Frust- Abladestation

  • Liebe Sonnenblümchen ,

    verstehe natürlich deinen Frust, das ist ja auch eine weitreichende Entscheidung.

    Und natürlich verstehe ich den Wunsch, einfach wieder einen Busen zu haben!

    Ich habe meinen Busen auch toll gefunden und es war natürlich schmerzhaft, sich von einer Brust und damit auch von dem gewohnten Körperbild zu verabschieden.

    Ich habe mich aber gefragt, was hinter dem Wunsch steckt, unbedingt wieder einen Aufbau zu wollen. Bei mir haben auch alle Ärzte und Pflegenden gefragt, ob ich denn da nichts machen wolle, ich sei ja noch so jung... Ist es der Wunsch alles möglichst ungeschehen zu machen? Oder das Festhalten an einem bestimmten Körperbild und einer engen Definition von Weiblichkeit? Wenn mit dem "besseren Körpergefühl" argumentiert wird, das eine OP ermöglichen soll, muss ich als Psychologin und Psychotherapeutin innerlich ein bisschen aufschreien, da ein gutes Körpergefühl eben nicht von einem bestimmten Körper abhängt, sondern davon sich selbst so anzunehmen wie man ist und seinen Körper auch mit seinen "Schwächen" und in seiner Versehrtheit zu lieben. Ein gutes Körpergefühl bedeutet auch "mit dem Körper fühlen" zu können. Um eine gute Empfindsamkeit der Brust zu erhalten, ist es meines Wissens am besten, so wenig wie möglich herumzuschnippeln, da jede Narbe beeinträchtigend wirkt. Gesunde Teile meines Körpers zu verletzen, wie es bei Eigengewebeaufbau doch in erheblichem Maße geschieht, käme mir grausam mir selbst gegenüber vor. Warum lasse ich das mit mir machen, um einem Schönheitsideal (selbst wenn es mein eigenes ist) zu entsprechen? Würde ich das von jemandem wollen oder erwarten, den ich liebe? Oder ist es doch eher der Wunsch, dass alles einfach wieder halbwegs normal sein soll und man nicht immer an den Krebs erinnert wird? Ich denke aber, wie vorher wird es eh nicht mehr, so oder so sind wir versehrt und das darf man auch sehen. Für mich liegt in der Bewusstheit der eigenen Verletzlichkeit und in der Akzeptanz dessen was war viel Stärke.("Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt, heißt es ja schon bei Romeo & Julia;).) Natürlich ist das eine sehr individuelle Entscheidung. Ich hatte nur in der AHB und Reha im Gespräch mit Frauen mehrfach das Gefühl, dass ein Aufbau von Ärzteseite so selbstverständlich schien, dass eine wirkliche Entscheidungsfindung nicht stattfand. Das ist meiner Meinung nach genauso bevormundend wie früher alle Frauen ohne größeres Abwägen schnell amputiert wurden, ohne den Wunsch den Busen zu erhalten, zu berücksichtigen. Ich mein das gar nicht als Kritik, sondern eher als Anregung wirklich hinzuspüren, wie du liebes Sonnenblümchen😊, was sich richtig anfühlt und vor allem welcher Wunsch und welche Motivation dahinter steckt...

    Hoffe, ich bin dir damit nicht zu nahe getreten, aber das sind so meine Gedanken dazu..

  • Liebe Sonnenblümchen ,

    es tut mir leid, dass du gerade in so einer schwierigen Situation steckst und bisher noch keinen Weg für dich gefunden hast.

    Ich hatte letztes Jahr in der rechten Seite erst Silikon, dann einen Expander und zur Zeit nichts, nur den Hautmantel. Vor etwas über 3 Wochen wurde ich links operiert und habe einen Expander erhalten. Dieser stört mich jetzt schon und geplant ist bei mir ein Diep beidseits. Meine Mutter hatte dieses Jahr eine beidseitige Mastektomie ohne Aufbau. Einerseits beneide ich sie, denn sie ist total glücklich damit und fühlt sich wohl und hat vor allem keine Schmerzen mehr, aber andererseits möchte ich mit 40 Jahren ja doch noch eine Brust haben. Meinem Partner ist es zwar nicht egal, aber er kann sich nur schwer in mich und meine Situation reinversetzen. Somit liegt die Entscheidung bei mir. Letztendlich habe ich mich für den beidseitigen Diep entschieden, aber ich habe auch Respekt vor der OP. Und manchmal denke ich, dass ich mittlerweile auch ohne Brust leben könnte. Hauptsache beide Seiten sehen gleich aus.

    Wahrscheinlich kann ich dir mit meiner Antwort nicht wirklich helfen, aber ich verstehe den Konflikt sehr gut.

    Blöd ist es natürlich, dass du nicht mehr do lange warten kannst, denn eine Entscheidung unter Druck macht das Ganze noch schwieriger.


    Tilda79

    Deine Sicht hat mich etwas zum Nachdenken gebracht. Allerdings muss ich sagen, dass bei mir kein Arzt auf etwas gedrängt hat, sondern immer erklärt wurde, was für Optionen es gibt und dass ich mir das in Ruhe überlegen soll. Auch von Familie und Freunden erlebe ich immer Akzeptanz für meine Entscheidungen, egal welche.

    Ich hatte immer eine sehr große Brust und wünsche mir eine deutlich Kleinere, aber ich weiß nicht, wie ich mich dauerhaft ohne Brust fühlen würde. Wäre ich älter würde ich das vermutlich anders sehen.

  • Liebe Sonnenblümchen ,


    lass dich mal in den Arm nehmen :hug:.

    Habe ich richtig gelesen, dass du zusätzlich zu deiner schwierigen Entscheidungsfindung jetzt auch noch private Probleme mit einem Bekannten hast? Der will jetzt nichts mehr mit dir zu tun haben? Bitte verzeih, falls ich was falsch verstanden habe, denn ich will dir mit Sicherheit nicht zu nahe treten.

    Leider kann ich nichts beitragen, was dein "Chaos im Kopf" etwas lichten könnte, da ich selbst in einer ganz anderen Situation bin. Sprüche wie "hör auf dein Bauchgefühl" kennst du ja selbst ;). Nimm dir bitte die Zeit die du brauchst und lass dich von niemandem beeinflussen! Das ist dein Körper - und du wirst wissen, was für dich richtig ist - egal wie lange die Entscheidungsfindung dauert, du wirst es wissen.


    Und wir hier sind gerne für dich da wenn du jemanden zum "Quatschen" brauchst ;).


    LG

    Pschureika

  • Tilda79 Du sprichst mir etwas aus der Seele. Ich habe mich 2016 bewusst gegen einen Aufbau entschieden, um ein optimales Ergebnis bei der Bestrahlung erhalten zu können. Seitdem werde ich regelmäßig gefragt, wann ich denn nun endlich aufbauen lasse. Ich will aber nicht. Ja, meine linke Brust wurde komplett amputiert. Ja, sie fehlt mir. Und wie. Kein Aufbau kann mir dieses echte Gefühl zurück geben. Also laufe ich stolz einbrüstig durch die Welt, denn ich bin auch einbrüstig schön. (Und eine Erscheinung bin ich sowieso...) Epithesen mag ich nicht, das bin nicht ich. Ich bin nicht künstlich, ich bin echt.


    Ich weiß, dass andere Frauen anders entscheiden, dass ist eine sehr individuelle Entscheidung und ich hoffe, dass jede Frau gut darüber aufgeklärt wird und sich dann mit ihrer Entscheidung wohlfühlen wird.

  • Hallo vanitas ,

    ich kannte die Einbrüstigkeit von meiner Mutter. Obwohl sie einen relativ kleinen Busen hatte - 85 B, ich C - hat man es in allen Kleidern, Blusen, Shirts, Pullovern gesehen. Alles saß irgendwie schief. Außer Haus hat sie daher die Epithese getragen. Zum Zeitpunkt meiner OP war ich noch berufstätig. Da hätte ich nicht ohne rumlaufen wollen. Außerdem hat mir eine Freundin-Ärztin - dringend davon abgeraten, keine Epithese zu tragen. Nicht aus ästehtischen Gründen, sondern meinem Rücken zuliebe. Weil ich die Probleme meiner Mutter mit den Epithesen - fürchterliches Schwitzen - kannte, habe ich mich für den Silikon-Aufbau entschieden. Die v.g. Probleme würde eine beidseitige Mastektomie auch lösen, aber welcher Arzt amputiert schon eine (noch) gesunde Brust, wenn man nicht Gen-Trägerin ist? Wie machst Du das bekleidungstechnisch?

    LG

    Lavara18

  • Hallo Lavara18 Aus psychischen Gründen kann nach einem Jahr Einbrüstigkeit die andere Brust auch amputiert werden. Mein Rücken stabilisiert die Lage aus, ich bin nicht schief :D (Da ich Metastasen in den Wirbeln habe, wird der oft genug untersucht, um so etwas sehen zu können.) Bekleidung ist normal, nur zu tief darf der Ausschnitt (leider) nicht sein, sonst verrutscht es zu sehr. Ist beim Badeanzug manchmal etwas kritisch...

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Zitat entfernt, unnötig an dieser Stelle

  • vanitas   Lavara18 , ich stand auch kurz vor einer einseitigen Mastektomie. Hat sich dann erledigt, weil man doch noch ein zweites Mal BET machen konnte.

    Ich hatte mich schon sehr damit auseinandergesetzt.

    Für mich kam einseitig gar nicht in Frage, ich habe einen 80E-Cup, und das denke ich, das würde schon auf den Rücken gehen.

    Einen richtigen Busen auf der einen Seite und ein Plastikteil auf der anderen kam für mich auch nicht in Frage.

    Für mich war klar, dann beide ab.

    Ich schwankte noch zwischen Aufbau ja oder nein, da bekam ich die Nachricht, das eben doch BET geht.

    Naja, jedenfalls habe gemerkt, dass mir das total schwerfallen, und ich das ohne psychotherapeutische Hilfe gar nicht wuppen würde.

  • Ihr Lieben - jede eurer Antworten bringt mich irgendwie weiter, manchmal in die eine, dann wieder in die andere Richtung - danke dafür :hug: Klingt vielleicht komisch, aber jeder Baustein trägt dazu bei, dass ich mich irgendwann entscheiden und vor allem dann dazu auch stehen kann. Wie geschrieben, geht es bei mir nicht um einseitig, sondern um beide- damit bin ich zumindest einige Probleme/Sorgen los :thumbup:.

    Lavara18 - "schief" ist bei mir momentan ein dezenter Ausdruck, ich weiß aber sehr gut, was du meinst, alles hängt sicch irgendwie auf..... , aber ich bin zum Glück sehr erfinderisch, das optisch mit Kleidung zu verbergen ;) Und auch bei mir spielt Berufstätigkeit noch eine sehr große Rolle.

    Entscheidung bleibt schwierig.

    ***********************************************************************************

    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • Auf dem Heimweg, kurz nach Mitternacht, wir kamen vom Essen mit Freunde, sah ich im Rückspiegel ein Wagen mit Blaulicht und roter Schrift, der mich zum Anhalten aufforderte. Okay, ich rechts ran, Polizei - Fahrzeugkontrolle, Papier, Führerschein! Ich war müde und wollte heim, es hat mich gestört, dass ich kontrolliert wurde. Bin eine unbescholtene Bürgerin und hab die zwei Polizisten gefragt, ob es Ihnen langweilig sei. Meine letzte Kontrolle war zu RAF-Zeiten, also zirka 40 Jahre her. Kurz und gut, sie wollten wissen wo wir herkommen und wo wir hinwollen. Mein Mann hat Auskunft gegeben, denn ich war im Kampfmodus. Dann musste ich auch noch „Blasen“ und wollte dann auch das Ergebnis wissen. 0,0 Promille! Wenn mich die blöde Krankheit nicht erwischt hätte, dann wäre das möglicherweise anders ausgegangen! Ich muss ruhiger werden, meine Krankheit hat mich noch nicht demütig gemacht, aber ich arbeite dran.

  • Hallo liebe Dorca , ich weiß genau wie es Dir geht. Mir ging es schon mehrere Male so, und ich verwirrt weil ich so schnell wütend werde. Im Krankenhauskiosk hat sich ein Arzt vorgedrängelt, und ich habe ihn noch gut gelaunt und lächelnd gefragt ob er sich jetzt vorgedrängelt hat. Er antwortete „wenn Sie ein Notfall wären, kämen Sie schon gleich dran“. Dann dreht er sich mit seiner Kugel Eis zu mir um und sagt und sagt „ich hoffe, Sie kriegen Ihr Mittagessen noch“ Da habe ich echt hinterher schreien müssen, er soll gefälligst damit aufhören. Ich bin seitdem erschrocken über mich, weil ich gar so empfindlich bin.

    Aber demütig müssen wir hier nicht sein!!!! Nein!! Nicht in solchen Situationen!

    Ich bin demütig, wenn ich lese, wie schlecht es anderen Frauen hier geht und ich habe einfach nur Glück, dass ich vorerst wieder gesund bin.

  • Hallo ,

    muss heute auch mal Frust ablassen.

    Nachdem meine subcutane Mastektomie mit Wiederaufbau mit Silikon und Lymphknotendissektion erfolgreich war,insgesamt 10 Lymphknoten raus 2 davon befallen.Der Tumor T1c G2 15mm KI70% Her2 neg Östrogen 80% Progesteron 0

    Das alle 7 Monate nach Therapeende mit 4 EC 16 Pacli 28 Bestrahlungen und 6 Monate Tam.

    Unter dieser Behandlung hat sich der KI verdoppelt,das Tam war Sinnlos.

    Jetzt hatte ich ja staging und im CT wurde eine Verdickung im Mageneingang gesehen und irgendwas im Dünndarm,ach und seit gestern nach der Besprechung jetzt wohl auch auffällige Lymphknoten in dem Bereich.Nicht das der CT Befund schon seit 3 Wochen bekannt ist und ich 9 Tage im Krankenhaus lag ,nein jetzt brauch ich noch eine Magen und Darmspiegelung was ja einleuchtend ist.Danach entscheidet sich die Therapie-Zum Vorschlag stehen wenn Metastasen dann Letrozol und Paclociclib,wenn nicht 4-6 Zyklen Docetaxel und cyclophosphamid.Soweit so gut.Jetzt haben die mir einen Termin zur Magen und Darmspiegelung am 20.9 gegeben,bis ich die Befunde habe ist es wahrscheinlich ende September,dann neuer Termin machen im BZ dauert auch meist 10 -14 Tage,dann müsste ja noch ein Port eingepflanz werden und die Chemo dann wahrscheinlich Ende Oktober oder Anfang November.

    Was soll das denn bitte bringen??

    Da ich von Hause aus ein sehr kritischer Mensch bin hab ich das jetzt mal selber in die Hand genommen und habe jetzt am 31.7 wenigstens die Magenspiegelung und hoffe im August noch die Darmspiegelung zu bekommen.WEnn diese ohne Befund sein sollte werde ich keine Chemo machen,bei Metas sähe das anders aus.

    Das war BZ Nr 1 in Deutschland und auch da ist man nur eine Nr.

  • Liebe steffi66 , das ist echt so, dass ich nicht weiß, was ich schreiben soll.


    Ausser, dass ich sehr hoffe, dass diese Merkwürdigkeiten im Magen- Darmtrakt irgendwas harmloses sind.


    Fühl dich ganz lieb umarmt. :hug::hug::hug:Setz dich bei dem Wetter auf den Bock und fahr los. Aber bitte nicht schneller als dein Schutzengel fliegen kann.


    Ich drück dir die Daumen.


    LG Sonnenglanz

  • Liebe steffi66 das macht einen sprachlos, was du schreibst. ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man dran bleibt (und mittlerweile habe ich den Tipp von Sprechstundenhilfen aus zwei Praxen erhalten) und per Mail schreibt um was es geht und es wirklich dringlich formuliert, man auch frühere Termine bekommt. Mir ist das jetzt schon 2 x gelungen, obwohl es hieß erst in ein paar Monaten. Ich drück dir die daumen, dass du bald Klarheit hast und vor allen Dingen, dass es sich als nicht schlimm herausstellt.

    LG Patricia

  • Guten Morgen ihr Lieben,


    Ich muss mich mal grade bei euch ausweinen.

    Ich selbst kämpfe seit einem guten halben Jahr gegen ein Lymphom. Da bin ich aber ganz guter Dinge, dass ich mich mit ihm einige Jahre arrangieren kann.

    Großes Angst und Sorgen mache ich mir um eine gute Freundin.

    Sie hat ein kleinzelliges Lungenkarzinom mit befallenen Lymphknoten und Metastasen auf dem Zwerchfell. Bei Diagnosestellung im Mai hat man ihr noch 2-4 Monate gegeben. Sie hat sich gegen eine palliative Chemotherapie entschieden. Eine Antikörpergabe scheidet auf Grund einer anderen Erkrankung aus. Sie bekommt also nur palliative Schmerztherapie. Heute hat sie Geburtstag. Sie wird heute 52 Jahre alt. Sie hat darum gebeten, dass wir diesen Tag ignorieren. Sie fährt mit ihrem Mann ein paar Tage ans Meer. Sie wirkt sehr gelassen und entspannt. Hat viele ihrer Sachen schon weg gegeben und verabschiedet sich grade von allen. Ihr Sohn geht als Soldat in einen Auslandseinsatz. Von ihm hat sie sich bereits verabschiedet. Seine Rückkehr wird sie nicht mehr erleben.

    Mich beschäftigt das seit ein paar Tagen extrem.

    Sie geht so ruhig und gelassen mit der Situation um. Sie sagt, sie hat keine Angst vor dem Tod. Nur vor dem Sterben.

    Ich weiß, viele hier stehen irgendwann vor diesem Gang. Ich wahrscheinlich auch. Aber es war alles so weit weg für mich. Meine Diagnose war ein Schock. Aber die Erkrankung ist beherrschbar. Aber das jetzt nimmt mich total mit.

    Ich kann und will mich aber auch nicht zurückziehen. Sie ist Pate bei meiner Tochter, ich bei ihrer. Wir kennen uns schon so lange.

    Sorry. Ich musste das einfach mal loswerden. Danke fürs Lesen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Beitrag hierher verschoben

  • Liebe Mogret , natürlich beschäftigt dich das und leicht wird es nicht für dich sein. Leider gehört der Tod zum Leben, so sehr wir uns auch etwas anderes wünschen. Gib dir einen Ruck und sieh die Situation als eine echte Chance und auch Gnade. Nicht alle Menschen sind in der Lage, das Leben und das Ende bewusst wahrzunehmen. Von meiner Warte aus gilt es jetzt, klar nachzufragen was deiner Freundin am meisten Freude macht. Ruf sie an und frag sie ob sie etwas mit dir unternehmen möchte. Mach konkrete Vorschläge , zB Besuch im Massagesalon, Kino, Museum, Konzert. Es geht hier darum, ihr zu zeigen, dass du sie gerne begleiten möchtest. Du wirst froh sein, diese Zeit bewusst mit ihr verbracht zu haben. Man sagt doch immer, Menschen bedauern am Ende des Lebens nur die Dinge, die sie nicht gemacht haben. Das geht uns als Freunde und Angehörige genau so. Du kannst ihr nun zeigen wie sehr du sie magst. Du kannst von deiner Trauer und Ohnmacht sprechen, aber du solltest sie damit nicht belasten. Jetzt geht es um sie.

    Ich hatte eine Freundin bei der Krebssportgruppe, die in kurzer Zeit verstarb. Ich wusste nichts davon das sich ihr Zustand rapide verschlechtert hatte. Ich hätte sie so gerne im Krankenhaus besucht. Mit ihr geredet und gescherzt, ihr den Rücken massiert. Das werde ich nie mehr nachholen können. Ich wünsche dir Kraft für diese Zeit und dass sie dir nie die Hoffnung raubt.