Entzündung des Tumorbettes unter Bestrahlung?

  • Hallo Ihr,


    ich habe jetzt etwa zwei Drittel meiner Strahlentherapie hinter mir und vertrage sie bisher gut - keinerlei Hautreaktionen, ich bin nur etwas schneller erschöpft als sonst. Meine Brust ist manchmal sehr empfindlich, fühlt sich so aufgeplustert an, wie früher prämenstruell. Das ist wohl alles normal und gut zu ertragen.
    Jetzt habe ich seit zwei Tagen aber manchmal ein scharfes Stechen an der Stelle, wo der Tumor saß. Da mir gesagt wurde, dass ich auf Entzündungszeichen achten soll, bin ich jetzt etwas beunruhigt. Solche Zeichen könnten stechende Schmerzen sein oder auch ein Puckern, so wie eine entzündete Schnittwunde sich melden würde.
    Naja, so extrem ist das nicht bei mir, aber da ich leicht hypochondrisch veranlagt bin, macht mir das doch Sorgen. Genau aus diesem Grund (Hypochondrie) will ich aber eben nicht gleich nachfragen - ich komme mir oft so blöd dabei vor... :S


    Zu meiner Beunruhigung trägt bei, dass ich mich im Moment nicht gerade schone: Wir ziehen intern im Haus um, tauschen Wohnungen. Das macht mich einerseits froh, andererseits bin ich aber auch ziemlich k.o., weil es unheimlich viele Dinge ein- und wieder auszupacken gibt (so viele Bücher in beiden Wohnungen...). Ich trage zwar nicht schwer, aber bin halt den ganzen Tag auf den Beinen und komme kaum zur Ruhe (am ehesten noch auf dem Bestrahlungstisch ;) ). Die Packerei muss bis Samstag erledigt sein, denn dann kommen für zwei Tage viele Helfer und vollenden den Wohnungstausch.


    Hatte jemand von Euch schon mal eine Entzündung des Tumorbettes und kann mir die Symptome schildern? Die Strahlenärztin meinte, das würde ich deutlich spüren, aber was ist deutlich? Und kann so eine Entzündung durch (Über-)Anstrengung entstehen? Ach ja: Was geschieht denn im Falle einer Entzündung?


    Mit einem müden Gruß,
    MissMango

  • Halli :P Hallo MissMango


    wie ich das jetzt verstanden habe :S hast du schon mit der Strahlenärztin gesprochen und sie hat keine Entzündung
    diagnostiziert. Wenn es nicht so ist, dann spricht bitte mit deiner Strahlenärztin darüber.


    Ich persönlich gehe von deinen Schilderungen nicht davon aus, dass eine Entzündung vorliegt. Eher reagiert
    das Tumorbett vermehrt durch deine intensive Tätigkeit und das hat das Bestrahlungsgebiet wie auch das OP-Gebiet
    garnicht gerne. Das OP-Gebiet ist empfindlich, Narben sind in der Tiefe und das reagiert.
    Während der Bestrahlungszeit sollten wir uns nicht überanstrengen :thumbdown:
    Du hast selbst geschrieben, dass du keinerlei Hautreaktionen hast und seit zwei Tagen manchmal ein scharfes stechen.
    Bei einer Entzündung wäre der Schmerz eher von Dauer und deutlich intensiver.


    Ich hoffe ich konnte dich ein bisschen beruhigen. Wichtig ist, dass du alle Veränderungen deinen Ärzten mitteilst.
    Halte dich beim Umzug ein bisschen zurück, auch wenn es dir schwer fällt. Mir würde es schwerfallen.


    Grüßle :) ika :)

  • Danke ika,


    eigentlich ist ja wirklich klar, dass nach Op und unter Bestrahlung äußerste Zurückhaltung angesagt ist, was Anstrengungen betrifft. Da ich aber alles (scheinbar) recht gut wegstecke, schieße ich da wohl oft etwas über das Ziel hinaus...
    Ich werde mich zurück halten. Mittlerweile ist alles gut vorbereitet, ein genauer Ablaufplan gibt mir das Gefühl, dass die ganze Sache von der Logistik her zu bewältigen ist und wir haben wirklich viele engagierte Helfer. Ich hab mir fest vorgenommen, nur zu organisieren, für leibliches Wohl zu sorgen und ansonsten die Hilfe anderer einfach anzunehmen - etwas, was ich sowieso üben muss ^^ . Ansonsten versuche ich, einfach Spaß ander ganzen Aktion zu haben, zumal ich mich über die Sache an sich wirklich freue.


    Du hast mich sehr beruhigt und sollte ich Montag immer noch Schmerzen und/oder Bedenken haben, spreche ich meine Strahlenärztin einfach nochmal an - Hypochondrie und Verlegenheit hin oder her. Dies ist wohl nicht die Zeit für verschämte Zurückhaltung (muss ich auch lernen ;) ).


    Liebe Grüße,
    MissMango

  • Hallo,


    also das mit Hypochonder tu gleich mal weg. Nach so einer Diagnose haben alle Angst, die vielleicht auch nie mehr ganz weg gehen wird. In dieser Situation sollte man sich vor Fragen nicht scheuen, dafür sind die ja da.


    Ich habe insges. 33 Bestrahlungen (25 x die gesamt Brust und 8 x das Tumorbett), 6 hab ich noch vor mir. Nach einer Woche hatte ich schon das Gefühl mir tut was weh innen drinnen, hab das angesprochen und auch gleich einen Termin für Arztgespräch bekommen. Spürte sich ein bisschen so an wie eine beginnende Entzündung, auch druckempfindlich. Kannte das Gefühl aus meiner Stillzeit, wo ich ein paar Mal einen Milchstau hatte.
    Mir wurde empfohlen Topfen (Quark) aufzulegen, was ich mir auch sehr geholfen hat. Außerdem kühlt der auch gut bei der Hitze die wir diesen Sommer haben. Außerdem creme ich regelmäßig mit Ringelblumensalbe aus der Apotheke. Die Ärztin meinte das Gewebe reagiert einfach und das ist normal, die Brust kann auch leicht geschwollen sein.


    Also sprich das an, dann hast du es aus dem Kopf und wahrscheinlich ist es ganz was "Harmloses"! Drück dir jedenfalls die Daumen, dass du die Zeit gut hinter dich bringst.
    Und wenn delegieren dein Lernthema ist, dann ist das jetzt die beste Zeit dazu! :)


    Liebe Grüße
    Elke

  • Hallo MissMango,


    ich würde auch die Strahlenärztin oder vielleicht erst einmal die technischen Assistentinnen ansprechen. Die Assistentinnen wissen auch sehr viel und können dir vielleicht schon weiterhelfen.


    In meiner Bestrahlungspraxis sind alle wirklich sehr lieb und haben mir grad am Anfang toll unter die Arme gegriffen haben.


    Ich bin am Anfang ziemlich in Panik geraten, weil einige Tage nach dem Vermessungs-CT ein Anruf kam, mein Herz wäre zu sehr strahlenbelastet und ich möchte noch einmal wiederkommen.


    Es war gar kein Problem, sofort mit der Strahlenärztin zu sprechen und es stellte sich heraus, dass die Dosis sogar noch im erlaubten Bereich lag, aber in dieser Praxis haben sie einen noch niedrigeren Grenzwert.


    Ich hatte dann Schwierigkeiten, die Bestrahlung in Einatmungsstellung mit angehaltenem Atem hinzukriegen und hab deswegen nachts nicht geschlafen und in meiner Verzweiflung am nächsten Morgen wieder angerufen (hatte nachmittags Termin) und eine Assistentin hat mich ganz lieb beruhigt.


    Hab einfach Mut und erzähl' ihnen von deinen Bedenken. Die kennen das und können dir bestimmt eine Antwort geben. Ich bin sonst eher hart im Nehmen, aber plötzlich bin ich sehr empfindlich geworden. Deshalb habe ich auch erst gezögert, mich in der Praxis zu melden. Mir wurde aber wirklich weitergeholfen.


    Plag dich nicht allein herum und guten Umzug! :)
    die Musikantin