Sonnendeck

  • Bin gerade wieder darüber gestolpert, dass zu D.T.s erstaunlicher Fan-Melange außer mittelalten weißen Männern (UND Frauen!) mit SEHR traditionellem Rollenbild auch über 30% Hispanics und viele people of colour gehören, die sich v.a. mit seinem für unsereins unerträglichen my-gun-and-my-dick-Machismo identifizieren. Di gibt's hier freilich auch - also 2021 bloß nicht aufs eigene Wahlrecht verzichten, auch dann nicht, wenn nirgends KandidatINNen wirklich überzeugen, sonst kriegen wir eine zu starke na-ihr-wisst-schon-Fraktion im Bundestag, die sind bei Quer"denkern" mit sicherheit bald im Aufwind, weil sie als einzige einen physischen Parteitag forcieren wollen. Aber das ist natürlich nur meine subjektive Meinung.

    Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.


    Gott gibt die Nüsse, aber er knackt sie nicht auf.

  • Seit ich wählen darf, gehe ich wählen. Nur so kann ich (hoffentlich) verhindern, daß die A.. zu stark wird. Es ist meine einzige Möglichkeit mitzubestimmen, also mache ich das und vergeude meine Stimme nicht. Da denke ich wie du, liebe Alwine .

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Löblich :-)))

    Da stell ich doch gleich einen Topf Kürbissuppe aufs Deck, da jede ihre eigene kocht, ausnahmsweise mit Rezept:

    Hokkaido oder Butternut, VIEL geriebener Ingwer (Tipp: Knollen einfrieren und in diesem Zustand auf scharfer Feinreibe rubbeln, funktioniert exzellent, man hat immer was zur Hand und so fein verbindet es sich gut mit den anderen Aromen), säuerliche Äpfel je nach Kürbisgröße, kleingeschnittene Kartoffel dto., etwas fein geschnittene eingefrorene Chili nach Geschmack. Alles mit Wasser, Salz, frisch gemahlenen Koriandersamen in den Dampfdrucktopf (Stufe II, ca. 10 Min.). Sobald fertig, pürieren, einen ordentlichen Schuss Sahne dazu. Mit etwas Kürbiskernöl und Kräutern (Schnittlauch oder Blattkoriander) servieren, auf Wunsch plus geröstete Kürbiskerne.

    An Guudn.

    Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.


    Gott gibt die Nüsse, aber er knackt sie nicht auf.

  • Bonny und Frieda : Da sind wir so ungefähr in derselben Alterskohorte, meinerseits ohne DDR-Hintergrund.

    Politisch ging es im Elternhaus eher nicht zu - DAS Thema (1933-1945) wurde nicht totgeschwiegen, aber auch nicht tiefergreifend diskutiert. Aber allein das prägt, das man von klein an damit aufwächst, man hat eine ganz andere Sicht auf Vergangenheit (Shakespeare: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch...") wie Gegenwart als die jüngeren Generationen, die das alles nicht mehr aus 1. Hand gehört haben.

    Und was die Zeit danach angeht - da hat sicherlich viel Mut dazugehört, ein politisch interessiertes Elternhaus zu sein, ich finde das beneidenswert.

    Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen.


    Gott gibt die Nüsse, aber er knackt sie nicht auf.

  • Auch für mich ist wählen ein Recht das ich (fast immer) ausübe, vor allem als Frau darf ich nie vergessen wieviel Frauen (Suffragetten) früher geopfert haben um uns dieses Recht zu erkämpfen.

    Zum „fast immer“: habe dieses Jahr bei uns die Bürgermeisterwahl verpasst, mir ging es an diesem Sonntag nicht gut und, wegen Corona, wurde es in der Sporthalle durchgeführt, mit langer Schlange und Wartezeit.

    Auch ich komme aus einem politisch interessierten Elternhaus, Westen aber mit enger Verwandtschaft im Osten ... habe auch meinen Söhnen das wählen eingeimpft und die, wie es die Amis schimpfen würden „liberal“ Grundhaltung (also Sozialdemokratie), es macht schon viel aus was man vom Elternhaus mitbekommt ...

  • In meiner Kindheit gab es sonntags nach dem Frühstück politische Dikussionen, ich wusste als Sechsjährige schon, wer die Russen und die Amerikaner sind, wusste von der innerdeutschen Grenze. Mit zwei Jahren bin ich das erste Mal mit meinen Eltern in die DDR gefahren, die Großeltern besuchen. Mit neun Jahren hat meine Mutter mir von den Judenverfolgungen erzählt, anhand eines Buches, aus dem sie mir ausgewählte Geschichten vorgelesen hat. Alles Themen, mit denen ich mich bis heute beschäftige.

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Bonny und Frieda , mein Mann findet manchmal dass ich zuviel Geschichtsdokus anschaue und entsprechende Bücher lese über 1. und 2. Weltkrieg, die Wege dorthin, der Holocaust usw, das sei doch Olle Geschichte ... ich sage dagegen, das darf nie in Vergessenheit geraten, nie. Es ist so leicht, die Demokratie zu zerstören.


    Ich interessiere mich übrigens ganz allgemein für Geschichte, egal welche Zeit oder Land, ich finde alles sehr faszinierend.

    Was jetzt in USA abgeht, ist unglaublich, die reinste Seifenoper.

  • Bonny und Frieda   KatzenMom 64

    Auch ich interessiere mich sehr für das Thema Geschichte. In der 5./6. Klasse hatte ich einen tollen Geschichtslehrer, der uns Schülern diese Materie sehr lebendig rüber gebracht hat. Da war es dann auch nicht verwunderlich, dass ich freiwillig Geschichte als mündliches Prüfungsfach wählte: Thema 2.Weltkrieg.

    Ich sehe mir auch heute noch gerne Dokus jeglicher Art dazu an.


    Ich komme auch aus einem Elternhaus, in dem das Thema Politik nicht tot geschwiegen wurde. Heutesendung oder Tagesschau war was Selbstverständliches. Ich wusste schon als Kind wer Weizäcker und Kohl war und das man wählen gehen muss.

    Auch bei meiner Oma war es oft Thema. Andere Oma's lesen ihren Enkelkindern Märchen vor. Meine Oma hat mir gerne aus der Tageszeitung vorgelesen ... ganz spielerisch🤭. Ich habe mir ein Bild ausgesucht und sie laß mir den Text vor. So wusste ich auch schon als Kind was die Russen und Amerikaner voneinander halten...wer Honecker war ...und und und.


    Gerade auch die DDR war immer wieder ein Thema bei uns. Wir hatten dort viele Verwandte; konnte zu Beginn nicht verstehen warum diese uns nicht besuchen kommen können. Ich bekam mit, wie wir Ostpakete packten und hinterfragt viel.


    Das Wahlrecht weiß ich auch zu schätzen und nutze es auch. Das es nämlich anders sein kann habe ich vor allen Dingen von meinem Vater und meiner Oma mitbekommen. Mein Vater ist ein Heimatvertriebener, musste mit 5 Jahren mit seiner Mutter aus seinem Dorf (heute Slowakei) flüchten. Seine Kindheit verbrachte er dann in der DDR, bis sie kurz vor dem Mauerbau erneut flüchteten und in den Westen kamen.


    Auf das Thema Weltkriege sind meine Eltern aber beide nicht so gut zu sprechen. Hängt mit Sicherheit auch damit zusammen, dass sie beide aus diesen Jahrgängen sind. Mein Vater hat seinen Vater mit 5 Jahren verloren und meine Mutter ihren sogar nie kennengelernt.


    Aus dem Verlauf der Geschichte und aus der Schilderung von Zeitzeugen können wir viel lernen. Es zeigt was es anrichten kann, wenn man sich blenden oder gar beeinflussen lässt. Auch wie schnell aus Frieden Krieg werden kann. Hätten die Menschen 1933 geahnt was ab 1939 auf sie zukommt, ich glaube dann wäre das Wahlergebnis anders ausgegangen.


    Elternhaus und Schule prägen einen auch fürs Leben. Motivierte und angagierte Lehrer können einem Tür und Tor zu den langweiligsten Themen öffnen.


    Wir alle haben unsere Zukunft gemeinsam in der Hand.

    Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade drauß!;)


    Wenn sich im Leben eine Tür schließt, sollte man sich manchmal lieber HAMMER und NAGEL schnappen und sicherstellen, daß das scheiß Teil auch zu bleibt.8o


    Alles, was man über das Leben lernen kann, ist in drei Worte zu fassen: ES GEHT WEITER!:thumbup: (Friedrich Schiller)

  • Meine Mutter wurde per Kinderlandverschickung samt ihren Schwestern aus dem Elternhaus gerissen, dann liess sich der Vater scheiden,sie wuchs bei "wohlmeinenden Verwandten" auf...sie hat nie darüber gesprochen. Die wenigen Infos habe ich beim Leichenschmaus auf ihrer Beerdigung von verwandten erfahren.

    Mein Vater entkam an der Hand seiner Mutter nur knapp den Russen, schipperte auf einem kleinen Fischerkahn über die Ostsee unter dauerndem Beschuss. Die Männer, die links und rechts neben ihm an der Kajütwand (außen auf deck) kauerten wurden beide tödlich getroffen. Vater selber wurde von Flüchtlingslager zu Flüchtlingslager weiter gereicht, lernte deswegen erst mit 10 Jahren lesen, schreiben und rechnen.

    Auch das habe ich erst nach seinem Tod erfahren.


    Meine Eltern haben Politik überhaupt nicht vor den Kindern diskutiert und die gesamte Thematik tot geschwiegen. Geschichte habe ich nur in der Schule als staubtrockenen todlangweiligen Unterricht "vermittelt" bekommen. Ich bin etwa zur Zeit der Römer quasi aus dem Unterricht "ausgestiegen"...war nur körperlich anwesend und habe nur die Zahlen für die Tests gelernt und war mit ner 4 als Note zufrieden.


    Selber für Politik begann ich mich erst während meiner Lehrzeit zu interessieren, das war zu der Zeit, wo die SPD stürzte und Kohl Kanzler wurde.


    Ich selber habe versucht, meinen Kindern etwas politische Allgemeinbildung zu vermitteln. Seit ihrem 18. Geburtstag begleitet mich die Jüngere auf jede Wahl und gibt auch ihre Stimme ab. Die Große wohnt ja weit weg, aber auch sie geht immer wählen.


    Was ich für mich aus der aktuelleren Geschichte mitgenommen habe, ist, sich nicht von irgendwelchen "Anführern" ohne kritisches Hinterfragen instrumentalisieren zu lassen! Ob das nun die hiesigen Kommunalpolitiker sind, die "Querdenker",die A.D oder auch nur die Peta... ich hinterfrage immer.


    Meine Jüngere tut das auch. Obwohl sie auf dem "Ich schütze die ganze Welt"-Trip ist, lehnt sie die Peta ab. Dafür ist sie dem WWF beigetreten und dem hiesigen Tierschutzverein. Sie unterstützt mich bei meinen Bemühungen, umweltgerechter zu leben und zieht da aktiv mit, wenn ich in meiner Hexenküche zB mein Waschpulver selber mixe.


    Langer rede kurzer Sinn: Wir versuchen, soweit möglich unsere Umwelt zu steuern... über Wahlen, über umweltbewussteres leben oder auch einfach nur, indem wir aktiv unsere Meinungen austauschen.

  • Wenn ich so überlege, bin ich eine gute Zeitzeugin. Ich habe alle Bundespräsidenten und Bundeskanzler erlebt, die Gründung der Bundeswehr, die Ostzone, die DDR, den Mauerbau und Mauerfall, den kalten Krieg, viele US Präsidenten, die Ermordung Kennedys, die sozialliberale Koalition unter Brandt und Schmidt, die Politik von Willy Brandt, und und und. Da sind schon spannende Zeiten dabei. Das alles wurde von meinen Eltern am Sonntag nach dem Frühstück diskutiert, und ich habe ziemlich früh angefangen zu fragen und mitzudiskutieren.

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Schönen Sonntag in die Runde,

    das ist ja wirklich spannend, was Ihr geschrieben habt, auch bei den Büchern.

    Dazu fällt mir folgendes ein:

    Musik.

    Ich hatte zB noch nie etwas von "jüdischer Sakralmusik" gehört. Von Kantoren, die früher oft gleichzeitig auch Opern-Stars waren.

    Dass die vorgeschriebenen Gebete musikalisch verpackt wurden = kunstvollst gesungen wurden, und dadurch Kunstgenuss pur wurden, statt sich öde gefühlt "endlos" hinzuziehen. Ein Kantor zB hat vor einer Massenerschießung von Juden durch die SS (das war bevor die Nazis auf die Idee kamen, man könnte ja giftiges Gas einsetzen, spart Zeit, Patronen und geht den Leuten nicht so an die Nieren und ist nicht so leicht nachweisbar wie Massengräber etc ) den SS-Kommandanten gebeten, das Totengebet singen zu dürfen. Der Kommandant fand die gesangliche Qualität so gut, dass der Kantor ausgespart wurde und abends noch mehr seiner Kunst darbieten durfte, danach durfte er fliehen. Die Totenklage mit genau diesem Kantor ist in der Filmmusik zum Film "Der Garten der Finzi-Contini" zu hören, und im Netz)

    Jiddische Musik, also die "Volksmusik" hatte ich im Gegensatz zur Sakralmusik davor schon etwas gehört, aber im Netz gibt es unendlich viele wunderbare Stücke, seien es gesungene, seien es Instrumentalstücke. Gerade diese leicht melancholische Fröhlichkeit passt, finde ich, auch gut, wenn man eine Erkrankung hat wie die unsere.

    Aber Musik ist natürlich immer eine ganz individuelle Sache. Was der eine toll findet, da sträuben sich beim nächsten die Ohren ;)

    ganz normal

    Linktipps zu beiden Musikrichtungen findet man zB in entsprechenden Threads in Musikforen, zB einem "Kulturforum".

    Viele Grüße, gistela

    Am schönsten ist es für mich zwischen den Wurzeln meines "Wunderbaums", mit Blick in die Krone.

    Auch der Baum ist nicht mehr ganz gesund, so passen wir gut zusammen.

  • Ja, es gibt tolle jüdische Musik. Ich durfte schon mal einem Gottesdienst in einer Synagoge beiwohnen...der Kantor war grandios. Alle Kantorei haben eine spezielle Gesangsausbildung, sie sind Opernsänger. Doch ich mag auch Klezmermusik.

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Ich war auch länger nicht hier, aber ich habe auch erst jetzt das Gefühl hier wieder richtig teilnehmen zu können.


    Hier scheint die Sonne und ich laufe gleich mit meinen Hunden. Meine Tochter begleitet mich, sonst würde ich mich wohl nicht trauen.


    Ich reiche mal Kaffee und Krischstreuselkuchen in die Runde. Helft alle mit, denn ich als Diabetikerin darf nur 1 Stückchen.

  • Ich wünsch auch allen einen guten Start in die Woche und natürlich Rest vom Sonntag, wir werden gleich unsere Enkelin auf 1 Stündchen besuchen, Corona hin oder her, die Gelegenheit werd ich mir nicht entgehen lassen, sie ist mit der Mama grad bei deren Eltern. Werden ein bisschen spazieren gehen, auch wenn das Wetter nur so la la ist.


    Aenneken , vom Kirschstreuselkuchen nehm ich gern 1 oder auch 2 Stück :*

    Bei Dir ist nur 1 Stück beim Abnehmen hilfreicher ;)

  • Ich klau einen Kirschstreuselkuchen und stell dafür einen ersten Weihnachtstollen her.


    Ich habe nämlich angefangen, die Weihnachtsdeko heraus zu kramen und aufzubauen. Hab ganz tolle Vorhänge gefunden mit großen Sternen drauf


    Dazu schöne moosgrüne Tischdecken mit dezenter goldener Lurexstickerei...sieht echt gut aus. Nur die grünen Kissenbezüge such ich noch,die haben sich irgendwo verkrochen.


    Jedenfalls sieht es jetzt schon schön kuschelig aus.... und in einer Woche brennt dann ja eh die erste Kranzkerze.


    Man sieht sich...

  • Ich war heute mit meinen Jungs Adventskalender kaufen. Sie haben sich diesmal unterschiedliche ausgesucht. Endlich mal. Einmal gab es einen von Play...l Piraten und einmal von Hot Wh.... So langsam geht es auf Weihnachten zu. Habt ihr schon alle Geschenke beisammen? Also ich nicht😅


    Wünsche allen einen schönen Abend. 🍀