Chemo oder keine Chemo ... Worauf habt ihr eure Entscheidung gestützt?

  • Hallo ihr alle im Forum "Chemo bei Brustkrebs- ja oder nein",


    ich bin neu hier und wollte mich bei euch allen recht herzlich bedanken,

    eure Beiträge haben mir sehr geholfen!!!


    Ich bin auch eine mit Mamma-Ca seit Juni, habe nun eine Mastektomie (mein 3. OP an der rechten Brust) im Juli mit Brustrekonstruktion mit Eigengewebe, ist super gelaufen.

    Eine Brustzentrum sagt "nein keine Chemo" da Carcinom nur 0,5cm groß war, egal welche Biochemie das Carcinom hat.

    Die Onkologin sagt, "was ist das denn, natürlich spielt die Biologie des Tumors eine Rolle,, und rät mir zur Chemo und Antikörpertherapie v.a. wegen den HER 2 neu 3-fach pos- Rezeptoren, KI67 20% (mittelgradig), ER 10%,PR 0%, damit keine Antihormontherapie.

    Da habe ich mich gefragt, ob die Onkologie in ihrer neuen Praxis auch viele neue Kundinnen braucht?


    Aber wenn ich die vielen Beiträge so lese, ist das dann doch oft der Fall dass die Onkologen bei diesen HER"neu 3-fach positiv und KI67 hoch für Chemo und Antikörpertherapie raten. Morgen bin ich nochmal in einem Brustzentrum und werde mal nach einem Oncotype oder Mammapredict fragen.


    Danke für weitere Info und Ermutigung von euch.

    Ich habe auch sehr Angst, hab' auch mal hoch:) und Tiefs;(, gehört dazu, das ist wahrscheinlich bis ich die Entscheidung habe und hinter dieser dann auch ruhig und klar stehen kann.


    Euch alles Gute, TOWANTA_ Kampf dem krebs- wir geben nicht auf!!!,

    Towanta

  • Ich würde mir unbedingt in einem anderen BZ eine Zweitmeinung holen, selbstverständlich spielt die Tumorbiologie eine wichtige Rolle! Eine viel größere als die Tumorgröße selbst!

    Wo haben die denn ihre Zertifizierung gewonnen?

    Gruß

    Tschetan

  • Hallo Towanta,

    mein Mamma-Ca hat genau die gleichen „Werte“ wie Deiner! Ich bekomme seit Ende März eine neoadjuvante Chemotherapie. Erst 12 mal wöchentlich Taxol und alle 3 Wochen zusätzlich 2 Antikörper. Und im Anschluss daran seit Ende August 4 mal alle 3 Wochen EC zusammen mit den beiden Antikörpern. Morgen bekomme ich die letzte Dröhnung! Ende September erfolgt dann die OP. Der Tumor war schon nach den ersten 6 Wochen Chemo im Ultraschall nicht mehr zu erkennen und auch der Tumormarker war von 6,9 auf 2,3 gefallen. In den Voruntersuchungen waren keine Metastasen im CT und im Knochenszintigramm nachweisbar. Die Chemotherapie ist mit Sicherheit kein Spaziergang, aber so bin ich hoffentlich auf der sicheren Seite und sicher krebsfrei. Ich drücke Dir die Daumen! LG Conny

  • Hallo Towanta,


    ich würde mir auch eine Zweitmeinung einholen! Ich habe einen G2 Tumor HER2+neu negativ, hormonsensibel und einen Ki67 von 15% von 1,2 cm und bin bereits im Juli brusterhaltend operiert worden. Bei der Biopsie lag der Ki67 noch bei 10% (da war noch klar, dass nur Bestrahlung und AHT), da aber der Sentinetl befallen war (alle anderen nicht und alles andere Knochen, Organe etc. auch frei), ist der Ki auf 15% gestiegen.


    Da mein Brustzentrum meint, es macht keinen Sinn die Chemo-Keule rauszuholen, warte ich jetzt auf das Ergebnis des Oncotype Tests (MammaPrint). Und damit ich die 2.500 € nicht selber bezahlen muss, bin ich in einer Studie. Frag doch bei Dir mal nach, ob Du eventuell auch in eine Studie passt (es sei denn, Deine Kasse würde das zahlen).


    Sollte das Ergebnis eine Chemo befürworten, dann werde ich das ganz sicher machen - gebe aber zu, dass ich auch gut darauf verzichten könnte!!


    Alles Liebe für Dich!

  • Hallo Towanta,


    also ich sehe es ähnlich, wie dein Onkologe. Grundsätzlich ist bei einem Her2 positiven Tumor Chemo und Antikörper angesagt. Ab einer Größe von 5 mm ist es normalerweise indiziert... Auch die Empfehlung keinen Antihormontherapie zu machen, finde ich merkwürdig. Du hast Hormonrezeptoren, die du angreifen kannst (wenn auch wenige). Dein Ki67 ist mit 20% nicht mehr niedrig.

    Ich würde mir eine weitere Meinung einholen, nur damit du dich sicherer fühlst. Ansonsten würde ich eher mit der Meinung deines Onkologen gehen.


    LG

  • Hallo Towanta,ich habe auch Her2neu 3+ Ki-67 8% G2 ,die Ärzte waren sich erst auch nicht ganz einig Chemo oder nicht.Nun,ich muß eine adjuvante Chemo mit Paclitaxel weeky und Herceptin machen,dann Bestrahlung Radiatio,und für 5 Jahre Antihormonelle Therapie.Morgen geht's los.Ich wünsche dir daß endlich die Entscheidung getroffen wird die dir hilft gesund zu werden.Alles Gute und liebe Grüße Mausi 🍀👍

  • Brustkrebs klein, LK (N) 0, HER2neu 3ü


    Hallo liebe Mitstreiterinnen,


    ich bin neu und in den Wirren der Ärzte und Onkologen, brauche Entscheidungshilfe

    und suche , ob es noch andere Frauen im Grenzbereich gibt?

    Grenzbereich: Mein Karzinom war nur 0,5cm groß, Lympfknoten frei, ER: 10%- sehr niedrig, PR: 0%,

    aber HER2 neu 3+, heisst hier könnte man ansetzen um mögliche restliche Krebszellen im Blut zu stoppen,

    Restrisiko jetzt nach Brustentfernung liegt bei 5%-20%, eine Onkologie sagt bei 17-35%.


    In einem Brustzentrum sagen sie nein, keine Chemo und Antikörpertherapie,

    anderes Brustzentrum sagen, ich liege so sehr auf der Grenze, und nur wenn ich Nummer sicher gehen will, dann

    Paclitaxel 12x, und dann 1 Jahr lang Trastuzumab alle 3 Wochen.


    Hat das eine von euch auch gehabt und kann was dazu sagen?
    Oder gibt's Berichte nach so einer Tumorentfernung im sicheren Bereich ein Rezidiv erhalten

    zu haben und würde mir zur Chemo und Antikörpertherapie raten?



    DANKE für Rückmeldung, denn ich fühle mich gerade etwas taumelnd und angestrengt an... HILFE!,

    Towanta

    2 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt

  • Liebe Towanta

    leider kann ich dir bzgl Her2neu keine Auskunft geben. Ich hatte einen Tumor G1, 4mm und einem Ki von 2%. Daraufhin hatte ich eine beidseitige Mastektomie mit Aufbau. Ich gebe zu wir haben operativ ein bisschen übertherapiert, die Brustwarzen habe ich nämlich auch noch raus geworfen. In der Tumor Konferenz gab es wohl auch lange Diskussionen bzgl. Antihormon Therapie ja oder nein bei dieser Größe. Ich habe dann gesagt, dass ich das trotzdem gerne möchte. Ich glaube bis 5 mm ist tatsächlich alles recht grenzwertig. Ich würde mir an deiner Stelle auf jeden Fall noch eine weitere Meinung einholen. Liebe Grüße

  • Erniekatze mein Tumor saß relativ nah dahinter und weil ich den Beiden nicht mehr getraut hätte wollte ich die raus haben. Mein Gyn hatte auch versucht mir das auszureden, aber ich war für mich total klar.

  • Also unser Oncotype Test hat 14 Punkte ergeben und somit lt. Tumorprotokoll intermediate (RS11>=25) entspricht Chemo. ABER; dann steht weiter unten 10% mit TAM (Tamoxifen) und 12% mit Tam+Chemo. Heißt das nun, dass mit Chemo die Therapie nicht so anschlägt wie mit Tam? Wenn man bedenkt, dass die Zahlen übersetzt bedeuten bei 10 %, dass 10 Frauen von 100 eine Rückfallquote in 5 Jahren haben wenn diese mit Tam behandelt werden und 12 von 100 Frauen eine Rückfallquote in 5 Jahren haben wenn diese Chemo + Tam erhalten. Ich blicke da nicht durch.

  • Liebe Gorsve,


    ruf doch mal beim KID an, und lass Dir die Zahlen / Prozentwerte erklären. Ich hab das letztes Jahr auch so gemacht und mich gewundert, wie diese Prozente so einzuschätzen sind.


    Das Ergebnis meines Oncotype war 19

    Im Gespräch mit der Ärztin des Brustzentrum hieß es: ab 18 empfiehlt "man" eine Chemo.

    Ich habe mich gegen die Chemo entschieden. Es ist immer die Frage: wie viel probiert man von einer Chemo... wie viel schadet sie... eine Einschätzung, zu der es leider kein richtig/falsch gibt.

    Ich nehme nun einen Aromatasehmmer und die Aussage meiner Ärztin war, dass sie mit meiner Entscheidung durchaus leben kann, bei einem Oncotyp Wert von 25 hätte sie versucht mich zu einer Chemo zu "überreden".


    Deine Einschätzung der 14, klingt irgendwie anders.

    Und es ist natürlich auch sehr individuell, wie hoch das "Sicherheitsbedürfnis" jedes Einzelnen ist.


    Ich wünsche Dir eine gute Entscheidung.

    LG

    Birgit

  • Hallo ihr Lieben,


    ich bin momentan ein wenig verwirrt, unsicher, betrübt. Ich habe wahrscheinlich mal wieder zu viel gelesen. :/:read:

    In einigen "Studien" ist die Rede von "Tod durch Chemo". "Chemo macht krank". All solche tollen, erschreckenden Schlagzeilen.

    Den Zytostatika werden allerlei "tolle" Nebenwirkungen zugesprochen. "Macht Zellen immun". "Nervenschädigung" und so einiges mehr.

    Jetzt bin ich wirklich etwas verunsichert. Hätte man eine Chemo vielleicht doch abwenden sollen, wenn der Befund Luminal B, G3, 1cm, Ki 33, ER42, Her2neu 0, kein weiterer Befall, ist. Warum reicht hier keine Antihormon Therapie aus?


    Hat sich jemand von euch bewusst dagegen oder vielleicht aber auch dafür entschieden? Kennt sich jemand mit diesen Spätfolgen aus? Sind das nur wieder "Hokuspokus" Aussagen von Heilpraktikern? ;(


    Liebst <3

    Glaube an Wunder, Liebe und Glück. Schaue nach vorn und niemals zurück. <3

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  • Hallo. MoreYou das sind die Fragen denen wir Alle uns stellen müssen. Und auch selbst und allein die Entscheidung dafür oder dagegen treffen müssen. Ich würde es mir nie wagen das für jemanden zu bewerten... Jede muss das selbst entscheiden! Natürlich gibt es Folgen der Chemo... ich hab da auch hier gerufen. Nochzumal hat dieses halbe Jahr Giftaufnahme noch nicht mal bei meinem 5cm Tumor Eindruck geschunden... entgegen ständiger Jubelnachrichten nach US unter der Chemo Hat die Mammografie kurz vor der Op mir den lächelnden Tumor voll gezeigt. Tja bin TN und nach viel Schnerz und Ops hatte ich die bds. Mastektomie ... und war gut so... zwei neue Rezidive...acht Monate nach! Chemo... tja.Was ich sagen will ist... es geht nicht immer nur nach Schema F ... ich verlass mich jetzt mehr auf mein Bauchgefühl.Dir alles Liebe! Curly

  • Es ist ja bekannt, dass nicht alle TN auf Chemo ansprechen. Und die Gefahr des Rezidivs hat auch mit dem Subtyp zu tun.

  • Liebe MoreYou ,

    bei einem Ki Wert von 33 würde ich gar nicht überlegen, ich würde auf jeden Fall die Chemo nehmen. Ich habe sie genommen, und mein Ki Wert war 15. Ich habe gehört, dass man unter 10 auf die Chemo verzichten kann. Aber natürlich muss man das alles selber entscheiden. Bei mir waren alle Tumorzellen nach der Chemo "tot". Ich wünsche dir die für dich richtige Entscheidung.

    Liebe Grüße

    Jonna

  • Das muss jede für sich entscheiden, ich hab Chemo gemacht,ich wollt mir später nicht vorwerfen müssen,ich hätte nicht alles gemacht.Bei deiner Tumorbiologie und einen Ki von 33 spricht eigentlich alles für die Chemo.Die Chemo war jetzt kein Spaziergang aber zu schaffen,das halbe Jahr verging schneller als ich dachte,bei mir ist sie fast drei Jahre her und es geht mir gut Ich hab keinerlei größere Beeinträchtigungen zurück behalten.

  • Liebe MoreYou ,

    ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an, mit deinem KI 67-Wert von 33 und einem G3 Tumor wäre es meiner Meinung nach grob fahrlässig, die Chemotherapie nicht zu machen. Bei mir war es ein G2 Tumor und ein KI 67 von 30 und ich habe das komplette Programm von OP, Chemo, Bestrahlung und nun Antihormontherapie durchgezogen. Natürlich hatte ich Angst vor den Behandlungen, es gab auch Nebenwirkungen, doch längst nicht so schlimm wie befürchtet. Und falls der Krebs als Rezidiv oder/und Metastase zurückkommt, möchte ich mir keine Vorwürfe machen müssen, weil ich nicht alles getan habe, was möglich ist.

    Ich wünsche dir, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst.

    LG, Moni13