Brustkrebs und Kinderwunsch

  • Hallo Deniseknte ,

    ich kann dich total gut verstehen...

    Ich habe mich bzgl. meinem noch unerfüllten Kinderwunsch ausführlich in meinem Brustzentrum informieren lassen.

    Es ist so das nach Leitlinien die aktuelle Empfehlung ist das Tamoxifen 2 Jahre durchzunehmen und wenn dann alles gut ist, kann für den Kinderwunsch pausiert werden (nach Geburt aber wieder weiterzunehmen!). Frauen in dieser Studie hatten diesbezüglich kein nachweisbaren Nachteil.

    Zoladex sollte auch 2 Jahre durchgenommen werden...

    Ich persönlich werde dies auch so machen (meine 2 Jahre Enden im Dezember 2020) - in Zusammenarbeit mit meinem Brustzentrum + Kinderwunschzentrum.

    Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen.

    VG Möhrchen 🥕

  • Hallo Deniseknte ,


    es ist so wie Moehrchen es geschrieben hat. Allerdings hast du BRCA1, was mit einer Chance von 50% an deine Kinder vererbt werden kann. In diesem Fall solltet ihr - falls nicht schon geschehen - eine genetische Beratung machen lassen.


    Wenn du Tamoxifen bspw. 10 Jahre nehmen musst, aber schwanger werden willst, dann nimmst du Tamoxifen und die Spritze mind. 2 Jahre lang ohne Unterbrechung, dann absetzen und am besten ein halbes Jahr warten (bis alles aus dem Körper raus ist) und dann mit der Zeugung starten. Wenn Schwangerschaft und Stillzeit vorbei sind, startet man wieder mit der Antihormontherapie und hängt die übrigen Jahre hinten dran (in diesem Fall 8 Jahre).


    LG

    Anna

  • Hallo Deniseknte und allen anderen.


    Ich habe im Oktober 2019 die Diagnose Brustkrebs bekommen.

    In Oktober bin ich brusterhaltend operiert worden und im Dezember wurde die Bestrahlung abgeschlossen.

    Eine Chemo musste ich nicht machen.

    Auch ich soll 5 Jahre Tam nehmen.

    Da wir quasi gerade mitten in der Kinderplanung sind und ich kurz vor Diagnose auch schwanger war (leider eine Eileiterschwangerschaft) habe ich von meinen Ärzten die Erlaubnis bekommen mit Tam erst in einem halben Jahr zu beginnen.

    Ein halbes Jahr haben wir Zeit schwanger zu werden. Klappt das nicht, muss ich Tam zwei Jahre nehmen und darf erst danach wieder pausieren.

    Ich weiß nicht ob dir meine Geschichte weiterhilft, aber vielleicht zeigt es, dass es auch andere Wege gibt. Man muss nur seinen eigenen finden ;) (und jeder weiß hier wie schwer das ist)


    Liebe Grüße

    Fuechsin

  • Hallo zusammen. Erstmal ganz kurz zu mir. Ich hin mittlerweile 31 Jahre alt bin verheiratet und habe einen kleinen zuckersüßen 2 jährigen Sohn. Ich hatte im Dezember 2019 eine Hirnhaut Entzündung und lag über Weihnachten im Krankenhaus. Dort wurde auch der Brustkrebs entdeckt. Jetzt im Februar wurde mir das komplette Brustgewebe recht entfernt und erstmal mit silikon aufgebaut. 4 Lymphknoten wurden entnommen. Befallen waren keine. Die Bestrahlung ist auch vom Tisch, da ich ja kein Brustgewebe mehr habe. Ich soll eine Chemo bekommen. Entweder 12 Wochen lange jede Woche eine. Oder 4 Monate lang 1 pro Monat. Fertiprotect. Paclitaxel/Trastuzumab Tam+gnbrh Analogon

    Heute waren wir in der kinderwunsch Klinik. Wir haben über Eizellen einfrieren gesprochen. Wow, was das alles kostet. Jetzt stellt sich mir die Frage. Soll ich es überhaupt noch mal wagen schwanger zu werden? Bin ich dann nicht naiv.? Ich muss nach der Chemo eh Tamoxifen nehmen.. Hat sich das, dann nicht sowieso alles erledigt.? Sollte ich mit einem Kind zufrieden sein?

    Habe ich überhaupt gute Heilungschancen?

    So viele Fragen in meinen Kopf. Ich bin schon Traurig, dass mit die Entscheidung was Kinderwunsch angeht einfach abgenommen wird.

  • Meine Geschichte kurz und knapp:

    Ich habe / hatte Brustkrebs , G3, Ki67: 80%. Tumor plus befallener Lymphknoten sowie 5 weitere nicht befallene wurden entfernt, Brust bereits rekonstruiert mit Silikon.

    Meine 1. Chemotherapie war für diesen Donnerstag geplant. (4x EC, 12x Paclitaxel inkl. Carboplatin alle 3 Wochen)

    Zuvor habe ich mich mit Hormonen gespritzt und es wurden mir (leider nur 5) Eizellen entnommen. Zudem habe ich die Decapeptyl-Spritze bekommen, die meine Eierstöcke schützen soll. Im Reproduktionszentrum gibt es 2 Ärztinnen, die mich betreuen. Die eine Ärztin schlug nun vor, mir auch noch Eierstocksgewebe zu entfernen. Innerlich sträubt sich bei mir gerade alles dagegen, da dies innerhalb von 1 1/2 Monaten meine 5. (Oder 6.?) Narkose wäre. Die andere Ärztin sagte mir, dass sie aufgrund meines Gendefekts nicht dazu raten würde, weil man möglicherweise maligne Zellen einfriert und wieder einsetzt. Zudem ist sie guter Dinge, dass ich auch auf natürlichem Wege (oder durch etwas Mithilfe durch die Repro) schwanger wäre. Sie sagt, ich sei doch jung (29), sportlich, lebe und ernähre mich gesund und meine 5 Eizellen wären von sehr guter Qualität.
    Nun habe ich natürlich trotzdem Angst, wenn ich mir das Gewebe nicht entfernen lasse, am Ende dazustehen, keine Kinder bekommen zu können und mich über mich selbst zu ärgern. Andererseits kann ich wiederum auch sagen, vielleicht ärgere ich mich, wenn mir Gewebe entfernt , mit bösen Zellen eingesetzt wird und ich Krebs bekomme? Oder was mache ich, wenn das mit dem Restgewebe nicht klappt und das eingesetzte Gewebe nicht mehr anwächst oder beim auftauen kaputt geht oder oder oder?
    ich bin so ratlos! Muss mich bis allerspätestens morgen entscheiden, da Donnerstag die OP wäre (wenn ich sie mache, würde die Chemotherapie auf nächste Woche verschoben werden).
    Kann mir jmd helfen?

    Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, unfruchtbar zu werden durch die Chemotherapie? Zahlen gibt es dazu wohl nicht..


    Liebe Grüße

  • Hallo Jaunty , ich bin eigentlich nur Stille Mitleserin.


    Ich kann deine Sorge verstehen, bin 33 Jahre und habe noch keine Kinder.

    Ich stand auch vor so einer ähnlichen Situation.

    Ich habe einen hormonabhängigen Brustkrebs und da konnten bei mir keine Eizellen entnommen werden, deshalb habe ich mich für die Gewebeentnahme entschieden. Die Narkose ist auch bloß ganz kurz und durfte an dem gleichen Tag wieder nach Hause.


    Mir persönlich wären 5 Eizellen zuwenig!

    Weil man kann dir nicht garantieren das sich alle befruchten lassen. Habe den Fall gerade in der Familie und mit dem Gewebe hättest du dann wenigstens einen Plan B.


    Aber das muss jeder natürlich für sich entscheiden.

  • Liebe Jaunty ,


    ich fürchte, eine Wahrscheinlichkeit wird dir niemand nennen können, und das ist total doof, weil man immer das Gefühl hat, man könne sich vielleicht falsch entschieden haben.

    Ich habe vor der Chemo auch Eizellen einfrieren lassen, da ich da noch nichts von meinen Metastasen wusste.

    (Ich habe jetzt übrigens schon mehrmals gelesen, das ginge bei hormonabhängigen Krebs nicht, wurde bei mir aber gemacht. Es hieß, die zwei Wochen Hormone schaden nicht?)

    Ich kann dir nur sagen, dass meine Ärztin im Kinderwunschzentrum sich ähnlich äußerte - sie glaube nicht, dass ich nach der Chemo unfruchtbar sei, da man aber nie wissen könne, würde sie mir eine Entnahme empfehlen. Man brauche ca. 10 Eier, um eine Schwangerschaft "garantieren" zu können.

    Die Frage ist also wahrscheinlich, brauchst du die Gewissheit? Wenn du a) trotz Decapeptyl unfruchtbar wirst und b) die Eier nicht reichen, möchtest du zur SIcherheit noch ein backup? Es heißt ja nicht, dass du es nutzen musst.

    Und dann ist da ja auch noch die finanzielle Frage, ich weiß nicht, ob die eine Rolle spielt, ich bin jetzt schon im Streit mit meiner KK wegen der Kosten.


    Ich wünsche dir viel Kraft bei der Entscheidungsfindung, solche Dinge nagen. Hab trotzdem einen guten Abend,


    Liebe Grüße,

    Annika

  • Hallo Jaunty


    ich persönlich kenne nur die Zoladex Spritzen. Es ist ein Monatsdepot und legt die Eierstöcke still, d.h. man bekommt sie einmal monatlich in den Bauch gespritzt. Während der Chemotherapie bekommt man sie also auch monatlich gespritzt. Eine einmalige Sprize ist kein ausreichender Schutz. Die Eizellen entwickeln sich unter der Spritze nicht, sie reifen nicht zu einem Follikel heran und werden somit vor dem Angriff der Chemo geschützt.

    Frag doch mal beim Krebsinformationsdienst nach, ob sie dazu vielleicht Studien haben?


    Viele Grüße

  • Ich bekomme auch monatlich die Zoladex Spritze. Meines Wissens nach ist aber nicht ganz geklärt, ob diese wirklich etwas bringt. Ich bekomme diese aber nur, weil ich gezielt danach gefragt habe. Angeboten wurde sie mir nicht. Mein Onkologe meinte auch, dass ich diese eventuell selber zahlen muss und die gesetzliche Krankenkasse diese nicht übernimmt, da mein Brusttumor nicht hirmonabhängig ist und ich sie zur Heilung eigentlich nicht bräuchte. Habt ihr da Erfahrung?


    Irgendwie kommt es mir so vor, als sei der spätere Kinderwunsch bei den Ärzten total nebensächlich. Ich fühle mich nicht gut informiert. Ich suchr mir alles im Internet zusammen. Für mich persönlich und meine Zukunft hat der Kinderwunscheinen großen Stellenwert und ich hoffe ich versäume nichts.


    Eierstockgewebe habe ich mir nicht einfrieren lassen. Hätte mir auch niemand angeboten. Ich habe Eizellen entnehmen lassen. Wurden aber nur 4 Stück :-(

  • Hallo Jaunty ,


    Ich habe mich vor Beginn der Chemo auch dazu entschieden, Eierstockgewebe entnehmen zu lassen. Eizellen waren bei mir nicht möglich.

    Die Entnahme erfolgte innerhalb von 20 Minuten, war also kein riesen Eingriff. Durfte am gleichen Tag wieder nach Hause.

    Bei mir liegt ja auch eine BRCA1 Mutation vor, das Gewebe wurde auf Krebszellen untersucht. Das entnommene Gewebe war frei davon.

    Ich lasse mich nach der Chemozeit dann mal überraschen, ob es so klappt oder ob wir auf das Gewebe zurückgreifen müssen.

  • Jaunty , ich dachte gerade, es sind ja quasi zwei Entscheidungen, einmal, das Gewebe jetzt entnehmen zu lassen, zum anderen, es später wieder einsetzen zu lassen. Jetzt weißt Du noch nicht, wie Du in einigen Jahren dazu stehst, was sich in der Forschung getan haben wird... Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man einiges im Schock der frischen Diagnose anders beurteilt, als zu einem späteren Zeitpunkt.

    Du musst machen, was sich am Ende richtiger für Dich anfühlt, ich denke, ich würde mir die Option offen halten wollen, dagegen kann man sich immer noch entscheiden später... aber da gibt es einfach sehr unterschiedliche Haltungen zu, da muss man seiner Intuition folgen... Viel Kraft für diese Entscheidung und die anstehende Therapie wünsche ich Dir!

  • Ihr Lieben,


    Könnt ihr mir nochmal eine Rückmeldung geben, ob die Entnahme von Eierstockgewebe bei euch bezahlt wurde? Und wenn ja, wo ihr versichert seid und auf welchem Weg abgerechnet wurde? Ich habe einen scheinbar recht aggressiven BK, habe nächste Woche Vorstellung im BK- Zentrum und danach gleich im Fruchtbarkeitszentrum, werde mich dann zügig entscheiden müssen.


    Vielen Dank!

  • Hallo ihr Lieben,

    Bei mir ist die Entscheidung nun vom Tisch. Mir wurde gesagt dass diese Spritzen die man bekommen kann um die Eierstöcke zu schützen fast keine Wirkung bringen. Das war ein Experte von der Kinderwunsch Abteilung und ich hatte Angst dass die Doppelbelastung Chemo und Wechseljahrnebeneirkung mich zu sehr umhaut. Einfrieren war für mich keine Option da die Angst zu groß war dass ich mir böses Gewebe wieder in den Körper einpflanze. Mir wurde zwar gesagt die Wahrscheinlichkeit sei gering. Aber ich halte nicht viel von Wahrscheinlichkeiten bei so einem Thema. Und da ich schnell mit der Chemo beginnen sollte da der Tumor Recht agressiv ist war mir das Risiko und die Belastung der OP zu groß. Nun hoffe ich dass meine Eizellen die Chemo hoffentlich überstehen. Denn mein größter Wunsch waren immer 2 Kinder. Aber das mein Baby was ich habe weiterhin eine Mama hat war mir wichtiger und dafür wollte ich dir bestmöglichen Bedingungen. Mir konnte keiner so genau sagen wie gut die Chancen dafür stehen nochmal schwanger zu werden. Der Cocktail soll wohl nicht die besten Chancen bieten habe ich vom Kinderwunsch Experten gesagt bekommen aber er meinte er sei kein Onkologe mhh.. 6x pacli/myocet/carbo soweit der erste Zyklus. Bin mit nicht sicher ob die gesamten 18x aus allen 3 bestehen wird Hat jemand Erfahrung mit dieser Chemokombi und Kinderwunsch? Achso mein Tumor ist TN also nicht hormonabhängig.

    LG Sara