Der "normale" Nachsorge-Bammel

  • Liebe Gonzi.

    Ich habe tatsächlich nach meinem BK und auch nach dem EK jahrelang so empfunden wie Du. Ich fühlte mich relativ sicher da auch die Aussagen der Ärzte sehr positiv waren.

    Diese Sicherheit ist komplett dahin seit mich letztes Jahr das Eierstockkrebs Rezidiv heimsuchte - nach über 8 Jahren.

    Jetzt habe ich vor jeder Untersuchung Panik . Ich erlebe die Situation ganz genauso wie Sommerliebe es beschreibt.

    Ich bin dankbar, dass ich viele Jahre ohne diese Angst verbringen durfte.

    Aber jetzt ist sie da, und wie ich das in den Griff bekomme weiss ich noch nicht. Wahrscheinlich muss ich damit leben.

    Es freut mich sehr für Dich, dass Du Dir Deine "Unschuld" bewahren konntest.

    Das ist so wertvoll für die Lebensqualität.

    Alles Liebe, Naticatt

  • Liebe Milli und Sommerliebe

    danke für euren Zuspruch. Schieße mich jetzt jeden Tag mit Sport (wahlweise 4km Schwimmen/ 60km Rennrad oder 10 km Laufen) und viel Arbeit ab. Abends bin ich meistens ziemlich platt und penne bei irgendeiner Meditation ein.

  • oh das kenne ich zu gut , die Unbeschwerheit ist weg :( Wäre schön wenn man zum Arzt gehen könnte ohne diesen schlummern Gedanken was sie finden können.

  • Liebe Naticatt,


    Ich weiß natürlich nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich dann doch irgendwann mal erneut erkranken sollte. Ich halte auch niemanden irgendwie für überängstlich, wenn er sich auch nach der ersten Erkrankung schon diese extremen Sorgen macht und Angst hat. Mir tut das nur so wahnsinnig leid, dass es vielen einen Teil der Lebensfreude nimmt… man verschwendet soooo viel Zeit an diese Ängste, die man ohne diese Ka..-Diagnose niemals gehabt hätte. Und dann hat man sich durch die Behandlung gequält, ist offiziell krebsfrei und steht trotzdem nie mehr da, wo man vorher stand. Jeder Mensch ist gefährdet, jeden kann es irgendwann erwischen. Aber so lange es einen nicht erwischt, geht man fröhlich durch´s Leben! Und wir leben mit der Angst… ich habe auch Angst, aber ich rede mir immer wieder ein, dass ich nicht mehr Angst haben muss, als jeder andere! Ich will diesem Mist-Krebs einfach nicht den Raum geben, der sich negativ auf mich, und meine Art zu leben auswirkt. Ich will mir erst wieder Sorgen machen, wenn es einen echten Grund gibt…


    Vor vielen Jahren (so 10 Jahre ist das sicher her) kam meine Tochter mal zu mir und war ziemlich traurig. Als ich sie fragte, was denn los sei, fing sie an zu weinen und sagte mir, dass sie so Angst davor habe, dass unser Hund mal stirbt. Frieda (unsere Hündin) war damals so ca. 4 Jahre alt… ja, es ist normal, dass ein Hund seine Familie leider nur einen kleinen Teil der Zeit begleitet. Ich habe ihr damals gesagt, dass sie diese Zeit einfach genießen soll, die wir gemeinsam mit Frieda verbringen dürfen. Jetzt schon an den Abschied zu denken, ist Verschwendung von Zeit, die man fröhlich gemeinsam verbringen kann. Weinen werden wir, wenn Frieda dann mal über die Regenbogenbrücke gegangen ist.


    Irgendwie ist es das, was ich wirklich denke und wie ich auch mein Leben leben möchte: einfach die guten Zeiten genießen und nicht schon vorher daran denken, dass vielleicht irgendwann mal schlechte Zeiten kommen könnten. Und es gelingt mir meistens auch recht gut…


    Aber wie gesagt, ich kann das wirklich TOTAL nachvollziehen, wenn jemand einfach nur Angst hat…


    LG Gonzi:)


    P.S.: Unsere Frieda ist übrigens noch immer bei uns, sie ist inzwischen wirklich alt, auf einem Auge blind, und hören tut sie offensichtlich nur noch das, was sie hören will… aber sie ist noch immer ein lustiger und fröhlicher Hund! Und ich bin sehr froh, dass meine Tochter nicht die letzten 10 Jahre mit ihrer Traurigkeit und Angst verbracht hat. Es wären 10 verschwendete Jahr gewesen…

    Alles, was keine Miete zahlt, muss raus! 🦀🥊

  • Liebe Gonzi.

    Danke für Deine lieben Worte und die wunderschöne Geschichte von Deiner Tochter und Frieda.

    Genau das ist eigentlich auch meine Einstellung. Und ich schaffe es auch oft, danach zu leben.

    Es geht bei meinen Ängsten tatsächlich um die Zeit vor den Nachsorge. Die bekomme ich nicht in den Griff. Das Rezidiv letztes Jahr habe ich als Trauma erlebt. Und so oft der Kopf auch sagt: Lass es auf dich zukommen. Du kannst es eh nicht ändern, schreit die Seele: bitte lass es gut ausgehen. Ich schaffe das nicht nochmal.

    Ich habe jetzt für mich beschlossen, die Angst zu akzeptieren. Sie darf zu bestimmten Zeiten da sein, aber sie bestimmt nicht mein komplettes Leben.

    Damit komme ich ganz gut zurecht.

    Alles Liebe für Dich. Naticatt 💜

  • Liebe Gonzi


    Eine wunderschöne Geschichte über Deine Tochter und Frieda. Du hast so recht.

    Ich nehme mir immer wieder vor so zu denken, aber es gelingt nicht immer.

    Vor der letzten Kontrolle sagte ich zu mir selber „ich bin gesund, bis sie mir etwas anderes sagen“. Aber ein paar Tage vor der Besprechung war ich dann doch komplett durch den Wind. ☹️


    Schönen Sonntag

    WinniePooh

  • Liebe Gonzi,


    das Jetzt genießen, im Jetzt leben. Dies ist ja auch ein Pfeiler der Achtsamkeit, die aus dem Buddhismus kommt.

    Ich komme bisher gut klar mit den Vorsorgeuntersuchungen. Ich kann das mit dem Verstand für mich regeln. Ich weiß, dass es mir nichts bringt, wenn ich mir Sorgen mache. Ich will mich nicht in ein Gefühlskarussel begeben. Klar merke ich auch, dass die Ängste im Unterbewusstsein dann schon auch noch vorhanden sind. Manchmal verfahre ich mich im Auto, oder bin einfach unkonzentriert. Aber ich lenke mich einfach so weit es geht ab. Hier weiß ich, dass die Ängste mir nur schaden, daher verbiete ich sie mir.

    Ich habe aber immer wieder andere Bereiche, wo es mir nicht ganz so einfach fällt. Ich versuche dann diese Punkte, einfach wie in eine feste Kiste genagelt, zur Seite zu Stellen. Ich gehe dann erst wieder dran, wenn die Zeit dazu wirklich notwendig oder rein ist. Dieses "aktive Verdrängen" finde ich da für mich wichtig, damit mich nicht zu viele Dinge parallel belasten. So ist es für mich eine Art Schutzmaßnahme für ein Leben, das mich immer wieder ganz schön fordert.

    Ich wünsche euch, liebe Naticatt , Hexchen und alle, die diese Ängste zu sehr einnehmen, dass ihr eure persönlichen Schutzmäntelchen entdecken oder entwickeln könnt.

    Ängste können ja auch was positives haben. Sie schützen uns ja auch vor Gefahr und einer gewissen Naivität. Aber wenn sie uns eher schaden, dann ist es echt angesagt, diese zu verbannen.


    Schicke euch mal gedanklich so eine Eisenrüstung. Die hält alles von euch ab und ihr könnt euch stark damit in jede Schlacht begeben

    Ingrid

  • Liebe Hase.

    Der Gedanke einer Eisenrüstung, die alles abhält, gefällt mir gut. 👍😊

    Dazu passt dann auch der Spruch: Königinnen tragen keine Krönchen, Königinnen ziehen ihr Schwert.

    Ich sehe mich gerade in Rüstung mit dem Schwert in der Hand, und das ist wirklich ein stärkender Gedanke.

    Danke dafür. 💜

  • Liebe Gonzi

    .... ich musste auch gerade schmunzeln als ich die Geschichte mit deiner Tochter und eurer Frieda las:).


    Bezüglich der Nachsorgetermine sehe ich es momentan so ähnlich wie du. Bei mir ist es Anfang September wieder so weit ... Nr. 7 übrigens. Eine Frau, mit der ich zusammen Chemo hatte rief mich neulich an und meinte: "In ein paar Wochen haben wir wieder Nachsorge. Sie kann kaum schlafen und je näher der Termin kommt um so unruhiger wird sie ... inkl. schlafloser Nächte. Sie ist am überlegen sich Beruhigungsmittel vor dem nächsten Termin verschreiben zu lassen."

    Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie "jucken" mich meine drei Termine im September dieses mal gar nicht. Ja du/ihr ließt richtig: es sind drei. 1x Brust-Gyn, 1x"Höhlen"-Gyn;) und dann noch 1x Onkologe inkl. Abdomen-Ultraschall und Tumormarkerbestimmung:rolleyes:.

    Ich bin in meinem alten Leben sowas von angekommen. Ich darf nun auch wieder normal in meinem Job arbeiten. Und die normalen Dinge des Alltags halten mich auf trapp. Da ist die Nachsorge das wenigste. Ehrlich gesagt vor dem nächsten Zahnarzttermin im November geht mir mehr die Düse, da vermutlich (laut Ankündigung beim letzten Mal) zwei Zähne überkront werden müssen:rolleyes:.

    Ich sehe es so: ich habe alle möglichen Maßnahmen ergriffen um diesem "Schalentier" eine evtl. Rückkehr so unbequem wie nur möglich zu machen. Ich fühle mich momentan gut und genieße das Leben. Was morgen kommt weiß nur der da "oben". Deshalb warum sich jetzt den Kopf darüber zerbrechen.


    Ich kann aber auch jede hier verstehen die Bammel vor den Nachsorgeterminen hat. Das dies ein be..... Gefühl ist konnte ich auch schon erfahren. Letztes Jahr stand bei mir bei meiner 2. Nachsorge ja auch schon mal der Verdacht eines Rezidives im Raum. Da ging mir sowas von die Düse bei den nächsten Terminen. Die Tumormarkerbestimmung war und ist mir nach wie vor jedes mal ein Graus.

    Aber wie schon erwähnt, seit meiner OP-Nachsorge jetzt im Juni gehe ich nun entspannter an dieses Thema ran.


    LG Hanka

    Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade drauß!;)


    Wenn sich im Leben eine Tür schließt, sollte man sich manchmal lieber HAMMER und NAGEL schnappen und sicherstellen, daß das Teil auch zu bleibt.8o


    Alles, was man über das Leben lernen kann, ist in drei Worte zu fassen: ES GEHT WEITER!:thumbup: (Friedrich Schiller)

  • Ich war ja irgendwie nie so richtig ängstlich während meiner Erkrankung, vielleicht stimmt ja auch irgendwas nicht mit mir. Als mein Gynäkologe mich damals ins BZ überwiesen hat, war ich mir schon zu 99% sicher, dass ich Krebs habe… und ich hatte so wirklich NULL Ahnung, was da jetzt auf mich zukommt!


    Ich hatte aber auch nie wirklich Zeit, Ängste zu entwickeln, ich bekam -PENG- gleich beim ersten Termin im BZ die Biopsie (hätte ich dafür einen Extra-Termin bekommen, hätte ich sicher vorher gegoogelt und mir vor Angst in die Buxe gemacht), ganz schnell das erste Ergebnis (bösartig) und ein paar Tage später die Info, dass ich eine Chemo brauche (diese Info bekam ich auf der Autobahn, die Ärztin fragte noch, ob ich bereit wäre, über die Freisprecheinrichtung mit ihr zu reden, die hat gehört, dass ich gerade fahre). Ja, war ich, ich habe ja schon gewusst, dass es sein kann, dass ich eine Chemo machen muss. Mich hat das nicht aus der Bahn geworfen (im wahrsten Sinne des Wortes, ich fuhr brav weiter auf meiner Spur). Meine Tochter saß neben mir, sie hat alles mitgehört, und als wir dann kurz drauf am Ziel waren, hat sie mich gefragt, ob ich wirklich so gelassen bin, wie es gerade scheint, oder ob ich nur so tue. Nein, ich war wirklich gelassen, ich wusste, dass ich diese Behandlung nun einmal brauche, um wieder gesund zu werden. Es gibt Dinge, die sind einfach, wie sie sind.


    Ich hatte auch keine Angst vor den Staging-Untersuchungen, aber das eher aus einem Grund, der meiner damaligen Haarfarbe entsprochen hat: ich hatte keine Ahnung, wofür die waren. Ich dachte, die schauen, ob ich fit genug für die Chemo bin! Ich sollte mich eigentlich ein bisschen schämen für meine Unwissenheit und Blauäugigkeit. Ja, ein bisschen tue ich das auch, aber unter´m Strich bin ich selber ganz froh, dass ich so unbedarft an die Sache rangegangen bin.


    Und ich hatte auch einfach sooo viel Glück mit all den Behandlungen, ich habe wirklich nicht gelitten. Weder bei der Chemo, noch bei der OP oder bei der Bestrahlung, mir ging es immer gut! (Die 2. Corona-Impfung hat mir gezeigt, wie man sich schlecht fühlen kann, sowas hatte ich seit vielen Jahren nicht mehr…) Und von der Antikörper-Therapie habe ich mal so gar nichts gemerkt…


    Ja, vielleicht bin ich ein Sonderfall, mir tut es immer so furchtbar leid, wenn ich hier lese, was einige so mitmachen bei dem ganzen Mist. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nicht so viel Angst vor den Kontrollterminen habe, ich habe einfach keine schlechten Erfahrungen gemacht bisher.


    Ich habe keine Reha und keine Wiedereingliederung gemacht. Reha wollte ich nicht wegen Corona und Wiedereingliederung wollte ich nicht, wegen der Kohle (und ich hatte ja noch so viel Urlaub, damit habe ich meinen Wiedereinstieg schön machen können). Und bei der nicht vorhandenen Wiedereingliederung kam mir Corona dann sogar entgegen, ich arbeite „einzelhandelsabhängig“. Da war erst nicht viel zu tun, dann kam der Lockdown und noch 4 Wochen Kurzarbeit dazu. Ich hatte viel Zeit, mich im Homeoffice selber wieder einzuarbeiten. Mittlerweile bin ich wieder voll drin und habe sogar einen Teil eines Kollegen übernommen, der viele Wochen krank war und jetzt in der Wiedereingliederung ist.


    Ich habe mein altes Leben also wieder und der Krebs gerät immer mehr in den Hintergrund. Letztens fiel mir ein, dass ich ja jetzt im Juli meine zweijährige Diagnosestellung hatte. Ich weiß nicht einmal mehr das genaue Datum!^^


    Wie gesagt, vielleicht stimmt ja was nicht mit mir, aber sollte es so sein, kann ich sehr gut damit leben! Das Schalentier bestimmt mein Leben nicht mehr!


    LG Gonzi:)

    Alles, was keine Miete zahlt, muss raus! 🦀🥊

  • Liebe Gonzi.

    Musste gerade sehr lachen. "Deiner damaligen Haarfarbe entsprechend"...

    So ging es mir auch, gleiche Haarfarbe und null Ahnung. Nach dem Leberultraschall und der Aussage des Arztes "alles gut" sagte ich ganz locker"Prima, da kann ich ja heute Abend ein Bier trinken". Den Blick von ihm werde ich nie vergessen.

    Heutzutage schäme ich mich für diese saloppe Äußerung. Aber damals war mir gar nicht klar, was alles hätte sein können.

    Ich wurde erst operiert, dann kam das Staging und ich wusste echt nicht welche Bedeutung das hat.

    Naja, diese Unschuld habe ich leider verloren. Aber irgendwie bin ich auch froh, dass ich damals so blauäugig war.

    LG 😊

  • Liebe Naticatt,

    Ich musste gerade echt lachen weil ich mich immer im nachhinein für meine Unwissenheit beim Staging geschämt habe:D. Ich dachte das nur ich vor lauter Bäume den Wald nicht gesehen habe. Bei mir war das sooo peinlich. Ich dachte die Ärzte überprüfen ob ich fit genug für die Chemo bin. Als mir die Ärztin nacher sagte die Lymphknoten seien unauffällig und es gibt keine Hinweise auf Filae da sagte ich nur: Wie Filae? Tochter? Das ich nicht schwanger bin hätte ich Ihnen auch gleich sagen können. Das Filae nicht Tochter oder Kind in dem Sinne bedeutet sondern Tochtergeschwulzt war mir bis dahin nicht klar. ^^:D. Dann sagte die Ärztin mir ich bekäme eine harte Chemo und eine Masektomie wegen meines jungen Alters. Da wusste ich noch nicht was Triple Negativ bedeutet...Naja manchmal glaube ich mir ginge es besser wenn ich was Brustkrebs angeht dumm geblieben wäre. Die Angst vor Rezidiven und Metastasen kam erst als ich angefangen habe mich einzulesen. Ich dachte wenn ich mehr über diese Krankheit in Erfahrung bringe würde mich das beruhigen aber so war es leider nicht. Jetzt ist vor jeder Untersuchung halt doch eine Panik da.

    Liebe Grüße

    :) Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.:)

  • Liebe Sommerliebe.

    Eigentlich ist es doch ganz schön, wenn man trotz der ganzen Sch... auch Mal unbedarft ist und drüber lachen kann. 😅

    Diese Unschuld geht dann aber ganz schnell verloren wenn wir zu Experten unserer Krankheit werden.

    Ich finde es wichtig viel über den Krebs zu wissen. Das gibt einerseits eine gewisse Sicherheit, andererseits hat man dann Szenarien im Kopf, die nicht sehr beruhigend sind.

    Ich wünsche uns, dass alle Nachsorgen ohne Befund bleiben.

    LG Naticatt

  • Naticatt und Sommerliebe


    Es beruhigt mich, dass auch noch andere so völlig ahnungslos waren am Anfang. Aber mal ehrlich, warum hätte ich mich früher denn mit sowas wie Staging auseinander setzen sollen? Ich go..el doch keine Krankheiten die ich nicht habe, ich habe echt andere Hobbies, die mir mehr Spaß machen!


    Und daran merkt man doch auch wieder, dass Ärzte offensichtlich viel zu wenig Zeit haben, die Patienten aufzuklären. Ich bekam einfach einen Zettel in die Hand gedrückt, auf dem meine Termine für die Untersuchungen aufgelistet waren. Es gab keinerlei Erklärung dazu… ich hab mir nur gedacht, dass das ja eine stressige Woche wird, ständig musste ich irgendwo hin! Aber ich war auch neugierig… hört sich wieder mal total bescheuert an, wie kann man neugierig auf diesen Kram sein? Dazu muss ich sagen, dass ich so gar keine Erfahrung mit spektakulären Untersuchungen hatte, bis 2019 war Röntgen die einzige, die mal ein medizinisches Gerät erforderte. Und ich hatte in meinem ganzen Leben nur eine einzige OP, und das war, als mir 2013 der Blinddarm entfernt wurde. Minimalinvasiv, war total unspektakulär.


    Jetzt bekam ich ein EKG, ein Knochenszintigramm, ein CT (falls da noch mehr war, habe ich das vergessen…)… irgendwie war ich schon neugierig auf die Ergebnisse, ich habe das so als eine Art Status Quo betrachtet. Mal die Gonzi von allen Seiten betrachten und auch mal schauen, ob innen alles ok ist. Gott, ich war so dumm! An Metastasen habe ich nie gedacht!


    Aber nun, es war so, wie es eben war, ich werde auch nicht vergessen, wie ich nach dem Knochenszinti fröhlich zum Arzt rein ging, um die Ergebnisse zu besprechen. Er hat mich angeschaut und fing an zu grinsen. Er meinte, dass das ja schön sei, dass mal jemand bei ihm reinkommt und so strahlt (seine Worte). Mir lag es auf der Zunge, zu sagen, dass das ja wohl kein Wunder sei, schließlich habe ich ja vor der Untersuchung ein entsprechendes Medikament gespritzt bekommen! Dieses Mal konnte ich mich zurückhalten, normalerweise ist das ja nicht meine Art.:D:D:D


    Unwissenheit schützt ja bekanntermaßen nicht vor Strafe, aber in manchen Dingen macht sie das Leben durchaus leichter! Unwissenheit ist nicht immer schlecht!


    Ich wünsche uns allen auf jeden Fall immer gute Ergebnisse bei der Nachsorge, dieses Sch… muss man nicht nochmal durchmachen!


    LG Gonzi:)

    Alles, was keine Miete zahlt, muss raus! 🦀🥊

    Einmal editiert, zuletzt von Fenja ()

  • Gonzi ich sehe das auch ganz ähnlich wie du. Manchmal denke ich auch ob bei mir etwas nicht so ganz stimmt.


    Ich habe von Anfang an die Erkrankung angenommen. Sicher, zunächst war ich auch etwas geschockt, aber irgendwie war ich gleichzeitig auch etwas "neugierig" und letztlich sogar auch etwas erleichtert. Ich hatte mich in meinem Alltag verstrickt und wollte eine Veränderung und dachte mir das ist jetzt die beste Chance dafür (gelernt/verändert daraus habe ich leider aber gefühlt immer noch nicht daraus-ich bin in meinem alten Alltag leider wieder zurück).

    Als ich die Diagnose bekam war ich noch dabei einen Urlaub zu planen und zu organisieren. Meine Gedanken treten sich eigentlich immer nur darum, kann ich meinen Urlaub noch vor der Therapie machen oder nicht? An Tod und Sterben habe ich eigentlich nie gedacht. Ich hatte allenfalls Angst vor den NW der Chemo. Am Liebsten hätte ich die noch länger raus gezögert. Mein Umfeld hat das komplett garnicht verstanden. Alle haben mir von dem Urlaub abgeraten, ich könne ihn nicht genießen. Schlußendlich habe ich rückblickend glaub ich das Gefühl das mein Umfeld deutlich angespannter und ängstlicher waren als ich und sich das bis heute auch noch gehalten hat. Nicht ganz einfach, wenn man die Ängste der anderen immer von sich abblocken muss.

  • Gonzi, Naticatt und Sommerliebe ,ich war bei meiner ED 2015 auch total ahnungslos, als ich die Termine für die Staging Untersuchungen bekam, bin ich da total entspannt hin. Als nach dem CT der Arzt sagte die größte Baustelle haben sie geschafft, hab ich ihn ratlos angesehn. Gott was war ich planlos. Im Laufe der Zeit hab ich mich dann natürlich mit meiner Diagnose beschäftigt. Und man kennt sich zwangsläufig mit der Zeit gut aus. Das war jetzt bei meiner Neuerkrankung dann echt schei.. Man stellt sich ja alle Szenarien vor. Am liebsten hätte ich da so ein blitzdings gehabt , wie in men in black. Das alles gelöscht wird.

  • Hallo Ihr Lieben


    Heute hatte ich "Abschluss"-Kontrolle in der Frauenklinik...

    Haha...Abschluss...eigentlich ging es darum wie es weitergeht...Nachsorgeplanung, Besprechung Tamoxifen, etc.

    Und erstes Mal Abtasten...


    Alles gut so weit...bin ja auch noch mitten in der Xeloda-Therapie.


    Trotzdem geht es mir gerade schlechter als vor der Kontrolle. Ich glaube weil mir jetzt so richtig bewusst wurde was da noch alles auf mich zukommt...vorallem auf die Psyche. Diese 3 monatigen Termine machen mich jetzt schon irre...ich will micht nicht alle paar Monate dieser Angst stellen müssen...aber anders gehts wohl auch nicht.


    Ich hab auch irgendwie eine Blockade was die Zukunftsplanung angeht...beruflich, privat...in allen Bereichen. Eine kleine Stimme im Hinterkopf bremst mich immer wieder und sagt: "aber was, wenn da noch was nachkommt?"...dann hättest du dir besser keinen 2. Hund angeschafft, dich nicht getrennt, dir keine neue Wohnung gesucht, kein neues Auto gekauft, kein neues berufliches Standbein geschaffen etc...


    Wie geht ihr damit um? Möchte gerne positiv in die Zukunft schauen...aber gerade tu ich mich schwer...Xeloda trägt auch dazu bei...bin während der Tabletteneinnahme immer recht nah am Wasser gebaut und seh alles schwärzer als es vielleicht ist...

  • Liebe MamaMelone ,

    die Angst vor den Nachsorgeterminen ist bei mir nach 3 Jahren immer noch groß. Jedesmal bin ich kurz davor, gar nicht hinzugehen, was ich dann vernünftigerweise doch mache. Mein Hausarzt sagte, erfahrungsgemäß sei das normal und würde sich nach 5 Jahren etwas legen. Jedenfalls habe ich im Oktober schon wieder Nachsorge beim Gyn und im November Mammografie. Ab dann halbjährliche Kontrolle, das bedeutet weniger nervliche Belastung. 🙏

    Alles Gute dir.

    LG, Moni13

  • Oh liebe MamaMelone,

    Ich kann das so gut verstehen:|.

    Mir gehen jeden Tag die gleichen Fragen durch den Kopf. Lohnt sich dies noch...Soll ich das machen... aber was wenn der Krebs wiederkommt. Es ist manche Tage zum verrückt werden. Meine Onkologin meinte es wäre Zeitverschwendung. Lieber jeden Tag gut verleben. Keiner weiß was kommt. Auch wenn der Krebs nicht wiederkommt kann etwas anderes passieren. Ich bin gerade auch in so einem Loch und ich wünschte ich könnte dir sagen mach dir keine Sorgen. Aber das kann keiner. Viele haben mir allerdings gesagt es würde besser mit der Zeit. Ich hoffe es für uns.

    Liebe Grüße

    :) Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.:)