Chemo ja oder nein?

  • Hallo liebe Toscha,


    der Beitrag ist sehr interessant. Aber es gibt auch noh einen anderen Blickwinkel. Ich war vor einigen Tage bei einem Patiententag Krebs der Univ.-Klinik Tübingen. Dort beantwortete der leitende Arzt der Frauenklinik die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Tests so:
    Hier wird schlichtweg viel Geld mit der Angst der Krebspatienten gemacht. Die Frauen geben viel Geld aus, um mit einem Test die Entscheidung für oder gegen Chemo zu treffen. Ein guter Onkologe kann aus den vielen Mosaiksteinchen der Histologie, befallenen LK o.ä. der Patientin in der Entscheidung zur Seite stehen. In den wenigsten Fällen ist ein solcher Test sinnvoll!


    Das war ein Zitat, aber irgendwie auch meine Meinung.


    Grüßle rose55

  • Bei mir wurde auf Anraten der Ärzte der Oncotype DX durchgeführt. Da die Kosten für diesen Test nicht standardmäßig von den Krankenkassen übernommen wird, habe ich an einer Studie teilgenommen. D.h. der Gentest wurde durchgeführt, ich habe die Kosten bei der KK angefragt (wohlwissend, dass abgelehnt wird), habe Widerspruch eingelegt (wieder abgelehnt). Daraufhin hat die Firma, die den Oncotype anbietet, mich in die Patientenstudie aufgenommen und mein Eigenbehalt lag bei 150 Euro. Die Gesamtkosten für den Test liegen übrigens bei etwas über 3.000 Euro.


    Hat alles die Brustschwester im KH für mich geregelt (hab von ihr sogar schon die Formschreiben für die KK bekommen).


    Aber... wie im Artikel erwähnt, der in den USA entwickelte Oncotype DX eignet sich für Frauen, die keinen oder nur einen geringen Befall der Lymphknoten aufweisen und deren Geschwulst auf Hormone anspricht.


    Das Ergebnis war... erfreulicherweise... Chemo nicht sinnvoll.


    LG Johanna

    „Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.“ :)

    Einmal editiert, zuletzt von Saphira ()

  • Liebe Johanna,
    man das freut mich jetzt aber auch ein bissel,find ich klasse das es doch etwas sinn macht, ich weiss ja da spielen einige faktoren ne rolle,aber ich find auch das wir menschen das recht haben aus allem zu schöpfen wenn möglich.....
    Danke für deinen beitrag......
    Bis dahin Toscha

    Ohmmmmmmm,ich bin ein Glückskeks... 8| ....... 8o

  • Hallo Toscha . Gutes Thema. Bei mir wurde der upa/paar Test gemacht. Mein Tumor war ein g2 ohne Befallen des sentinentel Lymphknoten. Das Brust Zentrum ( und ich War in einem ganz kleinen ) hat den Test von sich aus veranlasst. Ich musste nichts selber zahlen. Ich bin froh um den Test da es bei mir nicht sicher war ob die Chemotherapie was bringt. Es wurde eine Chemotherapie gemacht und da es sich um schnell teilende Zellen handelt War diese hoffentlich effektiv. Auf jeden Fall senkt die Chemotherapie meine Rückfall Quote und dafür habe ich sie gern gemacht.einfach mal im Krankenhaus fragen ob diese test dort gemacht werden. Ich wurde ohne Nachfrage vom Krankenhaus angesprochen. Ich finde alles sinnvoll was uns weiter bringt zumal die kosten nicht immer auf uns zurück fallen. Eigentlich sollen diese Tests herausfinden für wen die Chemotherapie nichts bringt weil es langsam wachsende Zellen sind.daher hat auch die Krankenkasse etwas von diesen test da sie unter Umständen viel Geld für die Chemotherapie spart.und mir gibt er die Sicherheit das die Chemotherapie der richtige Weg war. LG petra

    Begene dem Unvermeidlichen mit Gelassenheit. :P

  • Hallo zusammen,


    bei mir wurde auch der Oncotype durchgeführt; die Tumorparameter haben bei mir gegen Chemo gesprochen, das Einzige was unter Umständen dafür sprach war, dass ich noch relativ jung bin. Meine Krankenkasse hat per Einzelfallentscheidung die Kosten des Tests übernommen; ansonsten wäre ich auch in die Studie aufgenommen worden. Aufgrund des Testergebnisses habe ich keine Chemo bekommen.

  • Auch mir hat der Oncotype-Test die Chemotherapie erspart. Mich hat der Test psychisch sehr entlastet, dass ich nichts versäume wenn ich keine Chemo bekomme, sprich, dass mir die Chemo keinen Vorteil gebracht hätte.
    Ich denke auch ein Arzt tut sich leichter den Verzicht auf Chemo zu empfehlen, wenn ein solcher Test im Hintergrund steht. Denn bei einem Rückfall will er eine Argumentation in der Hand haben, warum er die Chemo eben nicht verschrieben hat.
    Bei mir hat es die Kasse die Kosten nicht übernommen, wir haben einen Selbstbehalt von 150 EUR bezahlt. Das war mir der Test wirklich wert.


    LG Schneeglöckchen

  • Hallo,
    mein lubulärer Brustkrebs (G3, ER positiv 99%, PR positiv 99%, Her2neu negativ, Ki-67 35%, fokal 50%) wurde schnell operiert, nachdem die Untersuchungen ergaben, dass Tamoxifen mir helfen wird. Die behandelnde Ärtzin lehnte den Oncotype-Test ab (ich habe nach diesem Test direkt gefragt, hatte viel über Google gelesen). Ihre Begründung: da ich erst 45 Jahre alt bin, ist eine Chemo prophylaktisch immer angesagt.
    Da ich nach der OP (keine Lymphknoten befallen) Zeit bis zur Chemo hatte, habe ich mir an einer Uniklinik eine 2. Meinung eingeholt.
    Die dortige leitende Ärztin vom Brustzentrum las sich meine Akte durch, runzelte die Stirn und fragte direkt, warum dieser Test nicht bei mir gemacht wurde!?! Ich habe den Test nicht bei ihr erwähnt....
    Bei meinen Werten wäre dieser Test theraphieentscheident und Sie hat mir dringend zu diesem Test geraten. Kosten sind mir keine entstanden, obwohl meine BKK abgelehnt hat.
    Der Test ergab einen Score von 7. Eine Chemo wäre laut Ärztin nicht erfolgreich und Sie hat mir von einer Chemo abgeraten. Die Strahlentherapie ist nun vorbei und ich beginne mit Tamoxifen. Ich hoffe, dass mein Vertrauen in diese Ärztin gerechtfertigt ist. Natürlich habe ich große Angst, dass irgendwo in mir wieder der Krebs entsteht oder Metastasen sich bilden. Dann hätte ich wohl doch besser eine Chemo gemacht? Wem kann ich vertrauen, wer hat Recht- oder Unrecht?

  • Hallo Sassi,
    hör auf zu grübeln! Wenn der Oncotype ein Ergebnis gebracht hat, aufgrund dessen die Ärzt von einer Chemo abgeraten haben und dein Bauchgefühl diese Entscheidung bestätigt hat, war das so richtig. Die Entscheidung ist getroffen, du kannst sie nicht mehr ändern. Und selbst wenn der Krebs wiederkommen sollte, heißt das ja nicht, dass eine Chemo das verhindert hätte. Ich habe mir sehr sehr lange den Kopf zerbrochen, ob Chemo oder nicht, war eigentlich dagegen, aber als ich das Ergebnis des Endopredict in der Hand hielt, hat mein Bauch ganz klar JA zur Chemo gesagt. Entscheidung getroffen und somit die richtige für mich.
    Alles Gute!

  • Ihre Begründung: da ich erst 45 Jahre alt bin, ist eine Chemo prophylaktisch immer angesagt.

    Liebe Sassi,
    diese Begründung verstehe ich nicht so ganz. Meinte sie damit, dass grundsätzlich bei einer Frau in deinem Alter eine Chemo prophylaktisch sein sollte, oder hatte das mit deinen speziellen Tumoreigenschaften zu tun?
    Ich bin auch erst 46, und bei mir hat die Tumorkonferenz keine Chemo empfohlen. Allerdings wurde dazu kein Test gemacht, die haben das anhand der Eigenschaften des Tumors entschieden. Und ich bin sehr froh darüber.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Hallo Nordlicht, das erste Brustkrebszentrum hat diesen Test als Unsinn und bei meinem Alter + meiner Tumorarten die Chemo zwingend erforderlich empfohlen. Die 2. Meinung in einem anderen Brustkrebszentrum empfahl erst den Test: und riet dann von der Chemo ab. Diese würde mehr schaden als nützen in meinem Fall.
    Hallo lottamuc, ich vertraue der Ärztin sehr. Doch es gibt so viele negative Berichte über diesen Test und seinen Nutzen. Warum sollten die Kassen nicht 3.500,-€ übernehmen, wenn statt dessen die teure Chemo erspart bleibt? Warum sind diese Tests nicht allgemein anerkannt und werden nicht in allen Brustkrebszentren bei bestimmten Tumoren durchgeführt?
    Vielleicht haben in diesem Forum auch andere Frauen diese Unsicherheit?
    Liebe Grüsse von Sassi

  • Liebe Foris,


    die Cheomsensitivitätstests sind bisher nicht zugelassen, da noch nicht abschließend beurteilt werden kann, ob sie tatsächlich so aussagefähig sind, wie es dargestellt wird. Und so lange keine eindeutige Datenlage vorhanden ist, werden die Tests nicht offiziell zugelassen und somit auch von den Krankenkassen zumeist nicht finanziert.


    Mehr dazu findet Ihr übrigens auf der Homepage des Krebsinformationsdienstes unter https://www.krebsinformationsd…pie-wirkung-resistenz.php (bitte ein bisschen runterscrollen). Wenn Ihr nähere Erläuterungen dazu möchtet, könnt Ihr Euch gerne telefonisch oder per Mail an den KID wenden.


    Liebe Sassi,


    mit Deiner Angst, dass der Krebs wiederkommen könnte, bist Du nicht alleine. Die haben die meisten von uns - egal ob sie das "volle Programm" (also Chemo, Bestrahlung und AHT) erhalten haben oder ob "nur" Bestrahlung und AHT nötig waren. Weder wir noch unsere Ärzte können in unsere Zukunft schauen (das ist auch gut so) und so bleibt uns Betroffenen leider keine Wahl als zu versuchen, mit unserer Angst zu leben. Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, dass sie kleiner wird, je länger ich gesund bin.


    Viele Grüssles



    Saphira

    Mitglied des Moderatoren-Teams

    Einmal editiert, zuletzt von Saphira ()

  • Oncotype Recurrence Score 27 - keine Chemo


    Hallo Miteinander,

    seit gestern habe ich meinen Score, leider nicht wie erhofft mit einem geringen Rückfallrisiko sondern mit einem mittlerem Risiko eher im oberen Bereich.

    Errechnet wurde bei mir Tam alleine: 5-Jahres Rückfallrisiko oder Mortalität 16 % - Tam und Chemo 13 %. In Absprache mit der Ärztin habe ich nun für mich entschieden, dass die 3 Prozentünktchen für mehr Sicherheit mir nicht reichen, um die Chemo durchzuziehen = Strahlentherapie und Tam. Wer von euch hat ähnlich entschieden und kann mir berichten, wie es sich damit lebt. Liebe Grüße Sabsi

  • Liebe Sabsi,

    ich kann deine Entscheidung gut verstehen. Ich musste eine solche Entscheidung glücklicherweise nicht treffen, hatte aber im Vorfeld durchaus darüber nachgedacht, welche Prozentpunkte mich dazu bewegen könnten, mich für eine Chemo zu entscheiden. Bei deinen Werten hätte ich mich auch dagegen entschieden.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Ich habe keinen Oncotype oder ähnliches gemacht. Nach der ersten OP wurde ich wegen der befallenen Wächter in die Gruppe mit höherem Risiko eingestuft und bekomme jetzt das volle Programm (Chemo, Bestrahlung, AHT).


    Ich finde es aber gut, dass es die Möglichkeit gibt und man sie nutzen kann, sich für oder gegen etwas zu entscheiden. Und 3% Differenz scheint mir auch nicht so viel zu sein. Weniger wäre besser, da man sich dann sicher leichter entscheiden könnte.


    16% hört sich da schon beängstigender an. Aber bei Statistiken ist es ja so, dass man niemals weiß, auf welcher Seite man steht. Ich wünsche dir von Herzen, dass es die 84%ige Wahrscheinlichkeit ist, nix wieder zu erkranken, die bei dir zum Tragen kommt.

    LG, Angi ;)


    Man muss die Schuld auch mal bei anderen suchen.

  • Mittwoch geht es los mit der Bestrahlung. Hypofraktioniert in 16 Sitzungen. Ich hoffe, dass es das dann war und ich hoffentlich zu den 84 % gehören werde. Ich mache jetzt in der Woche 5 Stunden Ausdauertraining und Kraftsport und futter zudem auf Empfehlung meiner FÄ Equ. Abwarten....

    Danke für euren Zuspruch :-)

    Einmal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Name des frei verkäuflichen Mittels entfernt

  • Mein Endopredikt Test ist im Brustzentrum

    angekommen.

    Morgen früh um 11.00 Uhr habe ich Termin

    Ich kann es nicht ändern, aber mir ist übel

    Vor Angst .

    Bin doch psychisch ganz schön angeschlagen, nach wochenlanger Wartezeit

    Meine OP war schon am 4.9.

  • Liebe Ghetta,

    Das schaffst du. Alle Daumen sind gedrückt :thumbup::thumbup::thumbup:

    Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu sein ( Mark Twain)

  • Ghetta :hug: toi toi toi :!:

    Mach dir mal einen guten Kaffee jetzt und tief durchatmen. Die Angst kann dir leider keiner abnehmen, die ist aber auch normal. Versuch heute mal noch irgendwas zu tun, was dich ein bissel ablenkt, morgen wird sie wieder da sein, das reicht. Du schaffst das, wir können dich ja begleiten um 11 und dich stärken und stützen, dann ist die Angst auf ganz vielen Schultern verteilt:*.

  • Liebe Ghetta,

    das warten ist das schlimmste, war bei mir natürlich auch so .Aber ich hab mir immer

    wieder gesagt, dass ich das jetzt nicht ändern kann und da durch muß.An den Tagen selber , ob Befund oder Chemo ging es mir dann wieder einigermaßen, da es voran ging und ich dann schneller fertig mit allem bin.

    Ich drücke Dir die Daumen👍dass alles positiv verläuft.


    Liebe Grüße Giecher