Frust- Abladestation

  • Liebe Mogret ,


    ich kann gut verstehen, dass dich das mit deiner Freundin sehr bewegt.

    Sogar mich als Unbekannte und Außenstehende berühren deine Schilderungen sehr.

    Ich würde mir wünschen, dass ich das irgendwann ebenso gelassen angehen kann, wenn der Schnitter an meiner Türe klopft. Zumindest nehme ich es mir vor. Den Satz, dass ich vor dem Tod keine Angst habe, nur vor dem (vielleicht unwürdigen oder beschwerlichen) Sterben, habe ich auch schon oft gesagt, lange bevor ich krank wurde.

    Was es für dich so kompliziert macht, ist, dass du deiner Freundin offenbar sehr nahe stehst, und dich mit ihr zum einen natürlich verbunden fühlst, aber eben auch selbst erkrankt bist und dich - zumindest indirekt- mit dem Thema der Endlichkeit des Lebens im Allgemeinen und im Speziellen, dich betreffend- auch befassen musst.

    Da will und muss man sich von einer Freundin verabschieden, und kämpft gerade selbst um Lebensqualität, ums Überleben... das kann schon schwierig sein.

    Ich würde versuchen, zum Einen an sie zu denken, an vielleicht noch gemeinsame Momente. Dinge, die noch zu sagen oder zu tun sind, auch zu sagen oder zu tun.


    Und ich würde meine Situation versuchen, davon innerlich zu trennen. So gut es eben geht.


    Ich schicke Dir eine Umarmung, wenn du magst.:hug:

    LG

    MoKo

  • Danke schön MoKo

    Ja. Ich glaube auch, der Grad ist für mich da irgendwie schwer zu finden. Das ist das Problem.

    Grade weil ich mich selbst damit auseinander setzen muss kann ich mich in sie hinein versetzen aber es dadurch auch nicht mit der nötigen Distanz betrachten. Schwer. Mir tut ihr Mann und ihre Kinder so unglaublich leid. Ich sehe ja schon wie meine Familie an ihre Grenzen geht und bei mir sind die Prognosen für die nächsten Jahre sehr gut....

    Irgendwie macht sie mir mit ihrer Einstellung aber auch wieder Mut. Das man durchaus seinen Frieden damit machen kann.

    Es ist einfach eine furchtbare Krankheit. Verdient hat sie niemand.

    Ich wünsche dir trotz allem einen wunderschönen Tag. Komm gut durch die Hitze 🌞🌞🌞

  • liebe Mogret , danke dir.

    Ich muss leider nachher kurz aus dem Haus , um meinen Sprößling von der Schule zu holen. Ansonsten vergrabe ich mich im abgedunkelten Haus und lasse die Klimaanlage ( welch ein Segen, diese Anschaffung !!) laufen.


    ja, seinen Frieden machen mit so manchen Dingen.. ein gutes Motto.

    Für mich steht inzwischen Lebensqualität ganz oben auf der Prioritätenliste. Ich mache nur noch Dinge, die mir gut tun. Sachen die mich stressen und deren Sinn ich nicht einzusehen vermag, lasse ich schlichtweg bleiben.. das bringt natürlich eine gewisse Unruhe in die Gewohnheiten der Menschen, die mich kennen.. *grins


    Auch dir wünsche ich einen stressfreien Tag 8)

  • MoKo


    Bei euch ist noch Schule!?

    Bei uns ist schon bald Ferien Endspurt (Hessen) allerdings sind meine Kinder nicht mehr Schulpflichtig.

    Ich war mit meiner Tochter grade lecker frühstücken. Krank sein hat auch Vorteile 😉 und jetzt sitze ich in der abgedunkelten Wohnung und schwitze vor mich hin....

    Klimaanlage wäre ein Träumchen.

    Schade eigentlich, dass man so einen Schicksalsschlag braucht um ein bisschen mehr auf sich selbst zu achten....

    :hug:

  • Busenwunder

    Sorry, ich habe deine Antwort übersehen. Tut mir leid.

    Ja, das machen wir. Vorgestern waren wir zusammen einen Kaffee trinken. Und auch so fahre ich oft zu ihr. Die ersten Gespräche die wir nach der Diagnose geführt haben gingen um alles Mögliche. Nur nicht um die Kröte.

    Das ist jetzt anders. Sie sagt, dass nur wenige sie wirklich verstehen können und das es mit mir anders ist weil ich am ehesten erahnen kann wie es ihr geht.

    Es geht in erster Linie immer darum, dass es ihr gut geht. Und das ist mir ganz wichtig.

    Letzte Woche hatte ich Chemo und mir ging es nicht so gut, dann sagt sie, dass es ihr gut tut ihre Sorgen mal nach hinten zu stellen und sich um mich zu kümmern.

    .... Wir sind im Moment schon ein interessantes Team....

    Ich musste meinen Kummer einfach mal hier abladen. In meinem Umfeld ist es ein extrem sensibles Thema. Und ich dachte, ihr könnt euch am besten hinein versetzen. Und das habt ihr ja auch.

    Ich habe eben mit ihr telefoniert. Die Hitze macht ihr natürlich extrem zu schaffen.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag 🌞🌞

  • Liebe Mogret , deine Geschichte habe ich mit viel Herzschmerz gelesen - ich schreibe hier nicht viel, bin aber oft im Forum und lese und fühle mit. Ich habe meine beste Freundin vor 5 Jahren verloren, sie hatte Brustkrebs, 7 Jahre lang nach Behandlung und Chemo war alles gut bei ihr, dann kam der Krebs in Form von Knochenkrebs wieder. Sie hat 3 Jahre dagegen gekämpft und verloren. Diese drei Jahre habe ich emotional als Schleudertrauma erlebt, meine Freundin wollte bis zum Schluss nichts von der erneuten Krebserkrankung wissen und mir blieb nichts anderes übrig, als ihre Hoffnung zu unterstützen und positive Energie zu verstreuen. Natürlich war sie in (bester) Behandlung, sie hat mir jeden Arztbericht zu lesen gegeben und ich habe es nicht geschafft, diese anders als hoffnungsvoll zu kommentieren. Es wäre, glaube ich, für uns beide unglaublich wichtig und auch befreiend gewesen, damit offen umzugehen - was macht man als beste Freundin, wenn man spürt, dass diese Offenheit nicht gewollt wird? Ich habe mir auf die Zunge gebissen, habe noch eine gemeinsame Reise mit ihr nach Südamerika organisiert, weil dort ihr Sohn geheiratet hat, dies alles schon mit Rollstuhl, Krücken, Einschränkungen und ich immer wie Rumpelstilzchen um sie herum .... aber das Thema Tod blieb draussen. Auch nach unserer Rückkehr, als es ihr immer schlechter ging, spürte ich, dass ich dieses Thema nicht ansprechen durfte. Der innerliche Spagat in diesen Monaten hat mich ungeheure Kraft gekostet und ich wußte oft nicht mehr, was ich ihr Tröstliches sagen könnte. Ich finde es sehr bewundernswert von Deiner Freundin, so offen mit ihrer Situation umzugehen. Das ist für Euch beide auch eine große Chance, die Freundschaft noch tiefer werden zu lassen, das Wichtige im Leben noch ansprechen zu können und, letztendlich, voneinander Abschied zu nehmen. Mich hat die Verweigerung meiner Freundin sehr traurig gemacht und macht es immer noch, aber mir blieb nichts anderes übrig, als sie zu akzeptieren - was mir bis heute noch weh tut. Wir hatten so viel zusammen, so viele Gemeinsamkeiten - aber eben auch Gegensätzlichkeiten und damit muss man, im Respekt vor dem anderen, klarkommen.

    Ja, das wollte ich Dir gerne sagen, ich wünsche Dir noch viele gute Momente mit Deiner Freundin, sie sind sehr kostbar.

    Liebe Grüße von Sophiechen

  • Ich muss mich mal wieder ausko......<X

    Dieses Mal, für mich nicht neu seit Diagnose, private KV zickt..... Rechnung Mrt - nicht mein Privatvergnügen, eher .... also Untersuchung<X sowie mLd über 6 Monate - plus Beleg über nicht übernommene Kosten der Beihilfe für Zahnersatz, über gesonderten Tarif abgesichert. Hätte 910 plus Sondererstattung über extra Tarif bekommen müssen - es gingen etwas über 600 ein.. - entspricht nicht mal den derzeitigen Rechnungen, bestenfalls zu 2/3,,,,, Jetzt muss ich mal wieder Post abwarten, Bescheid kommt meist ca. 2 Wochen später, was sie warum nicht, was zu tun... ... wieder Brief aufsetzen - aber der wird geharnischt sein - und mir ist klar, auch das ist denen völlig egal..... ES NERVT!! Ist nicht das erste Erlebnis dieser Art seit meiner Diagnose, eher das 3. oder 4. oder 5. ..... - aber ich habe leider keine Alternative...

    PS: Bin schon sehr gespannt, was da bei weiterer notwendiger OP auf mich zu kommt...... Kann es mir aber ausrechnen... nächster Kampf.

    Bin sehr froh, dazu die Kraft zu haben ;)

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    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sonnenblümchen ()

  • Sophiechen , meine Liebe, ich kann mit Dir fühlen und kann nicht wirklich verstehen, warum Deine Freundin sich so innerlich „abgeschottet“ hat - aber wir reagieren alle verschieden. Ich habe, aus verschiedenen persönlichen Gründen meine Erkrankung lange vor der Familie verheimlicht (allerdings meinem Mann und ältesten Sohn im letzten halben Jahr die Info Stückchenweise beigebracht) bin auch erst zum Arzt als alles „erledigt“ war, Beerdigung meines Vaters, Auflösung seiner Wohnung, Verkauf, Notar, Erbscheine, mein eigenes notarielles Testament, General- und Vorsorge-Vollmacht für Mann und Söhne (und mein Mann hat klugerweise das dann auch für sich gemacht - er ist LKW-Fahrer und man weiß ja nie ...) und die Diagnose war keine Überraschung, ich hatte nur nicht mit ganz so vielen Metas gerechnet, aber auf jeden Fall war es für MICH eine riesige ERLEICHTERUNG als ich offen darüber sprechen konnte, auch was mich erwartet, da unheilbar. Und dadurch konnte ich auch trotzdem positiv bleiben, noch ist es nicht vorbei. Mein Mann ist sich sicher, dass er mich zuhause bis zum Ende pflegen wird, wenn es soweit ist.

    Aber, wie gesagt, jeder geht anders mit Tod und der Endlichkeit des Lebens um, schade, dass Dich das so mitgenommen hat !

  • Sonnenblümchen , das tut mir sehr sehr leid, dass Du Dich auch noch mit so einem Mist auseinander setzen must !!! Für meinen Teil kann ich nur sagen, dass eine der besten Entscheidungen meines Lebens wohl die waren 1. nach Deutschland zurückzukehren (war fast 12 Jahre in USA) und 2. nie in die Private KV zu wechseln und immer schön in der Gesetzlichen bzw. Ersatzkasse zu bleiben. Die einzigen Rechnungen, die ich bisher gesehen habe, sind die für die Zuzahlungen ... ich hoffe, das bleibt so. Bis jetzt hab ich noch nix Abweisendes oder Proteste von der KK gehört.

  • Sonnenblümchen


    Ich hab beim ersten Stress mit der Sachbearbeiterin der pk ein 2 Seiten langes Schreiben an den Vorstand der dkv fertig gemacht und mich über die unsensible Art und Weise wie man mit einer Krebspatientin umgeht beschwert. Hab dort u.a. Mangelndes Fingerspitzengefühl und druck für Belege angegeben die den heilungsverlauf nicht gerade begünstigen. Und das nach mehr als 30 Jahre zahlende gesunde.

    Seit dem hab ich Abteilungsleiter - Kontakt und alles fluppt fast anstandslos durch. Jetzt sind auch die Sachbearbeiterin alle nett 😊


    Vielleicht ein Versuch auch bei dir wert?

    Liebe Grüße

    Biggi

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    Das Wesentliche ist für manche Augen unsichtbar!

  • Liebe Biggi, danke dir für den Tipp :hug:Weiß nicht, ob es gelingt, Gefühl sagt, da sind Menschenn mit ihren Paragraphen unterwegs, da ist keinerlei Spielraum für Empathie..Die agieren nach ihren Paragraphen - da fragt sich niemand, warum weshalb was . Nichts desto trotz werden die von mir Brief bekommen... Was ich mir davon erhoffe? ....Zumindet, dass man sich dort mal Gedanken macht um den Umgang mit an Krebs Erkrankten - und nicht jede Untersuchung/ Rechnung von vornherein als grundlos einstuft... Wie gesagt, bei mir ging das los mit Kompresssions-Bh, dann eine OP und gipfelte in Endopredict; jetzt weiß ich noch nicht, warum, aber ich bin mega sauer . Gut ist, dass das bei mir auch mega Kräfte freisetzt . SO NICHT

    PS: Bin schon jetzt gespannt, was mich da nach weiterer, leider notwendiger 0P erwarten wird... wohl weiterer Kampf...

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    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • Hallo ihr Lieben,


    es gibt leider riesige Unterschiede bei den PKV Anbietern. Ich bin zu 100% privat versichert und hatte auch die allergrößten Bedenken, wie das jetzt mit Krebsdiagnose ablaufen wird. Ich habe bis jetzt keinerlei Anlass zur Klage, im Gegenteil, immerhin schon mehr als 1.5 Jahre mit BRCA Test und allen möglichen Dingen, die gerne Anstoß zur Nichtbezahlung liefern. Das kann sich je nach wirtschaftlicher Situation des Unternehmens auch sehr schnell wieder ändern, aber momentan ist alles bestens. Leider lernt man seinen Versicherer erst richtig in einer solchen Situation kennen und dann kann man nicht mehr wechseln. Damit bleibt nur die Auseinandersetzung und Beschwerde in welcher Form auch immer. Braucht man halt alles nicht, wenn man krank ist.

  • Hallo ihr Lieben,


    Leider lernt man seinen Versicherer erst richtig in einer solchen Situation kennen

    Das habe ich mir letztes Jahr auch gedacht. Ob man eine gute Versicherung hat, merkt man tatsächlich erst, wenn man mal so richtig krank ist:rolleyes:

    Ich bin als Beamtin zu 50 % bein Staat versichert und zu 50 % privat. Gab letztes Jahr schon ein paar Zickereien zwischen der Kasse und mir:P^^, aber ein paar Einsprüche später, waren wir meistens einer Meinung.

  • hallo,

    muss einfach mal meinen Frust nieder schreiben. Lezte Woche Dienstag beim Gyn wurde in der linken Brust ein Tumor ertastet (vor 26 Jahren schon an der rechten Brust an Krebs erkrankt. Nach OP, Chemo und Hormonbehandlung konnte mir geholfen werden und bis jetzt Krebsfrei.

    Bis zu diesem Dienstag. Donnerstag wurde eiligst Mammographie, Biobsie und Ultraschall gemacht. Erst heute kamen die Resultate an. Befund Tumor 4 cm, Carcinom. Eventuell auch in den Lymphknoten, wegen Vergrösserung bis zu 2,5 cm. Normal wäre ich automatisch weiter geleitet worden für die radiologischen Untersuchungen. Meine Gyn hat mir nach den Resultaten von der Biopsieum 16:00 Uhr, 5 überweisungen für versch. radiologische Untersuchungen in die Hand gedrückt. Sie hat morgen Praxis geschlossen und ich soll möglichst Termine für morgen , spätestens bis Montag im Krankenhaus vereinbaren und erledigen. Zum Teil sind einige Sprechstunden Freitags geschlossen. Abgesehen davon das mich schon die Resultate schwer schockiert haben, ist in mir so eine Wut.

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  • Liebe Juni2019 ,


    Wirklich schlimm, dass es dich jetzt schon zum 2. Mal erwischt hat. Das du sauer bist, so von seinen Ärzten im Regen stehen gelassen zu werden, kann ich absolut verstehen.

    Hast du einen Hausarzt der Dir helfen kann die Termine zu vereinbaren?

    Wünsche dir, dass du ganz bald deine Termine bekommst und das deine Untersuchungen dann alle ohne Befund sind!!

  • Hallo zusammen,

    gibt es hier jemanden, dem ich meinen Frust anvertrauen kann? Ich bin seit der kürzlichen Debatte so verunsichert! Ich überlege schon seit etwa einer Woche, wo ich mal reden kann. Immer wieder habe ich abgebrochen. Vielleicht gibt es ja jemanden, dem es gerade verhältnismäßig gut geht, der sich mit mir unterhalten kann. Danke für's lesen. Allein das war schon hilfreich 🤗

    Und gleich noch alle beiden :thumbup::thumbup:für Pschureika und SarahVillipa ,das alles gut gegangen ist. Ich war bisher noch nicht in der Lage, das zu posten. Euch allen einen schönen Abend 🤗 😘 😘