Keine alleinstehend sonst hier ?

  • Hallo Nicky,


    danke für Deine Antwort, da haben wir ja leider ähnliche Erfahrungen gemacht.


    Schöner wär's natürlich, wenn man sich auf alle, von denen man es erwartet hätte, auch verlassen kann.


    Aber ist doch auch ganz gut, dass man mitkriegt, auf wen man notfalls zählen kann und worauf überhaupt, und zu einer Zeit, wo man daraus noch Erkenntnisse und Konsequenzen ziehen kann.


    Dir ganz lg Cara

  • Hallo liebe Mitbetroffene,
    zu dem Thema gibt es sehr viel zu sagen, ich bin auch eine Single.
    Bis jetzt konnte ich das alles ganz gut alleine stemmen, da ich keine belastenden Therapien hatte, nur OPs, aber viele und große, und starke Schmerzmittel. Einige Male haben mir Freundinnn geholfen, 1x eingekauft, mir Sachen ins Krankenhaus gebracht, mich zur Untersuchung begleitet. Schön zu wissen, dass es das gibt.
    Sogar Nachbarn haben mal Hilfe beim Einkauf angeboten - ich weiß aber nicht, wie ernst sie das meinten.
    Ich bin allerdings auch die Sorte, die sich, wenn es ihr schlecht geht, zusammenigelt und stachlig wird.


    Ich weiß auch von vielen anderen Kranken, dass die Freunde, Partner, Verwandten nicht immer eine Hilfe sind und oft Dinge sagen und machen, die einen schlucken lassen. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
    Aber stimmt, wir können im Rahmen unserer Möglickeiten anderen helfen. Kleine Anekdote dazu: Vor den Untersuchungen im Radiologie-Warteraum bot ich einer alten Dame im Rollstuhl Hilfe an und goss ihr das Kontrastmittel immer wieder nach. Sie war auch ganz erfreut. Nur beim letzten Schluck machte sie das plötzlich selbst und sagte mit einem verschmitzten Lächeln: "Nicht, dass Sie mir das noch wegtrinken!"
    Erhalten wir uns unseren Humor!!

  • Es ist nicht immer einfach sich mit all den Unwägbarheiten und dem Alltag auseinanderzusetzen wenn man Alleinstehend ist, grad jetzt wieder - war vor einer Woche zur Nachsorge und da wurde eine diffuse Stelle entdeckt, nun hab ich nächste Woche einen Termin beim Radiologen um das definitiv abklären zu lassen. Es ist nicht immer einfach sich damit herumzuschlagen, Ängste und Befürchtungen (mit)teilen, denn so richtig verstehen können es, glaube ich, überwiegend nur Selbstbetroffene..
    Aber ich sag mir immer, bange machen gilt nicht, was kommt das muß man so nehmen und schauen, was man machen kann..
    Bin auch in einer SHG, aber da sind - wie schon jemand im Forum weiter oben schrieb - alle in Familie oder Partnerschaft. Sicher kann man über Ängste reden, jedoch ist es ein Unterschied ob man das in einer SHG machen kann oder immer dann, wenn einem danach wäre..
    Jedoch, es gibt wie überall Licht- und Schattenseiten, auch in einer Familie/Partnerschaft ist nicht immer gesagt, dass es immer nur bestens läuft, und das hebt dann das Alleinsein-Gefühl doch ein wenig auf bzw. relativiert es..
    Also, lasst uns mit uns selbst stark sein.... :thumbup:

  • ich bin zwar verheiratet mit einem männlichem Wesen, aber wir sind ziemlich auseinander gedrieftet und leben toi, toi, toi nicht in den selben vier Wänden.
    Deshalb bin ich auch viel alleine, auch weil ich nie Kinder bekommen konnte.
    Wir sollten uns zusammen tun, wenigstens hier über den Äther. Da ich bei dem herrlichem Sonnenschein jetzt aber raus an die Luft will, schreibe ich Dir gerne ein andermal wieder.
    So long, und stolz den Kopf hoch, bis bald


    von Alberta aus Bayern :thumbsup:

  • Ziemlich ruhig hier...


    ..deshalb wollte ich mal in die Runde fragen wie es bei euch im Moment so geht? Will hoffen, dass jede von uns soweit machbar mit allem einigermaßen zurecht kommt - auch wenn man manchmal sehr allein mit allem kämpfen muß.. Deshalb immer daran denken: wir können stark sein, auch wenns oft schwerfällt.
    PS: an Alberta, vielen Dank für die netten Zeilen, wünsche dir auch viel Energie - und hoffentlich hast du im Sonnenschein (ist ja momentan doch ein wenig rar) viel davon tanken können..

  • Liebe Fories,


    weil ich mich einsam und überfordert fühle, suche ich Kontakte zu anderen Singles hier und bin froh, diese Rubrik gefunden zu haben.
    Bei mir passiert im Moment viel, über das ich mich gerne austauschen würde, und der Aspekt relativ allein zu sein mit allem, spielt
    eine große Rolle. Es macht mich oft traurig und etwas neidisch auf andere, die sich getragen fühlen, obwohl ich das allein leben
    nach der Familienphase mit Verantwortung für meine Tochter auch zu schätzen weiß. Soviel zur Familie - da ist eben niemand außer
    meiner 20jährigen Tochter und einem greisen Vater mit Parkinson, ziemlich weit weg in einem Pflegeheim.


    Über meine Geschichte zu schreiben, fällt mir nicht leicht, weil ich immer fürchte, ins Jammern abzudriften, und das ist ja nunmal
    abschreckend für neue Bekanntschaften. Trotzdem: ohne Kennenlernen geht es nicht. Vielleicht haben wir ja ein paar Gemeinsamkeiten.


    Ich (55) bin seit 5 Jahren wegen einer langjährigen Angststörung und Depressionen voll erwerbsgemindert berentet. Meine Tochter habe
    ich allein großgezogen, nachdem uns mein Mann verlassen hat als sie 3 wurde. Selbstverständlich habe ich viel gearbeitet. Wir hatten es
    nicht schlecht, aber der Streß war groß, ich erlebte ein jahrelanges Mobbing im Job und konnte 2008 nicht mehr.
    Die EU-Rente hat mein Leben vollkommen verändert. Unternehmungslustig und offen, wie ich bin, konnte ich mir plötzlich gar nichts
    mehr leisten. Die Tochter ist dann mit 18 auch noch überraschend ausgezogen, und ich sitze auf einer (schön gelegenen) 2-Zimmer-
    Wohnung in einer Studentenstadt mit knappen Singlewohnungen. Außerdem habe ich noch einen Schufa-Eintrag und überhaupt kein
    Geld für einen Umzug. Ich kenne nämlich keine Männer mehr, und die neuen weiblichen Bekannten, meist auch chronisch erkrankt,
    können mir so gar nicht helfen. Diese wenigen Frauen, aber immerhin!, kenne ich durch Facebook - ein Segen!


    Als vor einem Jahr, also im Sommer 2015, meine Krebsgeschichte begann, war ich sehr unerfahren, was Krankenhausaufenthalte und
    körperliche Behandlungen betrifft. Ok, die Geburt meiner Tochter, zwei gebrochene Finger, eine Ausschabung - mehr nicht.
    Seitdem ist viel passiert, leider gibt es pausenlos etwas Neues, auf das ich mich einstellen muss. Meine Tochter verhält sich total lieb, ist aber
    auch noch sehr jung und hat große Angst mich zu verlieren, sie hat auch nicht viel Zeit. Meine Psychotherapeutin hört mir zu und versucht
    Entspannungsübungen. Ablenkung ist in meinem Alltag natürlich alles! Jeder sehr ängstlich disponierte Mensch kennt das.


    Wie war also das vergangene Jahr? Im Juli 2015 wurde bei mir ein Gallenwegskarzinom in der Leber erkannt und gleich operiert. Großer
    Bauchschnitt, gute Perspektive, denn das Ding wurde ja früh erkannt. Ansonsten ist über diese Erkrankung nicht viel Lesestoff zu finden,
    weil sie sehr selten ist. Warum CCC? U.a., vermuten die staunenden Ärzte, weil ich einen Hepatitis B-Virus in mir trage, der mit 25 beim
    Blut spenden entdeckt wurde, der mich aber nie belastete, weil ich bis zum Hausarztwechsel nie über ein Krebsrisiko aufgekärt wurde.
    Bei der Kontroll-Sono im November 2015 war meine nachgewachsene Leber noch gesund und frei. - Kurz vor Weihnachten begann aber
    eine Serie von miesen Überraschungen. Die reguläre Mammo zeigte eine auffällige Häufung von Mikrokalk in der rechten Brust. Man riet
    mir dringend zu einer Biopsie, die ich bis Ende Januar rausschob - aus Angst vor dieser Untersuchungsmethode. Positiver Befund.
    Kurz vor dem OP-Termin der Brust, ich hatte mich für eine Ablatio mit Wiederaufbau entschieden, kam dann der absolute Hammer:
    3 Metastasen in der Leber. Ein Ärzteteam entschied kurzfristig, zuerst die Brust abzunehmen, dann Erkenntnisse über einen möglichen
    Zusammenhang von Brust- und Gallenwegskrebs zu sammeln (beides hat nun aber nichts miteinander zu tun) und schließlich die
    Lebermetas zu entfernen. Bis Mitte April lag ich in zwei verschiedenen Krankenhäusern. Ich war sehr einsam mit meinen Gedanken und
    bekam selten Besuch. Aber ich löchere die Ärzte mit Fragen und lasse mir ab und zu auch Beruhigstabletten und Zopiclon zum Schlafen geben.


    Ein paar Wochen lang war ich was die Gesundheit betrifft einigermaßen ruhig. Zur Prophylaxe wegen des Brustkrebses, immerhin Grad 3,
    aber ohne Wächterknotenbefall, hatte man mir Tamoxifen verördnet, was ich aber überhaupt nicht vertrug. Dann der Besuch eines
    neuen Gynäkologen-Onkologen. Der riet mir dringend zu einer sofortigen 12-wöchigen Antikörper- und Chemotherapie in seiner Praxis.
    Ich fasste großes Vertrauen, denn dieser Mensch wirkt veranwortungsvoll und nimmt sich viel Zeit. Leider entdeckte er aber eine
    neue Lebermetastase, die noch in diesem Sommer strahlenmäßig "verkocht" werden soll. Der Leber-Onkologe war beim Kontrolltermin
    am Montag nicht begeistert von der spontanen Aktion (= Chemo) des anderen, was mich wiederum total verunsicherte und vor lauter
    Erschöpfung und Wut auf die Ärzte in Tränen ausbrechen ließ. Glücklicherweise hatte ich zu diesem Termin meine Tochter an meiner
    Seite. Umarmungen wirken Wunder.


    Die Chemo macht mich gleichzeitig müde und nervös, denn ich möchte meine Zeit eigentlich anders nutzen als von der Couch ins
    Bett zu wechseln, mir langweile Fernsehprogramme anzusehen und viel zu grübeln. Weil ich mit meiner Rente spätestens zur
    Monatsmitte immer am Ende bin, muss ich mir über eine Foodsharing-Gruppe auf Facebook immer "gerettete" Lebensmittel, wie
    Brot und Gemüse, über die Stadt verteilt, besorgen. Bei der Tafel haben Singles keine Chance.


    Unabhängig, wieviel Geld ihr zur Verfügung habt, werden wir vielleicht Gemeinsamkeiten finden und uns ein bisschen austauschen
    und trösten können. Ich bin neugierig auf eure Geschichten und lese mich jetzt erst einmal durch den Thread.


    Schreibt fleissig!
    Herzliche Grüße in die Runde von
    Fabienne :love:

  • huhu,
    jetzt möchte ich mich auch endlich mal als alleinstehend outen.
    mein sohn ist vor einem jahr ausgezogen, lebt und arbeitet jetzt in der schweiz und ich sehe ihn kaum noch.
    nach der scheidung von meinem mann war auch mein ganzer freundeskreis nach und nach zusammengebrochen. und mit frankfurt bin ich auch nicht richtig verwurzelt, da ich hier nur meinem ex zuliebe gelandet bin.
    tja, eigentlich wollte ich mir nach dem auszug meines sohnes irgendwo, wo es schön ist (wie am meer ...) einen job suchen und nochmal neu anfangen, aber wie ihr wisst kam was dazwischen.
    nun muss ich das beste draus machen! um finanziell über die runden zu kommen, vermiete ich das zimmer meines sohnes über airbnb, d.h. es kommen regelmäßig übernachtungsgäste für 2-8 tage. das zwingt mich auch, hier nicht alles verloddern zu lassen und mich zusammenzureißen.
    mittlerweile bin ich seit 10 monaten krankgeschrieben. ich versuche immer mir für jeden tag was vorzunehmen, auch wenn es nur kleinigkeiten sind, um etwas struktur in den alltag zu bringen oder mal rauszukommen.
    falls jemand in der nähe wohnt, können wir uns auch gerne mal treffen und was gemeinsam unternehmen!
    lg ani64

    da es sehr förderlich für die gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. 8) voltaire

  • Auch wenn seit den vorstehenden Postings einige Zeit vergangen ist, versuche ich es einfach mal. Vielleicht ist ja noch jemand da, die wie ich ganz allein kämpft-auch finanziell. Wäre schön, mit Frauen in ähnlicher Lage Kontakt zu haben!

  • Ich bin alleine mit meinem Sohn, inzwischen 19, und Hund, nicht sicher ob das noch zu alleinstehend zählt.


    Finanziell habe ich Glück gehabt, ich glaube etwa 1/2 Jahr vor meiner Diagnose wurde bei uns das Gehalt umgestellt, und Weihnachtsgeld aufgeteilt auf den Stundenlohn. Auch hatte ich seit 2.5 Jahren den neuen Job mit überhaupt mehr Gehalt, so war ich finanziell mit Krankengeld noch an der Grenze. Auch hatte ich ein finanzielles Polster aufgebaut, da ich niemals (wieder) in der Lage sein wollte einen Job nicht zu kündigen, wegen Arbeitsamt Sperre. Wäre meine Diagnose 3 Jahre früher gekommen, wäre es finanziell eine Katastrophe gewesen.


    Ich hoffe allerdings, dass ich noch in der Lage sein werde meinen 8 Stunden Job auszuführen, weil wenn nicht..die Lage wieder anders aussieht.

  • Guten Morgen,


    das Single-Dasein ist mitunter schon schwierig, aber richtig am Ar.... ist frau, wenn dann die Finanzen auch nicht mehr stimmen.


    Ich habe 5 Jahre selbstständig gearbeitet, denn als ich 53 Jahre alt war, wurde mit gekündigt. Natürlich gab es keinen adäquaten Arbeitsplatz mehr für mich. Nach 1,5 Jahren arbeitslos, habe ich mich dann eben selbstständig gemacht. Klappte auch ganz gut. Dann wurde meine Mutter zu einem Pflegefall und ich nahm sie zu mir. Ging auch ziemlich problemlos, denn ich konnte meine Arbeit ja einteilen, wie ich wollte. Aber wie das so ist, brauchte meine Mutter immer mehr Pflege und mein "Arbeitsverteiler" war nicht damit einverstanden, dass ich weniger Aufträge übernehmen konnte/wollte. Also wurde mir nach einer "Schamfrist" der Dienstleistungsvertrag gekündigt. Fortan lebte ich von der Rente meines verstorbenen Mannes (sehr niedrig) und der Rente meiner Mutter sowie des Pflegegeldes. Damit kamen wir gut über die Runden.


    Dann starb meine Mutter im letzten Jahr. Ich wurde im Januar 64 Jahre alt, also noch keine eigene Rente. Das Arbeitsamt zahlt natürlich auch nicht, da ich ja selbstständig tätig war. Harz4 ist ohnehin keine Option, da meine Witwenrente zwar klein ist, aber eben doch gerade so über dem Satz liegt. Dachte ich mir, notfalls eben mit nem 450 Euro-Job überleben. Muss dann bis zu meiner Rente auch klappen.


    Und dann im Januar der Schock schlechthin: Brustkrebs!
    Also nichts mit Arbeitssuche und 450 Euro-Job!
    Und damit steht frau dann ganz allein da und das Gedankenkarussell hört gar nicht mehr auf. Kein Geld, krank, wie krank?, wie soll das alles gehen, wie lange hältst du das durch???


    Ich hatte mich sogar schon an die Schuldnerberatung gewandt und erhoffte mir von dort Hilfe. Aber die haben sooooo lange Wartezeiten, da wäre das Jahr fast vorbei, bevor da irgendwelche konkreten Sachen stattgefunden hätten.
    Dann kam die Erleichterung: eine private Rentenberaterin. Sie hat meine Daten aufgenommen und mir gesagt, dass ich aufgrund der >Krebserkrankung ja einen Schwerbehindertenausweis bekommen werde und dank dieses Ausweises und meiner mehr als 35 jährigen Wartezeit (anrechenbaren Arbeitszeit) könne ich noch in diesem Jahr meine Altersrente ohne Abschläge bekommen.
    Das war so eine tolle Mitteilung und eine sooooo unendliche Erleichterung, dass ich die ganzen Untersuchungen viel ruhiger angehen lassen konnte. Finanziell geht es zwar jetzt noch nicht gut, aber es ist Licht am Ende des Tunnels und bis dahin wird meine Tochter schon noch einspringen.


    Da bleibt als Schreckgespenst aber immer noch der blöde Knoten in meiner Brust. In der nächsten Woche werde ich wohl die Termine für die Chemo bekommen. Geplant ist 4 x EC und 12 x Pac.
    Leider bin ich jetzt schon immer müde und seit 2 Tagen in einem derartigen Tief, dass ich immer heulen könnte. Wie soll das erst werden, wenn die Chemo losgeht??? Ich könnte mir in den Allerwertesten treten, denn eigentlich sollte ich doch noch gar keine Beschwerden haben!!!!
    Wächterknotenentfernung und Portimplantation sind sehr gut verlaufen, alles gut verheilt. Also doch eher ein Grund zum Freuen!!! Warum heule ich???


    Mist, auch jetzt wieder.


    Viele Grüße


    Wally

  • Hallo,


    ich bin auch Single, ohne Mann, ohne Kinder.
    Lebe allein in meiner Wohnung mit meinem Hund und meinen Wellensittichen.


    Allerdings wohnt meine Mutter in einem Nachbarort und meine Schwester auch. Mein Hund geht da hin, wenn ich Chemo habe. Wenn ich in die Klinik muss auch und die Vögel versorgt dann eine Freundin.


    Lieben Gruß, kleiner Vogel

  • Liebe Kleiner Vogel,
    schön das du mal wieder schreibst. Habe lange nichts von dir gelesen, wie geht es dir? Und wie geht es deiner Mama?
    Vertrågst du die Chemo jetzt einigermaßen gut und hast deine Erkåltungen in den Griff bekommen?


    Wūnsche dir weiterhin alles Gute für die Behandlung, Kraft und Zuversicht :hug:
    LG Sylvi

  • Hi Ihr Lieben,
    auch ich bin Single und Schlag mich allein durch. Finanziell ist es noch o.k., das Krankengeld ist allerdings
    deutlich geringer als mein Lohn. Aber ich hab noch Ersparnisse, die ich allerdings eigentlich anders angelegt
    haben wollte als ich Zuzahlungen für Medikamente usw. Auch weiß ich nicht, ob ich meinen Job wieder ausüben
    kann. Ich habe sehr viel gearbeitet und hatte dabei eine Menge Stress. Aktuell kann ich mir das so nicht wieder
    vorstellen. Ich hatte öfter den Gedanken "warum nervt der/die mich mit solchen Banalitäten und klaut mir meine
    Zeit" und bin trotzdem ruhig und professionell geblieben, aber zukünftig kann ich dafür nicht mehr garantieren.
    Man sieht die Welt einfach mit anderen Augen.
    Ich werde von meinen Eltern, meiner Schwester und ein paar Freunden unterstützt, die aktuelle Situation
    durchzustehen, aber die wohnen nicht gerade nebenan. Und irgendwie ist es mir schon unangenehm, wenn meine
    Eltern zu mir kommen und mir im Haushalt helfen. Aber ich bin direkt von den Nebenwirkungen der ersten EC in
    die Portvenenthrombose gestolpert und kann/darf aktuell nicht viel machen. Und nun steht schon die nächste
    EC an und wird mich -wenn es wie bei de ersten ist - für gut eine Woche aus den Puschen hauen. Hoffe, dass ich
    danach endlich wieder selbst meinen Haushalt schmeißen kann.
    Liebe Grüße
    Heideblüte

  • ich lebe auch alleine .bin brca träger,lynparza ist mein programm . zur zeit tumorfrei,aber die mattigkeit habe ich schon.
    hast du nicht eine haushalthilfe der kasse `? oder kannst eine bekommen,mit attest des hausarztes ?
    die kassen stellen sich quer sehr schnell,aber ein versuch ist es wert.

  • Hallo,


    mir geht es einigermaßen gut.
    Erkälungsmäßig habe ich Husten. Aber ich komme schon damit klar.
    Meiner Mutter geht es auch wieder ganz gut. Sie hatte nicht eingesehen, dass sie nicht heben darf und sich schonen muss. Im Krankenhaus brauchte sie schnell keine Schmerzmittel mehr, dann hat sie sich aber übernommen und hatte Schmerzen und brauchte sogar Schmerzmittel. Seit dem achtet sie etwas auf sich, ruht sich aus und hebt nicht schwer.
    Bei der Chemo habe ich das Gefühl, ich vertrage sie mit jedem Mal schlechter. Aber habe nur noch einmal. Kann auch sein, dass die blöde Spritze, die ich mir letzes Mal geben musste, dafür gesorgt hat, dass es mir schlechter ging. Nicht mal MCP hat ausreichend gewirkt...


    Letzten Mittwoch ist mir fürchterlich die Decke auf den Kopf gefallen, gerade weil ich alleine bin. Ich habe eine neue Brille, meine erste Gleitsichtbrille. Mittwoch rief der Optiker an, dass sie fertig sei. Normalerweise wäre ich nun einmal quer durch die Stadt dahin gegangen und hätte sie abgeholt. Aber im Moment ist es zu weit für mich. Ich bin so frustriert, dass ich nicht kann wie ich will und auf Hilfe angewiesen bin.
    Zum Glück habe ich ein gutes soziales Netz und am Donnerstag ist jemand mit mir hingefahren und ich konnte die Brille abholen. Aber es ist so ätzend, es nicht alleine zu können!


    Lieben Gruß, kleiner Vogel

  • ich bin auch auf hilfe angewiesen. depri und müde ,lynparza brca.
    ich kenne deine lage,nach der op zb.,in der chemo.
    man will und kann nicht raus,und dann muss man das soziale netz fragen.
    pastor,nachbar,freunde.
    die brille ist ja schwer,die muss ja noch eingestellt werden evtl.
    ich habe den pflegedienst ,der kleinste hausarbeit macht,wenn ich die klingel höre.
    auch eine putzhilfe,die kauft ein.
    sonst sieht die wohnung eben aus wie sie ist.spülen ist nicht so oft,saugen nicht,bettmachen
    selten. ich find nicht schön.

  • Ich oute mich auch mal als eine, die alleine, d.h. ohne Partner, lebt. Mein Mann ist vor einem Jahr ausgezogen, er lebt 40 km entfernt. Mein ältester Sohn (21) studiert, dieses Semester verbringt er in Linz. Die anderen beiden Söhne (15 und fast 18 Jahre alt) wohnen bei mir. Organisatorisch klappt das ziemlich gut, meine Jungs helfen mir im Haushalt, und als ich Anfang April für die OP im Krankenhaus war, kamen sie auch prima alleine zurecht. Selber Autofahren muss ich auch nicht, mit fast 18 fährt mein Sohn begleitet, und er fährt mich auch zu jedem Termin. Freunde/Nachbarn sind auch da zur Unterstützung, und finanziell klappt es auch, da ich keine Chemo brauche, nur Bestrahlung, also kein so langer Arbeitsausfall.


    Klingt alles schön, und ich bin dafür auch dankbar. Aber trotzdem ist da einfach keiner, mit dem man mal reden kann, bei dem man sich einfach mal anlehnen kann, besonders abends, nach einem langen Tag. Oder wenn ich meine tägliche Fahrradtour mache: Wir leben hier in einem Urlaubsgebiet, überall laufen Touristen rum, und die sind eigentlich immer paarweise oder als Familie unterwegs. Und dazwischen ich alleine auf meinem Fahrrad. Da fühle ich mich sehr einsam. Einfach keiner da, bei dem man sich ausheulen kann. Klar, das könnte ich auch bei einer Freundin, aber das ist schon was anderes als bei einem Partner.


    Manchmal denke ich aber auch: Ob es mit Partner wirklich immer besser wäre? Würde er mit meiner Krankheit überhaupt gut klarkommen? Wäre er eine Hilfe, oder doch eher eine Belastung? So wie bei einer Bekannten meiner Mutter, deren Mann sich beklagt, wenn sie es nicht geschafft hat Essen zu kochen aufgrund ihrer Krankheit. Dann bin ich froh, dass ich so einen Partner nicht habe.


    LG von einer gerade etwas frustrierten Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • ...hallo, Ihr Lieben....
    Ich reih mich hier ein, ich bin eine Geschiedene. ...und deshalb weiss ich wie wichtig hier dieses Forum für uns ist...für mich ist es das, weil alle, die diese Krankheit nicht haben, sich nur schwer dort reinfinden können....Ich kann ganz gut mit mir allein sein...allerdings bin ich aber auch so gut wie aus dem Schneider, vorläufig jedenfalls..., und ich weiss nicht, wie es mir gehen wird, wenn all meine finanziellen Reserven verbraucht sind...liebe Grüsse an Euch und haltet Euch wacker...Grethe...

  • Ich lese hier etwas von Haushaltshilfe.
    Ich bin leider kürzlich durch die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse gefallen. Da ist nichts mit Pflegegrad und Haushaltshilfe.
    Ein soziales Netz habe ich nicht, auch keine netten Nachbarn. Meine Tochter (21) ist in einer schwierigen Phase und zeigt mir demonstrativ, dass sie sich nicht für mich zuständig fühlt, das heisst sie besucht mich selten und zeigt sich (vordergründig) desinteressiert.
    Mein Kontakt nach aussen, meine einzige Hilfe, ist eine sogenannte ambulante Betreuerin, die mich 2 Stunden pro Woche besucht. Voraussetzung für diese Zuwendung ist eine psychische Erkrankung, z. B. eine Depression. Die BetreuerInnen putzen natürlich nicht, helfen aber ggfs. beim Einkaufen und - vor allem - bei Anträgen. Zumindest habe ich mittlerweile dank ihrer Hilfe eine Waschmaschine (meine alte Miele war lange defekt und ich musste meine Wäsche im weit entfernten Waschsalon waschen) und einen neuen Fernseher aus Spendentöpfen bekommen.


    Wie schon irgendwo geschrieben, bin ich schon in knapper EU-Rente und werde seit vergangenem Dezember aufgrund von wiederholt aufgetretenen Lebermetastasen palliativ behandelt (TACE = transarterielle Chemoablation). Trotzdem könnte es mir körperlich wesentlich schlechter gehen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wenn nur die einsamen Abende nicht wären...


    Ich grüße Euch alle ganz herzlich!