Zwischenzeitliches Tief!

  • Liebe Mitstreiterinnen!
    Immer wieder gibt es so Tage, an denen habe ich das Gefühl, ich komme nie mehr
    aus dem dunklen Loch heraus. Dabei läuft es doch gar nicht schlecht. ..
    Das kann ich in solchen Momenten nicht sehen, es gibt auch keinen offensichtlichen Grund zum
    Traurigsein. Und doch bin ich so wie heute einfach verzagt.
    Gleichzeitig ärgere ich mich, dass ich diesen Berg- und
    Talfarhrten so ausgeliefert bin!! Hmmmm!

  • :) liebe lulu,


    was du beschreibst, kennen die meisten von uns. Ja, das ist eine sehr anstrengende Zeit, und es kostet viel Kraft. Ich schicke dir mal eine :hug: und wünsche dir, dass du dir Zeit gibst. Wenn ein Tief da ist, habe ich mich immer versucht, auszuruhen. Ich konnte eh nichts bewegen, und habe langsam gelernt, diese Tiefs zuzulassen.
    Nach einer Weile habe ich mir für solche Zeiten einen Plan B gestrickt. Bin in die Stadt gefahren und habe gebummelt, in einem Buchladen gestöbert oder eine Freundin gebeten, sich mit mir zu treffen. Diese für mich ablenkenden Zeiten haben wieder Ruhe, Kraft und Freude in mein Leben gebracht.


    Seither ist Plan B eine gute Lösung für diese Zeiten, die mich auch heute, 13 Jahre nach BK immer wieder mal ereilen.
    Ich schicke dir zudem ein Kraftpaket und ein Päckchen Geduld ;)
    liebe Grüße von
    phönix

  • Ich hatte zu Beginn meiner Erkrankung auch immer wieder solche Phasen , mal dauerte es nur paar Stunden , mal auch
    einen ganzen Tag . Ich glaube das gehört zum Verarbeitungsprozess , man setzt sich mit der Erkrankung auseinander.
    Ich habe die Erfahrung gemacht , dass man sich nicht mit aller Macht dagegen wehren soll , sondern es einfach mal
    zulassen . Wenn Du weinen musst - lass den Tränen ruhig freien Lauf. Das alles gehört irgendwie dazu. Man kann nicht
    immer nur gut drauf sein, das geht nicht . Also lass es zu.
    Schlimm wird es erst,wenn das über Tage anhält und keine Besserung in Sicht ist. Die Therapien unserer Krebserkrankung
    sind langwierig und man sieht manchmal das Ende nicht. Aber glaube mir , die Zeit vergeht. Denke erstmal schrittweise,
    Chemo- du hast ja bald Halbzeit , oder ?
    Lass Dich nicht zu sehr davon runterziehen, unternimm was schönes : Spazieren gehen, sich mit einer Freundin treffen usw.
    Ich bin während der Chemo sehr oft spazieren gegangen oder habe Nordic Walking gemacht. Das hat mich ganz gut
    abgelenkt , so dass ich aus diesem Loch immer wieder rauskrabbelte. Auch Du findest etwas , das Dir hilft aus dem Loch
    wieder rauszukrabbeln. Da drücke ich Dir die Daumen dafür.Gut dass Du Dir das von der Seele geschrieben hast- hilft
    auch manchmal etwas. Wenn es zu stark wird kannst Du immer noch psychoonkologische Hilfe in Anspruch nehmen.
    Habe ich auch gemacht , aber hauptsächlich wegen meiner Angst die ich zu Beginn meiner Erkrankung hatte. Das hat
    auch nichts mit Verrücktheit oder Beklopptsein zu tun, wenn man sich an einen Psychoonkologen wendet. Das ist
    meistenswertvolle Unterstützung. Zumindest empfand ich das so.
    Ich schicke Dir noch gaaanz dicke Kraft und Mutpakete mit auf den Weg , damit Du da bald wieder rauskommst
    aus dem Loch, und nicht zu tief da reinfällst :love: :thumbsup:


    Sei ganz lieb gegrüsst und fühl Dich :hug:
    alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

  • Liebe lulu,


    wie alesigmai schon geschrieben hat, die Therapien sind langwierig, dass nervt manchmal und läßt uns nicht mehr
    so teilhaben am "Alltag". Mir ging/geht es genauso. Ich bin eigentlich schon fast 1 Jahr fertig mit den Therapien,
    bis auf die AHT, die ja über Jahre geht, und trotzdem falle ich immer wieder in ein "Loch". :thumbdown:


    Wir dürfen auch mal "schwach" sein und sollten es ruhig zulassen und nicht versuchen es zu verdrängen.
    An solchen Tagen hilft mir sehr viel Abwechslung, Spaziergänge, lesen, malen usw. Da ich zur Zeit auf Grund einer
    noch zusätzlichen schweren Osteoporose
    sehr eingeschränkt bin, fällt es mir noch schwerer.


    Heute habe ich wieder einen Termin bei meiner Psychoonkologin, die ich im Krankenhaus vermittelt bekam. Darüber
    bin ich sehr dankbar. Lange Zeit habe ich diesen Gedanken von mir geschoben und immer gedacht: "Das schaffst Du
    allein". Bis ich erkannt habe, dass ich nicht mehr die Stärke habe, die ich früher einmal besaß. Ich nehme nun Hilfe
    an und es lohnt sich, da man dort über seine Gefühle und Ängste reden kann, auf offene Ohren stößt und manchmal
    sogar wertvolle Tipps und Anstößer bekommt!!!! :thumbsup:


    Liebe lulu, ich wünsche Dir für Deine noch bevorstehenden Bestrahlungen alles Gute und dass Du nicht wieder in
    Panik gerätst dort. :cursing:
    Ich würde auch Dir raten, Gespräche mit einer Psychoonkologin zu führen. Mir hilft es wirklich sehr, da ich meine
    Familie nicht noch mehr damit belasten möchte und ich dort "alles loswerde" :thumbsup:


    Lg Miami :hug:

  • Liebe Lulu :P


    es wird immer diese Tage geben und von daher ist ein Plan B wirklich eine gute Sachen.
    Freundin/Spazieren gehen/ shoppen gehen/ ins Cafe´ setzten oder vielleicht kreativ werden…….
    Du hast doch bestimmt Hobbys……… ;) ……es sollten Dinge auf dem Plan stehen die dir Spaß machen.
    Würde dich gerne in solch einer Situation mit zum Lachyoga schleppen :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P


    Wir brauchen nicht unbedingt eine Grund um traurig zu sein, dass kommt einfach ohne unser zu tun.
    Diese Tage werden weniger, glaub es mir… :hug: ….auch wenn du das jetzt noch nicht sehen kannst. Es ist auch ganz egal,
    ob alles gut läuft, unser Kopf macht da hin und wieder einfach andere Dinge!!!
    Ärgere dich nicht, hol mal tief Luft, schau aus dem Fenster………… 8) ………vielleicht geht’s du raus
    in die Natur……… flotter Gang oder sogar N-Walking, damit du ein bisschen ausgepowert bist :thumbsup: :thumbup: :thumbsup:
    Vielleicht klappt´s :thumbup:
    Es braucht Zeit, wie phönix so schön geschrieben hat, genauso ist es :thumbup:


    Ich drück mal :hug:


    Grüßle :) ika :)

  • Liebe phoenix, alesigmai, miami, Ika!
    Erstmal danke, ist schon toll, wie ihr mich hier auffängt! :hug:
    Das mit Plan B und spazieren stimmt, habe auch normal immer Fixpunkte,aber diese Woche ist der
    Wurm drin. Zuerst war mein Sohn krank, dann der Sohn meiner Spaziergeh- und Ausheulfreundin, musste sogar
    ins KH und jetzt ist noch meine Mutter angeschlagen.
    Der Psychoonkologe war jetzt auch nicht da, denn der kennt mich schon recht gut ;)
    Ich weiß auch, dass es wieder anders wird, nur im Moment überwiegt halt das Zweifeln und
    Betruebtsein.
    Liebe Ika, zum Lach-Yoga ginge ich gleich mit, denn ich lache eigentlich für mein Leben gern!! :P :)
    Normal sogar dann, wann alle anderen schon verzweifelt sind....