Wenig Unterstützung für die Kinder?

  • Hallo,


    irgendwie habe ich den Eindruck, dass es sehr wenig Unterstüzung und Hilfsangebote für Kinder krebskranker Eltern gibt.
    Den Podcast-Tipp konnte ich mir leider nicht anschauen- (müsste ich erst aktualisieren und der Lautsprecher ist ausgefallen).
    Ich habe aber im Netz gesucht und wenig gefunden. Auch hier im Bereich finde ich keine hilfreichen Links, im Vergleich zu den anderen Threads wurde/wird hier zur Situation der Kinder wenig gesagt, obwohl viele Foris minderjährige Kinder haben. Wieso? Weil es so wenig hilfreiche Angebote gibt?
    Ich bin gerade wirklich irritiert. Einige km von der Landeshauptstadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes entfernt finde ich Initiativen/Vereine/Unterstützung für alles Mögliche...für Kinder psychisch kranker Eltern, für Alleinerziehende und deren Kinder, für Kinder behinderter Eltern, für Kinder Drogensüchtiger, für Eltern krebskranker Kinder, usw.
    aber nichts für Kinder krebskranker Eltern.
    Ich habe irgendeine Seite entdeckt, auf der die deutsche Liga für das Kind meine Befürchtungen hinsichtlich Wirkung der Krebserkrankung auf Kinder/Jugendliche bestätigt und auf die "Notwendigkeit angemessener Verarbeitunghilfen" hinweist (http://liga-kind.de/fruehe/204_romer.php) aber wo und wie man nun an ganz praktische Unterstützung kommt, habe ich da auch nicht entdecken können.
    Wenn ich an meine eigenen Kinder denke und die Beiträge der anderen Mütter hier lese (die von KiGa-Kindern, der Einschulung oder dem Wechsel auf`s Gym berichten), fallen mir ganz einiges ein, was helfen könnte. Freizeit oder auch Schulpaten, Gruppentreffen für Kinder, kostengünstige Ferienfahrten für betroffene Kinder (danach war ich vorallem auf der Suche, weil ICH dieses Jahr nicht in Urlaub kann, meine Tochter den aber dringend nötig hat), Familiengruppen (die eine in Essen scheint die totale Ausnahme zu sein)
    Mit Sicherheit wäre es gut, wenn meine Tochter mal jemanden zum Reden hätte, der nicht zur Familie gehört. Ich will sie aber weder zur Trauergruppe schicken (die gibt es), noch unbedingt zum allgemeinen Kinder- und Jugendpsychologen oder -psychiater. Es muss doch irgendetwas geben, was niedrigschwelliger ist, unterstützt, ohne zu pathologisieren oder dramatisieren-
    War ich bei meiner Recherche nicht ausdauernd genug oder seht ihr da auch mehr Bedarf als Angebote und Möglichkeiten?


    Lieben Gruß
    Esma

  • Hallo Esma,
    schau doch mal in diesen Thread des Forums der FSH rein:
    Lesenswerte Bücher


    Außerdem könntest du dich über die Krebsgesellschaft deines Bundeslandes erkundigen, ob es dort irgendeine Form niedrigschwelliger Unterstützung für dich und deine Kinder geben könnte (z.B. in Form von Gesprächen mit geschulten Psychoonkologen). Mein Mann nimmt in unserem Bundesland diese Art von Hilfe an!
    Liebe Grüße
    Angie

  • Hallo Esma,
    hier gibt es eine Gruppe "Hand in Hand" für Kinder krebskranker Eltern. Die Gruppe geht von der örtlichen frauenselbsthilfegruppe nach Krebs aus und trifft sich einmal im Monat. Leider ist bei uns der Termin ungünstig, da an dem Tag meine Tochter beim Handballtraining ist. Diese normalen Aktivitäten im Verein oder mit Freunden möchte ich aber unbedingt beibehalten und sie nicht dort rausziehen nur weil ich krank bin.
    aber wir sind tatsächlich auch den Schritt zur kinderpsychologin gegangen. Man darf sich das nicht wie bei Erwachsenen als Gespräch vorstellen, sondern hier wird mit spielerischen methoden gearbeitet.


    Gruß carmen

  • Hallo Angie,


    Danke für den Link. Ja, vielleicht rufe ich mal bei der Krebsgesellschaft an.


    Hallo Carmen,


    meine "Kinder" sind nicht mehr so jung. Das eine schon erwachsen, die andere 16. Mit Spieltherapie kann ich der nicht mehr kommen ^^ .
    Mir geht es drum, dass sie eh schon viel zu blass und ernsthaft ist. Zu dem Stress mit G8 (Das alleine reicht einigen ihrer Mitschülerinnen schon um einen Therapeuten aufzusuchen :S ) kommt jetzt auch noch meine Erkrankung. Vielleicht etwas schwierig verständlich, aber wenn meine Teenietochter, die eh kaum Freizeit hat, sich statt mit Partys mit ihrem ökologischen Fußabdruck beschäftigt, jetzt auch noch ohne Murren die komplette Wäsche erledigt, ohne Aufforderung den Müll raus bringt usw., besorgt mich das.
    Ich würde ihr halt gerne ein wenig Unbeschwertheit organisieren...


    Lieben Gruß
    Esma

  • Hallo Esma,


    ich kann dich gut verstehen. Meine Tochter ist zwar erst 13, aber damit auch in einem schwierigen Alter. Ich weiß oft nicht, was in ihr vorgeht. Es ist halt so, wie du schreibst - die Mädels haben alters- und schulbedingt so viel mit sich selbst zu tun, und dann müssen sie auch noch unsere Erkrankung verarbeiten.
    Bisher habe ich keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen, meiner Tochter helfen ihre Hobbys (Sport und Musik) ganz gut, die Situation zu bewältigen, Gott sei Dank hat sie trotz G8 noch Zeit dazu.
    Wie sieht es denn an der Schule deiner Tochter mit Beratungslehrern aus? Diese sind in der Regel zwar nur "allgemein" in der Betatung bei Problemen geschult, haben aber zumindest erstmal ein Ohr zum Zuhören und auch Tipps zur Weiterarbeit.


    Liebe Grüße und alles Gute


    Hannah

  • Liebe Esma,


    da du auch aus NRW bist, schau mal, vielleicht passt das zu euch: http://www.frauenselbsthilfe.de/essen-familiengruppe.html
    Ich kenne die Familiengruppe aus eigener Erfahrung. Wenn du Fragen hast, schreib mich gerne per PN an.


    Ansonsten ist Flüsterpost e.V. auch für Jugendliche eine gute Empfehlung. Dort kann man Fragen per Mail stellen, Infos bekommen, ins Forum gehen...
    http://kinder-krebskranker-eltern.de/infos-fuer-jugendliche/


    Je nach Angebot der Stadt findest du auch über die Krebsberatungsstelle oder Erziehungsberatungsstellen Hilfe für Kinder/Jugendliche.


    Insgesamt würde ich mich dir aber anschließen - mehr Bedarf als Angebote :( .
    Aber wer weiß, vielleicht motiviert dich das eines Tages, und du machst eine eigene Gruppe auf? Wär doch schön, und wahrscheinlich geht es nur so.


    Liebe Grüße von der Jo

  • hallo in die runde,
    ich möchte Euch gerne einen link ans herz legen von einem gemeinnützigen verein, der kostengünstige seminare anbietet für betroffene mütter mir ihren töchtern in der pubertät, dieses jahr erstmals auch eines mit söhnen, sowie für paare.
    vielleicht fühlt sich ja jemand angesprochen.
    ich finde es wunderbar!
    http://www.tanztherapie-nach-krebs.de/html/seminare.html


    schöne grüße
    jolanda

  • Hallo ihr Lieben,


    schon mal danke für die Hinweise und links - ich schau mir die jetzt mal an.
    Mutter-Tochter-Tanz-Wochenende hab`ich gelesen und das klingt richtig gut (obwohl ich mit Tanz überhaupt nichts am Hut habe und Tochterkind noch weniger ^^ )


    Gruß Esma

  • Hallo Esma,
    das mit der Tanztherapie nach Krebs hat mit "Standardtänzen" so gar nichts zu tun. Ich habe sie schon zweimal in den AHB genießen dürfen. Beide Male ging es mehr um körperliches Ausdrücken von Gefühlen. Ich fand es wirklich genial! Und vor allem macht es beschwingt und total Spaß.
    Hoffentlich hat deine Teenietochter Lust auf diese Veranstaltung!
    Hallo Jo,
    es ist nicht so doll, dasss Mamazone von der Pharma unterstützt wird, da gebe ich dir Recht! Aber ich fand die "Mum-hat-Krebs-Seite" wirklich ansprechend, gerade für ältere Kinder, sprich Teenies. Denn das meiste Infomaterial, dass wir alle erwähnt haben, spricht nun mal jüngere Kinder an. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie so eine Brustkrebserkrankung für meine damalige Teenietochter schwer zu verarbeiten und auszuhalten war.
    Liebe Grüße
    Angie

  • Liebe Foris mit Kindern,
    in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau ist ein interessanter Artikel von Pamela Dörhöfer zum Umgang mit dem Thema "Wenn Eltern Krebs haben".
    Dort ist auch ein Hinweis auf den Ratgeber "Wahrheit braucht Mut", der kostenlos per E-Mail bestellt werden kann unter: psychoonkologie@kgu.de
    Liebe Grüße
    Angie

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