Prämenopausal und Aromatasehemmer

  • Hallo, Ihr Lieben ich hoffe jemand von Euch kann mir was dazu sagen:
    bei meiner Art von Krebs (lobulär) sind Aromatasehemmer wirksamer als Tam. Ich bin jedoch noch nicht in den Wechseljahren, daher müssen die Eierstöcke dazu ausgeschaltet werden. Testhalber erst mal per GnRH-Spritze, wenn ich mit dem Hormonentzug klarkomme evtl. auch operativ damit ich nicht fünf Jahre lag spritzen muss.
    Das bedeutet aber eine plötzliche Östrogenreduktion von 100 auf 0.


    Hat jemand von Euch Erfahrungen mit diesem doppelten Hormonentzug und wie gut habt Ihr ihn verkraftet?
    Wäre sehr dankbar für Erfahrungen.


    Liebe Grüße, Schneeglöckchen

  • Halli :P Hallo Schneeglöckchen


    ein schwieriges Thema, ich denke deshalb verzögern sich auch die Antworten.
    Ich habe die GnRH-Analoga 97 bekommen. Da das Präparat noch nicht zulässig war (für Mamma-Patienten)
    erst als Monats-Depot und im laufe der Jahre dann als 3 Monats-Depot. Ich bin damit sehr gut zurechtgekommen.
    Aromatasehemmer waren zu der Zeit noch nicht zugelassen. Zu der Zeit gab es nur ein Medikament und dieses
    wiederum nur für das metastasierende Mamma CA.
    Wenn es damals diese Möglichkeit gegeben hätte, mit dem Wissen von heute, hätte ich mich sehr wahrscheinlich
    für Spritzen und Aromatasehemmer entschieden.


    Wie wäre es, wenn du dich beim KID informierst? Der Krebsinformationsdienst ist eine sehr gute Anlaufstellen im Netzt
    wie auch per Telefon. Ich würde ein persönliches Gespräch bevorzugen……………………. :thumbup: :thumbup: :thumbup:


    Hier der Link:
    http://www.krebsinformationsdienst.de


    Link vom KID „BK und Antihormontherapie“ :
    http://www.krebsinformationsdi…tkrebs/hormontherapie.php


    Grüßle :) ika :)

  • Liebe Ika,
    danke für Deine Antwort. Den Krebsinformaitonsdienst empfinde ich auch sehr hilfreich.
    Und es tut mir gut, wenn du sagst, dass du mit den GnRH Analog gut zurecht gekommen bist.
    Vorhin habe ich mir die Spritze setzen lassen und gerade meine erste gelbe Pille geschluckt. Letztendlich hilft nur ausprobieren, jede Frau reagiert ja wohl anders.
    Dennoch beruhigen mich die Aussagen von Frauen sehr, die mit den Nebenwirkungen ganz gut zurecht gekommen sind. Danke!


    Liebe Grüße,
    Schneeglöckchen

  • Liebes Schneeglöckchen,
    habe Erfahrung mit dem doppelten Hormonentzug vor den Wechseljahren und verkrafte ihn ganz gut :) . Bin selbst prämenopausal und nehme Aromatasehemmer (Anastrozol) und Gnrh (Zoladex). Habe diese Kombi damals auf eigenen Wunsch mit meinem Senologen abgesprochen, und war richtig froh, als vor einiger Zeit Studien gezeigt haben das der Aromatasehemmer für die prämenopausalen mit gnrh von der Wirkung gleichauf mit dem Tam ist. :thumbsup: . Das hört man ja immer gerne.
    Klar gibt es Nebenwirkubngen - bei mir sind es Scheidentrockenheit, Gewichtszunahme oder eher gesagt Muskelabbau und Fettaufbau an Stellen wo man es nicht braucht ;) und hin und wieder Stimmungsschwankungen.Aber alles sehr sehr moderat und gut erträglich. Manche Nebenwirkungen, wie z.B. die Knochenschmerzen sind durch Sport und Ernährung auch nahezu komplett verschwunden ^^ .


    Mein Onkologe hatte mir damals geraten die Zoladex als Ein-Monatsspritze und nicht als dreimonats-Depot zu nehmen, damit jedesmal sozusagen ein neuer Boost gesetzt wird. Ich achte auch einigermaßen pingelig darauf die Spriztzen im Zyklus-Rhytmus zu nehmen. Als ich zu Beginn einmal eine Woche verschoben habe hat prompt meine Periode wieder eingesetzt.


    Und es macht Sinn zu Beginn einmal die Knochendichte messen zu lassen, um einen Referenzwert zu haben, also damit man sehen kann ob und wie stark durch die Tabletten eine Osteoporose entsteht. Ich hab mir so eine eingehandelt. Empfehlung ist dann meist Bisphosphonate oder aber Denosumab. Wobei mir letztendlich zu Bisphosphonaten geraten wurde, weil diese zusätzlich noch vor Knochenmetastasen schützen sollen.


    Wenn Du noch Fragen hast meld Dich einfach
    wünsche Dir gutes Durchhalten
    liebe Grüße
    madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

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  • Hallöchen :P


    doppelten Hormonentzug habe ich auch! 2006 wurden meine Eierstöcke entfernt und
    seit einiger Zeit nehme ich Letrozol und komme ganz gut klar!
    Bisphosphonate nehme ich schon seit x-Zeiten, weil meine Knochendichte in den
    Keller gegangen ist, aber meine Knochen sind immer noch stabil.
    Was ich mich schon aufdie Nase gelegt habe beim Ski-fahren oder vor einiger Zeit die
    Treppe runter gerutscht.....hätte ich mir eigentlich schon den Schenkelhals x-mal brechen
    müssen :P habe mich selbst gewundert ;) das nichts passiert ist :thumbup:


    Liebes Schneeglöckchen :P hatte ich ganz vergessen.............ich habe zu Beginn meiner Therapie
    eine Knochendichtemessung machen lassen, um zu beurteilen was die Medis anstellen!
    Der IST-Status ist ganz wichtig!!!


    Liebe Madita :P dass ist aber schon ungewöhnlich, wenn die Spritze um eine Woche verschoben
    wird, dass dann prompt die Periode wieder eingesetzt. Ich denke mittlerweile darf das nicht
    mehr sein. Zu Beginn kann ich das nachvollziehen.
    Es spricht aber nichts gegen eine 3 Mon.-Spritze..............es klingelt dann eben ein bisschen
    mehr beim Doc in der Kasse..............aufs Jahr gesehen schöne Einnahme!


    Grüßle :) ika :)

  • ika-ulm : ich muss hier einfach mal ne ehrenrettung für den Onkologen machen. Weil er so ein netter war, und wir auch einen super individuellen Weg zusammen gegangen sind. Glaube nicht, dass seine interessen von der monetären Sorte waren, sondern wirklich von der besorgten Seite, da er und seine Klinik mir die Spritze eh nicht geben. ZUm damaligen Zeitpunkt gab es wohl überlegungen die sagten das die Kurve bei jedem Monat nicht so lange absinkt, oder wie auch immer. HAbe mich dann dafür entschieden es so zu machen, gerade auch im Hinblick, das ich ohne Spritze ja noch prämenopausal wäre und es eben nicht Tanm ist. Er hatte mir nämlich auch erklärt, dass paradoxerweise, der Aromatasehemmer ohne GNRH bei Frauen vor der Menopause das gegenteil macht, nämlich das Östrogen in die Höhe treibe. Daher Aromatase bei prämenopause immer, immer nur mit gnrh. So ungefähr war seine Erklärung. Und da war mir auch einfach monatllich sicherer.


    Hoffe die Erklärung war hilfreich und der liebe Doktor ist jetzt wieder rehabilitiert :D ;) ^^


    herzliche Grüße
    madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

  • Halli :P Hallo Madita :hug:


    :thumbup: rehabilitiert :thumbup:


    Wir müssen einfach aufpassen, weil es genauso läuft!!! Am Anfang ist eine monatliche Gabe auch
    gerechtfertigt, nach spätestens 2 Jahren kann man bedenkenlos auf alle 3 Monate wechseln ;)


    Grüßle :) ika :)

  • Ich muss mal was nach fragen. Warum nehmt ihr aromatasehemmer und kein tam wenn ihr die wechseljahre noch nicht hinter euch habt? Bei mir steht ja demnächst die einnahme von tam an.. Die aromatasehemmer standen gar nicht zur Debatte. Warum eigentlich nicht wenn sie besser helfen sollen? Kann mich mal jemand aufklären. . Bitte. Lg petra

  • hallo ihr Lieben,


    ich bin perimenopausal,also mitten in der Umstellung auf die Menopause. Auch mir wurde von der Tumorkonferenz ein Aromatasehemmer (ich nehme Exemestan) empfohlen. Es ist wohl so, dass diese Medikation insbesondere lobulärem BK (so ist es ja auch bei Schneeglöckchen) angezeigt ist. Dies betrifft allerdings nur etwa 10 - 15 % aller BK Patientinnen, von daher ist wohl bei den meisten TAM das Mittel der Wahl, aber eben nicht bei allen.


    So wurde mir zumindest die Medikation im Brustzentrum erläutert.


    Liebe Grüße


    Johanna

  • Hallo guten Abend,
    danke für Euere weiteren Antworten, ich bin froh, dass noch einige gut klar kommen bzw. kamen mit der abrupten Runterregelung ihrer Hormone.


    Zu Petras Frage: Johanna hat mit ihrer Antwort recht. Es gibt eine Studie namens BIG 98, die belegt, dass an lobulärem Krebs erkrankte Frauen von der Therapie mit Aromatasehemmern mehr profitieren als von Tam. Da lobuläre Karzinome aber nur ca. 10 bis 14 Prozent der Brustkrebserkrankungen ausmachen, ist das gängige Medikament bei prämenopausalen Frauen Tamoxifen, weil es nicht so stark in den Hormonhaushalt eingreift und bei duktalem Krebs gut wirkt. (Laienhaft gesprochen).


    Einen schönen Abend wünscht Euch
    Schneeglöckchen