Plötzlich Angst und Unruhe. Ist das das Therapieloch?

  • Hallo ihr Lieben, Ich wünschte öfters (länger) hier sein zu können, aber
    nach Beendigung meiner Strahlentherapie bin ich letzte Woche völlig abgestürzt. Ich hatte über 2 Wochen einen heftigen Infekt, röchelte
    nur noch durch die Gegend und war völlig erschlagen. Die letzte Woche lag ich mit Fieber unter dem Apparat und durfte nicht husten.
    Ich arbeite (seit 2 Wochen nach meiner OP) jeden 2. Tag, d.h. ich hatte keine richtige
    Pause und überhaupt keine Verarbeitung der Diagnose und der 4 Wochen freien Falls danach. Am Freitag 13.06. war die letzte Bestrahlung und
    am Dienstag darauf fast ein Nervenzusammenbruch (??) Ich fing im Geschäft an zu heulen ;( und wurde darauf 2 Wochen krank geschrieben.
    Ich habe mich so auf das Ende der Strahlentherapie gefreut!!! Und dann das.... Meine Frage: Wie kommt IHR damit zurecht? Wie geht
    ihr mit der Angst um? Habt ihr auch so "Erinnerungsattacken"? Ganz liebe Grüße an alle und vielen Dank vorab für eure Antworten.
    Blumenwiese

  • Hallo Blumenwiese,


    ich habe jetzt noch 4 x Bestrahlung vor mir. ;) Verbrennung habe ich am Schlüsselbein, die Haut fängt
    dort an abzupellen. Ab und zu ist die Stelle auch ganz heiß. Diese Gefühle kenne ich auch, die du da be-
    schreibst. So schlechte Tage hatte ich noch nicht einmal während meiner Chemo. Obwohl die schon
    ziemlich hart war. Ich hatte auch so manche Tage, an denen ich am liebsten nur noch ins Bett ge-
    gangen wäre. Nichts mehr hören und sehen. Zum heulen war mir auch des öfteren zumute. Will
    mal abwarten, was das Ende der Bestrahlung so bringt. Habe dann noch ein Abschlussgespräch und
    muss nach ca. 6 Wochen noch einmal in die Klinik zum Gespräch. Angst habe ich ständig. Ich
    weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, da mein Tumor hormonabhängig war, sollte ich 10 Jahre
    Tamoxifen nehmen. Hatte einige Arztgespräche, da ich mir nicht sicher war, ob ich Tam nehmen
    soll. Ich habe mich auch hier im Forum schlau gemacht. Nun habe ich mich gegen Tam entschieden.
    Ich hoffe, ich habe die richtige Entscheidung getroffen.


    LG
    Gartenfee ;)

  • lass dich erstmal in den Arm nehmen :hug: , alles wird wieder gut. Das ist auch alles sehr viel für dich gewesen und man überschätzt leicht seine Kräfte, man möchte doch sooo gerne und ganz schnell wieder normal sein! Aber alles braucht seine Zeit, auch das Verarbeiten, wie du selbst gemerkt hast. Und mit dem Verarbeiten wird auch die Angst meist weniger, man findet auch zu einer neuen Normalität zurück. Hab Geduld mit dir (vorallem mit deinem Körper und deiner Psyche/Seele) und mit ein bisschen Zuversicht und Vertrauen wird es dir auch bald besser gehen. Konkrete Tipps gegen die Angst bekommst du auch bei den Angst-Threads, vielleicht liest da auch noch ein bisschen rum?


    Alles Liebe, Zuversicht und Kraft :thumbup:
    sendet Wölfin :hug:

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Liebe Blumenwiese,


    ich erkenne mich teilweise sehr deutlich in deinen Beschreibungen wieder. Zwar hatte ich weder Chemo noch Strahlen, sondern ¨nur¨ insgesamt 6 Ops innerhalb von gut 5 Monaten (plus Tam) und war auch die ganze Zeit krankgeschrieben - aber auch ich klappte nach Ende der direkten Behandlungsphase in mir zusammen, psychisch. Bei mir waren es nicht so sehr die Heulattacken, sondern eher totale Unruhe, Schreckhaftigkeit und fast schon Panikattacken (zu der Zeit habe ich gesucht und dieses Forum gefunden, zum Glück, es hilft mir sehr - hier einmal ein herzliches Danke an alle Foris!!).
    Du schreibst selbst, du hattest gar keine Zeit zum Verarbeiten der Diagnose, die laut Psychologen einem Trauma gleichkommt und die bei dir ja noch nicht so lange her ist, du warst abgelenkt durch die Arbeit und die Untersuchungen und Behandlungen. Ich kann das so gut nachvollziehen, weil ich es auch so erlebt habe.


    Mittlerweile sind bei mir seit diesem Tiefpunkt ca. 4 Monate vergangen. Ja, ich habe auch noch ab und an solche ¨Erinnerungsattacken¨ oder Angstanfälle - aber sie sind deutlich seltener geworden und auch nicht mehr so heftig, ich glaube, da hilft die Zeit schon etwas. ( Ich bezweifel, dass man das ganz wieder los wird.)
    Mir hilft dieses Forum sehr, nicht nur, weil ich viele sehr nette Frauen kennen gelernt haben, sondern auch, weil hier immer jemand ein offenes Ohr und Ratschläge hat, wenn du mal durchhängst. Meine Erfahrung ist, dass selbst der beste Ehemann und die allerbeste Freundin (beides habe ich ) helfen wollen, aber oft nicht können - Betroffene aber wissen sofort, was in dir vorgeht, weil sie das selbst erlebt haben.


    Wenn es aber nicht besser werden sollte, kann man sich auch fachliche Unterstützung bei verschiedenen Ärzten holen.


    Noch eine Idee: Warst du zur AHB oder zur Reha?? Auch da wird nicht nur am Körper ¨gedoktort¨.


    Lieben Gruß, Anne

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    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • Ihr Lieben,


    letzten Freitag habe ich ja die Strahlentherapie abgeschlossen. Und heute erwischt mich ganz kalt eine unheimliche Angst. Ich bin schon morgens mit der Faust im Magen, so beschreibe ich das Angstgefühl immer, aufgewacht. Habe dann durch nochmal weiterschlafen verdrängt. Was nur bedingt funktioniert hat, denn ich habe meine Angst dann sogar geträumt. Seit ich auf bin, geht es mir von Stunde zu Stunde schlechter. Ich habe Angst davor, dass der Krebs zurückkommt und ich habe Existenzängste. Wie soll alles weitergehen? Ich fühle mich so kraftlos.



    Erschwerend kommt hinzu, dass ich alleine bin. Da wird dann manchmal alles so groß, das ist mir rational schon klar. Jetzt habe ich wenigstens mit meiner Freundin telefonieren können, das hat etwas erleichtert. Bin trotzdem am Heulen und mein Schreiben hier und mich in meiner Schwäche outen ist einfach ein Versuch, bei euch ein offenes Ohr zu finden. ;(


    Liebe Grüße
    Aurora

  • Hier kommt ein offenes Ohr oder auch zwei!
    Mensch, liebe Aurora, lass dich einfach mal drücken! :hug:
    Ich finde es ganz toll und stark von dir, dich hier, wie du es nennst " zu outen". :thumbsup:
    Das Aufschreiben hilft!
    Wir sind doch auch dafür da, einfach zuzuhören, dich zu trösten und dich zu verstehen!
    Ja, ich denke, das ist das Therapieloch!
    Das hatte ich auch nach der Strahlentherapie. Und ich hatte furchtbare Angst, dass der Krebs zurückkommt!
    Das zu bewältigen, half mir die AHB! - Und die Zeit! Natürlich kommen die Ängste immer wieder, aber seltener!!
    Liebe Aurora, ich verstehe auch deine Existenzängste! Drück dir die Daumen! :thumbup: :thumbup:
    Ich glaube, du hast doch auch eine AHB oder Reha beantragt, oder?
    Ach, liebe Aurora, ich drück dich nochmal und ich stelle mir vor, ich würde mit dir über den Frankfurter Flohmarkt bummeln, den du uns damals genannt hast und etwas von diesen Spezialitätenständen genießen!
    EIn ganz ganz dickes Kraft- und Energiepaket
    von Mohnblume

    Eine Tür ist selten ganz verschlossen.
    Manchmal muss man nur den passenden Zeitpunkt zum Anklopfen finden!

  • Ach Mensch, arme Aurora. Ich stehe ja am Beginn meiner Behandlung und ich weiss nicht, ob Dich das tröstet, aber ich fühle die Faust jeden Morgen im Magen und habe schlimme Angstgefühle vor der Chemo und den Nebenwirkungen. Ich wäre so froh, wie Du fertig mit der Behandlung zu sein - ich würde die Angst einfach packen, Rausgehen, Sport machen oder einfach sagen, dass es jetzt genug damit ist.
    Jetzt gerade bist Du erstmal geheilt und das ist so ein mächtiges Paket an Freude, dass Du alle Schritte gegangen bist, egal wie hart, und nun gesund bis. Was uns die Zukunft bringt weiss kein Mensch. Einfach im hier und jetzt genießen ;-)

  • Ich denke schon, dass es das ist. Zumindest mir ging es genauso. Ich konnte wochenlang nicht richtig schlafen, bin nachts aufgewacht und das Gedankenkrarussell drehte sich. Tagsüber hatte ich Heulkrämpfe, soange mein Kind in der Schule war.


    Es wird besser, aber es dauert.


    Ich drück dich...


    Diana

  • auch ich nehme dich ganz fest in den Arm. Von diesem "Loch" habe ich hier schon ganz oft gelesen. Das steht man soviel durch und ist die ganze Zeit stark und dann.. Dann ist man mit den Therapien durch und hat den Krebs rausgeschmissen und dann das. Vielleich fühlen wir uns dann ja einfach verloren, weil die Behandlung abgeschlossen ist und auf einmal alles gut sein soll. Vielleicht können wir das nach der ganzen schweren Zeit einfach nicht glauben.
    Aber ich sage dir du schaffst das, auch mit Hilfe der AHB die du jetzt bald machst. Versuch so lange viel zu machen was du gerne tust. Geh viel raus, du hattest doch geschrieben du hast wieder mit Sport angefangen. Triff dich mit deiner Feundin und rede dir alles von der Seele. Mach alles was Glückshormone bei dir frei setzt. Du bist stark, du hast so viel geschafft, vertrau auf dich.
    Alles wird gut liebe Aurora. Ich drück dich noch mal und denk an dich. :hug:
    Ganz liebe Grüße Angela

  • Liebe Aurora,
    ich nehme dich erstmal in den Arm :hug: und halte dich. Spürst du die Wärme.? Wenn du magst, lass den Tränen freien Lauf. Das nimmt den Druck. Merkst du es?


    Ich weiß natürlich auch nicht, ob es das Therapieloch ist , aber auch ich erlebte ähnliches, nachdem meine Therapie beendet war, in meinem Fall sehr überraschend/ plötzlich. Bei mir war es weniger Angst ( die meldet sich immer mal wieder, auch in Träumen , allerdings immer seltener, je größer der Abstand wird), die mich nun plötzlich ansprang, es waren eher so was wie extreme Unruhe ( konnte nicht mal 5 Min. Irgendwo sitzen) und eine Art von Panik, die mich zum Beispiel beim Telefonklingeln überfiel)
    Ein Jahr später glaube ich, dass während der Therapie alles gefüllt/bestimmt war, man bekam gesagt, was zu tun ist, macht das - und wenn alles so weit vorüber, fängt man, nein, fing ich an, das Ganze überhaupt erst zu verarbeiten - das war übrigens die Zeit, als ich mich bzw. meine Reaktionen nicht mehr fur normal hielt, suchte und hier landete :thumbsup: Dass meine Verarbeitung des Ganzen auch noch nicht abgeschlossen ist, zeigt sich inTräumen, die mich so ab und zu erlebte Dinge wieder durchleben lassen - die Verarbeitung geht also weiter...


    Hab etwas Geduld mit dir - und wenn es nicht besser werden sollte, suche dir Hilfe. Es geht ja auch um Lebensqualität!
    Ganz liebe Grüße und noch eine :hug:

    ***********************************************************************************

    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • Liebe Aurora,


    wir drücken dich auch mal :hug: . Mir ging es ein paar Tage nach der Strahlentherapie ähnlich. Die Regelmäßigkeit fällt auf einmal weg und man hat Angst der Krebs kommt wieder, weil man ja jetzt nicht mehr in Behandlung ist. Aber es wird mit der Zeit besser. Ich habe auch noch solche kurze Phasen, aber dann lenke ich mich mit etwas Schönem ab und die Gedanken verfliegen dann auch wieder.


    Die AHB hat mir da auch sehr geholfen, freue dich einfach darauf es wird bestimmt toll. :)


    Liebe Grüße


    feenhund und Anhang

  • Liebe Aurora :P


    ich nehme dich erst einmal in Arm :hug:
    es ist schon alles geschrieben worden und ich kann da nur zustimmen. Es wird mit der Zeit besser
    und die Angst wird weniger. Ganz verschwinden wird die Angst nie........denke ich!
    Ich schicke dir noch ein großes Kraft.- und Energiepaket damit du die Zukunft gut anpacken kannst :thumbup:


    Grüßle :) ika :)

  • liebe Aurora


    erst mal herzlich willkommen hier bei uns im forum.


    oh wie gut kenn ich das gefühl morgens beim erwachen einen klumpen angst


    im magen zu haben. ein weiterschlafen ist dann nicht mehr möglich weil das


    gedankenkarussel arbeitet ich bin angehörige mein mann erhielt voriges jahr


    im mai die diagnose LK. wir haben eine schlimme zeit hinter uns jetzt ist mein


    mann zur reha. ich bin also auch grad allein.


    ich hab ein offenes ohr für dich und drück dich mal ganz feste :hug:


    irgendwie hat sich das ganze leben verändert und daran muss man sich erst gewöhnen.


    auch dir wird das gelingen nur mut es wird werden.


    lg.- von salia frau von karsten :)

  • Liebe Aurora,


    wie könnte sowas auch nicht normal sein? Seither war ja nur Handeln angesagt und jetzt fällt alles von dir ab und du bist (bildlich gesprochen) auf dich alleine gestellt und nicht mehr in so kurzmaschigen ärztlichem Händen, das finde ich völlig normal, dass einen da die Panik überkommt. Irgendwie ist dann doch alles surreal, oder?


    Wenn du heulen musst, raus damit, das reinigt die Seele. Wenn dir schreien hilft, tu es. Stopf eine Tüte Chips oder Schokolade in dich rein, alles was deiner Seele gut tut. Ab und zu ist das mal erlaubt ;-)


    Du schreibst, du hast Existenzängste. Ich glaube es ist auch unglaublich schwer wieder ins "normale" Leben, das Leben vor der Erkrankung zurückzufinden. Es existiert so einfach nicht mehr. Nun weiß ich, dass du selbstständig bist, das ist natürlich nochmal ein ganz anderes Bild. Würde dir eine Veränderung helfen? Weniger arbeiten, indem du einen Partner oder Angestellt mit ins Boot holst? Ich spinne jetzt einfach mal total rum. Fändest du den Weg zurück ins Angestelltenleben für dich sicherer? Da läge schonmal weniger Last auf deinen Schultern. Überleg doch mal ob dir mit irgendwas - auch im privaten Bereich - geholfen wäre oder du was tolles im Hinterkopf hast, was du schon immer mal ausprobieren oder tun wolltest und ob jetzt vielleicht der richtige Augenblick dafür wäre.


    Es ist nicht einfach, aber versuch was schönes und positives für dich zu finden. Für's Händchen halten sind wir dann da :thumbsup:


    Sei lieb gegrüßt
    inebine

  • Die anderen haben schon so vieles geschrieben. Ich kann dem nicht viel hinzufügen , ausser : Glaub mir es wird besser.
    Auch je länger die Erkrankung zurückliegt,desto mehr geht die Angst vor einem Rückfall zurück.


    Warte es ab und mach etwas schönes , was Dir Freude macht. Ich umarme und drücke Dich :hug:
    Viele liebe Grüsse :)
    alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

  • liebe Aurora,
    ich möchte dir auch erst einmal eine :hug: schicken. Ja, das Gefühl kenne ich auch. Wenn der Rahmen wegfällt.... scheint man plötzlich allein zu sein. Bei genauen Hinschauen ist es dann aber gott sei Dank nicht so. Es fühlt sich aber so an!! Aber, es ist nicht so. Ich habe mich damals auch durch diese Zeit -- danach --- gekämpft, und es kamen Zweifel auf.
    Ich möchte dir Mut machen, die NEUE Zeit willkommen zu heissen. Wie ein leeres Blatt entwickelt sich jeder Tag und wir selbst können viel dazu beitragen, wie diese Seite gefüllt wird.
    Ich habe Zeiten, in denen auf meinem Bild nur wenig drauf ist, und dann wieder ist es bunt und voller schöner Dinge. Auch dunkle Flecken hier und da, aber die hatte ich im Gesunden Zustand ja auch. Ich wünsche dir die Kraft, schwache Zeiten ebenso anzunehmen wie aktive. Ying und Yang in unserem DaSein :rolleyes:
    ganz liebe Grüße von
    phönix

  • Hallo Aurora,


    ich kann das alles nachvollziehen. Lass dich erst einmal drücken. Du bist allein. Ich bin auch allein, habe den Mann und die Freundin ganz dicht hintereinander an Krebs verloren und danach kam der Krebs zu mir nach 15 Jahren zurück. Es ist und war eine schlimme Zeit. Aber glaube mir, irgendwann kommt man aus diesem Loch wieder heraus. Wenn du es nicht alleine schaffst, nimm dir professionelle Hilfe. Nur so bin ich aus meinem Loch wieder herausgekommen. Aber auch jetzt quälen mich noch Ängste. Dann muss ich einfach raus, unter Menschen, um nur nicht allein zu sein. Abends höre ich meine Lieblingsmusik, dann kann ich gut einschlafen. Ich gehe in eine Selbsthilfegruppe, dort kann mit Betroffenen reden, die wissen, wovon man spricht. Ich gehe zur Gymnastik und bastle gerne mit meiner Nachbarin. Zur Zeit stricken wir Schneemänner, vielleicht hast du sie im Adventskalender gesehen. Manchmal greif ich auch zum Telefonhörer und rufe liebe Freunde an. Ich arbeite auch viel am Computer, mache die Chronik für unseren Landesverband der Frauenselbsthilfe. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich abzulenken. Glaub mir, es ist mal weniger da diese Angst, dann kommt sie wieder ziemlich geballt.


    Ich habe es geschafft, mit so vielen Schicksalsschlägen fertig zu werden. Gib nicht auf, suche dir Betroffene in einer Selbsthilfegruppe und du wirst sehen, du findest Freunde, dann bist du nicht allein. Und hier im Forum sin wir auch alle da. schreibe einfach, was dir auf der Seele gibt, das erleichtert. Es geht immer irgendwie weiter, auch wenn der Weg schwer ist.



    Ich drücke dich ganz lieb :hug:


    Eisprinzessin

  • Ihr Süßen,


    ich danke euch für eure lieben Antworten. Warum ich mich erst jetzt rückmelde? Keine Ahnung. Die letzten Wochen waren jedenfalls eine Berg- und Tal-Fahrt. Mehr Tal als Berg, allerdings.


    Irgendwie fühlt es sich seltsam an, dass man für die Aussenwelt (inklusive der Eltern) jetzt wieder "gesund" sein soll. Da kamen auch noch einmal Verletzungen aus der Vergangenheit hoch.


    Ich hoffe, dass die mich in der AHB wieder aufpäppeln. Ich kann, ehrlich gesagt, etwas "aufgefangen und gehalten sein" gut gebrauchen.


    ;( Aurora

  • Liebe Aurora,


    du sagst es kommen auch alte Sachen wieder hoch. Das erlebe ich auch so. Dieser Krebs kam ja auch einfach so mitten in unser Leben und stellte eine massive Bedrohung dar. Nicht nur offensichtliche Verletzungen durch Operation und Therapien sind belastend. Die Fremdbestimmung in diesen langen Wochen/Monaten, die ständigen Verletzungen unserer Intimsphäre....usw.


    Da reagiert eben nicht nur der Körper alleine drauf. Auch wenn die "Begleitung" durch die med. Maßnahmen eine gewisse Sicherheit vermittelt und einen Rahmen bietet, so ist es letztlich an uns unser Menschsein wieder neu zu ordnen und zwar auf ALLEN Ebenen.


    Mich wundert es nicht wirklich, das es sehr sehr anstrengend ist - da wird man aus der Bahn geworfen, verliert die Orientierung und soll plötzlich wieder voll normal sein ?( schon schwer, oder?


    Ich setze meine verbliebene Energie ganz für schöne Dinge ein, wie immer die auch aussehen...(Schoki, Spazierengehen, Katze kuscheln....)und gleichzeitig versuche ich mich auf die AHB einzustimmen. Ich schreibe Zettelchen mit meinen Fragen, Listen was ich mitnehmen möchte, gucke mir im Netz die Umgebung an. Das lenkt mich ab und hilft mir über manches Loch zu springen :S


    Deine Gefühle sind berechtigt und zeigen Dir was "dran" ist. Manchmal ist das eben heulen usw.


    :hug: lossi schickt Dir Schoki und eine Schulter zum Anlehnen :hug:

  • Hallo Aurora,
    Deine Berg- und Talfahrt nenne ich "Achterbahn" und die mochte ich schon als Kind nicht, weil mir immer schlecht wurde....
    Wir müssen einfach versuchen diese Achterbahn mit was auch immer "oben zu halten". Glaub' mir, ich weiß dass das nicht leicht ist und unser Umfeld das einfach nicht verstehen kann!
    Aber: Wir haben uns hier und das ist ganz schön viel was wir da haben!!!!!!
    Ich wünsche Dir eine Achterbahn, die ganz lange oben stehen bleibt.
    Herzliche Grüße
    Lisa