Und plötzlich verschieben sich sämtliche Prioritäten ...

  • Guten Abend in die Runde,


    gestern habe ich mich angemeldet und bevor ich ein bisschen mitmische, möchte ich mich gerne kurz vorstellen:


    Ich bin 51 Jahre alt, Single, selbstständig. Seit 3,5 Wochen darf ich mal wieder beweisen, dass ich ja "eigentlich" stark bin ...


    Zum Werdegang meines BK-Befunds: übermorgen vor 4 Wochen fällt mir eine Einziehung an der linken Seite der linken Brust auf. Die war mir neulich schon einmal aufgefallen, aber da habe ich mir noch nichts dabei gedacht. Aber an diesem Sonntag wusste ich, dass da etwas nicht stimmt. Am Montag gleich bei der Frauenärztin angerufen, am Dienstag bei ihr gewesen, von ihr aus direkt weiter zu einer radiologischen Praxis, die auf BK spezialisiert ist weiterverwiesen worden, am gleichen Tag Mammographie und Biopsie. Eine Woche später sollte Biopsiebesprechung sein. Viele hier werden das kennen, dass diese Woche eigentlich zunächst einmal die schlimmste Zeit ist. Ich machte sämtliche Stadien von "das ist noch nicht bei mir angekommen", über "das ist bestimmt gutartig" bis hin zu "ich bin total verkrebst durch". Aber bereits am Freitag war mir eigentlich klar, dass der Befund auf jeden Fall maligne sein wird.


    Zur Befundbesprechung Dienstag kam eine liebe Freundin mit. An dem Tag war ich erstaunlich gefasst und klar. Jetzt wusste ich, wer mein Gegner ist. Man hatte mir direkt einen Termin für den Montag drauf in einer anderen radiologischen Praxis gemacht, wo Röntgen-Thorax, Oberbauch-US und Knochen-Szintigrafie gemacht wurden. (Befunde zum Glück negativ). Jetzt hatte ich die Aufgabe, mich in einem Brustzentrum meiner Wahl vorzustellen. Meine Gyn, die keine Zeit mehr für einen Termin hatte, da dann im Urlaub, hatte mir wenigstens per E-Mail noch eines empfohlen. Dort war ich dann auch Donnerstags drauf.


    All diese Entscheidungen, all die neuen Informationen und Befindlichkeiten und Ängste, die verarbeitet werden müssen. Ich habe bis jetzt alles ganz gut gemeistert. Aber heute habe ich einen Tag, an dem ich merke, wie anstrengend die letzten Wochen waren und meine Nerven liegen blank. ;(


    Aber morgen ist ein neuer Tag.


    Dieser Spruch, den ich mir immer mal wieder sage, wenn ich einen schlechten Tag habe, war schließlich auch Ideengeber für meine Nick in diesem Forum. ;)
    Morgen ist ein neuer Tag und ich will noch ganz viele davon erleben!


    Ich freue mich, euch gefunden zu haben und hoffe auf eine nette Gemeinschaft und Begleitung durch guten und weniger guten Tage.


    Herzliche Grüße
    Aurora

  • Liebe Aurora,


    zuallererst begrüße ich Dich recht herzlich hier bei uns im Forum.


    Und ja, Du hast Recht, nach einer solchen Diagnose ist von jetzt auf sofort alles anders ... das habe ich so erlebt, das haben viele von uns so erlebt. Gerade in dieser ersten Phase vor und kurz nach der Diagnosestellung ist die Gefühlsachterbahn so heftig, ist so viel zu verarbeiten, so viel zu entscheiden (und dazu noch Dinge, von denen frau ja keine Ahnung hat), dass es kräftemäßig sehr ans Limit geht. Dass dann die Nerven auch mal blank liegen, das ist ganz "normal".


    Vielleicht hilft es Dir gerade in solchen Situationen, Dich mit anderen Betroffenen auszutauschen und zu lesen, dass Du mit diesen ganz unterschiedlichen Gefühlen nicht alleine bist. Gerne unterstützen wir Dich auf Deinem Weg durch die Therapien mit Zuhören, mit Aufmuntern, mit Tipps, wie wir mit diesem "Neuland" umgegangen sind.


    Fühle Dich bei uns wohl und verstanden - und frage einfach nach, wenn Du etwas wissen möchtest.


    Viele liebe Grüssles



    Saphira

  • Hallo Aurora, auch ich möchte dich hier herzlich begrüßen. Ja, dieses Gefühl kennen wohl fast alle hier. Von jetzt auf gleich ist nichts mehr wie es war. Aber ich für meinen Teil muß sagen, seit ich die Krankheit angenommen habe, kann ich besser mit allem umgehen.Ich hoffe du wirst dich hier wohl fühlen und dich hier gut austauschen können. Hier sind immer offene Ohren und auch auch mal Arme zum auffangen. Komme in Ruhe hier an und es wird dir hier hoffentlich bei uns gefallen. LG Lexi

  • liebe Aurora, liebe Morgenröte (welch wundervoller Name!), hier bist du genau richtig, in unserem familiären Forum :) . Hier kannst du dich fallen lassen, hier wirst du unterstützt und getragen!
    Ja, wir können uns alle gut an die erste Zeit nach Diagnosestellung erinnern, wenn das alte Lebensgebäude plötzlich zusammengebrochen ist. Aber es geht weiter und es wird wieder besser und es lässt sich ein neues, nicht weniger interessantes Leben aufbauen! Es braucht zwar seine Zeit das alles zu verarbeiten, aber wir helfen dir, wir begleiten dich und du weißt ja, gemeinsam geht alles besser ;) . Sicher auch ganz wichtig für dich: Wir verstehen dich! Fühl dich hier wohl und gut aufgehoben!


    Morgen ist ein neuer Tag.
    Und morgen ist auch ein Tag, voller Chancen für ein bisschen (oder bisschen mehr) Freude :) !


    Liebe Grüße und Kraft
    von Wölfin :hug:

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Hallo Aurora,


    herzlich willkommen hier im Forum. Schön das du zu uns gefunden hast auch wenn der Anlass kein schöner ist.
    Wir alle hier sind mit der Diagnose konfrontiert und müssen uns der Sch...Krankheit stellen. Mich hat es schon zum zweiten Mal erwischt. Wieder die ganze Mühle an Therapien mit allen Folgen und Nebenwirkungen.
    Aber wir alle stellen uns den Herausforderungen und lassen uns nicht unterkriegen.
    Ich wünsche dir viel Kraft und Mut für die anstehenden Therapien. Hier findest du immer ein offenes Ohr und jemanden der dir bei Ups und Downs zuhört.


    Lg Keinohrhase

  • Hallo Aurora,


    herzlich Willkommen hier im Forum. Hier im Forum hat immer jemand ein offenes Ohr, kennt die Gedanken und Gefühle. Die Gemeinsamkeit hilft, gerade in der Anfangszeit. Die Diagnose trifft einen unerwartet, alles ist mit vielen Ängsten verbunden. Scheue Dich nicht nachzufragen oder um Hilfe zu bitten.


    Alles Gute
    Paula

  • Hallo Aurora,


    von mir auch ein herzliches Willkommen. Ich kann Dich gut verstehen, als ich die Diagnose 2010 bekam, sind meine Gefühle Achterbahn gefahren. Ich habe nicht mehr gedacht, ich habe nur noch funktioniert wie ein Ropoter. Hat mein Mann gesagt gehe rechts bin ich rechts gegangen hat er links gesagt bin ich links gegangen. Diese Erinnerung bleibt. Was nicht bleibt ist die Funktion wieder am Leben teil zu nehmen. Es dauerte bei mir aber eine ganze Weile. Lass Dir Zeit und bleib Deiner Einstellung treu...: und morgen ist ein neuer Tag..... Es gibt bei mir auch immer wieder Tiefs aber ich denke wie Du: Morgen ist ein neuer Tag.....(gelingt mir nicht immer) Ich wünsche Dir alles Gute und einen guten Austausch. Bis dann einmal :)

  • Herzlich willkommen auch von mir, Aurora.
    Ich für meinen Teil muss sagen, dass es bei mir lange gedauert hat, bis ich die Diagnose so richtig begriffen hatte. Selbst nach der Biopsie machte ich mich nicht verrückt. Dann kam die OP und ich dachte noch, na ja, ein-zwei Wochen zu Hause und ich geh wieder arbeiten. Ich war doch GESUND und der Tumor war entfernt! Aber die Ärzte und Schwestern im KH haben mich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt.
    Ich hab einen lieben Mann, der mir zur Seite steht. Ich wünsche dir viel Kraft und Nerven. Und gute Freunde, die dir zur Seite stehen!
    Man kann den Kampf aufnehmen!

  • in unserem familiären Forum, in dem immer jemand da ist, wenn du Bedarf hast .
    Ja, du hast Recht, die Prioritäten verschieben sich, und zwar von Grund auf - aber das, nicht die Krankheit selbst, hat durchaus auch positive Seiten - nur ist es ein längerer Weg, das zu erkennen und anzunehmen, ich brauchte dafür fast 9 Monate - und "Hänger" gibt es immer wieder mal - aber das Forum hier hilft einem toll da durch! :hug:
    Wir haben durchaus Gemeinsamkeiten, ich war bei Diagnose 52, auch ich war, nein ich bin die "starke" Frau, auch bei mir fing es mit einer Einziehung an..... Mittlerweile musste ich die Diagnose mit 6 Monaten Abstand auf beiden Seiten verdauen, habe beidseitig Implantate - und es geht mir gut!
    Ich bin mir sicher, auch du wirst deinen Weg gut und erfolgreich gehen :thumbsup:

  • Herzlich Willkommen auch von mir. Du hast bis jetzt so tapfer durchgehalten, das war auch bei mir der Fall nach dem die Diagnose gestellt war.
    Aber irgendwann, reißt es einen doch den Boden unter den Füßen weg. Verzweiflung , Tränen das ganze Programm und das ist auch gut so.
    Man muß nicht immer stark sein . Du schaffst das und wir unterstützen Dich so gut wir können.


    Fühl Dich umarmt :hug:


    LG


    Fidi

  • Liebe Aurora,


    auch von mir ein herzlichen Willkommen hier in unserem familiären Forum.
    Ja deine Zeilen erinnern micht an meine Zeit im letzten Jahr, es sind soviele Gefühlswelten die man in kurzer Zeit durchmacht ,
    bis man in ein Loch fällt und erstmal zu sich kommen muss.
    Du darfst auch mal schwach sein, das ist auch wichtig und geweint habe ich auch viel, aber das war für mich auch so ok, denn
    danach ging es mir besser.
    Wir sind hier in einer ganz lieben Art füreinander da, weil wir wissen was solch eine Diagnose alles auslöst und unterstützen
    uns gegenseitig.
    Stöber ruhig erstmal alles durch und vielleicht hast du ja auch Lust uns mal auf dem Sonnendeck zu besuchen, denn dort können
    wir ohne unsere Sorgen einfach mal alles machen wozu wir Lust haben(virtuell)

  • hallo Aurora, willkommen in unserem kreis. ja die Diagnose ist ein richtiger schlag in die Magengrube. Entscheidungen,informationen,angst.alles aufeinmal und das kuebelweise. ich hoffe du hast ein gutes bz gefunden. ich fuehle mich in meinem sehr gut aufgehoben. und wir haben wohl auch sozusagen das glueck einen krebs erwuescht zu haben der du erforscht ist. durch die genaue klazivizierung unseres feindes koennen die aerzte eine maßgeschneidertetherpie zusammen stellen. wir sind da zum fragen, zum spaß haben und zum troesten. vg

  • Hallo Aurora hier bist du gut aufgehoben Wir alle kennen dies Tage von denen du da schreibst Es wird besser werden wenn die ersten Stürme vorbei sind und dann geht es weiter Schritt für Schritt Du bist stark Alles Gute für Dich tine62

  • Ihr lieben selbst Betroffenen alle,


    ganz herzlichen Dank für eure Willkommensgrüße. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich hier richtig bin, wenn es ums Mut machen, Trost spenden und Durchhalteparolen abholen geht.


    Ich habe die OP ja noch vor mir. Eigentlich hätte ich sie bereits diesen Donnerstag gehabt, aber am Montag kam ein Anruf vom KKH, dass sie aus technischen Gründen verschoben werden muss. Also ist Einweisung am Mittwoch und OP am Donnerstag. Jetzt habe ich also noch 4 Tage mit unversehrter Brust. Hmm ... Irgendwie auch ein Abschied. Oder?

  • Ja, das ist ein wirklich schöner Name. Ich möchte Dich auch ganz herzlich begrüssen hier im Forum.Diese Auf und Ab, s ,
    sowie auch die Ängste kennen wir hier alle und so wissen wir auch wovon Du schreibst. Aber glaub mir , so mit der Zeit
    lernt man damit umzugehen und der Erkrankung sogar etwas positives abzugewinnen . Ich bin vor 8 Jahren an
    beidseitigen Krebs erkrankt. Zuerst war ich auch total verzweifelt und ich hatte das Gefühl das Leben ist in Frage gestellt.
    Doch als die Behandlungspläne konkret standen habe ich gedacht: Wenn ich mitarbeite, wird mir das schon helfen.Mit
    der Zeit und auch mit Hilfe einer Psychoonkologin fasste ich Zuversicht und Vertrauen.Mittlerweile gehört die
    Krebserkrankung und die Folgen zu mir. Ich habe mich damit arrangiert und nehme weiterhin an allem teil, so gut
    es eben geht.



    Vor der OP ja, das war mir auch wie ein Abschied, so wie Du es beschreibst. Denn nach der OP ist ja doch nichts so wie
    es war. Man weiss vor der OP auch nicht wie es wird, un das macht einem Angst.Andererseits ist man froh, wenn man
    der Krebs dann raus ist.So ging es mir zumindest.


    Ich drücke Dir für die anstehende OP die Daumen dass alles gut verläuft und für die weiteren Behandlungen viel Kraft
    Zuversicht und Du Deinen Weg findest mit der Erkrankung umzugehen.Vielleicht gelingt es Dir Dich bis zur OP etwas
    abzulenken mit Hilfe von lieben Menschen an Deiner Seite.


    Liebe Grüsse und einen schönen Sonntag :)
    alesigmai52

  • Grummel, grummel. Heute habe ich schon den ganzen Tag Angstgefühle im Bauch, weil es morgen ins KKH geht. :S Bin irgendwie durch den Wind und erledige noch die letzten Dinge.

  • hallo Aurora,


    dann drücken wir alle mal ganz feste die Daumen, dass im KH alles gut läuft. Kopf hoch und fühl dich feste gedrückt. :hug: :hug:


    Johanna

    „Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.“ :)

  • Liebe Aurora,


    jetzt, wo Dein Abschied von Deiner unversehrten Brust (das hast Du selbst so bezeichent) näher rückt, sind für mich Deine Gefühle gut nachvollziehbar. Denn auch wenn Du gut über die OP aufgeklärt wirst, so gibt es doch vieles, was unsicher macht. Es ist eben eine vollkommen neue Situation!


    Direkt kann ich Dich zwar nicht unterstützen, aber vielleicht gibt es ja jemanden, der Dich morgen begleiten und vielleicht auch etwas ablenken kann. Ich werde Dich morgen und übermorgen in Gedanken begleiten und wünsche Dir sehr, dass Du Dich im Krankenhaus gut betreut fühlen wirst.


    Viele liebe Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo Aurora,


    es ist ganz normal, dass man vor der OP Angst hat. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass die OP wirklich nicht schlimm ist. Du brauchst keine Angst zu haben.
    Auch der Gedanke "Abschied von der unversehrten Brust" hat mich sehr beschäftigt. Wie wird man hinterher aussehen? Das OP Ergebnis ist bei mir aber sehr gut geworden. Meine Angst war völlig unbegründet. Ich empfinde es nicht als Abschied.


    Ich wünsche Dir alles Gute für Deine bevorstehende OP. Wir drücken Dir alle die Daumen.


    Lg Paula