Brustaufbau nach Bestrahlung

  • Baybsie Danke Dir für's Mut machen. Hab auch schon über Eigenfett nachgedacht. Habe aber leider nicht genügend Fett-Depots für 2 Brüste. Ich hab halt auch Bedenken, wenn ich mir so viele Wunden (Brüste, Bauch, Po...) gleichzeitig zufüge... Die Narben sind mir ziemlich egal. Auf eine mehr oder weniger kommt es nicht an. Aber das muss ja alles auch heilen. Und ich hab noch 2 kleine Kinder. Da schien mir die Implantat-Lösung am "einfachsten". Bis mir beim letzten Gespräch die Ärztin ziemlich Angst gemacht hat, dass das sowieso nicht klappt mit den Implantaten bei einer bereits bestrahlten Brust. Ich soll doch drüber nachdenken, nur die unbestrahlte Brust mit Implantat aufbauen zu lassen. Bei der bestrahlten Seite könnte ich dann später noch was mit Eigenfett machen. Für eine Brust reicht mein Fett-Depot...

    Aber ich hab ziemlich Bedenken, wie das aussieht, wenn man 2 unterschiedlich gemachte Brüste hat.

    Jetzt hatte ich nochmal ein Gepräch mit meinem Hausarzt, der meinte, dass ich bestimmt nicht zufrieden mit 2 verschieden gemachten Brüsten bin und hat mich gefragt, ob ich mir schon mal Gedanken drüber gemacht, gar keinen Aufbau machen zu lassen. Jetzt stehe ich wieder am Anfang mit meinen Überlegungen. Nur so ganz ohne Brüste.... Davor hab ich ANGST.=O=O=O

    Ich hab dem blöden Krebs schon so viel geopfert!!! Meine Haare, meinen Wunsch evtl noch ein 3. Kind zu bekommen, meine Eierstöcke... Die Chemo hat auch ihre Spuren hinterlassen. Was will er denn noch alles?

    Will nicht jammern, bin nur grad ziemlich verzweifelt. ||

  • Hallo liebe Dreamer ,

    Ich stand vor der gleichen Entscheidung wie du.

    Hab noch eine Chemo (Pacli) am Donnerstag vor mir und dann in 3 Wochen ist mein Op Termin. Ich bin einfach ein Mutant🤣, da BRCA1 positiv. Mir wurde eine Mastektomie mit sofortigem Silikonaufbau angeboten. Eigenaufbau kam für mich nie in Frage. Ich habe mich nach langem überlegen für eine beidseitige Mastektomie entschieden. Ja ich bin erst 36 und so richtig kann ich mir das alles noch nicht vorstellen, aber ich möchte aktuell einfach alles nur weg haben. Mich danach in Ruhe erholen, für meine kleine Tochter da sein. Wenn in 2 - 3 Jahren noch alles gut ist 🙏, dann denk ich über einen Aufbau mit Silikon nach.

    Wie gesagt, das ist mein Weg und jeder muss und wird den für sich selber suchen und gehen müssen.

    Meine behandelnden Ärzte, allesamt Frauen, würden es übrigens genau so für sich entscheiden.

    Gibt dir ein bisschen Zeit, oder wann musst du dich entscheiden?


    LG 🌞

  • Hallo Little sunshine !

    Auch das Aufzeigen anderer Wege hilft bei einer Entscheidung. Man ist manchmal so verzweifelt und in seinem Gedankenkarussell gefangen, dass man von allein keine neuen Lösungsansätze für sein Problem findet. Ich werde wohl noch einige schlaflose Nächte haben, bis ich meinen Weg finde. Hab zwar keinen Druck, eine Entscheidung zu fällen, aber ich möchte wie Du auch nur die tickenden Zeitbomben los werden...

    Ich wünsch Dir alles Gute für die letzte Chemo! Dann ist ein großer Brocken geschafft!

  • Dreamer , diese Nächte hatte ich auch, aber seit ich meine Entscheidung getroffen habe , geht's mir besser. Klar denkt man immer mal darüber nach aber es ist nicht mehr so schlimm. Ich möchte nur gesund sein und so schnell wie möglich wieder richtig fit. Und dieser Gedanke, die Brust wird da regelrecht ausgeschabt usw. war für mich einfach nix. Und ich bin bei sowas eigentlich echt hart im nehmen, bin selber Ärztin auf ner Intensivstation und hab schon viel gesehen und auch gemacht, aber bei mir selbst, irgendwie komisch🙈


    Ich kann ja berichten, lang ist es nimmer bis zur Op.


    LG 🌞

  • Dreamer Also geht es um zwei Brüste! Die Silikon variante ist natürlich die einfachste und schnellste Möglichkeit. Fibroserisiko am ehernstes nur auf der einen Seite- 🤔 Fett zuwenig für zwei


    Ich glaube, ich würde mich nochmal mit der Bestrahlungspraxis in Verbindung setzen und fragen, wie sich die Bestrahlung mit dem Sofortaufbau mit Silikon ändert bzw. muss denn die Brustfläche überhaupt bestrahlt werden (Risikominimierung für Fibrose) - Bei meiner DIEP wurde die Brust nicht bestrahlt, nur außenrum und die Achsel. Und sollte es dann doch zur Fibrose kommen, kannst/musst du doch Eigengewebe benutzten. Würde mich auf alle Fälle von Anfang an für einen kleinen Busen entscheiden, dann ist es später leichter die eine der anderen anzupassen.

    Und vielleicht brauchst du dir später gar keine Gedanken mehr darüber zu machen, weil es zu keiner Fibrose gekommen ist.

    So würde ich es wahrscheinlich machen an deiner Stelle

  • Hallo liebe Dreamer ,

    ich verstehe deine Ängste sehr gut. 2007 war ich bereits auch an Brustkrebs erkrankt, allerdings zum Glück nur Bestrahlungen bekommen. Nach langen und ausreichenden Überlegungen habe ich mir 2014 die Brüste mit Silikon wieder aufbauen lassen. Allerdings habe ich vorher genau überlegt und recherchiert (Beratungsgespräche usw.), in welcher Klinik und bei welchem Arzt die OP gemacht werden sollte, sodass ich vollstes Vertrauen hatte. Die OP bzw. der Brustaufbau ist zum Glück gut gelungen und ich hatte auch bisher keine Probleme damit. Allerdings habe ich auch keine großen Brüste, sodass nicht viel Aufbaumaterial benötigt wurde.


    Ich habe damals eigentlich nur auf mein "Bauchgefühl" gehört und entschieden. In der Familie und im Freundeskreis haben mir auch damals viele von der OP abgeraten, denn jede OP ist ja immerhin auch ein Risiko. Aber mein "Bauchgefühl" bzw. meine innere Stimme haben mich bisher nie im Stich gelassen.


    Ich wünsche dir alles Gute!

    Liebe Grüße von Janin

  • Liebe Dreamer ,


    zwei unterschiedlich aufgebaute Brüste kann ich mir auch nicht als gute Lösung vorstellen. Vor allem wärst du eine Weile einbrüstig unterwegs, da das ja nicht gleichzeitig gemacht wird. 2 OPs und Heilungsphase - Zeit, die für dich und deine Familie fehlt.

    Es klingt jetzt zwar sicher blöd, aber könntest du einfach noch ein Jahr warten und in der Zeit dein Fettdepot aufbauen, indem du dich durch deine Lieblingsgerichte durchfutterst? :/

    Möglicherweise stellst du in der Übergangszeit aber auch fest, dass flachbrüstig gar nicht so schlecht ist und du gar keine Lust auf weitere OPs und Komplikationen hast.

    Ich wünsche dir, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst und dabei alles gut geht.

  • Little sunshine , ja das ist schon brutal, was da mit der Brust gemacht wird. Aber ich hab noch mehr Angst vor dem Leben ohne Brust. Habe Angst mich dann nicht mehr vollständig oder nicht mehr weiblich zu fühlen. Weiß nicht, ob ich mit dem Anblick dann umgehen kann. Irgendwie bewundere ich die Frauen, die sich für keinen Wiederaufbau entschieden haben und auch so entschlossen dahinter stehen können.

    Bitte berichte dann von der OP und der Zeit danach! Wäre sehr interessiert!!!


    Baybsie , das größte Problem ist, dass ich 2 Brüste brauche und leider "schlechtes Material" mitbringe. Die linke Seite wäre relativ problemlos. Die rechte Seite ist halt leider schon bestrahlt. Das kann ich leider nicht mehr rückgängig machen...X/ Wenn ich schon vorher von meiner Mutation gewußt hätte, hätte ich mir die brusterhaltende Operation gespart und hätte stattdessen gleich die beidseitige Brüstdrüsenentfernung mit Wiederaufbau gemacht. Das Ergebnis des Gen-Tests hab ich erst während der Bestrahlung bekommen...

    Aber vielleicht wage ich trotzdem den Aufbau mit Silikon. Man kann doch auch einfach mal Glück haben!:/


    Janin1204 , hast Du die Mastektomie dann 2007 gehabt? Also ca. 7 Jahre bis zum Wiederaufbau gewartet? Bei mir ist seit der Bestrahlung erst gut 1 Jahr vergangen... Vielleicht ist die Zeit von der Bestrahlung bis zum Wiederaufbau ein entscheidender Faktor???

    Oder einfach nur Glück? Genauso wie es Pech ist, dass man den blöden Krebs bekommt???:/


    cat58 , das mit dem Fett anfuttern hab ich die Chirurgin auch gefragt. Sie hat das verneint. Das würde wohl nicht funktionieren. Nicht mal, wenn ich 15Kilo zunehmen würde, wäre genug Material da... Ich kann das nicht verstehen, denn gefühlt hätte ich durchaus noch ein paar Reserven Bauchspeck und Hüftgold.;) Und es muss ja nicht DD-Cup sein. A oder B würde mir durchaus reichen.

    Naja, ich werd halt noch ein paar Nächte drüber schafen müssen. Oder ich prober's einfach mit dem Wiederaufbau und mach mir dann Gedanken wie's weitergeht, wenn ich wirklich eine Kapselfibrose kriege... So frei nach dem Motto: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

  • Liebe Dreamer ,


    schade, es wäre so eine herrliche Ausrede gewesen bei all den leckeren Weihnachtsplätzchen...

    Ich drücke dir die Daumen, dass du eine Entscheidung triffst, hinter der du voll stehen kannst - und manchmal hat man ja auch ausnahmsweise Glück und alles klappt problemlos. ;)

  • Palenke , bin aus dem Bereich OA (Oberallgäu). ;-)


    cat58 , Danke, so sehe ich das auch. Ich hab schon genug Pech gehabt. Jetzt könnte ich doch auch mal zu denen gehören, die keine Komplikationen bekommen. Das mit dem Fett anfressen wäre halt auch zu schön/einfach gewesen...||;)

  • Liebe Dramer,


    ich hatte auch erst Silikon und dann kam durch die Bestrahlung die Abstoßung leider.. hatte gehofft dass es zu keiner Fibrose kommt .. habe dann den Aufbau gemacht mit Eigengewebe aus dem Oberschenkel da ich zu wenig Bauchfett hatte. Ist richtig schön geworden! Dass du zu wenig Material mitbringst kann ich kaum glauben. Wie wäre es mit einer Zweitmeinung?

    Ps anfuttern bringt deshalb nix da das Gewebe dann auch „abnimmt“ wenn man selbst wieder abnimmt nach dem zulegen ;) so wurde es mir damals erklärt ..

    Wünsche dir alles Gute!

  • Liebe Dreamer

    Ich hatte im Juli eine Matektomie rechts mit sofortigem Wiederaufbau,da ich ein Rezidiv hatte 5 Monate nach Therapieende.Meine Letzte Bestrahlung war im Dezember 2018 ,die Mastektomie im Juli 2019 also 7 Monate nach Bestrahlung. In meinem Brustzentrum wollten sie den Wiederaufbau nicht machen wegen der vorbestrahlten Brust und haben mir zur Deep Flat also eigenes Gewebe geraten.

    Das wollte ich nicht da mir die Operation zu heftig ist und zu der Brust dann noch ne Bauchnarbe habe ,mal abgesehen von 7h Operation.

    Ich habe mit meinem Implantat überhaupt keine Probleme und habe auch nicht das Gefühl einen Fremdkörper zu haben. Das Ergebnis ist echt toll geworden,habe mich in einen renomierten BZ operieren lassen.Ich hätte mir auch nicht vorstellen können flach zu bleiben.

    Ich wünsch Dir alles gute

    LG

    Steffi66:hug::hug:

  • Liebe @flower87,

    wie war denn Dein Heilungsverlauf? WIe lange der Krankenhausaufenthalt? Wie lange ist man bei einer so schweren OP "außer Gefecht"?

    Da ich ja 2 kleine Kinder habe, sind das auch Dinge, die in meiner Entscheidung beeinflussen. Zudem ab ich auch echt Angst vor so einer langen Narkose und so vielen Wunden, die schließlich auch heilen müssen...

    Ich versuche schon seit fast einem Jahr Informationen und Entscheidungshilfen zu bekommen. Leider muss man sich sehr in Geduld üben, wenn man solche Beratungstermine haben möchte. Erst heute habe ich einen wieder einen Termin ausgemacht, damit ich nochmal konkret eine Zweitmeinung zum Thema "Aufbau mit Silikon" bekomme. Der Termin ist Mitte März 2020...

    Ich hab in der ganzen Zeit schon mit 5 Ärzten aus 3 verschiedenen Brustzentren über sämtliche Möglichkeiten gesprochen. Und habe natürlich auch entsprechend viele Meinungen. Das macht die Entscheidung nicht leichter. Meine Statistik sieht so aus:

    1 Empfehlung nur die noch nicht bestrahlte Brust abnehmen zu lassen, mit oder ohne Silikonaufbau

    1 Empfehlung nur die noch nicht bestrahlte Brust abnehmen zu lassen, mit Aufbau aus Eigengewebe

    1 Empfehlung den beidseitigen Silikonaufbau zu riskieren und falls es zur Kapselfibrose kommt, sich Gedanken zum Wiederaufbau aus Eigengewebe zu machen

    2 "Enthaltungen" mit keiner konkreten Empfehlung

    Bin also gespannt, für welche Lösung sich mein 6. Berater ausspricht.


    @steffi66, Du machst mir Mut, dass es auch gut gehen kann! Vielen Dank!:hug:

  • Hallo alle zusammen:S,


    Bevor ich meine eigentliche Frage stelle, ein paar Daten und Fakten zu meiner Geschichte : :read:


    Im Alter von 14 Jahren bin ich erstmals am Morbus Hodgkin erkrankt. X/Die Diagnose bekam ich damals im Dez. 1995. Erkrankung in den Lymphknoten am Hals rechts. Darauf hin folgte die Chemo bis Mitte 1996.


    Diese wurde dann vorzeitig beendet da man der Meinung war ich sei wieder geheilt.


    Im Dezember des gleichen Jahres stellten die Ärzte dann ein Rezidiv im Mediastinum und in der Milz fest.;( Ich bekam dann einen Port, die Milz blieb drin. Es folgte die nächste, stärkere Chemo mit anschließender Radiatio am Hals, Mediastinum und der Milz bis Mitte 1997...?(


    Im März 2017 (inzwischen bin ich Mutti von zwei Jungs,:love: zu der Zeit 4 und 2 Jahren alt) wurde dann in der linken Brust ein DCIS diagnostiziert... Wohl als Spätfolge der Radiatio, :evil:zumindest passte das in die Statistik der Studie in der ich seit 1995 bin.


    Auf Anraten der Ärztin und wegen meiner Vorgeschichte wurde dann im April 2017 eine Mastektomie bds. mit direktem Wiederaufbau mit Implis durchgeführt. :|


    Da hier leider mittlerweile zurückgerufene Implis verwendet wurden X/ und das Gesamtergebnis der OP mir schon länger Schmerzen bereitet:(, habe ich mich nun für die Entnahme der Implis und einem Aufbau mit Eigenfett entschieden...



    Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: :/


    Gibt es jemanden der Erfahrungen hat mit Operationen im bestrahlten Bereich ??? Die Ärzte fürchten Wundheilungsstörungen ... Ich finde dazu leider nichts im Netz, daher schreibe ich nun hier...


    Liebe Grüße :saint:

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Beitrag in dieses Thema verschoben.