• Hu hu Ihr alle!


    Ich muss mich mal ein bisschen ausheulen ...
    Ich habe ein DCIS das praktisch in der gesamten linken Brust ist. Das erste mal wurde ich schon operiert und jetzt ist auch klar, dass man die Brust, als auch Brustwarze nicht mehr erhalten kann.
    Niemand weiß es besser wie ich: ich hatte unendliches Glück, bei diesem riesen Tumor nur ein DCIS. Selbst die Ärzte können es nicht glauben .....
    Aber mein Umfeld scheint es jetzt nicht ganz zu verstehen, dass ich mir jetzt nicht freudestrahlend die Brust abnehmen lasse..
    Kommentare wie "ich versteh die gar nicht, ich würde meine Brust sofort hergeben" liegen an der Tagesordnung.
    Ich versuche den Leuten die Meinung zu sagen - meine Meinung - aber es ist kräftezehrend ......
    Ich bin übrigens erst 31 und muss ja auch noch eine Weile damit leben ....


    Ach, Danke für s zuhören! :love:

  • Hallo Mima,


    lass dich mal drücken!
    Ich glaube jede von uns kann dich hier verstehen.


    Das eine ist es die Diagnose zu verkraften, sich den Therapien zu stellen und irgendwo wieder Richtung Heilung zu gehen.
    Eine ganz andere Nummer ist es, mit dem neuen Körpergefühl zurecht zu kommen. Es ist ein krasser Einschnitt (im wahrsten Sinne des Wortes) und niemandem ist es egal, was da auf einen zukommt. Jeder stellt sich die Frage: Wie sehe ich hinterher aus? Mag ich mich dann noch? Bin ich dann noch attraktiv?


    Und dann kommen diese Ratschläge, die man nicht gebrauchen kann, so á la: Aaaach, heutzutage können die doch einiges, sieht bestimmt ganz toll aus. Hey, ist doch super, du wirst niemals Hängebrüste haben. Und mach dir doch gleich die Körbchengröße, die du haben möchtest.
    Das Problem dabei ist - so geht es mir zumindest - dass es nicht um die Möglichkeiten geht, sondern darum, dass die Situation einfach richtig besch***** ist.


    Ich persönlich wurde Brusterhaltend operiert, aber es gibt viele ähnliche Situationen, wo man den Menschen um einen herum erklären muss, warum irgendetwas schlimm ist. Das Verständniss kommt nur selten dazu, wenn es nicht selbst Betroffene sind. Mir ist das mitlerweile zu anstrengend und ich rede nur noch mit einigen wenigen, sehr engen Freunden/Familie über mein Innerstes.


    Also, lange Rede, kurzer Sinn:
    Hier darfst du dich gerne aus-schreiben. Ich kann dich gut verstehen.


    LG, Sonja

  • Lass Dich zuerst mal umarmen und drücken :hug: Ich kann Dich sehr gut verstehen.Schliesslich ist eine Entfernung der
    Brust ein Eingriff mit weitreichenden Folgen. Die Brust ist für uns Frauen in vielen Beziehungen ein wichtiges Körperteil.
    So eine Brustentfernung verändert schon das Körperbild sehr. Man( Frau) muss nicht nur mit der Krankheit zurechtkommen,
    sondern auch noch mit der Veränderung des Körperbildes.Dass einem da so verschiedene Gedanken durch den Kopf
    gehen, bezüglich Aussehen nach der OP, Attraktivität, Kinderwunsch usw.,ist ganz normal, ebenso dass einem auch eine
    Depri befällt.Schlimmer ist es , wenn man zum Beginn der Erkrankung nich damit gerechnet hat, dass die Brust entfernt
    werden muss.


    Ich war an beidseitigem BK erkrankt. Zunächst wurde ich beidseits brusterhaltend operiert.Nach einer Woche stellte sich
    heraus, dass an der li. Seite doch nicht alles im gesundem entfernt wurde. Die linke Brust wurde entfernt.
    Obwohl die Ärzte mir gesagt hatten, dass die Wahrscheinlichkeit die linke Brust zu erhalten sehr gering war, hat mich das
    doch ziemlich umgehauen, als die Ärzte mir sagten dass ich nochmal operiert werden sollte. Sie schlugen mir eine weitere
    Nachredektion vor,aber sie waren sich nicht sicher ob nicht doch noch eine weitere OP notwendig sein würde. Als
    Alternative kam dann nur noch die Entfernung der Brust infrage. Ich hatte bis dahin doch noch gehofft dass es bei der
    brusterhaltenden OP bleiben konnte,obwohl ich das schon ahnte dass es anders kommen würde.


    Nach zwei Tagen Überlegen entschied ich mich dann
    doch für die Entfernung der Brust, weil ich für mich die grösste Sicherheit wollte und eine dritte OP wollte ich auch
    nicht.Es war für mich zuerst schwer mit dem verändertem Körperbild zurechtzukommen. Aber meine Kolleginnen,
    mein Mann und auch die Psychoonkologin haben mich da ganz toll unterstützt.Ich konnte mit ihnen zum Glück gut
    darüber reden.Trozdem befielen mich zu Beginn manchmal depressive Schübe wo ich viel weinte , schlaflos und
    mutlos war.Da ich sehr stark zu Keloidbildung neige ,liess ich auch keine weiteren OP,s machen z.B Aufbau usw.


    Die Dame vom Sanitätshaus war sehr geduldig mit mir. Sie hat mir eine Vielzahl von Prothesen, BH,s und Badeanzügen
    gezeigt. Sie hat mich gut beraten, informiert und meine Fragen geduldig beantwortet. Ich sah dass die Prothesen und
    BH,s unter der normalen Kleidung garnicht auffielen. Das erleichterte mir sich mit der Situation zu arrangieren und
    ich lernte zunehmend besser mit der Situation umzugehen.Heute, nach 8 Jahren gehe ich noch immer in das gleiche
    Sanitätshaus und werde immer noch gut betreut, obwohl die Dame, die mich im KH. betreut hat, nicht mehr da ist.
    Bisher hat sich noch keiner getraut irgendwelche doofen Bemerkungen zu machen z. B im Fitnesstudio beim Duschen,
    oder beim Laufen.
    Heute sage ich mir , ich bin trotzdem noch ich ob mit oder ohne Brust.


    Ich kann mir vorstellen, dass es für eine jüngere Frau, wie Du es bist, schon schwerer ist mit einer Brustenfernung
    zurechtzukommen. Ich habe auch meine Zeit gebraucht das zu verarbeiten.Ich kann für mich sagen, dass ich Glück
    mit meinem menschlichen Umfeld( Kollegen,mein Mann, ein paar Freundinnen vom Lauftreff) hatte. Sie waren alle
    tolerant und verständnisvoll.
    Ich hoffe und wünsche Dir, dass in Deinem Umfeld auch einige liebe, verständnisvolle und tolerante Menschen sind,
    die Dich untestützen.Viel Kraft, Mut und Zuversicht möchte ich Dir auf den Weg geben für die noch bei Dir anstehenden
    Behandlungen.
    LG alesigmai52

  • Liebe MiMa,


    ich fühle sehr mit dir. :hug:


    Zum Umfeld und deren Aussagen: solange es einen nicht selbst betrifft, ist es immer leicht, zu urteilen. :rolleyes:


    Und da ist dann vielleicht auch der negative "Angelina Jolie"-Effekt. Ist ja anscheinend nicht so schlimm, seine Brust wegoperieren zu lassen. ... :rolleyes:


    Ich persönlich kann deine Trauer sehr gut verstehen. Es ist einfach ein Abschied. Auch wenn man heute ja gut aufbauen kann, etc pp.


    LG. Aurora

  • Liebe MiMa,


    ich nehme dich jetzt erstmal fest in den Arm :hug:
    Weine dich hier ruhig aus..........das ist auch zum heulen, wenn andere nicht im entferntesten einen
    Verstehen oder es wenigstens ein bisschen nachvollziehen können.
    Auch wenn es (nur) ein DCIS ist, ist es ein sehr einschneidende Operation für dich/uns!!!
    Hin und wieder ist es besser, seinem Umfeld/den Leuten nicht alles zu erzählen und mit denen
    auseinander zusetzen, aber wenn es die Familie/enge Freund sind, dann ist das schon was anderes.
    Von denen möchten wir/ich schon Verständnis haben und mit 31 will keiner, dass die Brust hergegeben
    werden muss....was auch immer für eine Diagnose dahinter steht.
    Ich selbst bin mit 28 erkrankt und kann deine Reaktion auf die Sprüche "ich verstehe dich gar nicht -
    ich würde meine Brust sofort hergeben, verstehen....ha ha ha............ich habe auch so was in der
    Art anhören müssen...........habe aber nicht viel Energie in Erklärungen gelegt, war mir meine Energie
    viel zu schade dafür...................
    Es gibt Leute/Menschen die sind es nicht Wert mit denen zu diskutieren/seine Meinung dazu zu sagen.
    Es ist so wie Aurora schreibt, solange es einen nicht betrifft..........................und daran können
    wir auch nichts ändern. Vielleicht liegt es auch teilweise an den Angelina Jolie - Effekt ...........eine
    interessante Sichtweise Aurora, kann was dran sein........................
    Liebe MiMa, ich kann dich sehr gut verstehen, schau......dass du für dich eine guten Weg findest damit
    umzugehen. Auch in einem Gespräch mit Psychoonkologen kann eine Strategie erarbeiten werden,
    wie wir auf solche Begegnungen reagieren können..............aber man braucht Zeit/Nerven, denn
    wir/ich müssen das lernen und es tut auch weh solche Reaktionen von unserem Gegenüber zu bekommen.


    Grüßle :) Ika :)

    Lachen ist die beste Medizin,

    also verschenke jeden Tag ein Lächeln,
    es tut nicht we
    h
    :thumbsup:

  • Liebe MiMa,


    Dein Beitrag berührt mich sehr. Ich verstehe Dich so gut, kann Deine Traurigkeit so gut nachvollziehen.


    Keine Frage, rein sachlich betrachtet kann man auch ohne Brust weiterleben und ein gutes Leben haben. Auch optisch kann mittlerweile alles wieder so aufgebaut werden, dass Außenstehende nichts mehr merken. Aber die Brust hergeben zu müssen, ist nicht easy. Es bedeutet einen Abschied von einem für uns Frauen sehr wichtigen Teil unseres Körpers. Und Du hast das Recht, traurig zu sein, um diesen Abschied zu verarbeiten und danach der der Zukunft Raum geben zu können. - Ich für mich habe das jedenfalls so erlebt, dass erst mein "Verabschieden" (auch mit vielen Tränen) notwendig war, um mich mit der veränderten Situation arrangieren zu können.


    Sonja und Aurora haben in ihren Beiträgen meine eigenen Gedanken zu diesem Thema schon weitestgehend zusammengefasst, auch den negativen Effekt, den die Publikationen in den Medien z.T. haben können.


    Deshalb auch mein Tipp: Versuche nicht, den "anderen" zu erklären, was Du bei dem Gedanken an die Operation fühlst - das kostet unnötige Kraft mit geringem Effekt, wie Du selbst schon gemerkt hast. Versuche lieber, Menschen zu finden, die Deine Gefühle nachvollziehen können und die Dich auf Deinem Weg unterstützen - also einfach Menschen, die Dir gut tun!


    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Unterstützung und liebe Menschen um Dich!


    Fühl Dich gedrückt :hug:


    Herzliche Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo liebe MIMA,


    ich hatte in etwa den selben Befund wie Du. Auch ein 12cm DCIS in der gesamten linken Brust + 3 Tumore. Rechts ebenfalls 3 Tumore. Ich habe mir beide
    Brüste entfernen lassen, obwohl die Ärzte wild entschlossen waren mir die rechte Brust zu erhalten. Ich habe einfach gespürt , das dieser Weg für mich
    nicht der richtige ist. Es stellte sich im nachhinein heraus , das es gut so war , wie ich entschieden habe. Ich bin diesen Schritt auch gegangen , weil ich
    wieder eine schöne symetrische Brust haben wollte. Ich habe mir dann auch gleich den Luxus gegönnt , ein Körbchen mehr zu bekommen.


    Hier gibt es keine Angelinas Jolies. Diese Frau hat sich vorsorglich ihre Brüste entfernen lassen. Unsere Brüste sind leider krank.Diese Art der "Unterstützung"
    habe ich auch bekommen. Das reichte von : Würde ich auch so machen ! über : Richtig so ! hin zu " Du hast ja jetzt schönere Brüste wie vorher !
    An der Stelle sei gesagt, nichts geht über die eigenen Brüste. Wenn man den Weg geht und sich die Brüste entfernt , ob nun freiwillig oder unfreiwillig , sie fühlen
    sich anders an und ich kämpfe immer noch mit meinem Körpergefühl. Nur wissen das die Leute mit ihren guten Ratschlägen natürlich nicht .
    Hört sich ja auch so einfach an , wir nehmen einfach mal die Brüste ab. Niemand hat ihnen gesagt, das eine Abnahme mit sofortigen Aufbau bis zu 6 Stunden OP bedeutet.


    Liebe MIMA, lass dich nicht unterkriegen und vor allem sei nicht traurig. Lass Dich einfach fest umarmen :hug: . Wie immer Dein Weg nun weiter geht Du , ich wünsche Dir Kraft
    und auch Mut ,Leuten die dich runterziehen einfach mal verbal den Kopf zu waschen.


    Lieber Gruß


    Fidi

  • Als ich vor einem Jahr meine Diagnose bekam, war das (natürlich) sehr überraschend für mich. Damit hatte ich nicht gerechnet. (Das wird vielen so gegangen sein!) Die Ärztin sagte mir, dass es bösartig ist und ich brusterhaltend operiert werde. Sie betonte "brusterhaltend"! Im allerersten Moment, dachte ich: Sch...ß was auf die Brust, der Krebs muss weg! Im Krankenhaus dann, sagte man mir noch mal, dass die Brust erhalten bleibt. Ehrlich gesagt, beschäftigte ich mich nicht mehr mit dem Thema wegnehmen oder erhalten. Weil es ja nicht relevant für mich war. Später in der Reha (oder besser AHB) sah ich beim Umziehen im Schwimmbad eine Frau, die auf einer Seite keine Brust mehr hatte. Ich war, ja wie soll ich sagen....schockiert. Das ist jetzt vielleicht bisschen krass ausgedrückt, aber da merkte ich erst, was es heißen muss, die Brust oder Brüste zu verlieren. Und das hat mich dann ganz schön nachdenklich gemacht. Und ich war froh, dass ich meine beiden Brüste noch hatte.
    Ich verstehe annähernd, was du jetzt mitmachst. Richtig verstehen kann man es erst, wenn man es selbst erlebt hat. Wie es eben mit der ganzen Krankheit so ist.
    Ich konnte vor meiner Diagnose auch mit der Krankheit eines Verwandten schlecht umgehen. Meine Schwägerin hatte vor mir Brustkrebs, aber die sehe ich nicht so oft. Hab mich zwischendurch bei meinem Bruder natürlich immer wieder mal erkundigt, wie es ihr geht. Ihr ging es oft nicht so gut. Sie muss auch immer noch zu den Lymphdrainagen. Ihre Erkrankung liegt, glaube ich, schon 4 oder 5 Jahre zurück.
    Ich hätte vorher auch nicht gedacht, wie ich dann mit meiner Erkrankung umgegangen bin. Ich hab es jedem auf die Nase gebunden. Also jedem Bekannten, Verwandtschaft sowieso. Auch die, die es vielleicht umgehauen hat. Eine Freundin, mit der ich mich ab und zu mal schreibe, schrieb ich auf die Weihnachtskarte, dass ich Brustkrebs habe. Dieses Jahr im Frühjahr rief sie mich mal an und sagte, dass sie sehr geschockt war. Na ja, vielleicht war es nicht die richtige Art, damit umzugehen. Für mich war es aber damals richtig!
    Also MiMa, sei herzlich gedrückt auch von mir :hug: . Ich wünsche dir viel Kraft für die Zukunft. Und, wie schon gesagt wurde, lass dich nicht von blöden Bemerkungen runter ziehen!

    Liebe Grüße von Birgit! :)

    Einmal editiert, zuletzt von BML1962 () aus folgendem Grund: War noch nicht fertig! Falsch gedrückt!

  • Hallo Mima!


    Das tut mir sehr leid. Lass Dich einmal umarmen, ganz vorsichtig. :hug:
    Nein, die anderen verstehen das nicht, sie stecken einfach nicht in uns drin.
    Ich erlebe das bei weitaus unwichtigeren Themen. Sie meinen alles zu wissen
    und wissen im Grunde gar nichts.
    Da bin ich immer wie erschlagen.
    Die Brust ist ein weibliches Merkmal undgehört zu uns.
    Was würden andere sagen, wenn ich sie einen Arm oder ein Bein abgeben müssen?
    Da fehlt etwas an unserem Körper. Und ddas ist in der Tat zu betrauen, wenn es denn sein muss.


    Sie lieb gegrüßt


    Gabriele

  • Ich DANKE Euch allen so sehr!!!!!


    Hier muss ich meine Gefühle niht lange erklären! Ihr kennt sie genau!


    Heute habe ich mich beim schönsten Herbstwetter zu Hause eingemummelt und voller Freude (!!!) geputzt! Was ich sonst hasse ....
    Ich brauchte die Zeit alleine für mich .... ohne Kommentare heute .... Kinder waren bei der Oma und ich habe tatsächlich gerne das haus geputzt ....
    Ihr wisst was ich meine ;)


    Danke für das teilhaben lassen an Euren Geschichten.


    Bisher warte ich noch immer auf die Zusage endlich auch zu einer Selbsthilfegruppe dazu stoßen zu können. bisher hat sich nämlich noch kein Phsychologe oder sonst wer mit mir unterhalten.. Ich glaube, das wird mir auch guttun, dieser Austausch.


    Eines steht fest: egal was andere sagen, kommentieren, oder meinen zu wissen. Wir gehen aus der Sache als noch stärkere Frauen wieder raus!
    So schnell kann uns nichts mehr umhauen! :thumbsup:
    (Ihr seht heute ist ein guter Tag :!: )


    Liebste Grüße und ein Danke an Euch alle <3

  • Liebe MiMa,


    wenn ich Deinen Beitrag lese, dann muss ich lächeln: denn es freut mich, dass es Dir HEUTE gut ging (trotz allem!!!). Manches Mal hilft ja das Ordnen und Saubermachen im Äußeren auch dem Inneren, ein gewisses Gleichgewicht zu finden. Vielleicht hast Du das heute erlebt :) .


    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du möglichst bald eine Info von der Selbsthilfegruppe bekommst und dort andere Frauen zum Austausch treffen kannst - aber andererseits hast Du ja auch uns hier, so als "virtuelle Selbsthilfegruppe" :) :) .


    Habe noch einen schönen Abend!


    Viele herzliche Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo MiMa-
    Ich schick dir jetzt einfach mal viele Drückerle und ganz viel Verständnis über den Bildschirm. Würde sonst was dafür geben, wenn ich wüsste, welche Worte dir am meisten helfen könnten.
    Ich schreib dir jetzt mal meine Gedanken und Erfahrungen und ich hoffe sehr, das Sie dir Trost und Zuversicht geben können.


    Ich bin 46 Jahre und mit 44 Jahren hab ich die Diagnose lobulärer BK bekommen. Links Ablatio und Entfernung von 11 befallenen Lymphdrüsen. Rechts oberes Drittel entfernt. Ich habe nach Chemo/ Strahlentherapie erhebliche Nachwehen von der Behandlung und gehe jetzt in Dienstunfähigkeit auf Zeit.
    Es hat lange gedauert, ehe ich mich im Spiegel anschauen konnte. "Akzeptiert" wäre auch heute noch zu viel gesagt, noch dazu - da ich mich auch sonst vom Äußeren sehr verändert habe, 15 Kilo abgenommen, obwohl ich vorher schon nicht wirklich viel war, hatte längere naturblonde Haare, jetzt sind die Haare wieder da, jedoch schwarz mit greulichen Strähnen...sehr gewöhnungsbedürftig. Naja aber es sind Haare. Wenigstens.


    In 14 Tagen wird mir ein Expander eingesetzt und ich möchte probieren, ob sich die Haut links dehnen lässt, damit ich in ein paar Monaten ein Implantat einsetzen lassen kann, Muskel oder Eigenfett ist nicht, woher nehmen - wenn nicht stehlen?
    Die plastische Chirurgin macht mir nicht viel Hoffnung - dass es klappt, weil ich zu lange und zu heftig bestrahlt worden bin. Aber warten wir es ab, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.


    Zum gleichen Zeitpunkt (Zeitpunkt Implantateinsatz, wenn es mit der Hautdehnung klappt), wird mir dann auch noch der Rest der rechten Brust (Mastektomie) entfernt, aus verschiedenen Gründen wie zu viel neuer Mikrokalk, neu entstandene Zysten und weiterhin unklares dichtes Gewebe, müsste jetzt eh wieder Biopsie gemacht werden...
    Fazit also : nachdem alle Ärzte, die ich befragt habe, was das Sinnvollste in meiner Situation sei, zur zweiten Ablatio nur genickt haben, werde ich das definitiv, egal ob gleichzeitig ein Brustaufbau möglich ist oder nicht, die zweite Ablatio machen lassen.


    Sicherheit geht mir über alles - soweit es in meiner Macht steht. Denke dabei vor allem an meine Tochter, für die ich noch da sein möchte.


    Ich bin auch traurig, weil ich meine Brust gemocht habe. Als Frau hat man ja immer mal wieder was an sich auszusetzen, aber die Brust war genau das Körperteil, welches mir wirklich gut gefallen hat. Klingt komisch, aber ich schreib das jetzt einfach mal so! Und dann so eine Diagnose. Innerhalb von drei Wochen war damals die OP und ich hatte kaum einen klaren Gedanken, den ich fassen konnte, war wie ferngesteuert und habe tonnenweise Toilettenpapier gekauft, dass auch ja welches im Haus ist, wenn ich im Krankenhaus liege und nicht einkaufen gehen kann...IRRSINN: Ich schreib das nur um zu verdeutlichen, wie abgedreht ich war...und nun kommt die zweite Brust dran... diesmal ist es nicht das Toilettenpapier..., dieses Mal war ich mutiger...ich habe vor drei Tagen eine gute Freundin gefragt, ob Sie mich zu einer Fotografin fährt ( musste meine Auto verkaufen, da ich durch starke Nebenwirkungen der Chemo nicht mehr Auto fahren darf und kann, steht sich also nur kaputt ) um als Erinnerung an meine noch verbliebene eigene Brust ein paar ästhetische Aufnahmen von mir machen zu lassen.
    Ich war sehr aufgeregt und am Anfang war ich auch unsicher, aber die Fotografin hatte nur 8 Finger..., kein Witz!!! so dass ein stillschweigendes Einverständnis während der Aufnahmen entstanden ist. Verständnis halt...
    Morgen kann ich die Aufnahmen ansehen und entscheiden, welche Bilder ich zur Erinnerung behalten möchte, vielleicht schenke ich ein besonders Schönes meinem Freund - wenn ich mich trau... Da gibt es auch so manche Baustelle, gehört jetzt aber nicht hierher...


    Ich versuche - mit meinem neuen Körper und dem neuen Körpergefühl umgehen zu lernen und hoffe, dass ich irgendwann in der Lage sein werde mich so zu lieben - wie ich jetzt bin. Vielleicht entdecke ich ja etwas an mir, was optisch genauso schön ist, wie es meine Brust war und das bekommt dann eben die Chance gewürdigt und von mir geliebt zu werden...und das ist doch auch was Gutes..., eine Tür schließt sich, aber eine neue geht auf...der Blickwinkel macht's aus...


    Nicht verzagen, trauern darfst du, das steht dir zu und hilft auch Abschied zu nehmen.
    Die Fotoaufnahmen sind meine Art "Abschied" zu nehmen und ich wünsche dir, dass du auch einen Weg finden wirst - dich anzunehmen, so wie du dann bist und ich bin sicher - das du Ihn findest. Ganz sicher. lass dir ZEIT.

    Du bist nicht allein und hier gut aufgehoben, wenn dich was bedrückt, du zu viel Toilettenpapier gekauft hast und darin erstickst...lächel, wir alle hier versuchen dir zuzuhören, für dich da zu sein und nehmen dir auch mal ne Rolle Toilettenpapier ab...du verstehst?
    Fühl dich gedrückt und umarmt.
    Liebe Grüße von LuLi. :rolleyes:

  • Liebe LuLi,


    Deine Geschichte macht mich sehr betroffen!
    Ich wünsche Dir nur das Beste für Deinen weitere Weg!


    Und: wenn ich jetzt wieder in KKH muss, dann muss ich jetzt an Klopapier denken ;)


    Drücker zurück! :love: :hug:

  • Hey ihr Lieben,

    zwar geht’s hier in dem Thread um BK...aber die Überschrift passt trotzdem gerade bei mir.

    Morgens geht’s ja noch, obwohl der Gedanke „besiegt worden zu sein“ schon im Hinterkopf schlummert. Über Tag wird er dann immer lauter und abends, so wie jetzt, ist er dauerpräsent. Der Akku ist abends völlig leer und ich fühle mich besiegt von der Krankheit. 1/2 Jahr nach Therapieende. Ich will mein altes Leben zurück, verdammt. Energie ohne Ende, gute Laune, Unbeschwertheit, fit sein, viel arbeiten, hemmungslosen Sex....stattdessen hofft man, dass es besser wird, ein bisschen zumindest. Aber irgendwie hängt man in diesem Loch. Alle 3 Monate auf den Gyn-Stuhl um dann wieder 3 Monate zu bangen. In die Hose pinkeln. Kein Intimleben mehr. Nie eigene Kinder. Sich jeden Morgen mit Hormongel einschmieren und 2x/ Woche schön die Vagina mit Östrogencreme einschmieren. Jeden Abend fix und alle.

    Das ist die Wahrheit. Kann ich jetzt nix Positives à la „du hast den Krebs besiegt“ dran finden.🙄😵🤷🏼‍♀️

  • Summerinthecity , ich drück dich mal.

    Ich glaube es ist normal, man muss sich erst damit arrangieren, annehmen, akzeptieren.

    Der Körper ist das eine, deine Seele das andere.

    Was du schon durch gemacht hast, muss sich erst mal setzen.

    Lass dir Zeit.

  • Hey, liebe Summerinthecity,


    solche Löcher, in denen man sich herum quält, kenne ich gut. Seit meiner ersten Depression 2003 habe ich in so einigen davon gehockt. Jedes Mal war ich der festen Überzeugung, nie wieder heraus zu kommen. Und jedes Mal habe ich es doch irgendwie wieder geschafft.


    Das, was du von deinem Leben vor der Diagnose andeutest, hört sich tatsächlich erstrebenswert und ich verstehe gut, dass du es zurück haben möchtest.

    Mir hat es immer geholfen, mit meiner Therapeutin zu sprechen. Bei ihr konnte ich alles abladen und habe oft gute Ansätze mitnehmen können. Hattest du Kontakt zu einer Therapeutin oder Psychoonkologin? Vielleicht könnte dir das auch helfen, aus dem Loch wieder heraus zu kommen.


    Wenn du magst, lass dich mal lieb in den Arm nehmen :hug:

    LG, Angi ;)


    Man muss die Schuld auch mal bei anderen suchen.

  • Hallo Summerinthecity , Du sprichst mir aus der Seele! Kann ich kaum glauben. Ich habe mich so sehr zurückgezogen, weil ich "die nahen Angehörigen und Freunde und Bekannte" schön schonen möchte und nicht rede über meinen Zustand, habe selbst Freundschaften gekappt, weil ich wollte, dass mich Alle in Erinnerung behalten wie ich war, und nicht jetzt in diesem miserablen Zustand, der sich so verdammt falsch anfühlt und ich weine so viel und oft - und dann melde ich mich hier an und stelle fest, es geht Anderen ebenso wie mir. Ich bin 4 Monate nach Ende der OP, Radio, Chemo, schon Mittags wieder platt und habe um 16 Uhr das nächste Platt-Tief. Um 19 Uhr bin ich schon hundemüde. Dafür kann ich dann die halbe Nacht nicht mehr schlafen. Ich will auch mein altes Leben zurück. Und Lachen. Fit sein und Aktiv.

    Die dunkle Jahreszeit verstärkt meine trübe Stimmung massiv. Jedes Jahr etwas mehr. Ich habe das so satt. Nun aber, wo auf Einmal morgens die Vögel schon anfangen zu singen, die Kraniche über mir Richtung Norden kreischen, und SUNNY, die Sonne die Tage heller macht, spüre ich auch, dass es mir etwas mehr, wenig mehr, Kraft gibt, die länger werdenden Tage und das Licht. Einbildung?

    Die Punkte, die Du aufzählst, nach dem 3-Monate-Nachsorgetermin: Du bist NICHT! Allein!

    Ich sags ja, Du sprichst mir aus der Seele. Ich kreise ständig um die Arzttermine, meine Beutelversorgung, Kommunikation mit KK und Pflegedienst. Das ist dominierend, vorherrschend, und scheinbar ist kein Platz für Anderes mehr. Alles was mich ausgemacht hat existiert nicht mehr. Dafür "lebe" ich noch. Kann aber nix mehr machen. Keine Kraft. Dabei war ich gestern doch noch 20 Jahre alt, oder? Fröhlich, unbeschwert, gemocht, aktiv, lustig, aufgeschlossen, auf Reisen.

    Gibt es hier schon eine Liste von: "Dinge die Dir Gut Tun"? Die Psychotherapeutin, bei der ich vorgesprochen habe, meint: "Wir müssen Ihre Ressourcen aufspüren und Sie Stärken, so dass Sie wieder Boden unter die Füße bekommen und Halt finden." Ich finde das theoretisch schön gesagt, hab aber bislang keine Quelle in mir gefunden, dazu ist die Diagnose der Entwicklung meiner Krankheit zu scharf.. und übermächtig. Da ist es wieder, das Damoklesschwert. Habe ich heute doch schon einmal hier gelesen, es hängt über mir wie schwarzes Pech.

    Wer von Euch hat Tipps zum Trost? Fängt ja schon mit einer Tasse Tee an. Bitte nicht solche Tipps wie heisses Vollbad. Tu Dir was Gutes! Aber Was? 20 000er Vitamin D? Könnte helfen.

    Cool, SummerItC, Du hast das Thema von 2014 reaktiviert. Ist doch auch was. Und ich antworte Dir. Mal schauen, wer noch dazukommt.

    Letztens sagte jemand zu mir: "Sie müssen das Umdrehen." Wir drehen das einfach um. Ist wie Achterbahn, mal so, mal so.

    By the Way: Ich pinkel noch nicht mal mehr in die Hose. Ich hab einen knisternden Plastikbeutel am Bauch rechts, der füllt sich. Kann ich im Stehen entleeren. Links am Bauch habe ich auch eine knisternde Plastik-Tüte. Seit 4 Monaten immer noch durchgängig Durchfall. Einen Bauchwand-Bruch habe ich auch. Und der Dick-Darm ist festgewachsen von Innen an der Bauchschnittnarbe. Der Dünndarm ist ins Becken gerutscht, weil da so viel Platz ist. Wenn das Plattenepithelk.. wieder wächst, wird es dort den Dünndarm infiltrieren und zum Verschluss führen. Und diese Dauerschmerzen und Muskeln, Gelenken und Knochen.. Sex, was war das nochmal? Die Bestrahlung hat alles verschmort und was nicht verbacken ist, ist entzündet und schmerzt.

    Etwas mehr Spaß wäre schon schön.. und LICHT!

    Summerinthecity : Wir sitzen Alle in Einem Boot hier. Bin bei Dir.

    Lunaiko : Hast Du knackige "Kernsätze" von der Therapie-Psychologin bekommen, die Kraft spenden, Hoffnung geben, anspornen, Trübsinn wegblasen?

  • Liebe @gizella1, wenn ich darf, drück ich dich mal.

    Warum möchtest du deine Freunde Bekannte u Familie schonen ? Denkst du nicht,

    sie lieben dich so wie du bist?
    Ja du hast allen Grund zu weinen, zu fluchen und verzweifelt zu sein!

    Dein Zustand ist richtig richtig Sch.....

    ABER wenn du meine Freundin wärst,würde ich mich nicht abwimmeln lassen. Ich würde mit dir weinen, Tränen trocknen und dich mit ins Leben ziehen. Du hast soviel geschafft in den letzten Monaten, deine Seele u dein Körper müssen erst mal Kraft schöpfen.


    Was magst du denn gerne? Fängt bei Kleinigkeiten an. . .

    Kennst du Tageslichtlampen?

    Liest du gerne?

    Ich kann dir in Langen eine Psychotherapeutin empfehlen.


    Hoffe ich gehe dir nicht auf den Keks