Pro und contra Hormonblocker (Tamoxifen)

  • Liebe Amberbaum,


    sich für oder gegen eine AHT zu entscheiden ist sicherlich nicht leicht.


    Wenn Du mehr über Erfahrungen mit dieser Therapie wissen möchtest, dann schau doch mal in die schon bestehenden Threads "Hemmeraustausch" - das etwas andere Tagebuch zum Mitschreiben und Tamoxifen . Dort wurde schon vieles geschrieben. Dabei solltest Du aber immer bedenken, dass Frauen, die wenig Probleme mit der Therapie haben, auch nicht in Foren schreiben. Von denen hörst Du also normalerweise wenig.


    Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Entscheidung.


    Herzliche Grüssles



    Saphira

  • Liebe Elke,


    danke, dass du diesen Gesprächsfaden eröffnet hast :) .


    Genau mit dieser Frage schlage ich mich zur Zeit auch herum. Auch bei mir wurde der Brustkrebs superfrüh entdeckt.


    Während meiner natürlichen Wechseljahre (ich bin 64J. alt) ist es mir sehr schlecht ergangen, vor allem die Schlafstörungen haben zu einem scheußlichen Burnout geführt, von dem ich mich letztlich nie ganz erholt habe. Meine Leistungsfähigkeit ist immer deutlich eingeschränkt geblieben.


    Erst seit ich letztes Jahr vorzeitig in Rente gegangen bin, fühle ich mich einigermaßen normal. Aber einige Nächte mal nicht gut geschlafen und ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst.


    Für mich ist die Lebensqualität schon ein sehr wichtiger Faktor. Ich habe ja schon aufgrund meines Alters nur eine begrenzte Überlebenszeit. So eine schreckliche Zeit wie damals möchte ich nicht für einen evtl. geringen Gewinn in Kauf nehmen.


    Inzwischen habe ich eine Menge Studien gelesen (meine Ärztin hat mir die Links gegeben), die natürlich belegen, dass mit AHT die Rückfallrate um einiges geringer ist. Wenn man allerdings die Überlebensrate ansieht, wird der Unterschied schon weniger deutlich.


    Meine Ärztin ist sehr für die Antihormontherapie. Ich habe noch keine Entscheidung getroffen, tendiere aber deutlich dazu, die nicht zu machen.


    Herzliche Grüße,


    die Musikantin

  • Welche NW du haben wirst....ob schwach oder stark, weißt du nicht und warum versucht du es
    nicht einmal…..abbrechen kannst du die Therapie jederzeit!!!!


    Liebe Ika, liebe Flora


    eure Beiträge haben mir zwischen all meinen Zahlen noch einmal neues Gedankenfutter gegeben. :read:


    Als ich mit dem Gedanken in mich hineingefühlt habe, es einfach auszuprobieren mit der Option, bei zu heftigen Nebenwirkungen wieder abzubrechen, kam ein klares Ja aus meinem Inneren, das ich vorher noch nicht gefunden hatte.


    Liebe lossi,


    deine Tapferkeit angesichts der heftigen Nebenwirkungen finde ich absolut bewundernswert. Ich könnte sie nicht aufbringen und deshalb ist mir die Option, auch aufhören zu können, besonders wichtig. Ich wünsche dir ganz doll, dass du jemand Schlaues findest, dem etwas dagegen einfällt. :hug:


    Tausend, tausend Dank allen, die etwas zu diesem Thema beigetragen haben. Ihr habt mir geholfen, meine ganz persönliche Lösung zu finden.


    Von der herrlich kühlen Ostsee,


    die Musikantin

  • Ich bin immer wieder erstaunt , über das Totschlagargument eine Gewähr gibt es nicht. Die AHT ist ein guter und wichtiger Schutz sowie IKA schon geschrieben hat.
    Jede Frau hat das Recht für sich zu entscheiden , ob sie eine Lebensversicherung abschliessen möchte oder eben nicht. Solange diese Menschen bereit sind
    klaglos die Konsequenzen ihres Handelns zu tragen, finde ich das völlig ok ! Jemand der zu der Krebserkrankung noch andere Krankheiten hat und darum die AHT nicht
    machen kann oder abbrechen muß, weil seine Krankheiten sich verschlimmern. Ich kann es verstehen !
    Verständnislos werde ich erst , wenn jemand ohne Not von vorherein alles ablehnt mit dem Satz eine Gewähr gibt es ja nicht. Tritt dann der schlimmste Fall ein wird laut geklagt.
    Das darf bei mir jeder der alles versucht hat und alles für seine Genesung tut. Das mag hart klingen, aber genauso seh ich das.
    Liebe Kaktus ... niemals würde ich mit dir über deine Entscheidung diskutieren. Es ist Deine Entscheidung, du hast dir das mit Sicherheit gut überlegt , also gibt es keine Diskussionsgrundlage. :hug:
    Ich selber ziehe meine AHT seid einem Jahr durch. Ich habe das ein oder andere an Nebenwirkungen mitgenommen. Nichts ist so schlimm gewesen , das ein Abbruch der Behandlung notwendig wäre.
    Vor mir liegen noch 7 Jahre, solange es irgendwie geht werde ich durchhalten.



    Liebe Grüße


    Fidi

    Anfangs wollt ich fast verzagen,

    und ich glaubt, ich trüg es nie,

    und ich hab es doch getragen -

    aber fragt mich nur nicht wie?

    Heinrich Heine

  • Danke für die vielen Antworten, Anregungen, Argumente dafür oder dagegen.
    Und ich möchte noch anmerken, ich will keine Therapie verteufeln oder schlecht machen, wir wissen alle, dass es hier nicht um einen Schnupfen geht.


    Und trotzdem sträubt sich in mir war, die Tabletten zu nehmen, ich hab sie schon zu Hause liegen. Ich hab auch überlegt, ob ich die Bestrahlungen machen lassen soll, hab mich aber dann dafür entschieden, weil ich weiß, dass dann die Angst mitgeht, ich es immer im Hinterkopf habe.
    Mit den Tabletten ist das anders. Wobei ich natürlich auf der Suche nach Alternativen bin, der für mich auch durchaus ein Weg ist, neben der Schulmedizin. Nur leider nicht anerkannt und die guten Alternativmediziner sind immer irgendwo, in Frankreich, Amerika oder Japan .... also nicht wirklich greifbar für mich, aber vielleicht werde ich auch noch fündig.
    So steht frau mit ihren Entscheidungen oft ziemlich alleine da, gerade wenns um schwerere Erkrankungen geht. Aber gut, das wäre Stoff für einen eigenen Thread.


    Leider oder Gott sei Dank, wie mans nimmt, bin ich die totale Skeptikerin und stehe dem ganzen nicht wirklich vorbehaltlos gegenüber. Und für mich ist das schon auch ein Argument, dass mir die Bestrahlungen und die Hormonblocker keine Garantie bieten können, dass nie wieder was ist, das streiten ja auch die Ärzte nicht ab und ich für mich schon immer wieder den Nutzen und das Risiko abwäge.


    Ich bin der Meinung jeder muss seinen Weg im Endeffekt alleine gehen, die Entscheidungen selbst treffen und auch die Konsequenzen daraus tragen. Und jeder Weg ist zu respektieren, auch wenn er vielleicht vom gängigen abweicht.


    Endgültig hab ich meine Entscheidung auch noch nicht getroffen, werde aber auf alle Fälle noch die 3 Wochen Strahlentherapie abwarten, die noch vor mir liegen und dann nochmal mit den Ärzten drüber sprechen. Die Tabletten liegen einstweilen gut in der Lade ...

  • Hallo Amberbaum,


    mir sagte mein Strahlentherapeut, dass man mit der AHT eh erst nach der Bestrahlung anfangen sollte. Ich hab die erste Tablette am letzten Bestahlungstag genommen. Hab dreimal das Medikament gewechsel und mittlerweile wegen extremer NW abgesetzt.


    Jeder muss seinen Weg finden und gehen. Ich jedenfalls fühle mich erleichtert!


    Grüßle


    rose55

  • Lieber Amberbaum Elke!


    Seit meinem BK im letzten Jahr bin ich eine eifrige Leserin im Forum, besonders wenn es um die Einnahme von Tamoxifen geht. Dein Beitrag hat mich nun dazu veranlassst, mich zu registrieren und von meinen Erfahrungen zu berichten.


    Viele von den "Mitstreiterinnen" klagen über keine und andere über wenige Nebenwirkungen. Die Aussage "Lebensversicherung" habe ich damals auch von meinem Frauenarzt zu hören bekommen. Nach intensiver Diskussion mit ihm, hat er letztendlich eingeräumt, dass es nach der 5jährigen Einnahme keine Garantie gibt, dass der hormonabhängige Krebs nicht zurückkommt. Daher kann ich auch verstehen, dass aktuell eine Verlängerung der Therapie auf 10 Jahre angeordnet wird.Aber was ist danach?


    Ich habe aufgrund der starken NW und massiver Verschlechterung der Lebensqualität dadurch (Wechseljahresbeschwerden waren noch die geringsten Beschwerden) mit meinem neuen Frauenarzt vereinbart, die Einnahme zu stoppen. Er fährt mit mir jetzt die Linie: intensivere Nach- und Vorsorge. Die aufgetretenen Probleme sind fast alle wie weggeblasen über Schlafstörungen, Depressionen, Knochenprobleme und Vieles mehr. Lediglich die schlechten Blutwerte der Leberwerte brauchen noch einige Zeit. Durch Tam habe ich mir u.a. eine beginnende Fettleber zugezogen.


    Zur Entscheidung sollte auch beitragen, ob Frau eine BET oder Mastektomie hatte. Selbst nach einer Mastektomie besteht ein Restrisiko bis zu 4 %, je nachdem wie "sauber" der Arzt gearbeitet hat.
    Sicherlich reagiert nicht jede von uns so massiv auf die Einnahme. Bei mir haben die NW bereits nach 1 Woche eingesetzt.


    Ich wünsche Dir viel Kraft, die richtige Entscheidung zu treffen.


    Liebe Grüße von Muckelchen

  • Finde ich spannend, wie da die Meinung auseinander geht. Mir hat keiner gesagt, ich solle mit Tam erst nach der Strahlentherapie beginnen ...



    Was mich weiters stutzig macht ist, dass mein Zelltyp nicht nur auf Östrogen anspricht sondern auch auf Progesteron. Was jetzt meinen Krebs verursacht hat, lässt sich ja nicht nachweisen. Aber wenns das Progesteron war oder zumindest auch, kann ich Tam nehmen bis ich schwarz werde und es wird nicht oder nur sehr bedingt helfen.



    Muckelchen , freut mich, dass du dich angemeldet hast und dich "geoutet" hast.
    Zu dem was du wegen intensiveren Nach- und Vorsorge geschrieben hast, mir hat ein Radiologe geraten bei den laufenden Kontrollen auf eine Mammographie-MR zu bestehen und nicht auf ein Röntgen, da es eindeutig die besseren Bilder liefert und so viel frühzeitiger was Auffälliges entdeckt wird. Zudem besteht beim MR keine Strahlenbelastung. Sie bieten es nur meist nicht an, weil es teurer und zeitaufwändiger ist.
    Darauf werde ich auf alle Fälle bestehen!

  • Hallo Foris,
    nun muss ich doch auch noch meinen "Senf" dazugeben!
    Die Frage pro oder kontra Hormonblocker ist so nicht richtig gestellt. Wissenschaftlich gesehen gibt es nur ein pro, da erwiesenermaßen viele Frauen mit hormonpositivem BK von der AHT nur profitieren.
    Was hier bereits oft gesagt wurde: Jede von uns sollte dem Medikament zu erst einmal eine Chance geben um es zu testen. Leider ist es so, dass wir wirklich berücksichtigen müssen, dass wir individuell auf Tam oder Aromatasehemmer reagieren. Und wie unser Körper darauf reagiert, erfahren wir nur durch das Ausprobieren!
    Und wenn es dann so kommt, dass die betroffene BK Patientin massive Nebenwirkungen entwickelt oder wenn eine SCHWERWIEGENDE Vorerkankung vorliegt, wie z. B. eine akute Thrombosegefahr, dann muss frau die Vor- und die Nachteile für sich wiederum individuell abwägen. Es gibt also keine allgemeingültige pro-oder kontra Hormonblocker Diskussion, sondern wirklich nur inidividuelle Entscheidungen, Abwägungen, ...
    Niemand, aber wirklich niemand kann uns die Garantie geben, dass die AHT verhindert, dass wir einen neuen hormonpositiven Tumor entwicken. Ebensowenig die Chemo, die Antikörpertherapie, usw. Wenn eine Zweiterkrankung kommen sollte, wie das bei mir der Fall war, wenn ich von der Bestrahlung einen anderen Tumor entwickle, was sehr, sehr selten vorkommt, dann nenne ich das eben Schicksal! Und auf mein Schicksal habe ich, davon bin ich überzeugt, keinen Einfluss! Das klingt jetzt etwas fatalistisch, ist für mich aber so!
    Trotzallem bin ich davon überzeugt, dass jede von uns alle Register zieht um zu überleben. Und wenn die Nebenwirkungen der fünf- oder gar zehnjährigen AHT zu massiv sind, dann gilt es individuellabzuwägen.
    In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Entscheidung die AHT auszuprobieren, so lange durchzuhalten, wie es eben geht oder sie gar abzubrechen! Keine der Entscheidungen fällt uns leicht
    Ganz liebe Grüße an alle AHT -Betroffenen
    Angie

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von angie f () aus folgendem Grund: Ergänzungen

  • Hey angie :rolleyes: Du hast mir aus der Seele gesprochen...ich hab`s versucht es etwas "flapsiger" zu formulieren, aber die Angst vor unerwünschten NW ist wohl sehr groß. Wenn alle Menschen wüssten, was bei häufigen Einnehmen von Paracetamol so los ist (man merkt es aber erst zu spät)....uiuiui...


    Ich bin unbedingt dafür wenigstens zu probieren - was ist denn wenn´s gar keine Probleme gibt ??? Chance verschenkt??? :thumbdown:


    Diese Frauen GIBT ES AUCH SEHR OFT.


    LOSSI sagt : probieren geht über studieren :thumbsup:

  • Hallo und herzlich willkommen Amberbaum,


    ich nehme Tam seit Okt. 2012 und vertrage sie gut... auch halten sich die NW in Grenzen, hab zwar Knochenweh und Hitzewallungen, aber alles aus zu halten. Leider habe ich locker 20 kg zugenommen, was mich als einziges echt nervt....


    Ich kann mich dem überwiegenden Teil der Kommentatorinnen eigentlich nur anschließen, es doch erst mal zu versuchen. Aufhören kannst du immer noch und außerdem gibt es gegen NW auch diverse Mittel, die es erträglich machen, auch vom Heilpraktiker oder Osteopathen...


    Leider gibt es, falls du dich im Endeffekt gegen Tam entscheidest, viele Scharlatane die alternative Methoden anbieten und dir, auf deutsch gesagt, nur Scheiß verkaufen. Da muss Frau wirklich auf der Hut sein, denn es kann dir mehr Schaden als Nutzen bringen...


    Liebe Grüsse Franziska


    by the way- ich habe es mir abgewöhnt, Beipackzettel zu lesen, ist besser für die Nerven :-)

  • Hallo, ihr Lieben ,


    meine Meinung dazu, die ich dann auch mal loswerden möchte - ausprobieren und nicht gleich aufgeben, wenn es irgendwo zwickt.
    Und letztendlich entscheidet jeder selbst.
    Ich hatte schon mal irgendwo geschrieben - am meisten ärgere ich mich, dass ich den Beipackzettel gelesen habe.
    Vielleicht würde ich dann gar nicht gleich alle Zipperlein registrieren.


    Ich wünsche jeder von uns die für sie die richtige und erfolgreiche Entscheidung.


    Liebe Grüße, Suse

  • hallo, also ich hatte eine unter 5% ige hormonabhängigkeit meines Tumors. Dennoch hat man mir zu Tam geraten. Kein Arzt wollte sich wohl aus dem Fenster lehnen und sagen das ich es nicht nehmen soll. Und naja ein bisschen schwanger gibt's auch nicht. Daher nehme ich seit fast 1 jahr das kleine pillchen. Ja, es macht Nebenwirkungen aber die sind sowas von erträglich, dass es für mich keinen Grund Gibt Tam nicht zu nehmen. Ich glaube daran, dass es mir etwas nützt...auch wenn nur ein bisschen.
    Aber entscheiden muss jeder selbst...


    Gruß Suse

  • Moin Moin,dieses Soll ich,Soll ich nicht.Man kann nichts ablehnen das man nicht kennt.Nehm seit 2Jahren Anastrozol,mein Mann und ich freuen uns das ich noch lebe.Ich geniesse jeden Tag ist auch nicht immer einfach.Aber man auch mal POSITIV denken.Ist doch toll das es in der heutigen Zeit solche Medis gibt und wir davon profitieren!

  • Liebe Kriegerin,


    du hast ja sooooooo Recht. Ich nehme seit knapp einem Jahr Letrozol mit einigen Nebenwirkungen (Gelenkschmerzen, steife Gelenke, Gewichtszunahme usw.). Aber auch ich bin froh, dass ich diese Möglichkeit habe und dass ich lebe. Meistens geht es mir gut und ich versuche positiv zu denken. Krebs ist nunmal kein Schnupfen. Da kommt man mit harmlosen Mittelchen nicht weit.
    Euch allen einen schönen Tag, liebe Grüße


    Hannah

  • Es ist im Grunde alles gesagt, möchte nur auch mal bekräftigen, dass man es versuchen sollte. Abbrechen geht immer noch 8)


    Bei mir sind die Nebenwirkungen gut auszuhalten...
    Als ich vor Einnahmebeginn den Beipackzettel gelesen habe, hätte ich die Dinger fast in den Müll geschmissen vor Panik :hot:

  • Liebe Amberbaum, liebe Musikantin,


    gleich vorneweg: ich bin hormonrezeptornegativ, deshalb kommt bei mir eine AHT mit Tamoxifen, Aromatasehemmern
    oder Letrozolol nicht in Frage, diese Waffe gegen den Krebs habe ich also nicht, leider.
    Ich hatte heute Chemo, fragt mich mal nach den NWs.
    Ich weiß gar nichr, wo der eine Schweißausbruch anfhört und der nächste anfängt ohne die anderen hunderttausend NWs
    bei der Chemo, die ich habe.
    Als ich mein Chemogespräch hatte, vor der Chemo, hatte ich das mit einer Brustschwester. Als die Sprache auf die
    hunderttausend möglichen NWs kam, hatte ich wohl bedenklich geguckt und sie meinte daraufhin: wollen sie das
    überleben oder wollen sie sterben?
    Ich habe mich für leben entschieden.
    Deshalb mache ich die Chemo.


    Bei der AHT ist es wie bei der Chemo und der Mastektomie. Wir wissen viel zu wenig über den Krebs.
    Weder das Tumorboard, das ja auch auch Ärzten besteht, noch die anderen Ärzte noch wir können wissen, wer eine AHT
    dringend braucht und wer nicht.
    Mit der Mastektomie kenn ich mich zufällig gut aus, da kenn ich die genauene Zahlen, an Hand der Mastektomie will ich es
    euch versuchen, zu erklären.


    Also, bei 95% aller Frauen ist eine BET, das ist eine brusterhaltende OP völlig ausreichend, 5% hätten allerdings eine
    Mastektomie gebraucht.
    5% klingt nach nicht viel?
    Nun, 5% , das sind 5 Frauen von 100, die müssen ja irgendwo rumlaufen. Ich bin eine von ihnen.


    Kommen wir jetzt zur AHT.
    Ich habe gelernt, dass es 100% oder 0% nie gibt in der Medizin.
    Logischerweise gibt es zur AHT keine Zahlen, denn man kann ja nicht vorher wissen, welche Frau die AHT gebraucht hätte,
    und welche nicht. Hinterher weiß man es dann , aber dann ist es zu spät.
    Also einigen wir uns auf eine Zahl, 1%? 2%? Oder 10% oder 20%?
    Nehmen wir den günstigsten Fall an :1%
    Das ist 1 Frau von 100.
    Eine Frau von hundert braucht auf jeden Fall die AHT, ansonsten bekommt sie Metastasen und wenn sie nicht vorher
    einen Autounfall hat, stirbt sie daran.


    Könnt ihr mir folgen?


    Also, diese eine Frau von hundert liest diesen Thread zufällig in den Tiefen des World Wide Web und denkt:
    Boah, ey, hatte sowieso keinen Bock, diese scheiß Pillen zu schlucken, hier stehen ja alle Argumente dagegen, also lasse
    ich es.
    Und diese eine Frau wird deswegen Metastasen bekommen.


    Amberbaum und Musikantin, woher wisst ihr eigentlich, dass ihr nicht diese eine Frau seid?
    Seid ihr der liebe Gott?


    Ich halte diesen Thread nicht nur für unverantwortlich, sondern geradezu für gefährlich.


    Hilfe! Moderatorenteam, wo seid ihr?
    Könnt ihr das bitte mal lesen und etwas dazu sagen?


    Ich habe das für meine Freundin C geschrieben, die als Besucherin vielleicht das hier auch liest und gerade auch vor der
    der Entscheidung steht: AHT oder nicht und ich will, dass sie lebt.


    Liebe Grüße von mama63

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich
    (Afrikanisches Sprichwort)

  • Liebe Mama63,


    wenn es so wäre, dass die AHT-Therapie Metastasen zu 100 % verhindern könnte, hätte ich mir noch nicht einmal die Frage gestellt, ob ich sie nehme oder nicht.


    Da sie das aber nicht tut, sondern das Risiko reduziert, gehört für mich zu einer informierten Entscheidung, dass ich die Reduktion des Risikos gegen die mögliche Verschlechterung der Lebensqualität abwäge. Besonders in meinem Alter, wo das Leben schon aufgrund dessen nicht mehr ewig dauert.


    Meine Ärztin hat mir die entsprechenden Studien zur Verfügung gestellt, so dass ich wirklich weiß, welches Risiko ich zusätzlich tragen würde.


    Und wie gesagt, meine Entscheidung ist, dass ich die Hormontherapie ausprobiere.