Brusterhaltend oder Mastektomie??

  • Liebe Elle , das ist eine sehr schwierige Entscheidung, die dir leider niemand abnehmen kann.


    Es gibt Argumente für BEH und welche dagegen.

    Es ist auch ein Unterschied, ob Körbchengröße bis D oder größer.

    Bei deinen Tumordaten tendiere ich zur BEH.

    Du hast einen G2er Tumor und der KI Wert ist nicht so hoch. Der böse Bursche hat nicht gestreut :thumbup:.


    Bei größeren Körbchen hat man manchmal auch nach 18 Monaten einZwicken und Zwacken inklusive Lymphstau. Da gibt's schon mal Tage, wo Frau denkt, hätte ich das besser mal alles entfernen lassen. Aber das sind nur wenige Tage mit Wetterwechsel.


    Letztendlich macht es in Punkto Rezidiv/Metastasen (in meinen Augen!) wenig Unterschied, wenn der Sch...Kerl wachsen will tut er es, ob im Gewebe oder auf dem Brustmuskeln.

    Daher wäre meine Stimme eher für die BEH.

    Was meinen die Anderen?

    Liebe Grüße Eli

  • Liebe Elle,

    ich bin mit DCIS zunächst brusterhaltend operiert worden. Ich hatte gar keinen Gedanken auf eine Mastektomie verschwendet. Mir war aber damals auch nichts von einer anschließenden Strahlentherapie gesagt worden. Dann hat sich das DCIS als weit größer herausgestellt als ursprünglich gedacht und ich stand nur noch vor der Frage Mastektomie mit oder ohne Silikon-Rekonstruktion. Weil ich die Asymmetrie schlimm fand und finde und der Arzt es für vertretbar hielt, Brustwarze und Haut zu erhalten, habe ich mich dann für das Implantat entschieden. Und dann hieß es auf einmal, dass ich mit dieser Lösung "gut bedient" sei, weil mir so die Bestrahlung erspart bliebe. Die OP verlief top, aber die Unsicherheit eines Rezidivs bleibt und ist noch ein paar Prozentpunkte größer als bei Mastektomie ohne Aufbau. Die Bestrahlung hat aber auch Risiken, wenn auch statistisch sehr geringe. Dasselbe gilt für die Silikonimplantate. Es ist eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Keiner kann in die Zukunft schauen. Ich sehe das wie Anne79: Frau kann diese Entscheidung nur mit ihrem Bauchgefühl treffen. Den Rat, auf meine innere Stimme zu hören, bekam ich auch von einer befreundeten Chirurgin.

    Ich wünsche Dir, dass Deine innere Stimme Dir in den nächsten Tagen laut und deutlich den Weg weist.

    Lavara18

  • Elle , das ist einfach eine schwierige Entscheidung.

    Ich hatte nach 2 Jahren ein Rezidiv von 3mm, konnte also nicht wieder bestrahlt werden.

    Man sagte mir, die Leitlinien sagen Mastektomie, aber bei mir könne man auch noch mal BET.

    Wäre aber nicht Leitlinienkonform, das würde auch in meinem Arztbericht stehen.

    (Meine Anmerkung: das ist völlig okay, auch wenn es viele Wege gibt, die alle okay sind, könnte ich meinen Arzt verklagen, falls wieder was kommt, weil er ja nicht nach Leitlinien operiert hat)


    So, ich denke, es hat auch viel mit der Psyche zu tun. Siehst Du Deine Brust als Feind, als etwas, das Dir Angst macht, dann würde ich sofort sagen: Mastektomie.

    Ich habe meine Brust nie als meinen Feind gesehen. Da war etwas in meinem Körper, das mir etwas Böses wollte, das dummerweise in meine Brust gewandert ist.

    Ich habe mich für eine zweite BET entschieden und liebe diese Brust mit ihren Narben und Dellen. Irgendwie ist sie für mich schön, sie hat so viel mit mir durchgemacht.


    Aber schau auf Dich, wie fühlt es sich für Dich an?

    liebe Grüße

    Milli

  • Samsmom   Anne79   Elenear   Lavara18   Milli

    Ich bin euch allen so dankbar, dass ihr mir geantwortet habt. Von jedem Beitrag von euch konnte ich so viel für mich herausziehen und mich in meiner Entscheidung weiterbringen. Ich finde es so toll, dass in diesem Forum so viele Menschen sind, die einem helfen können, obwohl jeder etwas anderes erlebt hat. Manchmal, wenn man so viel liest, so wie ich die letzten Tage, ist man total konfus und mein Mann sagt immer lese nicht so viel du wirst noch ganz durcheinander und kannst dich dann gar nicht mehr entscheiden. Aber mir persönlich hat es sehr geholfen eure Geschichten zu hören und eure Erlebnisse mit eurer Krankheit, was eigentlich unsere Krankheit ist. Insgesamt kann ich nur sagen vielen Dank und ich finde so etwas macht einen nur noch stärker und je mehr Wissen man hat, desto besser kann man auch damit umgehen, als diese Ungewissheit und Nicht-Verstehen.

    Seid herzlichst gegrüßt und gerne höre ich mehr von euch, wenn euch noch etwas einfällt.

    Ich werde auch berichten, wie ich mich entscheide.🤗🙋‍♀️😋

    Ganz liebe Grüße

    Eure Elle😍

  • Ich habe mit Interesse diese Beiträge gelesen. Ich steh vor einer ähnlichen Entscheidung: Nach 17 Jahren Gesundheit ist ein 2. bösartiger Tumor in der gleichen Brust aufgetaucht mit Daten, die eine gute Prognose haben: lobulär, 5 x 8 x 12mm, G2, hormonpositiv, keine Metastasen sichtbar, geringe Aggressivität.

    Vor 17 Jahren war eine BET mit Bestrahlung, die ich super vertrug.

    Jetzt ist wieder BET möglich, aber - wegen der Bestrahlung damals - keine 2. Bestrahlung. die andere Behandlungsmöglichkeit ist die Mastektomie. Meine Ärztin tendiert mehr zur Mastktomie.

    Ich bin heute 66 Jahre alt. Ich tendiere zur BET ohne Bestrahlung und möchte "meiner Brust noch eine Chance geben". Alle Daten zum Rezidiv-Risiko in meiner speziellen Situation scheinen mit vertretbar. In meinem Alter - heißt es - ist die größere Sicherheit durch Bestrahlung nicht viel höher als ohne Bestrahlung. Eine 2. Bestrahlung hätte aber mehr Nebenwirkungen/Spätfolgen (z.B. für meine Lunge)

    Zur Rezidiv-Risikominderung möchte ich lieber mit ausreichend Bewegung und -wie es eine Beraterin bei der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr nannte - einer "mentalen Bestrahlung" arbeiten, sprich: Visualisierung, Meditation,.... und Ernährung.

    Hat hier jemand Erfahrung mit diesem oder einem ähnlichen Weg gemacht?

  • Inschi

    Hallo, schön von dir zu hören.

    Das ist ja interessant, dass es bei dir ähnlich ist wie bei mir, nur dass du länger tumorfrei warst.

    Mein Prof hatte mir geraten eine Brust erhaltende Operation zu machen und eine Bestrahlung von innen, die sogenannte Brachy Therapie. Hier wird geziehlt nur im Gewebe der Brust im Bereich des herausoperierten Tumors bestrahlt und zwar nur ein paar Tage hintereinander. Dadurch werden Organe etc geschont. Must du mal googeln. ich habe mich im Endeffekt jetzt auch dafür entschieden, statt Mastektomie.

    Von den anderen Maßnahmen, sprich Bewegung, Ernährung etc habe ich natürlich auch schon gehört und das will ich auf jeden Fall in Angriff nehmen, aber dass es die Bestrahlung ersetzt, ist mir jetzt nicht bekannt.

    Lass von dir hören, wie du dich entschieden hast und wie es Dir geht, würde mich sehr interessieren.

    Viel Glück.

    Elle

  • Liebe Inschi ,

    du bist trotz der Diagnose sehr zuversichtlich. Das ist grundsätzlich sicher eine gute Voraussetzung, um mit klarem Kopf die richtigen Entscheidungen treffen zu können.


    Allerdings sollte man bei lobulärem Krebs etwas vorsichtig sein, da er radiologisch ( US und Mammo) nur schlecht darstellbar ist. Am sichersten wäre ein MRT. Ist das gemacht worden?

    Bei mir zeigte z B. erst der pathologische Befund nach Mastektomie, dass ein zweiter kleinerer Tumor vorhanden war, den man vorher gar nicht gesehen hatte. ( Trotz regelmäßig US und Mammo). Und ich war heilfroh über meine Entscheidung...

    LG

    angi

  • Hallo Ihr Lieben, am 4. Juli hatte ich eine subkutane Mastektomie mit Sofortaufbau / Silikonimplantat. In der fünften Woche hat sich eine Entzündung eingeschlichen und es kam zu dauerhaft offenen Stellen. Vor vier Tagen wurde das Implantat gewechselt. Nun habe ich ein neues 260 g Silikonimplantat auf dem Muskel sitzen.  

    Es war eine multizentrischer G2 Tumor, daher wurde mir zur Entfernung geraten. Die Waechter Lymphknoten waren nicht befallen  und es scheint nicht gestreut zu haben, soweit man das derzeit feststellen kann. Meine eigene Brust rechts ist 900 g schwerer, diese soll im Frühjahr angeglichen werden mit Versetzen der Brustwarze. Hat jemand hier zu Erfahrungen? Im Moment mache ich mir Gedanken, ob der Kompressions BH fest genug sitzt, da der Größen unterschied so erheblich ist, dass ich das Implantat nicht wirklich unter Druck setzen kann. Danke für Antworten, Hattifnatte 

  • Hallo liebe Mitglieder, obigen Beitrag möchte ich noch ergänzen: Ich bin recht unreflektiert der Empfehlung Mastektomie gefolgt. Im Nachhinein tut mir das sehr leid, da ich im Falle des Nicht Gelingens mit der leeren Stelle leben muss.

    Habt ihr Tipps, die das Einheilen des zweiten Implantats verbessern können? Wisst ihr, ob man mit einem Implantat später noch in die Sauna gehen kann? Hat jemand Erfahrung mit einer massiven Verkleinerung der eigenen Brust? Eigentlich habe ich hier keine Antwort verfasst, sondern viele neue offene Fragen gestellt. Es ist wirklich etwas sehr individuelles, und bei drei Tumoren in einer Brust war meine Entscheidung bestimmt auch nicht völlig falsch. Ich hatte mich komplett auf das Gelingen fokussiert, nun habe ich ziemliche Ängste, dass die Silikonlösung nicht vernünftig funktionieren könnte.

    Als Reiterin, Sportlerin möchte ich die Risiken einer Eigenfett Entnahme nicht auf mich nehmen....

    Herzlichen Dank für Antworten

    Hattifnatte

  • Hallo Hattifnatte mmh, das mit dem Bh würde ich mal beim Doc ansprechen, vielleicht kannst Du ihn ja auch irgendwie auspolstern. ich hatte das Problem so nicht, da ich beide Seiten neu bekommen habe, allerdings hatte ich erst ein etwas lockerer sitzendes Modell und fand es mit einem anderen engeren Modell wesentlich angenehmer. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass Du Dich nicht so richtig wohlfühlst mit dem Bh.

    Meine Implis sitzen auf dem Muskel und ich hatte von Anfang an wenig Schwierigkeiten. Habe den Kompressions-BH wirklich gut 6 Wochen rund um die Uhr getragen. Ich wurde im August operiert und habe zum Jahresende hin dann die Kompressions-BH so nach und nach gegen normale BHs getauscht, da sie nicht mehr gut gehalten haben. Meine OP ist nun gut 2 Jahre her und ich kann wieder alles machen. Ich gehe in die Sauna (allerdings nur Biosauna wg. des Lymphödem, laufe, springe, sie gehören nun zu mir.

  • Hattifnatte

    Das tut mir leid, dass bei dir sie Mastektomie mit Silikon Aufbau nicht wie gewünscht funktioniert hat.

    Hast du schon mal über Aufbau mit Eigengewebe nachgedacht? Hier gibt es den Thread "Mein Diep-Flap"...


    Ich stehe gerade auch vor der Entscheidung beidseitige Mastektomie mit Silikon oder Eigengewebe.

    Momentan tendiere ich zum Eigengewebe. Aber meine Ärztin meint, so kurz nach der Chemo würde sie mir diesen nicht empfehlen. Vorerst wäre also bei mir auch Silikon die Lösung.🙄


    Da ich auch viel Sport mache, käme für mich hier nur die Variante "auf den Brustmuskel" in Frage. Zudem habe ich auch Bedenken, was die Kapselfibrose und die Abstoßung des Materials angeht. In meinem BZ meinten sie, dass man das Risiko der Abstoßung durch die richtige Implantatwahl minimieren kann. Vielleicht besprichst du das mal mit deinen Ärzten.


    Den Aufbau mit Eigengewebe wäre bei mir übrigens auch erst frühestens in einem Jahr möglich.

    Wenn dein Leben kein Ponyhof ist, mach nen Zirkus draus!;)


    Eines Tages werde ich sagen: Es war nicht einfach, aber ich habe es GESCHAFFT!:thumbup:

  • Vielen herzlichen Dank für eure Antworten!

    Der Implantatwechsel ( jetzt 280 g) links ist nun zwei Wochen her, schon wieder habe ich das Gefühl, dass sich die erneuerte Brust etwas praller und härter anfühlt als direkt nach der Operation.

    Mein Frauenarzt meinte, das sei bis zum gewissen Grad in Ordnung, da der Körper eine Kapsel um das Implantat bilden muss. Er empfahl mir die Antibiose zu verlängern, die rote Stelle in der Brustfalte mit einer Kompresse auszupolstern und den BH sehr straff zu tragen.


    Weiß jemand von euch, ob die Brust mit Impli wieder weicher, beweglicher und etwas schlaffer eben natürlicher wird? Kann man etwas dazu beitragen, vielleicht Heilfasten?


    Die nicht operierte Seite wiegt derzeit noch 1180g, ich wünsche mir nun sehr, dass die Implantatseite diesmal erhalten bleiben kann und sich natürlich anfühlen wird.

    Diesmal bin ich auch ein bisschen ängstlich, da ich die Eigenfett OP nicht auf mich nehmen möchte. Alle Infos die zur Beruhigung beitragen, erfreuen mein Herz.


    In einem halben Jahr wäre dann die entsprechende Verkleinerung sprich Angleichung möglich.


    Ganz toll herzlichen Dank für eure Hilfe!

  • Hi Hattifnatte ,

    bei mir ist die subkutane Mastektomie 4 Wochen her (unterm Brustmuskel) und so laaaangsam wird die Brust weicher (aber kein Vergleich zur natürlichen Seite). Mein Doc hat 2x punktiert, ein Bluterguß ist aber noch da und sorgt für eine sehr harte Stelle.

    Also hab Geduld, das dauert... Grundsätzlich kann das wohl ein halbes Jahr und länger dauern, bis die Brust ihre entgültige "Konsistenz" erreicht hat, soweit ich weiß.

    Alles Gute,

    Ontsch