Eure Erlebnisse bei Arztgesprächen

  • Die Art der Diagnosemitteilung und der darauf folgenden Aufklärung war 11

    1. Ich war zufrieden (3) 27%
    2. Naja, ganz okay (3) 27%
    3. Gut (3) 27%
    4. Miserabel (1) 9%
    5. Super gut (1) 9%

    Eben ging es um Euren Wunsch, jetzt sind Eure Erfahrungen Inhalt der Umfrage. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Ob mein Vorurteil wohl bestätigt wird?

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Meiner Meinung nach müsste das heute besser geworden sein. Die Patienten sind kritischer geworden und hinterfragen schon mal die Art, wie die Ärzte mit den Patienten umgehen. Und da, wo ich nicht gut behandelt werde, gehe ich auch nicht wieder hin, oder?

  • Hallo , Ihr Lieben,
    die Ärztin mit der Erstdiagnose war toll, einfühlsam und sehr sensibel. Mein jetziger Onkologe ist wenig sensibel und jede dritte Antwort zu den doch heftigen Nebenwirkungen ist, das sei normal. Ich hätte mir von ihm mehr Aufklärung zur Chemo gewünscht. Da ich viel dazu lese, habe ich mir so manches selber zusammen gereimt. Aber ob das so immer gut ist? :thumbdown:

  • Hallo,


    wie gestern schon in einem anderen Thread angedeutet, habe ich mit Ärzten die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht. Deshalb stimme ich auch nicht ab, sondern schildere einfach mal, mir so "passiert" ist.


    Bei der Erstdiagnose war die Aufklärung im Krankenhaus hundsmiserabel. Erstmal ging ich in ohne Biopsie und somit auch in Unkenntnis, ob Krebs oder nicht, in die OP (wusste nicht, dass das normalerweise gemacht wird). Nachdem ich dann operiert war, wurde ich eines Morgens zum Lungeröntgen und zum Knochenszinti geschickt - ich hatte keine Ahnung, dass das "dazugehört" und dachte mir: "Jetzt hab ich auch noch Metas!". Das Ergebnis des Lungenröntgens ließ dann über eine Woche auf sich warten. Ihr könnt Euch meinen Gemütszustand vermutlich vorstellen. Ich war völlig durch den Wind vor lauter Angst. Und beim Abschlussgespräch erhielt ich die Auskunft: "Sie müssen Chemo machen - Sie haben gar keine andere Chance!". Meine Interpretation dazu: "Fragen Sie nicht so viel, sondern machen Sie einfach, was ich sage."


    Bei meinem ersten Rezidiv war die Aufklärung ganz gut. Weil ich allerdings unvorsichtigerweise mitteilte, dass ich vor der Ablatio noch eine Zweitmeinung einholen möchte, wurden mir die notwendigen Berichte - trotz mehrfacher schriftlicher Anforderung - erst 1 1/2 Monate nach der Entfernung des Rezidivs und nach massiven Drohungen meinerseits (Ankündigung der Einschaltung eines Rechtsanwalts) zur Verfügung gestellt


    Im nächsten Krankenhaus war alles toll. Dort durfte ich alle Fragen stellen und diese wurden für mich verständlich, umfassend und einfühlsam beantwortet. Da habe ich mich richtig gut aufgehoben gefühlt.


    Ihr seht also: ich hab so gut wie alles erlebt. Und ich habe Ärzte kennengelernt, die trotz allen Termindrucks hinter den "Fällen" die Menschen sehen und auf diese eingehen. Bei diesen Ärzten bedanke ich mich immer besonders - denn DAS ist die einzige Möglichkeit, Anerkennung zu zeigen (die Vergütung für Gespräch wird ja leider von den Krankenkassen sehr, sehr schlecht vergütet).


    Viele Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Ich muss sagen, dass ich im Großen und Ganzen sehr gute Erfahrung gemacht habe. Ich war vorher noch nie in einem Krankenhaus, aber in den zwei Wochen, in denen mein Zustand unklar war und es um meine Gesundheit immer mal nicht gut stand, habe ich mich immer gut aufgehoben und kompetent behandelt gefühlt. Sicher gab es eine Ausnahme. Die Ärzte, die in dieser Zeit Dienst hatten sind meistens sehr junge Assistenzärzte gewesen. Sie waren immer bemüht herauszufinden, was genau mir fehlt. Im Endeffekt hatten alle schon lange einen Verdacht und der Name Lymphom fiel ab und zu ausversehen. Somit konnte ich mich selbst langsam auf die Nachricht vorbereiten und hatte schon vor meinem Krankenhausaufenthalt schon ein wenig über mögliche Varianten außer einem Lymphom gelesen, aber je mehr Test sie mit und an mir gemacht haben umso sicherer war ich mir selbst schon. Bei der Aufklärung über die Krankheit und die Chemo hatte ich zwei verschiedene Varianten. Einen Arzt, der sich mir und meiner ganzen anwesenden Familie zu einem Verhör stellte und wirklich ALLE Fragen in Ruhe und geduldig beantwortet hatte. Und einen Arzt, der sich teilweise glaube ich sehr lustig findet und mich mit seinem Humor echt angegriffen hat. :cursing: Ich weiß nicht, ob es an meinem Alter liegt (24Jahre) und er vor einem älteren Patienten mehr Respekt hat oder er einfach immer so saulustig ist! Aber Ausnahmen gibt es überall! ;)


    Ich war in meiner Situation echt sehr zufrieden mit den Ärzten und der Behandlung bis jetzt!!

  • Ich muss hier mal ein dickes Lob an meine beiden Ärztinnen loswerden.
    Ich hab 2, die eine begleitet mich durch die gesamte Therapie und operiert auch( sowohl Lhympfknoten als auch Brust OP) die andere ist für meine Chemotherapie zuständig) Mit der ersten war ich sofort auf einer Wellenlänge, einfühlsam, erklärte mir alles, nahm mir Ängste. Fühlte mich sofort wohl. Die andere war erst Arzt dann Mensch :-) mittlerweile komme ich mit ihr wunderbar klar, gerade jetzt wo ich soviele Nebenwirkungen habe und den Infekt. Sie hat immer ein offenes Ohr, ist immer erreichbar und erklärt mir alles, auch die Ängste. ich glaube ich habe echt ein Glücksgriff getan und das wiederrum habe ich auch meiner eigentlichen Gynokologin geschrieben, die mich an die Praxis überwiesen hat. ich traue mich alles zufragen ohne das ich denken muss, die lachen mich aus


    Sally :thumbsup:

  • Meine Brust-OP war gerade 4 Tage vor Weihnachten,nach Weihnachten sollte ich den Befund erhalten.Da wurde ich von meiner Ärztin schön belogen.Der Befund wäre noch nicht da ,bzw. er wäre weiter geschickt worden,und dies wäre ein gutes Zeichen,was ich ganz und gar nicht glaubte.wenn alles in Ordnung gewesen wäre,brauchte man es nicht weiter schicken.Im neuen Jahr sagte sie mir es wäre bösartig,was sie schon bei der OP gesehen hatte.Für mich und meinen Mann war es das schrecklichste Weihnachten und Silvester.es fehlte dann immer noch ein Befund über die Art des Krebses,was ich dann 1 Woche später erfuhr.ich hatte riesengroßes Glück,das der Tumor so früh entdeckt wurde und noch sehr klein war, hatte keine Metastasen.mußte dann trotzdem noch die Lymphknoten entfernen lassen.beim Verbandswechsel mußte ich dann bei meinen Hausarzt ewig im Wartezimmer sitzen,wobei ich mir eine dicke fette Erkältung einfing und somit die Chemo ständig verschieben mußte..mein Hausarzt machte dann noch witzige Sprüche das er mir sagen könne wo ich den Infekt her hätte.ich hab dann gleich meinen Arzt gewechselt.konnte somit erst am 27.3. mit meiner Chemo beginnen.

  • Hm, die Oberärzte auf Station fand ich in beiden Krankenhäusern super. Sie haben geduldig alle meine Fragen beantwortet und versucht mir alles zu erklären (auch zu Zeiten wo ich schwer aufnehmen konnte). Auch ein Großteil der Assistenzärtze war gut - hat mal gesagt "das weiß ich jetzt leider nicht aber dann und dann ist der Oberarzt wieder da ..." Manche haben anders reagiert und mir immer wieder Angst gemacht mit seltsamen Aussagen/Andeutungen die sie dann nicht wirklich erklären konnten. Ich versuche nun nur noch Oberärzte zu fragen oder die bei denen ich ein gutes Gefühl habe.
    Mein jetziger Hausarzt ist auch gut (die, die meine Krankheit übersehen hat war eine Katastrophe - ich war sehr schwach und sie meinte mir sagen zu müssen, dass ich vollkommen gesund bin, da hatte ich schon eine sehr fortgeschrittene AML), er verweist mich sofort weiter, wenn er was nicht versteht, passt gut auf mich auf und beantwortet alle Fragen. Der Onkologe zu dem ich jetzt muss ist furchtbar. Auch im kleinen Krankenhaus habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht Fragen werden nicht beantwortet/ich werde sehr "unmündig" behandelt und/oder darf zwar ewig warten aber den Arzt nicht mal sprechen ... ach ja und dieser entsprechende Arzt hat die meisten Plakate in der Praxis von wegen "Ihr Leben ist uns ..."blabla.
    Ich mag Ärzte, die einem sagen was Sache ist und einem die Diagnose genau erklären. Ich finde das wichtig und notwendig, schließlich geht es nicht um einen "Schnupfen" sondern um unser Leben.

  • Mein Mann und ich mussten gestern schmunzeln, als wir bei meiner Ärztin waren zum op Gespräch. Sie sagte ich darf mir gerne noch was anfuttern vor der op. Hätte ja auch schon gut zugelegt, das ist gut für die op, dann kann sie besser operieren. Also immer her mit dem essen, dann sehen die Brüste näher gut aus :-)
    LG sally

  • Ich habe so gemische Erfahrungen mit Ärzten. Zum Einem 2009 eine Fehldiagnose: Leberkrebs. Hinterher hiess es nur , die Ärztin hätte sich vertan. Und das kurz vor Weihnachten.
    Zum Anderen oft auch überforderte Ärzte, die mit einem komplexen Krankheitsbild den Überblick verlieren. Mein Hausarzt ist zwar gut, aber ich denke, er ist auch überfordert. Das Zusammenführen von mehreren Disziplinen ist schwierig. Wenn ich in die Klinik gehe, beanspruche ich Gastroenterologen, Nuklearmedziner, Radiolgen, Neurochirurgen. Vor Ort kommen dann noch Orthopäden , Lungenfacharzt und Neurologe dazu. Die Arztbriefe sind mehrere Seiten lang. Dann bin ich auch frustriert, wenn ich das Gefühl habe, ich überfordere alle.

  • Liebe Becsi,
    auch meine Erfahrungen mit Ärzten waren zu Beginn meiner Sarkomerkrankung eher schlecht. Aber das hängt mit der Seltenheit unserer Tumore zusammen. So dauerte es bei mir ein halbes Jahr, bis die Diagnose auf dem "Tisch" war. Obwohl die Hautveränderungen auf dem Strahlenfeld der Brust sofort aufgefallen sind und auch histologisch untersucht wurden, wurde erst einmal eine "Chronische Radiodermatitis" festgestellt und mein Angiosarkom nach Brustkrebsbestrahlung entwickelte sich unterdessen "munter" zu einem G3 Tumor.
    Als dann die richtige Diagnose feststand, fand ich dann endlich die Experten, die dann alles korrekt in die Wege leiteten. Meine Nachsorgen gestalten sich ähnlich aufwändig wie deine: Hautcheck alle vier Monate, CT-Thorax immer beim gleichen Raddiologen zuerst alle vier, jetzt alle 6 Monate, dann ab und zu Rücksprache mit dem Sarkomzentrum halten und dazu immer die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen in meinem Brustzentrum. Diese werden jetzt, nach meiner erneuten Brustkrebserkrankun, ebenfalls engmaschig sein.
    In der Zwischenzeit habe ich mir ein sehr gutes Netz von Ärzten aufgebaut, mit denen ich nur gute Erfahrungen gemacht habe. Aber das hat, wie man so schön sagt, seine Zeit gedauert! Und wenn du schreibst, dass du alle Arztbriefe sehr sorgfältig liest, so denke ich, dass es bei dir ähnlich ist wie bei mir: Wissen hilft gegen meine Angst!
    Becsi, es ist leider so, wir sind Patientinnen mit einer ziemlich seltenen Erkrankung, aber weißt du, was mir Mut macht? Wir leben! Und zwar weil unsere Erkrankungen letzendlich doch richtig diagnostiziert wurden und weil wir unsere Nachsorgen so sorgfältig betreiben. Sie sind unsere Lebensversicherung!
    Ich wünsche dir und allen Frauen hier, für die ebenfalls schwierige Arztgespräche anstehen, viel Kraft und Energie.
    Sei ganz lieb gegrüßt von
    Angie

  • Als ich die Diagnose "Brustkrebs" erhielt, fühlte ich mich eigentlich in "meinem" Brustzentrum sehr gut aufgehoben und in sehr guten Händen. Auch die Informationen kamen sehr gut rüber. Es ging alles sehr schnell, ich konnte nicht brusterhaltend operiert werden. Jetzt befinde ich mich mitten in der Chemo. Mein Onkologe nimmt sich viel Zeit und ist auch sehr einfühlsam.


    In der vergangenen Woche sollte ich jedoch eine andere Erfahrung machen, als ich wieder ins Brustzentrum fahren musste. Da habe ich eine sehr düstere Erfahrung gemacht, als ich mit Bauchschmerzen, die mich schon wochenlang plagen, in die Klinik gefahren bin.


    Mein Onkologe hatte leider Urlaub, so dass ich keinen anderen Ansprechpartner hatte. Ich wurde von dem Chefarzt wie eine Simulantin behandelt und er meinte, auch er habe Angst und ihm tun die Lymphknoten auch weh!? Als ich ihm fragte, ob er im Blutbild auch meinen Tumormarker sieht, ist er total ausgerastet! Dieser wird nicht bestimmt und er fragte mich, wer mir solch einen M... erzählt? Ich war fassungslos und wollte die Klinik trotz Schmerzen wieder verlassen. Nur eine Stationsschwester, die alles miterlebt hat, konnte mich überreden zu bleiben. Mir wurde nur der Bauch abgetastet und einen Klistier zur Hilfe der Abführung erhielt ich. Am nächsten Tag habe ich die Klinik wieder verlassen. 2 Tage später musste ich abends, in meiner Stadt, in die Rettungsstelle. Dort wurde schon etwas mehr gemacht, vom Röntgen bis zur Darmspiegelung. Das Wichtigste, ich bin angehört worden und ich fand total nette Ärzte und Schwestern! Es war ein Darmverschluss, als Nebenwirkung von der Chemo. Bekam mehrere Einläufe, dann "ging" es wieder.


    Leider habe ich immer noch Bauchschmerzen. Vor allem geht es mir psychisch sehr schlecht und ich habe Angst!!!!!!! Ich kann es noch nicht verstehen, wie man im Brustzentrum mit mir umgegangen ist!!!!! Ich weiß auch wirklich nicht, ob ich da noch mal hin fahre. Bin sehr enttäuscht, auch wenn die Ärzte 12 Stunden Dienst machen müssen. Dieses Problem kann man nicht am Patienten lösen und schon gar nicht, wenn ein Patient, so wie ich, körperlich und psychisch Hilfe braucht!!!!


    Ich hoffe ich bin ein Einzelfall und ich kann aus Euren Beiträgen mehr positives lesen!!!! Ich wünsche noch einen schönen 3. Advent! :) :)

  • es tut mir leid, dass du vergangene Woche so eine schlechte Erfahrung machen mußtest. Ich hatte bei unserer Klinik bislang überwiegend Glück und wurde immer ernst genommen, wenn ich da war - na ja, wurde vielleicht bei einer Stelle etwas kurz abgehandelt, aber das ging noch.


    Auch wenn ich dir bei deinen Ängsten wenig helfen kann, so nehme ich dich in Gedanken ganz doll in der Arm und setze mich ein wenig zu dir, dann bist du nicht so allein.


    :hug: Wölfin

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Hallo Miami,


    es tut mir leid, dass man Dich so verletzt hat. Dein Beitrag hat mich traurig gemacht Traurig darüber: Was muss ein Mensch, der ja sowieso schon gebeutelt ist, noch alles ertragen? Und es immer noch Ärzte gibt, die uns weh tun. (Zum Glück ist das die Minderheit) Ich habe überlegt was ich gemacht hätte. Wie ich mich kenne, hätte ich auch ausgehalten, und dann zu Hause angefangen zu toben. Wir sollten lernen uns zu wehren, aber was ist, wenn wir nicht in der Lage sind, wenn wir keine Sprache mehr haben. Ich habe mir jetzt vorgenommen daran zu arbeiten, und wenn es mich mal erwischen sollte, mich massiv zu wehren. Wir haben als Krebspatient Rechte, Rechte menschlich behandelt zu werden. Vielleich kannst Du Dich doch noch überwinden ganz sachlich Dein Anliegen in diesem Brustzentrum vorzubringen. Es könnte ja sein, dass sie Dir dankbar sind, wenn Du offen sprichst. Ich würde mich, glaube ich, wenn ich so nachdenke, ?( der Brustschwester anvertrauen. Aber ich kann auch verstehen, wenn Du nur Deine Ruhe haben willst. :) Alles Gute

  • Liebe Wölfin, liebe Leni


    ich danke Euch sehr für Euer Mitgefühl. Es tut gut zu spüren, dass man nicht allein ist! Ich hoffe, dass ich diese Woche meine Probleme beim Onkologen klären kann und das es mir dann wieder besser geht. Habe zur Zeit keine Lebensqualität und meine Gefühle fahren Achterbahn. Es ist ein ewiges auf und ab. Ich weiß aber, das ihr genauso fühlt und ich wünsche uns allen viel Kraft für die weitere Bewältigung in Bezug auf die Krankheit!


    Ich grüße Euch alle ganz lieb


    Eure Miami :)

  • Guten Morgen,


    gestern war ich wieder einmal bei meinem Gyn., da mir die Dame bei der Rentenversicherung gesagt hat,
    ich sollte mir vom Arzt bescheinigen lassen, das die Wiedereingliederung gescheitert sei. Ich habe ihm
    das alles erklärt, auch das ich Angst habe, das die Krankenkasse denkt, das ich zu einem späteren Zeitpunkt
    mit der Wiedereingliederung weitermachen kann. Mein Arzt meinte mal wieder, das ihn das alles nicht
    interessiere. Dann hat er irgendetwas auf seinen Block gekritzelt und mir gesagt, das ich am Montag
    wiederkommen soll, da dann das Schreiben fertig sei. Habe mich nur gefragt, wofür ich überhaupt
    dort gewesen bin. Langsam habe ich das Gefühl, das ich ihm nur wichtig war, als er mir die Diagnose
    mitgeteilt hat. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, das er sich auch mit dem Thema "danach" auskennt.
    Aber wie es aussieht hat er da keine Ahnung und macht mir auch immer sehr direkte Andeutungen, das ihm
    das alles eigentlich am "Hintern" vorbeigeht.


    Es ist jetzt schon das zweite Mal, das ich mich nicht gut aufgehoben gefühlt habe. Außerdem habe ich
    am Donnerstag, kurz nach meinem Termin bei der Rentenversicherung, bei meinem Gyn. angerufen und
    ihnen mein Problem geschildert. Sie hatten also noch Zeit um alles evtl. mit der Krankenkasse abzuklären
    und sich vorher zu informieren. Ich fühle mich im Stich gelassen.


    Wenigstens ist bei meinem Antrag auf Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben etwas ordentliches herausgekommen.
    Ab 12.01.2015 geht es beim BfW los. 4 Wochen Assessment und danach ca. 9 Monate einen Qualifikationskurs fürs
    Büro. Hoffe nur, dass das alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Leider ist der Kurs aber in Vollzeit, aber ich
    muss im Moment nehmen was ich kriegen kann. Außerdem habe ich auch ab August nächsten Jahres die Chance
    im Büro einen Job zu bekommen. Wenn das so weiterläuft ist alles in Ordnung.


    LG
    Gartenfee

  • Und ich dachte schon, mein Gynäkologe wäre die Ausnahme ... aber was ich hier so gelesen habe, bestätigt mir dann doch, dass vielen Ärzten leider das Menschliche irgendwann abhanden gekommen ist (das ist vielleicht eine notwendige Distanz, aber trotzdem sehr schade). Man hat mich auch lange auf die Diagnose warten lassen, ich bekam sie dann telefonisch, so neben 2 anderen Telefonaten der Ärztin kurz und bündig mitgeteilt " Ja, hallo, sorry aber Ihr Befund ist bösartig, Sie haben Krebs. Alles Weitere erfahren Sie dann von Ihrem Gyn). Der Termin war erst eine Woche später, in der ich ohne Kenntnis irgendwelcher Diagnose schlimme Ängste entwickelt habe. Woraufhin mir dann der Gyn als Erstes sagte, ich solle nicht so in Selbstmitleid zerfließen, das würde mir auch nicht helfen. Dann könne ich auch gleich vom Michel (Hamburger Kirchturm) springen, dann hätte ich es hinter mir.


    Heute ist Tumorkonferenz und morgen stehen dann wieder 2 Gespräche an, was die Histologie ergeben hat und wie es weitergeht, da graut mir jetzt schon vor.

  • Mein Gott, ich kann mir kaum vorstellen, so etwas auf diese Art und Weise gesagt zu bekommen.Einige Ärzte sollten doch wirklich den Beruf wechsel. Man gönnt ja niemanden etwas schlechtes, aber...............


    Liebe Kratzekatz, laß dich von dieser Art und Weise und solchen dummen Ausagen bitte nicht runterziehen.
    Es ist sehr traurig aber du bist stark und willst und wirst wieder gesund werden. Das wünsche ich dir und uns allen hier.


    Liebe Grüße von Lexi

  • Liebe Gartenfee, liebe Kratzekatz,
    ich werde stellvertretend für euch unglaublich wütend, wenn ich mir die Situationen vorstelle, die ihr mit euren Ärzten durchgemacht habt. Es tut mir sehr sehr leid für euch. In einer so schwierigen Situation von den Menschen, von denen man dann abhängig ist, so mies behandelt zu werden, ist einfach unerträglich. Vielleicht sollte man das genauso diesen Ärzten mal ins Gesicht sagen.
    Ist es euch möglich, andere Ärzte zu suchen?
    Ich wünsche euch Stärke - vor allem für die Begegnung mit solchen Ärzten!

  • Hallo Joni , auch ich finde man sollte etwas sagen aber in diesen Momenten ist es oft schwer.Ärzte die sich so verhakten sollten lieber Verkäufer oder sonst was werden mich macht das wirklich wütend . Ich finde das ein Menschliches Verhalten sehr wichtig ist und hilfreich. mir hat bei einer Untersuchung eine schwester die Hand gehalten das hat mir so gut getan. an solche Menschen will ich denken wenn neue Untersuchungen anstehen
    ich wünsche euch auch eine gute Begleitung auf eurem Weg Alles Liebe tine62