stück, dass wird sicherlich dem ein oder anderen hier Mut machen :thumbsup: .


    ganz liebe Grüße
    von Emma

  • Hallo ihr lieben Frauen, vorab allen ein frohes gesundes Jahr 2016!! Ich habe mal eine Frage in die große Runde, vielleicht kann mir jemand einen Rat geben:
    Ich bin mit 42 Jahren im August 2014 an einen hormonabhängigen Brustkrebs erkrankt, es folgten OP und Chemotherapie. Seit April 2015 nehme ich Tamoxifen.
    Meine Periode blieb während der Chemotherapie aus. Seit August 2015 setzte sie allerdings wieder ein und kommt nun
    jeden Monat regelmäßig.
    Ist dies bei jemanden von Euch auch so?
    Meine Frauenärztin hätte es am liebsten, so habe ich das Gefühl, dass ich mir die Eierstöcke
    entfernen lasse. Ist dies unbedingt notwendig? Momentan bin ich froh, dass ich weder ein zusätzliches Medikament
    nehmen muss, noch eine weitere OP habe...Habt ihr ähnliches erlebt?
    Lg :hug:

  • Liebe Flugmaus,


    ich habe leider auch nicht viel Ahnung von dem Thema, könnte aber die rudimentäre Info, die ich habe dazugeben:
    Mein Krebs war auch hormonabhängig und ich nehme ebenfalls Tamoxifen. Als ich bei der Humangenetikerin war, um überürüfen zu lassen, ob der Krebs bei mir genetisch bedingt ist, sagte sie, dass sie in dem Falle empfehlen würde, die Eierstöcke zu entfernen. Denn dann würde das durch die genetische Veranlagung ja besonders hohe Risiko, wiederholt an Brustkrebs zu erkranken, um 50% senken.
    (Ich bin allerdings erst 37, weiß nicht, ob das eine Rolle spielt).
    Nun wurden bei mir keine für den Krebs verrantwortlichen Gene gefunden, da hatte sich das Thema also erstmal erledigt. Allerdings hat vor kurzem auch bei mir nach langer, durch die Chemo ausgelöster Pause, wieder die Menstruation eingesetzt. Ehrlich gesagt fand ich es ohne angenehmer. Da mein Kinderwunsch sowieso praktisch unerfüllbar ist, wäre es eigentlich auch für mich sinnvoll, herauszufinden, ob es auch ohne diese Gene ratsam wäre, die Eierstöcke entfernen zu lassen. - Aber das hätte wahrscheinlich einige Nebenwirkungen zur Folge, oder? Ich kenne allerdings auch eine Frau (sie müßte so ungefähr 50 Jahre alt sein), die sich aus anderen Gründen die Eierstöcke hat entfernen lassen und sehr froh über diese Entscheidung war.
    Also hoffe ich mal, dass uns hier noch andere, besser informierte Leute weiterhelfen können...


    Viel Gesundheit und Frohsinn im neuen Jahr und liebe Grüße
    Olivia

  • Liebe Olivia, herzlichen Dank für Deine Antwort! Ehrlich gesagt, war ich noch nicht beim Humangenetiker, weil ich
    gehört habe, dass die Krankenkassen die Kosten dafür nicht übernehmen und man selbst tief in die Tasche greifen
    muss. In meiner Familie ist jedoch,soweit ich weiß bisher keiner an Krebs erkrankt.
    Ich vermute auch, dass die Eierstockentfernung erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringt, da dadurch ja auch die
    Menopause künstlich herbeigeführt wird. Ich bin mir da noch ziemlich unschlüssig... :wacko: Liebe Grüße

  • Liebe Flugmaus,


    zu Deiner Fragestellung gibt es bei uns im Forum schon zwei weitere Threads. Dort wurde über das von Dir angesprochene Thema bereits diskutiert. Wenn Du magst, kannst Du dort ja mal reinlesen, um zu sehen, welche Gedanken uns beschäftigt haben:


    Eierstöcke vorsichtshalber entfernen lassen bei G3?
    Eierstöcke entfernen nach Brustkrebs, kann man damit gut leben?


    Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass es für Dich vielleicht hilfreich ist, Dir noch eine Zweitmeinung einzuholen, z.B. in einem Brustzentrum. Dadurch kann es für Dich leichter werden, eine Entscheidung zu treffen.


    Viele Grüssles



    Saphira

  • Liebe Flugmaus,


    ich habe eigentlich nicht viel zu Deiner Problematik beizutragen.
    Möchte Dir nur wegen der Bezahlung des Humangenetikers sagen,
    dass für Frauen unter 50 Jahre die Kosten von den KK getragen
    werden oder 2 Frauen in der Familie bereits an Brustkrebs erkrankt. So waren jedenfalls die Informationen meiner Gyn. Da für
    mich beides nicht zutraf, bin ich auch von der Untersuchung abgekommen. Aber Du bist ja erst 42! Frage Deine Gyn. oder
    bei Deiner KK. Meine Gyn gab mir damals einen Flyer.
    Dort stand alles genau drin!
    Alles Gute für Dich!

  • Liebe Flugmaus,
    ich war am 30 November zum Gentest, das Ergebnis soll im März vorliegen.
    Mein Gyn hatte mir den Test empfohlen da meine Tante auch an BK operiert wurde und ich mit 46 Jahren an Brustkrebs erkrankt war,mein Bk war Hormonabhängig, trage rechts nun ein Silikonimplantat, meine OP war im August 2013, seit September 13 nehme ich Tamoxifen, seit März vergangenen Jahres kommt meine Periode nicht mehr, bin nicht böse drüber, die Familienplanung ist bereits abgeschlossen. Meine Krankenkasse übernimmt die Kosten :thumbup: und es sollen ein paar 1000€ sein wie ich mitbekommen habe. Wie gesagt da 2 in der Fam. erkrankt sind und eine unter 50 gibt es meistens keine Probleme.


    Alles Gute für dich :thumbsup:


    Schokokeks

  • Bei mir neigt sich die Chemo ja dem Ende zu :D und deshalb beschäftige ich mich mit meinen nächsten " Baustellen".
    Bei der Brust Op muss ich warten, ob die KK die andere Seite bezahlen wird. Dann lasse ich auf jeden Fall beide Seiten machen.
    Aber nachdem mir von meheren Ärzten dringenst nahe gelegt wurde auch die Eierstöcke vorbeugend entfernen zu lassen, ist meine Frage an euch:


    Wer hat Erfahrung damit? Wie reagiert der Körper darauf? Ist das anders wie normale Wechseljahrbeschwerden? Wie geht es einem nach der OP? Wie lange hat man Schmerzen?


    Ist vielleicht noch ein bißchen früh, aber mich beschäftigt das gerade. ;(


    Hoffe auf viele Erfahrungsberichte
    Danke
    Fanti

  • Bei mir sind vor 5 Jahren beide Eierstöcke entfernt worden, wegen immer wieder auftretender Cysten.
    Da war ich 50 Jahre .Ich hatte damit nicht mehr Beschwerden als ich sonst hatte . Ich meine jetzt die Hitzewallungen und so . Auch Depressionen haben sich bei nicht entwickelt .Auch jetzt , 5 Jahre nach der OP habe ich keine Probleme damit.
    Aber es kommt auf das Alter an und auch bei jedem ist es anders , was die Beschwerden angeht.
    Die OP selber ist heute nicht so ein großer Eingriff . Man kann das heute mit einer Bauchspiegelung machen und man ist nach 3-4 Tagen schon wieder zu Hause. Bei mir ist das auch mit Bauchspiegelung gemacht worden . Wegen der Cysten hatte ich eine Drainage und da musste ich einen Tag länger im KH bleiben , als es üblich ist . Schmerzen hatte ich nir am OP Tag anfangs etwas stärker , aber ich bekam im Aufwachraum ein Schmerzmittel und dann war es schnell wieder ok. In der nächsten Zeit genügten mir M- Tropfen , höchstens 2-3 x am Tag und dann war es gut . Ich war auch schnell wieder mobil, konnte am OP Tag schon aufstehen und alles selbst machen. Zu Hause habe ich mich noch 2 Wochen geschont , dh. vorsichtig mit schwerem Heben und nicht zu viel auf einmal machen. Nach 3 Wochen ging ich wieder arbeiten.
    So war es bei mir . Natürlich ist das bei jedem anders.
    Wünsche Dir noch alle Gute für dir restlichen Chemos, wenig Nebenwirkungen und so.
    Liebe Grüße und :hug:
    alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

  • Hallo Fanti, leider kann ich dir auf deine Frage keine Antwort geben. Aber deine
    Ärzte Gyn müssten doch Auskunft geben können.
    Warum wurde dir zur Entnahme geraten?
    Ich bin wie du auch triple negative und wurde brusterhaltend operiert. Laut Gentest bin ich nicht Träger der Hochrisikogene. Wenn ich mich richtig erinnere ist das bei dir auch so. Eine Eierstockentnahme ist dann nicht vorgesehen laut meinem Onkologen.
    Ich habe meine 4 AC hinter mir und bekomme diese Woche meine 5 Paclitaxel. Da mein Tumor schon entnommen wurde weiß ich auch nicht ob die Chemo anspricht. Ich kann also nur hoffen.
    Wirst du in einer Stuttgarter Klinik behandelt?

  • das hört sich ja schon mal gut an ^^ .
    Nachdem ich ja schon 52 bin, wird sich die Umstellung bei mir vielleicht auch in Grenzen halten. Und 3 Wochen krank geht ja. Arbeitest du körperlich oder im Büro?
    LG Fanti


    Liebe Wicki,
    du hast in allem Recht. Aber Auskünfte von den Ärzten sind für mich irgendwie ganz anders, wie von jemand, der das schon selbst gespürt hat.
    Zur Entnahme wurde mir geraten, da das Risiko bei mir auch ohne Gendefekt erhöht sein soll. Und Eierstockkrebs wird oft sehr spät entdeckt. Deshalb meinen die Ärzte, es sei sicherer für mich. Und in meinem Alter brauche ich sie ja auch nicht mehr unbedingt :rolleyes:


    PS: Werde in Göppingen behandelt und in Tübingen opertiert.