Frust- Abladestation

  • Super serafina ,


    da lässt es sich doch gleich entspannter schlafen.


    Ich habe übrigens am Montag auch meine Abschlussuntersuchung nach 1 Jahr Chemo. Ultraschall ... Bin auch mal gespannt, was da rauskommt. Ich hoffe auf das gleiche Ergebnis wie du.


    ... und es wäre schön, wenn das dann immer so bliebe.


    Alles Gute weiterhin für dich

    Ingrid

  • Hase heute werde ich sicher viel besser schlafen

    Für Montag drücke ich schon mal feste die :thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::!::!::!:<3<3<3


    Und wir gehen einfach mal ganz optimistisch davon aus, dass alles so bleibt:)

    Ich wünsche dir auch alles Gute

    Susi

    Wird's besser? Wird’s schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich! ;)

  • Liebe @Sonnenblümchen, ach du meine Güte, eine Odyssee und keine Zeit zu warten. Das ist das allerschlimmste.


    Denk erstmal nur an dich, das ist das Wichtigste. Entweder gibt es mit dem Menschen eine neue Chance, nachdem du für dich gesorgt hast, oder nicht. Erstmal darf dich niemand bedrängen und wer das tut, ist nicht gut für dich.


    Ich weiß nicht, was ich dir raten soll. Ich las gestern einen Beitrag über gute Kommunikation bei Ärzten und mir war klar, ich geh nicht mehr zu meiner Onkologin. Da ich bisher der Ansicht war, ich sollte vielleicht ab und zu mal einen Onkologen konsultieren, bleibt nur, mir einen neuen zu suchen oder erst wieder irgendwohin zu gehen, wenn es unbedingt sein muss. Dieses Gefühl, dass ich falsch an der alten Stelle bin, kam plötzlich.


    Vielleicht kannst du erfühlen, was wirklich falsch wäre?


    Ich selbst würde wohl zu Eigengewebe tendieren, aber ich habe Frauen kennen gelernt, die gut anders klar kommen. Einem Austausch der Implis würde ich nicht mehr trauen. Auch wenn die OP wahrscheinlich deutlich schwieriger ist.


    Lass dich mal drücken, und klar geht es anderen noch viel schlechter, aber dich hat es ganz bestimmt auch ziemlich erwischt. Alles Gute für dich


    LG Sonnenglanz

  • liebe @Mimosa , da möchte ich mich den Worten von @pegesa in vollem Umfang anschließen. Achte bitte erstmal Du auf Dich und nimm Du Dich an die 1. Stelle im Leben. Jetzt bist Du dran...natürlich steht eine Mutter wie ein Fels in der Brandung zu ihren Kindern aber...erstmal jetzt DU damit Du dann wieder der Fels sein kannst...denk an Dich :hug:

  • Liebe @Sonnenblümchen,

    verstehe natürlich deinen Frust, das ist ja auch eine weitreichende Entscheidung.

    Und natürlich verstehe ich den Wunsch, einfach wieder einen Busen zu haben!

    Ich habe meinen Busen auch toll gefunden und es war natürlich schmerzhaft, sich von einer Brust und damit auch von dem gewohnten Körperbild zu verabschieden.

    Ich habe mich aber gefragt, was hinter dem Wunsch steckt, unbedingt wieder einen Aufbau zu wollen. Bei mir haben auch alle Ärzte und Pflegenden gefragt, ob ich denn da nichts machen wolle, ich sei ja noch so jung... Ist es der Wunsch alles möglichst ungeschehen zu machen? Oder das Festhalten an einem bestimmten Körperbild und einer engen Definition von Weiblichkeit? Wenn mit dem "besseren Körpergefühl" argumentiert wird, das eine OP ermöglichen soll, muss ich als Psychologin und Psychotherapeutin innerlich ein bisschen aufschreien, da ein gutes Körpergefühl eben nicht von einem bestimmten Körper abhängt, sondern davon sich selbst so anzunehmen wie man ist und seinen Körper auch mit seinen "Schwächen" und in seiner Versehrtheit zu lieben. Ein gutes Körpergefühl bedeutet auch "mit dem Körper fühlen" zu können. Um eine gute Empfindsamkeit der Brust zu erhalten, ist es meines Wissens am besten, so wenig wie möglich herumzuschnippeln, da jede Narbe beeinträchtigend wirkt. Gesunde Teile meines Körpers zu verletzen, wie es bei Eigengewebeaufbau doch in erheblichem Maße geschieht, käme mir grausam mir selbst gegenüber vor. Warum lasse ich das mit mir machen, um einem Schönheitsideal (selbst wenn es mein eigenes ist) zu entsprechen? Würde ich das von jemandem wollen oder erwarten, den ich liebe? Oder ist es doch eher der Wunsch, dass alles einfach wieder halbwegs normal sein soll und man nicht immer an den Krebs erinnert wird? Ich denke aber, wie vorher wird es eh nicht mehr, so oder so sind wir versehrt und das darf man auch sehen. Für mich liegt in der Bewusstheit der eigenen Verletzlichkeit und in der Akzeptanz dessen was war viel Stärke.("Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt, heißt es ja schon bei Romeo & Julia;).) Natürlich ist das eine sehr individuelle Entscheidung. Ich hatte nur in der AHB und Reha im Gespräch mit Frauen mehrfach das Gefühl, dass ein Aufbau von Ärzteseite so selbstverständlich schien, dass eine wirkliche Entscheidungsfindung nicht stattfand. Das ist meiner Meinung nach genauso bevormundend wie früher alle Frauen ohne größeres Abwägen schnell amputiert wurden, ohne den Wunsch den Busen zu erhalten, zu berücksichtigen. Ich mein das gar nicht als Kritik, sondern eher als Anregung wirklich hinzuspüren, wie du liebes Sonnenblümchen😊, was sich richtig anfühlt und vor allem welcher Wunsch und welche Motivation dahinter steckt...

    Hoffe, ich bin dir damit nicht zu nahe getreten, aber das sind so meine Gedanken dazu..

  • Liebe @Sonnenblümchen,

    es tut mir leid, dass du gerade in so einer schwierigen Situation steckst und bisher noch keinen Weg für dich gefunden hast.

    Ich hatte letztes Jahr in der rechten Seite erst Silikon, dann einen Expander und zur Zeit nichts, nur den Hautmantel. Vor etwas über 3 Wochen wurde ich links operiert und habe einen Expander erhalten. Dieser stört mich jetzt schon und geplant ist bei mir ein Diep beidseits. Meine Mutter hatte dieses Jahr eine beidseitige Mastektomie ohne Aufbau. Einerseits beneide ich sie, denn sie ist total glücklich damit und fühlt sich wohl und hat vor allem keine Schmerzen mehr, aber andererseits möchte ich mit 40 Jahren ja doch noch eine Brust haben. Meinem Partner ist es zwar nicht egal, aber er kann sich nur schwer in mich und meine Situation reinversetzen. Somit liegt die Entscheidung bei mir. Letztendlich habe ich mich für den beidseitigen Diep entschieden, aber ich habe auch Respekt vor der OP. Und manchmal denke ich, dass ich mittlerweile auch ohne Brust leben könnte. Hauptsache beide Seiten sehen gleich aus.

    Wahrscheinlich kann ich dir mit meiner Antwort nicht wirklich helfen, aber ich verstehe den Konflikt sehr gut.

    Blöd ist es natürlich, dass du nicht mehr do lange warten kannst, denn eine Entscheidung unter Druck macht das Ganze noch schwieriger.


    Tilda79

    Deine Sicht hat mich etwas zum Nachdenken gebracht. Allerdings muss ich sagen, dass bei mir kein Arzt auf etwas gedrängt hat, sondern immer erklärt wurde, was für Optionen es gibt und dass ich mir das in Ruhe überlegen soll. Auch von Familie und Freunden erlebe ich immer Akzeptanz für meine Entscheidungen, egal welche.

    Ich hatte immer eine sehr große Brust und wünsche mir eine deutlich Kleinere, aber ich weiß nicht, wie ich mich dauerhaft ohne Brust fühlen würde. Wäre ich älter würde ich das vermutlich anders sehen.

    Wenn die Angst anklopft, schick die Hoffnung an die Tür. 🌻

  • Liebe @Sonnenblümchen,


    lass dich mal in den Arm nehmen :hug:.

    Habe ich richtig gelesen, dass du zusätzlich zu deiner schwierigen Entscheidungsfindung jetzt auch noch private Probleme mit einem Bekannten hast? Der will jetzt nichts mehr mit dir zu tun haben? Bitte verzeih, falls ich was falsch verstanden habe, denn ich will dir mit Sicherheit nicht zu nahe treten.

    Leider kann ich nichts beitragen, was dein "Chaos im Kopf" etwas lichten könnte, da ich selbst in einer ganz anderen Situation bin. Sprüche wie "hör auf dein Bauchgefühl" kennst du ja selbst ;). Nimm dir bitte die Zeit die du brauchst und lass dich von niemandem beeinflussen! Das ist dein Körper - und du wirst wissen, was für dich richtig ist - egal wie lange die Entscheidungsfindung dauert, du wirst es wissen.


    Und wir hier sind gerne für dich da wenn du jemanden zum "Quatschen" brauchst ;).


    LG

    Pschureika

  • Tilda79 Du sprichst mir etwas aus der Seele. Ich habe mich 2016 bewusst gegen einen Aufbau entschieden, um ein optimales Ergebnis bei der Bestrahlung erhalten zu können. Seitdem werde ich regelmäßig gefragt, wann ich denn nun endlich aufbauen lasse. Ich will aber nicht. Ja, meine linke Brust wurde komplett amputiert. Ja, sie fehlt mir. Und wie. Kein Aufbau kann mir dieses echte Gefühl zurück geben. Also laufe ich stolz einbrüstig durch die Welt, denn ich bin auch einbrüstig schön. (Und eine Erscheinung bin ich sowieso...) Epithesen mag ich nicht, das bin nicht ich. Ich bin nicht künstlich, ich bin echt.


    Ich weiß, dass andere Frauen anders entscheiden, dass ist eine sehr individuelle Entscheidung und ich hoffe, dass jede Frau gut darüber aufgeklärt wird und sich dann mit ihrer Entscheidung wohlfühlen wird.

  • Hallo vanitas,

    ich kannte die Einbrüstigkeit von meiner Mutter. Obwohl sie einen relativ kleinen Busen hatte - 85 B, ich C - hat man es in allen Kleidern, Blusen, Shirts, Pullovern gesehen. Alles saß irgendwie schief. Außer Haus hat sie daher die Epithese getragen. Zum Zeitpunkt meiner OP war ich noch berufstätig. Da hätte ich nicht ohne rumlaufen wollen. Außerdem hat mir eine Freundin-Ärztin - dringend davon abgeraten, keine Epithese zu tragen. Nicht aus ästehtischen Gründen, sondern meinem Rücken zuliebe. Weil ich die Probleme meiner Mutter mit den Epithesen - fürchterliches Schwitzen - kannte, habe ich mich für den Silikon-Aufbau entschieden. Die v.g. Probleme würde eine beidseitige Mastektomie auch lösen, aber welcher Arzt amputiert schon eine (noch) gesunde Brust, wenn man nicht Gen-Trägerin ist? Wie machst Du das bekleidungstechnisch?

    LG

    Lavara18

  • Hallo Lavara18 Aus psychischen Gründen kann nach einem Jahr Einbrüstigkeit die andere Brust auch amputiert werden. Mein Rücken stabilisiert die Lage aus, ich bin nicht schief :D (Da ich Metastasen in den Wirbeln habe, wird der oft genug untersucht, um so etwas sehen zu können.) Bekleidung ist normal, nur zu tief darf der Ausschnitt (leider) nicht sein, sonst verrutscht es zu sehr. Ist beim Badeanzug manchmal etwas kritisch...

    Einmal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Zitat entfernt, unnötig an dieser Stelle

  • vanitas  Lavara18 , ich stand auch kurz vor einer einseitigen Mastektomie. Hat sich dann erledigt, weil man doch noch ein zweites Mal BET machen konnte.

    Ich hatte mich schon sehr damit auseinandergesetzt.

    Für mich kam einseitig gar nicht in Frage, ich habe einen 80E-Cup, und das denke ich, das würde schon auf den Rücken gehen.

    Einen richtigen Busen auf der einen Seite und ein Plastikteil auf der anderen kam für mich auch nicht in Frage.

    Für mich war klar, dann beide ab.

    Ich schwankte noch zwischen Aufbau ja oder nein, da bekam ich die Nachricht, das eben doch BET geht.

    Naja, jedenfalls habe gemerkt, dass mir das total schwerfallen, und ich das ohne psychotherapeutische Hilfe gar nicht wuppen würde.

  • Ihr Lieben - jede eurer Antworten bringt mich irgendwie weiter, manchmal in die eine, dann wieder in die andere Richtung - danke dafür :hug: Klingt vielleicht komisch, aber jeder Baustein trägt dazu bei, dass ich mich irgendwann entscheiden und vor allem dann dazu auch stehen kann. Wie geschrieben, geht es bei mir nicht um einseitig, sondern um beide- damit bin ich zumindest einige Probleme/Sorgen los :thumbup:.

    Lavara18 - "schief" ist bei mir momentan ein dezenter Ausdruck, ich weiß aber sehr gut, was du meinst, alles hängt sicch irgendwie auf..... , aber ich bin zum Glück sehr erfinderisch, das optisch mit Kleidung zu verbergen ;) Und auch bei mir spielt Berufstätigkeit noch eine sehr große Rolle.

    Entscheidung bleibt schwierig.

  • @Sonnenblümchen , da fällt mir noch ein, ich hatte 2016 in der Klinik eine Frau kennengelernt, die wegen Kaspselfibrose einen Implantatwechsel hatte.

    Da wir uns befreundet haben, weiß ich, das es ihr jetzt damit gut geht.

  • Auf dem Heimweg, kurz nach Mitternacht, wir kamen vom Essen mit Freunde, sah ich im Rückspiegel ein Wagen mit Blaulicht und roter Schrift, der mich zum Anhalten aufforderte. Okay, ich rechts ran, Polizei - Fahrzeugkontrolle, Papier, Führerschein! Ich war müde und wollte heim, es hat mich gestört, dass ich kontrolliert wurde. Bin eine unbescholtene Bürgerin und hab die zwei Polizisten gefragt, ob es Ihnen langweilig sei. Meine letzte Kontrolle war zu RAF-Zeiten, also zirka 40 Jahre her. Kurz und gut, sie wollten wissen wo wir herkommen und wo wir hinwollen. Mein Mann hat Auskunft gegeben, denn ich war im Kampfmodus. Dann musste ich auch noch „Blasen“ und wollte dann auch das Ergebnis wissen. 0,0 Promille! Wenn mich die blöde Krankheit nicht erwischt hätte, dann wäre das möglicherweise anders ausgegangen! Ich muss ruhiger werden, meine Krankheit hat mich noch nicht demütig gemacht, aber ich arbeite dran.

  • Hallo liebe Dorca , ich weiß genau wie es Dir geht. Mir ging es schon mehrere Male so, und ich verwirrt weil ich so schnell wütend werde. Im Krankenhauskiosk hat sich ein Arzt vorgedrängelt, und ich habe ihn noch gut gelaunt und lächelnd gefragt ob er sich jetzt vorgedrängelt hat. Er antwortete „wenn Sie ein Notfall wären, kämen Sie schon gleich dran“. Dann dreht er sich mit seiner Kugel Eis zu mir um und sagt und sagt „ich hoffe, Sie kriegen Ihr Mittagessen noch“ Da habe ich echt hinterher schreien müssen, er soll gefälligst damit aufhören. Ich bin seitdem erschrocken über mich, weil ich gar so empfindlich bin.

    Aber demütig müssen wir hier nicht sein!!!! Nein!! Nicht in solchen Situationen!

    Ich bin demütig, wenn ich lese, wie schlecht es anderen Frauen hier geht und ich habe einfach nur Glück, dass ich vorerst wieder gesund bin.