Brustkrebs - nun hat es mich auch erwischt

  • Hallo an Alle,


    schön, dass es dieses Forum gibt.


    Ich bin 64 Jahre alt, Alterrentnerin und leidenschaftliche Musikerin. Niemals im Leben hätte ich mit Brustkrebs gerechnet. Aber beim letzten Mammografie-Screening wurde ein Tumor gefunden, ich wurde wieder einbestellt und es wurde nach der Ultraschallbestätigung auch gleich eine Probe entnommen.


    Am 23. Juni bin ich operiert worden. Ich hatte großes Glück. Der Brustkrebs ist nur 16 mm groß, keine Lymphknoten befallen und hormonrezeptorpositiv.


    Nie gedacht hätte ich, wieviel Angst an dieser Diagnose Krebs hängt. Ich hatte teilweise regelrechte Angststürme, obwohl alle Ärzte mir sagen, meine Prognose sei sehr gut.


    Jetzt sitze ich gerade an der Ostsee in unserem Wohnwagen und erhole mich. Unglaublich, dass so ein eigentlich kleiner Eingriff mich so mitgenommen hat. Mein persönlicher kleiner Kurplan sieht viel schlafen vor, meditieren, lesen und Wanderungen durch die Natur machen.


    In zwei Wochen geht es mit der Bestrahlung los, ich hoffe, dass ich bis dahin so weit erholt bin, dass ich nicht zu müde dadurch werde. Glücklicherweise ist die strahlenmedizinische Einrichtung nur 500 m von uns entfernt.



    Ich freue mich schon auf den Austausch :)


    Viele Grüße von der Ostsee,


    die Musikantin

  • Liebe Musikantin,
    herzlich Willkommen in diesem schönen, informativen Forum.
    Ich bin Musikerin von Beruf und deshalb hat mich dein nickname gleich neugierig gemacht. Toll, dass du Musik machst.
    Was für ein Instrument spielst du?
    Ich nehme an, dass du schon den Befund nach der OP erhalten hast und dass die Tumorkonferenz schon war und dass du
    keine Chemo brauchst, weil du davon nichts schreibst. Das ist doch super.
    Dein Tumor war klein, keine LKs befallen, und du bist hormonrezeptorpositiv. Mit einem Mamma Ca kann man fast keine
    bessere Prognose haben, das haben dir bestimmt die Ärzte auch schon gesagt.
    Trotzdem ist die Diagnose ein Schock, wir alle kennen das alle. Es ist nichts mehr, wie es war.
    Das Wort Angststürme finde ich sehr gut, das trifft die Sache. Wie hast du das überstanden? Hattest du Hilfe von einem
    Psychoonkologen?
    Dass du keine Reha bzw. AHB machst, kann ich verstehen, das hätte ich auch nicht gemacht, wenn ich keine Chemo
    bekommen hätte. Das klingt toll: Ostsee, Wohnwagen, meditieren, lesen, wandern, hey, ich komme auch!
    Ich wünsche dir eine gute Erholung bis zur Bestrahlung, die wirst du dann auch noch wuppen, wir Musiker sind hart im
    Nehmen ;)
    Sei ganz lieb gegrüßt und gedrückt von mama63

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich
    (Afrikanisches Sprichwort)

  • Liebe Musikantin,


    herzlich willkommen bei uns im Forum. Schön, dass du dich angemeldet hast!
    Den ersten Schritt, deine OP, hast du schon überstanden. Und jetzt gönnst du dir eine Auszeit an der Ostsee.
    Deine "Angststürme" sind ganz normal, es braucht Zeit so eine Diagnose zu verarbeiten.
    Wenn du hier ein bisschen rumstöberst wirst du feststellen, dass es vielen so ergangen ist. Vielleicht findest du den einen oder anderen brauchbaren Tipp für dich, und vielleicht hilft dir ja auch die Musik. Für mich ist Musik hören und selbst Musik machen immer sehr "heilsam".


    Für deine Strahlentherapie wünsche ich dir jetzt schon alles Gute und möglichst wenig Nebenwirkungen!


    Viele Grüße
    Ally

  • Hallo Musikantin,
    ich begrüße dich herzlich hier im Forum. Schön das du zu uns gefunden hast.
    Du hast ja schon einen guten Teil der Behandlung hinter dir. Gut das du keine Chemo brauchst das blieb mir auch erspart.
    Für die anstehende Bestrahlung wünsche ich dir alles Gute.
    Schöne Grüße von der Ostsee
    Keinohrhase :hug:

  • Auch von mir ein herzliches Willkommen und schön, dass Du Dich hier angemeldet hast. Fühle Dich hier wohl, soweit
    virtuell möglich, stöbere und lies hier in den Threads . Auch wenn einem gesagt wird dass die Heilungschancen gut ist ,
    oder der Befund so gut ist , dass man " Glück " gehabt hat , löst die Diagnose Krebs Angst in Einem aus . Das ist ganz
    normal und wenn die Angst zu stark wird und sie Dich dominiert , nimm psychoonkologische Hilfe in Anspruch. Krebs
    wird immer als lebensbedrohlich empfunden, mehr noch als andere Krankheiten. Zum Glück ist auch Krebs , insbesondere
    Brustkrebs heute gut behandelbar und es eröffnen sich zunehmend mehr Möglichkeiten. So kann man heute damit , wie
    mit einer anderen chronischen Erkrankung leben. Aber das weiss man ja vorher nicht und deshalb hat man auch Angst.
    Du wirst sehen , die Angst tritt zunehmend in den Hintergrund.


    Du hast ja schon ein Teil der Behandlungen hinter Dir . Ich finde es super dass Du dich jetzt erstmal etwas erholst. Dann
    kannst Du die Bestrahlung mit voller Kraft angehen. Dafür wünsche ich Dir alles Gute und wenig Nebenwirkungen.
    Wie schön dass Du keine Chemo brauchst. Das ist heutzutage auch eine neuere Erkenntnis, früher war das undenkbar.
    Wenn Du Fragen hast, stelle sie. Einer liest immer mit und bis zur Antwort dauert es nicht lange.
    LG alesigmai52
    PS: Musik ist etwas so schönes . Habe erst vor kurzem durch die Erkrankung zu einem neuen Hobby gefunden.
    Habe mich einem Chor angeschlossen und singe dort mit. Das macht mir sehr viel Freude, auch wenn ich noch da vieles
    lernen muss, denn ich hatte mich bisher mit Musik garnicht gross befasst.

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von alesigmai52 ()

  • Liebe Musikantin,


    na wir hätten uns auch woanders über den Weg laufen können . Ich wohne auch an der Ostsee ;-).
    Als ich meine Diagnose hörte war ich total panisch. Das hat sich erst langsam gegeben und auch
    jetzt in stillen Stunden überkommt mich fürchterliche Angst - obwohl meine Prognose auch sehr gut ist.
    das gehört wohl dazu.


    Alles Gute und liebe Grüße, Suse

  • Herzlichen Dank für euer warmherziges Willkommen ^^ .


    Es tut so gut zu hören, dass es euch auch teilweise so ergangen ist mit der Angst. Sie tritt gerade etwas in den Hintergrund. I


    Ich habe nach einigen Jahren Pause in der letzten Woche wieder angefangen zu walken. Es tut mir richtig gut und ich mache es fast jeden Tag.


    Mama63, ich bin Kirchenmusikerin und spiele außerdem Querflöte und Bratsche. Gerade frage ich mich, ob ich ein Probenwochenende mit der Bratsche während der Bestrahlungszeit zusagen kann. Mein Brustkrebs war auf der linken Seite. Das heißt, die Schulterstütze liegt auf dem Bestrahlungsfeld auf. Ob das wohl geht nach drei Wochen Bestrahlung?


    Danke dass ihr da seid,


    die Musikantin

  • Leibe Musikantin,
    hey, dann bist du ja auch Berufsmusikerin!
    Also ich kann nur von den Erfahrungen mit meinen Bestrahlungen berichten, und da muss ich sagen, wenn du so wenig NWs
    hast wie ich damals, kannst du das Probenwochenende locker zusagen.
    Also mit der Haut hatte ich null Probleme, ich hab allerdings auch immer fleißig gepudert.
    Das Strahlenfeld sollte ja sowieso auf der Brust liegen, und so weit kommt die Schulterstütze der Bratsche ja
    normalerweise nicht runter.
    Das einzige Problem während der Bestrahlung war die Müdigkeit, die ich vor allem abends in den Knochen hatte.
    Weißt du, so richtig müde, dass man nur noch sein Lieblingsnachthemd anziehen und ins Bett fallen möchte :sleeping:
    Aber sonst gings mir echt gut.
    Liebe Grüße von mama63

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich
    (Afrikanisches Sprichwort)

  • Liebe mama63,
    das klingt ja echt ermutigend! DAs Probenwochenende ist für 2 Orchester-Konzerte, die ich schon gern mitspielen würde, eines davon in Schwerin.


    Ich werde die hypofraktionierte Bestrahlung (15 Sitzungen mit insges. 40 Gr) bekommen, dann wird vielleicht/hoffentlich die Müdigkeit nicht ganz so schlimm sein.


    Ich habe 6 Tage nach meiner Op schon wieder im Orchester geprobt und hatte überhaupt keine Probleme, dank der SN-Entfernung. 3 Tage später hatten wir ein Konzert.


    Was spielst du denn für ein Instrument?


    Herzliche Grüße in die Pfalz,
    die Musikantin




    Liebe Suse

    Ich wohne auch an der Ostsee ;-).


    in welcher Gegend bist du denn zu Hause, wenn du es schreiben magst? Das wäre doch toll, sich persönlich zu treffen ^^



    Herzliche Grüße aus der Lübecker Bucht,


    die Musikantin