Brustkrebs und Kinderwunsch

  • Hallo ihr Lieben,


    ich bin 29 Jahre alt und seit fast 10 Jahren in einer glücklichen Beziehung. Wir haben bisher keine Kinder und wollten warten, bis wir bereit dazu sind. Vor einigen Wochen haben wir beschlossen nun bereit zu sein und wollten Anfang 2020 beginnen es zu versuchen.

    Leider wurde vor 1,5 Wochen bei mir Brustkrebs diagnostiziert. Die brusterhaltende OP hatte ich vor einer Woche, Tumorkonferenz ist am Mittwoch und Termin habe ich dann am Donnerstag. Wahrscheinlich wird es auf Bestrahlung und Hormontherapie hinauslaufen.

    Natürlich möchte ich am Donnerstag meinen Kinderwunsch ansprechen, aber ich mache mir gerade echt einen Kopf und kann nicht schlafen. Wie ist denn das mit Kinderwunsch und Hormontherapie? Muss die zuerst vollständig abgeschlossen werden? Die geht ja meistens über mehrere Jahre. Ich habe öfter was von 5 Jahren gehört. Daher wollte ich mal fragen, wie es bei anderen war und ob ich so lange warten muss? Evtl. könntet ihr mir schon mal weiterhelfen. Ich danke euch!


    Schöne Grüße

    Brienne

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  • Hallo Brienne

    Es tut mir leid das es dich auch erwischt hatX(ich muss Antihormontherapie für 10 Jahre nehmen. Ich habe mal gehört dass die Medikation ausgesetzt wird wenn ein Kinderwunsch besteht und wenn das Baby da ist wieder gestartet wird. Auf jeden Fall musst du das bei deinem nöchsten Termin unbedingt ansprechen.

    Ich bin mir sicher das auch du die Chance bekommst Mama zu werden!!!;)

    Viel Glück!!:*

  • Hallo BrienneVonTarth ,


    man darf die Hormontherapie für Schwangerschaft und Stillzeit unterbrechen, allerdings erst, wenn man sie mindestens 2 Jahre gemacht hat. Ich habe mich mit diesem Thema intensiv befasst, weil ich gerne ein weiteres Kind hätte. Leider gibt es Ärzte, die Frauen mit hormonabhängigem Tumor immer noch von einer Schwangerschaft abraten, weil sie nicht auf dem neusten Stand sind.


    Liebe Grüße

    Anna

  • Hallo BrienneVonTarth ,

    so wie AnnaMaus84 habe ich mich auch mit dem Thema intensiv beschäftigt und mit diversen Fachärzten gesprochen. Die Diagnose kam bei mir während unserer Planungsphase....

    Hormonabhängigen BK schließt den Kinderwunsch nicht aus. Aktuelle Studien zeigen dass Frauen, welche die AHT mind. 2 Jahre genommen haben, keine signifikanten Nachteile haben wenn sie für ihren Kinderwunsch damit pausieren.

    Es besteht also Hoffnung!!!

    LG Möhrchen 🥕

  • Bei meinem Behandlungsplan ist auch im Anschluss Tamoxifen geplant. Ich bin mich aber die letzten Tage damit am beschäftigen ob ich es überhaupt nehmen soll und wenn ja wie lange. Ich hab her 2 3+positiv, mein Progesteronrezeptor liegt bei 10% Östrog.ist negativ mein Ki Wert war 30%.Am Ultraschall ist schon nach 5 Chemos nichts mehr zu sehen gewesen, noch 2 Chemos dann brusterhaltende OP und noch Bestrahlung. Ich bin jetzt 35 und hätte gerne in den nächsten Jahren ein Kind. Das fällt ja nur weg ich Tamoxifen nehmen würde,schwierig diese Entscheidung.. Aber ich frage mich ob bei "nur" 10% positiv und dann bei knapp 30% geringerem Risiko nach 5 Jahren Tam es wert ist auf ein Kind in seinem Leben zu verzichten.. Immerhin bekomm ich ja auch die Antikörper noch.. Steckt noch jemand in solch einer ähnlichen Situation??

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  • Hallo Jennyb ,


    ich bin auch 35 und habe vor 1 Woche die Bestätigung Brustkrebs erhalten. Auch wir waren gerade dabei uns für ein zweites Kind zu entscheiden. Mein Tumor ist ebenfalls hormonabhängig und somit steht auch bei mir am Ende der Akuttherapie Tamoxifen auf dem Plan für mindestens 5 Jahre. Ich stehe zwar noch ganz am Anfang und habe mich für die Teilnahme an einer Studie entschieden ( siehe unter meiner Vorstellung), weswegen ich versuche jetzt noch irgendwie auf schnellem Wege Eizellen einfrieren zu lassen, weiß aber noch nicht wie das abläuft und ob das auch klappen wird. Was ich aber meine zu hören bzw. gelesen zu haben ist, dass man auch in der Tamoxifen Phase seinen Kinderwunsch nicht aufgeben muss. Auch wenn dieser erst nach ca. 2 Jahren nach Tamoxifen möglich ist. Soweit ich mich recht erinnere, kann dir vielleicht AnnaMaus84 mehr dazu sagen.


    LG Knutschkugel84

  • "Frohes" (?) Neues Jahr euch allen!


    Leider gibt es kaum Statistiken zu der Thematik Chancen auf Schwangerschaften nach Brustkrebs.


    Ich habe mit 28 J. meine Diagnose bekommen- das ist nun anderthalb Jahre her. Die Frage ob ich später Kinder bekommen kann beschäftigte mich von Anfang an am meisten und das hat sich vis heute nicht geändert.


    Ich habe Eierstockgewebe einfrieren lassen und auch Eizellen (hier konnten nur 2 befruchtet eingefroren werden-eigentlich viel zu wenig um eine Aussicht auf Erfolg zu haben).

    Der AMH Wert (Anti Möller Hormon) wwar bei mir sehr hoch (also sehr fruchtbar vor den Behandlungen).


    Bei mir gab es Chemo 4× EC und 12x Pacli und Bestrahlung sowie nun die 5 Jahre Tamoxifen -Antihormontherapie.


    Die Therapie unterbreche ich April 2021 (nach 2 J. Einnahme) um hoffentlich auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Ansosnten machen wir von den Eizellen bzw dem Gewebe Gebrauch.


    Zur Kryokonservierung von Eierstockgewebe kann ich euch folgendes Berichten:

    - Die OP und die Zeit danach tat es kaum weh (ab und zu ein Zwicken).

    -Es wird ein miniStück Gewebe auf einer Seite rausgeschnitten. Dieses enthält bereits unzählige Eizellen im Vorstadium (also noch nicht herangereift!).

    - Das Gewebe wird untersucht und tiefgefroren gelagert.

    - Bei Bedarf kann es dann im Bauchraum (nicht zwingend dort wo es rausgeschnitten wurde) eingesetzt werden. Die Hoffnung: es wächst an und produziert die herangereiften Eizellen die sich ihren Weg dann wie auf natürlichem Wege suchen. Sprich: Sex = Schwanger.

    - Es wird immer nur ein kleiner Teil des Gewebes eingesetzt. Dadurch hat man dann auch mehrere Chancen es zu probieren.

    - in der Praxis sind die Erfolgsaussichten wohl besser als aktuelle Studien es vermuten lassen (diese hängen immer etwas hinterher). Dies ist die Auskunft einer Spezialistin in DE mit der ich telefoniert habe.


    Obwohl die Ärzte mir aufgrund des Alters, der Kryokonservierung und des "Schlafenlegens der Eierstöcke mittels des Tamoxifens während der Chemo"gute Chancen ausrechnen, habe ich panische Angst dass es nicht klappt. An Tagen wie heute sitze ich dann einfach auf der Arbeit und heule heimlich 😢


    Ich verspreche euch mich hier zu melden wenn absehbar ist, ob mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist 🤰🤱👼🏻


    Allen viel Mut und Kraft auf eurem Wege! Bitte schreibt doch auch mal wenn sich bei euch etwas getan hat in die eine oder andere Richtung.

  • Mir geht es leider genauso. Ich bin 32 und habe Brustkrebs (g3, her2 positiv, ki67:30 %) und sehr großen Kinderwunsch. Deshalb habe ich mich entschlossen Eizellen einzufrieren. Leider wachsen die Eizellen nicht wie erhofft, wahrscheinlich können nur sechs Stück punktiert werden. Ich bin realistisch und weiß, dass dies für eine spätere Schwangerschaft oder sogar für zwei Kinder zu wenig sein wird.

    Wie hoch ist denn eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass ich durch die Chemo (4mal EC je 2 Wochen und 12 mal wöchentlich Pacil) unfruchtbar werde? Ich habe Hoffnung, dass ich danach auch noch auf natürliche Weise schwanger werden kann. Es gibt dich auch die Möglichkeit sich die Eierstöcke ruhig stelken zu lassen, um sie zu schützen. Hat hier jemand Erfahrung? Ich bin wirklich verzweifelt.

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  • Hallo Roberta ,

    eine Chemo kann unfruchtbar machen, muss aber nicht ... alles kann nichts muss.

    Ich persönlich hatte mir vor der Chemo einen halben Eierstock zur Sicherheit entnehmen lassen (da auch noch unerfüllten Kinderwunsch) - Eizellen ging bei mir nicht da Tumor hoch hormonabhängig ist. Ich hatte 12x Pacli und meine Eierstöcke funktionieren unverändert gut. Bei mir blieb auch nie die Menstruation aus, blieb trotz Chemo gleich. Die "Eierstock-Lahmlege-Spritze" bekommen oft junge Frauen zur Chemo als Schutz.

    Bei mir ist es so dass ich das Tamoxifen (aufgrund der hohen Hormonrezeptoren) 2 Jahre durch nehmen muss und wenn dann alles gut ist kann für den Kinderwunsch passiert werden. Erst probiert man es normal, wenn es nicht klappt kann der halbe Eierstock wieder eingesetzt werden.


    Es gibt einige Frauen die trotz Chemo noch schwanger geworden sind ... aber auch das Gegenteilige. Alles möglich.

    Es gibt viele Möglichkeiten den unerfüllten Kinderwunsch bestmöglich noch möglich zu machen (wie z.B. der Zoladex-Spritze) sprich da ausführlich und offen mit deinem Arzt. Heutzutage ist so viel möglich. Wie die Chemo dann aber tatsächlich bei dir einwirkt weiß keiner zuvor und es gibt keine Garantie.

    Zuversicht und Hoffnung, das wünsch ich dir.

    LG Möhrchen 🥕

  • Hallo Roberta ,

    offensichtlich sind auch hier Art & Ausprägung der Nebenwirkungen äußerst individuell. Die Hitzeschübe begannen bei mir circa zwei Wochen nach Erstinjektion und kamen in den ersten Tagen bis zu acht Mal stündlich. 🤬 Nach circa drei bis vier Wochen wurde es besser, allerdings gesellten sich zunehmend andere Nebenwirkungen hinzu, die aber alle gut zu bewältigen sind. Auffällig waren bei mir vaginale Trockenheit ohne jegliche Schädigung, der komplette Libidoverlust sowie eine vergrößerte Brust unmittelbar nach der Injektion.


    Liebe Grüße 🙋🏻‍♀️

  • Liebe Roberta ,


    ich bin das erste Mal 2003 erkrankt , da war ich 26 Jahre alt ohne Kinder. Ich habe TAC Chemo 5 Mal bekommen, die 6. wurde bei mir gestrichen. Das ist Docetaxel, Adriamycin und Cyclophosphamid und das alles gleichzeitig, eine ordentliche Dröhnung.

    Meine Eierstöcke wurden damals nicht geschützt, die Forschung war 2003 noch nicht so weit und keiner wusste, ob das Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Chemo haben würde. Anschließend habe ich noch 3 Jahre Zoladex+Tamoxifen bekommen und dann noch weitere 2 Jahre nur Tamoxifen. ich hatte unter Tamoxifen alleine leider Probleme mit Zystenbildung an den Eierstöcken, es hatte sich links eine grosse Zyste gebildet, die operiert werden musste. Sie hatte sich leider um den halben Eierstock gewickelt, also kam der halbe Eierstock auch noch raus. Habe dann Tamoxifen im Dezember 2008 beendet und war dann entgegen allen Erwartungen der Ärzte spontan schwanger im September 2009. Meine Tochter wird dieses Jahr 10 Jahre alt und ist kerngesund. Für ein zweites Kind hat es bei mir leider nicht mehr gereicht. Meinen Zyklus habe ich aber heute immer noch, allerdings schon stark herabgesetzte Hormonwerte.

    Ich wünsche dir alles Gute!

  • Roberta


    Solltest Du den erfolgreichen Ovarienschutz bzw. die Fertilität meinen, kann ich Dir bisweilen keine Antwort geben. Meine Chemo endet

    in vier Wochen und damit auch die Gabe der GnRHa (Zoladex). Ich habe keinerlei finanziellen Aufwand, was die Spritze betrifft – die Kosten

    werden komplett übernommen.

  • Hallo ihr lieben, ich bin neu hier. Mein Name ist Denise ich bin 26 Jahre Alt und komme aus München. 2017 bekam ich die Diagnose Brustkrebs BRCA1, 2018 nach 16 Chemo Therapien, einer DiepFlap OP und 28 Bestrahlungen bin ich nun gesund. Nun nehme ich, wie wahrscheinlich die meisten hier jeden Tag, eine Tablette Tamoxifen und die Spritze alle 3 Monate. Nun meine Frage Mein Partner (wir sind seit 6 1/2 Jahren zusammen und ich), haben einen großen Kinderwunsch nach der ganzen schweren Zeit. Jetzt wollte ich wissen, hat jemand von euch die Medikamente schonmal frühzeitig abgesetzt? Und hat dass irgendwelche Auswirkungen? Sorry für meine Fragestellung und ich hoffe es fühlt sich auch keiner angegriffen aber ich möchte es einfach nur mal wissen, da mir mein Onkologe auf das, keine richtige Antwort gibt. Klar geht die Gesundheit vor! Das stelle ich auf keinen Fall in Frage. Und wenn es so ist, dass es irgendwelche Auswirkungen haben könnte, würde ich sie auch auf meinen Fall absetzen. Ich bin ja noch Jung und hab noch viel Zeit. Aber mein Partner ist 15 Jahre älter wie ich und ich würde es mir einfach sehr wünschen den nächsten Schritt mit ihm zu gehen! Er sagt aber dennoch, dass es ihm wichtiger ist, dass ich gesund bleibe.

    Vielen Dank für eure Antworten,

    Ganz liebe Grüße 😘😊