Zwei Antikörper: Herceptin (Trastuzumab) und Perjeta (Pertuzumab)

  • Liebe Foris,


    ich habe nun die Diagnose im Jan. 2014 (ein mittelgroßer Tumor in einer Brust, befallener Sentinel, Metastase im Brustbein, hormonabhängig und HER2/neu3+), Chemo, brusterhaltende OP und eine gründliche Bestrahlung überstanden. Außerdem nehme ich Tamoxifen und bekomme seit einem Jahr alle drei Wochen die beiden Antikörper Trastuzumab und Pertuzumab als Infusionen.
    Bei der OP konnten keine lebenden Krebszellen gefunden werden. Die Mammografie war auf beiden Seiten ebenfalls unauffällig. Um ein PET-CT wird gerade noch mit der Krankenkasse gerungen, um zu klären, ob ich auch metastasenfrei bin.
    Doch selbst wenn keine Metastasen mehr zu finden sind, empfehlen mir die Ärzte, die beiden Antikörper bis an mein Lebensende bzw. bis zum Auftreten von Metastasen weiter zu nehmen. Denn da ich diese eine Metastase im Brustbein hatte, gelte ich als besonders gefährdet.


    ABER ich habe Angst vor möglichen Nebenwirkungen dieser Antikörper. Mein Herz, das ja alle drei Monate untersucht wird verträgt die Therapie angeblich sehr gut (wobei die Auswurfmenge durchaus von 70 auf 60-65% gesunken ist, da weiß ich aber nicht, ob das was zu sagen hat). Meine Nase ist nur noch wund und heilt einfach nicht mehr, ich habe periphere Neuropathien (also Kribbeln und Taubheit an Füßen und Händen) und brüchige Fingernägel, die aussehen, als ob sie beginnen, sich zu lösen. Das sind jetzt an sich keine hochdramatischen Nebenwirkungen, aber es zeigt mir, dass da was mit meinem Körper passiert und ich frage mich, was geht da noch ab an schleichenden Prozessen, die ich vielleicht nur noch nicht spüre? Das Perjeta ist in Europa erst seit 2013 bei metastasiertem Brustkrebs zugelassen.
    Der Vorteil, wenn man nicht nur das Herceptin, sondern auch das Perjeta bekommt ist, dass sich beide Antikörper noch gegenseitig in ihrer Wirkung bestärken, aber ich glaube auch in ihren Nebenwirkungen.
    Unangenehm ist auch, dass es Perjeta nicht wie das Herceptin als subcutane Spritze gibt, sondern nur als Infusion. - Da geht praktisch jedes Mal ein ganzer Tag drauf.
    Jedenfalls werde ich mich demnächst entscheiden müssen, ob ich die Antikörper weiterhin nehmen will. Ich habe keine große Lust dazu. Aber ich fürchte mich natürlich auch vor einer Rückkehr des Krebses.


    Gibt es denn hier noch weitere Leute, die beide Antikörper bekommen? Wie geht es Euch damit?


    Liebe Grüße
    Olivia

  • Liebe Olivia,


    ich bin auch eine die Herceptin bekommt. Mit beiden Antikörpern habe ich keine Erfahrung. Mit Herceptin habe ich auch weiter keine Probleme. Und ich bekomme es seit Juni letzten Jahres.


    Seit September nehme ich allerdings an einer Studie teil. Da ich Hormonpositiven BK habe, kommt das für mich in Frage.Ich bekomme nun Herceptin mit einem Chemotherapeutikum zusammen, da mein Tumor ein G3 war und auch ziemlich agressiv. Das Mittel heißt Tdm1 und ich bekomme es alle drei Wochen. Ich vertrage es gut und hab auch da keine nenneswerte Probleme mit. Das dm1 bewirkt, sollte sich bei mir wieder irgendetwas rumtreiben, geht es direkt in die Zelle und vernichtet sie von innen. Das T steht für Trastzumab.


    Mir wurde dazu geraten, da bei mir das Rezidivrisiko doch etwas höher ist. Diese Behandlung geht noch bis Juli, dann sehen wir weiter. Eventuell bekomme ich dann Herceptin noch weiter, aber mal sehen, ist ja noch etwas Zeit bis dahin.


    Zum Herzecho gehe ich auch alle drei Monate und bis jetzt alles supi.
    Durch die Studie werde ich aber auch engmaschiger ärztlich untersucht, z.B. jede Woche Blutbild.


    Dir wünsche ich ein schönes Wochenende. LG Lexi

  • Hallo Olivia,


    deine Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen.
    Auch ich habe noch alle 3 Monate Echo- und EKG-Kontrollen und beäuge die Befunde mit sehr großer Achtsamkeit.


    Das letzte Mal hatte mein Arzt einen Studenten mit dabei, dem er erstmal schön erzählt hat, dass die Nebenwirkungen ja auch noch Jahre später auftreten können. Die Ohren haben mir sowas von geklingelt! Doch was steht da zueinander? Wie drastisch können Nebenwirkungen sein? Was sind Nutzen und Kosten? Das sind die Fragen, die mich beschäftigt haben, die ich vage mit meinen Onkologen und Krebsinformationsdienst klären konnte. Im Endeffekt ist es wieder eine Entscheidung, die wir ganz individuell treffen müssen.


    Vielleicht hilft es dir ja, wenn du das PET bekommst und ein Ergebnis sehen kannst wegen der Metastase.
    Bei mir in der Nähe gibt es eine Klinik, die das PET mit der Krankenkasse abrechnen kann, dadurch, dass sie eine Grauzone benutzen. Man muss nur eine Krankenhauseinweisung mitbringen, wird vorstationär (im System) aufgenommen und somit kann es normal abgerechnet werden, ohne dass man sich mit der KK herumplagen muss.
    Frag deinen Onkologen doch mal, ob er sowas auch kennt!
    Bei mir ging das dadurch sehr sehr schnell und ich hatte Gewissheit.


    Ich drücke dir die Daumen!
    Sonja

  • Liebe Lexi,


    an der Tdm1 Studie hätte ich auch teilgenommen, aber da hätte ich Metastasenfrei sein müssen.
    Bekommst Du das an Stelle der normalen Chemo oder zusätzlich?


    Liebe Sonja,


    mein Arzt hat sich inzwischen mit seinen Kollegen beraten und alle waren dafür, beide Antikörper 2-3 Jahre zu geben. Weil in dieser Zeit das Risiko für ein Wiederauftreten des Krebses (speziell in meinem Fall) noch sehr hoch ist. Das PET-CT ist dafür nicht nötig, denn selbst wenn man da nichts finden würde, bliebe es bei dieser Empfehlung.


    Auf meine Anmerkung, dass ich gehört habe, dass selbst Leute, die nur ein Jahr lang Herceptin bekommen haben noch alle halbe Jahre zur Herzkontrolle müssen und auch noch später Schäden am Herz auftreten könnten, meinten die Ärzte, das sei Quatsch.
    Mir wurde vorher auch irgendwann mal eher das Gegenteil gesagt: dass sich das Herz auch wieder erholt, sollte es zu einer Schädigung kommen.


    Auch ein guter Freund von mir, der ebenfalls Onkologe ist, hätte mir dazu geraten, die Antikörper weiter zu nehmen.
    Also ich werde die Behandlung erstmal fortsetzen.
    Die trockene Nase und die brüchigen Fingernägel können ja auch vom Tam kommen und die Taubheit in den Fingern wird hoffentlich nicht schlimmer, bzw. könnte ich da auch noch eine Creme ausprobieren. Die Verringerung der Auswurfrate liegt in der normalen Schwankungsbreite der Messungen.


    Liebe Grüße
    Olivia

  • Liebe Olivia,


    die Standartchemo ( EC und Pacli) damit habe ich letztes Jahr im März angefangen. Dann OP und dann Strahlen. Nun eben AHT und das Tdm1. 6 von 14 sind noch übrig. Nun reicht es aber auch langsam denn ich merke immer mehr, dass auch das allmählich ganz schön an meinem Körper zehrt.
    Bin eh oft erstaunt, dass mein Körper noch nicht streikt und doch ganz schön was wegstecken kann.
    Langsam komme ich aber an meine Grenzen.......Na den Rest schaffe ich auch noch.


    LG und einen schönen Sonntag wünscht dir Lexi

  • Hallo, ihr Lieben.


    Ich hatte am 03,12. meine 6. und letzte Chemotherapie. Jetzt geht es im drei Wochen Abstand weiter mit Antikörper.


    Hat jemand von euch Erfahrungen mit der Antikörper Therapie, Trastuzumab+Pertuzumab - ( Herceptin/ perjeta) wie das ist mit Nebenwirkungen ?

  • Hallo utilius,


    leider kann ich dir dazu nichts schreiben, aber ich wollte dich beglückwünschen dass du die Chemo geschafft hast, ein riesiger Meilenstein ist erklommen :thumbsup: . Toll gratuliere. :thumbsup:
    LG Nicky1967 8o

    LG Nicky1967


    Ich versuche alles was geschieht positiv zu sehen, auch wenn ich den Sinn dabei, nicht immer erkenne! :)

  • Liebe utilius,
    herzlichen Glückwunsch zum Chemo-Ende.
    Uff. Das hättest du ja schon mal geschafft.
    :thumbup:


    Perjeta hast du ja neoadjuvant bekommen, das heißt, das bekommst du nach der OP ja nicht mehr.
    Ich habe Perjeta gar nicht bekommen, weil es erst seit Juni 2015 in Deutschland zugelassen ist, soviel ich weiß, und
    ich hatte meine Chemo im März 2015 begonnen.
    Dass du Perjeta erhalten hast, ist ein großes Glück. Du hast dadurch sehr, sehr gute Chancen, geheilt zu sein.
    Ich kenne hier im Forum einschließlich dir nur 3 Frauen, die Perjeta erhalten haben oder gerade bekommen.
    Also ganz ehrlich, so ein paar NWs würde ich da echt in Kauf nehmen, wenn ich mir dadurch ziemlich sicher sein könnte,
    geheilt zu sein.
    Das ist ja generell die Frage bei Chemo und Antikörpern, ob der Nutzen die NWs gerechtfertigt.
    Deine Ärzte haben entschieden, dass das bei dir so ist.
    ^^


    Herceptin bekomme ich im Augenblick auch noch bis Mai 2016 als Infusion alle 3 Wochen.
    Meine neuen (!) Ärzte, zu denen ich gerade gewechselt habe, meinen dazu, dass man sich eventuell direkt nach der Gabe
    ein wenig müde fühlt und das kann auch noch eine Woche lang andauern.
    Also ehrlich gesagt, davon merke ich nicht viel.
    Manche Menschen bekommen auch etwas Fieber in der Woche, andere haben sogar die ganze Zeit, während sie Herceptin
    bekommen, Fieber.
    Sie hat mir empfohlen, am besten gar nicht Fieber zu messen, da macht man sich nur verrückt.
    ;)


    Alles Gute weiterhin für dich und deine Therapie!!
    :hug:


    Liebe Grüße von mama63

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich
    (Afrikanisches Sprichwort)

  • Liebe Utilius,


    juhuuuuu! Du hast die Chemo hinter dir! Das ist super (:
    Ich habe jetzt bei der Chemo bereits ein paar Frauen getroffen, die wie du nach Chemo Perjeta und Herceptin weiter bekommen haben. Was die so berichtet haben, war nicht schlimmer als meine Einzelerfahrung mit dem Herceptin.


    Ich war am Injektionstag selbst etwas müde und hatte Muskelkaterähnliche Schmerzen, aber das hat sich immer recht schnell wieder erledigt.
    Vielleicht meldet sich ja noch Olivia mit ihrer Erfahrung aus erster Hand oder du schreibst ihr einfach mal eine Nachricht.


    LG und weiterhin alles Gute!
    Sonja



    @ Mama63: "neoadjuvant" bezieht sich meines Wissens nach nur auf die Chemo. Die fortlaufende Antikörpertherapie wird mittlerweile Leitliniengenäß immer mit Perjeta und Herceptin gemacht. Die Doppelwirkung von innen+außen macht ja auch Sinn. Allerdings wäre ich vorsichtig mit Aussagen dazu, dass man mit Perjeta so gut wie geheilt ist. Ich habe die Studie dazu gelesen und lange mit meinem Onkologen diskutiert. Perjeta bringt ganz klar einen Vorteil, aber in Monaten und Prozenten ausgedrückt, ist es jetzt nicht der große Oberhammer, wie die Ärzte es uns verkaufen ;)

  • Liebe Sonja,
    Perjeta war eigentlich der Anlass, warum ich meine Ärzte gewechselt habe, weil die Ärzte, bei denen ich vorher war, null
    Ahnung damit hatten.
    Das neue Ärzte-Team hat sehr viel Erfahrung damit und die sagten mir, dass Perjeta nur neoadjuvant zugelassen ist im
    Augenblick bei nicht metastasiertem BK.
    So sind leider die Richtlinien.
    Adjuvant kann man es also leider nicht mehr bekommen, es sei denn man hat Metas.
    Liebe Grüße von mama63

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    (Afrikanisches Sprichwort)

  • Ahhhhhh okay, das ist es also :)
    Klar, da haben wir dann aneinander vorbei geredet, weil mein Wissensstand natürlich nur auf mich beruht und der ist ja nunmal metastisiert. Danke fürs Aufpassen.


    Das finde ich jetzt aber etwas zweifelhaft das Vorgehen :D Die reden vom Zaubermittel Perjeta, aber so toll kann es dann ja doch nicht sein, wenn man es dann nur den Krötenbesitzern andrehen darf. Sorry, da kommt das Pechschwarze bei mir durch ;)


    LG, Sonja

  • Nein, nein, Sonja!
    Ich drücke dich mal ganz, ganz doll
    :hug:
    So, und wenn du jetzt wieder Luft bekommst, dann kann ich dir sagen, dass das mit dem Herceptin doch am Anfang
    genauso war. Das war am Anfang ja auch nur bei Metas zugelassen.
    Frag mich nicht, warum, keine Ahnung.
    Und Herceptin ist ja schon so eine Art Super-Krebsmittel, das soll ja immerhin 30% bringen.
    Und dass du jetzt Perjeta bekommst, das bringt dir sicher auch richtig viel.
    Sieh es doch mal positiv. Ich weiß, das ist nicht immer leicht.
    Außerdem wirkt sowieso alles bei jedem anders.
    Ach Sonja, du machst doch das alles so toll.
    Nochmal dicker Drücker, ein paar Durchhaltebonbons und Kopfhochpulver von Nicky1967,
    ;)


    :hug:


    Ganz liebe Grüße von mama63

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich
    (Afrikanisches Sprichwort)

  • Hallo, hab meine Untersuchungen jetzt hinter mir, und die Chemo hat sehr gut angeschlagen. Im August war an eine brusterhaltene OP nicht zu denken,
    aber jetzt ist es überhaut kein Problem mehr. Ich bin dankbar und zufrieden- glücklich das ich einen so tollen Arzt erwischt habe. War auch purer Zufall.
    Bei unserem Gespräch am Freitag meinte er, mit den Antikörpern, das würde sich erst nach der OP entscheiden. Hängt alles von Ergebnis der Pathologie ab.
    Herceptin auf jeden Fall, evtl. noch in Kombi mit dem Perjeta. Und das noch für die Dauer von einem Jahr. .
    Er meinte auch, wegen Nebenwirkungen bräuchte ich mir keine Sorgen machen.
    Wenn alles normal läuft, was wir ja alle hofen, möchte ich nach der Reha gerne wieder anfangen zu arbeiten. Aber da ich in Schichtdienst arbeite, kann ich
    am Tag nach der Antikörper Therapie auch Spätschicht machen, dann hab ich den Vormittag noch für mich und gehe kein Risiko ein.
    Aber das lassen wir alles auf uns zukommen. Hab volles Vertrauen zu meinem Arzt und seinem Team. Wird schon klappen.
    Erstmal genieße ich den rest des Jahres Chemofrei
    :hug:

  • Hallo ihr lieben
    Hoffe ihr habt alle schöne Weihnachten gehabt trotz unseren ungebetenen Gastes


    Hab eine Frage: bekommt irgendwer auch jetzt zufällig herceptin und Perjeta als antihormtherapie für ein Jahr
    Ich habe am 22.12 das erste mal bekommen und habe das Gefühl das meine Muskeln einfach schlapp machen. Komme nicht einmal in den 2.stock ohne das mir meine Schenkel brennen(grrrrrrr)


    Und zur Krönung hab ich bei der MRMammographie gelesen das mein Tumor größer ist als bei der letzten Mammographie (normale)
    Laut Ärzte ist das okay,weil die MR genauer ist
    Bitte wer kennt das ob das auch so stimmt


    Lg Kojak

  • Hallo,


    wie gut zu hören, dass Perjeta ein neues Medikament ist dass die Heilungschancen nochmal erhöht.


    Ich bekomme nach den EC´s auch Perjeta. Scheinbar ist das noch nicht Standart. In der Klinik in der ich die
    Diagnose bekommen habe, hätte ich Perjeta nicht bekommen.


    Ich bin dann in eine andere Klinik. Die scheinen auf dem neusten Stand zu sein.


    Liebe Grüsse


    Sushi

  • Hallo ihr Lieben, ich hoffe ihr habt die Weihnachtstage alle gut überstanden
    Ich hatte am 23. 12. meine erste Antikörperbehandlung mit Herceptin und Perjeta. Ich war auch recht müde und
    jeder Schritt war irgendwie beschwerlich.
    Aber das habe ich hier von anderen auch schon gelesen. Meine letzte Chemo ist ja auch erst drei Wochen her.
    Hab nun am 04.Januar meine dank der Chemo brusterhaltene OP im Brustcentrum und dann erfahre ich ja anhand
    der Ergebnisse, ob ich auf Dauer beide Substanzen bekomme oder nur das Herceptin.
    So wie mein Arzt meinte, für ein Jahr
    Hab ein wenig Bammel vor der OP, aber ich denke, das ging euch allen so. Je näher der Termin rückt,
    umso mehr fange ich an zu grübeln. ?( ?( ?(

  • zu deiner Antikörpertherapie kann ich dir nichts sagen, aber zu diesem zitierten Absatz!

    Und zur Krönung hab ich bei der MRMammographie gelesen das mein Tumor größer ist als bei der letzten Mammographie (normale)
    Laut Ärzte ist das okay,weil die MR genauer ist
    Bitte wer kennt das ob das auch so stimmt

    Ja das ist wohl richtig, ich bin aber nicht vom Fach! Jedenfalls kann ich dich dahingehend beruhigen, weil es bei mir auch so war! Beim MRT konnte man genauere, größere, Abmessungen des Tumors feststellen. Zunächst hatte ich auch Angst, dass er gewachsen sei, aber der Doc erklärte es mir auch so, dass man hier eben alles genauer sehen kann. Als Laie kann ich es leider nicht besser schreiben.


    Liebe Grüße an euch alle
    von Mohn...

    Eine Tür ist selten ganz verschlossen.
    Manchmal muss man nur den passenden Zeitpunkt zum Anklopfen finden!

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich hoffe, Ihr hattet trotz der verschiedensten Sorgen angenehme Weihnachtstage!


    ich möchte mal kurz ein Update zu meinem Befinden während der Doppel-Antikörpertherapie (begonnen im April 2014) geben:
    Also ich habe immernoch und zunehmend, inzwischen auch an den Füßen, diese Neuropathien. Ich vermute, dass das mit den Anitkörpern zusammenhängt, denn meine Chemo war ja schon im Juni 2014 zu Ende.
    Die Nase ist immernoch abwechselnd zu trocken oder läuft plötzlich - keine Ahnung, ob das auch an dem Tamoxifen liegen kann.
    Mein Hb-Wert war letztens bei ca. 6 und ich bin oft sehr sehr müde. Da auch die Eisenwerte zu niedrig waren, nehme ich jetzt Eisenkapseln und hoffe, das das hilft. Das muss aber nichts mit den Antkörpern zu tun haben, sondern kann meinem Arzt zufolge eine Nachwirkung der Chemotherapie sein (während der Chemo waren meine Blutwerte auch immer sehr schlecht).
    Auch die brüchigen Nägel, und die mittlerweile festgestellte Osteopenie gelten als Nachwirkung der Chemotherapie.
    Außerdem habe ich immer wieder Blasenentzündung, aber das haben wohl viele Frauen, auch ganz ohne Krebs, Chemo usw.
    An meinem Herzen sind keine Veränderungen festgestellt worden.
    Mit Muskeln oder Knochen habe ich auch keine (merklichen) Probleme.
    Fazit: Das einzige, was ich relativ sicher in Zusammenhang mit den Antikörpern bringen kann, sind die Empfindungsstörungen an Händen und Füßen. Die finde ich sehr schade und ärgerlich, aber noch kann ich alles mit meinen Händen machen.
    Ich werde die Therapie also mindestens fortsetzen, bis ich 3 Jahre voll habe. Und dann werde ich vor der schweren Entscheidung stehen: Ewig weitermachen oder sein lassen?
    Ich freue mich also auch über weitere Erfahrungsberichte von Euch mit dieser Therapieform!


    Viele Grüße
    Olivia

  • Hallo Olivia,


    ich habe seit November 2013 die Diagnose Her2neu positiver hormonabhängiger Brustkrebs mit Metastasen in Leber, Wirbelsäule, Becken und Brustwirbel.


    Als Therapie gab es 6 Zyklen Docetaxel sowie Perjeta und Herceptin, dazu 36 Bestrahlungen auf die Knochen und XGeva (ein Bisphosphonat gegen die Knochenmetastasen). Nach der Chemo im habe ich dann noch Tamoxifen dazubekommen. Ist alles kein Pappenstiel und hat auch ordentlich Nebenwirkungen.


    Ich habe auch immer Naselaufen und die Schleimhäute in der Nase sind immer geschwollen, so daß ich immer das Gefühl habe, erkältet zu sein. Oft bekomme ich keine Luft, weil die Nase so verstopft ist. Dann muß ich Nasenspray zum Abschwellen nehmen, was aber auch den Schleimhäuten auf Dauer schadet. Ich habe außerdem starkes Augentränen und jeden Morgen Durchfall, zum Glück aber nur morgens. Mein Magen spielt auch oft verrückt mit Magengrummeln und wenn ich was esse, wird mir manchmal auch schlecht. Ich kann auch nie viel essen, weil ich dann das Gefühl habe, dass der Magen voll ist. Ist er aber nicht und kurz darauf habe ich wieder Hunger. Ich esse deshalb immer mal zwischendurch kleine Happen
    (Möhren, Kohlrabi, Banane, Apfel, etc.). Manchmal habe ich starkes Herzrasen und kann nicht einschlafen. Außerdem fühle ich mich immer schlapp und müde. Meine Knochen tun mir weh und ich habe an immer unterschiedlichen Stellen Hautausschlag und Juckreiz. Manchmal so stark, dass ich nicht schlafen kann und mich zusammenreißen muß, mir die juckenden Stellen nicht aufzukratzen. Von der Chemotherapie ist auch noch Polyneuropathie in den Fingern übriggeblieben, vielleicht kommt das aber auch von den Antikörpern. Wer weiß...


    Fazit: alles nicht so klasse. Dennoch, die Therapie wirkt seit 25 Monaten und meine Onkologin ist hochzufrieden. Durch die Therapie sind die Tumore in der Brust
    verschwunden und es ist kein weiterer Progress bei Leber- und Knochenmetas aufgetreten. Tumormarker nie höher als 18. Dennoch, ob ich das mein Leben lang verkrafte, glaube ich nicht. Ich muß einfach für mich entscheiden, wie lange ich das Spiel spielen kann. Leider kann mir ja auch kein Arzt sagen, ob nicht irgendwann alle Krebszellen vernichtet sind, wenn man eine Therapie über Jahre so fortsetzt.


    Hast Du oder jemand anderes von Euch in diesem Forum Infos? Und gibt es vielleicht jemanden, der ähnliche Erfahrungen mit Herceptin, Perjeta, Tamoxifen und XGeva hat? Und vielleicht auch ein paar Tipps, wie man die ein oder andere Nebenwirkung bekämpfen kann?


    Viele Grüße
    Jeannette

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Beitrag gekürzt, da die "Langversion" bereits unter "Leben mit Knochenmetastasen" zu finden ist.

  • Liebe Goldmarie,
    vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht! Mir macht es sehr viel Mut, zu hören, dass selbst ein mehrfach metastasierter Krebs so gut in Schach gehalten und sogar reduziert, vielleicht geheilt werden kann.
    Bisphosphonate standen bei mir mal zur Diskussion (wegen der Metastase im Brustbein). Daher erinnere ich mich daran, dass Verdauungsprobleme mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Ausserdem gibt es mehrere Varianten und Dosierungsmöglichkeiten bei den Bisphosphonaten, wenn ich mich recht erinnere. Jedenfalls wäre ich, falls ich mich nicht gegen die Bisphosphonate entschieden hätte zur Behandlungsplanung zu einem weiteren Arzt gegangen, der sich damit besonders gut auskennt. Wurde in Deinem Fall über verschiedene Möglichkeiten diskutiert?


    Alles Gute!
    Olivia