Die dümmsten Sprüche zu Eurer Erkrankung

  • Manchmal ist es schon erstaunlich wie die Leute reagieren. Ein langjähriger Freund verglich mich immer mit den Menschen, die schon gestorben sind an Krebs und meinte auch, sobald Chemo ins Spiel käme wüsste man ja, wo das hinführt .

    Na, schönen Dank.

  • Liebe ghetta

    Erst einmal herzlich willkommen.

    Solche Leute gibt es immer wieder. Ich halte mich so gut es geht von ihnen fern. Es tut mir einfach nicht gut wenn jemand nicht begreift dass Krebs auch heilbar sein kann und mich immer gleich im Grab sieht. Ich habe einer langjährigen "freundin" deshalb die Freundschaft gekündigt.

    Dann gibt es noch die harmloseren, bei denen hab ich auch das Gefühl dass sie jemanden zum ausquatschen brauchen. Kaum bekommen sie mit dass du Krebs hast wird erzählt wer noch alles Krebs hat und was die alles an Therapie bekommen usw. Manchmal frag ich mich ob die nicht eher mal ne psychostd buchen sollten.

    Und schliesslich die, die nichts von der Krankheit hören wollen und jeden noch so kleinen Hinweis auf Nebenwirkungen abtun. "Ist doch nicht schlimm" "hat doch jeder mal"...

    Klar ist es auch für unser Umfeld nicht einfach mit uns umzugehen da sie nicht nachvollziehen können wie es uns geht aber manchmal fehlt etwas Sensibilität.

    Ich habe einige Kontakte die mir nicht gut getan haben erst einmal auf Eis gelegt. Mal sehen was draus wird. Bei einigen haben offene Worte meinerseits geholfen. Und ich habe viele Menschen mit denen ich vorher wenig Kontakt hatte bzw die ich erst kennengelernt habe die mich unterstützen und mir gut tun. Das wünsche ich dir auch.

    LG

    Heideblüte

  • Jup, das wäre hier auch mein Thread :-)


    Heideblüte , ich weiß genau, von welchen Leuten du redest. Ich habe auch eine Bekannte, die mich zwar mitträgt und das auch grundsätzlich gut tut. Allerdings kommt schon so eine mitleidsvolle Stimme, wenn sie mich fragt, wie es mir geht. Ich:“Gut!“ „Ja? Klingt aber nicht so!“ Ja, ich war halt gerade am Schlafen und noch etwas schlaftrunken.....am Telefon.


    Das Weitere schreibe ich jetzt mal nicht. Man hat halt das Gefühl, die Leute würden sich gerne noch mit in die Krankheit reinsetzen, um selbst noch ein wenig zu leiden. Und dann haben sie echt kein Verständnis, dass es dir auch gut gehen kann.


    Allerdings ist das echt ein Einzelfall bei mir. Und ich lobe mir meine Freundin, die mich gestern besucht und mir eine schöne Sukkulente mitgebracht hat. „Ich habe was ohne Blätter genommen, weil du auch gerade keine Haare hast!“ und wir standen da und haben uns halb kaputt gelacht!


    Und bei meinem Patenkind (28) hörte ich das überrascht Vergnügliche in der Stimme, als sie anrief und ich ihr gerade absagte, da im Hintergrund mein Italienischkurs schon am Reden war und der Bär steppte :-).


    Oder:“Du gefällst mir total gut! Du bist so schön bunt!“ ein Kompliment von einem 79 jährigen, nachdem ich das erste Mal mit meinen Beanies und Tüchern daherkam.


    Das sind die Menschen, die wir brauchen!


    Zebralilly

  • Saudumme Situation und ebensolcher Spruch: Meine nicht religiöse Mutter bekam während ihres letzten Klinikaufenthalts Besuch von einer "Freiwilligen" aus unserer Gemeinde (woher die Gemeinde weiß, dass sie im Krankenhaus ist, werden wir noch klären! :cursing:), einer älteren Frau mit Bibel unterm Arm. Ihr Einstandssatz: "Ich mache ja keine Besuche bei hohen Geburtstagen, das gefällt mir nicht so, ich gehe lieber zu Kranken und Sterbenden!"

    Ehrlich, hätte ich diese Dame in die Finger bekommen, wäre sie hochkant aus dem Krankenzimmer geflogen. Wieso kommen die immer zu denen, die eh schon im Bett liegen und nicht abhauen können?

  • Oh weh, was war das denn für eine "Dame"? So etwas braucht kein kranker Mensch.


    Wenn es mehr von diesen freiwilligen "Damen" gibt, dann kann ich gut verstehen, dass die meisten Patienten den Besuch dieser freiwilligen Helfer ablehnen. Meine Tochter (Krankenschwester) hatte mir das gesagt, als ich von meinem Besuch berichtete, der mir aber sehr geholfen hatte und weit über eine Stunde dauerte.


    Ich hatte ja am Tag nach der Intensivstation wegen der tiefen Beinvenenthrombose wirklich einen nervlichen Zusammenbruch.


    Ich würde an Deiner Stelle mit der "Dame" doch noch mal Klartext reden!


    LG

    Wally

  • Ich wurde bei der Aufnahme im KH gefragt, ob ich Besuch von einer Seelsorge, dem Pfarrer und dem Bürgermeister ( =O ) haben möchte. Hab ich dankend abgelehnt :D.

    Ich wurde auch gefragt, ob meine Anwesenheit im KH öffentlich sein darf oder nicht. Da habe ich zugestimmt, solange keiner der oben genannten auftaucht, ist es mir egal. Ich darf mir auch aussuchen, ob ich grundsätzlich Besuch haben will oder nicht.


    Vielleicht kann man bei euch sowas auf Verlangen machen?

  • Von meinen Ärzten habe ich bis jetzt am wenigsten Mitgefühl erfahren. Komisch, nicht.


    Die meisten Menschen sind halt echt hilflos mit unserer Diagnose. Mein Schwiegervater, ein wirklich netter Mensch, ist nicht in der Lage vernünftig mit mir über die Krankheit zu reden, ich meine damit, einfach mal Fragen zu stellen - wie geht es dir, was machen die während der Chemo etc. Statt dessen sagt er jedesmal dass er mir regelmässig Kerzen in der Kirche anzündet. Ich bin hin und her gerissen zwischen Rührung und Verweiflung darüber.


    Aber letztens habe ich gesehen dass ich ähnliche Schwierigkeiten habe. Ich gehe jetzt zu Krebs-Sport. Da ist eine Frau die hat multiple Metastasen in mehreren Organen (ich bin ja (noch) ohne Fernmetastasen). Sie erwähnte das im Nebensatz und alles was ich sagen konnte war "das tut mir leid". Da ich sie nicht kenne, muss ich mich erstmal einfühlen, was das beste für sie an Ansprache ist. Aber das ist es, was mir bei den anderen fehlt - Einfühlungsvermögen. Einfach mal die Klappe halten und nachfragen.

    Bei den Bekannten verbitte ich mir mittlerweile die Geschichten von anderen Krebskranken. Leider kommt das unhöflich rüber aber so ist es halt.


    Mein Mann teilt mir überhaupt nicht seine Gefühle mit (das war schon immer so). Letztends merkte ich aber wie sehr ihn das mitnimmt. Er hatte einen Halsinfekt mit dicken Lymphknoten. Er hat zunächst nicht darüber geredet bis er sich so in seine Sorgen reinsteigerte, dass er sicher war nun auch an Krebs erkrankt zu sein - und ich mit. Wir waren beide sehr erleichtert als das Antibiotikum zu wirken anfing.


    Es ist ja nicht so, dass die anderen nicht auch unsere Ängste teilen, nur für sie kommt die Hilflosigkeit noch dazu, während wir immerhin den Kampf aufnehmen können.


    Nachdenkliche Grüße vom Busenwunder

  • Ihr Lieben,

    auch ich hatte so meine Erlebnisse, die im Einzelnen den Euren sehr ähnlich sind. Auch für mich ist es oft schwer zu ertragen, welchen Sprüchen und Gedankenlosigkeiten ich und wir alle ausgesetzt sind. Ich habe aber auch mal angefangen darüber nachzudenken, wie ich früher reagiert habe und muss gestehen, bevor ich selbst erkrankt bin, ist mir das eine oder andere vielleicht auch über die Lippen gekommen. Und genau deshalb nehme ich es niemandem mehr krumm. Viele unserer Mitmenschen können sich nicht in uns hineinversetzen und wissen nicht, was sie sagen sollen. Ich lass sie jetzt einfach reden und wenn es mir zu nahe geht bitte ich darum das Thema zu wechseln.

    LG Christina


    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Gestern war ich mit meinen beiden Mädels aus der FSH-Gruppe (wie drei sind die Küken mit U60) bei meiner Hundezüchter-Freundin Mechtild zur Enthaarungs-Party. Wir hatten jede Menge Spaß, konnten alle ganz ungezwungen miteinander. Meine Freundin hat allerdings auch einen krebskranken Mann (Kehlkopfkrebs, aktuell alles so weit ok).


    Abends sind wir dann noch zusammen was essen gegangen und irgendwann meinte Mechtild dann zu einem meiner Mädels „ist dir schon mal aufgefallen, dass du fast nur über die Krankheit redest?“

    Das fand ich gut, da man sich dessen als Betroffene oft gar nicht so bewußt ist. Mechtild hat das völlig ohne Wertung oder Vorwurf gesagt, sodass sich auch niemand auf die Füße getreten fühlte.

  • Gestern war ich bei meiner 4.Chemo, da hatte ich ein Gespräch mitgehört. Es war eine sehr junge Frau die die erste Chemo hatte mit einer Begleitperson. Erst meinte die Begleitperson sie müsse nur positiv denken. Danach kam die Begleitperson wieder und redete nur von Leuten die schon an Krebs gestorben seien. Das war bestimmt sehr aufbauend.

  • Wie schrecklich. Auf solche Begleitpersonen kann frau wohl gut verzichten! Allein vom positiven Denken wird man leider nicht gesund; und zu hören, wer bereits an der Erkrankung verstorben ist, trägt wohl auch nicht zum positiven Denken bei. X(


    LG
    Pschureika

  • Ich bin ja auch sehr für eine positive Einstellung und positives Denken. Aber wenn frau gerade in einem tiefen Loch hängt, dann ist der Ratschlag zum positiven Denken ziemlich nutzlos:!: und bewirkt sicher ganz häufig das Gegenteil. Vor allen Dingen, wenn dieses "positive Denken müssen" von anderen fast "angeordnet" wird.

    Und dann damit kommen, wer schon alles an Krebs verstorben ist, ist ja wohl das Allerletzte! Wer braucht solche Begleitpersonen???


    Aber anscheinend fehlt vielen wirklich das nötige Hirn. Und Empathie scheint sowieso ein Fremdwort zu sein.


    Ich kann zwar verstehen, dass nicht Betroffene häufig nicht wissen, wie sie mit uns umgehen sollen - ging mir vor meiner Erkrankung auch nicht anders - aber dann doch besser mal die Klappe halten! Damit liegt man wenigstens nicht falsch.


    LG

    Wally

  • Mit dieser Erkrankung umzugehen, ist nicht leicht. Das Wort Krebs löst bei den meisten Menschen sehr unangenehme Gefühle aus.

    Viele sehen diese Krankheit immer noch als Todesurteil an und niemand setzt sich gerne mit seiner Sterblichkeit auseinander wenn er nicht muß.

    Ich nehme niemanden übel, wenn er den ein oder anderen blöden Satz von sich gibt und versuche auch nicht Worte auf die Goldwaage

    zu legen. Das man dünnhäutiger wird ist völlig klar, aber ich lasse mich nicht runter ziehen von unbedachten Sätzen.

    Ich habe gerade meinen Motorradführerschein gemacht und habe bei einem Freund gejammert, das ich mich nicht traue richtig Gas zu

    geben. Da sagte er, mach ruhig da passiert nichts und selbst wenn ,dann holt dich zumindest nicht der Krebs 8| Eine pragmatische Sicht

    der Dinge. Ich habe geschmunzelt und gesagt ,ich hätte weder vor am Krebs noch auf dem Motorrad zu sterben. Ausserdem hätte ich da noch ein paar Pläne . Spanisch lernen , eine Reise nach Island und ein Konzertbesuch meiner Lieblingsband.

    Doch der schönste Satz , den ich während meiner Erkrankung gehört habe , der kam von meiner Mutter: Naja an irgendwas muß man ja sterben, du willst ja nicht gesund tod umfallen. So kann man das auch sehen:/, nur hatte ich damals mit 45 Jahren noch keinen Gedanken daran verschwendet, eventuell zu sterben. Diese Krankheit ist tückisch, aber lasst euch nicht unter kriegen, weder von der Krankheit, noch von

    idiotischen Sätzen oder Worten.:*






    Anfangs wollt ich fast verzagen,

    und ich glaubt, ich trüg es nie,

    und ich hab es doch getragen -

    aber fragt mich nur nicht wie?

    Heinrich Heine

  • Hey,


    Fidi, ich sehe das genauso wie du. Nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Manche sind mit der Situation einfach überfordert. Krebs hat immer noch den Geruch des Todes an sich, war doch für uns alle nicht anders oder? Ich habe bei der Diagnose auch geheult und gesagt, ich will nicht sterben. Viele sind über dieses Thema auch nicht informiert, das merke ich auch. Nur - ich hatte inzwischen die Chance, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die anderen überfalle ich mit der Diagnose erstmal und löse Betroffenheit aus. Und ganz ehrlich, ich hätte keinen haben wollen, der mir bei der Eröffnung meiner Diagnose sagt: alles nicht so schlimm. Natürlich sind sie betroffen und ringen dann mit den Worten.

    Ich höre auch ganz oft: denke positiv und in der Tat tu ich das auch. Klar geht es nicht immer, aber doch grundständig, denn genau das ist es, was uns auch Stärke verleiht und sich auf den Körper auswirkt. Die Seele wird ja auch genährt von meiner inneren Einstellung. Es ist das typische „Glas halbvoll oder halbleer“.

    Ich habe Bekannte, die tun sich schwer und manche, die einfach forsch sind und sich trauen anzurufen, obwohl ein Mail leichter gewesen wäre. Und ich glaube, egal, was sie machen, können sie es uns nicht recht machen. Von denen, die die Klappe halten sagen wir, die könnten sich ja auch melden, schweigen nur...... Von denen, die um Worte ringen, sagen wir manchmal, es wäre besser sie wären still. Natürlich gibt es die, die dann wirklich in die Fettnäpchen treten und ich finde, da muss ein klares Wort her. Ich habe jetzt eine Mail bekommen von einer Bekannten, die mir schrieb, wie Leid es ihr tue, dass es mir schlecht ginge und dass sie mir weniger Schmerzen und Übelkeit und mehr Kraft wünsche. Hääääh, ich hatte davon in der Mail zuvor gar nix geschrieben und mir geht es nach der 2. EC supergut! Hab ihr auch geschrieben, dass das doch gar nicht stimmt und wie sie darauf kommt. Sie liest halt auch gerne mal so schnell über was drüber. Kontern, wenn es geht. Schon alleine, wenn ihr euch kämpferisch zeigt, wird euch das nicht passieren.

    Ich habe gestern einem „adoptierten Onkel“ (eigentlich der meiner Freundin, aber wir verstehen uns total gut) gestern einen Brief geschrieben. Er hat vor Jahren seine Frau elend an einen Darmkrebs verloren. Es war damals alles so schwer und es war ein Traumpaar, 40 Jahre verheiratet. Und nun führe ich ihn durch meine Erkrankung wieder in dieses Thema zurück. Könnt ihr euch vorstellen, wie ich um Worte gerungen habe? Und das, OBWOHL ich ein Gefühl habe für das, was ich in der Situation hören möchte? Er ist einer der letzten, der es erfährt ( und ich habe ihn am Tag nach der Diagnose getroffen!) und ich habe es Wochen vor mir hergeschoben. Mir geht es nicht anders! Ich bin auf unsere erste Begegnung gespannt und ich weiß, ich werde heulen wie Wutz!


    Nichtsdestotrotz: den Besuchsdienst der Gemeinde (und ich bin Kirchgängerin und glaube an einen Gott!) halte ich grundsätzlich für eine gute Sache. ABER diese Leute sollten auch geschult sein. Die Krankenhausseelsorger sind es meist. Ich habe einen Freund, der diesen Dienst tut und ihn sehr gut tut. Er hat eine lange Ausbildung hinter sich und ist sehr sensibel. Aufgrund eines Morbus Crohn ist er dem Tod schon mehrmals von der Schippe gesprungen. Er kennt Leid und Krankheit und die Furcht und das Ringen um das Leben am eigenen Leib. Auch er hat seine Mutter an einen Krebs verloren. Was ich sagen will: Man kann sich auch Chancen nehmen, wenn man diesem Personal von vornherein eine Absage erteilt, weil man vielleicht alte Vorstellungen von solchen Seelsorgern hat.

    Mir ist es jetzt auch noch nicht passiert, dass jemand vom Seelsorgeteam in der Klinik kam, wenn man ihn nicht ruft.

    Beim Besuchsdienst der Pfarrei ist das sicher anders. Aber sun : was ihr erlebt habt, geht auch in meinen Augen gar nicht. Ich würde da auch entweder bei der aussendenden Stelle anrufen und das klarstellen und dann dankend auf einen Besuch verzichten. Aber: Die alte Dame hat sich mit Sicherheit nicht überlegt, was sie da auslöst und es war keine Absicht. Das ist leider manchmal so, geht uns aber auch nicht anders. Oft hören wir doch von anderen: das hättest du mir aber auch anders sagen können oder aber: das hat mich verletzt oder das hat mir gut getan. Der Mensch ist nicht perfekt und das erwarte ich auch nicht von anderen, gerade in solchen schwierigen Situationen!


    Zebralilly

  • Zebralilly , du hast recht, und natürlich werde ich die Dame nicht komplett zusammenstauchen, wenn ich sie denn ausfindig machen kann, aber ein paar deutliche Worte zu ihrer Unbedachtheit wird sie schon zu hören bekommen. Sonst lernt sie nicht, und ich finde durchaus, dass sie was lernen sollte, denn demnächst ist dann wieder irgend jemand dran, Besuch zu bekommen, und wird ähnlich vor den Kopf gestoßen? Nein, danke.


    Ich selbst habe, fern vom Krebs, einmal von einer Oberärztin zu hören bekommen, dass ich ja nun nach meiner Schlüsselbein-OP keine schulterfreien Kleider mehr tragen könne, weil das mit der Narbe ja dann total hässlich sei. =O

    Ich bin nur froh und dankbar, dass ich kein junges Ding Anfang 20 mit Minderwertigkeitskomplex mehr bin, ich kann mit solchen Sprüchen umgehen, aber manchmal denke ich schon, ein bisschen mehr Training in Einfühlsamkeit könnte den Ärzten nicht schaden.

    Dazu noch kurz eine Geschichte über den Arzt meiner Mutter: Sie wollte freitags noch hin, weil sie eine Gürtelrose entwickelt hatte und befürchtete, das sei eine Nebenwirkung der Chemotherapie, rief also beim Arzt an und erreichte niemanden. Also schrieb sie eine Mail und bat um schnellen Rückruf. Es passierte und passierte nichts. Irgendwann erreichte sie die Praxis doch noch telefonisch und sprach auch auf die Mail an. Antwort: "Ach, das ist kein Wunder, unsere Mails rufen wir eigentlich nie ab." Nett, wenn man dennoch die Mailadresse als ausdrückliche Kontaktmöglichkeit auf der Homepage stehen hat... ;)

  • Hier auch noch einer. Ich habe mir ja auf der Arbeit einen höherverstellbaren Schreibtisch bekommen wegen Lymphödem Beine, das war harte Arbeit, ich habe echt schwer dafür kämpfen müssen trotz Attest.

    Toll sind da Kollegen (die wissen was, was ich habe), die dann kommen und meinen:"Ooooh, Du hast das gut, da kann man echt neidisch werden, so einen will ich auch!"

    Zuerst war ich platt, aber eben kam auch wieder einer fröhlich vorbei, da habe ich nur gesagt: "Kannst Du haben, nimmst Du dann aber meine Schmerzen und Krankheit auch mit?"

    Da zieht der Affe doch eine Schnute und meinte, dass ich keinen Spaß vertragen könne ... harharhar, ist das witzig, dachte ich nur.

  • Liebe Milli,

    das kann ich dir gut nachempfinden.

    Eigentlich sollten Erwachsene wissen, wann ein Spaß angesagt ist oder nicht.

    Ich hatte auch mal eine ähnliche Situation......

    Ih habe schon seit einigen Jahren eine Schwerbehinderung ud somit 5 Tage mehr Urlaub im Jahr.

    Damals meinte eine Kollegin zu mir:" Boah, hast du es gut.

    Du hast so viel Urlaub im Jahr.

    Den hätte ich auch gerne."

    (sie weiß warum eine Schwerbehinderung vorliegt)

    Ich sprudelte daraufhin sofort heraus:" Okay, meine 5 Tage Zusatzurlaub kannst du gerne haben, du bekommst sogar noch monatlich 100 Euro von mir dazu bezahlt, aber meine Schmerzen mit allen Konsequenzen bekommst du dann auch."

    Sie schaute mich dann ganz entsetzt an und zischte ab.

    Ich war so stolz auf mich, endlich mal direkt die passenden Wörter parat zu haben.

    :D