Psychologische Unterstützung

  • Hallo AnjaM ich hatte am Anfang der Therapie einen schwach hormonabhängig en BK gemäß Biopsie. Nun, 7 Monate später hat die Gewebeprobe nach OP einen stark hormonpositiven Restkrebs, der 3 x so groß wie der Erstbefund war ergeben. Aber nicht so agressiv und gut behandelbar.

    Ich habe mich über Weihnachten verrückt gemacht bis ich am 2.Januar das Ergebnis des Hormonrezeptorstatus hatte.

    Was ich damit sagen will- Befunde und Risiken ändern sich, und eben auch zum Besseren. Das heisst, Deine Ärzte machen das schon richtig. Auch TN BK ist ganz gut behandelbar. Und Du brauchst all Deine mentale Kraft, um gut durch die Therapie zu kommen. Mir hat Sport unglaublich geholfen, die Chemo zu überstehen und so normal wie möglich zu leben während der Therapie. Wir sind ja nicht nur krank.

    Alles Liebe

    :hug: Ida

  • Liebe AnjaM , weil du gute Chancen hast, das wirklich zu schaffen. Mir haben am Anfang die Ärzte ähnliche Dinge erzählt und ich wollte das nicht glauben. Aber es ist so. Mir haben sie sogar gesagt, ich könne 83 Jahre werden. Heute weiß ich, mein Krebs ist gut behandelbar, wahrscheinlich bin ich ihn sogar los und muß jetzt mit den NWs der Therapie klar kommen. Aber selbst falls er Wiederkommen sollte, bedeutet es noch lange nicht, dass ich bald sterben muss.

    Brustkrebs ist gut behandelbar, selbst der aggressive. Kopf hoch und lenke dich mit schönen Dingen ab bis du weisst, wie dein Schlachtplan aussehen wird. Dann ziehst du in den Krieg und machst das Vieh alle. Kill Bill !

    Ich drück dir alle Daumen!

    LG Sonnenglanz

  • AnjaM Fang doch erst mal mit einem beruhigungsmittel an und geh zum onkopsychologen des Brustzentrum. Dort hast du den Vorteil, keine langen Wartezeiten zu haben. Bei normalen Therapeuten wartet man locker 6 Monate, ich hatte sogar eine, die meinte, dass ich in ca 2 Jahren einen Therapieplatz bei ihr kriegen könnte.

    Ich hatte mich daher nach Abschluss meiner akuttherapie und dem Ende der Zuständigkeit der onkopsychologen des brustzentrum auch für eine Stationäre Therapie interessiert weil da die Wartezeiten kürzer sind als bei ambulanten Therapeuten. Da gab es auch nur 1x wöchentlich ein Einzelgespräch, ansonsten beschäftigungstherapie in der Gruppe, da sitzt nicht tag und Nacht ein Therapeut an deinem Bett.

    Warum glaubst du den Ärzten nicht, dass dein Krebs gut behandelbar ist? Die wissen es besser als du, die haben das studiert und sund auf aktuelleren stand als Dr. Google. Warum glaubst du sie lügen dich an? Wenn du es für dich brauchst, hol dir ne zweitmeinung, vielleicht hilft dir das, zu akzeptieren, dass sie dich nicht anlügen.

    Wir hatten fast alle unsere heul-und jammerphase während der Diagnosezeit, aber es kommt der Punkt, an dem musst du den Tatsachen ins Auge sehen und dich auf die Therapie einlassen. Vielleicht hilft es dir, deine Gedanken zu ordnen, indem du die Infos, die du gesammelt hast aufschreibt und bewertest. Und guck dir die mutmach-geschichten im Forum an statt bei googel ältere horrormeldungen zu lesen.


    Was mich allgemein wundert: irgendwie hab ich den Eindruck, dass sehr vielen von uns-trotz unterschiedlicher Tumorbiologie - erzählt wird, wir hätten einen sehr aggressiven Krebs: Tn=sehr aggressiv, her2=sehr aggressiv, hoher ki 67=sehr aggressiv, g3=sehr aggressiv. Vielleicht sollte das "sehr aggressiv" mal relativiert werden. Dass Krebs kein streicheltier ist, ist klar und ich will auch keine Diskussion auslösen, welcher Krebs schlimmer ist als andere, aber das wording "sehr aggressiv" finde ich gerade in der Diagnosephase etwas schwierig und macht es nicht gerade leichter, damit umzugehen.

    Viel wichtiger ist am Anfang: ist die Therapie kurativ geplant (also auf Heilung angelegt) oder Palliativ (also als chronisch erkrankt). Aber selbst in letzterem Fall kann man mit Brustkrebs noch viele Jahre gut leben. Aus dem was du schreibst, schliesse ich, dass deine Ärzte von einer kurativen Behandlung ausgehen, mach du das dann bitte auch.

  • Liebe AnjaM !


    Als die Ärztin mir am Anfang den Klipp in die Brust setzte, sagte sie, der wäre dazu da, dass die Operateure bei der OP die passende Stelle finden, falls die Chemo den Tumor platt machen würde. Ich nickte brav, zeigte ihr aber innerlich einen Vogel. Immerhin war der Mistkerl 7,5 cm groß.


    Und heute vor Weihnachten zeigte sich einer Kontrollmammographie, dass sie tatsächlich recht haben könnte! Zu dem Zeitpunkt hatte ich gerade die 6. Pacli hinter mir.


    Die Ärzte wissen, was machbar ist und wissen genau, dass eine positive Einstellung von uns, ihren Patienten, sehr wichtig ist. Deshalb tun sie alles, um uns Mut zu machen. So unglaublich das am Anfang auch klingt.


    Also hab Mut, ein wenig an die Worte deiner Ärztin zu glauben, auch wenn es unglaublich für dich klingt. Die nächsten Wochen und Monate werden es dir zeigen und immer mehr Mut geben.


    Viele Grüße

    Birgit

  • Meine Erfahrungen zu diesem Thema:

    Als ich vor 4 Jahren an Gebärmutterkrebs erkrankte, wurde ich im KH gefragt, ob ich psychoonkologische Betreuung wünsche. Damals gab man mir allerbeste Prognosen, 95% komplette Heilungschance, da noch rechtzeitig im Anfangsstadium erkannt. Nach der OP die gleiche Auskunft, dieses Thema könnte ich nun abhaken, der Krebs ist komplett entfernt und kommt nicht wieder. Da war es nicht so schwer, einen Strich zu ziehen und ohne Hilfe wieder in den Alltag zu kommen.

    Nun wurde im letzten Dezember das Rezidiv per Zufall entdeckt, da sagte man mir noch, es könnte operiert werden. Also wiederum auf meinen Wunsch keine psychoonkologische Betreuung, in meiner Akte der Vermerk, Patientin ist klar über ihre Situation orientiert, seelisch stabil.

    Kurz vor OP dann Routine CT und Entdeckung von multiplen Lungenrundherden, OP abgesagt, Behandlung nur noch palliativ.

    Danach bin ich komplett eingeknickt ... Panik, Angstzustände, im Kopf nur noch Chaos. Nach nun gut 4 Wochen merkte ich, dass ich es diesmal nicht alleine schaffe, mit dem Thema palliativ zurechtzukommen und habe bei der Psychoonkologin der Klinik angerufen. Sie war schon überrascht, da in meiner Akte ja steht, dass keine Betreuung erwünscht ist ... als ich ihr jedoch meine jetzige Diagnose mitteilte, habe ich recht kurzfristig für nächste Woche einen ersten Termin bekommen. Ich weiß selbst nicht so recht, was ich mir davon verspreche ... die Tatsachen ändern kann sie ja auch nicht ... aber es ist der Griff nach einem Strohhalm.

  • Liebe Kratzekatz , ich finde es gut, dass du dich entschieden hast, dorthin zu gehen. Meine Erfahrungen sind sehr positiv, das ist eine Möglichkeit, alles mal auszusprechen, was dir so im Kopf rumgeistert. Ich habe das bisher als sehr hilfreich erlebt, z.B. auch das gemeinsame Überlegen über aktuelle Schwierigkeiten, aber auch das Besprechen von Ängsten und vieles mehr. Ich erlebe die Psychoonkologin als Begleiterin auf meinem Weg, die auf und an meiner Seite ist. Ich wünsche dir ebenfalls eine gute Erfahrung mit diesem Schritt. LG Karin

  • Ihr Lieben,


    nachdem ich nun nach meiner Angleichungs-OP vor einer Woche entlassen wurde fällt mir die Psychologie noch mehr auf wie je zuvor.

    Anstatt mich nun zu freuen, ja geradezu auszuflippen vor Freude und Dankbarkeit, dass (hoffentlich) alles vorbei ist und nun "nur noch" die äußeren und inneren Wunden heilen dürfen...., sitze ich hier und schau Löcher in die Luft, hab ständig Tränen in den Augen, oft weiß ich gar nicht warum, krieg Ängste um Grundversorgung (da kein Arbeitgeber mehr und Krankengeld bald endet) und um Wohnung (da keiner recht hilft oder helfen mag).

    Auf meine 2. Reha kann ich mich auch nicht freuen (obwohl doch die 1. mir so gut geholfen hat), statt dessen krieg ich Angst, das jemand in meine Wohnung geht (ok diese jemand würde ne Anzeige bekommen), doch bei anderen Mietern hat sie es schon getan.


    Mir gehen Aussagen durch den Kopf wie: - das habe ich alles so nicht gewollt, - .....trotz dieser Welt, -du bist dick also auch mit schuld an dem Krebs (da ja Risikofaktor), - und warum sind die, die nach der ersten OP da waren nun nicht da (ok diesmal war es keine Krebs-OP).


    Das alles finde ich überhaupt nicht normal und ja ich habe es bei meiner Onkopsychologin angesprochen, welche nun die Dame war, die ich unter "Dumme Sprüche" erwähnt habe und die mich nur mit ihrer Krebskrankheit konfrontiert hat. Vor zwei Tagen wieder und das obwohl ich sie habe wissen lassen, dass es mir nach dem letzten Termin bei ihr nicht so gut ging (vor der OP). Für mich sind die Onkopsychologie-Termine nun erstmal vorbei. Sowas brauche ich nicht. Die Onkopsychologin (Dr.) hat es offen gelassen und gemeint ich könne mich melden, wenn ich wieder möchte. Ihr weiteres tun wäre aber dann auf Sport und Abnehmen zu drängen.


    Zu all dem vorab Geschriebenen möchte ich noch bemerken, dass mir aufgefallen ist, dass die Psychologie vom ersten Moment an, durch die ganzen Krankheitszeiten ziemlich hinten runter fällt. Einzelne Fachleute sind mit Einzelterminen sicherlich auch gut gewesen, doch......


    Wie geht es euch damit und was mache ich falsch, bzw. was ist nur los mit mir ? (Sollte mich doch freuen)


    LG Nicki-Lydina

  • Liebe Nicki-Lydina ,

    ich bin nach der Bestrahlung in ein tiefes Loch gefallen. Meine Vorstellung war immer, wenn ich alles geschafft habe hüpfe ich vor Freude, das Gegenteil war der Fall. Ich habe meine Krankenversicherung angerufen und ihnen geschildert, daß es mir psychisch überhaupt nicht gut geht und gefragt ob sie mir eine Therapie bezahlen würden. Meine Krankenkasse hat sofort zugestimmt und ich habe mir eine gute Psychologin gesucht. Sie hilft mir wieder "Normalität" in mein Leben zu bekommen. Du darfst nicht vergessen, ab dem Zeitpunkt der Diagnose Krebs herrscht doch der absolute Ausnahmezustand im Kopf, das Erlebte muß aufgearbeitet werden und so wie ich mir Medikamente für die ganzen Nebenwirkungen geholt habe, so hole ich mir jetzt Hilfe für meine Seele, denn diese hat auch sehr gelitten.



    LG

    Elfriede

  • Liebe @Nicky-Lydina,


    ich möchte die treffende Beschreibung von Elfriede noch um meine Erfahrungen mit Psychologinnen ergänzen. Ich hatte seit der Diagnose zu vieren (plus eine in der Reha) Kontakt und mit zweien bin ich gar nicht klar gekommen, mit den anderen beiden aber ausgesprochen gut. Eine, die in einem Verein als psycho-soziale Beraterin arbeitet, hat mich ganz am Anfang aufgefangen und bei der anderen habe ich eine Therapie gemacht. Das hat mir enorm geholfen. Ich glaube ohne diese beiden hätte ich heute noch viel viel mehr an allem zu knabbern.

    Also ich meine, Du könntest es noch einmal bei einem/r anderen Psychlogen/in versuchen.

    Es ist normal, dass wir uns nach der Krebserkrankung und Therapie nicht einfach nur freuen. Da wurde so vieles im Leben so heftig durchkreuzt und erschüttert, da braucht es Zeit, bis sich alles wieder neu zurechtrüttelt und bis wir wieder ein stabileres Grundvertrauen gewinnen.


    Liebe Grüße

    Olivia