Werden die Kosten für die BRCA Testung übernommen?

  • Hallo,


    mich interessiert, ob die Kosten für einen solchen Gentest von der Krankenkasse
    übernommen werden. Ich überlege auch schon seit einiger Zeit, da in unserer
    Familie mehrfach Krebs aufgetreten ist, einen Test machen zu lassen. Bei
    mir handelte es sich zwar um einen hormonellen Bk, aber ich weiß nicht ob
    ich irgendeine andere Krebsart vererbt bekommen habe.


    Andererseits denke ich immer wieder, was bringt mir dieser Test. Wird mit
    diesem Test nur festgestellt, ob ich wieder Brustkrebs bekomme, oder gibt dieser
    Test Aufschluss darüber, ob sich noch andere Krebszellen im Körper befinden oder
    was wird mit diesem Test alles festgestellt?


    Vielen Dank für eure Antworten.


    LG
    Gartenfee

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  • Hallo,


    mir fällt da gerade noch eine Frage ein.


    Muss überhaupt nachgewiesen werden, das in der Familie schon Krebs vorlag,
    damit die Kosten für einen Gentest übernommen werden? Meine Oma und Uroma
    sind bereits an Krebs gestorben. Liegt allerdings schon mehr als 15 Jahre zurück.


    LG
    Gartenfee

  • Liebe Gartenfee,


    puh, dass sind ja mal eine Menge Fragen ;) :) . ich versuche mal soweit es geht Deine Fragen zu beantworten und zitiere dazu immer Deine Frage um den Überblick zu behalten


    Zitat

    mich interessiert, ob die Kosten für einen solchen Gentest von der Krankenkasse übernommen werden.

    Schau mal hier, dass ist die Liste der Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit die Kosten einer Testung übernommen werden:


    • drei Frauen an Brustkrebs erkrankt sind
    • zwei Frauen an Brustkrebs erkrankt sind, eine davon vor dem 51. Geburtstag,
    • zwei Frauen an Eierstockkrebs erkrankten sind,
    • eine Frau an Brustkrebs und eine Frau an Eierstockkrebs erkrankt sind,
    • eine Frau vor dem 36. Geburtstag an Brustkrebs erkrankt ist,
    • ein Mann an Brustkrebs und eine weitere Person an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt ist,
    • eine Frau an Brust- und Eierstockkrebs erkrankt ist oder
    • eine Frau an beidseitigem Brustkrebs erkrankt ist, zum ersten Mal vor dem 51. Geburtstag.


    (Wichtig: Für alle diese Kriterien gilt, dass alle Erkrankungen auf einer Familienseite aufgetreten sein müssen, auf der Seite der Mutter oder der des Vaters!)


    Du schreibst nur an Krebs gestorben,war es denn auch Brust oder Eierstockskrebs. Denn BRCA bezieht sich in der Hauptsache auf diese beiden Krebsformen. Ich kann mir vorstellen, dass es einen beunruhigt, wenn schon andere in der Familie an Krebs gestorben sind, aber es muss ja zum Glück nicht gleich immer genetisch sein :) . Wie ist das denn in Deiner Familie, sind Oma und Uroma verwandt? Und in welchem Alter sind sie erkrankt? Und gibt es noch andere erkrankte?


    Zitat

    Muss überhaupt nachgewiesen werden, das in der Familie schon Krebs vorlag

    Das hängt nun davon, ab welche Kriteren Du erfüllst. Da ich damals unter 35 war, brauchte ich ja keinen weiteren Verwandten anzugeben. Wenn ja we?s ich von einigen Fällen in denen die Frauen, die Nachweise der Erkrankungen der Verwandten bringen mussten, was unter Umständen schon mal schwierig sein kann.



    Zitat

    Bei mir handelte es sich zwar um einen hormonellen Bk

    BRCA und hormonabhängigkeit hängt nicht so einfach zusammen. Klar man hört oft das die "BRCA-Leute" häufig trippel negativ sind, aber das stimmt so vereinfacht nicht. Habe selbst BRCA 2 und mein Tumor war hormonabhängig und kenne auch noch andere BRCAler mit hormonabhängigen Tumoren.



    Zitat

    Wird mit diesem Test nur festgestellt, ob ich wieder Brustkrebs bekomme

    • Der Test sagt nur etwas über die Wahrscheinlichkeit
    • er sagt nichts über das Rezidivrisiko Deines jetzigen Tumors
    • er sagt nichts über das Risiko einer Metastasierung

    Ob Du in Deinem Leben nochmal an Brustkrebs erkranken wirst kann Dir der Test nicht sagen.Das wünscht man sich zwar, vorallem wenn die Antwort nein lautet, aber leider ist es nicht so einfach ;) . Sollte bei dem Test herauskommen dass man BRCA positiv ist, bedeutet es "zunächst nur" eine erhöhte statistische Wahrscheinlichkeit,dass man im Laufe seines Lebens noch einmal an Brust oder Eierstockskrebs erkranken wird. Es ist damit keine definitive Aussage verbunden, dass man in jedem Fall nocheinmal Brustkrebs bekommen wird. Genauso ist es andersherum: auch wenn man nicht BRCA positiv ist und kein
    familiäres Risiko hat, kann man genausogut rein theoretisch noch einmal an Brustkrebs erkranken.


    Zitat

    gibt dieserTest Aufschluss darüber, ob sich noch andere Krebszellen im Körper befinden

    Nein. Dieser Test untersucht lediglich Deine DNA auf einen möglicherweise vorhandenen Fehler in Deinem Erbgut also Deine ganz normalen Zellen. Er wird genauso bei Personen durchgeführt, die noch nicht an Krebs erkrankt sind und kann auch bei ihnen den Gendefekt entdecken.


    Zitat

    was bringt mir dieser Test

    Das ist in der Tat eine berechtigte und wichtige Frage. Leider kann man sie sich letztendlich nur selbst beantworten. Das klingt jetz so lapidar und platt, aber ich weiss wovon ich rede. :) .Ich habe damals alle Fakten zusammengetragen und dann mit Kopf Herz und Bauch entschieden, ob ich mich testen lassen möchte und wie es dann für mich weitergeht.


    Zwei Dinge, die Dir dabei vielleicht als Anstoß zur Überlegung dienen können:


    • gehöre ich überhaupt in die Risikogruppe, ist der Test für mich überhaupt von Bedeutung
    • werde ich nach diesem Test Konsequenzen (Op) ziehen, wie werde ich damit leben können wenn ich es nicht tue und lediglich beunruhigt bin
    • wie gehe ich mit der Testung und dem Ergebnis in der Familie um
    • und zu guter Letzt: habe ich alle Versicherungen unter Dach und Fach, denn sollte der Test positiv ausfallen, kann es hier zu Schwierigkeiten kommen

    Hoffe ich konnte Dir einigermaßen helfen bei Deinen Fragen und hab Dich nicht erst recht verwirrt.
    Vielleicht macht es Sinn einmal zu einem Beratungsgespräch zu gehen? Kennst Du ein "Zentrum für familiären Brust und Eierstockskrebs in Deiner Nähe?
    Und wenn Du noch weitere Fragen an hast frag einfach ich :)
    viele liebe Grüße
    madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Madita ()

  • es muss ein begründeter Verdacht bestehen, damit die Krankenkasse diesen Test übernimmt. Also im Falle von Brustkrebs - andere Brust,- oder Eierstockkrebsfälle, zB. bei deiner Mama, Tante, etc. Bei Darmkrebs, andere Darmkrebsfälle. usw auch bei anderen Krebsformen. Das war auf jeden Fall bei mir so. Die Empfehlung bekam ich vom Brustkrebszentrum, an diesem gibt es bei uns auch ein Zentrum für Humangenetik.
    Du fragst, was bringt mir dieser Test? Das kommt auf dich an. Ich wollte es vor meiner Op wissen, da von diesem Test abhing ob ich eine Mastektomie vornehmen lasse oder ob ich brusterhaltend operieren lasse. So etwas muss jeder für sich selbst entscheiden. Vielleicht ist aber auch die Nachsorge bei diesen Frauen engmaschiger. Aber darüber wird man in einem langen Vorgespräch aufgeklärt. Bei diesem kannst du natürlich auch fragen was alles getestet wird. Nach diesem Gespräch kannst du dich immer noch entscheiden den Test nicht machen zu lassen.
    Bei mir ist noch eine andere Sache festgestellt worden, bei der aber noch nicht genau erforscht wurde ob sie zum Entstehen von Brustkrebs beiträgt. Deswegen wird sie jetzt auch keine Rolle bei meiner Entscheidung spielen. Ich kann mich aber jederzeit weiterhin an das Humangenetische Zentrum wenden um über die weiteren Entwickungen dahingehend Informationen zu erhalten. Also ich fand das Ganze für mich als hilfreich. Für meine Mama war es eine Beruhigung, sie war fest davon überzeugt es mir vererbt zu haben. Sie hatte Schuldgefühle weil sie es nicht hatte, was für mich vollkommener Quatsch war. Aber für andere ist die Gewissheit, erblich bedingten Krebs zu haben sicher auch sehr belastend.
    Du musst für dich die Entscheidung fällen ob du es wissen möchtest, ist ja sicher auch wichtig bei der Vorsorge der eigenen Kinder und Enkel.
    Liebe Grüße Angela

  • Hallo liebe Gartenfee,


    Madita hat es super aufgelistet!!!!
    Zu der Kostenübernahme: wenn es einen begründeten Verdacht gib, dann zahlen bei
    uns in der Region die Kassen den Test. Private wie auch gesetzlichen Kassen.
    Hier noch die Internet-Adresse des BRCA Netzwerk: www.brca-netzwerk.de


    Grüßle :) Ika :)

  • Guten Abend,


    vielen Dank für die Antworten.


    Also bis jetzt ist bei uns in der Familie noch niemand an Brustkrebs erkrankt.(soviel ich
    jedenfalls weiß)


    Mein Oma (mütterliche Seite) hatte mit ca. 38 Jahren Gebärmutterkrebs. Sie ist dann
    mit 65 Jahren an Darmkrebs gestorben. Meine Uroma (auch mütterliche Seite) ist
    mit 88 Jahren an Krebs erkrankt, weiß allerdings auch nicht, ob sie vorher schon mal
    Krebs hatte. Die genaue Krebsart kenne ich nicht, ich weiß nur, das sie Metastasen hatte.
    (auch Hirnmetastasen) Meiner Mutter wurde ein Teil der Lunge entnommen, aber da
    weiß ich nicht, ob es sich dabei um Krebs handelte.(Kettenraucherin) Ich war zu derzeit noch zu jung
    und jetzt habe ich auch keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter. (bin bei meine Großeltern aufgewachsen)


    Leider habe ich meinen Vater nie kennengelernt (ist leider auch schon verstorben) , deshalb
    weiß ich auch nicht, ob von seiner Seite irgendjemand an Krebs erkrankt ist.


    So wie es aussieht, habe ich dann wohl keine Chance einen Test durchführen zu lassen. Ist
    auch vielleicht besser so.


    Wünsche euch noch einen schönen Abend.


    LG
    Gartenfee