Bisphosphonate (bei AHT) prophylaktisch?

  • Hallo,


    der letzte Beitrag ist ja schon eine Weile her. Trotzdem schreibe ich hier mal.
    Ich hab mich ja schon lange, lange nicht mehr gemeldet. Aber einigen werde ich vielleicht noch in Erinnerung sein :rolleyes:


    Ich war am Freitag zur vierteljährlichen Kontrolle beim Onko. Dort wurde beschlossen, dass ich so eine Bisphosphonatinfusion bekommen soll. Heute war gleich der Termin. Vorher wurden noch die Nierenwerte im Blut kontrolliert, dann wussten die Schwestern nicht genau, welches Medikament ich bekommen soll. Da wurde erst noch die Ärztin gefragt, die aber Sprechstunde hatte, also nicht viel Zeit zwischendurch. Dann endlich konnte mir Zometa verabreicht werden (über Port). Allerdings muss ich jetzt noch im Nachhinein erst meinen Zahnstatus bei meiner Zahnärztin erfragen. Aber ich geh regelmäßig zur Kontrolle, da dürfte alles okay sein.
    Die Infusionen soll ich vierteljährlich bekommen. Bei mir zeigt die Brustwirbelsäule Anzeichen einer Demineralisierung, ich nehme Letr... (AHT) und die Bandscheiben sind abgenutzt. Deshalb diese Infusion.
    Mir wurde auch gesagt, dass die Infusion 2 Stunden durchlaufen soll, also langsam, weil dann die NW nicht so stark sind. Der Körper verträgt es dann wohl besser.


    Nun bin ich ja gespannt auf die Nebenwirkungen. Bis jetzt merke ich nichts. :thumbsup: Aber wenn ich hier alles mal so lese, wird mir ganz anders. Ich bin heute eigentlich ziemlich unbefangen zur Tagesklinik gegangen. Zu meinem Glück muss ich wohl sagen ,dass ich zurzeit auch krank geschrieben bin (Schmerzen im Nacken-, Schulterbereich).
    Dann lass ich mich mal überraschen ?(


    Einen schönen sonnigen Tag euch allen! 8)
    Ach ja, Vitamin D mit Calcium nehme ich auch noch.

  • Hallo, ich bin ja jetzt mit der Chemo durch und möglicherweise wäre es ganz vorteilhaft um Knochenmetastasen vorzubeugen sich Zometa-Infusionen oder dergleichen geben zu lassen. Allerdings scheint das ja ganz schön problematisch zu sein, wenn man irgendwann mal, auch Jahre später eine größere oder evtl. auch kleinere Zahnbehandlung hat.....


    Bei Postmenopausalen Patientinnen scheinen die Bisphosphonate schon einen Vorteil zu haben.


    Wer bekommt welche? Wie denkt ihr darüber?


    Viele Grüße Chippendale

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  • Da ich eine Osteopenie diagnostiziert bekommen habe dachte ich auch an eine Zometa-Infusionen, allerdings ist das nicht ohne ich müsste mir laut Zahnärztin ein paar Zähne ( Wurzel behandelte) im Vorfeld reißen lassen.

    und mein Frauenarzt will eh nichts davon wissen.

    Also hab ich das erstmal nach hinten angestellt.

  • ich hab auch eine Osteopenie...Zähne prophylaktisch reißen lassen ist ja schon heftig. Bei mir ist auch einer wurzelbehandelt und ein Implantat hab ich auch. Nächste Woche hab ich mal einen Zahnarzttermin ausgemacht, mal schauen was ich da zu hören bekomme.

  • Hallo Chippendale,


    ich bekomme Zometa schon seit meiner Diagnose aller 4 Wochen neben den anderen Chemos. Ich werde dies auch als Dauermedikation behalten müssen wegen meiner Knochenmetastasen. Auch wenn ich weiß, dass es nötig ist, habe ich äußersten Respekt und viel Angst vor den Nebenwirkungen, besonders der Kieferknochennekrose. Beim Zahnarzt bin ich vor Beginn gewesen - soweit war erstmal alles okay.

    Allerdings habe ich schon immer mit Zahnfleischentzündungen zu tun, es wurde inden letzten Jahren viel therapiert dazu, und auch festen Zahnersatz. Jetzt habe ich meine Chemo fast geschafft und nach kurzer Pause werde ich mich dann auch beim Zahnarzt wieder vorstellen.

    Letztendlich habe ich aber nicht viele Wahlmöglichkeiten sofern es noch Metas gibt - die machen mir sonst die Wirbelsäule kaputt.

    Am schönsten wäre natürlich sie wären verschwunden.....


    Prophylaktisch würde ich mir das nur zumuten wenn eine absolute Notwendigket dafür besteht - aber das ist meine Meinung.

    Treten dann wirklich einmal Metas am Knochen auf - kann es schnell verordnet werden!


    LG Blume 8)

  • Liebe Chippendale,


    ich bekomme schon seit ca. 2000 Bisphosphonate und es funktioniert sehr gut.


    Da ich 1997 Zoladex (für 7 Jahre) bekommen habe und vor der ersten Gabe darauf bestanden hatte eine Knochendichtemessung durchführen zu lassen, waren meine Werte TOP: 100 % Knochendichte, die dann leider unter Zoladex rapide abgenommen hatte. Durch die K-dichtemessung konnte keiner der beh. Ärzte sagen: „die K-dicht war schon vorher nicht ok!“…

    Jedenfalls ist eine gute Zahnpflege regelmäßige Kontrolle (vierteljährlich) bei Z-arzt ratsam und ein regelmäßige Z-Reinigung beim Zahnarzt!

    Ich habe auch ein Implantat seit ewigen Zeiten und alles ist gut. Der Z-arzt kontrolliert das Implantat regelmäßig nach der Zahnreinigung, wie auch alle andere Zähne!


    Es kommt immer auf unsere Befunde und Histologie an, inwieweit wir diese Therapien durchführen sollten.

    Der Onkologe ist hier sehr gut im Thema!!!


    Grüßle :) ika :)


  • Hallo Blume, hallo Ilka,

    ich fände es besser etwaige Knochenmetastasen im Vorfeld zu vermeiden (da scheinen die Bisphosphonate bei Frauen in der Menopause sehr wirksam zu sein). Standardtherapie ist es wohl leider noch nicht. Nicht jeder Onkologe gibt es auch einfach so.....

    Liebe Grüße Chippendale


    http://www.pharmazeutische-zei…ex.php?id=pharm10_13_2000


    https://www.aerzteblatt.de/arc…utz-vor-Knochenmetastasen


    https://www.youtube.com/watch?v=n30mGj7UlsE

  • Liebe Chippendale,


    einfach nur so zur Vorbeugung werden Bisphosphonate / Zometa-Infusionen nicht verschrieben. Der Onkologe sollte das im Blick haben, besser als der Gyn….


    Durch Bisphosphonate / Zometa werden nicht im Vorfeld die K.-Metas verhindert, es ist eine gute Möglichkeit, wenn die Histologie Aufschluss gibt, dass die Gefahr einer K-Metastasierung zu reduzieren ist!


    Wenn K-Metas damit „verhindert werden könnten“, wäre das eine Standardtherapie……“zum Schutz vor“…gefällt mir da schon besser“!

    Das Video spiegelt das so wieder was ich auch versucht habe zu schreiben…..


    Ich konnte das Video nicht öffnen, habe den Link kopiert und es funktionierte....


    :!:Sprich doch nochmal mit deinem Onko, sprich von deinen Ängsten und leg deine Gründe vor! Auch kannst du dich beim KID beraten lassen. Hast du schon mal eine K.-dichtemessung durchführen lassen?


    Grüßle :) ika :)

    Lachen ist die beste Medizin,

    also verschenke jeden Tag ein Lächeln,
    es tut nicht we
    h
    :thumbsup:

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  • Liebe Chippendale,

    vor der Entscheidung stehe ich auch gerade und bin noch etwas verwirrt:

    In meinem Therapieplan nach der Tumorkonferenz stand drin: Bestrahlung und Tamoxifen oder (bei BRCA, was mittlerweile schriftlich belegt ist): Brüste und Eierstöcke weg und dann Aromatasehemmer plus Bisphosphonate. Ich war daher davon ausgegangen, dass die Bisphosphonate zur Vorbeugung gegen Osteoporose sein sollten und habe mich entsprechend erkundigt, was ich alternativ tun kann um das zu verhindern (Sport, Ernährung usw.) habe daher für diese Woche einen Termin beim Orthopäden.

    Nun hatte ich letzte Woche mein Chemoabschlussgespräch und bekam zu hören, dass man bei Frauen in besonderen Konstellationen Bisphosphonate gibt um Rezidive zu verhindern, meine Frage, wieso ich sie dann nach Mastektomie bekommen soll, eierte die Ärztin rum und meine es könne ja was in den Knochen kommen. Häh, Rezidiv in den Knochen?! Und was meine "besondere Konstellation" sei, konnte oder wollte sie mir auch nicht erklären. Auch meine Frage, wenn das Zeugs so toll sei, warum die Kasse es denn nicht bezahlt. 360 Euro alle 6 Monate sind ja auch nicht ohne. Plus natürlich die Knochendichtemessung, die selbstverständlich auch selbst bezahlt werden muss. Von den Nebenwirkungen mal ganz zu schweigen. Ich möchte ungern den Rest meines Lebens mit dem Strohhalm essen.

    Hab dann meinen Ex-Gyn dazu gefragt, der meinte, bei Frauen vor den Wechseljahren könnten Bisphosphonate Knochenmetas verhindern, es gäbe da sehr gute Studienergebnisse. Denn die Chemo würde zwar evtl. zirkulierende Zellen abtöten aber nicht die, die es evtl. schon ins Knochenmark geschafft haben, die würden von den Bisphosphonaten gekillt. Hab dann von jemanden einen Link bekommen, da steht da auch so drin, allerdings für Frauen nach dem Wechseljahren. Mal abgesehen davon, dass ich nun nicht weiß, ob es für Frauen vor oder nach den Wechseljahren sinnvoll sein soll, weiss ich auch nicht, auf welchen Zeitpunkt abgestellt wird, denn ich war vor der Chemo vor den Wechseljahren und werde nach meiner OP nach den Wechseljahren sein. Also ist bei mir das auch alles noch ziemlich wirr.

    Als ich die Ärztin bei der OP-Vorbereitung im Brustzentrum ansprach, meinte die wieder, das sei lediglich zur Osteoporosevorbeugung. Wär ja schön, wenn sich zumindest die Ärzte im Brustzentrum irgendwie einig wären. Wann die Antihormontherapie losgehen soll, mochte sie mir auch nicht sagen, dazu gäbe es dann nach der OP noch einen Termin. Warum kann man mir nicht einfach sagen "normalerweise x Wochen/Monate nach OP"? Das würde mir doch schon weiter helfen.

    Ich habe nun die Tage noch einen Termin beim Zahnarzt, dann beim Orthopäden und schlussendlich bei meiner neuen Gyn, ich hoffe, dass ich danach irgendwie schlauer bin. Werde dann berichten und auch dann evtl. den KID anrufen.

    LG

    Heideblüte

  • hallo Heideblüte,

    ich bin mir ziemlich sicher, dass es für Frauen nach den Wechseljahren vorteilhaft ist und auch für die, die durch die Chemo oder OP nach den Wechseljahren sind. Und es ist sicher nicht nur wegen der Osteoporosevorbeugung. Soweit ich es verstanden habe, kommt es seltener zu Metastasen in den Knochen dadurch und das wäre mir dann schon wichtig.

    LG Chippendale

  • Wenn das so ist, wäre das für mich auch der einzige Grund das Zeugs zu nehmen. Aber ich möchte es schon genauer wissen und möchte auch die Studienergebnisse in Prozenten sehen. Wie schon gesagt; es macht mich stutzig, dass die Krankenkasse uns zwar die Behandlung der eventuell späteren Knochenmetas bezahlen würde, aber nicht die Bisphosphonate, die - wenn sie wirklich Knochenmetas verhindern - deutlich preiswerter sind.

    Aber erst einmal ist mein Zahnarzt dran:) Wenn der sein "No Go" geben sollte, wäre die Diskussion eh beendet.

    LG
    Heideblüte

  • Bei mir wurde eine Osteopenie festgestellt, meine Gyn meinte, sie würde da nicht mit irgendwelchen Medikamenten gegensteuern, ich soll darauf achten, genügend Kalzium mit der Nahrung aufzunehmen, genug in die Sonne zu gehen wegen Vitamin D und Sport treiben, am besten welchen, der die Knochen belastet, wie Walken oder Joggen. Und im Winter will sie mir dann Vitamin D verschreiben, wenn das mit der Sonne schwierig wird.

    Von der Vorbeugung vor Metastasen hat sie nicht geredet.


    Ich habe so viele kaputte Zähne, da hätte ich auch echt Angst, dass da was passiert. Das reicht mir eigentlich so schon mit mehreren Wurzelfüllungen, normalen Füllungen und demnächst der zweiten Krone.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Danke für die beiden Links.


    Mir ist aufgefallen der Beitrag im Ärzteblatt ist schon von 2002 und man warte auf die Studienergebniise von 2004!

    Da liegen nun inzwischen schon 15 Jahre dazwischen und sicher auch sehr viele neue Studien und Erkenntnisse.


    LF Blume

  • Schaut Euch mal das Video an finde ich sehr interessant ist auch ganz aktuell.


    St. Gallen 2017: Dr. med. Kolberg, Bottrop, Bisphosphonate bei Aromatasehemmertherapie ,


    https://www.youtube.com/watch?v=n16CNynZSJI

  • Hallo Ihr Lieben,

    war heute beim Zahnarzt. Er war sehr zufrieden, mein Gebiss hat die Chemo super überstanden. Und das trotz Unmengen Süßigkeiten, Phasen mit viel Cola und auch nachts Saft statt Wasser. Hab zwar regelmäßig Zähne geputzt, aber manchmal ging das nicht so gut wegen Entzündungen im Mund, meine Zahncreme schmeckte zeitweise auch nicht, so dass ich sogar auf Kinderzahncreme umgestiegen war und last but not least hatte ich wg. der eingerissenen Mundwinkel oft Probleme Zahnseide zu verwenden. Hatte das heutige Ergebnis so nicht erwartet. Hab dennoch einen Termin für eine professionelle Zahnreinigung gemacht (meine erste) um wenigstens ein gutes Gefühl zu haben, meine suboptimale Pflege der letzten Monate "aufzuarbeiten".:)

    Er hat ein komplettes Röntgenbild gemacht und es sich sehr genau angesehen. Meine Zähne sind trotz Wurzelfüllung, normale Füllungen und Kronen gut in Schuß. Bei mir muss nichts gemacht werden, falls ich mich für die Bisphosphonate entscheide. Es sollte dann aber in einem Jahr erneut ein Röntgenbild angefertigt werden und natürlich auch regelmäßig kontrolliert werden.

    Mein Zahnarzt hat mir aber geraten, die Bisphosphonate wirklich nur zu nehmen, wenn es mir einen deutlichen Vorteil bringt. Er hat eine ganze Reihe Patientinnen mit Kiefernekrosen in Behandlung. Einige mussten sogar in die Uniklinik zur OP um den Kiefer durch Knochenverpflanzungen oder gar mit Metall wieder herzustellen. Auch meinte er, er hätte auch schon Fälle gehabt, da hätten die Bisphosphonate nicht nur den Kiefer aufgeweicht, sondern auch z.B. Wirbelkörper oder Beckenknochen. Letztlich hat er mich noch auf die ziemlich lange Halbwertzeit von Bisphosphonaten hingewiesen und dass ich noch einige Jahre nach der Therapie mit Schwierigkeiten rechnen muss. Nichtsdestotrotz, wenn ich mich für Bisphosphonate entscheide, würde er mich während der Therapie betreuen und gemeinsam mit mir hoffen, dass es gut geht. Ich fühle mich bei ihm sehr gut aufgehoben und finde es total klasse, wieviel Zeit er sich heute genommen hat. Hat mir auch eine Klinik genannt (leider sehr weit weg) von der er weiß, dass die auf diesem Gebiet sehr bewandert sind, falls ich mich noch anderweitig informieren möchte. Übermorgen geht es zum Orthopäden, mal sehen, was der bezogen auf seine Fachrichtung zum Thema meint. Dem vertraue ich genauso wie meinem Zahnarzt (man sollte es nicht glauben, so eine Handvoll Ärzte, denen ich voll vertraue habe auch ich:)) So informiert geht es dann wieder zurück zur Onkologin. Die soll mir das mal ganz genau erklären und nicht wieder rumeiern wie beim Chemoabschlussgespräch. Und "wach" werde ich bei dem Gespräch auch sein. (bei uns wird das Chemoabschlussgespräch direkt nach der letzten Infusion geführt. Ich musste auch noch eine halbe Stunde warten bis ich dran war. War also schon ziemlich weit vorangekommen auf meiner Reise ins Reich der Träume nach der Pacli:sleeping: und nicht mehr so wirklich bei der Sache).

    LG

    Heideblüte

  • Liebe Heideblüte,

    schön, dass auch für Dich vertrauenswürdige Ärzte gibt, die dazu noch sehr kompetent sind.

    Sehr interessante Ausführung. Da sollte frau schon genau abwägen, ob sie derartige Risiken eingehen möchte. Bin gespannt auf Deine weiteren Berichte!

  • Liebe Heideblüte,

    mein Zahnarzt hat mir von einer Fortbildung (2015) berichtet. Danach wird davon abgeraten, unter/ nach Biphosphonaten, Denosumab o. ä. neue Implantate zu setzen. Langfristig gesehen auch eine Überlegung wert, besonders wenn schon viele wurzelbehandelte Zähne da sind.

    LG Katzi64