Die dümmsten Sprüche zu Eurer Erkrankung

  • Liebe Mama63 :P und liebe Angie :P ich bin ganz bei euch… :hug:


    Jeder hier von uns, weiß ganz genau wie sie/wir mit der eigene Familie umgehen kann und sollte.
    Wir wissen schon sehr genau, wem wir etwas erzählen, um die Person zu schützen und
    besonders um uns selbst zu schützen, was das Resultat daraus ist!
    Das hat nicht im entferntesten mit "Geheimniskrämerei" zu tun!


    Grüßle :) ika :)

  • Natürlich ist es eine persönliche und oft auch intuitive Entscheidung, wen man informieren möchte und wen lieber nicht. Und die Themen Selbstschutz und Schutz spielen da stark mit herein.
    Mama63s Erfahrungen mit den Ängsten ihrer Mutter sind jedoch auch extrem, und nach meinem Empfinden kein Regelfall. Und wer ihre Geschichte nicht kannte (ich auch nicht) ist sicher sehr betroffen, wie viel schwieriger es manche von uns noch zusätzlich haben.


    Mannix Überlegungen, dass das Mitteilen Betroffene oft auch entlasten kann, ist ebenfalls bedenkenswert, finde ich. Ich möchte diesen Gedanken auch noch von der anderen Seite (also der der betroffenen Angehörigen) fortführen: Zwölf Jahre bevor bei mir BK diagnostiziert wurde, hatte mein Vater die Diagnose Prostatakrebs bekommen und meine Eltern haben mir das einige Wochen verheimlicht. Ich wusste, sie wollten mich schützen, habe das aber auch als "Ausschließen von etwas Wichtigem" empfunden, dass sie sich mir nicht anvertraut haben in dieser schweren Situation. Als ich erkrankt war, habe ich ihnen deshalb schon nach einer Woche und bevor meine Kinder es wussten, Bescheid gegeben, aufgrund meiner Erfahrung wie ich ihr "Schweigen" damals empfunden hatte. Mir ging es da nicht mal um die eigene Entlastung, sondern darum, unser Vertrauensverhältnis zu wahren und sie an meinem Leben teilhaben zu lassen.


    Und ein zweites Beispiel: Eine Freundin, die an schwarzem Hautkrebs erkrankt war, und bei der ich das sehr zeitnah mitbekommen habe, weil ich sie - vielleicht habe ich es gespürt - an dem Mittag angerufen habe, als sie mit der telefonischen (!) Diagnose fertig werden musste, vor den Kindern die Fassade wahren musste und es ihrem Mann erst fünf Tage später sagen konnte, weil er auf Dienstreise in den USA war und sie nicht wollte, dass er die Reise vorzeitig abbricht. Sie hat mich sofort als sie nach der OP das pathologische Ergebnis hatte von der Klinik aus angerufen und mir gesagt, dass restlos operiert werden konnte und der Krebs unter der lebensbedrohlichen Dicke war. Ich bin auf Wollken geschwebt: 1. über das wunderbare Ergebnis und 2. weil ich ihr so wichtig war, dass sie mich angerufen hat. Gemeinsam durchlebte Ängste erschaffen auch Vertrauen und Nähe.


    Ich finde, wenn nicht besondere Gründe dagegen sprechen, ist das Informieren auch ein Vertrauenszeichen für Nahestehende: damit die Menschen, die einem wichtig sind, verstehen können. Es sind ja auch die meisten dafür, die Kinder zu informieren. Für mich ist das mit den Eltern, Geschwistern und nahen Freunden nicht anders.


    LG Schneeglöckchen

  • Ich finde, Schneeglöckchen, dass das jeder nach seiner "Fasson" tun sollte und vorallem DARF. Es wurde hier bereits von mehreren Userinnen hervorgehoben, dass jede von uns die Spezialistin für ihre Familie ist und somit weiß, wem sie und wie sie von ihrer Erkrankung offen erzählt. Es gibt also nicht DEN Weg, sondern viele Wege. Und jede von uns wählt ihren ganz persönlichen, der hier von uns allen respektiert werden sollte und zwar ohne wenn und aber. Um das geht es hier und um nichts anderes.
    In diesem Sinne
    Angie

  • Guten Abend ihr Lieben,


    ich habe mich bisher bewusst aus der Diskussion heraus gehalten, weil - wie viele nun unterstrichen haben - das eine absolut persönliche Entscheidung ist und ich beide Seiten kennen gelernt habe.


    Was dieses Forum aber auch ausmacht ist, dass jeder seine Meinung äußern darf.
    Das man dann bei diesen emotionalen Themen manchmal etwas drastisch klingt oder das Ganze ein Pingpong wird, ist wohl auch normal.


    Was ich sagen will: Gebt euch nun wieder die Hände und toleriert die gegenseitige Meinung. :hug:


    LG, Sonja

  • Liebe Foris,


    für jeden von uns ist der Weg, der zu einem bestimmten Ziel führt, anders. Was für den einen goldrichtig ist, ist für den anderen grundfalsch. Das wisst Ihr alle genauso gut wie ich.


    Das, was wir Euch hier im Forum anbieten können und möchten, ist ein Austausch über verschiedene Aspekte des eigenen Handelns, eine Diskussion um Für und Wider – mit dem Ziel, dass jeder Einzelne am Ende die für sich richtige Entscheidung treffen kann.


    Die Schwierigkeit in einem Forum ist die Form des Austauschs. Während im persönlichen Gespräch neben dem gesprochenen Wort Mimik, Gestik und Stimme große Bedeutung haben, fehlen diese wichtigen Bestandteile beim schriftlichen Austausch. Und auch ein sofortiges Nachfragen ist bei unseren Diskussionen nicht so einfach. So zählt alleine das geschriebene Wort, wodurch es leicht zu Missverständnissen kommen kann. Denn manches mag härter klingen als es eigentlich gemeint ist.


    Deshalb bitte ich Euch, einerseits nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Aber ich bitte Euch andererseits auch, mit Euren Formulierungen achtsam umzugehen. Denn ich bin mir sicher, dass jeder von Euch dem anderen gerne helfen möchte!


    In diesem Sinne sende ich Euch viele Grüssles



    Saphira

  • @ angle_f:
    "Ich finde, Schneeglöckchen, dass das jeder nach seiner "Fasson" tun sollte und vorallem DARF."
    Ich ebenfalls und uneingeschränkt. Findest du aufgrund meiner Worte, das hätte ich nicht verstanden oder missachtet? Ich nicht.


    Das heisst aber auch, dass andere mit anderen Erfahrungen ebenfalls schreiben dürfen ohne angegriffen zu werden. Die Schilderung persönlicher Erfahrungen oder Meinungen bedeutet nicht, dass man andere "nicht nach ihrer "Fasson" tun lassen" würde. Die haben ebenfalls ihre Erfahrungen, andere Erfahrungen und andere Meinungen, und alle können nebeneinander stehen, ohne sich in die Quere zu kommen. Und jeder kann für sich aufnehmen was ihm sinnvoll erscheint, und das ignorieren, was ihm nicht entspricht.
    Mir tut einfach dieser "Schlagabtausch" leid, der hier so in Gang gekommen ist. Wenn einer aus Unwissenheit oder auch Ungeschick einen anderen hier in diesem Forum kränkt, dann doch nicht mit Absicht. Und wenn dieser dann richtig gestellt hat, dass und warum das für ihn so nicht passt, dann sollte es meiner Meinung nach auch wieder gut sein.


    Ich wollte Mannix Gedanken, dass Kommunikation auch gut tun kann nicht unter den Tisch fallen lassen, und habe ihn daher noch mal aufgenommen. Mit ein wenig Abstand ist mir klar, dass dieses Thema eigentlich in die Rubrik "Umgang mit der Erkrankung" gehört, und nicht in "Dümmste Sprüche zu Euerer Erkrankung", die ja dazu da ist Ärger loszuwerden.
    "Friede sei mit uns" und eine gute Nacht an alle die eventuell noch wach sind. (An die die schon schlafen ebenso.)
    Schneeglöckchen

  • Hallo Foris,


    wie unterschiedlich Reaktionen sein können, beweist folgende Aussage: Werde mal wieder normal!


    In einer Phase, in der es einem schlecht geht, kommt der Satz gar nicht gut an!
    In einer Phase, in der es einem etwas besser geht, wird der Satz gelassener aufgenommen.
    In einer Phase, in der einem scheinbar alles nichts mehr ausmacht, geht einem der Satz "vorbei"!


    Ich habe es erlebt, wie eine Bekannte auf diesen Satz - von Freundinnen an sie gerichtet - reagiert hat. Die Bekannte hat die Freundschaft "gekündigt", weil sie sich sehr gekränkt fühlte. Ich fand diese Reaktion überzogen.


    Mir ist das auch schon gesagt worden. Das kam auch bei mir nicht gut an. Meine Reaktion war eine gedankliche: wenn Du wüsstest, was ich jetzt als normal empfinde.


    Was es alles an "dummen Sprüchen" gibt, ist schier unglaublich. Der Thread gibt einen kleinen Überblick darüber. Jeder reagiert anders darauf.


    Wenn es darum geht, dass andere User etwas schreiben, womit ich Probleme habe, nehme ich das Geschriebene nicht persönlich. Wenn es etwas gibt, was ich für mich nutzen könnte, versuche ich es in mein Leben zu integrieren. Wenn es nichts für mich ist, war es den Hinweis dennoch wert. Ich bin froh über jeden Hinweis, ob ich damit etwas anfangen kann oder nicht. Das betrifft auch den Umgang mit Situationen, die Menschen in meinem Umfeld betreffen. Entweder ist das etwas, was ich bezogen auf mein Umfeld gebrauchen kann...oder eben nicht.


    Die letzten Beiträge dieses Threads habe ich sehr aufmerksam gelesen. Sie berühren mich, obwohl ich schon sehr lange mit diesen Themen vertraut bin. Weil das so ist, gehe ich anders damit um.
    Ich war in der gleichen Situation wie ihr alle. Ich kann daher alles nachvollziehen, was ihr an Bedenken habt, wenn es etwas zu lesen gibt, was ganz und gar nicht "Eures" ist. Sich gerade dieser Dinge persönlich anzunehmen, sie auf sich selbst beziehen, ist sehr schnell passiert. Daher können auch diese schwierigen Dinge nur als Meinung anderer gelten. Es ist kaum etwas 1 : 1 übertragbar.


    Manchmal kommt eine Formulierung "nicht gut an". Das kennen wir alle aus dem ganz normalen Alltag. Eine derartige Formulierung ist sicherlich nicht in dem "Ton" gemeint, wie sie im Wortlaut oder im Kontext rüberkommt. Dass ich den Wortlaut "Geheimniskrämerei" verwendet habe - auch das gibt es tatsächlich, weil aus Erkrankungen schon mal ein Geheimnis gemacht wird...auch Familienangehörigen gegenüber. Solche Negativschlagzeilen habe ich stets genutzt, um festzustellen, was für mich auch KEINEN Fall in Betracht kommen würde...nämlich Geheimnisse aus meiner Situation zu machen.


    MEINE Art und Weise im Umgang mit der Krebserkrankung kann ganz sicher NICHT 1 : 1 übernommen werden. Meine Schilderungen können/sollten nur Anregungen sein, sich über das eine oder andere Gedanken zu machen...oder auch nicht. Glaubt mir - ich habe sehr viel ausprobiert, weil ich nicht mehr weiter wusste. Ich habe gehadert, habe gezweifelt, bin fast verzweifelt von dem, was ich gelesen und gehört habe. Die besten und praktikabelsten Tipps bekam ich von ebenfalls Betroffenen. Es war etwas dabei, was ich für grundfalsch hielt...es war allerdings einiges dabei, dem ich voll zustimmen konnte. Was mir nicht gefiel, habe ich für behalten, kein Wort mehr darüber verloren. Was ich übernehmen konnte, war mir jedes Mal ein "danke schön" wert. Heute noch nehme ich Tipps sehr gern entgegen...


    Ja, ich habe durch die Selbsthilfegruppe der "FSH nach Krebs" sehr viel gelernt Die Gruppenstunden waren stets informativ. Auch da hatte ich Glück, auf eine Gruppenleiterin zu treffen, die sehr deutliche Worte fand, obwohl das nicht immer einfach war, damit umzugehen. Ihre "klare Kante" war mein Glück, aber nicht deswegen, weil ich ein Mann bin. Die GL wusste, was sie machte und hat das auch Frauen gegenüber sehr erfolgreich gemacht.


    Wir sitzen in einem Boot und die Art des Ruderns geht in EINE Richtung - nach vorn, auch wenn mal ein "Wellengang" aufkommt.


    Gruß aus NRW


    Mannix

  • Hallo,
    nach einer gut durchschlafenen Nacht möchte ich hier ebenfalls die Wogen glätten. Auch mir ist klar, dass hier im Blog Mimik und Gestik komplett fehlen und wir oftmals nicht abwägen können, wie unsere Worte ankommen oder was sie "anrichten" können.
    @ Schneeglöckchen: Du hast Recht, eigentlich gehört diese ganze Diskussion in den Thread "Umgang mit der Erkrankung". Aber sie ist nun halt hier entstanden, ausgehend von Bemerkungen, die verletzt haben, dumme Sprüche also. Und diese dummen Sprüche kamen leider von nahen Verwandten. Und weil sie uns eben nahe stehen, verletzen sie uns mehr, als das eine außenstehnde Person jemals könnte.
    Natürlich respektiere und akzeptiere ich hier die Meinungen anderer. Und solltest du dich von meinen Worten in irgendeiner Weise nicht respektiert gefühlt haben, so bitte ich um Entschuldigung.
    @ alle: Die Beiträge in diesem Thread haben gezeigt, wie unterschiedlich jede von uns ihre Familie im Umgang mit Tumorerkrankungen erlebt. Das Spektrum reicht von empathisch - liebevoll bis völlig unfähig - desinteressiert. Nur eine Familie, in der sich alle Mitglieder wertgeschätzt fühlen, trägt diese Extremsituation, wie es eine Tumorerkankung darstellt mit Stärke. Familien mit einem schwierigen Miteinander tun sich eher schwer mit einer solchen Herausforderung.
    Was aber für mich sozusagen ein "No-Go" ist, den Umgang oder den persönlichen Weg, den andere wählen, von der eigenen Warte aus öffentlich zu bewerten. Ich kann für mich denken: "Schade, ich glaube, da vergibt die Userin eine Chance zur Offenheit. Hoffentlich bereut sie das nicht irgendwann einmal später, ..." Ich muss das aber nicht schreiben. Und wenn ich an einer weiterführenden Diskussion interessiert bin, dann kann ich ja nachfragen: "Weshalb kannst du mit xy nicht offen über deine Erkrankung sprechen?"
    Jede von uns weiß, welcher Weg / welcher Umgang persönlich der beste ist und somit ist er immer individuell und niemals auf andere übertragbar.
    Auf dass unser Austausch hier weiterhin rege sein möge und wir auch ohne Mimik und Gestik den richtigen Ton treffen mögen! Und hier beziehe ich natürlich auch mich persönlich mit ein!
    Liebe Grüße
    Angie

  • Hm, jetzt meine ich mich auch noch einmischen zu müssen. Ich finde "Tips" sind etwas sehr schwieriges - prinzipiell. Jede von uns ist anders, bei jeder ist die Erkrankung irgendwie anders und wir kommen alle aus völlig verschiedenen Familien mit denen wir unsere Erfahrungen gemacht haben. Ich glaube wenn man eine schwere Erkankung hat, dann wäre es gut, wenn Zeit genug wäre abzuwägen mit wem man genau wie über was sprechen will. Oft hat man die Zeit leider nicht oder schätzt etwas anders ein als es dann ankommt. Ich konnte meine Krankheit nicht verschweigen, weil ich so lange im Krankenhaus war. Heute passiert es mir noch immer, dass ich mit Menschen darüber zu reden versuche, deren Reaktion mir dann so weh tut, dass ich mir wünsche es besser gelassen zu haben und dass ich mit jemandem erst sehr spät rede und mir wünsche ich hätte es früher getan weil es mir so gut getan hat. Ich muss gerade an das Beispiel denken: Man bekommt von einer alten Tante etwas, das diese liebevoll hergestellt hat. Man findet es scheußlich, schweigt aber um die Frau nicht zu verletzen. Das ist irgendwie "Geheimniskrämerei", aber eine aufgrund von Empathie.
    Ich glaube auch, dass wir Menschen viel zu schnell dabei sind andere zu beurteilen. Ich glaube, dass die allermeisten Menschen veruschen prinzipiell das "Richtige" zu tun. Oft ist das aber nicht einfach - oft tun wir etwas weil das zu unseren Mustern gehört, die wir so im Laufe unseres Lebens erlernt haben. Oft waren die mal hilfreich für uns. Manchmal sind sie es noch immer, manchmal wäre es gut, wenn wir sie ablegen könnten. Ich habe mir mein ganzes bisheriges Leben lang gewünscht, dass ich sicherer werde, sicherer sagen kann, ob Dinge richtig sind oder falsch. Das habe ich nicht. Ich falle all zu oft über meine eigenen Füße und höre langsam auf daran zu glauben, dass das überhaupt geht. Manchmal hilft es mir dann zu denken, dass die Dinge sind wie sie sind. Ich habe die Entscheidung getroffen z.B. ehrlich zu sein und in manchen Situationen fliegt mir das um die Ohren. Ich glaube nicht, dass es möglich ist "richtig" immer zu erkennen und dann zu tun. Weil "richtig" manchmal wieder falsch sein kann. Dann stolpere ich wieder über meine Füße. Okay, was ich damit sagen will: Ich glaube nicht, dass es ein "richtig" oder "falsch" überhaupt gibt. Wir treffen Entscheidungen und dann kommt raus, was rauskommt. Also ich entscheide mich dem davon zu erzählen und dem anderen nicht. Vielleicht war das richtig für mich. Vielleicht falsch. Vielleicht wäre es für einen anderen anderes herum gewesen. Das werde ich nicht wissen. Das werde ich auch nie für jemand anderen wissen. Das einzige was wir tun können ist füreinander da zu sein und unsere Erfahrungen miteinander zu teilen - Tips sind immer schwierig denke ich.

  • Liebe Wolke,


    Deine Überlegungen kann ich gut verstehen und sie auch nachvollziehen.


    Ich finde es immer ausgesprochen schwierig, mich zu entscheiden, wenn mir verschiedene Wege offenstehen. Und auch mir sind "richtige" Entscheidungen schon öfters nur so um die Ohren geflogen ...


    Deshalb habe ich für mich ganz eigenen Definitionen für die Worte "Tipp" und "richtige Entscheidung" gefunden:
    - Ein Tipp ist für mich etwas Wertvolles, weil er mir möglicherweise eine andere Perspektive eröffnet, mir etwas aufzeigt, woran ich selbst überhaupt nicht gedacht habe. Er ist für mich eine Möglichkeit, aber nichts "Verbindliches" (kein "Du musst!"). Es liegt allein an mir, ob das, was mir vorgeschlagen wurde, zu mir passt oder eben nicht. D.h. ich fühle mich frei in meiner Wahl (das hab ich aber auch erst im Lauf der Zeit gelernt :) ). Ratschläge kann ich dagegen gar nicht leiden, die empfinde ich immer als ausgesprochen "dominierend", einschränkend.
    - Die "für mich richtige Entscheidung" zu treffen, heißt für mich, dass ich mich in der gleichen Situation und mit dem mir zum Entscheidungszeitpunkt bekannten Wissen wieder so entscheiden würde. Ob eine Entscheidung auch in der Zukunft das Wort "richtig" verdient, das werde ich erst im Rückblick feststelllen können - und ggf. für mögliche Konsequenzen aus meinem Handeln eine neue Lösung finden müssen.


    Für mich ist es wichtig, dass auch mal jemand "von außen" auf meine Probleme oder Fragestellungen schaut. Genauso wichtig ist es mir aber, meinen eigenen Weg gehen zu dürfen. Und so versuche ich anderen, wenn ich gefragt werde, meine Gedanken mit auf den Weg zu geben - unabhängig davon, welche Entscheidung sie für sich letztlich treffen. Denn ich muss jedem das zugestehen, was ich selbst möchte: ggf. zu aufgezeigten Möglichkeiten "nein" zu sagen.


    Viele herzliche Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo Foris,


    ich habe verstanden!


    In Anbetracht der Rückmeldungen auf diverse Beiträge von mir kann ich sagen, dass die Resonanz durchaus gemischt war - sowohl öffentlich im Forum, als auch per privater Mail. Privat haben mich eine ganze Reihe zustimmender Antworten erreicht.


    Was ich noch anmerken möchte - Hinweise können bei dieser Thematik nur als allgemeine Hinweise angesehen werden. Ein Verallgemeinern von Hinweisen macht daher keinen Sinn.
    Die Individualität jedes Einzelnen lässt einen spezifischen Hinweis nur sehr schwer zu. Daher habe ich bewusst auf persönliche Hinweise verzichtet.
    Dass es zu Irritationen gekommen ist - das war im Forum zu lesen und ich bin durch die Forums-Leitung informiert worden - lag ganz sicher an meiner Ausdrucksweise, für die ich mich entschuldige. In der Sachse stehe ich weiter dazu, was ich geschrieben habe.
    Auch habe ich User persönlich angeschrieben, um Sachverhalte evtl. verständlicher zu machen. Auch da ist es vorgekommen, dass ich gerade deshalb Zustimmung bekommen habe.


    Wie so oft in diesem Forum erwähnt, muss JEDE/R den eigenen Weg im Umgang mit der Erkrankung finden. Dabei gibt es kein "falsch" oder "richtig", sondern nur "das mache ich", bzw. " das lasse ich"!


    Auf unbestimmte Zeit ziehe ich mich aus dem Forum zurück! Ja, das ist meine freie Entscheidung. Nein, das hat nichts mit der Resonanz auf meine Beiträge zu tun. Nein, das hat auch nichts mit der Schelte auf meine Beiträge zu tun.


    Euch allen wünsche ich eine FROHE und GESEGNETE Weihnacht und ein GUTES Neues Jahr 2016. Möge Euch das Neue Jahr das bringen, was ihr Euch wünscht .... vor allem Genesung und baldige Gesundheit!


    Gruß aus NRW


    Mannix

  • Hallo Mannix,


    ich bin noch nicht lange dabei aber, finde es dennoch schade dass du dich auf unbestimmte Zeit zurückziehst. Da auch ich deine Beiträge gerne lese.
    Schade dass es so gekommen ist, ich kann mir vorstellen dass vieles gar nicht so gemeint war wie es geschrieben stand egal von wem, oder auch in dem Moment wo was gelesen wurde man Emotional reagiert und bestimmt auch bei manchen Themen rot gesehen wird oder möglicherweise der persönliche Betroffenheit hinzukommt, die man selbst nicht erklären oder schreiben kann.
    Jeder soll seine Meinung sagen, schreiben, seine Meinung ändern, dazu stehen dürfen. Ich betrachte uns hier im Forum als von Krankheit betroffen "Freigeister" die sich austauschen sich gegenseitig unterstützen, mit Leiden, fühlen und sich um den anderen Sorgen und sich mental stärken.
    Deshalb sind wir doch alle hier, und suchen Rat bei "erfahreneren" um nicht das ganze allein durchzustehen.


    Wir sind alle betroffen und Menschen mit unseren --- jede oder jeder hat seine eigenen ---- Lebenserfahrungen positiv oder negativ, dies prägt uns und macht uns zu dem was uns ausmacht.


    Wir können uns das beste aus allen Beiträgen, Meinungen, Äusserungen, Empfehlungen usw. für uns selbst rausziehen und den Rest entwerten.
    Dies geht aber nicht immer gleich, alles brauch Zeit. Es wird nix so heiss gegessen wie es gekocht wird.
    Es ist bald Weihnachten, die Zeit der Besinnung, der Vergebung, des Verzeihens, dem Zusammenhalt und wir brauchen uns doch.


    Natürlich ist es deine freie Entscheidung dich zurückzuziehen egal aus welchem Grund auch immer. Ich respektiere den Wunsch dass du dich zurückziehst und hoffe dass du bald wieder kommst.


    Gesegnete Weihnachten auch für dich und deine Lieben.


    Grüße Nicky1967

    LG Nicky1967


    Ich versuche alles was geschieht positiv zu sehen, auch wenn ich den Sinn dabei, nicht immer erkenne! :)

  • Mal wieder meine Mutter... anlass meine Tam-bedingten Gelenkbeschwerden!


    "Das kann gar nicht sein. Ich habe extra meine Freundin gefragt. die hat es 10 Jahre genommen und ganz prima vertragen, nichts gemerkt!"


    Na dann :rolleyes:

  • Also echt, Diana, immer diese "eingebildeten" Nebenwirkungen. ;) ;) Hättest Du gleich Muttis Freundin gefragt, dann wüsstest Du jetzt, dass Du gar nix haben kannst :rolleyes: :rolleyes:


    Aber jetzt mal im Ernst: Ich stelle es mir nicht leicht vor, wenn von der eigenen Mutter so wenig Verständnis kommt. Fühl Dich mal :hug:


    Liebe Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Liebe Distudis,
    jetzt mach ich das einfach mal wie Mama63 und drücke Dich ganz lieb. :hug: Dieser Thread ist ganz toll, und ich will ihn durch meine Antwort auch nicht abwürgen.
    Da haben wir eventuell wieder mal den Fall Mutter, der mit den eigenen Ängsten nicht umgehen kann und nach Schema-F funktionieren will. Diesem Fall Mutter fällt dann nichts blöderes ein .
    Wenn Dir etwas auf der Seele warm wird (muss ja nicht gleich brennen), stehen wir Dir bestimmt alle zur Verfügung. Hab auch schwierige Kommunikation mit meiner Mutter hinter mir. Ist seit einer Woche alles gut, und das nach meiner Einschätzung nachhaltig. Glaube auch nicht, dass ich mir da in die Tasche lüge.
    Extra-extra-extra liebe Grüße von Tochter zu Tochter
    KielerSprotte

  • Liebe Distudis,


    mir gefällt es, dass Du mit einer gewissen Ironie die Situation betrachtest.


    Es ist bestimmt nicht einfach gerade von der eigenen Mutter sowas zu hören... Es wirkt so, dass Sie
    das alles nicht wahrhaben will.


    Versuche das nicht zu nahe an Dich ran kommen zu lassen. Ich sende Dir eine liebe Umarmung!!! :hug:


    Liebe Grüße
    Grisu