Psychologische Unterstützung / Psychoonkologie

  • Linde  Sandyblond, vielen lieben Dank für eure Worte 😘


    Ich habe direkt bei der Onko-Psychologin angerufen und sie hat mir angeboten, sofort vorbei zu kommen.

    Da ich aber körperlich so schlapp war, haben wir telefoniert.

    Sie war so unglaublich lieb und hat mir eine gute Frage gestellt...sie fragte "wovor haben Sie Angst?"

    Da hab ich mich etwas gewundert, denn so genau wusste ich es gar nicht.

    Ich musste das genauer bestimmen und habe dann gemerkt, dass es nicht die Angst ist, dass ich es nicht überlebe, sondern eher davor, was mich noch erwartet. Vor der Veränderung meines Körpers, meines Lebens, vor der Angst überhaupt.

    Angst vor der Angst.

    Schon verrückt.


    Ich habe nach der Diagnose ein paar Medikamente zur Beruhigung erhalten, weil ich dachte, ich schaffe es nicht alleine.

    Nach Absprache mit dem Chemoarzt durfte ich eine nehmen.

    Hätte gedurft.....ich brauchte keine mehr.

    Allein zu wissen, dass ich eine "Lösung" habe, falls nichts mehr geht, hat mir schon geholfen und ich konnte mit ein paar psychologischen "Tricks"der Onko-Psychologin das Rad rumreißen.


    Ich darf sie immer und auch mehrfach anrufen, sie sagte mir "ich lasse Sie nicht alleine, wir machen das zusammen".

    Unglaublich, was mir da an tollen Ärzten und Mitarbeitern des BZ begegnet ist.

    Ich bin dankbar ohne Ende.


    Ich bin auch dankbar für dieses Forum.

    Es ist wie ein weiches Kissen, auf das man fällt. Man kullert zwar dennoch manchmal runter auf den Boden, aber der Aufprall ist nicht so hart.

    Und das kann ich nach so kurzer Zeit hier schon so sagen.


    Ich habe mir etwas Pflanzliches aus der Apotheke besorgt und ich weiß, dass es hilft. Denn ich brauche den Gedanken "Dir kann ja gar nichts passieren, Du hast ja noch xyz".

    Ich bin so ein Mensch, vermutlich würde ich durch Placebo gesund 😉😁

    Na ja, es soll besser keiner versuchen..😉


    Ich werde auf mich achten geben und nicht lange warten, wenn ich merke, dass ich Hilfe brauche.

    Ich heule immer noch täglich mal eine Runde, aber das befreit und ich habe es akzeptiert.

    Vielleicht gelingt mir das mit meinem "neuen Leben" auch irgendwann.


    Ich drück euch beide mal fest :hug:

    Cookie

  • Hallo,meine Chemo habe ich letztes Jahr im April beendet und die abschließende OP war im Mai.Ich bin durch die Chemo durchspaziert.Mir ging es gut,war so gut wie nie krank und somit Vollzeit arbeiten. DER ABSTURZ kam bei mir nach der Therapie.Ich bin jetzt bei einer Psychoonkologin und das ist auch gut so.Also,wenn man merkt,dass Hilfe benötigt wird-Füße in die Hand nehmen und nix wie hin☺.

  • Immer, wenn ich denke, dass es besser wird, mischt sich ein Tag dazwischen, der mich in die Dunkelheit reißt.

    Plötzlich taucht er auf, ohne Ankündigung und ohne besonderes Ereignis.

    Ich bekomme schlicht so eine düstere Stimmung, dass ich es sogar körperlich fühlen kann.

    Ich werde schlapper und mein Kreislauf wird schwächer. Ich habe keinen Appetit.

    Ich bezweifle stark, dass es noch die NW sind, ich bin Tag 10 mach der ersten EC.

    Ist aber auch egal.

    Mein Freund schaut hilflos zu und weiß nicht, wie er mir helfen kann. Und ich weiß es auch nicht.

    Mir ist bewusst, dass ich noch am Anfang stehe und ich mir Zeit geben muss, den Schock zu verarbeiten und die Tatsachen anzunehmen.

    Ich denke immer nur "okay, heute war es übel, aber morgen ist ein neuer Tag".

    Wem geht es auch so??


    Traurige Grüße,

    Cookie.

  • Liebe Cookie ,


    mir geht es psychisch so wie dir, oder so ähnlich..ich habe keinen Partner und bin oft allein.Oft denke ich aber, es wäre für den Partner schlimm, denn wie du auch sagst, er wäre ziemlich hilflos in der Situation und ich hätte auch deswegen noch ein schlechtes Gewissen.

    Ich komme an manchen Tagen überhaupt zu nichts, verspüre eine innere Unruhe, erledige aber wichtige Dinge nicht, also kann mich nicht aufraffen.

    Auch merke ich, dass ich mich schlecht konzentrieren kann und viele Dinge einfach vergesse, auch Fähigkeiten, die ich hatte, scheinen manchmal abhanden gekommen zu sein.

    Bei mir hat sich diese Gedanken- und Gefühlswelt kurz vor der Diagnose schon angekündigt und jetzt ist es ganz schlimm geworden.Aus finanziellen Gründen gehe ich wieder stundenweise arbeiten, 2 Monate nach der OP(Mastektomie), hatte keine Chemo oder Bestrahlung, nehme Letrozol.

    Was mir auch noch auffällt, ist, dass ich ganz schwer Entscheidungen treffen kann, selbst beim Einkaufen?(ist das ganz mühsam.

  • Liebe Rieketom ,


    hast du dir psycholische Hilfe gesucht?

    Ich schrieb ja schon, dass ich da angerufen habe und mich jederzeit dort hin wenden kann.

    Vielleicht ist das in deiner jetzigen Situation auch sinnvoll?

    Ich möchte vermeiden, dass sich bei mir noch eine Depression anbahnt.

    Eas du schreibst, kommt mir auch bekannt vor.

    Zeit, Dinge zu erledigen, aber es trotzdem nicht zu schaffen.

    Sich nicht auf etwas anderes konzentrieren zu können usw.

    Ich drück dich mal.

    LG

    Cookie

  • Liebe Cookie ,


    ich habe jede Woche Termin bei meiner Psychologin, es geht da mehr um meine Probleme außerhalb des BK, da ich die Behandlung bei ihr auch wegen anderer Sachen angebahnt hatte und sie sagte mir letzte Woche, dass ich eine Depr. habe, schon grenzwertig zu stark Depr., ich soll zum Psychiater wegen medikamentöser Behandlung,Dies wollte ich immer vermeiden und noch habe ich keinen Termin bei ihm.

    Mein BK Medikament kann ja auch Depr. verursachen, was passiert, wenn ich die jetzt schon habe(Letrozol nehm ich erst seit 20.12.), weiß ich auch nicht...

  • Liebe Rieketom, ich bin mir sicher, dass es Medikamente geben wird, die man kombiniert einsetzen kann.

    Mach den Termin und höre dir die Vorschläge an.

    Warte nicht zu lange!

    Ich wünsche dir, dass du etwas gegen die Depression tun kannst und dir Hilfe holst.

    Liebe Grüße,

    Cookie 🍀

  • Liebe Cookie2201,

    liebe Rieketom,


    auch ich hatte diese Tage an denen ich dachte: "So morgen ist alles besser". Tja und am nächsten Morgen war es eher wieder schlechter.

    Auch dachte ich zu Beginn, dass es mir mit ein paar Gesprächen beim Psychoonkologen besser geht, also nach dem Motto "Ganz schnell erledigt und alles im Griff". Es hat mich Wochen gekostet, bis ich erkannt habe, dass diese Zeit ein ständiges Auf- und Ab ist, gute Tage durch schlechte Tage abgelöst werden und umgekehrt. Ich bin jetzt fast am Ende meiner Chemo. Erst jetzt glaube ich zu erkennen, dass ich laaaaaaaaange vor meinen Gefühlen/Angsten/Schwächen etc. davon gelaufen bin(sicher auch jetzt noch ein wenig). In den Griff bekommen, war das Falsche. Einlassen war und ist das Richtige für mich. Aber das macht wirklich ANGST.

    Und erst jetzt lasse ich mich an manchen Tagen auch einfach mal richtig durchhängen, mit dem Wissen, ich komm da auch wieder raus. Ich hatte auch immer wieder die Angst eine Depression zu bekommen. Hab da aber einfach "unangenehme/traurige" Gefühle und Schwäche verursacht durch die Medikamente mit Depression verwechselt. Medikamente zu nehmen, war für mich immer ein Tabu (vielleicht bin ich da zu streng mit mir, vielleicht habe ich da zu viel Angst davor). Was ich für mich entdeckt hatte, ist das Thema Resilienz.

    Resilienz ist die dynamische Fähigkeit eines Menschen, mit widrigen Umständen und Situationen umzugehen.

    Vielleicht ist das auch was für Euch.


    Ich drück Euch ganz fest und denk an Euch

  • Hat jemand Erfahrung mit Onkopsychologen online ? Also per Skype? Gibt es so etwas?

    In meiner Umgebung gibt es sehr lange Wartezeiten oder lange Fahrtwege ..😃

    Und ich habe das Gefühl, dass ich jemanden benötige.

  • Ghetta, es ist die Onko-Psychologin meines Brustzentrum gewesen. Ich hatte da auch schon einen persönlichen Termin gehabt.

    Keine Ahnung, wie sie das abrechnen, das war nie Thema.

    Ich gehe davon aus, dass es in dem BZ zum Rundum-Paket gehört.

    Hast du keine Betreuung im Brustzentrum bekommen?

    Liebe Grüße

    Cookie

  • Hallo Ihr Lieben,


    die lange Zeit der Diagnosestellung - PET CT erst am 7.6. - zehrt zunehmend an mein Nervenkostüm. Da ich vor Jahren an manischen Depressionen erkrankt war hat auch mein Umfeld inzwischen schon Angst, dass ich wieder in die Depression abrutsche (ich auch).

    Eindeutig - ich benötige psychologische Hilfe und weiß nicht, wo ich sie herbekomme. Morgen wollte ich die Psychoonkologie meines Krankenhauses anrufen, ob die mir zeitnah zur Seite stehen können. Weiß jemand vielleicht einen guten Ansprechpartner in Düsseldorf/eine Anlaufstelle an den/die ich mich sonst noch wenden kann?


    Dank an Euch und einen schönen Muttertag allen Müttern

    LG

    Veni

  • Guten Morgen Veni,

    ich hatte vor 10 Jahren eine Angsterkrankung .

    Ganz spurlos ist die Zeit der Krebserkrankung mit allen Komplikationen und Wartezeiten und Ärztemeinungen nicht an mir vorüber gegangen, aber ich bin relativ stabil geblieben.

    In meinem Krankenhaus gibt es einen Psychoonkologen , der mir sehr geholfen hat.

    Das gute ist, da gibt es keine langen Wartezeiten u er betreut die Patienten schon im Krankenhaus u später weiter, wenn man möchte.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du schnell einen kompetenten u sympathischen Ansprechpartner findest.

    Viele Grüße joinma

  • Nachtrag :)

    Ich habe es sehr hilfreich gefunden, dass der Psychoonkologe sich mit Krebserkrankungen und allen Problemen rund um diese Erkrankungen UND psychischen Problemen auskennt.

  • Liebe Veni,

    vor Jahren hat mir eine Mitarbeiterin der Krebsberatung Düsseldorf schnell und unkompliziert einen Psychoonkologie Termin hier in der Stadt vermittelt. Diese Dame hat mir darüber hinaus viele hilfreiche Tipps und Broschüren gegeben und mich selbst sehr aufgebaut.

    Die Psychoonkologin deines Krankenhauses würde ich aber auf alle Fälle zuerst kontaktieren.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und positive Energie für die kommende Zeit. Und für das PET - CT das gewünschte Ergebnis!

    LG Katzi64

  • Ich danke Euch ganz herzlich ..Habe für morgen eine Telefonliste angefertigt.. mal sehen, ob ich Glück habe und wo landen kann :-)


    LG

    Veni

  • Psychoonkologe am Freitag, Krebsberatungsstelle am 4.6. und der Termin PET CT 7.6. scheint zu stehen (es gab keinen gegenteiligen Rückruf)

    Jetzt schaffe ich es tatsächlich in die Sauna und am Spiegel im Bad steht "gaaaanz langsam wachsend, operabel und gilt als geheilt, wenn alles raus ist" O-Ton der Krankenhausärztin, meines Hausarztes... ich sollte Vertrauen haben *seufz