Pro und contra Hormonblocker (Tamoxifen)

  • Hallo Blaumary!


    Ich nehme Tamoxifen seit Mitte März ( und davor wegen einer längeren Chemo-Pause ca. 3 Wochen lang) und habe kaum Nebenwirkungen. Ich bin 69 Jahre alt, habe den Wechsel längst hinter mir und es sind auch keine diesbezüglichen Beschwerden aufgetreten. Allerdings habe ich 2 kg zugenommen und zeitweise leicht geschwollene Knöchel, was sich aber durch Lymphdrainage sehr gebessert hat. Ob die Ödeme durch das Tam. oder die 17 herausoperierten fehlenden Lymphknoten bedingt ist, weiß ich natürlich nicht. Ich fühle mich mit Tam. gut. Ich nehme es allerdings außerhalb der normalen Indikation bei einem serösen Endometriumcarcinom, bei dem seltsamerweise Hormonrezeptoren nachgewiesen worden sind- laut Literatur ist so etwas Hormon-unabhängig.


    Alles Gute Gerda

  • Hallo Cara_caro,

    Du hattest nach meiner Tumorbiologie gefragt:

    Meinst Du damit all das, was unter Diagnose: steht oder meinst du damit die Histologie?

    Unter Diagnose:

    Mammakarzinom links (50 % lobulär, ca 50 % muzinös/mikropapillär) oben zentral cT (1,7cm), (TNM wird nach Histo ergänzt), Östrogenrezeptor (/12 positiv, Progesteronrezeptor 0/12 negativ, HER-2/neu-Status 0 negativ, Proliferationsfaktor 10 %, postmenopausal, Karnofsky-Index 100 %

    Unter Histologie heisst es: invasiv - ca 50 % lobulär, ca 50 % muzinös/mikropapillär, Randbildend nach medial, kaudal, dorsal und kranial.

    LG

    Blaumary

  • Ich nehme Tamixofen seit rund einem Jahr - meine anfängichen Ängste haben sich nicht bestätigt, ich vertrage es ganz gut. Unangenehm sind die extremen Wallungen, die bei mir in Zyklen auftreten. Dauert immer ein paar Wochen, dann ist wieder für ein paar Wochen Ruhe, dann kommen sie wieder. Leider habe ich festgestellt, dass Alkohol und Kaffee die Schwitzattacken deutlich verschlimmern. Eine ungute Erkenntnis... :) Ich bewege mich sehr viel und versuche - wie mir geraten wurde - viel zu trinken. Meine Schwester hat auch fünf Jahre lang Tam genommen und hatte ebenfalls kaum Beschwerden. Ich schreibe euch das, um jenen Hoffnung zu machen bzw. die Ängste zu nehmen, die gerade am Anfang stehen.

    Liebe Grüße! Rosa25

    Hallo Rosa25,

    ich habe mit dem Tamoxifen noch nicht angefangen, demnächst beginnt ja erst mal meine Strahlentherapie. Aber die Wallungen habe ich jetzt auch schon ab und an. Ich muss aber erwähnen, dass bei mir der Wechsel schon mit Anfang 40 angefangen hat. Da das damals beileibe nicht die einzigen Symptome waren, war ich von diesem Zeitpunkt ab regelmäßig in Behandlung. Deine Beobachtungen, dass Kaffee und Alkohol die Schwitzattacken verstärken, kann ich nur bestätigen.

    Ich bewege mich auch viel, auch wenn mir im Moment, ca 14 Tage ist die Brust OP jetzt her, nur Walken erlaubt ist. sonst ist mir ja grade jeglicher Sport verboten.

    Ich wäre sehr froh, wenn ich, wenns dann soweit ist, das Tamoxifen ebenso gut vertragen würde, wie Du jetzt.

    Dein Beitrag macht mir auf jeden Fall Hoffnung:)

    LG

    Blaumary

  • Liebe Mareeni,


    Ich soll nächste Woche mit dem Tam beginnen, parallel zur Bestrahlung. Ich habe auf Grund einer damals geplanten studienteilnahme, bereits im Dezember 19 schon Mal für 3 Wochen Tam genommen. Mir wurde empfohlen es abends zu nehmen, um die NW wie Hitzewallungen oder Unruhezustände zu verschlafen. Ich bin damals sehr gut damit gefahren. Allerdings kann ich auch nicht sagen ob ich schon NW nach 3 Wochen verspürt habe, da sich der Spiegel im Blut ja erstmal aufbauen muss. Und ich kann mir gut vorstellen, dass dies länger wie 3 Wochen dauert. Aber ich werde sie weiterhin abends nehmen.


    Aber Schwarmwissen könnte ich auch gebrauchen. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Tam parallel zur Bestrahlung oder lieber erst nach Ende der Behandlung. Ich bin da noch etwas unsicher wie ich mich entscheiden soll... Ich bekomme auch noch für 2 weitere Jahre zoladex.

    LG Knutschkugel84

  • Liebe Knutschkugel84 ,


    Ich habe TAM schon eine Woche vor der Bestrahlung angefangen. Irgendwie war mir das lieber, da mein Tumor extrem hormonabhängig war.

    Aber ich hatte auch wirklich keine Beschwerden während der Bestrahlung. Es war nur lästig da jeden Tag für 3 Minuten hin zu müssen.

    Aber meine Gyn, der Strahlenarzt und die Onkologin waren alle der Meinung, dass ich auch nach der Bestrahlung hätte anfangen können. Die 5 Wochen wären nicht entscheidend.


    Ich nehme die Tablette vormittags, denn wenn ich sie abends nehme, dann habe ich am nächsten Tag fürchterliche Rückenschmerzen. Ich habe das jetzt schon ein paar mal gewechselt und ausprobiert (ich nehme TAM ja jetzt schon 2 1/2 Jahre) und es war immer das gleiche.


    Ich wünsche dir für deine Bestrahlung alles Gute, liebe Grüße Anja 🍀

  • Liebe Annilein ,


    danke für das teilen deiner Erfahrung. Ich bin halt auch unsicher, weil mir morgen noch ein Zahn gezogen werden muss, so wegen Wundheilung und so. Aber auch da meinte der strahlenarzt, das wäre alles kein Problem. Zahn + Tam + Bestrahlung. Dann werde ich wohl Mal starten. Ist ja meine Lebensversicherung 😉. Wie ist es dir denn die letzten 2,5 Jahre mit Tam ergangen, so nw-technisch? Ich werde dann auch Mal rumprobieren mit den Einnahmezeiten.

    LG Knutschkugel84

  • Danke @Knutschkugel für deine Erfahrungen!!!! Toi toi toi für deine Bestrahlung!!!! Ich denke an dich.


    Da ich ja keine Tabletten schlucken kann, halbieren ich die Tablette (darf man) und lege immer ein Stück auf ein löffel mit Joghurt. Meint ihr das beeinflusst die Wirkung? Wegen dem Joghurt?

  • Hallo zusammen,


    Mareeni ich denke nicht, dass es da eine Beeinflussung gibt. Man soll die Tabletten ja auch zu einer Mahlzeit einnehmen, da ist es ja sicherlich egal, ob sich die Tablette schon auf dem Löffel mit dem Essen mischt, oder erst im Magen..


    Ich hätte da auch noch eine Frage zum Thema Tam: Da ja empfohlen wird die Tablette abends zu nehmen, habe ich das bis jetzt auch so gemacht. Nun ist es so, dass ich dadurch furchtbar schlecht schlafe. Daher wollte ich mal versuchen sie eher zu nehmen. Muss ich dabei etwas beachten, wenn ich die Einnahmezeit ändere?

    Ein weiterer Grund für die abendliche Einnahme war, dass ich morgens meine Schilddrüsentablette nehmen muss und ich mir dachte, dass es evtl. besser ist, beide Tabletten in einem möglichst großen Abstand einzunehmen. Ich hab mir das wie gesagt nur so für mich überlegt und das von keinem gesagt bekommen. Evtl. hat dazu ja auch jemand Erfahrung mit, weil ja viele Frauen eine Schilddrüsenunterfunktion haben.


    Schöne Grüße

    Brienne

  • Hallo BrienneVonTarth

    Ich hatte auch erst Tam abends genommen mit dem schlecht Schlafen kam ich auch nicht zu recht, dann auf morgens zu allen anderen Tabletten umgestellt indem ich die abends am nä Morgen genommen habe . Zu L Thyroxin zu Blutdrucktabletten zu Betablocker zu Pantoprazol zu Equinovo , scheint alles kein Problem zu sein , SD Werte okay, Blutdruckwerte okay, Endoxifen-Tamoxifenwerte im Blut okay VG SONNE70

    Ich wünsche Dir alles Gute

  • Hallo BrienneVonTarth ,

    Auch ich nehme morgens

    L-Thy... , betablocker, equi...,

    Anastrozol und ass.

    Abends simvas.... , betablocker und equi.

    Pantro.... habe ich gegen heilerde getauscht.

    Bekommt mir und somit ein Medikament weniger.

    Das mach ich jetzt seit einem Jahr und es funktioniert.

    Herzliche Grüße Narja

  • Liebe Knutschkugel84 ,

    das mit TAM und Zoladex hatte ich auch so. Ich hab mit beidem angefangen und hatte am gleichen Tag meine erste Bestrahlung. Ich hatte damit keine Probleme. Nach 3 Wochen hatte ich auch noch keine Problem. Die fingen bei mir erst nach 3 Monaten an. Auch die Bestrahlung habe ich gut überstanden. Ich habe mit TAM wirklich viel Experimentiert, da ich die Tabletten erst Morgens einnahm > schlimme Hitzewallungen, Stimmungschwankungen. Nach ca. 6 Monaten hab ich auf Abends umgestellt (ca. 18 Uhr) > konnte nicht mehr einschlafen. Ich war mir dann nicht sicher was schuld war > das TAM oder das Zoladex?? Hab dann das TAM wirklich erst eingenommen als ich ins Bett bin (meistens gegen 22 Uhr). Nach 7-9 Monaten habe ich ca. 16kg zugenommen. Nur Wasser. Aber das innerhalb von Wochen. Man konnte sehen wie ich immer runder wurde.

    Pro Tipp meinerseits: am besten komplett auf Alkohol verzichten da dass das Ganze sehr begünstigt hat. Aber mit 25 will man halt iwann auch wieder feiern gehen ^^

    Ab Monat 6 der TAM-Zoladex-Kombi hatte ich schlimme Depressionen. Ich hab versucht das ganze durchzuhalten, aber ich hab das Zoladex nach einem Jahr abgesetzt. Das TAM hab ich jetzt nach 4 Jahren abgesetzt (5 Jahre sind empfohlen) > alles natürlich in Absprache mit meinem Brustzentrum und meinen Onkologen.

    Mein persönliches Fazit: ich habs versucht und einen Teil geschafft. Ich bin mit der Entscheidung auch glücklich. Und das ist es was auch zählt.


    Liebe BrienneVonTarth ,

    das mit deinen Tabletten kann ich Dir nicht beantworten, aber wie bereits oben geschrieben hat mir die Einnahme kurz vor dem zu Bett gehen sehr geholfen. Ich hatte vorher auch viele Schlaflose Nächte. Aber je schneller man nach der Einnahme von TAM wegpennt, desto besser ;)


    LG Mäusel

    Denke nicht so oft an das, was dir fehlt,
    sondern an das, was du hast!

  • Hallo zusammen,

    ich habe seit gestern endlich meinen Arztbrief von der Tumorkonferenz, aus dem hervorgeht, dass ich nach Ende der Bestrahlungen ein Medikament aus der Gruppe der Aromatasehemmer Upfront für die Dauer von 5 Jahren einnehmen soll.


    Ich weiss noch nicht, ob ich dann Levotrol oder Anastrazol verordnet bekomme.


    Ich habe aus meinem letzten Gespräch bei meiner Frauenärztin entnommen, dass für sie nur Tamoxifen in Frage kommt. Ich schliesse daraus, dass sie mit den Aromatasehemmern nicht so viel Erfahrung hat.


    Könnt Ihr aus Eurer Erfahrung sagen, ob die zusätzliche Betreuung durch einen gynäkologischen Onkologen bzgl. der Aromatasetherapie Vorteile bringt?

  • Liebe Knutschkugel84


    Ich habe mit der Antihormontherapie erst nach der Bestrahlung angefangen.

    Dies wurde mir auch bei meinem Tumor so empfohlen!

    Der Strahlentherapeut sagte auch, dass ja eine NW beim Tam... vermehrtes Schwitzen sein könnte und dies wegen den Markierungen/Pflastern dann sehr ungünstig sei und Hautprobleme z.B. unter der Brust begünstigt werden könnten.

    Zudem könnte man NW von der Strahlentherapie bzw Antihormontherapie nicht auseinanderhalten.

    Das fand ich sehr gut erklärt und war damit einverstanden.


    Liebe BrienneVonTarth

    Mein Gynäkologe sagte, ich könnte das Tam... ohne Probleme mit der L-Thy...morgens einnehmen.

    Habe mich aber für den Abend entschieden, da ich dachte, wenn doch NW kommen sollten verpenne ich diese ^^


    Liebe Mareeni


    Ob ein Joghurt die Wirkung beeinflusst, glaube ich nicht. Ich esse direkt nach der Einnahme zu Abend.

    Ruf vielleicht mal in deiner Apotheke an. Die sollten es ja wissen :)


    Liebe Grüße

    Din79

  • Liebe Mäusel91


    Danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich werde auch versuchen beides so lange wie möglich durchzuhalten. Die NW sind ja bei jedem anders. Sind nach dem Absetzen des zoladex deine Depressionen zurück gegangen oder gar komplett verschwunden. Ich bekomme zoladex schon seit 6 monaten wegen der Chemo. Bis jetzt bin ich, bis auf die üblichen Hitzewallungen gut damit gefahren. Aber im Zusammenspiel mit Tam kann sich das ja auch ändern.


    Liebe Din79 ,


    Auch dir recht herzlichen Dank für deine Schilderung. Und auch das ergibt Sinn für mich. Mein onko und mein strahlenarzt sind sich da einig, dass ich Tam parallel zur Bestrahlung nehmen kann. Also ist es wie so oft, man muss seinen eigenen Weg finden, den man am besten für sich vertreten kann.


    LG Knutschkugel84

  • Ein herzliches Hallo in die Runde.. wer von Euch hat davon gehört dass sichergestellt werden soll ob Tamoxifen vom Körper ausreichend zu Endoxifen verstoffwechselt werden muss um überhaupt zu wirken. Gibt es dazu einen Bluttest der das überprüft u wer macht diesen Bluttest? Danke u lg pure