Brustaufbau

  • Hallo,


    zwei Jahre nach meiner Brust-OP stelle ich mir die Frage Brustaufbau ja oder nein? Für wen? Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten: Implantate oder Eigengewebe. Meine Frauenärztin meint: "Das müssen sie entscheiden". Meine Bekannte hat schon drei OP hinter sich bis es endlich für sie OK war.


    Meine Frage an mich: Will ich es, lohnt es sich, fühle ich mich danach besser? Der Wunsch wieder eine Brust zu haben ist groß. Ist das Eitelkeit oder sollte ich zufrieden sein wie es ist? Vielleicht bekomme ich ja von Euch einige Meinungen, vielleicht habt ihr ja einen Aufbau hinter euch? Ich würde mich freuen von Euch zu hören

  • Liebe Leni,


    die Frage, ob DU den Brustaufbau willst, ob er sich lohnt, die kannst nur Du allein beantworten. Informationen können Dir dabei die Entscheidung vielleicht erleichtern.


    Eine Kurzversion zu den Aufbauarten und ihren Vor- und Nachteilen.


    1. Bei Implantaten gibt es meist ein gutes Ergebniss. Sie müssen aber in Abständen ausgetauscht werden und es kann zu Verkapselungen kommen.
    2. Bei Eigengewebe aus dem Rücken (sog. Latissimus-dorsi-Methode - wird heute allerdings nur noch selten angeboten) reicht oft das Gewebe nicht aus und es muss zusätzlich noch ein Implantat eingesetzt werden. Außerdem bekommen viele Frauen danach Rückenprobleme.
    3. Für Eigengewebe aus dem Bauch oder dem Popo braucht man die entsprechende "Masse". Außerdem dauert die OP richtig lange und das Risiko besteht darin, dass das Gewebe vielleicht nicht anwächst.
    4. Neuerdings wird auch noch die sog. Beauli-Methode als Möglichkeit gehandelt. Da werden wohl - wenn ich das richtig verstanden habe - Fettzellen per Spritze in den Brustbereich eingebracht. Hierzu gibts aber keinerlei Langzeiterfahrungen. Und die Kassen werden das auch noch nicht übernehmen.
    Beim Eigengewebe entfallen die Folgeoperationen, die bei Implantaten zumeist notwendig sind. Allerdings kann sich dieser Aufbau in seltenen Fällen nachträglich verformen.


    Eigentlich wollte ich Dir hier noch den Link der Broschüre von der Frauenselbsthilfe nach Krebs "Brustamputation, was nun?" einstellen. Aber die wird gerade überarbeitet und ist somit nicht greifbar. Schade.


    Mein persönlicher Eindruck (aus eigener Erfahrung) ist, dass beim Brustaufbau lediglich die Optik wiederhergestellt wird (was aber für eine Frau durchaus wichtig sein kann, bitte nicht falsch verstehen). Da ich bei meinem Wiederaufbau, der sofort im Rahmen der Krebs-OP erfolgte, vollkommen blauäugig war, dachte ich, dass ich in der "Brust" auch wieder Gefühl hätte. Habe ich aber nciht, noch nicht einmal ein kleines bisschen. Ich habe einfach einen "netten Fleischberg". Nicht mehr und nicht weniger.


    Auch wenn das von mir jetzt recht negativ klingt, ich kann jede verstehen, wenn die einen Wiederaufbau machen lässt. Sammle einfach so viele Informationen wie möglich. Und wenn Du Dich entschließt, dann gehe in ein Brustzentrum zu einem erfahrenen Operateur. Frage ihn, wie viele Operationen er schon gemacht hat, lasse Dir ggf. Bilder zeigen, auf denen Du die Ergebnisse seiner Arbeit sehen kannst. Denn es gibt schon große Unterschiede in der handwerklichen Qualität.


    Grüße
    Julchen

  • Kann Dir ja hier mal ein wenig von meinen Erfahrungen mit dem Brustaufbau berichten:


    Habe mich vor ca. 1 Jahr wegen Brca und nach neoadjuvanter Therapie für eine vorsorgliche beidseitige Mastektomie und Sofortrekonstruktion mit Silikon entschieden. Dabei wurden die Implantate unter den Brustmuskel gelegt, und oben drüber gab es dann noch das sogenannte strattice (eine azelluläre Schweinehautmatrix, durch die dann später das Gewebe wachsen soll). Die war nötig, weil mein Hautmantel zu dünn war und soll nach Aussagen meines plastischen Chirurgen einer möglichen Kapselfibrose vorbeugen und bis jetzt tut es das auch :) .(Andere Operateure verwenden dazu z..B. ein Titannetz)


    In der Tiefe habe ich kein Gefühle, wie auch, hat ja leider noch keiner Silikon mit Nervenanbindung erfunden ;) .Das Gefühl auf der Haut ist bis auf einen kleinen Rest rund um die Brustwarze wieder da. Und die Arme lassen sich problemlos in alle Richtungen bewegen.
    Trotz kosmetischen Glücks hatte ich zunächst Schwierigkeiten die neuen Brüste anzunehmen, da ich zunächst überhaupt nicht für Aufbau war. Jetzt, nach etwas über einem Jahr, kann ich sagen, es sind zwar Silikonbrüste, aber es sind meine :love: .Diese Zeit des Annehmens und integrierens war für mich eine wichtige Erfahrung um zu einem guten Körperbild zu gelangen. Aber das ist nur meine Erfahrung und beruht halt auf meiner persönlichen Vorgeschichte. Ich habe einige Frauen die ich kennengelernt habe ist das eine viel einfachere Kiste war, ums mal so salopp zu sagen.


    Wichtig war für mich bei der Entscheidungsfindung, dass ich nicht richtig oder falsch entscheide, sondern später mit der Entscheidung gut leben kann. Dazu gehörte, zum einen auf Grund von Informationsvielfalt bewusst zu entscheiden. Zum anderen waren die Aspekte wie „für wen“ und Eitelkeit die Du ansprichst, wichtige Dinge, die ich nicht ausgklammert habe. Und ich habe damals einfach jeden zu dem Thema befragt, den ich getroffen habe - Betroffene (oben mit und oben ohne), Ärzte, Angehörige.


    Mir hat es damals auch geholfen, dass ich andere Frauen gesehen habe, die von dem gleichen Arzt wie ich operiert wurden.
    Die Aussage von Julchen, dass Du einen Experte aufsuchen sollst kann ich nur unterstreichen. Such Dir die besten raus...


    Und persönlich habe ich mittlerweile alles kennengelernt, glückliche und unglückliche Silikonträgerinnen, glückliche und unglückliche Frauen ohne Brüste... das ist eben sehr individuell.

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

  • Hallo ihr Foris,


    ich danke Euch für alles. Es ist für mich immer gut mit jemanden zu reden, der weiss von was ich spreche. Ich bin mir noch nicht sicher was ich tun werde, aber ich weiss, dass ich mit jemanden reden kann. Danke

  • Hallo,
    bei mir wurde auch nach der Mastektomie die Sofortrekonstruktion mit Silikon in einer OP vorgenommen. Bei der Entscheidung dafür, stand ich aber, wie bei fast allen Arztgesprächen, neben mir-es betraf mich alles irgendwie garnicht.
    Irgendwie gehört diese Brust mir noch nicht-kommt hoffentlich noch-oder? (Muss ja, denn rüchgängig machen ist wohl nicht) ;(
    Und so richtig "abgeheilt" ist sie auch noch nicht.
    Und was darf ich jetzt noch bzw. was nicht?
    Worauf muss ich achten?


    Kann mir hier jemand weiterhelfen, mit eigenen Erfahrungen? ?(


    Liebe Grüße
    Romy


    Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.
    (G.Ch.Lichtenberg)

  • Hallo Romy,


    grundsätzlich ließe sich ein Wiederaufbau mit Silikon schon rückgängig machen. Aber das ist momentan sicher keine gute Entscheidung. Ich denke, egal ob man sich für oder gegen einen Brustaufbau entschieden hat, nimmt es einfach Zeit in Anspruch, bis man sich an den veränderten Körper gewöhnt hat.


    Ich selbst hatte eine Ablatio - schön finde ich meinen Körper so nicht unbedingt. Aber ich habe mich mit dieser Veränderung eben inzwischen arrangiert.


    Habe also noch etwas Geduld mit Dir. Vieles sieht sicher auch anders aus, wenn die Wunden (und da meine ich jetzt die körperlichen) verheilt sind. Denn ich kenne viele Frauen, die mit ihrer Silikonbrust absolut zufrieden sind.


    Wegen Deiner Fragen, was Du tun darfst und was nicht, da können Dir andere sicher besser weiterhelfen als ich und es kommen sicher auch noch konkrete Antworten.


    LG Julchen

  • Liebe Romy42,


    was meinst Du denn mit nicht richtigabgeheilt, hast Du Schmerzen, oder meinst Du die Narbe? Vielleicht hilft es Dir die Narbe etwas zu Cremen, wenn nichts dagegen spricht?


    Da es jetzt auch schon ein gutes Jahr her ist, weiß ich gar nicht mehr so genau worauf man achten musste. Wenn ich mich recht erinnere, durfte man in der ersten Zeit nichts schweres heben oder tragen. Am Anfang nicht auf Bauch oder Seite liegen. Und der Arzt sagte immer auch keine Liegestütze (aber das hatte ich auch nicht vor :D ). Unbedingt mit heißen Sachen aufpassen, weil die Brüste ja zunächst taub sind. Das alles galt aber vor allem für die Anfangsphase, bis die Implantate richtig angewachsen waren, damit sie nicht irgendwie verrutschen. Ab wann Du dann wieder
    alles machen darfst fragst Du am besten Deinen Arzt.


    Für mich war es ein wirklich sehr beruhigender Gedanke , dass ich „eben einfach“ alles rückgängig machen könnte. Einfach nur um diesen Druck loszukriegen, hat auch gut geholfen. Mittlerweile würde ich sie allerdings nicht mehr hergeben und es sind jetzt eben meine neuen Silikon Brüste mit denen ich mich gut arrangiert habe. Hätte ich aber vor einem Jahr nicht geglaubt, dass ich mich so gut damit fühlen würde ...


    Wenn Du noch Fragen hast helfe ich Dir gerne.



    Viele liebe Grüße
    madita


    Ps: den Spruch in Deiner Signatur finde ich echt klasse

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

  • Hallo
    Dass die Rekonstruktion wieder rückgängig gemacht werden kann, war mir nicht klar. Ich dachte, dass die Krankenkasse da nicht mitspielt. So nach dem Motto, war meine Entscheidung, also lebe damit. Gut zu wissen, dass die Möglichkeit besteht. So kann ich erst mal beruhigt abwarten und sehen, wie sich alles noch so entwickelt. :)
    Und mit nicht richtig abgeheilt meinte ich, dass die Narbe zum einen noch extrem empfindlich ist (obwohl ich noch nicht überall wieder Gefühl habe) und zum anderen mir diverse Bewegungen leichte Schmerzen um die Brust herum verursachen. Es spannt, es zieht, es drückt, es macht einfach alles, um von mir wahrgenommen zu werden. Zusätzlich ist mein linker Arm, trotz Krankengymnastik und Übungen zu Hause, immer noch eingeschränkt.
    Im Krankenhaus und in der Reha wurde mir gesagt, die Narbe immer schön mit Olivenöl einschmieren, damit sie weich wird. Das mache ich täglich und bekomme sogar Ultraschall. Trotzdem, irgendwie geht es nicht mehr voran. Ich weiß, ich muss Geduld haben, aber fast 10 Wochen nach der OP hatte ich ein besseres Ergebnis erwartet. Es kommt auch noch die Ungewissheit dazu, ob die Narbe korrigiert werden muss, damit auch die letzten Schmerzen endlich verschwinden. X(
    Na ja, wie heißt es so schön, irgendwann ist alles vorbei - hoffentlich.


    Madita, mir wurde gesagt, dass ich weder in die Sauna darf noch zu heiß baden, aber das soll für immer gelten. Wobei die Frage ist, was ist zu heiß, wenn man baden will.
    Allerdings wurden mir auch sehr viele Lymphknoten entfernt.
    Vor lauter Unsicherheit dusche ich daher nur. Hast Du hier vielleicht noch einen Tipp für mich?


    Liebe Grüße
    Romy

  • Hallo Romy,


    Das Baden und die Sauna beziehen sich nach meiner Meinung eher auf die entfernten Lymphknoten und damit auf die Vermeidung eines Lymphödems als auf die wiederaufgeblühte Brust. Denn ich habe keinen Wiederaufbau mit Silikon, aber entfernte Lymphknoten und habe diese Verhaltensmaßregeln auch bekommen.


    Ich bin weder der Typ zum Baden noch zur Sauna, so dass ich beides nicht ausprobiert habe. Aber ansonsten mache ich mit meinem Arm und meiner Hand auf der operierten Seite wieder alles. Nur beim Tragen schwerer Sachen, nehme ich doch lieber immer noch die andere Seite.


    LG Julchen

  • Julchen,
    da könntest Du recht haben, dass sich das nicht auf die Brust bezieht.
    (Du hast "wiederaufgeblühte Brust" geschrieben. Das finde ich irgendwie schön - passt zum Frühling - die Erde beginnt wieder zu leben, zu blühen. Warum nicht auch die neue Brust? Wer weiß, vielleicht kann ich mit dieser Beschreibung die Brust wieder annehmen. Ich versuche es mal.)


    Auf Sauna kann ich verzichten, aber in der Badewanne liegen und entspannen ist doch etwas schönes.
    Und wenn das "Verbot" aufgrund der Lymphknotenentfernung gilt, dürfte ich das ja jetzt nicht mehr. :(
    Fände ich garnicht gut.


    Liebe Grüße
    Romy

  • Puh, Romy, ist mir das jetzt total peinlich mit der "wiederaufgeblühten" Brust. So kommt es, wenn das IPad ein Autokorrekturprogramm hat und frau nicht mehr nachliest ;(


    Aber irgendwie hast Du auch Recht, das Bild, das durch diesen Fehler entsteht, ist eigentlich schön. Und "wiederaufgeblüht" klingt bei weitem nicht so technisch wie "wiederaufgebaut" ^^ .


    LG


    Julchen

  • Hallo zusammen,


    bin seit März 2013 an Brustkrebs erkrankt. Hatte dann im April eine brusterhaltende OP in Singen, Nun kam noch eine Schreckdiagnose nach einer Woche mit dem Befundbericht. Habe im gesunden ,Brustgewebe Vorstadien, die später sich wieder zu Krebs entwickeln können. Muß mich jetzt wieder eine OP unterziehen und das Drüsengewebe entfernen lassen, gleichzeitig wird ein Brustaufbau gemacht entweder mit Silikon oder mit eigenem Gewebe. Wer hat das schon machen lassen und wie sind die Erfahrungen diesbezüglich, da ich mich mom. noch nicht entscheiden kann.Würde mich auf Nachrichten diesbezüglich freuen und auch auf Austausch im Chat. Besten Dank und liebe gesunde Grüssle.......

  • Hallo Sonnenschein,
    herzlich willkommen im Forum.
    Ich selbst habe ebenfalls nach der 1. OP (brusterhaltend) im Januar, eine 2. OP (Mastektomie mit Rekonstruktion) im Februar gehabt. Zwischen den beiden OP`s lagen 5 Wochen, so dass ich eigentlich Zeit gehabt hätte, mich richtig zu informieren. Mein Kopf war allerdings nicht wirklich aufnahmefähig. Ich habe mir nur einen Termin im Krankenhaus gemacht und mich dort infomiert. Mein Mann und meine "Lieblingstante" waren mit, da 6 Ohren und Augen mehr hören und sehen. Nachdem mir auch Fotos der Ergebnisse von den zwei verschiedenen Möglichkeiten gezeigt wurden, habe ich mich für Silikon entschieden. Zum einen sahen die Ergebnisse besser aus und es gab nur die Narben an der Brust, zum anderen dauert die OP mit Silikon ca. 1 Std., die mit Eigengewebe ca. 4 Stunden. Und wie lange die Wundheilung mit Eigengewebe insgesamt dauern würde, wollte ich dann garnicht mehr wissen.


    Bei mir ist zwar noch nicht alles so, wie ich es mir als Ergebnis gewünscht hätte, aber ich würde mich trotzdem wieder für Silikon entscheiden.


    Vielleicht läßt Du Dir aber besser auch einen Beratungstermin in Deinem Krankenhaus geben. Dann kannst Du bestimmt besser entscheiden, was für Dich gut sein könnte.


    Liebe Grüße
    Romy

  • Hallo Sonnenschein,


    wie die Brust wiederaufgebaut werden soll, ist sicher für Dich nicht leicht zu entscheiden.


    Hast Du seitens der Ärzte schon eine Information, wie der Wiederaufbau mit Eigengewebe gemacht werden könnte? Denn da gibt es eine Reihe unterschiedlicher Methoden und es hängt u.a. vom Operateur ab, welche er am besten beherrscht.


    Grüße
    Tubi

  • Hallo Romy, danke für deine NACHRICHT,wie gesagt hatte die 1. OP brusterhaltend am 03.04.2013 und jetzt die Masketomie mit Rekonstruktion im Mai. Bin mir sehr unsicher für was ich mich entscheiden werde habe aber noch vorher ein Gesrpräch mit dem Operateur. Wie wars bei dir? Hattest du nach der OP starke Schmerzen. Verlief alles gut, oder gabs mit dem Silikon irgendwelche Komplikationen? Gruss Sonnenschein

  • Hallo Tubi,


    danke für deine Nachricht. Nun ich habe jetzt nächste Woche ein Gespräch mit dem Operateur, wie der Wiederaufbau mit Eigengewebe gemacht wird? Interessieren würde es mich schon, ob es hier jemand im Forum gibt, die das mit Eigengewebe gemacht hat und ob sie dann auch zufrieden damit ist....Wie gesagt bin mir sehr unsicher mit der Entscheidung, ja ist ja auch ein bischen Angst vorhanden.....Nun viell. bringt mir das Gespräch dann was...Gruss Sonnenschein

  • Hallo Sonnenschein,


    von der Frauenselbsthilfe gibt es eine ganz aktuelle Broschüre mit dem Namen "Brustamputation - wie geht es weiter?". Du kannst sie online lesen, dann bist Du schon vorab über die verschiedenen Aufbaumethoden informiert. Der Link lautet: http://www.frauenselbsthilfe.d…amputation-Neuauflage.pdf.


    Ich kenne eine ganze Reihe von Frauen, die den Aufbau mit den unterschiedlichsten Methoden haben machen lassen, sei es mit Silikon, mit dem Diep Flap oder auch mit Eigengewebe aus dem Po. Die meisten sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Aber diese Ergebnisse sind eben immer von der Kompetenz des Operateurs abhängig. Da gibt es gute und weniger gute.


    Lasse Dir doch bei dem Gespräch, das hoffentlich einige Tage vor der OP stattfindet, vom Operateur - sofern es möglich ist - Bilder mit den Ergebnissen seiner Operationen zeigen. Dann kannst du eher einschätzen, was er so "fabriziert". Dass zwischen dem Gespräch und der Operation ein bisschen Zeit liegt, ist wichtig, damit Du Dich, wenn Du das möchtest, nochmals ausführlich über die angebotene Operationstechnik informieren kannst.


    Viele Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo Sonnenschein,
    wie oben schon mal beschrieben bin ich wegen Brustkrebs zunächst brusterhaltend operiert worden, und nach ca. 2 Monaten erfolgte dann wegen BRCA noch eine beidseitige prophylaktische Mastektomie mit Sofortrekonstruktion.


    Habe mich damals für Silikon und strattice entschieden und bin bis jetzt (1 gutes jahr später) zufrieden damit. Habe allerdings auch bei eiogen anderen Frauen mal so einen Aufbau mit Eigengewebe gesehen und fand das einfach noch natürlicher aus. (Wobei mein Silikon nicht unbedingt unecht aussieht). Mir gefällt bei der Variante mit Eigengewebe einfach der Gedanke, dass diese Brüste mit altern. Einen weiteren Vorteil beim Eigengewebe ist auch, dass man nicht irgendwann noch einmal operieren muss. Beim Silikon kann es dagegen schon mal sein, dass es nach einiger Zeit ausgetauscht werden muss. Dazu meinte der plastische Chirurg zu mir allerdings, dass sei nur nötig, wenn es damit irgendwann Probleme gibt, ansonsten könne man die „Dinger“ ewig drin behalten. Sein Wort in Gottes Ohr :thumbsup:


    Hätte damals auch gerne die Op mit Eigengewebe gemacht, aber mir fehlte das „Gewebe“ sprich ich war zu dürr und ich wäre aber auch nicht mutig genug gewesen. Denn die Op ist zeitlich doch etwas umfangreicher. Und ich hatte Angst davor, dass vielleicht das Eigengewebe nicht angenommen wird. Und dann ist sozusagen Schicht im Scvhacht mit der Brust, dann kann man meist nicht mehr operieren. Soetwas ist aber wohl relativ selten, hat aber ausgereicht um mich abzuschrecken.


    Meine Op wurde damals von einem Senologen und ein plastischer Chirurg durchgeführt, dass fand ich sehr beruhigend. Op und Heilung sind gut verlaufen und kosmetisch ist es auch super geworden.Wenn jetzt nie mehr was wieder kommt bin ich komplett zufrieden :) . Von meinen positiven Op Erfahrungen trau ich mich schon kaum noch zu berichte, weil das vielleicht falsche Hoffnungen weckt. Aber Schmerzen haben sich bei mir auch ohne Schmerzmittel in wirklich überschaubaren Grenzen gehalten und ich war am nächsten Tag schon auf den Beinen. Nur die Nackenschmerzen nach der Op waren ziemlich ätzend. Während also körperlich alles sehr gut verheilt ist, und man die Narben kaum noch sieht, hat es seelisch etwas länger gedauert. Das scheint mir aber auch relativ normal und nach einem Jahr kommt auch die Seele hinterher.
    Fazit: bin mit Silikon total zufrieden, guter tragekomfort, bis auf kleines taubes Gebiet keine Probleme, hoffe auf lange Haltbarkeit ;)
    Ah, ein Tip noch: Da es auch bei einer Methode – Silikon oder Eigengewebe - noch Unterschiede bei der Op-Technik gibt, kann es sich manchmal lohnen sich nochmal umzuhören und das für Dich passende auszuwählen. Mir hat es damals auch geholfen soviel unterschiedliche Op-Methoden wie möglich anzuhören. Dadurch bekam ich das Gefühl, ich hätte mich entschieden.


    So, jetzt hoffe ich ich konnte Dir bei Deiner Entscheidungsfindung etwas behilflich sein und das Du für Dich zu einer Entscheidung kommst mit der Du gut leben kannst.



    liebe Grüße
    madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

  • Hallo Madita, danke dir für deine Nachricht und deine Erfahrungen seitens Brustaufbau.Von den Silikonimplantaten hatte man mir allerdings vorab berichtet, daß man die bis spätestens in 10 jahren wieder erneuern lassen muß. Nun ich hab ja jetzt dann bald das Gespräch mit dem Operateur. Hab nach wie vor grosse Angst bezügl. der Operation.


    Wurde bei dir die gesamte Brust abgenommen oder nur das Drüsengewebe entnommen? Das du bei deiner OP nicht allzu viele Schmerzen hattest beruhigt mich sehr.... gruss Sonnenschein

  • Hallo Sonnenschein,
    Schmerzen, na ja, ich bin da wohl eine Ausnahme. Ich möchte Dir auch keine Angst machen, aber bei mir lag eine der zwei Drainagen auf einem Nerv und der hat natürlich lautstark gemeckert. Aber mit Schmerzmitteln habe ich das in den Griff bekommen. Die OP selbst war gut und es gab keine Probleme.


    Da ich diverse Kontaktallergien habe, hatte ich Angst, dass ich das Silikon nicht vertrage. Deshalb habe ich mir über mein Krankenhaus Proben anfordern und schicken lassen. Sie wurden mir für 24 Std. am Unterarm fixiert. Ergebnis: keine allergische Reaktion. Somit fühle ich mich auch sicher, dass ich mit dem Silikon keine Probleme bekomme. Auch hier bin ich wohl eine Ausnahme, denn in meinem Krankenhaus war man erstaunt und ich anscheinend die Erste, die einen Allergietest machen lassen wollte. Aber ich dachte mir, lieber vorher testen, als nachher Probleme bekommen. Aber wie gesagt, ich habe einige Kontaktallergien und muss daher aufpassen.


    Ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen helfen.


    Es wird schon alles gut werden. :thumbsup:


    Liebe Grüße
    Romy