Die "normale" Nachsorge- bzw. Kontrollangst

  • Hallo Freigeist,


    ich habe das in meinem 2. Jahr nach Diagnose schon reduziert. Bist also nicht alleine mit solchen Anwandlungen. Mir ist das nämlich auch nicht bekommen, denn alles, was mir wichtig war, wurde weggewischt und stattdessen mit Sachen angekommen, die mir nicht wichtig waren. Ich bin nach Nachsorgen nicht beruhigt nach Hause gegangen sondern verunsichert. Mir geht es damit definitv besser.

  • Liebe Freigeist

    ich weiß leider noch nicht, wie es ist, krebsfrei zu sein und kann daher nur etwas abstrakt berichten, wie ich mit "solchen" Terminen umgehe.

    Ich dachte eigentlich, ich wäre "durch mit allem" und hatte schon fröhlich angefangen, wieder zu arbeiten, als mein allererster Nachsorgetermin nach OP, Chemo und Reha die Diagnose "Metastasen in der Leber" als Ergebnis hatte.
    Nun sehe ich es so: Ohne diesen Termin hätte man es nicht gesehen und ich hätte nicht die gute Behandlung erfahren, die ich jetzt bekomme.

    Die Nachsorgetermine sind daher für mich wichtig und sinnvoll. Man guckt ja nur, ob etwas ist... es ist aber nicht deshalb etwas dort, WEIL man guckt.

    Am 6. Oktober ist der nächste MRT-Termin bei mir. Da ich im Sommer 4 Wochen pausiert habe, gehe ich einfach mal davon aus, dass die Metas gewachsen sind - also vom Schlimmsten. So kann ich schon mal nicht negativ überrascht werden.

    Ich wünsche dir alles Liebe!
    Anedu

  • Lebeliebe

    Es ist vollkommen normal, jetzt wo eigentlich alles geschafft ist, Kopfkino zu bekommen. Vorher wurde aktiv was unternommen. Jetzt entzieht sich das vermeindlich der Kontrolle. Sorge tut nichts für dich, im Gegenteil, sie stiehlt dir gute, wertvolle Zeit. Vermutlich wirst du beobachten, dass es eher abends mehr wird. das hat mit den Schlaf-/Wachhormonen zu tun. Morgens ist die Welt nicht nur optisch viel heller.

    Mit der Bestrahlung hast du noch das bestmögliche gemacht, damit alles unsichbare, was noch voerhanden war zu erwischen. Das ist neben dem Schutz vor einem Rezidiv, auch einer vor Metastasen. Schade, dass du dabei so schlimmee Verbrnungen erlitten hast. das sollte igentlich nicht mehr passieren. Also zurücklehnen und stolz auf das zurückblicken, was du geschafft hast!

    Ich schulde meinem Leben noch Träume und meinen Träumen Leben!

  • Hallo ihr Lieben,

    ich danke Euch für Eure lieben, aufmunternden Worte! Hier bin ich nicht alleine. Wisst Ihr, was noch voll interessant ist? Meine beste Nachbarin hatte auch Krebs und wir haben uns gegenseitig erkannt bevor wir von der jeweils Anderen die Geschichte kannten. Wir wussten es bevor wir es uns gegenseitig erzählt hatten. Habt ihr das auch schon erlebt? Wir helfen uns seitdem nämlich gegenseitig bei solchen Terminen. Mir kommt es manchmal so vor wie ein roter Faden, dass bei mir ärztliche Fehldiagnosen gestellt wurden. Als ich akut erkrankt war, hatte ich offiziell von mehreren Ärzten und Kliniken die Diagnose "Hypochondrie" bestätigt bekommen und seit der erfolgreichen OP habe ich inzwischen aufgehört, die Fehlalarme zu zählen, weil es so viele sind. Deswegen ist das bei mir so schwer und dann noch ein Arzt bei der Nachsorge, der mit neu zu finanzierenden Geräten auf einmal meine Abstände nach weit über 5 Jahren ohne Rezidiv auch noch verkürzen wollte. Ich bin in England aufgewachsen und ich freue mich, dass ich den Humor von dort mitgenommen habe. So kann ich mir wenigstens selbst sagen: Ich habe 7 Jahre lang so viel zu oft zur Nachsorge gemusst, dass ich auf die Zeit meines Lebens gerechnet sowieso schon meine Pflicht erfüllt habe. Aber streng genommen gibt ja gar keine Pflicht. Hauptsache, ich weiß, was ich tue.