Pro und contra Hormonblocker (Tamoxifen)

  • na da habe ich ja den richtigen Thread gefunden.
    Ich hatte vor 2 Wochen meine brusterhaltende OP.Chemo brauche ich keine,aber die Bestrahlung muß ich machen.
    In meinem Arztbrief steht auch eine Therapie mit Aromateshemmer (soweit ich aber informiert bin,ist das nicht das richtige für Frauen vor den Wechseljahren ich bin 46) :wacko:
    Wenn ich ehrlich bin,bin ich am hin und her überlegen,ob ich es nehmen soll oder nicht.Ich lese hier ja öfter,dass die Einnahme für einige hier eine sogenannte " Lebensversicherung" ist. Man muß sich aber auch im Klaren sein,dass Aromateshemmer zwar das rückfallfreie Überleben,nicht jedoch das Gesamtüberleben verlängern. Durch Tam zBsp. können sich aggressive hormonunempfindlichen Zweittumore bilden.Dann machen mir die NW.wirklich zu schaffen,die man so liest.Ich mache mir echt Gedanken.Man nimmt ein Medikament ein,um eine Krebsart zu verhindern ( den hormonempfindl. Tumor) und kann zur gleichen Zeit zwei andere Krebsarten ( Gebärmutterkrebs und/oder den hormonunempfindl.Zweittumor) dazubekommen
    Naja ich habe nächste Woche erstmal einen Termin bei meiner Frauenärztin und bei einem unabhängigen Onkologen und dann werde ich meine Entscheidung treffen.
    und nicht vergessen" Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg.Es gibt nur den persönlichen Weg" ;)

    ändere deine Gedanken und dein Leben ändert sich

    Einmal editiert, zuletzt von Silky ()

  • Hallo
    mir geht es genauso, ich stehe auch kurz davor Tam zu nehmen. Bin mir aber auch unschlüssig ob ich es mache. Werde aber durch den Thread erst einmal Tam probieren und sehen ob und was ich für Nebenwirkungen bekomme.
    Mit freundlichen Grüßen Jumay

  • Hallöchen,
    ich kann hier nur meinen Weg beschreiben.
    ich habe Tam genommen ohne mir alle NW vorher anzuhören oder durchzulesen, weil ich gedacht habe, dann denke ich bei jedem pieks "Huch das kommt jetzt vom tam"
    habe 2,5 jahre durchgehalten und mich zum schluss schon sehr gequält. habe dann abgebrochen
    und jetzt muss ich einfach mal sagen, wenn man mit tam aufhört, bedeutet das nicht, dass danach die NW verschwinden.
    meine gelenk und knochenschmerzen sind weniger geworden aber sie werden wohl niemehr ganz weg gehen.
    und für mich bedeutet das eine erhebliche einbusse an lebensqualität.
    grüßle
    Ingr

  • Hallo,


    mein Tumor ist auch stark hormonabhängig und ja ich werde Tam nehmen weil ich mittlerweile so einige
    gesprochen habe die von Tam garnix merken.


    Trotzdem kann ich verstehen dass man es absetzt wenn die Nebenwirkungen die Lebensqualität so sehr einschränken.
    Wenn man durch die Nebenwirkungen so eingeschränkt ist leidet ja wohl auch die Psyche und dass ist ja wohl auch
    nicht so doll. Sport und Bewegung ist auch wichtig, aber was wenn man vor lauter Schmerzen nicht mehr kann oder
    sich nur noch quält?



    Ich werde wenn es soweit ist erstmal positiv angehen aber sicherlich auch mit der Option es womöglich abzusetzen
    oder nach Alternativen suchen.


    Aber soweit ist es noch nicht.


    Liebe Grüsse


    Sushi

  • Als ich meine letzte Besprechung nach der Tumorkonferenz im KH hatte,fragte ich natürlich auch nach dem Rückfallrisiko.Da meinte die Ärztin,dass mein Risiko wieder an BK zu erkranken,auch nicht höher ist als bei jeder anderen Frau auch.Daraufhin fragte ich mich dann,warum soll ich das Zeug dann überhaupt nehmen?
    Natürlich geht es mir bei den Aromatasehemmern und dem Tam auch um die Langzeitnebenwirkungen.
    http://www.biokrebs.de/184-unc…4-antihormonelle-therapie

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  • Hallo Silky,


    für alle Medikamente, egal ob sie gegen „einfache Alltagwehwehchen“ oder gegen Krebs eingesetzt werden, gilt: neben der gewünschten Wirkung können auch Nebenwirkungen auftreten, sie müssen aber nicht zwangsläufig auftreten.


    Bei uns wurde eine wirklich schwerwiegende Erkrankung diagnostiziert, weshalb die Ärzte unsere Prognose durch weitere Therapien verbessern wollen. So sollen Chemo-, Strahlen- oder Antihormontherapie (AHT) dazu dienen, im Körper ggf. noch vorhandene, nicht sichtbare Tumorzellen zu vernichten und so einer späteren Metastasierung unseres Tumors vorzubeugen.


    Natürlich steht es jedem frei, sich für oder gegen eine von den Ärzten vorgeschlagene Therapie zu entscheiden. Dabei sollte aber folgendes berücksichtigt werden:


    - Informationen über Studien sind für uns als Patienten stets „gefiltert“. D.h. es werden Pressemitteilungen veröffentlicht, aber wir selbst können keinen direkten Einblick nehmen. Und auch wenn das für uns als Laien möglich wäre, würde uns das Wissen fehlen, die Studienergebnisse auf eventuell vorhandene Schwachstellen zu überprüfen. Eine Bewertung dieser Ergebnisse ist somit für uns Betroffene schwer möglich, weshalb wir uns hierzu mit Fachleuten austauschen sollten.
    - Wir finden im Internet immer das, was wir finden möchten, da wir unseren Fokus auf ein ganz spezielles Thema richten. Du z.B. siehst aktuell die AHT kritisch und findest so auch die Seiten, die sich vorrangig mit den Risiken dieser Therapie und nicht mit deren Nutzen beschäftigen.
    - Es ist wichtig, dass wir unseren Ärzten wirklich alle unsere Fragen stellen und auch darauf bestehen, aussagekräftige Antworten zu erhalten.
    - Eine weitere gute Informationsquelle zu unseren Therapien ist u.a. der Krebsinformationsdienst (Kontaktdaten unter https://www.krebsinformationsdienst.de/ ) , wo uns in laienverständlicher Sprache vieles beantwortet wird. Dorthin könntest Du Dich wenden, um z.B. mehr darüber zu erfahren, wie hoch das statistische Risiko für einen Zweittumor nach AHT sein kann.
    - Statistiken können immer nur allgemeine Anhaltspunkte sein, denn sie sind niemals auf die persönliche Situation zugeschnitten.


    Fakt ist, dass die Sterblichkeit bei Krebs immer weiter sinkt. Ein Fortschritt, der sicherlich auf die immer besseren Therapiemöglichkeiten zurückzuführen ist. Denn die Diagnosen werden immer genauer und sind immer konkreter auf uns als Patienten zugeschnitten.


    Auch wenn ich die geäußerten Vorbehalte gegenüber manchen Therapien durchaus nachvollziehen kann, so stellen sich mir doch im Zusammenhang mit dem Nachdenken über eine Therapieablehnung oft folgende Fragen:
    - Was wäre, wenn wir wüssten, dass es eine gute Therapie gegen unsere Erkrankung gibt, wir diese aber nicht bekommen können (z.B. aus finanziellen Gründen oder weil die medizinische Infrastruktur nicht vorhanden ist)?
    - Wollten wir diese Therapie – trotz möglicher Nebenwirkungen – nicht unbedingt haben, um wieder gesund zu werden?
    - Wären wir nicht verzweifelt, dass nicht alles für uns getan wird?


    Wir haben die Möglichkeit, alles in Anspruch zu nehmen, was uns helfen kann – und deshalb ist es grundlegend wichtig, sich gut über die Chancen, die uns eine Krebstherapie bieten kann, zu informieren und nicht nur die Risiken in den Vordergrund zu stellen. Denn gerade die AHT ist in Fachkreisen als eine der gut wirksamen Therapien gegen hormonabhängigen Brustkrebs absolut anerkannt.


    In diesem Sinne:


    Viele Grüssles



    Saphira

  • Toll Saphira !!!


    Ich bin begeistert, schöner hätte man es nicht schreiben können. :hug:


    LG


    Fidi

    Anfangs wollt ich fast verzagen,

    und ich glaubt, ich trüg es nie,

    und ich hab es doch getragen -

    aber fragt mich nur nicht wie?

    Heinrich Heine

  • Auch von mir


    einfach ein Dankeschön, liebe Saphira!


    Einen schönen Sonntag wünscht
    Mohnblume

    Eine Tür ist selten ganz verschlossen.
    Manchmal muss man nur den passenden Zeitpunkt zum Anklopfen finden!

  • Ich nehme jetzt seit August 2015 Tamoxifen.


    Außer leichter Gelenkbeschwerden (äußert sich in schweren Beinen pp.) und manchmal Hitzewallungen sind bei mir keine
    Nebenwirkungen aufgetreten. Für mich besteht also kein Grund, mich gegen Tamoxifen zu entscheiden.


    Eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte ist mir allerdings wichtig und demnächst werde ich noch eine Knochendichtemessung
    durchführen lassen. Der Kontrolltermin beim Augenarzt steht mir auch noch bevor. Habe das Gefühl, dass ich etwas schlechter
    sehen kann. Es ist nicht besorgniserregend, aber man sollte die Augen ja unter Tamoxifen auch immer kontrollieren lassen.


    Meine Meinung:
    Ich kann nur sagen, bevor man ganz darauf verzichtet, erst einmal ausprobieren. Sicherlich gibt es Frauen, bei denen massive
    Beschwerden auftreten, dann muss man natürlich im Einzelfall entscheiden. Aber ich habe damit eben keine schlechten
    Erfahrungen gemacht.

    :) Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten. :)

  • Jep! Super geschrieben!


    Vielen Dank, liebe Saphira!
    :hug:

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich
    (Afrikanisches Sprichwort)

  • Da sich nicht alle so positiv zum Beitrag Nr. 53 äußern wie einige Vorschreiberinnen noch folgende Zusatzbemerkung:


    In diesem Thread wurden einige Fakten gegen eine Antihormontherapie angeführt, die auch nach wie vor hier zu lesen sind. Da es allerdings um „Pro und Contra“ geht, enthält der vorgenannte Beitrag Punkte, die für eine AHT sprechen und die zum Nachdenken anregen sollen.


    Denn grundsätzlich ist es das Wesen eines Meinungsaustauschs, auch anderslautende Ansichten zu äußern und andere Blickwinkel ins Spiel zu bringen. Das sehen wir u.a. auch als Aufgabe der Moderation an und nur das ist die Absicht dieses Beitrages.


    Falls es nun nicht so angekommen sein sollte, nochmals ganz ausdrücklich: Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, eine Therapieentscheidung zu fällen. Und ob sich ein Betroffener letztlich für oder gegen eine Therapie entscheidet, liegt ganz alleine bei ihm. Denn er trägt die Verantwortung für sich selbst und sonst niemand.


    Viele Grüssles



    Saphira

  • auch ich fand deinen Artikel sehr positiv. :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
    Und liebe Fidi - habe auch nichts gegen konträre Meinungen und Gedanken. Sonst könnte ich mir ja auch immer gleich selbst auf meine Fragen antworten. ;) Ansonsten wünsche ich mir weiterhin einen guten, freundlichen Umgang miteinander. Ich bin nämlich sehr gern hier. :thumbsup: :thumbsup:
    Liebe Grüße Angelina :D :D

  • Liebe Saphira,


    Danke für deinen Artikel. Ich bin genau deiner Meinung!
    LG Keinohrhase :hug:

  • Hallo,


    gibt es hier auch jemanden, der sich gegen eine Hormontherapie entschieden hat?
    Ich bin mir ehrlich gesagt nicht so sicher, ob ich wirklich 5 Jahre lang so ein Präparat mit zig Nebenwirkungrn
    nehmen will......

    Am Ende wird alles Gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es auch noch nicht das Ende 8)

  • Hallo Munnypenny,
    ich steh auch vor der Entscheidung betreffend der Hormontherapie und bin auch sehr skeptisch. Bin mal gespannt, ob jemand es abgelehnt hat.
    Wie ist der Stand Deiner Therapie momentan. Ich krieg noch 6 Paklitaxel, 6 hab ich schon und 4 EC und dann Bestrahlungen.

  • Hallo Sumer,


    habe 6x TAC hinter mir und morgen OP vor mir. Dann in ca. 3-4 Wochen geht es mit Bestrahlung weiter.
    Meine Gyn macht gerade einen Status zur aktuellen Hormonlage, das soll dann alle 3 Monate gemacht werden.
    Ich bin momentan eher der Meinung, das man auf diese Hormontherapie nicht gleich einsteigen sollte......

    Am Ende wird alles Gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es auch noch nicht das Ende 8)

  • Ich habe am 01.06. mit Tam angefangen. Für diese Entscheidung habe ich längere Zeit gebraucht. Ich glaube mein Doc war schon leicht genervt da ich mit immer neuen Fragen aufgetaucht bin. Ich beobachte mich allerdings ganz genau und wünsche mir das ich bald wieder ein "normales" Verhältnis zu mir und meinem Körper haben werde.


    Wo ich nach wie vor total unsicher bin: wie oft soll ich mein Blut kontrollieren lassen? Ich nehme auch Schilddrüsentabletten und da reichte bis dato eine jährliche Kontrolle. Was ist mit den Augen ? War ja gerade beim Augenarzt zur "normalen " Untersuchung, diese legte mir aber zig weitere Untersuchungen an Herz.


    Ich werde mir nach Möglichkeit auch in Zukunft immer die Zeit für anstehende Entscheidungen nehmen die ich brauche. Nur so kann ich mit allem umgehen .


    Liebe Munnypenny ich drücke Dir für morgen ganz fest die Daumen :thumbsup: .


    L.G. Luzie 8)

  • Hey Munnypenny,


    dann zuerst mal alles alles Gute für Deine morgige OP.


    Also eine Hormonbestimmung lass ich auch noch machen. Ich muss ja auch noch erst mal hören was die Ärzte sagen, jedenfalls möcht ich, wenn ich mich dazu entschliesse, es auf jeden Fall nach der Bestrahlung anfangen und nicht gleichzeitig.


    Wie gesagt, erst mal alles Gute für morgen und meld Dich, wie Du die OP überstanden hast.


    LG Martina