Die dümmsten Sprüche zu Eurer Erkrankung

  • Liebe Biggi58 ,


    ich sehe das mit den Fotos ebenso, wie BiggiL . Ich denke, dass deine Freundinnen dich weiter ganz normal in alles einbeziehen möchten. Sei doch froh! Ich finde das super und nur weil du jetzt schwer erkrankt bist, müssen die anderen doch nicht aufhören, sich am Leben zu erfreuen. Du musst es einfach so sehen, dass du selber irgendwann auch wieder diese Fotos postest, auch du wirst wieder Spaß haben! 😊 Alles andere ist ja wohl keine Option...


    Ich denke, dass deine Diagnose einfach noch zu frisch ist, du hast im Moment noch zu viele negative Gedanken in dir. Mir ging es auch erst so, die Alltags-Banalitäten meiner Freunde und Bekannten haben mich anfangs einfach nur genervt! Was interessierte es mich, ob da jemand einen Schnupfen hat?? Lächerlich, schließlich habe ICH Krebs!


    Inzwischen denke ich nicht mehr so. Der Krebs gehört momentan zu meinem Alltag dazu, es ist einfach so. Ich versuche, mein Leben normal zu leben, mache meine Chemo, und freue mich über jeden Menschen, der mich normal behandelt. Ich kann mich wieder für andere freuen, weißt du? Das kommt bei dir sicher auch bald wieder... 😊


    Ich finde es übrigens auch nicht verwerflich, wenn du offen mit deinen Freunden darüber sprichst, wenn dir momentan irgendwas nicht gut tut und du sie bittest, gewisse Dinge auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.


    LG Gonzi 🍀🍀🍀

  • Hallo Biggi58 ,

    na solche Freunde braucht man:hot:laß Dir nichts einreden.

    Genieße Dein Leben mit allem was Du möchtest.So mache ich das auch:*


    Ein Freund von mir,jetzt Bekannter wie bei Dir,sagte zu mir,dass diese Kurzhaarfrisur - kurz nach der Chemo-von mir ausschaut wie von einem Knasti....der hat das ernst gemeint.Hallo,gehts noch:evil:


    Ich wünsche Dir alles Gute weiterhin

    Giecher:)

  • Ich habe nach meiner Diagnose auch gleich meine Familie, Kollegen und Freunde informiert. Zudem bin ich von Anfang an offen mit meiner Diagnose umgegangen. Auch wenn ich den einen oder anderen damit ganz schön vor den Kopf gestoßen habe und auch Heul-Flashs😔bei Einigen damit ausgelöst habe.

    Klar ich habe nicht nur einen einfachen Schnupfen, sondern Krebs, dass ist mir schon klar. Das musste der/die Andere sicherlich erst mal verdauen.

    Aber bei uns gehört diese Diagnose für eine lange Zeit zum täglichen Alltag dazu. Wir müssen damit leben! Zudem müssen wir uns regelmäßig mit den Höhen und Tiefen, Schockdiagnosen während der Therapiezeit, dummen Sprüchen, etc. auseinander setzen.


    Wie schon Andere hier schrieben, man wird tatsächlich feinfühliger, angriffslustiger und auch irgendwie stärker.

    Sprüche wie: "Musst du dann Sterben?", "Den Krebs haben bis jetzt die wenigsten überlebt!" oder "Reiß dich zusammen, so schlimm wird es schon nicht sein!" gehen mir mittlerweile am "Allerwertesten" vorbei. Oder ich haue selber einen dummen Spruch zurück.


    Ich war vor meiner Diagnose eher ein Mensch, der sehr kompromissbereit und auch harmoniesüchtig war. So unter dem Motto: "Der Klügere gibt nach!". Ich war nie eine, die sich freiwillig in den Vordergrund gedrängt hat.


    Seit meiner Diagnose ist das nicht mehr so. Ich bin selbstbewusster geworden, haue öfter mal einen dummen Spruch raus😉, strotze vor Ironie, was manch einen schockiert, aber mir egal😂.

    Zudem diskutiere ich gerne mit meinen Ärzten, der KK, etc. und versuche meine Rechte, Anliegen durch zuboxen😉 (besonders bei meiner KK bin ich damit sehr erfolgreich).


    Im privaten Umfeld hat sich seit meinem "Krebs-Outing" leider die Spreu vom Weizen getrennt.

    Meine Familie tut sich jetzt nach fünf Monaten immer noch sehr schwer mit meiner Diagnose.

    Einige meiner vermeintlich guten Freunde haben den Kontakt auf ein Minimum reduziert bzw. abgebrochen.

    Auch im Kollegenkreis ist dies leider so. Ich habe nur noch zu vier Kollegen Kontakt. Bisher dachte ich wir sind ein Team, dass über die Jahre eng zusammen gewachsen ist. So haben wir uns auch über privates immer rege ausgetauscht.


    Trotz alledem hält es mich nicht davon ab weiter ein normales Leben zu führen (soweit es halt während der Chemo geht).

    Ich gehe ins Fitnessstudio, treffe mich mit den "wahren" Freunden und genieße das Leben.

    Von dem Schalentier lasse ich mich sicherlich beeindrucken und unterkriegen. Die Räumungsklage ist ja zum Glück schon in vollem Gange👍🏻😉💪🏻.


    Zudem bin ich froh, dass ich dieses tolle Forum gefunden habe und viele tapfere Frauen und Kämpferinnen kennenlernen durfte. Hier kann man wirklich alles schreiben. Ich glaube, dass Gleichgesinnte besser nachvollziehen können wie es einem gerade geht. Zudem tut es gut sich auch mal den Frust von der Seele tippen. Außerdem erhält man immer gute Ratschläge und kann auch mal Anderen wieder Mut machen.

    Dafür ein großes Dankeschön 🤗❤.

    Wenn dein Leben kein Ponyhof ist, mach nen Zirkus draus!;)


    Eines Tages werde ich sagen: Es war nicht einfach, aber ich habe es GESCHAFFT!:thumbup:

  • Ich teile euch auch mein Sammelsurium an dummen Sprüchen, sie sind allesamt von einem meiner Brüder..

    ...

    er macht mich fassungslos.


    Ach Brustkrebs ist nicht mehr so schlimm, wirst operiert dann ist es wieder gut. Stell dir mal vor mein Freund P. hat eine Miniskus Operation, der muss wieder laufen lernen, was für einen Sportler doch total doof ist. Sei doch froh, Du wirst nur operiert.


    Naja, du hattest doch ein super Leben, hast immer gemacht was du wolltest, all die Reisen, nie hart gearbeitet, und guck mal mein Leben, habe immer nur hart gearbeitet sonst hatte ich nichts...


    Ich habe gerade soo viel Streß, auf der Arbeit, dann mit den Wohnungen und nun bekommst du auch noch Krebs.


    Geh nicht in Altersteilzeit, du bist viel faul und sitzt dann nurnoch rum.


    Er: hach ich möchte schon gerne 80 werden.

    Ich: ja fände ich auch schön, aber ich befürchte ich werde wie unsere Mutter mit 66 nicht mehr Leben.

    ER: 10 Jahre sind doch noch viel.



    In Gegensatz dazu ist mein älterer Bruder mit dem ich 20 Jahre fast nichts zu tun hatte, total liebevoll und einfühlsam.


    Irgendwie habe ich immer nur einen Bruder, aber einer ist ja auch schon klasse.

  • Liebe Caro_caro ,


    das tut mir sehr leid, dass du so "intelligenten" Sprüchen ausgesetzt bist - und dann noch von deinem Bruder.

    Bei "Freunden" kann man ja noch ausmisten - aber bei der eigenen Familie ist das echt schwieriger.

    Vielleicht täte es dir gut, vorübergehend etwas weniger Kontakt zu ihm zu haben?

    Du brauchst doch deine Energie, um wieder gesund zu werden und den Krebs zu bekämpfen! :*


    Ich :hug:dich mal ganz lieb, wenn ich darf.


    GLG

    Pschureika

  • Liebe Pschureika ,


    Lieben Dank. 😍😍 Meine Gyn meint ich solle ihn nicht ganz aussperren, besser ihm spiegeln wie unglücklich er wohl ist, dass er mir solche Sprüche rei drücken müsse.

    Wobei ich grad keine Beziehung od Entwicklungshilfe bei ihm durchführen will. Ich gehe nurnoch ganz selten ans Telefon wenn er anruft. Und freue mich über die neue Chance mit meinem großen Bruder.



    :hug::hug:

    Liebe Grüße

    Caro

  • Auch ich hab manche blöden Sätze gehört, wie z.B.: *Du versteckst dich hinter deiner Krankheit*, o.ä. Quasi so, dass ich es als Alibifunktion verwende, wenn es mir nicht gut geht. Viele denken einfach: Chemo, OP, Bestrahlung ... alles wunderbar gelaufen. Hast es gut überstanden, Haare sind wieder da, siehst gut aus. Punkt! Also geht's dir gut. Hahaha, dabei kämpft man Jahre später noch mit Nebenwirkungen wie Fatigue, Gelenkschmerzen ... z.B. bei hormoninduziertem BK dann noch wegen der Antihormontherapie alle möglichen Beschwerden, eigentlich gleichzusetzen mit Wechselsjahrsbeschwerden ... Aber es ist müßig, den Leuten es zu erklären. Nur Betroffene können es wirklich nachempfinden. Denke, vieles ist nicht böse gemeint, oft nur Gedanken- und Ahnungslosigkeit, oft auch Angst, Unwissen und da tritt mancher gehörig ins Fettnäpfchen. Traurig, wenn es in der eigenen Familie vorkommt, die kann man sich im Gegensatz zu Freunden nicht aussuchen. Meine Schwägerin hatte auch Krebs, jedoch keinen BK. Sie meinte mal, ach BK wird eh geheilt ... war neidisch, sagte sie mir mal. Hat sich dafür entschuldigt, obwohl ich es selber nicht wusste, wie sie darüber dachte. Sie sagte dann, sie freut sich, dass mir wahrscheinlich geholfen werden kann, im Gegensatz zu ihr. Sie ist leider, leider im Juli nach knapp vier Jahren Kampf verstorben. Der Gedanke bleibt, sie ist erlöst von Schmerzen. Sie fehlt mir!

  • ohja, ich hab auch so nette Sachen gehört wie: "Du jammerst aber viel!"-- nachdem ich auf Anfrage wie es mir geht, davon berichtet habe, was halt ist.


    Außerdem nervt es mich, wenn ich mich auch ggü Freunden in Bezug auf meine Schwerbehinderung regelrecht rechtfertigen muss. "Du BIST nicht behindert!!" war so ein Satz.. Ähm- was weiss bitte ein Aussenstehender über meine Einschränkungen, nur weil ich nicht zufällig im Rollstuhl sitze?


    Die Krönung ist dann meine BU-Berentung. "Waaas? Du willst nicht mehr arbeiten?"

    ( AKA: Du liegst dem Sozialsystem auf der Tasche..) - was ich nicht tue. Ich bekomme vom berufsständischen Versorgungswerk und einem privaten Versicherer Geld. Geld, das ich zuvor viele Jahre lang fleißig einbezahlen durfte. By the way: ich KANN nicht mehr arbeiten.

    Sowas ärgert mich masslos.

    Ich "verstecke" mich nicht hinter meiner Krankheit. Ich nehme die Situation wie sie ist und mache das beste daraus.

    MokoNiara- Dunkelkönigin, Schattenkriegerin.

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  • ich sage mir heute, man bekommt nicht "einfach so" Schwerbehindertenstatus oder BU-Rente. Krebs, egal welch Art, IST eine schwere Krankheit. Wer das nicht verstehen will oder kann, in meinem Umfeld, soll es bleiben lassen. Wir hier im Forum helfen undverstrhen und gegenseitig mit Mutmachsprüchen, gell. :):):)

  • Ich gestern beim Bäcker nach der 3. EC und echt kaputt fragt meine Nachbarin "wie gehts?" Ich "nicht besonders gut" sie" ja die erste Frau meines Mannes ist daran gestorben" ich "das hab ich nicht vor" sie "ja das kommt oft trotzdem" dann hab ich mich umgedreht und bin gegangen 😡denn was soll man dazu noch sagen.

  • sowas macht einen wirklich sprachlos.

    eigentlich... sollte man sich für solche Situationen einen Um-die-Ohren-hau-Satz überlegen..


    sowas wie: Sie sind ein Musterbeispiel an Taktlosigkeit.

    oder: Hören Sie sich eigentlich auch mal selber reden?


    *seufz*.. die Schlagfertigkeit hab ich irgendwann mal irgendwo an einer Garderobe hängen lassen, vermute ich

  • Annettle , ich glaube diesen Spruch kennen wir alle. Bei mir war es "Meine Tante ist auch dran gestorben", worauf ich nur sagte:"Ich bin aber nicht Deine Tante!"


    Neulich fragte eine Kollegin, die ich eh nicht so mag:"Du hattest doch Brustkrebs, hast Du Deine Brüste noch?"

    Ich: "Ja, wieso?"

    Sie: " Naja, ich bin ja auch schon 50 und denke, sollte ich mal sowas haben, dann würde ich mir zwei hübsche neue Brüste machen lassen, bezahlt ja die Krankenkasse."

    Ich: " Ich würde an Deiner Stelle mit dem Kopf anfangen", und bin gegangen.


    Mittlerweile versuche ich das nicht mehr an mich ranzulassen und konter einfach.

  • Ich bin ein bisschen froh, dass euch das auch so geht.

    Nein im Ernst. Ich weiß gar nicht wie viele so blöde Sprüche schon gehört hab.

    " was? Du fängst nächste Woche Chemo an? Die Tante vom Nachbarn hat dabei ja nur gebrochen. Ihr ging es ja so schlecht...."

    "ach wie schlimm! Du hast Krebs? Zwei Bekannte und die Frau vom Bäcker sind ja praktisch grade dran gestorben"


    Mein Highlight ist aber eigentlich immer der Satz "Du siehst aber gut aus"

    Manche meinen ihn genau so.

    Bei vielen höre ich aber förmlich den nicht gesagten Satz "dann kann es ja so schlimm nicht sein"


    Ich dachte ja immer nur ich würde so gestörte Leute kennen. Aber wenn es hier einen ganzen Thread damit gibt gibt es wohl überall welche...


    Mein Mann kommt manchmal nach Hause und fragt mich :" und, was sagen die Leute so wie es dir geht" wir lachen inzwischen über die blödsten Sprüche. Aber zu Beginn der Erkrankung hat es mich sehr irritiert