Zu hause ... und Probleme

  • Nun bin ich zuhause. Die Ärzte sagen ich habe nun ungefähr ein drittel der Energie, die ich brauche um meinen #Alltag zu bewältigen. Tja ich hatte einen KIndergeburtstag zu meistern. Die Mama von der besten Freundin meines Sohnes war spontan so lieb und hat mir geholfen. Aber genau das ist es womit ich nicht klar komme. Die Leute in der Reha und im Krankenhaus waren immer nett zu mir ohne dass ich das Gefühl hatte was "leisten" zu müssen oder jemand ganz besonderer zu sein. Ich war einfach nur ich und das war okay. Hier fühle ich mich immer irgendwie "ungenügend". Mir ist klar, dass das ein Gefühl aus meiner Kindheit ist, dass nun wieder ganz stark hochkommt. Aber wie komme ich damit klar? Ich bin so dünnhäutig im Moment, dass ich lange weinen könnte weil meine Mutter meint sie muss mir drei Mal am gleichen Tag sagen dass mein Outfit scheiße aussieht oder auch wenn alle alles organisieren und so tun als sei ich nur eine Last. Klar, viel kann ich momentan nicht tun aber das wird doch wieder... hoffe ich mal. Meine Eltern hatten die Kinder, klar das war anstrengend aber irgendwie habe ich immer den Eindruck alle denken ich bin nur im Bett gelegen und hab ja nichts "geleistet". Wenn ich dann Vorschläge mache, was sie nicht tun müssen, dann ist das wiederum ein Angriff von mir, weil sie es ja nur gut meinen... ich weiß nicht was ich tun soll? Bin ich auch vielleicht besonders empfindlich weil meine Hormone spinnen? (Ich hab so Wechseljahrsympthome?) Aber ich kann das alles nicht so richtig unterscheiden weil auch die ganzen Schrecken des Verlaufs mich so langsam einholen wo sich alles krankheitsmässig gerade entspannt... Also da ist es so, dass die Chance, dass es weg ist echt sehr hoch ist nur die Nachwirkungen bleiben halt noch sehr lange auch die körperlichen... Ach ich glaube ich bräuchte mal eine dicke Umarmung oder so... Liebe Grüße Wolke

  • Liebe Wolke,


    also das mit der Urmarmung sollte kein Problem sein .. zumindest virtuell :hug: :hug: :hug:


    Klar bist Du dünnhäutig , das ist normal (wobei ich mich auch in gesundem Zustand geärgert habe, wenn jemand drauf rumgeritten ist, dass irgendwas an mir sch.... aussieht .... Geschmäcker sind verschieden und jeder hat das Recht so rumzulaufen, wie es ihm gefällt). Die Krankheit hat halt nicht nur körperliche Nebenwirkungen, die man sehen kann, sondern auch die seelischen. Und die verheilen sogar wahrscheinlich viel langsamer. Und ganz oft in solchen Situationen interpretiert jede Seite dann in das Verhalten der anderen was rein - was gar nicht da ist.


    Redet miteinander, sag ihr, wie Du Dich fühlst - und ich glaube ganz fest, dass Dein Umfeld Dich gar nicht so "ungenügend" empfindet , wie Du Dich selbst. Sei nicht so streng zu Dir. Du leistest mit dieser besch.... Krankheit so mördermäßig viel !

  • Hier kommt schon eine Umarmung :hug:
    und dann mehrere und ganz viele Drücker! :love: :hug: :love: :hug:
    Ich setz mich jetzt einfach zu dir und halte dich und tröste dich.
    Du darfst auch ruhig weinen!
    Es kann schon sein, dass du jetzt besonders empfindlich bist. Ich kenne diese Symptome, besonders auch aus der Anfangszeit meiner AHT!
    Da musste ich wirklich wegen jeder Kleinigkeit heulen. Ja, die Hormone spinnen schon! Aber das geht vorbei!! :thumbsup:
    Sonst hat Findel schon geschrieben, was ich auch meine!
    Liebe Wolke,
    richtig glücklich bin ich über deine letzten Sätze, dass es sich krankheitsmäßig entspannt :thumbsup:
    und deine Chance sehr hoch ist! Hurrrrraaaaaaa! :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: Das ist so toll!
    Nochmals eine dicke Umarmung
    von Mohnblume

    Eine Tür ist selten ganz verschlossen.
    Manchmal muss man nur den passenden Zeitpunkt zum Anklopfen finden!

  • :hug: liebe Wolke
    zuerst mal eine ganz dicke :hug: . Und ja, alte Erinnerungen können uns ganz schön den Boden unter den Füßen wegreissen.
    Es ist sehr schade, welche Bemerkungen deine Mutter so rauslässt. Da gibt es vielleicht die eine oder andere Antwort, die du dir bei Gelegenheit mal - parat legst.
    Im Stress geht das nicht, aber in der Ruhe fällt dir sicher ein, was du in solchen Momenten am liebsten mal sagen würdest. Mein Tipp: schreib es auf. So wie die Karten, die sich Moderatoren immer bereit halten. Eine Idee meinerseits: Mein Outfit sieht Sch... aus? ..... Und jetzt?.... Wenn du das zum dritten mal hörst... Du Mama, ich habe es beim ersten mal schon verstanden
    Wie oft magst du mir das heute noch um die Ohren hauen?


    Weisst du, deine Chancen, deine Aufgaben wieder zu übernehmen, wenn auch eingeschränkt, sind doch besser, als die - ENDLÖSUNG. Wärest du gestorben, hätten sie deine kleinen die ganze Zeit an der Backe, oder? So kann man es doch auch sehen, was meinst du?


    Mir hat dieser Rat einer Freundin, in stillen Stunden mal den Dampf aufzuschreiben, der bei mir durch solche unsensiblen Verhaltensweisen entstanden ist. Denn genau diesen Druck können wir gerne weglassen.
    Ich schicke dir nochmal eine dicke :hug: und sage dir: als meine Perle zum ersten mal im letzten Sommer bei mir geputzt hat, bin ich heulend ins Schlafzimmer. Heulend, weil ich ihr Tempo nicht mehr habe. Aber ich konnte das doch vorher auch alles!!! Aber es ist jetzt weg. Und jetzt? Jetzt bin ich froh, eine Perle zu haben ;)


    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und den Mut, in ruhigen Momenten einmal zu schauen, was deine Möglichkeiten sind, dich zu wehren, wenn du dich angegriffen fühlst.
    Kein Autsch mehr!!!
    ganz liebe Grüße von
    phönix, mit ganz vielen :hug:

    Gemeinsam ist ein schwerer Weg nicht kürzer, aber er ist leichter zu gehen. :)

  • Liebe Wolke,


    zunächst möchte ich Dich :hug: und halte Dich ganz lange!!!!!! :hug: :hug: :hug:


    Ich habe geweint, als ich Deinen Beitrag gelesen habe!!!! :hug:


    Liebe Wolke, Deine Batterien sind viertel voll! Du darfst nicht zuviel von Dir verlangen.
    Du hast so viel geschafft, dass Du Dir in keiner Hinsicht schäbig oder unnützlich
    vorkommen musst!!!! Nimm Hilfe an, wenn sie Dir angeboten wird. Oder hole Dir
    eine Haushaltshilfe ins Haus, damit Deine Mutter nicht mehr soviel helfen muß.
    Das wäre vielleicht eine Option, um ihr klar zu machen, dass Du nun wieder da bist
    und mit Hilfe der Hauswirtschafterin nun wieder den Haushalt und die Kinder
    übernimmst.


    Wie Phönix schon geschrieben hat, leg Dir eine Antwort für Deine Mutter parat, wenn
    sie Dir wieder Dein Äußeres vorwirft. Sie hat Dich sehr unterstützt, dafür dankst Du
    ihr, aber in diesem Moment überschreitet sie die Grenze!!!! Wir haben schon
    genug durchzumachen, da ist uns in diesem Augenblick das Ouitfit egal!!! Wichtig ist,
    dass wir wieder völlig gesund werden und dann die Kraft dazu haben uns auch wieder
    um unser Äußeres zu kümmern.
    Ich hatte jetzt nach 1,5 Jahren meinen ersten Friseurtermin! :thumbsup:


    Ich freue mich sehr über Deinen Heilungserfolg und deren Aussichten!!!!!! :hug: :hug: :hug:
    Liebe Wolke, achte auf Dich!!!! Ich bin über ein Jahr fertig mit meiner Therapie und meine
    AHB liegt nun auch fast ein Jáhr zurück. Meine Batterien sind auch fast leer und ich werde
    jetzt meine 2. Reha beantragen.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und schicke Dir einen großen Sack voll Energie und Zaubersterne,
    damit Du Deine Aufgaben meisterst, die Du SCHRITT FÜR SCHRITT wieder übernehmen kannst!!!


    Nochmals eine dicke Umarmung :hug: :hug: :hug:


    Lg Miami :hug:

  • Halli :P Hallo wolke


    hier kommst gleich noch ein Umarmung :hug: ne ne ne.....nicht nur eine mehrere :hug: :hug: :hug: :hug: :love:
    Meine Vorschreiberinnen haben schon alles geschrieben was ich auch geschrieben hätte. Die Idee von phönix
    mit den Moderatoren-Karten finde ich super………….. :thumbsup:


    Nochmal ein Drücker :hug: liebe wolke und es wird besser glaub dran, es ist soooooooooooo :thumbup:


    Hier kommen noch Sonnenstrahlen die dir Kraft und Energie gebe werden :thumbsup:


    Grüßle :) ika :)

    Bilder

    • Sonnenstrahlen von ika.jpg

    Lachen ist die beste Medizin,

    also verschenke jeden Tag ein Lächeln,
    es tut nicht we
    h
    :thumbsup:

  • Ich kann den anderen nichts mehr hinzufügen , sie haben schon soviel geschrieben . Aber ich schicke Dir ein dickes Mut
    und Kraftpaket , und sage Dir Du bist stark- was Du alles geschafft hast und noch schaffst :thumbsup: :thumbsup:
    Lass Dir Zeit das alles zu verarbeiten. Sei gaanz lieb gedrückt :hug: und ich freue mich für Dich dass die Behandlung
    so erfolgreich war.
    LG und noch ein paar Sonnenstrahlen schicke ich Dir auch noch mit , die Dich wärmen und :hug:
    LG alesigmai52

  • Liebe Wolke,


    lange hast Du um Dein Leben gekämpft und ganz ganz langsam kommt der Alltag nun auch für Dich wieder. Verlange von Dir selber nicht zuviel, dafür war dein Verlauf der Krankheit zu
    schwer , als das du nun wieder mit Volldampf durchstarten kannst. Die Batterien füllen sich nun Woche für Woche auf. Wildebeest hat die Tage etwas schönes geschrieben... Leben mit
    Leukämie ist wie in einer Blase leben und das hast du ja auch viele Monate. Jetzt ist die Blase geplatzt und du fühlst Dich verletzlich und ein Stück weit vielleicht auch allein.
    Bist Du aber nicht ! Wir sind hier um Dich zu knuddeln :hug:
    So... für Deine Mutter ist es schwer einzusehen das Du wieder da bist und sie Stück für Stück weniger gebraucht wird. Es lief ja alles gut ...es gibt einen Alltag und Routine und nun
    bist du wieder da . Irgendwie habe ich das Gefühl so wie Du das schreibst, sie mag sich nicht das Heft aus der Hand nehmen lassen. Die Schiene ,wir meinen es ja nur gut ist ganz übel.
    Schlechtes Gewissen machen ist unfair. Sag einfach wo du Hilfe braucht und wo nicht und daran müssen sich alle halten. Wegen der Kleidung...lass Dich nicht runter machen wenn Du
    Dich darin wohlfühlst ist es ok . Ich wäre da ziemlich ruppig geworden, hätte meine Mutter mir so was gesagt. Ich bewundere Deine Gelassenheit :thumbup:
    Ich plane im Sommer für eine Woche nach Lindau zu fahren , vielleicht geht es Dir dann gut genug und wir könnten eine Tasse Kaffee zusammen trinken ?


    Fühl Dich umarmt


    Lieber Gruß Fidi

    Anfangs wollt ich fast verzagen,

    und ich glaubt, ich trüg es nie,

    und ich hab es doch getragen -

    aber fragt mich nur nicht wie?

    Heinrich Heine

  • hier kommt auch eine dicke Umarmung von mir :hug: ! --- DU HAST VIEL GELEISTET :thumbup: ! ---
    Und du wirst im Alltag auch wieder relativ viel leisten! Lass dich bloss nicht klein machen, nicht jeder wäre so mutig durch deine Therapien gestapft und hätte sooo gekämpft, da wären einige (leider) auf der Strecke geblieben! Du hast eine ungeheure innere Stärke, die sich auch peu a peu nach Aussen zeigen wird. Du mußt Geduld haben und deine Umwelt muss Geduld mit dir haben!


    Für deine alten Eltern war es sicher nicht einfach, nochmal "Teileltern" zu sein, mit vielen Pflichten, anstatt nur die verwöhnenden Grannys. Das war auch eine Umstellung und nun findet wieder ein Rollenwechsel statt. - Miteinander reden ist auf jeden Fall sinnvoll, aber wie das so in vielen Familien ist, ist auch vieles gewohnheitsmäßig eingespielt und man kommt einfach nicht aus seinen alten Verhaltensmustern raus, auch wenn man das möchte!
    Wenn du irgendwie die Möglichkeit hast, würde ich dir so eine Art Familientherapie empfehlen, in die deine Eltern oder zumindest deine Mutter miteingebunden ist. Das könnte eure Kommunikation und euer Verständnis für einander verbessern! - Deine Eltern lieben dich, sie wissen auch was du durchgemacht hast und sind sooo froh, dass es dich noch gibt - sie können es wahrscheinlich nur nicht immer so zeigen und wünschen sich jetzt sicher nichts weiter als Normalität, wie du auch. Du bist dünnhäutig, aber sie in gewisser Weise auch, denn sie haben auch durch die Kinder und die Angst um dich "Federn gelassen".


    Liebe Wolke, besinne dich auf deine Stärken, deine Ausdauer, deinen Kampfesgeist, erobere dir deine Normalität zurück - das ist Arbeit, aber ein Klacks zu dem, was du schon erreicht hast. Ich glaube ganz doll an dich! Und ich freue mich ganz riesig :thumbsup: , dass deine Erkrankung sehr sehr wahrscheinlich ausgemerzt ist!
    Jawohl, das ist toll und das hast du geschafft :thumbsup: !
    Ich sehe dich als starke Amazone, hoch zu Roß und ein glänzendes Schwert in der erhobenen Hand und so galoppierst du siegessicher allen Unbillen des Lebens entgegen, jawohl ;) !!!


    Ganz liebe Grüße,
    Wölfin :hug:

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Liebe Wolke,


    ich nehme dich ganz lieb in den Arm :hug: und streichel dich ein wenig. Ja diese Momente kenne ich auch und ich habe mit Hilfe meiner Psychoonkologin Strategien
    besprochen wir ich mich schützen kann in solchen Fällen.
    WEnn mal meine Tochter wiedermal meint zu meckern oder schlecht drauf is, dann sage ich stopp. das ich das jetzt nicht möchte und gehe aus der Diskusion raus.
    Zum Glück kommt es nicht all zu oft vor, aber auch bei anderen Diskusionen in der Familie, melde ich, stopp es ist mir jetzt zuviel und gehe raus.
    Das nein sagen viel mir am Anfang sehr schwer, aber ich habe Bemerkt das meine Befürchtungen, sie können sauer auf mich sein, gar nicht eintreffen sondern mein
    nein akzeptieren
    Du hast so viel geleistet und leistest es weiterhin noch.
    Drücke dir die Daumen, das du deiner Mam bei der nächsten etwas dümmlichen Bemerkung, die passende Antwort geben kannst und somit ihr auch die Grenzen
    aufzeichnest.
    Mach langsam, Stück für Stück wird es besser, bei mir sind es ca 1 1/2 Jahre her seit meiner Behandlung und ich habe eine andere ruhigere Gangart für mich gefunden
    wo ich immer noch lernen muss, das es nicht mehr so geht wie vorher, das ist aber kein Nachteil sondern empfinde es jetzt schon als Vorteil. Nicht mehr die Gehetzte zu sein
    und abgeben zu können. :hug:

  • Liebe Wolke. Meine vorschreiberinnen haben ja schon alles geschrieben aber ich wollte dir noch eine ganz lange umarmung schicken. Du hast so unendlich viel geschafft und soo gekämpft. Nun sollst du nicht mehr kämpfen und schon gar nicht tegen deine Mutter. Mütter sind anstrengend. Frag mal meine Mädchen :D .das ist einfach so und vielleicht muss man dann mal auf durchzug stellen.auch wenn es dolle schwer fällt. Und wenn dir die Tränen kommen...na und? Dann merkt sie vielleicht das der spruch nicht gut war... ;( . Ich kann dich aber gut verstehen. Bin auch so dünnhäutig geworden und das nervt mich total. Diese ewigen Tränen die in die Augen steigen das bin ich nicht..oder ich war es zumindest nicht :wacko: . Aber hey wir leben. Und das ist es was zählt. Versuch es mit der Entdeckung der Langsamkeit. Schneckenrennen sind doch auch ganz schön. Spass beiseite.verlange nicht so viel von dir selbst.es reicht wennandere das tun. Schicke dir ein großes krafttpaket. Du bist doch mein Vorbild. Du schaffst auch das du Power frau :thumbup: lg petra

    Begene dem Unvermeidlichen mit Gelassenheit. :P

  • Liebe Wolke!


    Die andere haben Dir schon so viel geschrieben.
    Eins aber möchte ich Dir auch sagen: Du bist ganz wertvoll.
    Und auch wenn Du jetzt alles hinter Dir hast, hast du mehr vollbracht, als mach anderer.
    Es ist natürlich nicht schön, wenn Du Vorwürfe - vielleicht sogar indirekt - bekommst.
    Dein Heilungsprozess ist noch nicht abgeschlossen!
    Lass Dich mal drücken. :hug: :hug: :hug:

  • Liebe Wolke,


    ich habe neulich ein Zitat zu einem Beckett Stück gelesen, dass mir sehr gefallen hat:
    Nur eine Frau kann mit solch einer Situation fertig werden; bis zu den Hüften eingegraben zu sein
    und trotzdem fröhlich weiter zu machen.


    Und so ist es ja ein wenig, du guckst schon gut wieder aus dem Schlamasel raus, machst weiter so gut du kannst. Dein Umfeld reagiert darauf nicht immer wie vielleicht erhofft. Doch das ist oft das Thema mit den unausgesprochenen Erwartungen - sie werden selten erfüllt. Sag deiner Mutter, was du dir wünscht. Sie kann sich dann ja überlegen ob sie das erfüllen kann/möchte. Und macht gemeinsam einen Plan wie du Schritt für Schritt wieder für Aufgaben und Alltagsthemen Verantwortung übernehmen kannst. Vielleicht wie ein kleiner Fitness Plan. So habt ihr einen gemeinsamen Erfolg. Mit genügend Auszeiten für dich und Möglichkeiten dich auch zu erholen.


    Mir gehen so verschiedene Dinge durch den Kopf: du möchtest eine symetrische Beziehung zu deiner Mutter, auf Augenhöhe. Sie ist vielleicht in dem "ich Mutter, du Kind" Modus (dem Kind sagt man ja auch, dass es sich mal ordentlich anziehen soll). Krankheit verführt ja oft den Kranken als hilflos anzusehen. Das beobachte im Chemoraum zwischen den Ehepaaren. Was darf man helfen, wann wird der andere grantelig, wann ungeduldig...


    Und eine andere Spekulation: ich könnte mir vorstellen, dass sich alle sehr erleichtert fühlen würden, wenn du nun schnell wieder "die Alte" vor deiner Krankheit wirst. Das würde vielleicht sorgen nehmen. Doch vielleicht wirst du anders gesund sein als vor der Leukämie. Anders fit, anders emotional. Daran müssen sich gerade deine Eltern gewöhnen, die ja ein Bild von "ihrer Wolke" im Kopf haben. Auch das kann Spannungen erzeugen.


    Auf jeden Fall wünsche ich dir ausreichend Geduld und Kraft für diesen Weg zur Gesundheit.

  • Wenn ich darf, nehme ich dich erstmal fest in den Arm :hug: ich halte dich - wenn du magst, lass deinen Tränen freien Lauf, das erleichtert.


    Weißt du, dass du eine derjenigen bist, die ich bewundere?? An denen ich mich aufrichte?? Was du durchgemacht und bewältigt hast - davor ziehe ich den Hut und verneige mich !


    Mütter und Töchter - seeeehr problematisch, deutlich mehr als Väter/Söhne - das ist meine ganz eigene persönliche und auch berufliche Erfahrung... Die Abgrenzung ist notwendig, um den eigenen Weg zu finden - aber auch schmerzhaft, weil das auch in irgeneiner Art Ablehnung bedeutet - nicht der Person, sondern bestimmter Verhaltensweisen - aber das ist im Kontext leider oft schwer auseinanderzuhalten.. . Ich habe meine Ma (sie starb vor fast 7 Jahren) sehr geliebt - aber sie hat mich durch bestimmte Verhaltensweisen regelmäßig auf die Palme gebracht, (selbst, als ich lange erwachsen war und meine eigene Familie versorgte und voll berufstätig war), genervt ohne Ende, nie wollte ich so werden wie sie - heute sagt mein Mann, ich würde ihr immer ähnlicher.... :S zumindest in einigen Dingen.


    Dein Akku ist erst minimal aufgeladen.... könntest du nicht Unterstützung durch eine Haushaltshilfe (KK) bekommen?? Das entlastet dich - und deine Eltern! Meines Wissens müsste es dir zustehen!
    Ich denke, jede Unterstützung von außen entlastet die Situation, sowohl für dich als auch für deine Eltern.


    Denke an dich und nehme dich noch mal in den Arm :hug:
    Das Sonnenblümchen

  • Ach .... ich muss weinen weil ihr so lieb seid. Vielen, vielen Dank! Ihr helft mir so viel.


    Ich habe versucht mit meiner Mutter zu sprechen. Es hat nicht wirklich geklappt, wenn ich versuche auf der Gefühlsebene zu sein und zu sagen: da fühle ich mich so und so ist auch das gleich ein Angriff. Sie ist selbst eine sehr unsichere Person. Es ist ziemlich schwer, weil ich ihr unendlich dankbar bin für alles, was sie für meine Kinder getan hat. Allerdings mache ich einiges anders (sie ist selbst in ihrer Rolle als Oma viel "strenger" als ich als Mama). Momentan ist ja auch meine Schwester mit Familie im Haus und dann sagt sie: E und ich meinen und du musst hinter uns stehen. Auch bei Dingen die klar meinen Sohn angehen und mich. Da konnte ich glücklicherweise mit meinem Vater darüber reden. Er hat das Problem auch, dass von ihm verlangt wird hinter Dingen zu stehen hinter denen er einfach nicht steht... Ein Beispiel sind die Haare meines Sohnes (er hat schöne, lange Locken). Ich meine er darf diese tragen wie er will solange er sie wäscht/sich waschen lässt. Wenn meine Mutter das nicht schön findet - oder auch wenn ich es nicht schön finden würde - wäre das definitiv nicht sein Problem sondern ihres oder meines. Ich mag auch nicht, wenn mir jemand sowas vorschreiben will (okay bei meinem momentanen "Katzenfelllock" gibt es auch nicht viele Möglichkeiten ;) ).


    Vor zwei Wochen war meine Mutter bei der Krebsberatung. Das hat ihr sehr gut getan und wenn auch nur kurzfristig, geholfen. Sie hat nun nächste Woche einen gemeinsamen Termin mit mir. Ich zittere ein wenig davor. Naja. Aber ich finde es auf jeden Fall gut.


    Die Haushaltshilfe habe ich auch beantragt. Sie sollte eigentlich heute kommen, hat aber "Faschingsferien" und es gibt keinen Ersatz (hahaha). Als ich mit meinem Sohn beim Arzt war hat meine Mutter dann bei uns rumgeputzt (ich habe gesagt sie darf mir beim saugen etwas helfen, weil ich nach einem Raum so fertig bin, dass ich mich hinsetzen muss), dabei hat sie voll rumgeschimpft. Aber es war definitiv das letzte Mal. Denn ab nächste Woche kommt die Perle und bis dahin krieg ich das hoffentlich noch so einigermassen hin.


    Oh, ja und sie hätten gerne die "Alte" wieder - auch mit allen alten "Fehlern" (die auch jetzt kritisiert werden auch wenn sie vor der Krankheit waren und für mich vorbei sind). Sie haben ein klares Bild davon wer ich bin und immer war und wohl anscheinend immer sein werde. Aber ich denke ich habe nun mal Leukämie bekommen und das hat mich verändert und die Welt wird für mich nie mehr sein wie vorher und auch ich nicht (und Teile davon machen mich froh und glücklich). Ich würde mir wünschen, dass sie mich neu kennen lernen wollen. Aber man kriegt halt nicht alles, was man sich wünscht... Vielleicht hilft es ein wenig wenn ich versuche mich selbst neu kennen zu lernen?


    Nochmal ganz lieben Dank an Euch hier - ihr so wahnsinnig wertvollen Menschen für mich
    Eure tränenreiche Amazone Wolke ;-)

  • Liebe Wolke nimm die Hilfe an . ich kenne das was du da schreibst gut denke auch immer was leisten zu müssen um liebenswert zu sein du bist ein wertvoller Mensch das du eine Haushaltshilfe bekommst ist sehr gut eine neutrale Person die dir hilft du mußt zu Kräften kommen um solche Auseinandersetzungen überhaupt führen zu können , Bleib bei dir und achte auf Dich . Viele grüße und viel Kraft schicke ich Dir tine62
    .

  • ;( Liebe, liebe Wolke


    ich bin sehr angerührt von dem was Du so schreibst... und so Manches kommt mir ganz bekannt vor... ich musste es auch erst mal sacken lassen. :S


    Es gibt wohl kaum eine schwierigere Beziehung als die zwischen Müttern und Töchtern. Da wird so viel auf die Töchter projiziert wie nirgends sonst. Es ist unglaublich schwer sich zu entziehen ohne zu verletzen.


    Ich habe selber erlebt das es ohne Verletzung nicht immer geht und es gab schon auch schlimme Zeiten in der Beziehung zu unserer Mutter. Als unsere Mutter 2009 im Alter von 80 Jahren (und nach fast 40Jahren mit Brustkrebs) verstarb, waren wir zusammen und ganz im Reinen. Dazu gehörten aber auch stets Auseinandersetzungen und besonders meine Schwester und ich mussten stets daran erinnern, das wir auch "schon groß sind."


    Mir ging es aber mit meiner Tochter (33J.) zeitweise auch nicht anders ;( da gab es sogar Jahre mit echter Funkstille.


    Niemand darf Dich verletzen ! Deine Mutter auch nicht. Wir sind nicht auf der Welt um anderen zu gefallen, sondern unser ganz eigenes Leben zu gestalten. Das ist ja auch schon schwer genug, dann auch noch mit so einer Sch...Krankheit... :thumbdown:


    Mir begegnen immer wieder Menschen, die sich zwar ehrenamtlich engagieren, dann aber heulen wenn sie nicht pausenlos gelobt und verehrt werden. Da ist was nicht richtig, oder? Ich helfe weil ich es richtig und wichtig finde (freue mich auch über ein Danke). Wenn Hilfe immer mit Erwartungen verbunden ist, dann ist es keine echte Hilfe.


    Ach liebe Wolke, ich kann mir schon vorstellen wie schwierig es gerade ist :hug: . Deswegen schicke ich Dir auch einen großen Sack voll Umarmungen und Zuwendung, einer Schulter zum Anlehnen und ganz viel Ohropax gegen Müttersprüche 8o


    Versuch´ Dir selbst die Nächste zu bleiben und gib´Deinen Bedürfnissen Raum. Ob die Fenster jetzt geputzt sind oder nicht :whistling: ...


    Lossi, hält Dir die Arme auf

    Die Pflicht ruft ......... sag ihr, ich ruf zurück