Brusterhaltend oder Mastektomie??

  • Hallo ihr Lieben


    Am 5.1 gehe ich ja nun in die Klinik und am 6ten werde ich brusterhaltend re an zwei Krebsherden operiert.So ist es geplant und auch mit den Ärzten besprochen.Sie waren guter Dinge, daß man die Brust erhalten kann.Der Professor allerdings meinte, es würde im nachhinein vermutlich nicht so gut aussehen, da ich mit Körbchengröße B nun nicht sehr üppig ausgestattet bin und wenn an zwei Stellen operiert wird...naja...er meinte wohl, daß einfach nicht mehr viel übrig bleibt.Zuerst war ich froh, daß man wohl ziemlich sicher brusterhaltend operiert werden kann.Dann hatte ich gestern ein Gespräch mit meinem Mann, der mir immer zur Seite steht und mich liebt, egal wie ich aussehen werde.Er hat Sorge, daß ich nach der Op geschockt bin über das Ergebnis.Weil das Risiko gegeben ist, daß die Brust fast ganz wegoperiert wird.Was ist, wenn im übriggebliebenem Gewebe wieder etwas gefunden wird.Er möchte nicht, daß ich stückchenweise meine Brust verliere und ich nicht damit klarkomme.So hatte ich das alles noch garnicht gesehen..Nun zu unserer Überlegung.Ist es besser, die Brust sofort zu amputieren? Wenn man weiß, daß das Op- Ergebnis nicht so gut sein wird? Oder wenn man jetzt schon 2 Herde hat? Später Brustaufbau wie auch immer...Ich hoffe, ihr könnt mir folgen.Hoffe wieder auf Eure Sichtweisen.Welche Überlegung ist die Richtige? LG :0)

  • Liebe Pioline,
    ich verstehe deine Gedanken sehr gut, aber die endgültige Entscheidung kannst nur du selbst treffen - wobei dein Post für mich so klang, als wäre die Entscheidung für BET schon getroffen?
    Ich habe - nach zunächst erfolgter BET - beidseitige Mastektomie mit Wiederaufbau hinter mir (letzte Op vor 1 Jahr) - und muss sagen, optische Gesichtpunkte haben mich nicht dazu gebracht, sondern rein medizinische. Aber das muss jede für sich selbst entscheiden, ist ja auch abhängig vom Alter, den Ansprüchen etc.
    Auch Amputation schützt übrigens leider nicht hundertprozentig vor Rezidiven bzw. Metastasen - deshalb muss ich zB Tam nehmen.
    Ich wünsche dir, dass du deine Entscheidung so fällst, dass du damit gut leben kannst .


    PS: :thumbsup: dass dein Mann so zu/hinter dir steht - meiner hat/hätte auch alles mitgetragen!

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    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • hallo pinoline, ich hatte 3 herde bei der ersten op wurden 24 gramm entnommen, leider mußte nochmal nachgeschnitten werden. aber lieber auf sicherheit! bei der 2. op wurden nochmal 14 gramm entnommen. und ich war echt ueberrascht wie gut es aussieht. bei mir wurden die tumor rausgeschnitten. dann wurde das uebrige druesengeweben gelockert und dann wurde es zusammengezogen ueber die stelle wo sie das gewebe weggeschnitten hatten. wenn es nicht schoen aussieht kannst du bestimmt auch spaeter noch einen brustaufbau machen lassen.

  • bei mir wurde die Brust ausgeschält, heißt eigentlich eine Mastektomie. Die Haut und die Brustwarze blieben völlig erhalten. Der Schnitt wurde in der Brustfalte gemacht und mit Silikon aufgefüllt. Sah sehr gut aus. Leider hat sich eine Fibrose gebildet und musste nach 2 Jahren nachoperiert werden - heißt ein neues Implantat und ein Strattice damit keine neue Fibrose kommt. Jetzt sieht es wieder sehr gut aus. Das Strattice könnte man auch gleich bei der ersten OP reinlegen, dann gibt es keine Fibrose. Leider wusste ich das bei der ersten OP nicht.

  • Liebe Pinoline :P


    die Entscheidung ob brusterhaltend oder Amputation, kannst nur du für dich treffen, am besten
    nach einem guten Gespräch mit deinem beh. Arzt/Operator.
    Vielleicht wäre ein Gespräch mit dem Krebsinformationsdienst eine Entscheidungshilfe?
    http://www.krebsinformationsdienst.de auch eine Zweitmeinung für das OP-Verfahren kannst du dir einholen.


    Ein guter Operator kann auch bei einer kleinen Brust, mit Herden an verschiedenen Stellen ein gutes Ergebnis erzielen.
    Dennoch ist es so, wie Sonnenblümchen geschrieben hat, schützt eine Amputation nicht vor Rezidiven oder vor Metastasen.

    Ich entscheide für mich rein nach med. Gesichtspunkten! Alles andere wäre für mich zweitrangig!
    Ich wünsche dir eine gute Entscheidung für dich, mit der du zufrieden sein wirst :thumbup:


    Grüßle :) ika :)

  • Hallo Ihr Lieben,
    erstmal DANKE für´s Daumendrücken heute...
    Ergebnis der Humangenetik: Keine Genmutation! JIPPIE


    ...eigentlich ein Grund zum Freuen,...
    aber...irgendwie steh ich jetzt trotzdem vor der Entscheidung:


    brusterhaltende OP (BET und anschließende Bestrahlung wegen G3, triple negativ und Lymphknotenbefall)


    oder Ablatio (Brust ab- nur rechts, also die betroffene Seite)... bzw. subkutane Mastektomie (Haut bleibt, Brustwarze evtl. weg, Drüsengewebe auf jeden Fall weg)
    Bestrahlung der Achselhöhle auf jeden Fall!


    Ohje...ich find das so schwierig zu entscheiden!


    Eine Genbeteiligung hätte mir diese Entscheidung abgenommen, denn dann wäre beidseitig abgenommen worden- zack: Rückfallrisiko im Keller!


    Und nun...ich weiß nicht, was ich machen soll...


    Wie hoch ist das Rückfallrisiko bei BET-Operation?
    Ablatio einseitig...Wiederaufbau? Mit Silikon oder Eigengewebe möglich...
    Brustwarze neu bauen und tätowieren lassen...
    Puhhh....weiß echt nicht weiter!


    Könnt ihr mir irgendwas raten? Gibt es Betroffene, die die verschiedenen Wege bestritten haben und mal berichten mögen?


    Danke Eure verwirrtes Trinchen


    P.S. OP Termin ist definitiv am 18.1.- egal, wofür ich mich entscheide!

  • Hallo Trinchen ,


    Erstmal Glückwunsch zur nicht vorhandenen Genmutation :thumbsup:
    Jetzt hast du eine Entscheidung zu treffen , bei der kann ich dir leider so gar nicht helfen , aber du hast ja GottseiDank noch ein bisschen Zeit , das für und wieder abzuwägen . Es melden sich bestimmt noch einige zu dem Thema und dann kannst du in Ruhe überlegen .Zur Not hilft auch die gute alte Liste . Aufgeschrieben hat man alle Vor und Nachteile manchmal besser vor Augen....Und Vertrau auch ein wenig deinem Bauchgefühl...Der Termin ist auf jeden Fall notiert .
    Sei lieb gegrüßt von Mosicha

    Sollte das Leben Dir in den Hintern treten , dann nutze den Schwung um vorwärts zu kommen.

  • Hallo liebe Trinchen :P


    oh ha…eine wirklich schwere Entscheidung! Ich freue mich sehr für dich, dass es keine keine Genmutation :thumbsup:


    Mittlerweile weiß man, dass das Rückfallrisiko genauso hoch ist, ob Ablatio oder B-erhaltende OP, wenn die Ärzte eine BET durchgeführt werden kann.
    Die meisten Entscheidungen zu einer Ablatio hängt davon ab, wo der TU sitzt, wie groß der TU ist. Die Grenze liegt bei ca. 3 cm,
    einige Operateure machen eine erhaltende OP auch bis 4 cm.
    Entscheidend ist auch, inwieweit der TU ins benachbarte Gewebe (Haut) Muskulatur eingedrungen ist und wenn ein ausgedehnter Befund
    in der Brustdrüse diagnostiziert wurde. Ebenso Mikrokalk der in der gesamten Brustdrüse diagnostiziert wurde, oder wenn an mehreren
    Stellen TU sitzen, dann kann eine gute BET OP nicht durchgeführt werden….
    Das sind jetzt Punkte die für eine Ablatio sprechen! Vielleicht eine kleine Entscheidungshilfe?
    Wenn ich mich nicht entscheiden kann, dann wende ich genau das Prinzip an, das Mosicha beschrieben hat…Vor und Nachteile aufschreiben
    und dann schauen, was kann ich wegstreichen und was ist mir wichtig und wenn wir die Argumente vor den Augen haben, ist das wirklich
    eine gute Unterstützung……
    Ich höre sehr oft auf mein Bauchgefühl!


    Trinchen, vielleicht nochmal ein Gespräch mit deinem Arzt führen?
    Auch der KID ist dafür ein Ansprechpartner http://www.krebsinformationsdienst.de


    Die FSH hat ein gute Broschüre, schau mal rein:
    http://www.frauenselbsthilfe.d…14-05-Brustamputation.pdf


    Grüßle :) ika :)

    Lachen ist die beste Medizin,

    also verschenke jeden Tag ein Lächeln,
    es tut nicht we
    h
    :thumbsup:

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  • Liebes Trinchen,
    zuerst möchte ich dir dazu gratulieren, dass keine Gen-Mutation vorliegt. Ich denke, das beruhigt ein bisschen und beschränkt die Nachsorge auf die Brust. Allerdings ist die Entscheidung, die du treffen musst, wirklich sehr, sehr schwierig.
    Du fragst, ob jemand BET und Ablatio - Erfahrungen hat. Ich habe beides:
    - BET mit Lymphknotenentnahme, danach Bestrahlung, inklusive der Axilla im Jahr 2005. So behandelte man damals gemäß den Leitlinien. Vorteil: Optisch sah das Ganze ziemlich gut aus. Nachteil: Durch die Lymphknotenentnahme und die Bestrahlung der Brust und der Axilla entwickelte sich sowohl ein Brust- als auch ein Lymphödem. Das Brustödem verringerte sich mit der Zeit, das Lymphödem ist mir bis heute gebleiben. Aber: Nicht alle Frauen entwickeln ein Lymphödem.
    - Ablatio habe ich auch durch, da sich 2010 ein extrem seltenes Weichteilsarkom auf der operierten Brust entwickelte. Und im Jahr 2013 entdeckte man bei einer DCIS -OP ein darunter verstecktes Mamma-Ca. Dieses hatte eine ganz andere Tumorformel als der BK im Jahr 2005! Auch diese Brust wurde wegen meiner Vorgeschichte entfernt. "Vorteil": Da ich aufgrund medizinischer Indikation keinen Wiederaufbau gemacht habe, fällt die Mammographie weg. Mit dem Ultraschall als halbjährliche Nachsorgeuntersuchung ist alles gut "abzuchecken". Nachteil: Optisch ist das Ganze immer noch sehr gewöhnungsbedürftig. Du siehst, ich habe alles "ausprobiert"! :D
    Meine ganz persönliche Erfahrung sagt mir: Frau muss das mit ihrem Bauch entscheiden. Ich habe das auch so gemacht - und zwar in Gesprächen mit meinem onkologischen Gynäkologen und mit meiner Psychoonkologin. Mit ihnen habe ich ganz klar die Vor- und Nachteile abgewägt und so kam meine ganz persönliche Entscheidung zustande. Leider gibt weder die eine noch die andere Variante die Sicherheit, die wir uns wünschen.
    Ich wünsche dir eine gute Entscheidungsfindung.
    Liebe Grüße
    Angie :)

  • Liebes Trinchen,



    bin lange nicht mehr hier gewesen und wollte eigentlich nur kurz was schauen, bin aber an Deinem Beitrag hängengeblieben, weil ich vor 5 Jahren vor einer ähnlichen Entscheidung gestanden habe wie Du. Nur das ich Genmutationsträgerin bin. Super, dass Du den defekt nicht hast, dass ist tatsächlich ein Grund sich riesig zu freuen :thumbsup: :thumbsup:


    Einfacher, wie Du sagst ist die Entscheidung dann nicht unbedingt. Auch für uns BRCA Frauen gibt esverschiedene Op Optionen. Ich kenne auch eine Menge Frauen, diesich trotz Mutation für eine BET und nicht für Ablatio oder subkutane Mastektomie entschieden haben. Ich sage Das nur, weil Du geschrieben hast, wärest Du Genmutationträgerin wäre die Entscheidung für Dich klar. Vielleicht ist dieser Gedanke ja schon ein Hinweis für Dich in welche Richtung Du gerne gehen möchtest. Spüre doch da mal hinein.


    Mit den Ärzten zu reden und Fakten zu klären ist immer das wichtigste. Dann fallen nämlich manche Optionen von vornherein raus was die Entscheidung schon ein wenig einfacher macht. Im Gespräch ist vielleicht auch wichtig zu klären was für Dich Priorität hat, Sicherheit oder Kosmetik und zu welchen Anteilen Du es für Dich selbst gewichtest. Danach kann der kann der Arzt dann seine Op planen.


    Vielleicht ist auch der Unterschied zwischen den verschiedenen Op Methoden gar nicht immer so hoch wie man denkt und man würde genauso lange leben mit dieser Op wie mit jener. (Läge eine Op im klaren Vorteil, würden Die die Ärzte doch sicher dazu raten :D ). Ein rückfallsfreies Überleben hängt von so vielen verschiedenen Faktoren ab, die Op ist nur einer davon. Dass nur um Dir ein wenig den Druck zu nehmen ^^ . Letzendlich geht es dadurch dann auch vielleicht nicht immer um die Frage, womit lebe ich am Ende länger, sondern womit geht es mir besser.


    Ich lebe mit beidseitiger subkutaner Mastektomie mit Sofortaufbau mit Silikon und ich lebe damit sehr gut. Meine Punkte dafür waren folgende (kürzere Op Dauer, keine Bestrahlung, hoher Tragekomfort). Die Entscheidung das Drüsengewebe entfernen hat mir persönlich geholfen besser mit der Ungewissheit leben zu können. Habe es also mehr aus mentalen Gründen als aus faktischen Gründen entschieden.Wenn du dazu noch Fragen hast frag ruhig.


    Hiernoch einen tollenLink zu einem Formular vom IQWIG, dass bei Entscheidungsfindungen
    helfen kann:
    http://www.versicherten-und-pa…ungshilfe-interaktiv1.pdf
    align=left]


    Ich kenne das Gefühl vor solchenEntscheidungen zu stehen nur zu gut und Wünsche Dir ganz viel inneres Führung Stärke und Kraft, Deinen eigenen Weg zu finden und auch zu gehen.Hoffe es war Dir hilfreich und Du findest hier noch gute Tips. Aber bitte hab auch immer vor Augen, dass jeder hier einen anderen Tumor, eine andere Situation und andere Bedingungen gehabt hat.


    Ganz herzliche Grüße
    Madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

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  • Ich schließe mich Madita an.
    Ich trage ja leider auch so ein doofes Gen, aber ich hätte gern aber schon von Anfang an gern eine Mastektomie gehabt. Da hat mich der Arzt noch ausgelacht, weil er Tumor 6mm groß war. Aber als das Genergebnis kam, war ich einfach erleichtert, dass ich die Brust doch abgeben konnte. Psychisch geht es mir mit Silikon besser. Ich hatte keinen Bezug mehr zu meiner Brust, die mich in Lebensgefahr gebracht hat.

    Life's journey is not to arrive at the grave safely in a well preserved
    body, but rather to skid in sideways,
    totally worn out shouting "holy
    crap....what a ride".

  • Liebe Trinchen,
    da ich mehrere Herde habe, stellt sich bei mir die Frage nach einer brusterhaltenden OP nicht.
    Die Entscheidung ob Ablatio oder Mastektomie fällt mir auch noch nicht leicht. Mein Chirurg (und persönlicher Freund) meinte, er würde immer eine Mastektomie bevorzugen. Auch, wenn durch Bestrahlung evtl. nach 10 Jahren eine Fibrose auftreten könnte (Chance bis zu 70%). Er sagt, alles wegmachen kann man dann immer noch.
    Ja, ich bin noch etwas unentschlossen, habe aber auch noch bis Ende März Zeit.
    Wahrscheinlich hilft wirklich am besten eine pro und kontra Liste.

    1-2-3-4 diesen Kampf gewinnen wir.
    5-6-7-8 das Schalentier wird platt gemacht!


    Alles wird gut - eine andere Option gibt es nicht!

  • liebes Trinchen,


    ich kann dir natürlich keine Entscheidung abnehmen, aber dir vielleicht einfach über meine Entscheidunggründe bzw. Geschichte berichten.


    Ich hatte vor 2 Wochen eine subkutane Mastektomie mit Sofortrekunstruktion. Ich hatte im Oktober zuerst eine Brusterhaltende OP und dann kam heraus, dass ich DCIS und mehrere Herde habe und der Arzt sagte entweder wieder operieren und hoffen oder gleich weg mit den ganzen MIlchdrüsengewebe. Natürlich war es keine leichte Entscheidung, aber ich wollte nicht ewig Angst haben , ob der Krebs wiederkommt oder nicht.Das Risiko war mir dann doch zu groß. Natürlich ist eine Mastektomie keine Garantie, aber ich hatte das Gefühl es minimiert dann schon das Risiko und ich erspare mir eine Bestrahlung, die ja auch nicht so ohne ist. Operiert werden musste ich sowieso nochmal, dann dachte ich gleich ganz weg damit. Jetzt hab ich Silikon drinnen und die Brustwarze konnte erhalten bleiben.Mir war die Rekonstruktion schon wichtig, weil ich mich sonst nicht wohl gefühlt hätte. So schaut meine Brust zumindest im Bh oder Badeanzug noch hübsch aus. Es fühlt sich schon noch sehr eigenartig an und ich werde mich sicher länger nicht daran gewöhnen können. Momentan ist alles noch sehr schmerzhaft und taub, aber ich hoffe das wird bald besser. Ich glaube im Endeffekt werde ich erleichtert sein und mich hoffentlich an den Anblick der doch etwas unnatürlichen Brust gewöhnen.

  • Ihr Lieben,
    vielen Dank erstmal für eure vielen Tipps und Erfahrungsberichte!


    Eine subkutane Mastektomie mit sofortigem Wiederaufbau klingt nach all Euren Berichten traumhaft für mich...
    da quält mich nur eine gravierende Frage:
    Zahlt das die Krankenkasse? Auch für beide Seiten?


    Ein Beratungsgespräch mir dem behandelnden onkologischen Chirurgen hatte ich ja gestern (der Einfachheit halber nenn ich ihn mal Dr.L.)...
    der wäre für BET- kann aber meinen Wunsch nach Ablatio/Mastektomie verstehen!
    Er selbst kann keine subkutane Mastektomie machen- das kann nur ein plastischer Chirurg-
    der wiederum kann aber nicht die Lymphknoten-OP machen ...
    ihr seht...es ist verhext!
    Dr.L. meinte aber auch, er würde mit der Brust-OP nicht allzu lange warten wollen, weil , auch wenn in der Kontroll-Sono der Tumor nicht mehr darstellbar war und die Lymphknoten "normal" aussahen, es sein kann, dass noch einzelne Krebszellen da sind und die sich natürlich bei meinem hohen Ki67 von 90% schnell weiter/wieder ausbreiten könnten! Das Risiko will er nicht eingehen...er meinte dann er könne ja den Tumor rausoperieren (mit Brustwarzenschnitt) und dann könnte ich eine subkutane Mastektomie später machen lassen- nach Ende und Ausheilen der Bastrahlungen
    ...aber mal im Ernst: Das zahlt die KK bestimmt nicht!!!


    Ich glaube mein Bezug zu meiner Brust ist schon jetzt nicht mehr der Beste...


    Werde mich mal an eine Liste machen und mit dem KID Kontakt aufnehmen...


    Liebe Grüße... ein immer noch etwas verplantes Trinchen

  • Liebes Trinchen,


    vermutlich zahlt das die Krankenkasse eher nicht. Denkst Du an eine Op beider Seiten wegen der Gefahr oder der Symmetrie?
    Denn so lange Du keine Genmutantin bist, und es keine Befunde gab ist ja auch Deine andere Seite nicht in Gefahr und dann besteht ja kein Grund die andere Seite zu operieren.. Bei den BRCA Frauen ist es deshalb beidseits weil die gesunde Seite das grosse Risiko trägt. Vermutlich gibt es keine Indikation für die KK bzw. ist das eine wichtige Frage für Deinen Doc, ob es eine Indikation gibt, und ob es nötig ist.
    Wegen der Symmetrie der beiden Seiten ist sicherlich einiges machbar, auch wenn nur eine Seite operiert wird.Bei einigen Frauen gab es dann noch Angleichungs-OPs.


    Das ein Plastiker den Aufbau macht ist auch ganz normal. Bei meiner Op gab es gleichzeitig einen onkologischen Chirurg, der alles rausgeholt hat, und ein Plastiker der alles reingemacht hat...um es mal sehr vereinfacht auszudrücken. Wichtig ist, dass Du Dich gut erkundigst welche Kliniken in Deiner Nähe die Experten für Deine Wunsch Form der Op sind. Du scheinst ein gutes Verhältniss zu Deinem Arzt zu haben? Frag ihn doch ruhig welche Kollegen er Dir empfehlen würde.


    Nicht zu lange zu warten halte ich für eine gute Idee. Sicher ist sicher.
    Ich selbst hatte auch 2. Ops nacheiander. Zuerst BET, weil ich das Ergebnis des Gentest noch nicht hatte und dann zwei Monate später nocheinmal die Sofortrekonstruktion.Da hatte ich erst Schiss -weil meine Leukos so miserabel waren und die Chemo mich mitgenommen hatte - aber die zwei Ops hintereinander konnte man dann doch ganz gut verkraften und es gab so auch etwas verschnauf Zeit dazwischen. Was denkst Du denn über diesen Vorschlag von Deinem Doc erstmal Krebs raus und dann weitersehen? Diese zwei Ops dürften eigentlich weniger das Problem bei der KK sein, jedenfalls habe ich schon häufiger von diesem Vorgehen gehört. Btite ansonsten doch Deinen Arzt, diesen Ansatz gegenüber der KK zu vertreten und durchzubringen, schließlich war es ja sein Vorschlag ;) und er ist Dir sicher gerne dabei behilflich.


    Im übrigen machst Du auf mich keinen verplanten Eindruck :) , es geht doch schliesslich um Dich, dass Du gesund wirst und bleibst und dass Du Dich noch lange mit Deinen Brüsten wohlfühlst. Da ist es ganz normal, dass einem ganz verschiedene Dinge durch den Kopf gehen. :hug:


    Liebe Grüße
    madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 Mal editiert, zuletzt von Madita ()

  • Hey Madita,
    ja Dr.L ist mir sehr sympatisch und auch sehr klar in seinen Aussagen!
    Hatte erst einen anderen Chirurgen ins Auge gefasst-
    aber der Gute hat selbst ins aus geschossen, als er mit mir über Prognose/Überleben bei Brustkrebs sprach...
    80% überleben die ersten 5 Jahre- aber wir wissen ja nicht, ob sie zu den 80% oder 20% gehören-
    Bämmm- das saß und für mich war klar: der Mann wird mich nicht operieren!!!


    Dr.L.´s Vorschlag erstmal BET klingt ganz vernünftig, aber dann muss ich auch die Brust bestrahlen lassen...
    hmmm...muss halt echt noch drüber nachgrübeln und mich genauer informieren!
    Gerade wegen der Kosten!


    Die Symmetrie ist mir schon extrem wichtig und mein Onkologe sieht auch ein gewisses Risiko im Erhalt der (noch) gesunden Brust-
    aufgrund des Krebstyps (triple neg., mit Wächter- und evtl. weiteren befallenen Lymphknoten- hoher Ki67 (90%))-
    solange der Operateur es medizinisch gut begründet zahlt auch die KK ohne Murren (laut Onkologe)...


    es sind einfach -oder gerade nicht einfach- viele Faktoren, die mit reinspielen und abzuwägen und genauestens zu erfragen sind...
    ein ziemlich langes "Wenn-Dann-und wenn nicht-Was dann???" ...


    werde jetzt erstmal drüber schlafen und mich freuen, dass ich KEIN Genträger bin


    Fühl Dich nett umarmt...und erstmal Gute Nacht

  • Hallo Trinchen,
    ich kann dich total verstehen. Ich bin ja auch TN ohne Genbeteiligung. Am Anfang habe ich mich auch hilflos gefühlt, weil ich eigentlich davon überzeugt war Genträgerin zu sein und dann eine Masektomie machen zu lassen. Ich habe es dann von der Wirksamkeit der Chemo abhängig gemacht. Hätte die nicht so gut gewirkt, hätte ich auf eine Masektomie bestanden. Mein Arzt hat das auch so gesehen. Jetzt bin ich BET operiert und ich fühle mich gut damit. Übrigens hat auch mein Arzt gesagt, dass die KK das in der Regel nicht übernimmt. Ich vertraue meinem Arzt zu 1000%. Wenn er sagt, BET reicht, dann reicht das auch. Ich wünsche Die eine für Dich gute Entscheidung und eine gute Nacht.
    LG Maja

  • Liebe Trinchen,
    ich kann dich auch sehr gut verstehen und die Entscheidung kannst letzten Endes nur du fållen und sie muss ganz deine sein. Wichtig ist ein sehr guter Chirurg. Hatte im Juli beidseitig sub. Mastektomie von einem plastischen Chirurg, der hat aber alles gemacht auch die LK Entnahme und natürlich Silikon Aufbau, alles in einer OP. Die KK hat alles gezahlt, ohne Probleme. Er arbeitet allerdings auch mit meinem Arzt vom Brustzentrum zusammen und ist einmal im Monat dort bei den OPs dabei, vielleicht war es deshalb kein Problem mit der LK Entnahme.
    Die Entscheidung habe ich keinen Tag bereut, aber ich habe mich auch vom ersten Tag gut verstanden und aufgehoben gefühlt. Er hat mir versichert das immer die onkologische Sache an 1. Stelle steht aber dann sein " Fachgebiet" kommt ( eigene Schõnheitspraxis). Schon die Voruntersuchungen, Fotos, Videos und Implantataussuche waren sehr angenehm und vertrauensvoll. Und so ist es dann auch geworden. Symetrisch und toll, obwohl die Schnitttechnik auf beiden Seiten unterschiedlich verlaufen musste, wirklich toll.
    Wichtig ist das du voll hinter deiner Entscheidung und voll hinter dem Arzt stehst, der dich operiert. Seine Erfahrungen mit diesen OPs sind wichtig, damit du auch hinterher damit leben kannst und dich anschauen willst.
    Ich wūnsche dir eine für dich gute Entscheidung.
    LG Sylvi

  • Hallo Ihr Lieben,


    nun hab ich ja schon eine Weile drüber nachgegrübelt und nähere mich einer Entscheidung...
    ich tendiere zu einer Ablatio aus folgenden Gründen:


    1. Es war mein Bauchgefühl beim allerersten Arztgespräch als die Diagnose Brustkrebs stand! (ok- abschneiden!!!)
    2. Es minimiert das Rezidiv-Risiko um 10-15%!
    3. Auch wenn es "erstmal nur" die rechte Brust sein wird, so bestehen doch gute Chancen im Rahmen einer angleichenden OP auch die gesunde ,linke Brust zu operieren!
    4. Die Bestrahlung der Brust bleibt mir erspart- und damit Spätfolgen minimiert (die Axilla und abgehende Lymphwege müssen leider so oder so bestrahlt werden.)
    5. Es steht nur BET oder Ablatio zur Wahl- der onkol. Chirurg wird am 18. definitiv die Wächter/-und andere Lymphknoten operieren- und ggf. den Tumorbereich brusterhaltend rausschneiden- damit wäre für die KK die Krebsbehandlung im operativen Bereich abgeschlossen und eine subk. Mastektomie müßte ich dann selbst zahlen !


    Ich habe jetzt noch genau eine Woche mich festzulegen, aber die Pro-/Kontraliste hat schon gut geholfen!
    Jetzt am Mittwoch bin beim Hausarzt für die OP-Vorbereitung (kleines Blutbild und EKG)- mit ihm werde ich auch noch mal meine Liste durchgehen und mir Rat holen!


    Ich wünsche Euch erstmal einen guten Wochenstart... :thumbsup:
    liebe Grüße
    ein mittlerweile klarer sehendes Trinchen 8)

  • Wir teilen Diagnose, Wohnort und die schwierige Entscheidung.... Meine Entscheidungen, so weit ich es überhaupt selbst entscheiden konnte, werde ich dir auch jetzt nicht mitteilen, ich will dich in deiner in keiner Weise beeinflussen.
    Ich drücke dich einfach mal und dir die Daumen, dass du zu einer kommst, mit der du gut leben wirst, Betonung liegt auf GUT :hug:

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    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.